[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeugschloß, insbesondere für einen
Kofferdeckel oder eine Hecktür eines Kraftfahrzeugs, mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1.
[0002] Das bekannte Kraftfahrzeugschloß, von dem die Erfindung ausgeht und das insbesondere
für einen Kofferdeckel oder eine Hecktür eines Kraftfahrzeugs bestimmt und geeignet
ist (
DE 195 05 779 A1), ist vorteilhaft, weil der elektromotorische Antrieb ohne Notwendigkeit einer Rückstellfeder
mit einem in einer Drehrichtung umlaufenden Antriebselement im Blockbetrieb und somit
ohne Mikroschalter gesteuert werden kann.
[0003] Das bekannte, zuvor erläuterte Kraftfahrzeugschloß ist weiter dahingehend ausgestaltet,
daß sichergestellt ist, daß bei Ausfall des elektromotorischen Antriebs durch eine
Notbetätigung von Hand die Sperrklinke jederzeit in die Aushebestellung bewegt werden
kann.
[0004] Insgesamt darf für den konstruktiven Hintergrund von Kraftfahrzeugschlössern der
in Rede stehenden Art und für die Besonderheiten gerade bei Kraftfahrzeugschlössern
für Kofferdeckel oder Hecktüren auf die
DE 195 05 779 A1 verwiesen werden, deren Offenbarungsgehalt insoweit auch zum Offenbarungsgehalt der
vorliegenden Patentanmeldung durch Bezugnahme gemacht wird.
[0005] Bei dem zuvor erläuterten, bekannten Kraftfahrzeugschloß ist der Mitnehmerzapfen
im engeren Sinne ein zylindrisches Bauteil. Im Sinne der Lehre der vorliegenden Patentanmeldung
ist als Mitnehmerzapfen jedoch auch ein kulissenartiges Bauteil oder ein Bauteil mit
sonstiger anderer Formgebung, beispielsweise ellipsenförmiger Formgebung, anzusehen.
Anstelle eines zylindrischen Zapfens im engeren Sinne hat man nämlich im Stand der
Technik bereits vorgesehen, den Antrieb mit einer degressiven Anlaufcharakteristik
zu versehen. Das bedeutet, daß beim Anlaufen zunächst ein großes Moment aufgebracht
werden kann, um die Sperrklinke aus der Eingriffsstellung an der Schloßfalle herauszulösen,
wobei im weiteren Verlauf der Aushebebewegung der Sperrklinke dieses Moment durch
die Formgebung des Mitnehmerzapfens kontinuierlich herabgesetzt wird. Insbesondere
eine schneckenkurvenförmige Steuerkulisse als Mitnehmerzapfen hat sich hier eingebürgert
(
DE 101 00 008 A1 bzw.
WO 03/071065 A1). Insoweit ist es auch bekannt, eine stufenförmige Herabsetzung des Momentes durch
unterschiedlich lange Hebelwirkungsarme zu realisieren (
DE 41 19 703 C1). Letzteres ist allerdings nicht mit einem in einer Richtung umlaufenden Antriebselement
eines elektromotorischen Antriebs realisiert, sondern bei einem Kraftfahrzeugschloß
mit Handbetätigung über eine stufenweise angreifende Ankopplung eines Öffnungsgriffs
an die Sperrklinke realisiert.
[0006] Der Lehre der vorliegenden Patentanmeldung liegt das Problem zugrunde, das bekannte,
eingangs erläuterte Kraftfahrzeugschloß hinsichtlich der Öffnungsfunktion zu optimieren
unter Berücksichtigung der Besonderheiten eines elektromotorischen Antriebs mit einem
in einer Richtung umlaufenden Antriebselement und einer Realisierung eines Blockbetriebs
für den Antrieb.
[0007] Das zuvor erläuterte Problem ist bei dem Kraftfahrzeugschloß mit den Merkmalen des
Oberbegriffs von Anspruch 1 durch Realisierung der Merkmale des kennzeichnenden Teils
von Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist das vorzugsweise als Antriebsscheibe ausgeführte
Antriebselement des elektromotorischen Antriebs nicht mit nur einem, sondern mit zwei
Mitnehmerzapfen versehen. Diese befinden sich in unterschiedlicher Lage, insbesondere
in unterschiedlicher radialer Lage am Antriebselement. Der zweite Mitnehmerzapfen
ist vorzugsweise als schneckenkurvenförmige Steuerkulisse ausgeführt und leistet das
eigentliche Ausheben der Sperrklinke mit einer großen Kraft auf die Sperrklinke, also
einem großen Untersetzungsverhältnis. Der erste Mitnehmerzapfen ist von seiner Funktion
des eigentlichen Aushebens der Sperrklinke befreit und realisiert nur noch, mit einer
geringen Kraft auf die Sperrklinke, aber vergleichsweise höherer Geschwindigkeit,
die Überhubbewegung der Sperrklinke und danach den Blockbetrieb.
[0008] Damit ist es gelungen, in einer für einen elektromotorischen Antrieb mit einem in
einer Richtung umlaufenden Antriebselement besonders geeigneten Weise eine zweistufige
Öffnungsbewegung der Sperrklinke zu realisieren, ohne zusätzliche Hebel einführen
zu müssen. Das bedeutet, daß eine hohe Kraft zum Ausheben der Sperrklinke bereitsteht,
diese aber zugunsten eines schnell zurückzulegenden Weges anschließend stufenartig
reduziert wird. Durch diese Art der Untersetzung an dem Antriebselement können mit
einem vergleichsweise kleinen elektrischen Antriebsmotor, wie er normalerweise für
Zentralverriegelungsantriebe verwendet wird, große Haltekräfte an der Schloßfalle
überwunden werden.
[0009] Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugschlosses
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel bzw. bevorzugte Ausführungsbeispiele näher erläutert. Im Zuge
dieser Erläuterungen werden weitere Ausgestaltungen und Weiterbildungen und weitere
Merkmale, Eigenschaften, Aspekte und Vorteile der Erfindung mit erläutert. In der
Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- eine schematische, perspektivische Darstellung eines Kraftfahrzeugs mit einem Kraftfahrzeugschließsystem,
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugschlosses, ausgeführt
als Schloß für eine Hecktür, die Schloßfalle in Hauptschließstellung, die Sperrklinke
eingefallen,
- Fig. 3
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 2, die Sperrklinke in Aushebestellung und
- Fig. 4
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 2, den Antrieb durch Blockbetrieb abgeschaltet.
[0011] In den Figuren der Zeichnung werden für gleiche oder ähnliche Teile die selben Bezugszeichen
verwendet. Damit soll angedeutet werden, daß entsprechende oder vergleichbare Eigenschaften
und Vorteile erreicht werden, auch wenn eine wiederholte Beschreibung dieser Teile
unterbleibt.
[0012] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Kraftfahrzeug 1 mit einem nur teilweise
angedeuteten Kraftfahrzeugschließsystem 2. Dieses weist insbesondere mehrere Kraftfahrzeugschlösser
3 auf, und zwar solche für Seitentüren 4, für einen Kofferraumdeckel 5, ggf. für eine
Heckklappe oder Hecktür, jedoch auch für ein Handschuhfach, einen Tankdeckel o. dgl..
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Einbaupositionen der Kraftfahrzeugschlösser
3 durch Pfeile in Fig. 1 schematisch angedeutet.
[0013] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist angedeutet, daß es sich bei den Kraftfahrzeugschlössern
3 um motorisch betätigbare, insbesondere elektromotorisch entriegelbare und verriegelbare
und/oder elektromotorisch öffnenbare Kraftfahrzeugschlösser handelt.
[0014] Fig. 2 bis 4 zeigen nun ein Kraftfahrzeugschloß gemäß der vorliegenden Erfindung,
das insbesondere für einen Kofferdeckel oder eine Hecktür eines Kraftfahrzeugs bestimmt
und geeignet ist. Fig. 2 zeigt dabei die geschlossene Stellung des Kraftfahrzeugschlosses,
Fig. 3 zeigt die Aushebestellung und Fig. 4 zeigt die Blockabschaltung für dieses
Kraftfahrzeugschloß.
[0015] Das dargestellte Kraftfahrzeugschloß weist zunächst eine Schloßfalle 6 auf, die im
dargestellten Ausführungsbeispiel und entsprechend der verbreitetsten Ausführungsform
als Drehfalle ausgeführt ist. An der Schloßfalle 6, die auf einer Schwenkachse 7 schwenkbar
gelagert ist, befindet sich eine Hauptrast 8, die in Hauptschließstellung der Schloßfalle
6 genutzt wird, und eine Vorrast 9, die in einer Vorschließstellung dieser Schloßfalle
6 genutzt wird. Die Vorrast fällt gelegentlich auch weg.
[0016] Die Schloßfalle 6 wird in der Hauptschließstellung und im dargestellten Ausführungsbeispiel
auch in der Vorschließstellung von einer Sperrklinke 10 gehalten. Diese ist auf einer
Schwenkachse 11 schwenkbar gelagert und verrastet mit Hauptrast 8 oder Vorrast 9 der
Schloßfalle 6 mittels einer entsprechenden Rastnase 12. Die Schließelemente des Kraftfahrzeugschlosses
sind im dargestellten Ausführungsbeispiel mit Kunststoff ummantelt bzw. teilweise
als Kunststoffteile ausgeführt, wobei die in Eingriff kommenden kraftübertragenden
Bereiche im Metall frei liegen.
[0017] Das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt, daß die Sperrklinke 10 ein einteiliges
Bauteil ist. Grundsätzlich könnte die Sperrklinke 10 aber auch mit einem weiteren
Sperrhebel gekuppelt sein, der dann Bewegungen auf die Sperrklinke 10 überträgt.
[0018] An der Sperrklinke 10 oder eben an dem mit der Sperrklinke gekuppelten Sperrhebel
ist im Abstand vom Eingriffspunkt zur Schloßfalle 6, hier also im Abstand von der
Rastnase 12, eine Betätigungsfläche 13 vorgesehen. Vorgesehen ist ferner ein elektromotorischer
Antrieb 14 mit einem in einer Richtung umlaufenden, im dargestellten Ausführungsbeispiel
entgegen dem Uhrzeigersinn umlaufenden, hier und vorzugsweise als Antriebsscheibe
ausgeführten Antriebselement 15. An diesem als Antriebsscheibe ausgeführten Antriebselement
15 befindet sich exzentrisch angeordnet ein Mitnehmerzapfen 16. Andere Antriebselemente
15 haben beispielsweise Keulenform oder Ellipsenform oder auch nur einfach die Form
eines einarmigen Schwenkhebels.
[0019] Durch Drehung des Antriebselementes 15 läuft der Mitnehmerzapfen 16 an der Betätigungsfläche
13 an, bewegt die Sperrklinke 10 in eine jenseits einer Aushebestellung liegende Überhubstellung
und läuft danach an der Betätigungsfläche 13 vorbei. Man kann sich das beim Übergang
von Fig. 3 nach Fig. 4 gut vorstellen. Die Aushebestellung der Sperrklinke 10 ist
die Stellung, in der die Rastnase 12 mit der Hauptrast 8 bzw. der Vorrast 9 der Schloßfalle
6 nicht in Eingriff steht, die Schloßfalle 6 also ohne weiteres um ihre Schwenkachse
2 im Uhrzeigersinn in Richtung der Öffnungsstellung herausschwenken kann.
[0020] Es versteht sich von selbst, daß für die Schloßfalle 6 und die Sperrklinke 10 Federelemente
vorgesehen sind, die diese in die jeweilige Sollstellung vorspannen, die Schloßfalle
6 also in die Öffnungsstellung, die Sperrklinke 10 in die Eingriffsstellung. Zwei
Federn können auch durch eine auf beide Schließelemente wirkende Feder ersetzt werden.
Dazu darf insgesamt auf den Stand der Technik verwiesen werden, der eingangs bereits
erläutert worden ist.
[0021] An der Sperrklinke 10, dem mit der Sperrklinke 10 gekuppelten Sperrhebel oder auch
einem von der Sperrklinke 10 separaten, jedoch mit dieser bewegungsgekoppelten Blockierhebel
ist in Drehrichtung des Antriebselementes 15 gesehen mit Abstand hinter der Betätigungsfläche
13 eine Mitnehmer-Stopfläche 17 angeordnet. Diese liegt bei in Aushebestellung befindlicher
Sperrklinke 10 in der Bewegungsbahn des Mitnehmerzapfens 16 (Fig. 4) bei in Eingriffstellung
befindlicher Sperrklinke 10 jedoch außerhalb der Bewegungsbahn des Mitnehmerzapfens
16 (Fig. 2).
[0022] Bei in Öffnungsstellung befindlicher Schloßfalle 6 hält die Schloßfalle 6 die Sperrklinke
10 in der Aushebestellung (Fig. 4). Dadurch ist es möglich, daß der Mitnehmerzapfen
16 nach dem Vorbeilaufen an der Betätigungsfläche 13 bei in Aushebestellung befindlicher
Sperrklinke 10 an der Stopfläche 17 anläuft und dadurch der elektromotorische Antrieb
abgeschaltet wird (Blockbetrieb). Die Sperrklinke 10 bzw. der Sperrhebel oder der
separate Blockierhebel werden von der Schloßfalle 6 fixiert, so daß sich die nötige
Widerstandskraft gegen das Anlaufen des Mitnehmerzapfens 16 ergibt, die zum Blockbetrieb
ausgenutzt werden kann.
[0023] Blockbetrieb meint Abschaltung durch Drehmomentüberwachung, Stromüberwachung, Zeitüberwachung
oder eine Kombination verschiedener Überwachungstypen. Auch insoweit darf auf den
Stand der Technik verwiesen werden, der eingangs erläutert worden ist.
[0024] Insoweit, als die Anordnung zuvor beschrieben worden ist, entspricht diese Beschreibung
noch dem, was bei einem solchen Kraftfahrzeugschloß im Stand der Technik bereits realisiert
worden ist.
[0025] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, daß der Mitnehmerzapfen 16 das eigentliche Ausheben
der Sperrklinke 10 aus der Eingriffstellung an der Schloßfalle 6 nicht leistet, daß
am Antriebselement 15 ein zweiter exzentrisch angeordneter Mitnehmerzapfen 18 und
an der Sperrklinke 10 bzw. dem Sperrhebel eine mit dem zweiten Mitnehmerzapfen 18
zusammenwirkende Öffnungssteuerfläche 19 vorgesehen ist, daß beim Anlaufen des Antriebs
14 zum Ausheben der Sperrklinke 10 aus der Hauptschließstellung zunächst der zweite
Mitnehmerzapfen 18 mit der Öffnungssteuerfläche 19 in Eingriff kommt und erst danach
der erste Mitnehmerzapfen 16 mit der Betätigungsfläche 13 in Eingriff kommt und daß
das wirksame Untersetzungsverhältnis bezüglich des zweiten Mitnehmerzapfens 18 größer
ist als bezüglich des ersten Mitnehmerzapfens 16. Durch diese Aufteilung auf den ersten
Mitnehmerzapfen 16 und den zweiten Mitnehmerzapfen 18 wird eine optimale Drehmomentbeaufschlagung
der Sperrklinke 10 bei Beginn der Aushebebewegung mit einer schnellen Verstellung
der Sperrklinke 10 zum Ende der Aushebebewegung, insbesondere im Überhub, kombiniert.
Die aus dem Stand der Technik bekannte, durch doppelte Hebelwirkung realisierte abgestufte
Anlaufcharakteristik wird hier lediglich durch Verwendung eines weiteren Mitnehmerzapfens
18 am Antriebselement 15 realisiert. Das ist sehr einfach, zweckmäßig und kostengünstig.
[0026] Das dargestellte und insoweit bevorzugte Ausführungsbeispiel zeigt im übrigen, daß
die Sperrklinke 10 bzw. der Sperrhebel in Überdeckung mit dem Antriebselement 15 angeordnet
ist und daß der erste Mitnehmerzapfen 16 radial weiter außen am Antriebselement 15
angeordnet ist als der zweite Mitnehmerzapfen 18. Man kann die unterschiedlichen Hebelarmverhältnisse
leicht nachvollziehen, die zu der gewünschten unterschiedlichen Untersetzungswirkung
führen.
[0027] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist ferner vorgesehen, daß die Öffnungssteuerfläche
19 weiter entfernt von dem Eingriffspunkt zur Schloßfalle 6 liegt als die Stopfläche
17. Tatsächlich befindet sich die Stopfläche 17 nahe einem unteren Umkehrpunkt des
ersten Mitnehmerzapfens 16, sofern sich die Sperrklinke 10 in Aushebestellung befindet
(Fig. 4). Dadurch greift die Stopfläche 17 mit dem kürzestmöglichen Hebelarm bezüglich
der Schwenkachse 11 an der Sperrklinke 10 an, so daß insoweit dann die Blockierwirkung
der Stopfläche 17 mit möglichst geringer Kraftwirkung zwischen der Schloßfalle 6 und
der Sperrklinke 10 einhergeht, so daß die gesamte Biegebeanspruchung der Sperrklinke
10 so gering wie möglich gehalten wird.
[0028] Das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel zeigt ferner eine kulissenartige
Gestaltung des zweiten Mitnehmerzapfens 18 dergestalt, daß der zweite Mitnehmerzapfen
18 von einem Punkt nahe dem Mittelpunkt des Antriebselements 15 ausgeht. Dabei ist
vorgesehen, daß, wie auch im Stand der Technik praktiziert, der zweite Mitnehmerzapfen
18 als schneckenkurvenförmige Steuerkulisse ausgeführt ist.
[0029] Das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel hat eine weitere Besonderheit
darin, daß beide Mitnehmerzapfen 16, 18 auf einer Seite des Antriebselements 15, insbesondere
in einer Ebene bezüglich der Sperrklinke 10 bzw. des Sperrhebels bzw. des Blockierhebels
liegen. Dadurch, daß beide Mitnehmerzapfen 16, 18 in einer Ebene liegen, erfolgt die
Krafteinleitung in die Sperrklinke 10 bzw. den Sperrhebel bzw. den Blockierhebel besonders
wirkungsvoll.
[0030] Schließlich zeigt insbesondere Fig. 3 eine Besonderheit des dargestellten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugschlosses, die darin begründet ist, daß der erste
Mitnehmerzapfen 16 mit der Betätigungsfläche 13 erst in Eingriff kommt, nachdem das
Ausheben der Sperrklinke 10 durch den zweiten Mitnehmerzapfen 18 abgeschlossen ist.
Hier erfolgt also eine Übergabe vom einen auf den anderen Mitnehmerzapfen. Grundsätzlich
wäre es auch möglich, die Beeinflussungswirkung überlappend auszuführen, wobei man
natürlich berücksichtigen muß, daß keine statische Überbestimmung auftritt.
1. Kraftfahrzeugschloß, insbesondere für einen Kofferdeckel oder eine Hecktür eines Kraftfahrzeugs,
mit einer insbesondere als Drehfalle ausgeführten Schloßfalle (6) und einer die Schloßfalle
(6) in einer Hauptschließstellung und ggf. in einer Vorschließstellung haltenden Sperrklinke
(10),
wobei an der Sperrklinke (10) oder an einem mit der Sperrklinke (10) gekuppelten und
Bewegungen an die Sperrklinke (10) übertragenden Sperrhebel im Abstand von einem Eingriffspunkt
zur Schloßfalle (6) eine Betätigungsfläche (13) vorgesehen ist,
mit einem elektromotorischen Antrieb (14) mit einem in einer Richtung umlaufenden,
vorzugsweise als Antriebsscheibe ausgeführten Antriebselement (15) mit einem daran
exzentrisch angeordneten Mitnehmerzapfen (16),
wobei der Mitnehmerzapfen (16) durch Drehung des Antriebselementes (15) an der Betätigungsfläche
(13) anläuft, die Sperrklinke (10) in eine jenseits einer Aushebestellung liegende
Überhubstellung bewegt und danach an der Betätigungsfläche (13) vorbeiläuft,
wobei an der Sperrklinke (10) oder dem mit der Sperrklinke (10) gekuppelten Sperrhebel
oder einem von der Sperrklinke (10) separaten jedoch mit dieser bewegungsgekuppelten
Blockierhebel in Drehrichtung des Antriebselementes (15) gesehen mit Abstand hinter
der Betätigungsfläche (13) eine Mitnehmer-Stopfläche (17) angeordnet ist, die bei
in Aushebestellung befindlicher Sperrklinke (10) in der Bewegungsbahn des Mitnehmerzapfens
(16) liegt, bei in Eingriffstellung befindlicher Sperrklinke (10) jedoch außerhalb
der Bewegungsbahn des Mitnehmerzapfens (16) liegt,
wobei die in Öffnungsstellung befindliche Schloßfalle (6) die Sperrklinke (10) in
der Aushebestellung hält und
wobei der Mitnehmerzapfen (16) nach dem Vorbeilaufen an der Betätigungsfläche (13)
bei in Aushebestellung befindlicher Sperrklinke (10) an der Stopfläche (17) anläuft
und der elektromotorische Antrieb (14) durch dieses Anlaufen abgeschaltet wird (Blockbetrieb),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mitnehmerzapfen (16) das eigentliche Ausheben der Sperrklinke (10) aus der Eingriffstellung
an der Schloßfalle (6) nicht leistet,
daß am Antriebselement (15) ein zweiter exzentrisch angeordneter Mitnehmerzapfen (18)
und an der Sperrklinke (10) bzw. dem Sperrhebel eine mit dem zweiten Mitnehmerzapfen
(18) zusammenwirkende Öffnungssteuerfläche (19) vorgesehen ist,
daß beim Anlaufen des Antriebs (14) zum Ausheben der Sperrklinke (10) aus der Hauptschließstellung
zunächst der zweite Mitnehmerzapfen (18) mit der Öffnungssteuerfläche (19) in Eingriff
kommt und erst danach der erste Mitnehmerzapfen (16) mit der Betätigungsfläche (13)
in Eingriff kommt und
daß das wirksame Untersetzungsverhältnis bezüglich des zweiten Mitnehmerzapfens (18)
größer ist als bezüglich des ersten Mitnehmerzapfens (16).
2. Kraftfahrzeugschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrklinke (10) bzw. der Sperrhebel in räumlicher Überdeckung mit dem Antriebselement
(15) angeordnet ist und daß der erste Mitnehmerzapfen (16) radial weiter außen am
Antriebselement (15) angeordnet ist als der zweite Mitnehmerzapfen (18).
3. Kraftfahrzeugschloß nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungssteuerfläche (19) weiter entfernt von dem Eingriffspunkt zur Schloßfalle
(6) liegt als die Stopfläche (17), insbesondere die Stopfläche (17) nahe einem unteren
Umkehrpunkt des ersten Mitnehmerzapfens (16) angeordnet ist.
4. Kraftfahrzeugschloß nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Mitnehmerzapfen (18) von einem Punkt nahe dem Mittelpunkt des Antriebselements
(15) ausgeht.
5. Kraftfahrzeugschloß nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Mitnehmerzapfen (18) als schneckenkurvenförmige Steuerkulisse ausgeführt
ist.
6. Kraftfahrzeugschloß nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beide Mitnehmerzapfen (16; 18) auf einer Seite des Antriebselements (15), insbesondere
in einer Ebene bezüglich der Sperrklinke (10) bzw. des Sperrhebels bzw. des Blockierhebels
liegen.
7. Kraftfahrzeugschloß nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Mitnehmerzapfen (16) mit der Betätigungsfläche (13) erst in Eingriff kommt,
nachdem das Ausheben der Sperrklinke (10) durch den zweiten Mitnehmerzapfen (18) abgeschlossen
ist.
1. Motor vehicle lock, in particular for a boot lid or a rear hatch of a motor vehicle,
with a lock latch (6) designed in particular as a rotary latch, and a pawl (10) keeping
the lock latch (6) in a main locking position and optionally in a pre-locking position,
wherein an actuating surface (13) is provided on the pawl (10) or on a blocking lever,
which is coupled to the pawl (10) and transmits movements to the pawl (10), at a distance
from an engagement point with the lock latch (6),
with an electromotive drive (14) having a driving element (15) which revolves in one
direction, is preferably designed as a driving disc and has a driver lug (16) arranged
eccentrically thereon, wherein, by rotation of the driving element (15), the driver
lug (16) strikes against the actuating surface (13), moves the pawl (10) into an excess
travel position located on the far side of a raised position and then runs past the
actuating surface (13),
wherein a driver stop surface (17) is arranged on the pawl (10) or on the blocking
lever coupled to the pawl (10) or on a blocking lever which is separate from the pawl
(10), but is coupled to the latter in terms of movement, at a distance behind the
actuating surface (13), as seen in the direction of rotation of the driving element
(15), said driver stop surface, when the pawl (10) is in the raised position, lying
in the path of movement of the driver lug (16) but, when the pawl (10) is in the engagement
position, lying outside the path of movement of the driver lug (16),
wherein the lock latch (6) in the opening position keeps the pawl (10) in the raised
position, and wherein the driver lug (16), after running past the actuating surface
(13) when the pawl (10) is in the raised position, strikes against the stop surface
(17) and the electromotive drive (14) is switched off by said striking action (blocking
mode),
characterized in that the driver lug (16) does not perform the actual raising of the pawl (10) out of the
engagement position on the lock latch (6),
in that a second eccentrically arranged driver lug (18) is provided on the driving element
(15) and an opening control surface (19) which interacts with the second driver lug
(18) is provided on the pawl (10) or on the blocking lever,
in that, when the drive (14) is started up to raise the pawl (10) out of the main locking
position, the second driver lug (18) first of all comes into engagement with the opening
control surface (19) and only then does the first driver lug (16) come into engagement
with the actuating surface (13), and
in that the effective step-down ratio is greater with respect to the second driver lug (18)
than with respect to the first driver lug (16).
2. Motor vehicle lock according to Claim 1, characterized in that the pawl (10) or the blocking lever is arranged spatially overlapping the driving
element (15), and in that the first driver lug (16) is arranged on the driving element (15) further outwards
radially than the second driver lug (18).
3. Motor vehicle lock according to Claim 2, characterized in that the opening control surface (19) lies further away from the engagement point with
the lock latch (6) than the stop surface (17), and in particular the stop surface
(17) is arranged in the vicinity of a lower reversal point of the first driver lug
(16).
4. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims, characterized in that the second driver lug (18) starts from a point in the vicinity of the centre point
of the driving element (15).
5. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims, characterized in that the second driver lug (18) is designed as a control slot in the shape of a screw
curve.
6. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims, characterized in that both driver lugs (16; 18) lie on one side of the driving element (15), in particular
in a plane with respect to the pawl (10) or the blocking lever.
7. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims, characterized in that the first driver lug (16) comes into engagement with the actuating surface (13) only
after the raising of the pawl (10) by the second driver lug (18) is finished.
1. Serrure de véhicule automobile, en particulier pour un hayon arrière ou une porte
arrière d'un véhicule automobile,
comprenant un pêne demi-tour de serrure (6) réalisé notamment sous forme de pêne pivotant,
et un cliquet d'arrêt (10) retenant le pêne demi-tour de serrure (6) dans une position
de fermeture principale et éventuellement dans une position de pré-fermeture,
une surface d'actionnement (13) étant prévue sur le cliquet d'arrêt (10) ou sur un
levier d'arrêt accouplé au cliquet d'arrêt (10) et transmettant des mouvements au
cliquet d'arrêt (10) à distance d'un point d'engagement avec le pêne demi-tour de
serrure (6),
comprenant un entraînement (14) par moteur électrique avec un élément d'entraînement
(15) entraîné en rotation dans une direction, réalisé de préférence en tant que disque
d'entraînement, avec un tourillon d'entraînement (16) disposé de manière excentrée
sur celui-ci,
le tourillon d'entraînement (16) butant, par rotation de l'élément d'entraînement
(15), contre la surface d'actionnement (13), le cliquet d'arrêt (10) se déplaçant
dans une position de dépassement de course située au-delà d'une position de soulèvement
et passant ensuite devant la surface d'actionnement (13),
une surface d'arrêt d'entraînement (17) étant disposée sur le cliquet d'arrêt (10)
ou sur le levier d'arrêt accouplé au cliquet d'arrêt (10) ou sur un levier de blocage
séparé du cliquet d'arrêt (10) mais accouplé à celui-ci par déplacement, vu dans la
direction de rotation de l'élément d'entraînement (15), à distance derrière la surface
d'actionnement (13), laquelle surface d'arrêt d'entraînement, lorsque le cliquet d'arrêt
(10) se trouve dans la position de soulèvement, se situe dans la trajectoire de déplacement
du tourillon d'entraînement (16), mais lorsque le cliquet d'arrêt (10) se trouve dans
la position d'engagement, se situe toutefois en dehors de la trajectoire de déplacement
du tourillon d'entraînement (16),
le pêne demi-tour de serrure (6) se trouvant dans la position d'ouverture retenant
le cliquet d'arrêt (10) dans la position de soulèvement et
le tourillon d'entraînement (16), après le passage devant la surface d'actionnement
(13), lorsque le cliquet d'arrêt (10) se trouve dans la position de soulèvement, butant
contre la surface d'arrêt (17) et l'entraînement (14) par moteur électrique étant
coupé par cette venue en butée (mode bloqué), caractérisée en ce que
le tourillon d'entraînement (16) n'exécute pas le soulèvement proprement dit du cliquet
d'arrêt (10) hors de la position d'engagement contre le pêne demi-tour de serrure
(6),
sur l'élément d'entraînement (15) est prévu un deuxième tourillon d'entraînement (18)
disposé de manière excentrique et sur le cliquet d'arrêt (10) ou le levier d'arrêt
est prévue une surface de commande d'ouverture (19) coopérant avec le deuxième tourillon
d'entraînement (18),
lors de la venue en butée de l'entraînement (14) pour soulever le cliquet d'arrêt
(10) hors de la position de fermeture principale, le deuxième tourillon d'entraînement
(18) vient d'abord en prise avec la surface de commande d'ouverture (19) et seulement
ensuite le premier tourillon d'entraînement (16) vient en prise avec la surface d'actionnement
(13) et
le rapport de démultiplication actif par rapport au deuxième tourillon d'entraînement
(18) est supérieur à celui par rapport au premier tourillon d'entraînement (16).
2. Serrure de véhicule automobile selon la revendication 1, caractérisée en ce que le cliquet d'arrêt (10) ou le levier d'arrêt est disposé de manière à recouvrir spatialement
l'élément d'entraînement (15) et en ce que le premier tourillon d'entraînement (16) est disposé radialement plus à l'extérieur
sur l'élément d'entraînement (15) que le deuxième tourillon d'entraînement (18).
3. Serrure de véhicule automobile selon la revendication 2, caractérisée en ce que la surface de commande d'ouverture (19) est située à plus grande distance du point
d'engagement avec le pêne demi-tour de serrure (6) que la surface d'arrêt (17), en
particulier la surface d'arrêt (17) est disposée à proximité d'un point d'inversion
inférieur du premier tourillon d'entraînement (16).
4. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le deuxième tourillon d'entraînement (18) part d'un point à proximité du centre de
l'élément d'entraînement (15).
5. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le deuxième tourillon d'entraînement (18) est réalisé sous forme de coulisse de commande
de forme hélicoïdale.
6. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les deux tourillons d'entraînement (16 ; 18) sont situés d'un côté de l'élément d'entraînement
(15), notamment dans un plan par rapport au cliquet d'arrêt (10) ou au levier d'arrêt
ou au levier de blocage.
7. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le premier tourillon d'entraînement (16) vient seulement en prise avec la surface
d'actionnement (13) après que le soulèvement du cliquet d'arrêt (10) par le deuxième
tourillon d'entraînement (18) soit terminé.