[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verspannen von Funktionselementen, insbesondere
PTC-Heizelementen, in einem hohlen Aufnahmemittel, insbesondere einem Rohr. Weiterhin
betrifft die Erfindung ein Rohr, insbesondere zur Aufnahme von Funktionselementen,
wie PTC-Heizelementen, sowie Verwendungen eines derartigen Rohres.
[0002] Elektrische Heizeinrichtungen, bei denen zum Erzeugen einer Heizleistung Widerstandsheizelemente
in Form von PTC-Elementen zum Einsatz kommen, sind heutzutage auf vielfältigen Gebieten
der Technik, beispielsweise im Automobilbau, bekannt. Dort werden die genannten Heizeinrichtungen
beispielsweise zum Beheizen von Fahrzeuginnenräumen verwendet, solange alternative
Heizverfahren unter Verwendung des Motorkühlwassers als Heizmedium aufgrund unzureichender
Motorerwärmung noch nicht effizient arbeiten. Dabei kann die elektrische Heizeinrichtung
sowohl separat ausgeführt sein als auch in einen vom Kühlwasser durchflossenen Rippen/Rohrblock
integriert sein, indem beispielsweise ein Teil der kühlwasserdurchflossenen Rohre
durch PTC-Rohre ersetzt ist. Bei derartigen Heizeinrichtungen werden regelmäßig einzelne
PTC-Elemente in hohlen Aufnahmemitteln, wie Profilrohren, angeordnet, die zum Verspannen
der PTC-Elemente durch Druckbeaufschlagung ihrer Deckwände plastisch verformt werden.
Zu diesem Zweck wird nach dem Stand der Technik mittels eines geeigneten Werkzeugs
von zwei einander gegenüberliegenden Deckwände ein Verpressdruck auf das hohle Aufnahmemittel
ausgeübt, so dass entsprechend ein innerer Abstand der Deckwände abnimmt, bis diese
mit den in dem Aufnahmemittel aufgenommenen PTC-Elementen in Anlage treten und diese
festlegen. Es ist insbesondere als nachteilig anzusehen, dass nach einer Entlastung
der eingesetzten Presse die verformten Deckwände des Aufnahmemittels aufgrund einer
vorhandenen Teilelastizität zwangsläufig um ein gewisses Maß zurückfedern, so dass
eine Haltekraft für die PTC-Elemente abnimmt. Weiterhin sind zum plastischen Verformen
der Aufnahmemittel vergleichsweise hohe Press,kräfte in einer äquivalenten Größenordnung
von 40 t erforderlich, was weiterhin einen komplexen Aufbau der einzusetzenden Presswerkzeuge
bedingt.
[0003] Darüber hinaus weisen die genannten Heizeinrichtungen zusätzlich zu den vorstehend
beschriebenen Heizrohren (Aufnahmemittel und PTC-Elemente) regelmäßig Wärmeabgabe-Rippen
in Form von Lamellen oder dergleichen auf, die gut wärmeleitend mit den Heizrohren
verbunden sind. Bei den vorbekannten Heizeinrichtungen bzw. Verfahren zu deren Herstellung
muss die Lamellenmontage in einem nachgeschalteten, zusätzlichen Prozessschritt erfolgen,
so dass sich in nachteiliger Weise lange Fertigungszeiten und entsprechende Kostenerhöhungen
ergeben.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein Profilrohr anzugeben,
mit der sich die vorstehend aufgezählten Nachteile überwinden lassen.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Verspannen von Funktionselementen,
insbesondere PTC-Heizelementen, in einem hohlen Aufnahmemittel, wie einem Rohr, mit
zwei einander und Flachseiten der Funktionselemente gegenüberliegenden, zumindest
teilweise konkaven Deckwand-Bereichen, wobei die Funktionselemente durch Druckbeaufschlagen
der sich im Wesentlichen senkrecht zu den konkaven Deckwand-Bereichen erstreckenden
Seitenwände verspannt werden. Die Aufgabe wird darüber hinaus gelöst durch ein Rohr,
insbesondere zur Aufnahme von Funktionselementen, wie PTC-Heizelementen, mit zwei
einander und Flachseiten der Funktionselemente gegenüberliegenden, zumindest teilweise
konkaven Deckwand-Bereichen sowie mit sich im Wesentlichen senkrecht zu den konkaven
Deckwand-Bereichen erstreckenden weiteren Seitenwänden, die zur Verringerung eines
lichten Abstands zwischen den eingezogenen Deckwand-Bereichen mit einem Verpressdruck
beaufschlagbar sind.
[0006] Die Druckbeaufschlagung bzw. das Einwirken einer Druckkraft erfolgt damit im wesentlichen
senkrecht zu deren Flachseiten der Funktionselemente, genau senkrecht zu ihrer Flächennormale
auf die weiteren Seitenwände - wenn diese eben sind - und genau senkrecht zu den Flachseiten
der Funktionselemente stehen, was nicht sein muß, dann parallel zur Flächennormale
der weiteren Seitenwände. Durch diese Druck- bzw. Krafteinwirkung werden die zunächst
teilweise konkav vorgeformten Deckwände gegen das Funktionselement gedrückt, so daß
dieses im Rohr verspannt wird.
[0007] Auf diese Weise ist erfindungsgemäß zum Verspannen der Aufnahmemittel (Rohre) nur
eine geringe Presskraft erforderlich, da in Pressrichtung keine plastische Verformung
erzielt werden muss. Entsprechend sind die zu verwendenden Werkzeuge einfach aufgebaut.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist dabei vorgesehen, dass die
Seitenwände im Wesentlichen in Richtung ihrer Flächennormale druckbeaufschlagt werden,
wobei demgemäß das Rohr vorzugsweise derart ausgebildet ist, dass die Seitenwände
im Wesentlichen in Richtung zu ihrer Flächennormale druckbeaufschlagbar sind. Die
Aussage, dass die Druckbeaufschlagung im Wesentlichen in Richtung der Flächennormale
der Seitenwände erfolgt, beinhaltet insbesondere, dass die die Druckbeaufschlagung
ausübenden Kräfte eine überwiegende oder Haupt-Komponente parallel zur Flächennormale
der Seitenwände haben, wenn auch die Kräfte nicht exakt parallel zur Flächennormale
gerichtet sind.
[0009] Im Zuge des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Verspannen der Funktionselemente
vorzugsweise dergestalt, dass durch die Druckbeaufschlagung ein lichter Abstand zwischen
den gegenüberliegenden Deckwänden verringert wird, wobei sich Bereiche der konkaven
Deckwand-Bereiche zum Einklemmen der Funktionselemente aneinander annähern. Im Zuge
einer äußerst bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass durch die Druckbeaufschlagung
ein Abstand zwischen Teilabschnitten jeweils wenigstens eines konkaven Deckwand-Bereichs
verringert und zwischen diesen wenigstens ein Ansatzteil, wie eine Metall-Lamelle
oder -Wellrippe dauerhaft eingeklemmt wird. Es ist auf diese Weise möglich, das Befestigen
von Ansatzteilen in den Verpressvorgang zu integrieren.
[0010] In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Profilrohrs ist vorgesehen, dass durch Deckwände
der eingezogenen Deckwand-Bereiche vor einer Druckbeaufschlagung ein sich nach außen
erweiternder freier Raumbereich mit im Wesentlichen einem gleichschenkligen Trapez
entsprechenden Querschnitt definiert ist. Der freie Raumbereich ist vorzugsweise zum
Aufnehmen zumindest eines komplementären Endbereichs wenigstens eines Ansatzteils,
wie einer Metall-Lamelle oder -Wellrippe, ausgebildet. In einer äußerst bevorzugten
Weiterbildung des erfindungsgemäßen Profilrohrs ist das Ansatzteil nach erfolgter
Druckbeaufschlagung durch die Deckwände des konkaven Deckwand-Bereichs im Wesentlichen
formschlüssig umgeben und auf diese Weise klemmend gehalten. Somit ist eine unter
Verwendung der erfindungsgemäßen Profilrohre herzustellende zusammengesetzte Vorrichtung,
wie eine Heizeinrichtung, mit den bereits angesprochenen Wärmeübertragungs-Rippen
im Zuge des Verspannens der PTC-Elemente in nur einem Verfahrensschritt herstellbar.
[0011] Zum sicheren Halten der Ansatzteile kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Deckwände
der eingezogenen Deckwand-Bereiche nach erfolgter Druckbeaufschlagung Hinterschneidungen
zum Aufnehmen komplementärer Eckbereiche des Ansatzteils definieren. Aufgrund der
geringen erforderlichen Presskräfte können in weiterer Abgrenzung zum Stande der Technik
auch in Längsrichtung verrippte Profile verarbeitet werden, die bislang regelmäßig
in aufwändiger Weise aus zwei getrennten Halbprofilen aufgebaut wurden. Entsprechend
weist das erfindungsgemäße Profilrohr in einer bevorzugten Weiterbildung in wenigstens
einem der Deck- oder Seitenwand-Bereiche Rippenelemente auf, die vorzugsweise eine
Erstreckungskomponente in Längsrichtung des Profilrohrs aufweisen. Zwecks optimaler
Wärmeabgabe können die Rippenelemente zudem im Querschnitt eine Erstreckung im Wesentlichen
senkrecht zu einem lokalen Verlauf der Deck- und/oder Seitenwand-Bereiche bzw. der
Deck- und/oder Seitenwände aufweisen.
[0012] Die vorstehend beschriebenen Profilrohre eignen sich allgemein zum Schaffen einer
zusammengesetzten Vorrichtung aus einer Anzahl von Profilrohren und diese verbindenden
Ansatzteilen, wobei die Ansatzteile durch die Profilrohre gehalten sind, und finden
bevorzugt in einem Heizkörper mit einer Anordnung von Wärmeabgabe-Rippen Verwendung.
[0013] Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Profilrohr mit eingebrachtem PTC-Heizelement
vor dem Verpressen;
- Fig. 2a
- einen weiteren möglichen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Profilrohrs;
- Fig. 2b
- eine weitere Querschnittsansicht des Profilrohrs gemäß Fig. 2a mit eingezogenen Deckwand-Bereichen
und eingebrachtem PTC-Element;
- Fig. 3a
- ein erfindungsgemäßes Profilrohr mit eingebrachtem PTC-Element und Ansatzteilen vor
dem Verpressen;
- Fig. 3b
- das Profilrohr der Fig. 3a nach erfolgtem Verpressen;
- Fig. 4a
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Profilrohrs gemäß der Fig. 3b;
- Fig. 4b, c
- Längsschnitte durch alternative Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Profilrohrs
gemäß der Fig. 3b;
- Fig. 5a
- einen Querschnitt durch einen unter Verwendung erfindungsgemäßer Profilrohre aufgebauten
Heizkörper;
- Fig. 5b
- eine Seitenansicht des Heizkörpers der Fig. 5a; und
- Fig. 6a,b
- einen weiteren möglichen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Profilrohrs vor bzw.
nach dem Verpressen.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Anzahl von Ausführungsbeispielen beschrieben,
die sich speziell in Form von auf Profilrohren für eine Verwendung in elektrischen
Heizeinrichtungen beziehen. Es sei jedoch betont, dass das erfindungsgemäße Verfahren
bzw. das erfindungsgemäße Profilrohr nicht auf derartige Anwendungen beschränkt sind,
sondern sich generell überall dort einsetzen lassen, wo Funktionselemente im Innern
eines hohlen Aufnahmemittels verspannt werden sollen.
[0015] Die Fig. 1 zeigt ein stranggepresstes, erfindungsgemäßes Profilrohr 1 mit im Wesentlichen
rechteckförmigem Querschnitt. Im Innern 1.1 des Profilrohrs 1 ist ein flaches PTC-Heizelement
2 bestehend aus einem PTC-Widerstand 2.1, einer Kontaktbahn 2.2, einer keramischen
Isolierung 2.3 und einem Kontaktrahmen 2.4 angeordnet. Das PTC-Heizelement 2 besitzt
insbesondere Flachseiten 2a, 2b. Der Aufbau derartiger PTC-Elemente 2 ist dem Fachmann
geläufig und an sich nicht Gegenstand dieser Erfindung.
[0016] Das erfindungsgemäße Profilrohr 1 weist Deckwand-Bereiche 1.2, 1.3 auf, die gegenüber
einem streng rechteckförmigen Querschnitt des Profilrohrs 1 nach innen eingezogen
sind, d.h. eine konkave Ausbildung zeigen. Durch die eingezogenen Deckwand-Bereiche
1.2, 1.3 des Profilrohrs 1 sind sich nach außen erweiternde freie Raumbereiche 1.4
definiert, von denen in der Fig. 1 exemplarisch nur einer gestrichelt dargestellt
ist. Die Deckwände 1.5, 1.6 des Profilrohrs 1 weisen in den eingezogenen, konkaven
Deckwand-Bereichen 1.2, 1.3 einen inneren Abstand a auf, der größer ist als eine entsprechende
Abmessung a' zwischen den Flachseiten 2a, 2b des PTC-Elements 2. Weiterhin besitzt
das Profilrohr 1 weitere Seitenwände bzw. Seitenwand-Bereiche 1.7, 1.8, die sich im
Wesentlichen senkrecht zu den konkaven Deckwand-Bereichen 1.2, 1.3 erstrecken und
deren lichter Abstand b größer ist als eine entsprechende Abmessung b' des PTC-Elements
2, wobei gilt: (b-b')>(a-a').
[0017] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel der Fig. 1 weist das erfindungsgemäße Profilrohr
1 außerdem entlang seiner äußeren Kontur Rippenelemente 3 auf, die sich senkrecht
zur Zeichenebene, d.h. in Profillängsrichtung erstrecken und dabei im Querschnitt
im Wesentlichen senkrecht zu einer lokalen Erstreckungsrichtung der Deck- und Seitenwände
1.5-1.8 ausgerichtet sind.
[0018] Das Verspannen des PTC-Elements 2 im Innern 1.1 des erfindungsgemäßen Profilrohrs
1 erfolgt durch seitlichen Druck (Pfeile P) auf die Seitenwände 1.7, 1.8. Dies wird
nachfolgend anhand der Fig. 3a, b noch näher erläutert.
[0019] Die Fig. 2a, b zeigen eine weitere mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Profilrohrs
1, hier zunächst (Fig. 2a) als nahtlos gezogenes oder geschweißtes Rohr mit kreisförmigem
Querschnitt, das, wie in Fig. 2b gezeigt, zur Ausbildung konkaver Deckwand-Bereiche
1.2, 1.3 (vgl. Fig. 1) entsprechend zu profilieren ist, beispielsweise unter Verwendung
eines geeigneten Walzensystems (hier nicht dargestellt).
[0020] Die Fig. 3a, b zeigen detailliert den bereits angesprochenen Verpressvorgang durch
Druckbeaufschlagung (Pfeile P) der Seitenwände 1.7, 1.8 des erfindungsgemäßen Profilrohrs
1. Dieses ist gemäß der Fig. 3a, b im Wesentlichen wie bereits in der Fig. 1 erläutert
ausgebildet, weist jedoch keine Rippenelemente auf. In die im Bereich der eingezogenen,
konkaven Deckwand-Bereiche 1.2, 1.3 gebildeten Freiräume 1.4 (vgl. Fig. 1) sind beim
Gegenstand der Fig. 3a, b jeweils Ansatzteile 4 in Form flacher Metall-Lamellen eingesetzt.
Diese weisen ausgehend von einem Hauptkörper 4.1 einen Endbereich in Form eines Vorsprungs
4.2 auf, der sich zunächst in einem sich an den Hauptkörper 4.1 anschließenden ersten
Bereich 4.2a konisch verjüngt und sich anschließend in einem zweiten Bereich 4.2b
wiederum leicht konisch verbreitert, so dass im Bereich einer Spitze 4.2c des Vorsprungs
4.2 Ecken 4.2d gebildet sind. Eine Länge L des Vorsprungs 4.2 ist dabei größer bemessen
als eine Einzugstiefe T der Deckwand-Bereiche 1.2, 1.3, so dass das Ansatzteil 4 mit
seinem Vorsprung 4.2 in den freien Raumbereich 1.4 einbringbar ist, wobei die Spitze
4.2c jeweils die Seitenwand 1.5, 1.6 berührt, ohne dass der Hauptkörper 4.1 des Ansatzteils
4 seinerseits bereits mit den Seitenwänden 1.5, 1.6 des Profilrohrs 1 in Anlage tritt.
[0021] In der Fig. 3b ist die Anordnung der Fig. 3a nochmals nach erfolgter Druckbeaufschlagung
P gezeigt. Der Verpressdruck P bewirkt zunächst, dass sich die druckbeaufschlagten
Seitenwände 1.7, 1.8 unter Verminderung ihres Abstands b (Fig. 1) aufeinander zu bewegen.
Zugleich vertieft sich aufgrund von in den Deckwänden 1.5, 1.6 wirksamen, jeweils
nach innen gerichteten Kräften der Einzug in den Deckwand-Bereichen 1.2, 1.3, bis
a=a' (Fig. 1), so dass das PTC-Element 2 im Innern 1.1 des Profilrohrs 1 über seine
Flachseiten 2a, 2b zwischen den Deckwänden 1.5, 1.6 eingeklemmt und verspannt wird.
Letztere sind hierbei zum Ausbilden einer möglichst großen Kontaktfläche für einen
Wärmeübergang mit dem PTC-Element 2 über dessen Flachseiten 2a, 2b auf ihren Innenseiten
1.5a, 1.6a leicht konvex gewölbt ausgeformt (vgl. Fig. 1, 3a). Zugleich bilden sich
in den eingezogenen, konkaven Deckwand-Bereichen 1.2, 1.3 Auswölbungen 1.9 der Deckwände
1.5, 1.6, so dass der ehemals trapezförmige freie Raumbereich 1.4 (vgl. Fig. 1, 3a)
nunmehr Hinterschneidungen 1.10 aufweist. Daraus ergibt sich ein in der Fig. 3b dargestelltes
formschlüssiges Ineinandergreifen des Ansatzteils 4 im Bereich des Vorsprungs 4.2
(Ecken 4.2d) und der Auswölbungen 1.9 bzw. Hinterschneidungen 1.10 in den Deckwand-Bereichen
1.2, 1.3, so dass das Ansatzteil 4 klemmend am Profilrohr 1 gehalten ist. Der in der
Fig. 3b weiterhin erkennbare leicht S-förmige Verlauf der Deckwände 1.5, 1.6 im Bereich
der Auswölbung 1.9 bzw. Hinterschneidung 1.10 ermöglicht aufgrund einer gewissen Federwirkung
zudem ein Ausgleichen von Höhenunterschieden und/oder Toleranzen sowohl des PTC-Elements
2 als auch des Profilrohrs 1.
[0022] Aufgrund der in den Fig. 1, 2b, 3a gezeigten vorgeformten Einziehung der Deckwände
1.5, 1.6 des Profilrohrs 1 ist im Rahmen der Erfindung ein gegenüber vorbekannten
Verfahren deutlich verringerter Druck P ausreichend, um die in Fig. 3b gezeigte Verbindung
zwischen den Ansatzteilen 4 und dem Profilrohr 1 herzustellen, wobei zudem das Verspannen
der PTC-Elemente 2 und die Montage der Ansatzteile 4 in ein und demselben Arbeitsschritt
erfolgen. Der bereits erwähnte S-förmige Verlauf der Deckwände 1.5, 1.6 nach erfolgter
Druckbeaufschlagung P bewirkt weiterhin, dass sich das erfindungsgemäße Profilrohr
1 nach Wegfall der Druckbeaufschlagung P, d.h. nach Entfernen eines entsprechenden
Presswerkzeugs (nicht gezeigt) aufgrund einer im Material gespeicherten Spannkraft
nicht mehr selbsttätig öffnen kann (Selbsthemmung). Auf diese Weise wird ein wesentlicher
der eingangs aufgelisteten Nachteile entsprechender vorbekannter Verfahren bzw. Vorrichtungen
sicher vermieden.
[0023] Die Fig. 4a zeigt eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Profilrohrs 1 gemäß den
Fig. 3a, b mit einer Mehrzahl von jeweils parallel zueinander ausgerichteten Ansatzteilen
4 in Form von Metall-Lamellen. Die Fig. 4b, c zeigen Schnitte durch eine Profilrohr-Lamellen-Anordnung
gemäß der Fig. 4a. Die Ausgestaltungen gemäß der Fig. 4b und 4c unterscheiden sich
dahingehend, dass die in der Fig. 4c gezeigten Ansatzteile 4 im äußeren Bereich 4.2b
des Vorsprungs 4.2 eine im Wesentlichen rechtwinklige Abbiegung 4.2e aufweisen, durch
die sich ein wärmeleitender Kontakt zwischen den Ansatzteilen 4 und dem Profilrohr
1 verbessern lässt.
[0024] In den Fig. 5a, 5b ist gezeigt, wie eine Anzahl von erfindungsgemäßen Profilrohren
1 mit eingesetzten PTC-Elementen 2 über eine Anordnung von Ansatzteilen 4 zu einer
zusammengesetzten Vorrichtung, beim gezeigten Ausführungsbeispiel speziell einem Heizkörper
5 verbindbar ist. Verfahrenstechnisch kann der in den Fig. 5a, b gezeigte Gesamtaufbau
des Heizkörpers 5 vorab zusammengestellt und mittels eines geeigneten Haltewerkzeugs
(nicht gezeigt) noch unverspannt gehalten werden. Anschließend erfolgt das Verspannen
des gesamten Heizkörpers 5 durch Druckbeaufschlagung der Seitenwände 1.7, 1.8 der
Profilrohre 1 in einem einzigen Arbeitsgang, wie vorstehend anhand der Fig. 1, 2b,
3a gezeigt.
[0025] Schließlich zeigen die Fig. 6a,b eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Profilrohrs 1 vor bzw. nach dem Verpressen (Druckbeaufschlagung P; Fig. 6a). Die konkave
Ausbildung der Deckwände 1.5, 1.6 resultiert aus einem im Querschnitt zweischenkligen
Aufbau mit Schenkeln 1.5b, 1.5c bzw. 1.6b, 1.6c, die vor dem Verpressen einen stumpfen
Winkel α einschließen. Die Seitenwände 1.7, 1.8 und die Schenkel 1.5b, 1.6b sind dabei
paarweise in einem leicht stumpfen Winkel zueinander angeordnet. Dadurch sind durch
die Seitenwände 1.7, 1.8 und die Schenkel 1.5c, 1.6c zakkenartige Vorsprünge 3' gebildet
(Fig. 6a).
[0026] Bei seitlicher Druckbeaufschlagung legen sich die Schenkel 1.5c, 1.6c unter Verkleinerung
des Winkels α (Fig. 6a) bis auf ca. 90° (Winkel α'; Fig. 6b) an die Seitenwände 1.7,
1.8 an, wobei wiederum die lichten Abstände zwischen den Seitenwänden 1.7, 1.8 und
zwischen den Deckwänden 1.5, 1.6 bzw. deren Schenkeln 1.5b, 1.6b abnehmen, so dass
sich erfindungsgemäß Funktionselemente (hier nicht gezeigt) im Inneren 1.1 des Profilrohrs
1 verspannen lassen. Die Vorsprünge 3" der Figur 6b, die sich aus den Vorsprüngen
3' der Fig. 6a ergeben, lassen sich als Rippenelemente (vgl. Bezugszeichen 3 in Fig.
1) auffassen und einsetzen.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Profilrohr
- 1.1
- Innenraum
- 1.2, 1.3
- eingezogener Deckwand-Bereich
- 1.4
- freier Raumbereich
- 1.5, 1.6
- Deckwand
- 1.5a, 1.6a
- Innenseite
- 1.5b, c
- Schenkel
- 1.6b, c
- Schenkel
- 1.7, 1.8
- Seitenwand
- 1.9
- Auswölbung
- 1.10
- Hinterschneidung
- 2
- PTC-Heizelement
- 2.1
- PTC-Widerstand
- 2.2
- Kontaktbahn
- 2.3
- Isolierung
- 2.4
- Kontaktrahmen
- 3
- Rippenelement
- 3', 3"
- Vorsprung
- 4
- Ansatzteil, Metall-Lamelle
- 4.1
- Hauptkörper
- 4.2
- Vorsprung
- 4.2a, b
- Bereich
- 4.2c
- Spitze
- 4.2d
- Ecke
- 4.2e
- Abbiegung
- 5
- Heizkörper
- a
- Abstand
- a'
- Abmessung
- b
- Abstand
- b'
- Abmessung
- L
- Länge
- P
- Verpressdruck
- T
- Tiefe
- α, α'
- Winkel
1. Verfahren zum Verspannen von Funktionselementen, insbesondere PTC-Heizelementen, in
einem hohlen Aufnahmemittel (1), wie einem Rohr mit zwei einander und Flachseiten
der Funktionselemente (2-2.4) gegenüberliegenden, zumindest teilweise konkaven Deckwand-Bereichen
(1.5, 1.6), wobei die Funktionselemente (2-2.4) durch Druckbeaufschlagen der sich
im Wesentlichen senkrecht zu den konkaven Deckwand-Bereichen (1.5, 1.6) erstreckenden
weiteren Seitenwände (1.7, 1.8) verspannt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände (1.7, 1.8) im Wesentlichen in Richtung ihrer Flächennormale druckbeaufschlagt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Druckbeaufschlagung ein lichter Abstand der Seitenwände (1.7, 1.8) verringert
wird, auf die die Druckbeaufschlagung erfolgt, wobei sich Bereiche der konkaven Deckwände
(1.5, 1.6) zum Einklemmen der Funktionselemente (2-2.4) einander annähern.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Druckbeaufschlagung ein Abstand zwischen Teilabschnitten (1.5a, 1.6a, 1.5b,
1.6b) wenigstens eines der konkaven Deckwand-Bereiche (1.5, 1.6) verringert und zwischen
diesen wenigstens ein Ansatzteil (4), wie eine Metall-Lamelle oder -Wellrippe, dauerhaft
eingeklemmt wird.
5. Rohr (1), insbesondere zur Aufnahme von Funktionselementen, wie PTC-Heizelementen
(2), mit zwei einander und Flachseiten (2a, 2b) der Funktionselemente gegenüberliegenden,
zumindest teilweise konkaven Deckwand-Bereichen (1.2, 1.3) sowie mit sich im Wesentlichen
senkrecht zu den konkaven Deckwand-Bereichen (1.2, 1.3) erstreckenden Seitenwänden
(1.7, 1.8), die zu einer Verringerung eines lichten Abstands (a) zwischen den konkaven
Deckwand-Bereichen (1.2, 1.3) mit einem Verpressdruck (P) beaufschlagbar sind.
6. Rohr nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände im Wesentlichen in Richtung zu ihrer Flächennormale druckbeaufschlagbar
sind.
7. Rohr nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch Deckwände (1.5, 1.6) der konkaven Deckwand-Bereiche (1.2, 1.3) vor einer Druckbeaufschlagung
(P) ein sich nach außen erweiternder freier Raumbereich (1.4) mit im Wesentlichen
einem gleichschenkligen Trapez entsprechenden Querschnitt definiert ist.
8. Rohr nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der freie Raumbereich (1.4) zum Aufnehmen zumindest eines komplementären Endbereichs
(4.2) eines Ansatzteils (4), wie einer Metall-Lamelle oder -Wellrippe, ausgebildet
ist.
9. Rohr nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckwände (1.5, 1.6) des konkaven Deckwand-Bereichs (1.2, 1.3) den Endbereich
(4.2) des Ansatzteils (4) nach erfolgter Druckbeaufschlagung (P) im Wesentlichen formschlüssig
umgeben, so dass dieses klemmend gehalten ist.
10. Rohr nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckwände (1.5, 1.6) der konkaven Deckwand-Bereiche (1.2, 1.3) nach erfolgter
Druckbeaufschlagung (P) Hinterschneidungen (1.10) zum Aufnehmen komplementärer Eckbereiche
(4.2d) des Ansatzteils (4) definieren.
11. Rohr nach Anspruch einem der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Deck- und/oder Seitenwände (1.5-1.8) Rippenelemente (3) aufweisen.
12. Rohr nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippenelemente (3) eine Erstreckungskomponente in Längsrichtung des Rohrs (1)
aufweisen.
13. Rohr nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippenelemente (3) im Querschnitt eine Erstreckung im Wesentlichen senkrecht
zu einem lokalen Verlauf der Deck- und/oder Seitenwände (1.5-1.8) aufweisen.
14. Verwendung eines Rohrs nach einem der Ansprüche 5 bis 13 zum Schaffen einer zusammengesetzten
Vorrichtung (5) aus einer Anzahl von Rohren (1) und diese verbindenden Ansatzteilen
(4), wobei die Ansatzteile (4) durch die Rohre (1) gehalten sind.
15. Verwendung eines Rohrs nach einem der Ansprüche 5 bis 14 in einem Heizkörper (5) mit
einer Anordnung von Wärmeabgabe-Rippen (4).
16. Heizkörper mit einer Anordnung von Wärmeabgabe-Rippen, gekennzeichnet durch eine Anzahl von Rohren (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 15.