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EP 1 548 228 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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31.01.2007 Patentblatt 2007/05 |
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Anmeldetag: 23.12.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zur Erstellung einer unterirdischen Röhre und Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens
Method of forming an underground bore and apparatus for carrying out the same
Procédé de réalisation d'un forage souterrain et dispositif pour ce procédé
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE GB LI NL |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.06.2005 Patentblatt 2005/26 |
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Patentinhaber: Hochtief Aktiengesellschaft |
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45128 Essen (DE) |
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Erfinder: |
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- Leucker, Roland, Dr.
46509 Xanten (DE)
- Wuttig, Andreas
42551 Velbert (DE)
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Vertreter: Rohmann, Michael et al |
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Patentanwälte
Andrejewski, Honke & Sozien
Theaterplatz 3,
Postfach 10 02 54 45127 Essen 45127 Essen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-C- 25 015 DE-C- 627 275
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DE-C- 64 556
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erstellung einer unterirdischen Röhre. Fernerhin
betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens. Mit dem
Begriff unterirdische Röhre ist hier und nachfolgend auch ganz allgemein ein unterirdischer
Hohlraum gemeint. Bei der Röhre bzw. bei dem Hohlraum handelt es sich insbesondere
um eine Verbindungsröhre zwischen einem Schacht und einer Tunnelröhre. Im maschinellen
Tunnelbau ist es oft erforderlich, eine fertiggestellte Tunnelröhre über Verbindungsröhren
bzw. Querschläge mit einem Schachtbauwerk, insbesondere mit einem Senkkasten, zu verbinden.
Die Verbindungsröhre dient beispielsweise als Rettungsdurchgang in Notfällen.
[0002] Die Erstellung der Verbindungsröhren bzw. Querschläge wird aufgrund der schwierigen
geologischen und hydrologischen Bedingungen normalerweise im Schutz einer Bodenvereisung
durchgeführt, siehe z.B. DE 64556 C. Der im Rahmen der Bodenvereisung erzeugte Frostkörper
stellt dabei sicher, dass das über der Baustelle befindliche Erdreich wirksam abgestützt
wird und gewährleistet somit die statische Tragfähigkeit während der Bauzeit. Außerdem
wird mit dem Frostkörper eine Grundwasserabschottung der Baustelle erzielt.
[0003] Aus der Praxis ist es bekannt, die Frostkörper bzw. die Bodenvereisung mit Hilfe
von Vereisungsbohrungen zu verwirklichen, die aus einem Tunnel oder aus einem Schacht
heraus in der Regel gegen drückendes Grundwasser gebohrt werden müssen. Mit Hilfe
von sogenannten Vereisungslanzen, die in die Vereisungsbohrungen eingeführt werden
und durch die Vereisungsmedium zirkuliert, kann der Boden im Bereich um jede Lanze
herum vereist werden. Dieses Vereisungsverfahren ist relativ aufwendig und somit auch
kostspielig.
[0004] Wenn von einem Schacht aus, insbesondere von einem Senkkasten aus über den Umfang
der zu erstellenden Verbindungsröhre verteilte Frostkörper erzeugt werden sollen,
ist es erforderlich, dass umlaufend um die entsprechende Anschlussöffnung in der Senkkastenwand
Vereisungsbohrungen durch die Senkkastenwand geführt werden. Um die aus Erddruck und
Wasserdruck resultierenden hohen Lasten abzutragen, muss die Senkkastenwand in der
Regel rahmenartig hochgradig bewehrt werden. Die Vielzahl der Vereisungsbohrungen
lässt aber nur wenig Raum für die Anordnung einer wirksamen Bewehrung in horizontaler
und/oder vertikaler Richtung. Das ist vor allem dann ein besonderes Problem, wenn
im Bereich über und unter der Anschlussöffnung des Senkkastens eine aufwendige Bewehrung
notwendig ist. Im Ergebnis wird bei den bekannten Maßnahmen durch das Einbringen einer
Vielzahl von Vereisungsbohrungen die Bewehrung der Schachtwand bzw. Senkkastenwand
nachteilhaft beeinträchtigt. Ähnliche Probleme ergeben sich, wenn die Vereisungslanzen
aus einem Tunnel heraus hergestellt werden müssen.
[0005] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, mit dem eine unterirdische Röhre mit Hilfe einer
Bodenvereisung hergestellt werden kann und bei dem die vorstehend geschilderten Probleme
vermieden werden können. Der Erfindung liegt weiterhin das technische Problem zugrunde,
eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens anzugeben.
[0006] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung ein Verfahren zur Erstellung
einer unterirdischen Röhre, wobei vor Erstellung der Röhre in zumindest einem Teil
der Umgebung der Röhre vorübergehend zumindest ein Frostkörper durch Bodenvereisung
erzeugt wird. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Vereisungsmedium
zur Erzeugung der Bodenvereisung durch eine in einer bereits vorhandenen Wand angeordnete
Rohrleitung geleitet wird, welche Rohrleitung entlang der Außenoberfläche der Wand
verläuft. Anschließend kann die Röhrenwandung im Schutz der Bodenvereisung angefertigt
werden.
[0007] Mit dem Begriff Röhre ist hier insbesondere eine Verbindungsröhre zwischen einem
Schacht und einem Tunnel gemeint. Die Verbindungsröhre kann aber auch oder zwischen
zwei Tunneln oder zwischen zwei Schächten erstellt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren
ist insbesondere für kürzere Abstände zwischen den beiden durch die Röhre zu verbindenden
Räumen geeignet. Die erfindungsgemäße Röhre dient vorzugsweise als Verbindungsröhre
für den Anschluss an einen Schacht bzw. an eine Schachtöffnung in einer Schachtwand,
insbesondere in einer Senkkastenwand. In der Umgebung der zu erstellenden Röhre kann
ein einziger durchgehender Frostkörper erzeugt werden oder aber auch mehrere nebeneinander
angeordnete oder mit Abstand zueinander angeordnete Frostkörperabschnitte. - Bereits
vorhandene Wand meint im Rahmen der Erfindung insbesondere eine Wand mit definierter
Oberfläche, die sich von dem angrenzenden Boden bzw. Erdboden unterscheidet. Bereits
vorhandene Wand meint im Rahmen der Erfindung vor allem eine künstlich erstellte Wand,
vorzugsweise eine Schachtwand, bevorzugt eine Senkkastenwand. Die Wand kann aber auch
eine Tunnelwand sein, die insbesondere von Tübbings gebildet wird.
[0008] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das Vereisungsmedium durch eine zumindest
entlang eines Teils des Umfangs der Röhre bzw. zumindest entlang eines Teils des Umfangs
der Anschlussöffnung in der Wand verlaufende Rohrleitung geführt wird und dass ein
sich über diesen Teil des Röhrenumfangs erstreckender Frostkörper gebildet wird. Nach
einer Ausführungsform der Erfindung verläuft die Rohrleitung zumindest entlang 40
%, vorzugsweise zumindest entlang 50 % und sehr bevorzugt zumindest entlang 60 % des
Umfangs der Röhre bzw. der Anschlussöffnung. Nach sehr bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung verläuft die Rohrleitung aber über den gesamten Umfang der Röhre bzw.
der Anschlussöffnung. Es handelt sich dabei also um eine umlaufende Rohrleitung. Zweckmäßigerweise
sind an eine Rohrleitung möglichst wenige Zulaufleitungen und Ablaufleitungen für
das Vereisungsmedium angeschlossen. Vorzugsweise ist an eine erfindungsgemäße Rohrleitung
lediglich eine Zulaufleitung und lediglich eine Ablaufleitung für das Vereisungsmedium
angeschlossen. Die erfindungsgemäßen Rohrleitungen können auch als Vereisungsschlaufen
bezeichnet werden.
[0009] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das Vereisungsmedium durch eine in unmittelbarem
Kontakt mit dem zu vereisenden Erdboden stehende Rohrleitung geführt wird. Die Rohrleitung
ist also mit der Maßgabe an der Außenoberfläche der Wand geführt, dass sie in Kontakt
mit dem Umgebungserdreich steht, das zu vereisen ist. Zweckmäßigerweise ist die Rohrleitung
in einem in der Außenoberfläche der Wand vorgesehenen und nach außen offenen Kanal
angeordnet. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Rohrleitung in der Wand verankert
ist, beispielsweise mit Hilfe mehrerer Kopfbolzen, die an die Rohrleitung angeschlossen
sind und insbesondere in den Beton der Wand eingreifen.
[0010] Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird die zumindest eine Rohrleitung in der
Außenwand eines Schachtes angeordnet, welcher Schacht über die Röhre mit einem Tunnel
verbunden wird. Außenwand meint hier die oben erwähnte, bereits vorhandene Wand. Es
liegt im Rahmen der Erfindung, dass es sich bei dieser Wand um eine vertikal angeordnete
oder im Wesentlichen vertikal angeordnete Wand handelt. Bei der oben genannten bevorzugten
Ausführungsform handelt es sich um eine Querschlaganbindung eines Tunnels an den Schacht
bzw. an das Schachtbauwerk. Wenn dieser Schacht über die Röhre mit einem Tunnel verbunden
wird, ist nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zumindest eine Rohrleitung
für das Vereisungsmedium auch in der Tunnelwand vorgesehen. Die Rohrleitung ist dann
zweckmäßigerweise in der Außenoberfläche der Tübbings der Tunnelwand angeordnet. Diese
zumindest eine Rohrleitung in der Außenoberfläche der Tunnelwand befindet sich nach
bevorzugter Ausführungsform im Sohlbereich oder im Firstbereich der anzufertigenden
Röhre.
[0011] Bei dem Schacht kann es sich auch um eine Schlitzwandbaugrube handeln. Nach sehr
bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird die Rohrleitung in der Außenwand eines
Senkkastens angeordnet, welcher Senkkasten über die Röhre vorzugsweise mit einem Tunnel
verbunden wird. Es wird dann also eine Querschlaganbindung dieses Tunnels an den Senkkasten
verwirklicht. Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das erfindungsgemäße
Verfahren für eine unmittelbare Verbindung zwischen einem Tunnel und dem Schacht eingesetzt.
Mit anderen Worten führt der Tunnel unmittelbar in den Schacht hinein und der im Bereich
der Schachtwand zu erstellende Tunnelabschnitt bildet die erfindungsgemäße Röhre.
Der Tunnel wird bei dieser Ausführungsform insbesondere an einen durchfahrenen Schacht
bzw. Senkkasten angeschlossen. Eine solche Verbindung findet beispielsweise auch in
Bahnhofsbereichen statt.
[0012] Zweckmäßigerweise wird die Bodenvereisung als Stickstoffvereisung und/oder als Solevereisung
durchgeführt. - Eine Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
in einem Teil der Umgebung der zu erstellenden Röhre zumindest ein Frostkörper mit
Hilfe zumindest einer in den Erdboden eingebrachten Vereisungsbohrung erzeugt wird.
Dabei handelt es sich also um eine Bodenvereisung nach dem Stand der Technik, bei
der in der Regel mit Vereisungslanzen gearbeitet wird. Zweckmäßigerweise sind in dem
genannten Bereich mehrere Vereisungsbohrungen bzw. mehrere Vereisungslanzen nebeneinander
vorgesehen. Eine solche herkömmliche Bodenvereisung kann im Firstbereich oder im Sohlbereich
der zu erstellenden Röhre durchgeführt werden. Es ist aber zu betonen, dass diese
herkömmliche Bodenvereisung nur als ergänzende Maßnahme zu der erfindungsgemäßen Bodenvereisung
durchgeführt wird.
[0013] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Erstellung einer unterirdischen
Röhre, wobei zumindest eine Wand vorgesehen ist, in der eine Anschlussöffnung für
eine an die Wand anzuschließende Röhre eingebracht ist oder eingebracht wird, wobei
in der Außenoberfläche der Wand zumindest eine für die Durchleitung eines Vereisungsmediums
vorgesehene Rohrleitung verläuft, welche Rohrleitung die Anschlussöffnung zumindest
teilweise umgibt. Zweckmäßigerweise umgibt die Rohrleitung die Anschlussöffnung über
zumindest 50 %, vorzugsweise über zumindest 60 % und sehr bevorzugt über zumindest
75 % des Umfangs der Anschlussöffnung. Wie oben bereits dargelegt, liegt es bevorzugt
im Rahmen der Erfindung, dass die Rohrleitung die Anschlussöffnung vollständig als
Ringleitung umgibt. Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
schließt die Rohrleitung mit der Außenoberfläche der Wand bündig ab. Nach dieser Ausführungsform
steht also die Rohrleitung nicht über die Wand vor. Für die Rohrleitungen werden zweckmäßigerweise
Stahlhohlprofile, beispielsweise Vierkantprofile verwendet. Die Rohrleitung wird bevorzugt
in der Wand verankert, beispielsweise mit Hilfe von Kopfbolzen im Beton der Wand verankert.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass an die Rohrleitung lediglich eine Zulaufleitung
und lediglich eine Ablaufleitung für das Vereisungsmedium angeschlossen ist. Es handelt
sich dabei vorzugsweise um Zulaufleitungen und Ablaufleitungen mit relativ geringem
Durchmesser.
[0014] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit dem erfindungsgemäßen Vereisungsverfahren
die Festigkeit bzw.
[0015] Stabilität, die Lebensdauer und somit die Gebrauchstauglichkeit der Bauwerke, d.h.
der Schächte und Tunnel im Vergleich zu den bekannten Vereisungsmaßnahmen erheblich
verbessert wird. Die Bauwerke werden durch die lediglich erforderlichen Zulaufleitungen
bzw. Ablaufleitungen für das Vereisungsmedium nur minimal durchdrungen. Im Gegensatz
zu den aus der Praxis bekannten Maßnahmen wird die Bewehrungsführung in der Schachtwand
durch die erfindungsgemäßen Rohrleitungen bzw. Vereisungsschlaufen nicht gestört.
Es gibt auch keine Probleme beim Betonieren der Bereiche um die Anschlussöffnung bzw.
um die Querschlagöffnung herum. Wenn die Bodenvereisung an einer Tunnelwand durchgeführt
wird, findet keine nennenswerte Schwächung der Tübbingauskleidung statt und vor allem
entfällt die Gefahr der Beschädigung der Tunnelwand bzw. der Tübbings durch eine Mehrzahl
von Vereisungsbohrungen. Diese aus der Praxis bekannten Vereisungsbohrungen können
nämlich durchaus auch die Fugen treffen, so dass nachteilhafte Abplatzungen und Hinterläufigkeiten
resultieren. Bei Verwirklichung der erfindungsgemäßen Vereisungsmaßnahmen ist es nicht
mehr erforderlich, aufwendige Bohrungen gegen drückendes Wasser in die Schachtwände
einzubringen. Besonders vorteilhaft ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, dass
eine sehr effektive und zuverlässige Vereisung an dem Schacht bzw. an dem Tunnel möglich
ist. Erfindungsgemäß liegt nämlich die Kältequelle direkt an dem zu vereisenden Bereich
an. Im Gegensatz zu den aus der Praxis bekannten Maßnahmen ist also kein Kälteverlust
hinzunehmen, der durch den Bereich des Bohrkopfes bei Vereisungsbohrungen entsteht.
Im Übrigen entfallen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Störungen des Baubetriebes
durch die Verwirklichungen einer Mehrzahl von Vereisungsbohrungen aus dem Schacht
bzw. aus dem Tunnel heraus.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Querschlaganbindung eines Tunnels an einen Schacht (Senkkasten) im Schnitt,
- Fig. 2
- einen Schnitt A-A durch den Gegenstand nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäß erzeugten Frostkörper an der Schachtaußenwand,
- Fig. 4
- einen Anschluss eines Tunnels an einen Schacht (durchfahrener Schacht) in der Draufsicht,
- Fig. 5
- einen Schnitt B-B durch den Gegenstand gemäß Fig. 4, und
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht des erfindungsgemäß erzeugten Frostkörpers zwischen Schacht
und Tunnel.
[0017] Die Figuren veranschaulichen ein Verfahren zur Erstellung einer unterirdischen Röhre
1. Vor Erstellung dieser Röhre 1 wird in der Umgebung der Röhre 1 und über den Umfang
der Röhre 1 vorübergehend zumindest ein Frostkörper 2, 3, 4 durch Bodenvereisung erzeugt.
Ein Vereisungsmedium wird zur Erzeugung dieser Bodenvereisung durch zumindest eine
in einer bereits vorhandenen Wand 5 angeordnete Rohrleitung 6 geleitet. Diese Rohrleitung
6 verläuft entlang der Außenoberfläche der Wand 5. Nach der Erzeugung der Bodenvereisung
kann dann die Röhre 1 im Schutz der Bodenvereisung angefertigt werden. Vorzugsweise
und im Ausführungsbeispiel nach den Figuren verläuft die Rohrleitung 6 über den gesamten
Umfang der Röhre 1 bzw. der Anschlussöffnung 7 in der Wand. Folglich wird ein Frostkörper
2, 3, 4 über diesen gesamten Umfang der Anschlussöffnung 7 gebildet. Die Rohrleitung
6 steht in unmittelbarem Kontakt mit dem zu vereisenden Erdboden. Zweckmäßigerweise
und im Ausführungsbeispiel schließt die Rohrleitung 6 bündig mit der Außenoberfläche
der Wand 5 ab. Das ist insbesondere in dem vergrößerten Ausschnitt zu der Fig. 1 erkennbar.
Dieser Ausschnitt zeigt auch, dass die Rohrleitung 6 vorzugsweise in der Wand 5 bzw.
in dem Beton der Wand 5 verankert ist und zwar im Ausführungsbeispiel mit Hilfe von
Kopfbolzen 8.
[0018] Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 3 wird ein Senkkasten 9 über die zu erstellende
Röhre 1 mit einem Tunnel 10 verbunden. Mit der Röhre 1 wird also die Querschlaganbindung
eines Tunnels 10 an einen Senkkasten 9 verwirklicht. Eine Rohrleitung 6 für das Vereisungsmedium
verläuft über den gesamten Umfang der Anschlussöffnung 7 in der Wand 5 des Senkkastens
9. Das ist vor allem in der Fig. 2 erkennbar. Zweckmäßigerweise ist eine in den Figuren
nicht dargestellte Zulaufleitung sowie eine in den Figuren ebenfalls nicht dargestellte
Ablaufleitung für das Vereisungsmedium an die Rohrleitung 6 angeschlossen. Die umlaufende
Rohrleitung 6 bildet gleichsam eine Vereisungsschlaufe um die Anschlussöffnung 7.
Mit dieser in der Wand 5 umlaufenden Rohrleitung wird ein erster Frostkörper 2 erzeugt.
Im Sohlbereich der Röhre 1 wird ein zweiter Frostkörper 3 durch Bodenvereisung erzeugt.
Hierzu ist zumindest eine in den Figuren nicht dargestellte Rohrleitung 6 in der Außenoberfläche
der Tunnelwand 11 bzw. an der Außenseite der Tübbings dieser Tunnelwand 11 angeordnet.
Eine solche Rohrleitung 6 wird zweckmäßigerweise segmentweise aneinandergesetzt, da
sie durch die Tübbingfugen unterbrochen wird. Eine solche Bodenvereisung im Sohlbereich
der Röhre 1 wird vor allem dann erforderlich, wenn der Abstand zwischen Tunnel 10
und Senkkasten 9 relativ groß ist.
[0019] Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 3 wird im Übrigen ein Frostkörper 4 mit
Hilfe der herkömmlichen Bodenvereisungsmaßnahmen erzeugt. Dazu werden einzelne Vereisungsbohrungen
im Firstbereich der Röhre 1 von der Wand 5 aus eingebracht. Dieser nach dem Stand
der Technik hergestellte Frostkörper 4 ergänzt lediglich die erfindungsgemäß hergestellten
Frostkörper 2 und 3.
[0020] Der Frostkörper 3 wird durch zusätzliche Rohrleitungen 6 in der Tunnelwand 11 hergestellt.
Das bedeutet aber nicht, dass für diese Bodenvereisung ein zusätzliches Vereisungsaggregat
bzw. ein zusätzlicher Vereisungsmediumtank notwendig ist. Vorzugsweise wird durch
eine vorlaufend hergestellte Zuführungsbohrung vom Senkkasten 9 zum Tunnel 10 hin
das Vereisungsmedium aus dem Senkkasten 9 zu der Rohrleitung 6 bzw. zu den Rohrleitungen
6 im Tunnel 10 transportiert. Diese Zuführungsbohrung ist in den Figuren nicht dargestellt
worden.
[0021] Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 4 bis 6 wird ein Tunnel 10 unmittelbar an einen
Senkkasten 9 angeschlossen. Es handelt sich hier um einen insbesondere von einer Vortriebsmaschine
durchfahrbaren Senkkasten 9. Der Tunnel 10 bzw. der Tunnelabschnitt im Bereich des
Senkkastens 9 ist bei dieser Ausführungsform zugleich die zu erstellende unterirdische
Röhre 1. Auch hier verläuft eine Rohrleitung 6 über den gesamten Umfang der Anschlussöffnung
7 in der Wand 5. Mit dieser Rohrleitung 6 wird im Ausführungsbeispiel nach den Fig.
4 bis 6 lediglich ein einziger Frostkörper 2 an der Außenoberfläche der Wand 5 aufgefroren.
Im Schutz dieser Bodenvereisung kann der Tunnel 10 an den Senkkasten 9 problemlos
angeschlossen werden.
1. Verfahren zur Erstellung einer unterirdischen Röhre (1), wobei vor Erstellung der
Röhre (1) in zumindest einem Teil der Umgebung der Röhre (1) vorübergehend zumindest
ein Frostkörper (2, 3, 4) durch Bodenvereisung erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vereisungsmedium zur Erzeugung der Bodenvereisung durch zumindest eine in einer
bereits vorhandenen Wand (5) angeordnete Rohrleitung (6) geleitet wird, welche Rohrleitung
(6) entlang der Außenoberfläche der Wand (5) verläuft und wobei anschließend die Röhre
(1) im Schutz der Bodenvereisung angefertigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vereisungsmedium durch eine zumindest entlang eines Teils des Umfangs der Röhre
(1) in der Wand (5) verlaufende Rohrleitung (6) geführt wird und wobei ein sich über
diesen Teil des Röhrenumfangs erstreckender Frostkörper (2, 3, 4) gebildet wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vereisungsmedium durch eine in unmittelbarem Kontakt mit dem zu vereisenden Erdboden
stehende Rohrleitung (6) geführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bi 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Rohrleitung (6) in der Außenwand eines Schachtes angeordnet wird,
welcher Schacht über die Röhre (1) mit einem Tunnel (10) verbunden wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrleitung (6) in der Außenwand eines Senkkastens (9) angeordnet wird, welcher
Senkkasten (9) über die Röhre (1) mit einem Tunnel (10) verbunden wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenvereisung als Stickstoffvereisung und/oder als Solevereisung durchgeführt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Teil der Umgebung der Röhre (1) zumindest ein Frostkörper (2, 3, 4) mit
Hilfe zumindest einer in den Erdboden eingebrachten Vereisungsbohrung (12) erzeugt
wird.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 7, wobei zumindest
eine Wand (5) vorgesehen ist, in der eine Anschlussöffnung (7) für eine an die Wand
anzuschließende Röhre (1) eingebracht ist oder eingebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass in der Außenoberfläche der Wand (5) zumindest eine für die Durchleitung eines Vereisungsmediums
vorgesehene Rohrleitung (6) verläuft, welche Rohrleitung (6) die Anschlussöffnung
(7) zumindest teilweise umgibt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrleitung (6) mit der Außenoberfläche der Wand (5) bündig abschließt.
1. A method for setting up an underground pipe (1), wherein a frost unit (2, 3, 4) is
temporarily generated by icing the ground in at least part of the environment of the
pipe (1) before the pipe (1) is set up, characterized in that an icing medium for generating the ground ice layer is routed through at least one
pipeline (6) arranged in an already present wall (5), and wherein the pipe (1) is
subsequently fabricated while protected by the ground ice layer.
2. The method according to claim 1, characterized in that the icing medium is routed through a pipeline (5) running at least along part of
the periphery of the pipe (1) in the wall (5), and wherein a frost unit (2, 3, 4)
extending over this part of the pipe periphery is formed.
3. The method according to one of claims 1 or 2, characterized in that the icing medium is passed through a pipeline (6) that directly contacts the ground
to be iced.
4. The method according to one of claims 1 to 3, characterized in that the at least one pipeline (6) is arranged in the outer wall of a shaft, with the
shaft being connected with a tunnel (10) via the pipe (1).
5. The method according to claim 4, characterized in that the pipeline (6) is arranged in the outer wall of a caisson (9), with the caisson
(9) being connected with a tunnel (10) via the pipe (1).
6. The method according to one of claims 1 to 5, characterized in that the ground is iced via nitrogen icing and/or brine icing.
7. The method according to one of claims 1 to 6, characterized in that at least one frost unit (2, 3, 4) is generated in part of the environment of the
pipe (1) by means of at least one icing borehole (12) incorporated into the ground.
8. A device for implementing the method according to claims 1 to 7, wherein at least
one wall (5) is provided, into which a connection opening (7) has been or will be
incorporated for a pipe (1) to be connected to the wall, characterized in that at least one pipeline (6) for passing through an icing medium traverses the outer
surface of the wall (5), with the pipeline (6) at least partially enveloping the connection
opening (7).
9. The device according to claim 8, characterized in that the pipeline (6) forms a flush seal with the outer surface of the wall (5).
1. Procédé d'élaboration d'un tube souterrain (1), avant l'élaboration du tube (1) au
moins un corps froid (2, 3, 4) étant créé provisoirement dans au moins une partie
de l'environnement du tube (1), par congélation du sol, caractérisé en ce qu'on conduit un fluide de congélation pour la congélation du sol à travers au moins
une canalisation (6) disposée dans une paroi (5) d'ores et déjà présente, laquelle
canalisation (6) s'étend le long de la surface extérieure de la paroi (5) et le tube
(1) étant ensuite fabriqué sous protection de la congélation du sol.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le fluide de congélation est conduit à travers une canalisation (6) s'étendant dans
la paroi (5), au moins le long d'une partie de la périphérie du tube (1) et un corps
froid (2, 3, 4) s'étendant sur cette partie de la périphérie du tube étant formé.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le fluide de congélation est conduit à travers une canalisation (6) qui est en contact
direct avec le sol à congeler.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au moins la canalisation (6) est disposée dans la paroi extérieure d'un puits, lequel
puits est relié par l'intermédiaire du tube (1) avec un tunnel (10).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la canalisation (6) est disposée dans la paroi extérieure d'un caisson de fonçage
(9) lequel caisson de fonçage (9) est relié par l'intermédiaire du tube (1) avec un
tunnel (10).
6. Procédé selon l'une quelconque revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la congélation du sol est réalisée sous la forme d'une congélation à l'azote et/ou
d'une congélation à la saumure.
7. Procédé selon l'une quelconque revendications 1 à 6, caractérisé en ce que dans une partie de l'environnement du tube (1), au moins un corps froid (2, 3, 4)
est créé à l'aide d'au moins un forage de congélation (12) ménagé dans le sol.
8. Dispositif pour la réalisation du procédé selon les revendications 1 à 7, au moins
une paroi (5) étant prévue dans laquelle est ménagé ou on ménage un orifice de raccordement
(7) pour un tube (1) devant être raccordé sur la paroi, caractérisée en ce qu'au moins une canalisation (6) prévue pour la circulation d'un fluide de congélation
s'étend dans la surface extérieure de la paroi (5), laquelle canalisation (6) entoure
au moins partiellement l'orifice de raccordement (7).
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que la canalisation (6) se termine à fleur de la surface extérieure de la paroi (5)