[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum dauerhaften Verbinden von einander
überlappenden, plattenförmigen Bauteilen, insbesondere von Blechen, durch umformendes
Herstellen einer Hinterschneidung zwischen den Bauteilen.
[0002] Daneben betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum dauerhaften Verbinden von einander
überlappenden, plattenförmigen Bauteilen, insbesondere von Blechen, durch umformendes
Herstellen einer Hinterschneidung zwischen den Bauteilen, mit einem Stempelwerkzeug,
das entlang einer Hauptarbeitsrichtung auf ein Gegenwerkzeug zu und von diesem weg
bewegbar ist. Ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung nach den Oberbegriffen der Ansprüche
1 bzw. 8 sind z.B. aus Dokument DE-A 35 32 900 bekannt.
[0003] In der blechverarbeitenden Industrie werden Einzelteile durch Fertigungsverfahren
der mechanischen Fügetechnik verbunden. Vor allem in der Automobilindustrie werden
in der Massenfertigung preiswerte Verfahren eingesetzt, bei denen zumindest zwei Bauteile
durch plastische Verformung derselben ohne Vorloch und ohne die Verwendung zusätzlicher
Hilfsfügeteile miteinander verbunden werden.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind seit vielen Jahren Verfahren und Vorrichtungen zum
Verbinden von sich überlappenden, insbesondere plattenförmigen, Bauteilen bekannt,
bei denen durch lokale Umformung der miteinander zu fügenden Bauteile eine hinterschnittige
Verbindung hergestellt wird. Diese Verfahren werden in der Fachliteratur als Durchsetzfügen
bzw. Clinchen bezeichnet.
[0005] Bei diesen Verfahren wird ein Überlappungsbereich der zwei oder mehr miteinander
zu verbindenden Bauteile zwischen einem Stempelwerkzeug und einem Gegenwerkzeug (Matrize)
angeordnet. Dieses Stempelwerkzeug wird dann direkt in den Fügebereich der (beiden)
Bauteile mit hoher Kraft eingedrückt, wodurch beide Bauteile im Bereich des Stempelangriffs
zunächst in eine in der Matrize ausgebildeten Ausnehmung tiefgezogen werden, und danach
der Bodenbereich der tiefgezogenen Flächenteile breitgequetscht wird.
[0006] Die Matrize ist dabei so ausgebildet, dass sich bei der Breitquetschung des Bodenbereiches
der tiefgezogenen Flächenteile Hinterschneidungen zwischen den Bauteilen ausbilden
können. Man unterscheidet die verwendeten Verfahren hierbei jeweils nach den unterschiedlichen
Ausführungsformen der jeweiligen Matrizen. Bekannt sind die Verwendung starrer einteiliger
Matrizen, z.B. aus der DE 35 32 900 A1, der DE 36 13 324 A1 oder der DE199 29 375
A1. Daneben sind starre mehrteilige Matrizen, z.B. aus der DE 39 23 18 A1, bewegliche
mehrteilige Matrizen, z.B. aus der DE 31 06 313 A1 oder der DE 37 13 083 A1 und Mischformen,
z.B. aus der DE 101 16 736 A1 bekannt.
[0007] Allen diesen unterschiedlichen Verfahren gemeinsam ist die Verwendung einer
konturierten Matrize als Gegenwerkzeug. Die Konturierung ermöglicht lokal ein Tiefziehen bzw. Durchsetzen
der zu verbindenden Bauteile mittels einer Ausnehmung, in die der Werkstoff der Bauteile
hineingeformt werden kann.
[0008] Weiterhin gestattet die Konturierung durch ihre spezifische Form oder durch die Beweglichkeit
einzelner Teile der Matrize einen Werkstofffluss in radialer Richtung, was zur Ausbildung
der Hinterschneidung führt.
[0009] Bei allen derartigen Verfahren ist jedoch eine genaue axiale Ausrichtung der Werkzeuge
zueinander, insbesondere von Matrize und Stempel, zwingend erforderlich, um qualitätsgerechte
Verbindungen herstellen zu können. In der Praxis führt das zu einer hohen erforderlichen
Fertigungsgenauigkeit für die Werkzeuge und Maschinen sowie zu einem hohen Zeitaufwand
für das Einrichten dieser Fügevorrichtungen.
[0010] Darüber hinaus müssen die Fügevorrichtungen sehr steif ausgelegt werden, damit die
hohen Kräfte beim Fügevorgang und dadurch verursachte Aufbiegungen an den Fügevorrichtungen
nicht zum Entstehen von qualitätsmindernden Versätzen der Werkzeuge zueinander führen.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zum mechanischen Verbinden
von zumindest teilweise übereinander angeordneten, plattenförmigen Bauteilen zu schaffen,
mit Hilfe dessen sichere und qualitativ hochwertige Verbindungen von Bauteilen kostengünstiger
und zuverlässiger als bisher hergestellt werden können.
[0012] Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art derart zu verbessern, dass die Anforderungen an die Fertigungstoleranzen
und an das Ausrichten der Werkzeuge der Vorrichtung reduziert werden können, um so
die Prozeßsicherheit zu erhöhen.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum dauerhaften Verbinden
von einander überlappenden, plattenförmigen Bauteilen, mit den
Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0014] Bevorzugte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind in den Unteransprüchen
dargelegt.
[0015] Des Weiteren wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zum dauerhaften Verbinden
von einander überlappenden, plattenförmigen Bauteilen mit den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs 8.
[0016] Bevorzugte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind in den Unteransprüchen
dargelegt.
[0017] Mit der Erfindung wird es möglich, durch das Zusammenwirken von einem Stempelwerkzeug
und einem Gegenwerkzeug dauerhafte Verbindungen zwischen zumindest teilweise übereinander
angeordneten plattenförmigen Bauteilen, insbesondere Blechen, herzustellen, wobei
die hergestellte Verbindung Hinterschneidungsbereiche aufweist, die eine geometrische
Verhakung der zu verbindenden Bauteile bilden.
[0018] Unter flächig soll hier im wesentlichen "eben" oder "plan" verstanden werden.
[0019] Durch das flächige Gegenwerkzeug, das vorzugsweise in Form eines flachen Ambosses
ausgebildet ist, ist die axiale Ausrichtung von Amboss und Stempel zueinander im Gegensatz
zu den herkömmlichen Clinchverfahren von untergeordneter Bedeutung. Die notwendige
Fertigungsgenauigkeit für die Werkzeuge und Maschinen sinkt ebenso wie der Zeitaufwand
für das Einrichten der Fügevorrichtungen.
[0020] Während des Fügevorganges aufgrund der hohen Kräfte zwischen Amboss und Stempel entstehende
Versätze haben keinen bzw. nur geringen Einfluss auf die Herausbildung der Verbindung.
Die Prozeßsicherheit des Verfahrens steigt, da das Gegenwerkzeug aufgrund seiner flachen
Form geringerem Verschleiß unterliegt, und die Qualität unabhängig von einer genauen
Ausrichtung der Werkzeuge zueinander ist.
[0021] Die erzeugte Verbindung weist einen geometrischen Hinterschneidungsbereich auf, wodurch
eine Vorbehandlung zur Aktivierung der Oberfläche der miteinander zu verbindenden
Fügepartner nicht erforderlich ist.
[0022] Bei der vorliegenden Erfindung kann somit eine hinterschnittene Verbindung ähnlich
einer Clinchverbindung erzeugt werden. Im Gegensatz zu traditionellen Clinchverbindungen
erfolgt die Herausbildung der Verbindung jedoch nicht durch einen Tiefziehvorgang
mit einem nachfolgenden Breitquetschen des Bodenbereiches der tiefgezogenen Flächenteile,
die eine Matrize mit einer Ausnehmung erfordern, sondern durch einen Rückwärtsfließpressvorgang,
gefolgt von einem Breitquetschen des unter einer Stempelstimfläche verbliebenen Materials,
wobei der Vorgang mit einem gleichzeitigen Aufstauchen des Halsbereiches kombiniert
sein kann.
[0023] Bei dem Eindrücken des Stempels kommt es bei Begrenzung der Niederhalterkraft zu
einem der Stempelbewegung entgegengesetzten Werkstofffluss und somit zur Herausbildung
einer Erhebung auf der Seite des Gegenwerkzeugs.
[0024] Im weiteren Prozessverlauf hat nur diese Erhebung Kontakt mit dem Gegenwerkzeug.
Bei dem Breitquetschen des aus der Ebene des unteren Bleches gedrückten Werkstoffes
in dieser Erhebung bildet sich dann durch radialen Werkstofffluss die Hinterschneidung
heraus. Die üblicherweise für das Verfahren des Clinchens notwendige Ausnehmung des
Gegenwerkzeuges ist für die Realisierung dieses Verfahrensprinzips nicht erforderlich.
[0025] Anschließend an das Ausbilden der Hinterschneidung kann vorzugsweise eine weitere
Stempelbewegung in Richtung eines Flachdrückens des Verbindungsbereiches der beiden
Werkstücke erfolgen. Hierbei ist auf entsprechende Kraftbegrenzung zur Werkzeugsicherheit
zu achten.
[0026] Eine Taumelbewegung des Fügestempels zur Realisierung der Herausbildung der Hinterschneidung
ist nicht erforderlich. Sie kann jedoch zur Senkung der Fügekräfte überlagert werden.
Eine solche überlagerte Bewegung kann eine Kreis- oder eine Rosettenform haben.
[0027] Weiterhin kann der aktiven axialen Vorschubbewegung auch eine zusätzliche zyklische
Kraft überlagert werden. Bei Anwendung der Taumelüberlagerung mit Rosettenform gemeinsam
mit der zyklischen Kraftüberlagerung werden beide Überlagerungen so aufeinander abgestimmt,
dass die Taumelrichtung des Stempels und die zyklische zusätzliche Stempel kraft in
einer eindeutigen Abhängigkeit zueinander stehen. Einer bestimmten Taumelrichtung
des Stempels, vorzugsweise bei Zunahme des Taumelwinkels bis zum maximalen Taumelwinkel
α in Taumelrichtung nach außen, wird die maximale Überlagerungskraft zugeordnet, um
einen optimalen Werkstofffluss zu erzielen.
[0028] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Verfahren einen
Schritt des Bewegens eines Niederhalters auf das Gegenwerkzeug zu, und dadurch erfolgt
ein Ausüben einer definierten Haltekraft auf die Bauteile während der plastischen
Verformung. Weiterhin ist ein zusätzlicher Schritt des Stabilisierens der Bauteile
mittels eines Gegenhalters denkbar, durch den die Bauteile entgegen der Bewegungsrichtung
des Stempelwerkzeuges zu diesem hingedrängt werden.
[0029] Hierbei ist es möglich, daß die Bewegung des Stempelvorsprungs auf das Gegenwerkzeug
zumindest während eines Teils des Stempelweges mit einer Taumelbewegung überlagert
wird. Die Taumelbewegung kann kreis- oder rosettenförmig erfolgen. Auch ist es wünschenswert,
daß der Stempel, der Niederhalter und/oder der Gegenhalter hydraulisch, pneumatisch,
magnetisch, mechanisch oder piezoelektrisch krafbeaufschlagt werden, wobei vorzugsweise
die Kraftbeaufschlagung mittels eines oder mehrerer Impulse erfolgt.
[0030] Ebenso ist es denkbar, daß die Kraftbeaufschlagung während zumindest eines Teils
des Stempelweges durch Überlagerung einer zusätzlichen zyklischen Kraft erfolgt, wobei
bei Anwendung der Taumelübedagerung mit Rosettenform oder Taumelwinkel des Stempels
und die zusätzliche zyklische Stempelkraft in eindeutiger Abhängigkeit zueinander
aufeinander abgestimmt sind.
[0031] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Kraftbeaufschlagung des Niederhalters
gesteuert und nimmt insbesondere an einem definierten Punkt der Bewegung des Stempels
stark zu. Dadurch werden die entgegen der Bewegungsrichtung des Stempels gerichtete
Bewegung der Bauteile gestoppt und umgekehrt.
[0032] Bei einem solchen Verfahren ist es möglich, daß die an einem definierten Punkt der
Bewegung des Stempels die entgegen der Bewegungsrichtung des Stempels gerichtete Bewegung
der Bauteile durch einen Stempelabsatz gestoppt wird und umgekehrt. Auch ist es möglich,
daß an einem definierten Punkt der Bewegung des Stempels die entgegen der Bewegungsrichtung
des Stempels gerichtete Bewegung der Bauteile durch einen mittelbaren oder unmittelbaren
mechanischen Anschlag des Niederhalters am Stempel gestoppt wird und umgekehrt. Vorzugsweise
erfolgt im Anschluß an die Ausbildung der Hinterschneidung eine Werkzeugbewegung in
Richtung eines Flachdrückens der Erhebung.
[0033] Bei einer Vorrichtung zum dauerhaften Verbinden von einander überlappenden, plattenförmigen
Bauteilen, insbesondere von Blechen, durch umformendes Herstellen einer Hinterschneidung
zwischen den Bauteilen, insbesondere zur Durchführung des zuvor genannten Verfahrens,
weist diese ein Stempelwerkzeug, das entlang einer Hauptarbeitsrichtung auf ein Gegenwerkzeug
zu und von diesem weg bewegbar ist, auf, wobei das Gegenwerkzeug an seiner dem Stempelwerkzeug
zugewandten Seite, zumindest im gesamten Bereich des Stempelwerkzeuges, insbesondere
einer Stempelstimfläche und eines Stempelabsatzes, vorzugsweise auch eines Niederhalters,
im Wesentlichen flächig ausgebildet ist. Hierbei ist es wünschenswert, daß ein Hauptkörper
des Stempelwerkzeuges an seiner dem Gegenwerkzeug zugewandten Seite einen Stempelabsatz
aufweist, aus dem ein Stempelabsatz hervorragt.
[0034] Vorzugsweise ist zumindest ein Hauptkörper des Stempelwerkzeuges von einem Niederhalte
umgeben, der relativ zu dem Hauptkörper bewegbar ist. Der Hauptkörper ist vorzugsweise
relativ zu dem Niederhalter mittels eines Vorspannelementes, insbesondere einer Niederhalterfeder,
entgegen einer Vorschubrichtung des Stempelwerkzeuges vorgespannt.
[0035] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Hauptkörper des Stempelwerkzeuges
zumindest während eines Teiles seiner Bewegung auf das Gegenwerkzeug zu in einer Taumelbewegung
bewegbar. Dabei ist eine an dem Stempelabsatz angeordnete Stempelstirnfläche im Wesentlichen
flach, insbesondere eben, leicht ballig oder leicht kegelig ausgebildet. Hierbei kann
der Stempelvorsprung zur Stempelstirnfläche hin leicht verjüngt ausgebildet sein.
[0036] Es ist möglich, daß eine an den Stempelabsatz angeordnete Stempelstirnfläche im Wesentlichen
rechtwinklig zu einer Hauptarbeitsrichtung oder zu dieser geringfügig geneigt ist.
Auch ist denkbar, daß ein Übergang von der Stempelstirnfläche zu einer Mantelfläche
des Stempelvorsprungs in Form eines Radius oder eine Schleppkurve ausgebildet ist.
Ebenso ist es möglich, daß ein Übergang von der Stempelstimfläche zu einer Mantelfläche
des Stempelvorsprungs in Form einer Fase oder eine Doppelfase ausgebildet.
[0037] Hierbei ist das den Übergang vom der Stempelstirnfläche zur Mantelfläche bildendes
Formelement kleiner als 0,2 Millimeter. Bei allen Ausführungsformen ist das Gegenwerkzeug
vorzugsweise als einteiliger Amboss ausgebildet , wobei dessen dem Stempelwerkzeug
zugewandte Seite als eine im Wesentlichen flache, insbesondere ebene, leicht ballige
oder leicht kegelige Auflagefläche für die Bauteile ausgebildet ist.
[0038] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Auflagefläche des Gegenwerkzeuges
größer als die an den Bauteilen ausgebildete Erhebung, vorzugsweise größer als die
ihm zugewandte Projektionsfläche des Stempelwerkzeuges, insbesondere aber des Stempelvorsprungs
und des Stempelabsatzes, der auch von dem Niederhalter gebildet sein kann. Wünschenswert
ist, daß die Abmessungen der Auflagefläche des Gegenwerkzeuges größer oder im Wesentlichen
gleich den äußeren Abmessungen des Niederhalters sind.
[0039] Sowohl ein der Stempelstimfläche gegenliegende Bereich der Auflagefläche des Gegenwerkzeuges
als auch ein dem Stempelabsatz gegenüberliegender Bereich der Auflagefläche des Gegenwerkzeuges
liegen vorzugsweise im Wesentlichen auf einer zur Hauptarbeitsrichtung senkrechten
Ebene. Die Auflagefläche ist zumindest im Bereich der Projektion der Stempelstimfläche
und des Stempelabsatzes, vorzugsweise auch des Niederhalters, frei von Absätzen oder
Ausnehmungen ausgebildet.
[0040] Bei diesen Ausführungsformen ist es denkbar, daß der Amboss des Gegenwerkzeuges zumindest
teilweise von einem Gegenhalter umgeben ist, der relativ zu dem Amboss in Hauptarbeitsrichtung
bewegbar ist. Dieser Gegenhalter kann pneumatisch, hydraulisch, magnetisch, mechanisch
und/oder piezoelektrisch mit einer Kraft beaufschlagbar sein, die einer Stempel- und/oder
Niederhalterkraft entgegengerichtet ist.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform weisen der Hauptkörper des Stempelwerkzeuges, der Niederhalter,
der Amboss und/oder der Gegenhalter kreis- oder kreisringförmige Querschnitte auf.
Alternativ weisen der Hauptkörper des Stempelwerkzeuges, der Niederhalter, der Amboss
und/oder der Gegenhalter einen von einer Kreisform abweichenden Querschnitt, insbesondere
einen eckigen Querschnitt auf.
[0042] Weitere bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens und der Vorrichtung sind Gegenstand
der jeweiligen Unteransprüche.
[0043] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer schematischen Zeichnung beispielsweise
und mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1 a) - c)
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens, hierbei:
- Fig. 1a)
- einen Ausgangszustand,
- Fig. 1 b)
- einen Zwischenzustand, und
- Fig. 1 c)
- einen Endzustand nach dem Verbinden;
- Fig. 2 a) - c)
- eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem auf Block
fahrenden Niederhalter bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, hierbei:
- Fig. 2a)
- einen Ausgangszustand,
- Fig. 2b)
- einen Zwischenzustand, und
- Fig. 2c)
- einen Endzustand nach dem Verbinden;
- Fig. 3 a) - d)
- eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Amboss mit
gefedertem Aussenring und mit einem auf Block fahrenden Niederhalter bei Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, hierbei:
- Fig. 3a)
- einen Ausgangszustand,
- Fig. 3b)
- einen ersten Zwischenzustand vor dem Eindringen des Stempelwerkzuges in die Bauteile,
- Fig. 3c)
- einen weiteren Zwischenzustand nach Ausbilden einer temporären Erhebung, und
- Fig. 3d)
- einen Endzustand nach dem Verbinden der Bauteile; und
- Fig.4
- eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Stempelwerkzeug
mit taumelndem Stempel bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in einem
Zwischenzustand.
[0044] Anhand der Figuren 1 a) bis 1 c) wird nunmehr ein erstes Ausführungsbeispiel der
Erfindung näher erläutert werden. Bei der Beschreibung der Ausführungsformen werden
der Anschaulichkeit halber die Bewegungsrichtungen und die relativen Anordnungen der
Komponenten mit den Begriffen "oben" und "unten", wie in den Figuren dargestellt,
bezeichnet; es versteht sich, dass jede andere räumliche Anordnung entsprechend möglich
ist.
[0045] Bei dem in Fig.1 gezeigten Ausführungsbeispiel wird ein oberes Bauteil 1 mit einem
unteren Bauteil 2 verbunden. Im Ausgangszustand, wie in Fig. 1a dargestellt, werden
die beiden miteinander zu verbindenden Bauteile 1, 2 auf einer im Wesentlichen flachen
Auflagefläche 3c des Gegenwerkzeuges 3, vorzugsweise einem einteiligen Amboss 3b,
angeordnet.
[0046] Zur Herstellung der Verbindung wird dann ein Stempelwerkzeug 4 mit einem Hauptkörper
4e und einem Niederhalter 5 in Richtung der Bauteile 1, 2 entlang einer Hauptarbeitsrichtung
A auf das Gegenwerkzeug 3 zu bewegt. Mit dem Niederhalter 5 wird hydraulisch, pneumatisch,
piezoelektrisch, magnetisch oder durch Federn eine definierte Haltekraft auf die Bauteile
1, 2 ausgeübt.
[0047] An der dem Gegenwerkzeug 3 zugewandten (unteren) Seite des Hauptkörpers 4e ist ein
Stempelvorsprung 4b ausgebildet, dessen Querschnitt vorzugsweise geringer ist, als
der Querschnitt des übrigen (oberen) Teils des Hauptkörpers 4e. Am Übergang ist ein
Stempelabsatz 4a ausgebildet, der vorzugsweise in einer Ebene flach und orthogonal
oder flach und geringfügig (z.B. bis zu ca. 6°) geneigt zu einer Hauptarbeitsrichtung
A liegt.
[0048] Zu Beginn des eigentlichen Clinchvorganges wird sodann der Stempelvorsprung 4b hydraulisch,
pneumatisch, magnetisch, piezoelektrisch oder mechanisch mit hoher Kraft in die Bauteile
1, 2 hineingedrückt. Der vorderste (unterste) Abschnitt des Stempelvorsprungs 4b,
der als Stempelstirnfläche 4c bezeichnet wird, dringt hierbei durch den Querschnitt
des oberen Bauteils 1 bis in das Bauteil 2 vor, jedoch ohne eines der Bauteile zu
durchstoßen, so dass während des gesamten Vorganges vor der Stempelstimfläche noch
Werkstoff aller zu verbindender Bauteile verbleibt.
[0049] Dabei wird der jeweilige Werkstoff der zu verbindenden Bauteile 1, 2 lokal verdrängt
und bewegt sich erst radial nach außen und dann kontrolliert vom Niederhalter 5 und/oder
vom Stempelabsatz 4a entgegen der Bewegungsrichtung des Stempelhauptkörpers 4e nach
oben.
[0050] Es kommt zum Abheben der Bauteile 1, 2 von der Auflagefläche 3c des Gegenwerkzeuges
3 (Amboss 3b). Indem die Abschnitte der Bauteile 1,2, die nicht zwischen der Stempelstirnfläche
4c und der Auflagefläche 3c des Gegenwerkzeuges 3 eingespannt sind, von dem weggedrückten
Werkstoff der Bauteile nach oben (zum Stempelwerkzeug 4 hin) bewegt werden, bildet
sich im Bereich des Stempelvorsprungs 4b eine Erhebung 2a heraus.
[0051] Nur in diesem Bereich besteht hierbei auf der Unterseite des unteren Bauteils 2 noch
Kontakt des unteren Bauteiles 2 mit dem Amboss 3b. In Fig. 1 b ist ein Zwischenzustand
dargestellt, bei dem man dies gut erkennen kann.
[0052] Sobald der Werkstoff des oberen Bauteiles 1 Kontakt zum Absatz 4a des Stempelhauptkörpers
4e hat, wird die weitere Bewegung des Werkstoffes der zu verbindenden Bauteile 1,
2 entgegen der Richtung der Stempelbewegung behindert. Die herausgebildete Erhebung
2a wird deshalb bei weiterer Zustellung des Stempelwerkzeuges 4 in ihrer Größe reduziert,
und der noch unter der Stirnfläche 4c des Stempels 4 befindliche Werkstoff muss radial
nach außen fließen. Dabei bildet sich, wie in Fig. 1c gezeigt, eine Hinterschneidung
1a heraus.
[0053] Das Verhältnis der Querschnitte bzw. Durchmesser von Stempelvorsprung 4b und Stempelabsatz
4a kann in Abhängigkeit von der Festigkeit der zu verbindenden Materialien und der
Fügekraft so gewählt werden, dass kein bleibender Eindruck des Stempelabsatzes 4a
im oberen Bauteil 1 verursacht wird.
[0054] Der Stempelvorsprung 4b kann leicht konisch gestaltet sein, um ein einfaches Herausziehen
des Stempelvorsprungs aus den miteinander verbundenen Bauteilen 1,2 zu gewährleisten.
Die am Stempelvorsprung 4b angeordnete Stempelstimfläche 4c ist vorzugsweise flach,
insbesondere eben, oder aber leicht ballig oder leicht kegelig ausgebildet.
[0055] Hierbei ist ein Übergang von der Stempelstirnfläche 4c zu einer Mantelfläche 4d des
Stempelvorsprungs 4b in Form eines Radius oder einer Schleppkurve ausgebildet; der
Übergang von der Stempelstirnfläche 4c zur Mantelfläche 4d des Stempelvorsprungs 4b
kann jedoch auch in Form einer Fase oder einer Doppelfase ausgebildet sein, wobei
in jedem Falle vorzugsweise das den Übergang vom der Stempelstimfläche 4c zur Mantelfläche
4d bildende Formelement kleiner als 0,2 Millimeter ist.
[0056] Wie in den Figuren der ersten Ausführungsform gezeigt, ist das Gegenwerkzeug 3 als
einteiliger Amboss 3b ausgebildet, dessen dem Stempelwerkzeug 4 zugewandte Seite als
eine im Wesentlichen flache, insbesondere ebene, aber auch als leicht ballige oder
leicht kegelige Auflagefläche 3c für die Bauteile 1,2 ausgebildet ist.
[0057] Hierbei ist bei jeder Ausführungsform die Auflagefläche 3c des Gegenwerkzeuges 3
größer als der Durchmesser einer Erhebung 2a, so dass der Werkstoff der Bauteile 1,
2 nicht neben der Auflagefläche seitlich vorbeigedrückt werden kann. Vorzugsweise
sind die Abmessungen der Auflagefläche 3c des Gegenwerkzeuges 3 größer oder im Wesentlichen
gleich den äußeren Abmessungen des Niederhalters 5.
[0058] Ein der Stempelstimfläche 4c gegenüberliegender Bereich der Auflagefläche 3c des
Gegenwerkzeuges 3 als auch ein dem Stempelabsatz 4a gegenüberliegender Bereich der
Auflagefläche 3c des Gegenwerkzeuges 3 liegen im Wesentlichen auf einer zur Hauptarbeitsrichtung
A senkrechten Ebene, wobei eine leichte Wölbung der gesamten Oberfläche nach oben
oder unten jedoch denkbar ist.
[0059] In jeder der Ausführungsformen ist die Auflagefläche 3c frei von Absätzen, Ausnehmungen,
Senkungen, Vertiefungen oder dergleichen ausgebildet.
[0060] Hierbei ist es sowohl denkbar, dass der Hauptkörper 4e des Stempelwerkzeuges 4, der
Niederhalter 5, und/oder der Amboss 3b kreis- oder kreisringförmige Querschnitte aufweisen,
wie auch, dass der Hauptkörper 4e des Stempelwerkzeuges 4, der Niederhalter 5, und/oder
der Amboss 3b einen von einer Kreisform abweichenden Querschnitt, insbesondere einen
eckigen Querschnitt aufweisen. Die einzelnen Komponenten sind vorzugsweise aufeinander
abgestimmt, jedoch auch unabhängig von einander bewegbar ausgebildet.
[0061] Im Folgenden wird ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren
2a) bis 2c) beschrieben. Bauteile und Komponenten, die den zuvor beschriebenen entsprechen,
tragen dieselben Bezugszeichen und werden nur soweit als erforderlich erneut beschrieben.
[0062] Eine Vorrichtung zum dauerhaften Verbinden von zwei oder mehreren flachen Bauteilen
ist in einem weitem Ausführungsbeispiel in Fig. 2 zu sehen. Im Ausgangszustand, wie
in Fig. 2a gezeigt, liegen die (beiden) miteinander zu verbindenden Bauteile 1,2 wieder
auf dem flachen Gegenwerkzeug 3, hier dem Amboss 3b, auf.
[0063] Zur Herstellung der Verbindung wird ein Stempelwerkzeug 4 hydraulisch, pneumatisch,
magnetisch, piezoelektrisch oder mechanisch mit hoher Kraft in Richtung der Bauteile
1,2 bewegt. In dieser Ausführungsform weist das Stempelwerkzeug 4 einen Stempelhauptkörper
4e, einen Niederhalter 5, einen Stempelträger 6, eine Niederhalterhülse 7 und eine
Niederhalterfeder 8 auf.
[0064] Zuerst setzt der Niederhalter 5 auf den zu verbindenden Bauteilen 1, 2 auf. Die Niederhalterfeder
8 wird hierbei zusammengedrückt. Sodann kommt die Stirnfläche 4c des Stempelvorsprungs
4b des Stempelhauptkörpers 4e in Kontakt mit dem oberen Bauteil 1.
[0065] Der Stempelvorsprung 4b wird nun ganz oder teilweise in die Bauteile 1,2 hineingedrückt.
Dabei wird der Werkstoff der zu verbindenden Bauteile 1,2 lokal verdrängt und bewegt
sich erst radial nach außen und dann kontrolliert vom Niederhalter 5 entgegen der
Bewegungsrichtung des Stempelwerkzeuges 4 nach oben. Es kommt zum Abheben der Bauteile
1,2 vom Amboss 3b. Nur im Bereich der sich herausbildenden Erhebung 2a auf der Unterseite
des unteren Bauteils 2 besteht noch Kontakt des unteren Bauteiles 2 mit dem Amboss
3b. In Fig. 2b ist ein Zwischenzustand dargestellt, bei dem man dies gut erkennen
kann.
[0066] Sobald ein oberer Anschlag 5a des Niederhalters 5 in Kontakt mit einem unteren Anschlag
6a des Stempelträgers 6 gelangt, wird die weitere Bewegung des Werkstoffes der zu
verbindenden Bauteile 1, 2 entgegen der Richtung der Stempelbewegung behindert. Die
herausgebildete Erhebung 2a wird deshalb bei weiterer Zustellung des Stempelwerkzeuges
4 in ihrer Größe reduziert und der noch unter der Stirnfläche 4c des Stempelvorsprungs
4b des Stempelhauptkörpers 4e befindliche Werkstoff muss radial nach außen fließen.
[0067] Dabei bildet sich, wie in Fig. 2c gezeigt, eine Hinterschneidung 1a heraus. Das Verhältnis
der Abmessungen (bzw. Durchmesser) von Stempelstirnfläche 4c und Unterseite des Niederhalters
5 kann in Abhängigkeit von der Festigkeit der zu verbindenden Materialien und der
Fügekraft so gewählt werden, dass kein bleibender Eindruck des Niederhalters 5 im
oberen Bauteil 1 verursacht wird.
[0068] Ein drittes Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 3a) bis 3d) zu sehen. Bauteile und
Komponenten, die den zuvor beschriebenen entsprechen, tragen dieselben Bezugszeichen
und werden nur soweit als erforderlich erneut beschrieben.
[0069] In einem Ausgangszustand, wie in Fig. 3a gezeigt, liegen die (beiden) miteinander
zu verbindenden Bauteile 1,2 auf einem vorzugsweise gefederten oder anderweitig mit
Druck beaufschlagten Gegenhalter 3a (Außenring) eines Ambosses 3b des Gegenwerkzeuges
3 auf.
[0070] Zur Herstellung der Verbindung werden der Niederhalter 5 und der Hauptkörper 4e des
Stempelwerkzeuges 4 in Richtung der Bauteile 1,2 bewegt. Mit dem Niederhalter 5 wird
hydraulisch, pneumatisch, piezoelektrisch, magnetisch, mechanisch oder auf andere
Weise, insbesondere z.B. durch Federn, eine definierte Kraft auf die Bauteile 1,2
und auf den Gegenhalter 3a ausgeübt. Die Kraft, mit der der Niederhalter 5 beaufschlagt
wird, ist vorzugsweise größer gewählt als die entgegengesetzt wirkende Kraft des Gegenhalters
3a.
[0071] Dadurch wird, wie in Fig. 3b dargestellt, der Gegenhalter 3a so weit zurückgedrückt,
bis die zu verbindenden Bauteile 1,2 auf dem Amboss 3b aufsetzen. Der Stempelvorsprung
4b wird dann, wie zuvor beschrieben, mit hoher Kraft in die Bauteile 1,2 hineingedrückt.
Dabei wird der Werkstoff der zu verbindenden Bauteile 1,2 lokal verdrängt und bewegt
sich erst radial nach außen und dann kontrolliert von Niederhalter 5 wie vom Gegenhalter
3a entgegen der Bewegungsrichtung des Stempelwerkzeuges 4 nach oben. Es kommt dadurch
zu einem Abheben der Bauteile 1,2 vom Amboss 3b.
[0072] Nur im Bereich der sich herausbildenden Erhebung 2a auf der Unterseite des unteren
Bauteils 2 besteht sodann noch Kontakt des unteren Bauteiles 2 mit der Auflagefläche
des Gegenwerkzeuges 3, dem Amboss 3b.
[0073] Im Gegensatz zu den bereits beschriebenen Ausführungsbeispielen wird der sich der
Stempelbewegung entgegen bewegende Werkstoff nicht mehr durch die gesamte Niederhalterkraft
in seiner Bewegung gehindert, sondern nur durch die Differenz der Kräfte, die auf
den Niederhalter 5 und den Gegenhalter 3a wirken. Dadurch können bei minimaler Behinderung
des Abhebens der Bauteile 1,2 vom Amboss 3b hohe Haltekräfte aufgebracht werden, die
eine Durchbiegung der Bauteile 1, 2 oder eine Spaltbildung zwischen den Bauteilen
vermeiden.
[0074] Hierbei ist es sowohl denkbar, dass der Gegenhalter 3a einen kreis- oder kreisringförmigen
Querschnitt aufweist, wie auch, dass der Gegenhalter 3a einen von einer Kreisform
abweichenden Querschnitt, insbesondere einen eckigen Querschnitt aufweist. Die einzelnen
Komponenten (Hauptkörper 4e des Stempelwerkzeuges 4, Niederhalter 5, Amboss 3b und
Gegenhalter 3a) sind vorzugsweise aufeinander abgestimmt, jedoch auch unabhängig von
einander bewegbar ausgebildet.
[0075] In Fig. 3c ist ein weiterer Zwischenzustand dargestellt. Sobald der Werkstoff des
oberen Bauteiles 1 Kontakt zum Absatz 4a des Stempelhauptkörpers 4e hat, wird die
weitere Bewegung des Werkstoffes der zu verbindenden Bauteile entgegen der Richtung
der Stempelbewegung behindert. Die herausgebildete Erhebung 2a wird deshalb bei weiterer
Zustellung des Stempelwerkzeuges 4 in ihrer Größe reduziert, und der noch unter der
Stirnfläche 4c des Stempelvorsprungs 4b befindliche Werkstoff muss radial nach außen
fließen. Dabei bildet sich, wie in Fig. 3d gezeigt, eine Hinterschneidung 1a heraus.
[0076] Durch die hohe Kraft, mit der der Niederhalter 5 in diesem Ausführungsbeispiel beaufschlagt
werden kann, ohne dass der Verbindungsprozess, beeinträchtigt wird, erfolgt ein problemloses
Abstreifen der gefügten Bauteile 1,2 vom Stempelvorsprung 4b nach dem Fügevorgang
beim Auseinanderfahren der Werkzeuge 3, 4.
[0077] Das Verhältnis der Querschnitte (Durchmesser) von Stempelstirnfläche 4c und Stempelsatz
4 kann in Abhängigkeit von der Festigkeit der zu verbindenden Materialien und der
Fügekraft wiederum so gewählt werden, dass kein bleibender Eindruck des Stempelabsatzes
4a im oberen Bauteil 1 verursacht wird.
[0078] Auch bei diesem Ausführungsbeispiel sind keine hohen Genauigkeiten bezüglich der
Koaxialität vom Stempelwerkzeug 4 zum Gegenwerkzeug 3 erforderlich, da der Gegenhalter
3a keinen Anteil an der Ausformung der Verbindung hat und nur eine Halteaufgabe übernimmt.
Zur Erzielung hoher Kräfte bei geringen Wegen können sowohl der Niederhalter 5 als
auch der Gegenhalter 3a bereits im Ausgangszustand vorgespannt sein.
[0079] Ein alternatives (viertes) Ausführungsbeispiel, dessen Lehre mit jedem der zuvor
beschriebenen Ausführungsbeispiele kombinierbar ist (wie auch die ersten drei Ausführungsbeispiele
untereinander), ist in Figur 4 dargestellt.
[0080] Hierbei wird gezeigt, dass dem Stempelhauptkörper 4e des Stempelwerkzeuges 4 zur
Kraftreduzierung auch eine Taumelbewegung mit einem maximalen Taumelwinkel α zwischen
der Hauptarbeitsrichtung A und einer Achse B des Stempelhauptkörpers 4e überlagert
werden kann.
[0081] Wichtig ist hierbei, dass, wie in den bereits erläuterten Ausführungsbeispielen beschrieben,
die Kraft des Niederhalters 5 so bemessen ist, dass eine Durchbiegung der zu verbindenden
Bauteile 1, 2 oder eine Spaltbildung zwischen den beiden Bauteilen 1, 2 weitestgehend
vermieden wird, aber gleichzeitig eine Herausbildung der Erhebung 2a und damit eine
der axialen Bewegung des Stempelhauptkörpers 4e entgegengerichtete Bewegung der Bauteile
1,2 ermöglicht wird. Ein Gegenhalter 3a, wie im 3. Ausführungsbeispiel gezeigt, kann
hierzu vorgesehen werden.
[0082] Sobald der Werkstoff des oberen Bauteiles 1 in Kontakt mit dem Absatz 4a des Stempelhauptkörpers
4e gelangt, wird die weitere Bewegung des Werkstoffes der zu verbindenden Bauteile
1, 2 entgegen der Richtung der Stempelbewegung behindert. Die herausgebildete Erhebung
2a wird deshalb bei weiterer Zustellung des Stempelwerkzeuges 4 in ihrer Größe reduziert
und der noch unter der, vorzugsweise kegelig ausgebildeten, Stirnfläche 4c des Stempelhauptkörpers
4 befindliche Werkstoff muss radial nach außen fließen. Dabei bildet sich, wie in
den anderen Ausführungsbeispielen beschrieben, eine Hinterschneidung heraus.
[0083] Das Verhältnis der Durchmesser von Stempelstirnfläche 4c und Stempelabsatz 4a kann
in Abhängigkeit von der Festigkeit der zu verbindenden Materialien und der Fügekraft
wiederum so gewählt werden, dass kein bleibender Eindruck des Stempelabsatzes 4a im
oberen Bauteil 1 verursacht wird.
[0084] Es versteht sich, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sowie der erfindungsgemäßen
Vorrichtung auch mehr als zwei Bauteile miteinander verbindbar sind. Ebenso ist klar,
dass auch oder ausschließlich das Gegenwerkzeug als bewegte Komponente ausgebildet
sein kann. Die Anordnung der Werkzeuge im Raum ist ebenfalls beliebig.
[0085] Auch ist denkbar eine Mehrzahl von Verbindungen gleichzeitig zu erwirken. Die geometrische
Kontur der Werkzeuge sowie der Fügestellen ist im wesentlichen beliebig wählbar.
[0086] Als Werkstoff für die zu fügenden Bauteile sind alle elastisch verformbaren Materialien,
insbesondere Bleche und Kunststoffe, denkbar. Die einzelnen Bauteile können auch aus
unterschiedlichen Werkstoffen bestehen.
1. Verfahren zum dauerhaften Verbinden von einander überlappenden, plattenförmigen Bauteilen
(1, 2), insbesondere von Blechen, durch umformendes Herstellen einer Hinterschneidung
(1a) zwischen den Bauteilen (1, 2) in einem Arbeitshub mit den Einzelschritten:
- Anordnen der zu verbindenden Bauteile (1, 2) zwischen einem Stempelvorsprung (4b)
eines Stempelwerkzeuges (4) und einer Auflagefläche (3c) eines Gegenwerkzeuges (3),
gekennzeichnet durch :
- Eindrücken des Stempelvorsprunges (4b) in die zu verbindenden Bauteile (1, 2) unter
Ausbildung einer temporären Erhebung (2a) auf der dem Gegenwerkzeug (3) zugewandten
Seite der Bauteile (1, 2) und Trennung von Bereichen derselben außerhalb eines Einflussbereiches
des Stempelvorsprungs (4b) von einer Auflagefläche (3c) des Gegenwerkzeuges (3), und
- Ausbilden einer Hinterschneidung (1a) der Bauteile (1, 2) durch weitere Reduzierung einer Bodendicke in der Erhebung (2a),
wobei ein Niederhalter (5) auf das Gegenwerkzeug (3) zu bewegt wird, und
dadurch eine definierten Haltekraft auf die Bauteile (1, 2) während der plastischen Verformung
ausgeübt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Schritt des Stabilisierens der Bauteile (1, 2) mittels eines Gegenhalters
(3a), durch den die Bauteile (1, 2) entgegen der Bewegungsrichtung des Stempelwerkzeuges (4)
zu diesem hin gedrängt werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Stempelvorsprunges (4b) auf das Gegenwerkzeug (3) zu zumindest während
eines Teils des Stempelweges mit einer Taumelbewegung überlagert wird, wobei die Taumelbewegung
vorzugsweise kreis- oder rosettenförmig erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel (4), der Niederhalter (5) und/oder der Gegenhalter (3a) hydraulisch,
pneumatisch, magnetisch, mechanisch oder piezoelektrisch kraftbeaufschlagt werden,
wobei vorzugsweise die Kraftbeaufschlagung mittels eines oder mehrerer Impulse erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruche 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftbeaufschlagung während zumindest eines Teils des Stempelweges durch Überlagerung
einer zusätzlichen zyklischen Kraft erfolgt, wobei bei Anwendung der Taumelüberlagerung
mit Rosettenform der Taumelwinkel des Stempels und die zusätzliche zyklische Stempelkraft
in eindeutiger Abhängigkeit zueinander aufeinander abgestimmt sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftbeaufschlagung des Niederhalters (5) gesteuert erfolgt und insbesondere
an einem definierten Punkt der Bewegung des Stempels (4) stark zunimmt und dadurch die entgegen der Bewegungsrichtung des Stempels (4) gerichtete Bewegung der Bauteile
(1, 2) stoppt und umkehrt, oder daß die an einem definierten Punkt der Bewegung des
Stempels (4) die entgegen der Bewegungsrichtung des Stempels (4) gerichtete Bewegung
der Bauteile (1, 2) durch einen Stempelabsatz (4a) gestoppt wird und umgekehrt, oder
daß an einem definierten Punkt der Bewegung des Stempels (4) die entgegen der Bewegungsrichtung
des Stempels (4) gerichtete Bewegung der Bauteile (1, 2) durch einen mittelbaren oder
unmittelbaren mechanischen Anschlag (6a) des Niederhalters (5) am Stempel gestoppt
wird und umgekehrt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an die Ausbildung der Hinterschneidung (1a) eine Werkzeugbewegung in
Richtung eines Flachdrückens der Erhebung (2a) erfolgt.
8. Vorrichtung zum dauerhaften Verbinden von einander überlappenden, plattenförmigen
Bauteilen (1, 2), insbesondere von Blechen, durch umformendes Herstellen einer Hinterschneidung
(1 a) zwischen den Bauteilen (1, 2) mit: einem Stempelwerkzeug (4), das entlang einer
Hauptarbeitsrichtung (A) auf ein Gegenwerkzeug (3) zu und von diesem weg bewegbar
ist, wobei ein Hauptkörper (4e) des Stempelwerkzeuges (4) an seiner dem Gegenwerkzeug
(3) zugewandten Seite einen Stempelabsatz (4a) aufweist, aus dem ein Stempelvorsprung
(4b) hervorragt,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gegenwerkzeug (3) an seiner dem Stempelwerkzeug (4) zugewandten Seite flächig
ausgebildet ist, und der Hauptkörper (4e) des Stempelwerkzeuges (4) von einem Niederhalter
(5) umgeben ist, der relativ zu dem Hauptkörper (4e) auf die Bauteile (1, 2) bewegbar
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptkörper (4e) relativ zu dem Niederhalter (5) mittels eines Vorspannelementes,
insbesondere einer Niederhalterteder (8), entgegen einer Vorschubrichtung des Stempelwerkzeuges
(4) vorgespannt ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptkörper (4e) des Stempelwerkzeuges (4) zumindest während eines Teiles seiner
Bewegung auf das Gegenwerkzeug (3) zu in einer Taumelbewegung bewegbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine an dem Stempelabsatz (4b) angeordnete Stempelstimfläche (4c) im Wesentlichen
flach, insbesondere eben, leicht ballig oder leicht kegelig ausgebildet ist, wobei
vorzugsweise der Stempelvorsprung (4b) zur Stempelstimfläche (4c) hin leicht verjüngt
ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine an den Stempelabsatz (4b) angeordnete Stempelstimfläche (4c) im wesentlichen
rechtwinklig zu einer Hauptarbeitsrichtung (A) oder zu dieser geringfügig geneigt
ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Übergang von der Stempelstimfläche (4c) zu einer Mantelfläche (4d) des Stempelvorsprungs
(4b) in Form eines Radius oder einer Schleppkurve ausgebildet ist, oder ein Übergang
von der Stempelstimfläche (4c) zu einer Mantelfläche (4d) des Stempelvorsprunges (4b)
in Form einer Fase oder einer Doppelfase ausgebildet ist wobei in jedem Falle vorzugsweise
das den Übergang vom der Stempelstirnfläche (4c) zur Mantelfläche (4d) bildendes Formelement
kleiner als 0,2 Millimeter ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenwerkzeug (3) als einteiliger Amboss (3b) ausgebildet ist, dessen dem Stempelwerkzeug
(4) zugewandte Seite als eine im Wesentlichen flache, insbesondere ebene, leicht ballige
oder leicht kegelige Auflagefläche (3c) für die Bauteile (1,2) ausgebildet ist, wobei
vorzugsweise die Auflagefläche (3c) des Gegenwerkzeuges (3) größer als die an den
Bauteilen (1,2) ausgebildete Erhebung (2a) ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmessungen der Auflagefläche (3c) des Gegenwerkzeuges (3) größer oder im Wesentlichen
gleich den äußeren Abmessungen des Niederhalters (5) sind und/oder daß die Auflagefläche
(3c) frei von Absätzen oder Ausnehmungen ausgebildet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl ein der Stempelstimfläche (4c) gegenüberliegender Bereich der Auflagefläche
(3c) des Gegenwerkzeuges (3) als auch ein dem Stempelabsatz (4a) gegenüberliegender
Bereich der Auflagefläche (3c) des Gegenwerkzeuges (3) im Wesentlichen auf einer zur
Hauptarbeitsrichtung (A) senkrechten Ebene liegen..
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Amboss (3b) des Gegenwerkzeuges (3) zumindest teilweise von einem Gegenhalter
(3a) umgeben ist, der relativ zu dem Amboss (3b) in Hauptarbeitsrichtung (A) bewegbar
ist, wobei vorzugsweise der Gegenhalter (3a) pneumatisch, hydraulisch, magnetisch,
mechanisch und/oder piezoelektrisch mit einer Kraft beaufschlagbar ist, die einer
Stempel- und/oder Niederhalterkraft entgegengerichtet ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptkörper (4e) des Stempelwerkzeuges (4), der Niederhalter (5), der Amboss
(3b) und/ oder der Gegenhalter (3a) kreis- oder kreisringförmige Querschnitte aufweisen,
oder daß der Hauptkörper (4e) des Stempelwerkzeuges (4), der Niederhalter (5), der
Amboss (3b) und/oder der Gegenhalter (3a) einen von einer Kreisform abweichenden Querschnitt,
insbesondere einen eckigen Querschnitt aufweisen.
1. A method for permanently joining overlapping plate-shaped parts (1, 2), particularly
metal sheets, by producing an undercut (1a) between the parts (1, 2) in a deforming
manner in a working stroke, the method comprising the individual steps:
• disposing the parts to be joined (1, 2) between a protrusion (4b) of a punch tool
(4) and a support area (3c) of a counter-tool (3), characterized by
• pressing the punch protrusion (4b) into the parts (1, 2) to be joined with formation
of a temporary elevation (2a) on the side of the parts (1, 2) that faces the counter-tool
(3), and separating areas thereof outside a sphere of influence of the punch protrusion
(4b) from a support area (3c) of the counter-tool (3), and
• forming an undercut (1a) in the parts (1, 2) by further reducing a bottom thickness
in the elevation (2a),
wherein a hold-down means (5) is moved towards the counter-tool (3), and a defined
holding force is thereby exerted on the parts (1, 2) during plastic deformation.
2. The method according to claim 1, characterized by an additional step of stabilizing the parts (1, 2) by means of a counter-holder (3a)
by which the parts (1, 2) are pressed in a direction opposite to the direction of
movement of the punch tool (4) towards said tool.
3. The method according to any one of claims 1 or 2, characterized in that the movement of the punch protrusion (4b) towards the counter-tool (3) is superposed
with a tumble movement at least over part of the punch path, the tumble movement being
preferably carried out in the form of a circle or rosette.
4. The method according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the punch (4), the hold-down means (5) and/or the counter-holder (3a) are force-actuated
hydraulically, magnetically, mechanically or piezoelectrically, the force actuation
being preferably carried out by means of one or several pulses.
5. The method according claim 4, characterized in that the force actuation for at least part of the punch path is carried out by superimposing
an additional cyclic force, the tumble angle of the punch and the additional cyclic
punch force being matched to one another clearly in dependence upon one another upon
application of a tumble superposition in the form of a rosette.
6. The method according to any one of claims 4 or 5, characterized in that the force actuation of the hold-down means (5) is carried out in a controlled way
and strongly increases particularly at a defined point of the movement of the punch
(4), and the movement of the parts (1, 2) that is directed opposite to the direction
of movement of the punch (4) is thereby stopped and reversed, or that at a defined
point of the movement of the punch (4) the movement of the parts (1,2) that is directed
opposite to the direction of movement of the punch (4) is stopped and reversed by
a punch shoulder (4a), or that at a defined point of the movement of the punch (4)
the movement of the parts (1, 2) that is directed opposite to the direction of movement
of the punch (4) is stopped and reversed by an indirect or direct mechanical stop
(6a) of the hold-down means (5) on the punch.
7. The method according to any one of claims 1 to 6, characterized in that following the formation of the undercut (1a) a tool movement is carried out for flattening
the elevation (2a).
8. A device for permanently joining overlapping plate-shaped parts (1, 2) particularly
metal sheets, by producing an undercut (1a) between the parts (1, 2) in a deforming
manner, comprising:
a punch tool (4) which is movable along a main working direction (A) towards and away
from a counter-tool (3), a main body (4e) of the punch tool (4) being provided at
its side facing the counter-tool (3) with a punch shoulder (4a) from which a punch
protrusion (4b) projects,
characterized in that
the counter-tool (3) is configured to be planar on its side facing the punch tool
(4), and the main body (4e) of the punch tool (4) is surrounded by a hold-down means
(5) which is movable relative to the main body (4e) towards the parts (1, 2).
9. The device according to claim 8, characterized in that the main body (4e) is biased relative to the hold-down means (5) by means of a biasing
element, particularly a hold-down spring (8), in a direction opposite to an advance
direction of the punch tool (4).
10. The device according to any one of claims 8 or 9, characterized in that the main body (4e) of the punch tool (4) is movable at least for part of its movement
towards the counter-tool (3) in a tumbling movement.
11. The device according to any one of claims 8 to 10, characterized in that a punch face (4c) which is arranged on the punch shoulder (4b) is configured to be
substantially flat, particularly planar, slightly spherical or slightly conical, the
punch protrusion (4b) being preferably configured to be slightly tapering towards
the punch face (4c).
12. The device according to any one of claims 8 to 11, characterized in that a punch face (4c) which is arranged on the punch shoulder (4b) is substantially at
a right angle relative to a main working direction (A) or is slightly inclined relative
to said direction.
13. The device according to any one of claims 8 to 12, characterized in that a transition is formed from the punch face (4c) to a lateral surface (4d) of the
punch protrusion (4b) in the form of a radius or a drag curve, or a transition is
formed from the punch face (4c) to a lateral surface (4d) of the punch protrusion
(4b) in the form of a bevel or a double bevel, the shaped element which forms the
transition from the punch face (4c) to the lateral surface (4d) being preferably smaller
than 0.2 millimeter at any rate.
14. The device according to at any one of claims 8 to 13, characterized in that the counter-tool (3) is designed as a one-part anvil (3b) whose side facing the punch
tool (4) is configured as a substantially flat, particularly planar, slightly spherical
or slightly conical support area (3c) for the parts (1, 2), the support area (3c)
of the counter-tool (3) being preferably greater than the elevation (2a) formed on
the parts (1, 2).
15. The device according to claim 14, characterized in that the dimensions of the support area (3c) of the counter-tool (3) are larger than or
substantially equal to the external dimensions of the hold-down means (5) and/or that
the support area (3c) is configured without shoulders or recesses.
16. The device according to any one of claims 14 or 15, characterized in that both a portion of the support area (3c) of the counter-tool (3) that is opposite
to the punch face (4c) and a portion of the support area (3c) of the counter-tool
(3) that is opposite to the punch shoulder (4a) are substantially in a plane perpendicular
to the main working direction (A).
17. The device according to any one of claims 14 to 16, characterized in that the anvil (3b) of the counter-tool (3) is surrounded at least in part by a counter-holder
(3a) which is movable relative to the anvil (3b) in the main working direction (A),
the counter-holder (3a) being preferably actuable pneumatically, hydraulically, magnetically,
mechanically and/or piezoelectrically by a force that is opposite to a force of the
punch and/or hold-down means.
18. The device according to any one of claims 8 to 17, characterized in that the main body (4e) of the punch tool (4), the hold-down means (5), the anvil (3b)
and/or the counter-holder (3a) have circular or annular cross-sections, or that the
main body (4e) of the punch tool (4), the hold-down means (5), the anvil (3b) and/or
the counter-holder (3a) have a cross-section differing from a circular shape, particularly
a polygonal cross-section.
1. Dispositif pour la liaison longue durée de pièces (1, 2) se chevauchant l'une sur
l'autre et en forme de plaques, particulièrement des tôles, par la fabrication par
déformation d'une contre-dépouille (1a) entre les pièces (1, 2) dans une course de
travail avec les étapes individuelles:
- la placement les pièces (1, 2) à relier entre une saillie de poinçon (4b) d'un outil
de poinçonnage (4) et une surface d'appui (3c) d'un contre-outil (3),
caractérisé par :
- l'enfoncement de la saillie de poinçon (4b) dans les pièces (1, 2) à relier par
la formation d'un bossage (2a) temporaire sur le côté des pièces (1, 2) tourné contre
le contre-outil (3) et la séparation de zones de celles-ci en-dehors d'une zone d'influence
de la saillie de poinçon (4b) d'une surface d'appui (3c) du contre-outil (3), et
- la formation d'une contre-dépouille (1a) des pièces (1, 2) par un rétrécissement
supplémentaire d'une épaisseur de fond dans le bossage (2a), moyennant quoi un serre-flanc
(5) est déplacé vers le contre-outil (3) et ainsi une force de retenue définie est
exercée sur les pièces (1, 2) pendant la déformation plastique.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par une étape supplémentaire de stabilisation des pièces (1, 2) au moyen d'un contre-support
(3a) par lequel les pièces (1, 2) sont poussées contre le sens de mouvement de l'outil
de poinçonnage (4) en direction de celui-ci.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le mouvement de la saillie de poinçon (4b) vers le contre-outil (3) est superposé
au moins pendant une partie de la course du poinçon à un mouvement de nutation, le
mouvement de nutation étant réalisé de préférence en forme de cercle ou de rosace.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le poinçon (4), le serre-flan (5) et/ou le contre-support (3a) sont sollicités par
une force hydraulique, magnétique, mécanique et/ou piézoélectrique, la sollicitation
en force étant de préférence réalisée au moyen d'une ou plusieurs impulsions.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la sollicitation en force est réalisée pendant au moins une partie de la course du
poinçon par superposition d'une force cyclique supplémentaire, moyennant quoi en appliquant
la superposition en nutation avec une forme en rosace, l'angle de nutation du poinçon
et la force de poinçonnage cyclique supplémentaire sont définis l'un par rapport à
l'autre et l'un sur l'autre dans une dépendance évidente.
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que la sollicitation en force du serre-flanc (5) est réalisée par une commande et particulièrement
augmente fortement sur un point défini du mouvement du poinçon (4) et arrête et inverse
ainsi le mouvement des pièces (1, 2) dirigé contre le sens de mouvement du poinçon
(4), ou que sur un point défini du mouvement du poinçon (4) le mouvement des pièces
(1, 2) dirigé contre le sens de mouvement du poinçon (4) est arrêté par une butée
de poinçon (4a) et inversement, ou que sur un point défini du mouvement du poinçon
(4), le mouvement des pièces (1, 2) dirigé contre le sens de mouvement du poinçon
(4) est arrêté sur le poinçon par une butée mécanique (6a) directe ou indirecte du
serre-flan (5) et inversement.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que dans le raccord sur la réalisation de la contre-dépouille (1a), un mouvement de l'outil
se produit dans le sens d'un aplatissement du bossage (2a).
8. Dispositif pour la liaison longue durée de pièces (1, 2) se chevauchant l'une sur
l'autre et en forme de plaques, particulièrement des tôles, par la fabrication par
déformation d'une contre-dépouille (1a) entre les pièces (1, 2) avec : un outil de
poinçonnage (4) qui est mobile le long d'un sens de travail principal (A) sur un contre-outil
(3) vers et depuis celui-ci, un corps principal (4a) de l'outil de poinçonnage (4)
présentant une butée de poinçon (4a) sur son côté tourné contre le contre-outil (3)
duquel une saillie de poinçonnage (4b) dépasse, caractérisé en ce que le contre-outil (3) est formé de manière plane sur son côté tourné contre l'outil
de poinçonnage (4), et le corps principal (4e) de l'outil de poinçonnage (4) est entouré
d'un serre-flan (5) qui est mobile sur les pièces (1, 2) par rapport au corps principal
(4e).
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que le corps principal (4e) par rapport au serre-flan (5) est précontraint au moyen d'un
élément de précontrainte, particulièrement d'un ressort de serre-flan (8), contre
un sens de poussée de l'outil de poinçonnage (4).
10. Dispositif selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que le corps principal (4e) de l'outil de poinçonnage (4) est mobile dans un mouvement
de nutation au moins pendant une partie de son mouvement vers le contre-outil (3).
11. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisé en ce qu'une surface frontale de poinçon (4c) placée sur la butée de poinçon (4) est formée
de manière essentiellement plate, particulièrement plane, légèrement convexe ou légèrement
conique, la saillie de poinçon (4b) étant formée de préférence légèrement rétrécie
en direction de la surface frontale de poinçon (4c).
12. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé en ce qu'une surface frontale de poinçon (4c) placée sur la saillie de poinçon (4b) est essentiellement
orthogonale par rapport à un sens de travail principal (A) ou légèrement inclinée
par rapport à celui-ci.
13. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 12, caractérisé en ce qu'un passage de la surface frontale de poinçon (4c) à une surface d'enveloppe (4d) de
la saillie de poinçon (4b) est en forme de rayon ou de tractrice ou un passage de
la surface frontale de poinçon (4c) à une surface d'enveloppe (4d) de la saillie de
poinçon (4b) est biseauté ou doublement biseauté, moyennant quoi dans tous les cas
l'élément de déformation formant le passage de la surface frontale de poinçon (4c)
à une surface d'enveloppe (4d) est de préférence inférieur à 0,2 millimètres.
14. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 13, caractérisé en ce que le contre-outil (3) est formé comme une enclume monobloc (3b) dont le côté tourné
contre l'outil de poinçonnage (4) est formé comme une surface d'appui (3c) pour les
pièces (1, 2) essentiellement plate, particulièrement plane, légèrement convexe ou
légèrement conique, moyennant quoi de préférence la surface d'appui (3c) du contre-outil
(3) est plus grande que le bossage (2a) formé sur les pièces (1, 2).
15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que les dimensions de la surface d'appui (3c) du contre-outil (3) sont supérieures ou
essentiellement égales aux dimensions extérieures du serre-flan (5) et/ou que la surface
d'appui (3c) est formée sans butée ni évidement.
16. Dispositif selon la revendication 14 ou 15, caractérisé en ce qu'aussi bien une zone de la surface d'appui (3c) du contre-outil (3) opposée à la surface
frontale de poinçon (4c), qu'une zone de la surface d'appui (3c) du contre-outil (3)
opposée à la butée de poinçon (4a), reposent essentiellement sur un plan vertical
par rapport au sens de travail principal (A).
17. Dispositif selon l'une des revendications 14 à 16, caractérisé en ce que l'enclume (3b) du contre-outil (3) est au moins partiellement entourée d'un contre-support
(3a) qui est mobile par rapport à l'enclume (3b) dans le sens de travail principal
(A), moyennant quoi le contre-support (3a) peut être alimenté de préférence par une
force hydraulique, magnétique, mécanique et/ou piézoélectrique qui est dirigée contre
une force de poinçon et/ou de serre-flan.
18. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 17, caractérisé en ce que le corps principal (4e) de l'outil de poinçonnage (4), le serre-flan (5), l'enclume
(3b) et/ou le contre-support (3a) présentent des sections transversales circulaires
ou annulaires, ou que le corps principal (4e) de l'outil de poinçonnage (4), le serre-flan
(5), l'enclume (3b) et/ou le contre-support (3a) présentent une section transversale
s'écartant d'une forme circulaire, particulièrement une section transversale polygonale.