Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung für eine Brennkraftmaschine,
mit einem Gehäuse, mit einer in dem Gehäuse vorhandenen Ausnehmung, mit mindestens
zwei in der Ausnehmung koaxial zueinander angeordneten Ventilelementen, welche jeweils
mit einem entsprechenden Ventilsitz zusammenarbeiten und denen jeweils mindestens
eine entsprechende Kraftstoff-Austrittsöffnung zugeordnet ist.
[0002] Eine derartige Kraftstoff-Einspritzvorrichtung ist aus der DE 40 23 223 A1 bekannt.
In dieser ist eine KraftstoffEinspritzdüse für Brennkraftmaschinen gezeigt. Zwei Ventilnadeln
sind koaxial zueinander angeordnet. Beide Ventilnadeln weisen jeweils eine Druckfläche
auf. Die Druckflächen der Ventilnadeln begrenzen jeweils einen Druckraum, welcher
jeweils mit einem Strömungskanal verbunden ist, durch den Kraftstoff Druckraum strömen
kann. Die Druckflächen sind dabei so ausgerichtet, dass bei einer Druckbeaufschlagung
die Ventilnadeln jeweils von dem ihnen zugeordneten Sitz abheben und hierdurch entsprechende
Austrittsöffnungen am Ende der Einspritzdüse freigeben. Über die beiden voneinander
unabhängigen Strömungskanäle können die Ventilnadeln unabhängig voneinander angesteuert
werden.
[0003] Die EP 1 069 308 A2 beschreibt ferner eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung mit zwei
Ventilelementen, welche beide hubgesteuert und unabhängig voneinander durch eine gemeinsame
Ventileinrichtung betätigbar sind. Die WO 02/42637 A1 offenbart eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
mit einem hub- und einem druckgesteuerten Ventilelement.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung für
eine Brennkraftmaschine der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass sie möglichst
einfach und kompakt baut.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
Vorteile der Erfindung
[0006] Die erfindungsgemäße Kraftstoff-Einspritzvorrichtung benötigt für den Betrieb nur
noch eine gemeinsame Ventileinrichtung, mit der alle Ventilelemente wenigstens mittelbar
angesteuert werden können. Sie baut daher vergleichsweise kompakt. Da ferner eine
vergleichsweise geringe Anzahl an Teilen erforderlich ist, ist auch ihre Herstellung
preiswert. Dadurch, dass die erfindungsgemäß vorgesehene gemeinsame Ventileinrichtung
drei Schaltstellungen aufweist, ist eine hohe Flexibilität im Betrieb der erfindungsgemäßen
Kraftstoff-Einspritzvorrichtung möglich.
[0007] Durch die Verwendung einer hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung, deren Schaltstellung
von der gemeinsamen Ventileinrichtung beeinflusst wird, können hohe Kraftstoffdrücke
realisiert werden, ohne dass die gemeinsame Ventileinrichtung besonders komplex und/oder
teuer baut. Gleichzeitig werden dennoch geringe Leckagen innerhalb der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
realisiert.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
[0009] In einer ersten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
wird vorgeschlagen, dass in einer ersten Schaltstellung der gemeinsamen Ventileinrichtung
beide Ventilelemente am Ventilsitz anliegen, in einer zweiten Schaltstellung eines
der beiden Ventilelemente von seinem Ventilsitz abgehoben ist, und in einer dritten
Schaltstellung beide Ventilelemente von ihren Ventilsitzen abgehoben sind.
[0010] In diesem Fall werden von der gemeinsamen Ventileinrichtung sämtliche wesentlichen
Schaltzustände einer Kraftstoff-Einspritzvorrichtung mit zwei Ventilelementen abgedeckt.
Die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung baut daher zum Einen kompakt und ermöglicht zum
Anderen einen emissions- und verbrauchsoptimalen Betrieb der Brennkraftmaschine.
[0011] Vorgeschlagen wird auch, dass im Strömungsweg zwischen dem Hochdruckanschluss und
dem Steuerraum der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung eine Strömungsdrossel
angeordnet ist. Hierdurch kann die Schließcharakteristik der hydraulisch schaltbaren
Ventileinrichtung, und somit letztlich die Schließcharakteristik des zweiten Ventilelements,
beeinflusst werden.
[0012] Analog hierzu wird auch vorgeschlagen, dass im Strömungsweg zwischen dem Steuerraum
der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung und der gemeinsamen Ventileinrichtung
eine Strömungsdrossel angeordnet ist. Durch diese wird die Öffnungscharakteristik
der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung und somit auch die Öffnungscharakteristik
des zweiten Ventilelements beeinflusst. Dies ermöglicht vor allem auch eine Optimierung
des Verbrennungsgeräuschs der Brennkraftmaschine.
[0013] Optimal ist es auch, wenn das eine Ventilelement druckgesteuert und das andere Ventilelement
hubgesteuert arbeiten. In diesem Falle können die jeweiligen Vorteile druckgesteuerter
bzw. hubgesteuerter Ventilelemente in einer einzigen Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
kombiniert werden. So weist beispielsweise ein druckgesteuertes Ventilelement insbesondere
in einem Teillastbetrieb der Brennkraftmaschine eine besonders günstige Einspritzcharakteristik
auf.
[0014] Die Ansteuerung des druckgesteuerten Ventilelements wird dadurch vereinfacht, dass
das druckgesteuerte Ventilelement radial außen von dem hubgesteuerten Ventilelement
angeordnet ist.
[0015] In Weiterbildung hierzu ist es wiederum von Vorteil, wenn der Steuerraum des druckgesteuerten
Ventilelements mit der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung verbunden ist.
[0016] Die Vorteile der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung im Hinblick auf geringe
Leckagen bei gleichzeitig hohem Druck sind in Verbindung mit der Ansteuerung eines
druckgesteuerten Ventilelements besonders prägnant.
[0017] In einer weiteren Ausgestaltung der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung wird auch vorgeschlagen,
dass in einer Endstellung der gemeinsamen Ventileinrichtung der Steuerraum des hubgesteuerten
Ventilelements und der Steuerraum der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung nur
mit dem Hochdruckanschluss verbunden sind. In dieser Schaltstellung der gemeinsamen
Ventileinrichtung sind beide Ventilelemente in ihrer geschlossenen Position, also
in Anlage an dem jeweiligen Ventilsitz.
Zeichnung
[0018] Nachfolgend wird ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung im Detail erläutert. In der Zeichnung
zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Kraftstoffsystems einer Brennkraftmaschine mit
mehreren Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen;
- Figur 2
- einen teilweisen Schnitt durch eine der Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen von Figur
1; und
- Figur 3
- eine vergrößerte Darstellung eines Bereichs der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung von
Figur 2.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0019] In Figur 1 trägt ein Kraftstoffsystem insgesamt das Bezugszeichen 10. Es umfasst
einen Kraftstoffbehälter 12, aus dem eine elektrische Kraftstoffpumpe 14 den Kraftstoff
in eine Niederdruck-Kraftstoffleitung 16 fördert. Die Niederdruck-Kraftstoffleitung
16 führt zu einer Hochdruck-Kraftstoffpumpe 18. Bei dieser handelt es sich um eine
Kolbenpumpe, welche von einer Nockenwelle (nicht dargestellt) der Brennkraftmaschine,
zu der das Kraftstoffsystem 10 gehört, angetrieben wird. Die Hochdruck-Kraftstoffpumpe
18 fördert in eine Kraftstoff-Sammelleitung 20 ("Rail"), in der der Kraftstoff unter
hohem Druck gespeichert ist.
[0020] An die Kraftstoff-Sammelleitung 20 sind mehrere Injektoren 22 angeschlossen, die
den Kraftstoff direkt in ihnen zugeordnete Brennräume 24 der Brennkraftmaschine einspritzen.
Der Betrieb der Brennkraftmaschine und des Kraftstoffsystems 10 wird von einem Steuer-
und Regelgerät 26 gesteuert und geregelt. Insbesondere werden auch die Injektoren
22 von dem Steuer- und Regelgerät 26 angesteuert. Von den Injektoren 22 führt jeweils
eine Leitung 28 zurück zum Kraftstoffbehälter 12.
[0021] Ein Bereich eines der Injektoren 22 ist in Figur 2 im Detail dargestellt:
[0022] Der Injektor 22 umfasst ein zweiteiliges Gehäuse mit einem Oberteil 30 und einem
Unterteil 32. Im Gehäuse 30, 32 ist eine Ausnehmung 34 vorhanden, in der unter anderem
ein erstes längliches Ventilelement 36 vorhanden ist. Dessen in Figur 2 unteres Ende
ist konisch spitz zulaufend und arbeitet mit einem Ventilsitz 38 (vgl. Figur 3) im
Unterteil 32 des Gehäuses zusammen. Koaxial zu dem ersten Ventilelement 36 und radial
außen von diesem ist ein zweites Ventilelement 40 vorhanden, dessen ebenfalls konische
Spitze mit einem Ventilsitz 42 im Unterteil 32 des Gehäuses zusammenarbeitet.
[0023] Das erste Ventilelement 36 wird von einer Druckfeder 44, deren eines Ende sich an
einem Absatz (ohne Bezugszeichen) im Oberteil 30 des Gehäuses abstützt, in Richtung
zum Ventilsitz 38 hin beaufschlagt. Analog hierzu wird das zweite Ventilelement 40
von einer Druckfeder 46 in Richtung zum entsprechenden Ventilsitz 42 hin beaufschlagt.
Die Druckfeder 46 stützt sich dabei nicht unmittelbar an einem Absatz in der Ausnehmung
34 im Oberteil 30 des Gehäuses ab, sondern an einem Zwischenring 48.
[0024] Die Ausnehmung 34 im Unterteil 32 des Gehäuses umfasst ein Sackloch 50, von dem eine
Mehrzahl von Austrittsöffnungen 52 nach außen führt. Durch diese Austrittsöffnungen
52 tritt der Kraftstoff, wie weiter unten noch stärker im Detail ausgeführt werden
wird, bei geöffnetem ersten Ventilelement 36 und geöffnetem zweiten Ventilelement
40 aus. Austrittsöffnungen 54 dienen analog hierzu zum Austritt des Kraftstoffs dann,
wenn nur das zweite Ventilelement 40 vom zweiten Ventilsitz 42 abgehoben ist. Auch
dies wird weiter unten noch stärker im Detail ausgeführt werden.
[0025] Für die Betätigung der beiden Ventilelemente 36 und 40 ist eine gemeinsame Ventileinrichtung
56 vorgesehen, die im oberen Bereich des Oberteils 34 des Gehäuses angeordnet ist.
Diese umfasst ein halbsphärisch geformtes Ventilelement 58, welches in einer Schaltkammer
60 angeordnet ist. Über einen Stößel 62 kann das Ventilelement 60 von einem nur symbolisch
dargestellten Piezoaktor 64 in verschiedene Schaltstellungen verstellt werden.
[0026] In der Ruhestellung wird das Ventilelement 58 von einer Druckfeder 66 gegen einen
Ventilsitz 68 gedrückt. Wenn das Ventilelement 58 am Ventilsitz 68 anliegt, ist die
Verbindung von der Schaltkammer 60 über einen Kanal 70 zu einem Niederdruckanschluss
72 (vgl. auch Figur 1) unterbrochen. Der Niederdruckanschluss 72 ist wiederum mit
der Rückleitung 28 verbunden, die zum Kraftstoffbehälter 12 zurückführt.
[0027] Von der in Figur 2 unteren Stirnwand der Schaltkammer 60 führt ein Kanal 74 zu einem
Steuerraum 76. In den Steuerraum 76 mündet auch das in Figur 2 obere Ende des ersten
Ventilelements 36 mit einer Druckfläche 78. In dem Kanal 74 ist eine Strömungsdrossel
80 vorhanden. Von der radialen Begrenzungswand (ohne Bezugszeichen) der Schaltkammer
60 führt eine Fluidverbindung (ohne Bezugszeichen) über eine Strömungsdrossel 82 zu
einem Steuerraum 84 eines hydraulisch betätigbaren Schaltventils 86.
[0028] Das hydraulisch betätigbare Schaltventil 86 umfasst ebenfalls eine Schaltkammer 88,
in der ein Ventilelement 90 angeordnet ist. Das Ventilelement 90 ist insgesamt zylindrisch
mit einem Schaltabschnitt 92, der kreiszylindrischen Durchmesser hat, einem Übergangsabschnitt
94, der wie eine Einschnürung ausgebildet ist, und einem kreiszylindrischen Führungsabschnitt
96. Ein Ende einer Druckfeder 98 stützt sich an einem Verschlussteil 100 ab. Das andere
Ende der Druckfeder 98 beaufschlagt das Ventilelement 90 in Richtung zum Steuerraum
84 hin.
[0029] In der Umfangswand der Schaltkammer 88 ist eine Ringnut 102 vorhanden. Diese ist
zum Einen über einen Kanal 104 mit einem Hochdruckanschluss 106 (vgl. auch Figur 1)
verbunden. Dieser führt wiederum zur Kraftstoff-Sammelleitung 20. Zum Anderen führt
ein Kanal 108 über eine Strömungsdrossel 110 von der Ringnut 102 zum Steuerraum 76,
mit dem die Bewegung des ersten Ventilelements 36 gesteuert wird. Von jenem Abschnitt
der Umfangswand der Schaltkammer 88, welcher ungefähr im Bereich des eingeschnürten
Übergangsabschnittes 94 des Ventilelements 90 liegt, führt ein Kanal 112 zu einem
Ringraum 114 im unteren Bereich des zweiten Ventilelements 40.
[0030] In Figur 2 rechts von der Ringnut 102 bildet die Umfangswand der Schaltkammer 88
einen Ventilsitz 116 für eine Schaltkante 118 des Ventilelements 90. Die Schaltkante
118 ist zwischen dem Schaltabschnitt 92 und dem Übergangsabschnitt 94 gebildet. Im
Schaltabschnitt 92 des Ventilelements 90 verläuft schräg zur Längsachse des Ventilelements
90 ein weiterer Kanal 120. Dieser umfasst eine Strömungsdrossel 122, und er verbindet
die Ringnut 102 mit dem Steuerraum 84. Zu erwähnen ist ferner noch ein Leckagekanal
124, der von der Ausnehmung 34 im Oberteil 30 des Gehäuses zu einem Leckageanschluss
126 führt.
[0031] Der in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Injektor 22 arbeitet folgendermaßen:
[0032] In der ersten Ruheschaltstellung liegt das Ventilelement 38 der gemeinsamen Ventileinrichtung
56 am in Figur 2 oberen Ventilsitz 68 an. In der Schaltkammer 60 der gemeinsamen Ventileinrichtung
56, im Steuerraum 76 des ersten Ventilelements 36, und im Steuerraum 84 des hydraulisch
betätigten Schaltventils 86 liegt somit der am Hochdruckanschluss 106 vorliegende
hohe Druck an. Hierdurch wird das Ventilelement 92 des hydraulisch betätigten Schaltventils
86 mit der Schaltkante 118 gegen den Ventilsitz 116 gedrückt. Jener Bereich der Schaltkammer
88, der auf Höhe des Übergangsabschnitts 94 liegt, ist also vom Hochdruckanschluss
106 getrennt. Daher herrscht in ihm ein vergleichsweise niedriger Druck. Das gleiche
gilt für den Kanal 112 und den Ringraum 114. Das zweite Ventilelement 40 kann daher
von der Feder 46 gegen den Ventilsitz 42 gedrückt werden.
[0033] Dadurch, dass im Steuerraum 76 und somit auch an der Druckfläche 78 ein hoher Kraftstoffdruck
anliegt, gleichzeitig jedoch im Sackloch 50 ein niedriger Druck (Brennraumdruck) herrscht,
wird auch das Ventilelement 36 gegen den Ventilsitz 38 gedrückt. In dieser ersten
Schaltstellung der gemeinsamen Ventileinrichtung 56, in der das Ventilelement 58 am
Ventilsitz 68 anliegt, ist also der Injektor 22 geschlossen und es tritt kein Kraftstoff
aus den Austrittsöffnungen 52 und 54 aus.
[0034] Das Ventilelement 58 der gemeinsamen Ventileinrichtung 56 kann vom Aktor 64 über
den Stößel 62 in eine zweite Schaltstellung gebracht werden, in der es an der in Figur
2 unteren Begrenzungswand der Schaltkammer 60 anliegt. Die Schaltkammer 60 ist nun
über den Kanal 70 mit dem Niederdruckanschluss 72 verbunden. Über die Strömungsdrossel
82 kann somit der hohe Druck aus dem Steuerraum 84 des hydraulisch betätigbaren Schaltventils
86 entweichen. Durch die Druckfeder 98 wird nun das Ventilelement 90 des hydraulisch
betätigbaren Schaltventils 86 in Richtung zum Steuerraum 84 bewegt, so dass die Schaltkante
118 vom Ventilsitz 116 abhebt.
[0035] Der unter hohem Druck in der Ringnut 102 vorhandene Kraftstoff kann nun über den
Kanal 112 in den Ringraum 114 strömen. An einem radial außerhalb des Ventilsitzes
42 gelegenen Bereich der in Figur 2 unteren konischen Endfläche des Ventilelements
40 liegt nun der hohe Kraftstoffdruck an, der auch am Hochdruckanschluss 106 anliegt.
Durch diesen wird das zweite Ventilelement 40 entgegen der Beaufschlagung durch die
Druckfeder 46 nach oben bewegt, so dass es vom Ventilsitz 42 freikommt. Somit kann
der unter hohem Druck im Ringraum 114 vorhandene Kraftstoff durch die Austrittsöffnungen
54 nach außen strömen.
[0036] Da das Ventilelement 58 der gemeinsamen Ventileinrichtung 56 in dieser zweiten Schaltstellung
dem Kanal 74 zum Steuerraum 76 hin verschließt, herrscht in diesem weiterhin ein hoher
Kraftstoffdruck, der das erste Ventilelement 36 über die Druckfläche 78 in Figur 2
nach unten drückt. Obwohl nun an dem radial außen vom Ventilsitz 38 gelegenen Bereich
der konischen unteren Endfläche des Ventilelements 36 ein hoher Kraftstoffdruck anliegt,
wird aufgrund der in Figur 2 nach unten gerichteten Kraftresultierenden der Druckfläche
78 das erste Ventilelement 36 weiter gegen den Ventilsitz 38 gedrückt. Durch die Austrittsöffnungen
52 kann daher weiterhin kein Kraftstoff austreten.
[0037] Damit auch während der Bewegung des Ventilelements 58 der gemeinsamen Ventileinrichtung
56 von der ersten in die zweite Schaltstellung der Druck im Steuerraum 76 nicht so
weit abfällt, dass das Ventilelement vom Ventilsitz 38 abhebt, wird durch die Strömungsdrossel
80 das Abströmen des Kraftstoffes aus dem Steuerraum 76 verzögert.
[0038] Das Ventilelement 58 der gemeinsamen Ventileinrichtung 56 kann vom Aktor 64 auch
in eine dritte, mittlere Schaltstellung gebracht werden. In dieser liegt es weder
am Ventilsitz 68 noch an der in Figur 2 unteren Stirnwand der Schaltkammer 60 an.
Somit ist, wie bei der zweiten Schaltstellung, die Schaltkammer 60 mit dem Niederdruckanschluss
72 verbunden. Zusätzlich kann jedoch nun der Kraftstoff aus dem Steuerraum 76 über
den Kanal 74 und die Strömungsdrossel 80 in die Schaltkammer 60 und weiter zum Niederdruckanschluss
72 abströmen. Hierdurch sinkt der Druck im Steuerraum 76 so weit ab, dass das Ventilelement
36 von dem am radial außen vom Ventilsitz 38 der konischen Endfläche anliegenden hohen
Druck vom Ventilsitz 38 abgehoben wird. Wenn sich das Ventilelement 58 der gemeinsamen
Ventileinrichtung 56 also in der mittleren dritten Schaltstellung befindet, wird vom
Injektor 22 Kraftstoff sowohl durch die Austrittsöffnungen 54 als auch durch die Austrittsöffnungen
52 abgegeben.
1. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) für eine Brennkraftmaschine, mit einem Gehäuse
(30, 32), mit einer in dem Gehäuse (30, 32) vorhandenen Ausnehmung (34), mit mindestens
zwei in der Ausnehmung (34) koaxial zueinander angeordneten Ventilelementen (36, 40),
welche jeweils mit einem entsprechenden Ventilsitz (38, 42) zusammenarbeiten und denen
jeweils mindestens eine entsprechende Kraftstoffaustrittsöffnung (52, 54) zugeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass sie als gemeinsame Ventileinrichtung (56) ein 3/3-Wegeventil (56) umfasst, welches
die Stellung der Ventilelemente (36, 40) beeinflusst und mit einem Niederdruckanschluss
(72), einem Steuerraum (76) des ersten Ventilelements (36), und einem Steuerraum (84)
einer hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung (86) verbunden ist, welche wiederum
mit einem Steuerraum (114) des zweiten Ventilelements (40) und mit einem Hochdruckanschluss
(106) verbunden ist.
2. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Schaltstellung der gemeinsamen Ventileinrichtung (56) beide Ventilelemente
(36, 40) am Ventilsitz (52, 54) anliegen, in einer zweiten Schaltstellung eines der
beiden Ventilelemente (40) von seinem Ventilsitz (54) abgehoben ist, und in einer
dritten Schaltstellung beide Ventilelemente (36, 40) von ihren Ventilsitzen (52, 54)
abgehoben sind.
3. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Strömungsweg zwischen dem Hochdruckanschluss (106) und dem Steuerraum (84) der
hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung (86) eine Strömungsdrossel (122) angeordnet
ist.
4. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Strömungsweg zwischen dem Steuerraum (84) der hydraulisch schaltbaren Ventileinrichtung
(86) und der gemeinsamen Ventileinrichtung (56) eine Strömungsdrossel (82) angeordnet
ist.
5. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Ventilelement (40) druckgesteuert und das andere Ventilelement (36) hubgesteuert
arbeitet.
6. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das druckgesteuerte Ventilelement (40) radial außen von dem hubgesteuerten Ventilelement
(36) angeordnet ist.
7. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (22) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Endstellung der gemeinsamen Ventileinrichtung (56) der Steuerraum (76) des
hubgesteuerten Ventilelements (36) und der Steuerraum (84) der hydraulisch schaltbaren
Ventileinrichtung (86) nur mit dem Hochdruckanschluss (106) verbunden sind.
1. Fuel injection device (22) for an internal combustion engine, with a housing (30,
32), with a recess (34) present in the housing (30, 32), and with at least two valve
elements (36, 40) which are arranged coaxially to one another in the recess (34) and
in each case cooperate with a corresponding valve seat (38, 42) and which are assigned
in each case at least one corresponding fuel outlet orifice (52, 54), characterized in that it comprises, as a common valve device (56), a 3/3-way valve (56) which influences
the position of the valve elements (36, 40) and is connected to a low-pressure connection
(72), to a control space (76) of the first valve element (36) and to a control space
(84) of a hydraulically switchable valve device (86) which, in turn, is connected
to a control space (114) of the second valve element (40) and to a high-pressure connection
(106).
2. Fuel injection device (22) according to Claim 1, characterized in that, in a first switching position of the common valve device (56), both valve elements
(36, 40) bear against the valve seat (52, 54), in a second switching position one
of the two valve elements (40) is lifted off from its valve seat (54), and, in a third
switching position, both valve elements (36, 40) are lifted off from their valve seats
(52, 54).
3. Fuel injection device (22) according to one of the preceding claims, characterized in that a flow throttle (122) is arranged in the flow path between the high-pressure connection
(106) and the control space (84) of the hydraulically switchable valve device (86).
4. Fuel injection device (22) according to one of the preceding claims, characterized in that a flow throttle (82) is arranged in the flow path between the control space (84)
of the hydraulically switchable valve device (86) and the common valve device (56).
5. Fuel injection device (22) according to one of the preceding claims, characterized in that one valve element (40) operates by pressure control and the other valve element operates
(36) by stroke control.
6. Fuel injection device (22) according to Claim 5, characterized in that the pressure-controlled valve element (40) is arranged radially on the outside of
the stroke-controlled valve element (36).
7. Fuel injection device (22) according to Claim 5 or 6, characterized in that, in one end position of the common valve device (56), the control space (76) of the
stroke-controlled valve element (36) and the control space (84) of the hydraulically
switchable valve device (86) are connected only to the high-pressure connection (106).
1. Injecteur de carburant (22) pour un moteur à combustion interne, comprenant un boîtier
(30, 32), une cavité (34) dans le boîtier (30, 32), et au moins deux éléments de soupape
(36, 40) coaxiaux dans la cavité (34), qui coopèrent chacun avec un siège de soupape
correspondant (38, 42) et auxquels est respectivement associé un orifice de sortie
de carburant (52, 54),
caractérisé en ce que
comme dispositif de soupape commun (56) il comprend une soupape à 3/3 voies (56) qui
influence la position des éléments de soupape (36, 40) et qui est raccordée à un raccord
basse pression (72), à une chambre de commande (76) du premier élément de soupape
(36), et à une chambre de commande (84) d'un dispositif de soupape (86) à commande
hydraulique, lui-même raccordé à une chambre de commande (114) du deuxième élément
de soupape (40) et à un raccord haute pression (106).
2. Injecteur de carburant (22) selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
dans une première position de commutation du dispositif de soupape commun (56), les
deux éléments de soupape (36, 40) sont appliqués sur le siège de soupape (52, 54),
dans une deuxième position de commutation un des deux éléments de soupape (40) est
soulevé de son siège de soupape (54), et dans une troisième position de commutation
les deux éléments de soupape (36, 40) sont soulevés de leurs sièges de soupape (52,
54).
3. Injecteur de carburant (22) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
un étranglement de l'écoulement (122) est disposé dans le chemin d'écoulement entre
le raccord à haute pression (106) et la chambre de commande (84) du dispositif de
soupape à commande hydraulique (86).
4. Injecteur de carburant (22) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
un étranglement de l'écoulement (82) est disposé dans le chemin d'écoulement entre
la chambre de commande (84) du dispositif de soupape à commande hydraulique (86) et
le dispositif de soupape commun (56).
5. Injecteur de carburant (22) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le premier élément de soupape (40) est commandé en pression et l'autre élément de
soupape (36) est commandé en course.
6. Injecteur de carburant (22) selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
l'élément de soupape (40) commandé en pression est disposé radialement à l'extérieur
par rapport à l'élément de soupape (36) commandé en course.
7. Injecteur de carburant (22) selon la revendication 5 ou 6,
caractérisé en ce que
dans une position d'extrémité du dispositif de soupape commun (56), la chambre de
commande (76) de l'élément de soupape (36) commandé en course et la chambre de commande
(84) du dispositif de soupape à commande hydraulique (86) ne sont raccordées qu'au
raccord haute pression (106).