[0001] Die Erfindung betrifft ein Dosierventil mit Aktoreinheit, Ventileinheit, Fluidzuführung
und Längenkompensationseinheit.
[0002] Mechanische Bauteiltoleranzen, temperaturbedingte und druckbedingte Längenänderungen,
Alterungseffekte, insbesondere des
Piezoelektrischen
Multilayer
Aktors (PMA), wirken sich unmittelbar auf den Öffnungshub eines Fluidventils aus und
damit auf dessen Dosiermenge. Insbesondere der PMA wirft hinsichtlich der thermischen
Längenkompensation mit herkömmlichen Methoden, wie z. B. mit geeigneter Werkstoffkombination,
praktisch nicht lösbare Probleme auf.
[0003] Die durch den inversen piezoelektrischen Effekt bei Hochleistungskeramiken erreichbare
Elongation aufgrund des Anlegens einer maximal für den Dauerbetrieb zulässigen Feldstärke
von ca. 2 KV/mm beträgt nur 1,2-1,4 Promille. Dies führt bei einer typischen Baulänge
von ca. 40 mm und einem Schichtabstand von 80 µm bei 160 V angelegter Spannung zu
einer Elongation von maximal ca. 56 µm. Liegt zwischen der Aktoreinheit und dem Gehäuse,
in das die Aktoreinheit eingebaut ist, auch nur eine minimale relative Abweichung
im effektiven thermischen Ausdehnungskoeffizienten von

über die Länge des PMA von 40 mm hinweg vor, so führt dies im automobiltechnisch
relevanten Temperaturbereich von -40°C bis +140°C zu einer Abweichung der für den
Ventiltrieb relevanten Referenzflächen von -2,4 µm bis zu +4,8 µm oder in Summe zu
7,2 µm und, bezogen auf die Elongation des PMA, zu einer Abweichungsbandbreite von
bis zu 13%.
[0004] Probleme entstehen, weil es praktisch nicht möglich ist die komplexe Fertigung der
PMA in derart engen Toleranzen zu gestalten, dass die thermische Dehnung des PMA insgesamt
in einem hinreichend engen Toleranzfeld bleibt.
[0005] Als Bauteil mit Domänenstruktur und Hysterese hängt der thermische Längenausdehnungskoeffizient
stark vom Polarisationszustand und der mechanischen und elektrischen Belastungsvorgeschichte
des PMA ab, sowie von der Temperatur selbst in nichtlinearer Abhängigkeit und kann
bei ein und demselben PMA Werte im Bereich von -5·10
-6 1/K bis zu +7·10
-6 1/K annehmen.
[0006] Als wirksame Maßnahme zur Kompensation von Bauteiltoleranzen und Längenänderungen
sind im Stand der Technik hydraulische Elemente in Form von hydraulischen Lagern bekannt,
wie z.B. in der Patentschrift DE-C-199 40 055 beschrieben. Varianten davon weisen
zusätzlich einen hydraulischen Übersetzer auf, wie es z.B. in der Patentanmeldung
DE-A-100 39 424 gezeigt wird.
[0007] Das hydraulische Kompensationselement besteht aus einer ölbefüllten Hydraulikkammer,
die einerseits durch ein Zylindergehäuse und andererseits durch einen in Form einer
engen Spielpassung eingepassten Hydraulikkolben begrenzt ist. Über die enge Spielpassung
und/oder eine Drosselbohrung steht die Hydraulikkammer mit einem Speichervolumen in
Verbindung. Das Speichervolumen dient einerseits als Ausgleichsbehälter, in das oder
von dem Öl überströmt, wenn sich die Höhe der Hydraulikkammer ändert und andererseits
als Kompensator für die thermische Volumenänderung des Ölvolumen selbst. Der Speicherraum
muss einen vorher einstellbaren Grunddruck über den Kompensationsweg und den vollen
Temperaturbereich möglichst konstant halten. Das gesamte Ölvolumen muss hermetisch
dicht eingeschlossen sein und darf keine Gasblasen enthalten.
[0008] Der Kompensationsweg bei einem hydraulischen Kompensationselement wird unter anderem
von der Höhe der Hydraulikkammer in axialer Richtung beschränkt und beträgt bei typischen
Anwendungen max. ± 200 µm. Die mechanische Steifigkeit c der Hydraulikkammer ist proportional
zur Querschnittsfläche A der Hydraulikkammer und umgekehrt proportional zur Kammerhöhe
h und zur Kompressibilität k des Fluids (nach der Beziehung c = A / (k·h)). Mit zunehmender
Kammerhöhe h sinkt die mechanische Steifigkeit c der Hydraulikkammer so stark ab,
dass die dynamischen Eigenschaften des Piezoantriebes inakzeptabel stark beeinträchtigt
werden. Ein genaues Einjustieren eines HK ist daher unabdingbar.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Längenkompensationseinheit mit im
Vergleich zum Stand der Technik erhöhtem Kompensationsweg und wesentlich vereinfachtem
Aufbau bereitzustellen.
[0010] Lösungen ergeben sich aus der jeweiligen Merkmalskombination von Anspruch 1 bzw.
2.
Vorteilhafte Ausgestaltungen können den Unteransprüchen entnommen werden.
[0011] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass ein friktionsbasiertes Kompensationselement
(FK) zur Integration maximaler Funktionalität bei gegebenen Bauraumbedingungen als
Längenausgleichselement einsetzbar ist. Die besondere Konstruktion gewährleistet die
Möglichkeit des separaten Aufbaus, Tests und den entsprechenden Einbau.
[0012] Das erfindungsgemäße
Friktionsbasierte
Kompensationselement (FK) ist den bekannten Konzepten
Hydraulischer
Kompensatoren (HK) in folgenden Eigenschaften überlegen:
Der Bauraum, insbesondere die Länge eines Aktors, wird bei Anwendung eines FK gegenüber
Aktor mit HK deutlich reduziert, da sich das HK in der Länge immer an den Aktor anschließen
muss, während beim FK nur ein zusätzliches Rohr geringer Wandstärke nötig ist, das
die Aktoreinheit umfasst. Daher entsteht lediglich ein geringer zusätzlicher Platzbedarf
im Durchmesser.
[0013] Der Aufbau eines FK ist wesentlich einfacher als der eines HK. Beim FK ist nur eine
enge Zylinderpassung erforderlich. Auf eine Druckbeaufschlagung des Ölvolumens wie
im HK kann verzichtet werden. Das ölgefüllte Volumen beim FK muss nicht gasblasenfrei
sein. Ein Lufteinschluss dient gerade dazu, die thermische Volumenausdehnung der Ölfüllung
abzufangen. Der Kompensationsweg bei einem FK ist nahezu unbeschränkt. Daher entsteht
praktisch kein Aufwand für die Einstellung eines FKs.
[0014] Die sichere Rückstellung des Dosierventils in den geschlossenen Zustand bzw. in den
Ruhezustand mittels einer Rückstellfeder geschieht durch eine entsprechende Kraft,
die in die Ventileinheit eingeleitet wird. Die Einleitung kann direkt auf die Ventileinheit
oder sehr vorteilhaft über das FK auf die Ventileinheit geschehen. So kann die Schließkraft
mechanisch oder hydraulisch (durch das FK) aufgebracht werden, wobei sich beide Anteile
zur Schließkraft summieren. Der mechanische Anteil, der durch die Rückstellfeder aufgebracht
wird, dient zum sicheren Verschluss des Ventils im drucklosen Zustand des Injektors.
Ein Auslaufen von Fluid aus dem Injektors kann somit auch beim abgestellten Motor
zuverlässig verhindert werden.
[0015] Durch den Einsatz von konzentrisch geführten Rohren im FK kann durch deren offene
Stirnseiten ein elektrischer Anschluss nach außen geführt werden.
[0016] Die Ausbildung einer Mantelstromkühlung ist zur gleichmäßigen Ausbildung des Kühlstroms
und zur vollständigen Kühlung der Aktoreinheit besonders vorteilhaft.
[0017] Zur Abführung der Verlustwärme aus dem Aktorantrieb wird insbesondere ein inertes
Fluid, welches nicht korrosiv wirkt, eingesetzt. Dieses umschließt den Aktor und bindet
diesen wärmetechnisch nach außen an.
[0018] Ein Metallbalg dient zur Trennung zwischen dem unter erhöhtem Fluiddruck stehenden
Bereich der Ventileinheit von dem mit niedrigerem Druck beaufschlagten Bereich der
Aktoreinheit und als Durchführungselement für die Ventilnadel von der Aktoreinheit
zur Ventileinheit. Weiterhin wird zum Schutz des Metallbalges vor Druckwellen eine
zwischen Metallbalg und mit Fluiddruck beaufschlagtem Bereich der Ventileinheit positionierte
Spielpassung ausgebildet.
[0019] Ein friktions-basiertes Kompensationselement (FK) zum Toleranz- und Längenausgleich
für Piezoantriebe wird als Fluid zwischen den beteiligten Bauelementen eine Substanz
mit einer definierten Viskosität η enthalten. Diese Viskosität ist insbesondere von
der Friktionsfläche A abhängig. Die Festlegung der Viskosität η erfolgt aus folgender
Formel: δ =

, wobei ν die relative Geschwindigkeit der Friktionspartner (Bauteile) gegeneinander,
F die über das Friktionslager übertragene Kraft (Scherkraft) und δ das zwischen den
beteiligten Bauelementen vorliegende Spaltmaß bedeuten. Eine Lösung der gestellten
Aufgabe ergibt sich aus durch die Ausnützung der Eigenschaften einer hoch viskosen
Flüssigkeit, die langsame Relativbewegungen zulässt und bei schnellen Relativbewegungen
wie ein hartes Lager wirkt.
[0020] Bei einem vom Aufbau her identischen Dosierventil mit Längenkompensationseinheit
kann anstelle eines hoch viskosen Fluids, welches sich zwischen den beteiligten Bauelementen
befindet, ein Fluid mit dilatanten Eigenschaften zwischengeschaltet sein. Die Vorteile
liegen in diesem Fall ebenso in der Erhöhung des Kompensationsweges, der im Wesentlichen
auf der mechanischen Konstruktionsweise begründet ist. Der Einsatz eines dilatanten
Fluids ist mit weiteren besonderen Vorteilen verbunden. Während beim Einsatz einer
herkömmlichen hoch viskosen Flüssigkeit, die beispielsweise eine Viskosität η = 1000
Ns/
m2 aufweist, ist beispielsweise ein Spaltmaß von 10 µm notwendig. Damit ist die gewünschte
Funktionsweise des friktions-basierten Kompensationselementes optimal eingestellt.
Die dazu notwendige Herstellungsgenauigkeit für die beteiligten Bauelemente bzw. für
die Befüllung mit dem Gleitmittel stellen jedoch hohe Anforderungen an die Fertigung
eines solchen Lagers. Die Ausführung eines friktions-basierten Lagers ist durch geringe
Spaltmaße und durch langwierige Befüllung mit einem Gleitmittel gekennzeichnet und
sehr aufwändig.
[0021] Eine andere Lösung der gestellten Aufgabe beinhaltet die Verwendung eines dilatanten
Fluids zwischen den entsprechend zusammenwirkenden Bauelementen des friktions-basierten
Kompensationselementes. Ein dilatantes Fluid weist im Gegensatz zu einem hoch viskosen
Newton'schen Fluid ein wesentlich anderes Verhalten auf. Bei einer dilatanten Flüssigkeit
bewirkt ein Anstieg der Scherrate ein Ansteigen der Viskosität bis hin zu festkörperähnlichen
Eigenschaften. Die Vorteile der Verwendung eines solchen Fluids sind folgende:
Die Befüllung des Systems ist unproblematisch, da die Fluide ohne aufgebrachte Scherspannungen
niedrig viskos sind, das Spaltmaß der beteiligten Bauelemente kann größer gewählt
werden, da die Viskosität unter hohen Scherraten deutlich zunimmt und größer werden
kann als die der bisher eingesetzten Öle, die in der Regel bis zu Werten von η = 2000
Ns/
m2 beträgt. Ferner ist anzumerken, dass das Verhalten einer dilatanten Substanz den
Anforderungen des FKs dahingehend entspricht, dass langsam ablaufende Vorgänge wie
die Kompensation von Längenänderungen oder Bauteiltoleranzen bei geringer Scherrate
stattfinden. Somit werden nur sehr geringe Kräfte im Lager übertragen und eine Längskompensation
ist möglich. Bei schnellen Änderungen in Längsrichtung wie bei dem Antrieb eines piezoelektrischen
Motors oder einem Fluidventil, entstehen hohe Scherraten. Die entsprechenden Kräfte
werden durch das Lager in diesem Fall aufgrund der erhöhten Viskosität übertragen.
[0022] Im Folgenden werden detaillierte Beschreibungen von besonders vorteilhaften Ausgestaltungen
der Erfindung unter Bezug auf die begleitenden Figuren wiedergegeben:
Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch ein Dosierventil mit Ventileinheit, Aktoreinheit,
Längenkompensationseinheit und Rückstellfeder,
Figur 2 zeigt ein Dosierventil entsprechend Figur 1, wobei die Rückstellfeder direkt am friktionsbasierten
Kompensationselement angreift.
[0023] Das im Folgenden detailliert beschriebene friktionsbasierte Kompensationselement
(FK) stellt eine Weiterentwicklung und Optimierung des genannten Standes der Technik
hinsichtlich der Integration maximaler Funktionalität bei gegebenen Bauraumbedingungen
dar, wie vorgeschriebene Bauhöhe, Außendurchmesser und einfacher Aufbau als modulare
Einheit. Dieses kann separat aufgebaut, getestet und verbaut werden.
[0024] Das erfindungsgemäße FK ist den bekannten Konzepten
Hydraulischer
Kompensatoren (HK) in folgenden Eigenschaften überlegen:
Der Bauraum, insbesondere die Länge des Piezoantriebes, wird bei Anwendung eines FK
gegenüber einem Piezoantrieb mit HK deutlich reduziert, da das HK in der Länge immer
an den Piezoantrieb anschließen muss, während beim FK nur ein zusätzliches Rohr geringer
Wandstärke, das die Aktoreinheit umfasst, erforderlich ist. Daher entsteht lediglich
ein geringer zusätzlicher Platzbedarf im Durchmesser.
Der Aufbau eines FK ist wesentlich einfacher als der eines HK.
[0025] Hingegen ist beim FK nur eine enge Zylinderpassung erforderlich. Auf eine Druckbeaufschlagung
des Ölvolumens kann verzichtet werden. Das mit einem hochviskosen Öl gefüllte Volumen
muss nicht gasblasenfrei befüllt sein. Ein Lufteinschluss dient gerade dazu, die thermische
Volumenausdehnung der Ölfüllung abzufangen.
[0026] Der Kompensationsweg bei einem FK ist hingegen nahezu unbeschränkt. Daher entsteht
praktisch kein Aufwand für dessen Einstellung.
[0027] Der Aufbau und die Funktion des erfindungsgemäßen FK in einem Piezoelektrischen Benzin
(
Gasoline)
Direkt
Injektor, PGDI, wird anhand von
Fig.1 erläutert.
[0028] Der Aufbau eines Dosierventils umfasst ein Gehäuse mit folgenden funktionalen Bestandteilen:
1) Ventileinheit
2) Aktoreinheit
3) Längenkompensationseinheit
4) Fluidzufuhr/Kraftstoffzufuhr
1. Ventileinheit:
[0029] Die Ventileinheit besteht aus einer Ventilnadel 1, deren unteres Ende entsprechend
der Ausrichtung in den Figuren in Form eines Ventiltellers 2 ausgebildet ist und aus
einer Cartridge/Hülse 3, in deren unteres Ende ein Ventilsitz 4 eingeschliffen ist,
der zusammen mit dem Ventilteller 2 ein Kegelstrahlventil bildet, wobei der Strahlkegelwinkel
des austretenden Kraftstoffes durch die geometrische Ausgestaltung des Ventiltellers
2 und des Ventilsitzes 4 festgelegt werden. Die Ventilnadel 1 wird in der Hülse 3
durch zwei sehr enge Spielpassungen 5,6 axial geführt. Der Querschnitt der Ventilnadel
1 im Bereich der unteren Passung 5 weist ein oder mehrere Abflachungen auf, damit
der Kraftstoff im Raum zwischen Ventilnadel und Hülsen-Innenwand von der mindestens
einen Eintrittsbohrung 7 während des Einspritzvorganges ungehindert zum geöffneten
Kegelstrahlventil fließen kann. Oberhalb der oberen Passung 6 ist ein Metallbalg 8
an seinem unteren Ende hermetisch dichtend mit der Ventilnadel 1 und an seinem oberen
Ende hermetisch dichtend mit dem Ventilkörper 9 vorzugsweise durch Verschweißen verbunden.
Diese Art des Balganschlusses bewirkt, dass der unter hohem Druck stehende Kraftstoff
von außen auf den Balg einwirkt. Der Einbau von Metallbälgen unter Außendruckbelastung
wird von den Balgherstellern als die stabilere Variante empfohlen. Der Metallbalg
8 dient als hochdruckfestes hermetisch dichtendes, aber axial weiches Durchführungselement,
das die erforderliche Bewegung der Ventilnadel 1 zum schnellen Öffnen und Schließen
des Kegelstrahlventils nicht behindert. Der Metallbalg 8 besitzt einen effektiven
hydraulischen Durchmesser d
1 der genau auf den Durchmesser der Dichtlinie d
2 im Kegelstrahlventil abgestimmt wird. Liegt der Kraftstoffdruck P an, so berechnet
sich die vom Kraftstoffdruck P auf die Ventilnadel 1 ausgeübte Druckkraft zu F
P = π/4 · (d
12 - d
22) · P, wobei ein positives Vorzeichen eine Kraft nach oben also eine ventilschließende
Kraft bedeutet. Je nach bevorzugter Auslegung der Kräftebilanz auf das Ventil kann
durch Wahl von d
1 und d
2 eine öffnende, schließende oder verschwindende druckabhängige Kraft auf die Ventilnadel
eingestellt werden.
[0030] Durch das schnelle Öffnen und Schließen des Kegelstrahlventils werden Druckschwankungen
hoher Amplitude und Frequenz (Druckwellen) im Kraftstoff induziert, die einen Metallbalg
stark schädigen und zu seinem verfrühten Ausfall führen. Als experimentell erwiesene
und wirksame Maßnahme ist der Metallbalg oberhalb der Passung 6 angeordnet, die in
ihrem Querschnitt keine Abflachungen aufweist. Durch hinreichend enge Passungen können
Druckwellen nicht propagieren, was den Metallbalg 8 vor den schädlichen Druckwellen
schützt.
[0031] Durch eine weiche, druckvorgespannte Rückstellfeder 10, die sich am unteren Ende
auf dem Ventilkörper 9 und am oberen Ende über einen Federteller 11 an der Ventilnadel
1 abstützt, wird eine wegunabhängige Schließkraft F
R in die Ventilnadel eingeleitet. Die Schließkraft F
S im Kegelstrahlventil zwischen Ventilteller 2 und Ventilsitz 4 setzt sich im Betrieb
additiv aus dem druckabhängigen Anteil F
P und der Kraft der Rückstellfeder F
R zusammen gemäß F
S = F
P + F
R .
[0032] Der Ventilkörper 9 ist mit der Hülse 3 hermetisch dichtend und druckstabil vorzugsweise
durch Schweißen verbunden.
[0033] Die Ventileinheit ist bis zu dem bis jetzt beschriebenen Zustand als separate Einheit
montierbar und mit Hilfe geeigneter Vorrichtungen in ihrer Funktion prüfbar, wie z.B.
auf Dichtheit der Schweißnähte, Dichtheit des Kegelstrahlventils, Ausbildung und Eigenschaften
des Kegelstrahles, was Kosten spart, da mangelhafte Ventilgruppen sofort ausgesondert
werden können und Fehler nicht erst an einem vollständigen Injektor nachgewiesen werden,
wodurch der gesamte Injektor verworfen werden müsste.
2. Aktoreinheit:
[0034] Die Aktoreinheit besteht aus dem
Piezoelektrischen
Multilayer
Aktor, PMA 12, der unter Druckvorspannung zwischen einer Bodenplatte 13 und einer Kopfplatte
14 in eine Rohrfeder 15 eingeschweißt ist. Die Druckvorspannung schützt den PMA im
hochdynamischen Betrieb vor schädlichen Zugspannungen. Die Piezokeramik verhält sich
stabil gegenüber Druckspannungen, Zugspannungen hingegen können zur Zerstörung der
Piezokeramik führen. Zudem wird durch das Anlegen einer starken Druckvorspannung,
typischerweise von ca. 500 N - 1000 N, der Effekt der Spaltfederung zwischen den Stirnflächen
des PMA und den entsprechenden Gegenflächen der Kopfplatte 14- und Bodenplatte 13
vermieden, der zu einer weichen, mechanischen Ankopplung der Kopfplatte 14 und Bodenplatte
13 führt und daher ursächlich für Verluste in der Auslenkung der Aktoreinheit sein
kann. Ursache für das Auftreten von Spaltfederung sind geometrische Abweichungen von
der idealen planparallelen Geometrie der PMA Stirnflächen. Die Stirnflächen sind typisch
mit einer Toleranz in der Parallelität von ca. ± 50µm gefertigt.
[0035] Durch den Polungsvorgang werden zunächst planare Stirnflächen ballig ausgebildet.
Ohne oder bei nur geringer Druckvorspannung ist nur ein Bruchteil der PMA Stirnfläche
auf Anlage mit der entsprechenden Gegenfläche auf der Kopf- oder Bodenplatte und bewirkt
eine mechanisch weiche Kopplung. Eine hinreichend hohe Druckkraft bewirkt durch elastische
Deformation das Schließen der Spalte und damit eine ganzflächige Anlage der Stirnflächen
an den entsprechenden Gegenflächen und somit eine mechanisch steife Ankopplung.
[0036] Die Kopfplatte 14 enthält zudem Bohrungen 16, durch die die elektrischen Anschlüsse
17 des PMA zentral nach hinten aus der Aktoreinheit herausgeführt werden.
Die Aktoreinheit kann ebenfalls als separates Modul elektrisch und mechanisch geprüft
werden, bevor es in einen Injektor eingebaut wird.
3. Längenkompensationseinheit:
[0037] Der Längenkompensator besteht in einer bevorzugten Ausführung für die Anwendung im
beschriebenen Dosierventil aus zwei konzentrischen Rohren, dem Innenrohr 18 und dem
Außenrohr 19, wobei der Außendurchmesser des Innenrohres 18 nur geringfügig kleiner
ist als der Innendurchmesser des Außenrohres 19, so dass beide Rohre eine enge Spielpassung
bilden. Eine typische Durchmesserdifferenz liegt bei ca. 5 µm - 20 µm. Der Passungsspalt
wird mit einem hochviskosen Fluid, z. B. Baysilone M 2 000 000 ausgefüllt, wodurch
hohe Scherkräfte zwischen dem Innerohr 18 und dem Außenrohr 19 bei minimaler Relativgeschwindigkeit
übertragen werden können. Die Verwendung von Silikonölen, wie z. B. Baysilone M, ergibt
sich aus der wesentlich geringeren Abhängigkeit der Viskosität von der Temperatur
beim Vergleich zwischen Silikonölen mit Mineralölen im relevanten Temperaturbereich
von -40°C bis +150°C , verbunden mit der daraus resultierenden vereinfachten Auslegung
des Längenkompensators. Die Verwendung anderer hochviskoser Fluide ist jedoch genauso
möglich.
[0038] Beim Einsatz eines dilatanten Fluide zwischen einem Innenrohr und einem Außenrohr
einer friktions-basierten Längenkompensationseinheit werden ebenfalls mechanische
Kräfte für den Fall übertragen, dass hohe Relativgeschwindigkeiten vorliegen. Nachteilige
Längenänderungen und Bauteiletoleranzen verschiedener Bauelemente können ausgeglichen
werden, indem langsame Relativbewegungen nicht von der Einheit abgestützt, sondern
ausgeglichen werden. Rheologisch gesehen fließen Fluide normalerweise beim Einwirken
äußerer Kräfte, beispielsweise entsprechend der Newton'schen Scherkraftformel. Die
Viskosität eines dilatanten Fluids ist abhängig von dem Betrag der Scherkräfte, die
in dieses Fluid eingebracht werden. Mit zunehmender Scherrate steigt die Viskosität
bis hin zu festkörperähnlichen Eigenschaften. Falls nun ein Hub eines piezoelektrischen
Aktors, der nur wenige µm ausmacht, von einem friktions-basierten Kompensationselement
abgestützt werden soll, müssen derartige Reaktionen innerhalb des Fluids ausreichend
schnell ablaufen. Dies ist der Fall, da Viskositätsänderungen in dilatanten Fluiden
im Millisekundenbereich vonstatten gehen. Anders ausgedrückt reagiert ein derartiges
Fluid dilatant und nicht pseudoplastisch. Als Ergebnis liegt in diesem Fall ein steifes
Lager zum Abstützen des Aktorhubes vor.
[0039] Typischerweise wird, wie in
Fig. 1 gezeigt, das Innenrohr 18 mit der Kopfplatte 14 der Aktoreinheit 32 steif verbunden,
beispielsweise verschweißt. Das Außenrohr 19 wird an seinem unteren Ende mit der Ventilgruppe
steif und hochdruckdicht verbunden. Die Bodenplatte 13 ist steif mit dem oberen Ende
der Ventilnadel 1 verbunden. Der Innenraum innerhalb des Außenrohres 19 ist zur Gewährleistung
der permanenten Ausfüllung des Passungsspaltes zwischen dem Innenrohr 18 und dem Außenrohr
19 weitestgehend mit hochviskosem Öl oder mit dilatantem Fluid ausgefüllt. Des weiteren
dient die Füllung gleichzeitig zur optimalen Verlustwärmeabfuhr vom PMA zum Außenrohr
19.
4. Die Kraftstoffzufuhr:
[0040] Die Kraftstoffversorgung besteht aus einem Einlassverbinder/Inletfitting 26 mit einer
Zulauföffnung 20, in die der Kraftstoff von der Hochdruckpumpe kommend über eine Kraftstoffleitung
eingespeist wird. Die Zulauföffnung mündet in eine Ringnut 21, durch die der Kraftstoff
gleichmäßig über den Umfang verteilt wird. Zur Kraftstoffversorgung dient des weiteren
ein Mantelrohr 22. Der zylindrische Ringspalt zwischen dem Außenrohr 19 und dem Mantelrohr
22 dient als Kraftstoffleitung vom Inletfitting 26 zur Ventilgruppe. Das Inletfitting
(26) ist hochdruckfest und hermetisch dichtend mit dem oberen Ende des Außenrohres
und dem Mantelrohr verbunden. Das untere Ende des Mantelrohres ist hochdruckfest und
hermetisch dichtend mit der Hülse 3 verbunden.
Diese Art der konzentrischen Kraftstoffzufuhr ermöglicht eine optimale Verlustwärmeabfuhr
vom PMA über das Innenrohr 18, das Silikonöl und das Außenrohr 19 zum Kraftstoff.
Die Elastizität des Außen- und Mantelrohres stellt einen effizienten, injektorinternen
Druckspeicher dar, der die durch das schnelle Öffnen und Schließen des Kegelstrahlventils
ausgelösten Druckwellen optimal dämpft.
[0041] Das Inletfitting 26 kann eine Vorrichtung zur mechanischen Injektorkalibrierung,
bestehend aus einer Hohlschraube 23, und einer weichen Feder 24, die sich oben an
der Hohlschraube und unten an der Aktoreinheit abstützt, enthalten. Durch das Eindrehen
der Hohlschraube 23 wird über die Feder 24 der Ventilsitz gezielt geringfügig entlastet,
wodurch der erreichbare Volumenstrom des Kegelstrahlventils geringfügig zunimmt. Eine
mechanische Gleichstellung zwischen mehreren Injektoren ist somit erreichbar. Die
Innenbohrung der Hohlschraube 23 dient zur Durchführung der elektrischen Anschlüsse
17. Mittels der Dichtung 25 aus Silikon oder ähnlichem ist die Bohrung der Hohlschraube
23 verschlossen, damit die Silikonölfüllung sicher im Injektorinnenraum eingeschlossen
bleibt.
Funktion des friktionsbasierten Kompensationselementes FK im Injektor bzw. Dosierventil
[0042] Grundsätzlich können keine statischen Kräfte durch ein derartiges FK zwischen den
beiden Rohren, dem Innenrohr 18 und dem Außenrohr 19, übertragen werden.
[0043] Die Funktion des FK basiert darauf, dass es die Kopplung durch viskose Reibung erlaubt,
kurzzeitig hohe Kräfte bei hoher mechanischer Steifigkeit zu übertragen, wobei während
der Zeitspanne der Kraftwirkung verglichen mit der Aktorauslenkung nur eine vernachlässigbare
Relativverschiebung zwischen den Rohren auftritt. Die mechanische Steifigkeit des
FK wird durch die mechanischen Steifigkeiten der beiden Rohre festgelegt. Sehr langsame
Relativverschiebungen zwischen den Rohren finden praktisch kräftefrei statt.
Daher ist das FK zum Einsatz in kurzzeitig arbeitenden Schaltventilen oder auch periodisch
arbeitenden Schaltventilen einsetzbar, wobei die Phase der Kraftübertragung verglichen
mit der Aktorauslenkung nur zu einer vernachlässigbaren Relativverschiebung zwischen
den Rohren im FK führt.
[0044] Bei Einspritzventilen für Verbrennungsmotoren treten Phänomene mit hinreichend unterschiedlichen
Zeitskalen auf:
1. Typische Einspritzzeiten von ca. 1 ms - 3 ms, in der das FK hohe Kräfte übertragen
muss.
2. Langsame thermische Vorgänge im Sekunden- bis Minutenbereich, wobei Ausgleichsvorgänge
im FK praktisch ungehindert d.h. kräftefrei stattfinden.
[0045] Für Newton'sche Flüssigkeiten gilt die Scherkraftformel:
mit:
F: Scherkraft, entspricht im Injektor der typischen Schließkraft FS ≤ 200 N,
A: Flächeninhalt der Scherfläche A = π · d · 1 mit typischen Dimensionen d = 11 mm;
1 = 60 mm, => A = 2073 · 10-6 m2,
v: Relativgeschwindigkeit zwischen den Scherflächen,

δ: Abstand der Scherflächen typisch δ < 10 · 10-6 m, => η ≥ 200 · 10 · 10-6 Nm / (2073 · 10-6 m2 · 1 · 10-3 m/s) => η ≥ 965 Ns/m2 .
[0046] Im ungünstigsten Fall muss die Viskosität η mindestens 965 Ns/m
2 betragen. Durch hochviskose Öle wie z.B. Baysilone M 2 000 000 (Handelsname) wird
eine Viskosität von ca. 2000 Ns/m
2 bereitgestellt und die erforderliche Mindestviskosität von 956 Ns/m
2 unter allen Betriebsbedingungen sicher eingehalten.
[0047] Wiederholt auftretende Kraftwirkungen auf das FK kumulieren, indem sich der Verschiebeweg
zwischen den Rohren addiert. Daher ist ein Rückstellmechanismus für das Innenrohr
(18) relativ zum Außenrohr (19) erforderlich, der das Außenrohr (19) in der kräftefreien
Zeit in die Anfangslage zurückversetzt.
[0048] Wird der PMA (12) über die elektrischen Anschlüsse (17) aufgeladen, so verlängert
sich der PMA und öffnet das Kegelstrahlventil, wobei die Schließkraft vom PMA übernommen
wird. Die Aktoreinheit stützt sich dabei über das Innenrohr und die viskose Reibung
an dem Außenrohr ab. Die Schließkraft bewirkt über die viskose Reibung, dass die Aktoreinheit
während der Öffnungsdauer mit konstanter Geschwindigkeit relativ zum Außenrohr nach
oben gedrückt wird. Durch das geöffnete Kegelstrahlventil tritt währenddessen Kraftstoff
in Form eines Kegelstrahles in den Brennraum aus. Zur Beendigung des Einspritzvorganges
wird der PMA wieder über die elektrischen Anschlüsse 17 entladen, wobei der PMA wieder
auf die ursprüngliche Länge kontrahiert und das Kegelstrahlventil durch die Schließkraft
geschlossen wird. Zusätzlich unterstützt die Rückstellfeder 10 den Schließvorgang.
Da sich das Innenrohr 18 während des Einspritzvorganges nach oben um die Strecke ε
bewegt hat, wird die Elastizität des Antriebes (Federkonstante c
D), die sich aus der Serienschaltung der Elastizität der Aktoreinheit (Federkonstante
c
A) und der Elastizität der Ventilnadel (Federkonstante c
N) gemäß 1/c
D = 1/c
A +1/c
N berechnet, nach erfolgter Entladung des PMA, um die Strecke ε stärker gedehnt und
erzeugt daher eine zusätzliche Schließkraft: dF= c
D · ε .
Im FK wirkt diese Kraft nach unten, d.h. sie bewirkt eine Rückstellung des Innenrohres
18 während der Ruhephase des Injektors zwischen den Einspritzvorgängen. Die viskose
Reibung dämpft die Rückstellbewegung.
Durch die zusätzliche Schließkraft dF wird ein Rückstellmechanismus bereitgestellt.
[0049] Im Injektorbetrieb, verbunden mit periodischem Öffnen- und Schließen, stellt sich
ein dynamisches Gleichgewicht derart ein, dass die Drift des Innenrohres 18 nach oben,
die während des Einspritzvorganges eintritt, während der Ruhephase des Injektors zurückgesetzt
wird. Diese Gleichgewichtslage hängt von der Tastrate, d. h. vom Verhältnis der Einspritzzeit
zur Periodendauer ab. Da bei Einspritzventilen für Verbrennungsmotoren die Einspritzzeit
wesentlich geringer als die Periodendauer ist, entspricht die dynamische Gleichgewichtslage
des FK nahezu seiner Ruhelage bei beliebig langer Periodendauer. Daher ist der dynamische
Tastrateneffekt für praktische Anwendungen vernachlässigbar.
[0050] Sehr langsame Relativverschiebungen zwischen dem Innenrohr 18 und dem Außenrohr 19,
wie sie z.B. durch thermische Dehnung oder Setzeffekte des PMA hervorgerufen werden,
können hingegen ungehindert stattfinden.
[0051] Vorteile eines FK (friktionsbasierten Kompensationselementes) in einem unter Druck
direkt einspritzenden Injektor:
1) sehr geringer Bauraumbedarf
2) sehr einfacher Aufbau aus nur zwei ineinander eingepassten Rohren
3) Mehrfachnutzung des Injektor-Außenrohres als Teil der konzentrischen Kraftstoffzufuhr
und Teil des Kompensators
4) Mehrfachnutzung der Ölbefüllung im FK zur optimalen Verlustwärmeabfuhr vom PMA
über das Innenrohr 18 und das Außenrohr 19 zum Kraftstoff und zur mechanischen Kopplung
des Innenrohres zum Außenrohr mittels viskoser Reibung.
5) Es ist praktisch kein Aufwand zur Justage des FK nötig.
6) Eine Ölbefüllung muss nicht blasenfrei sein.
7) Der FK benötigt keine Druckbeaufschlagung zur Sicherstellung seiner Funktion.
8) Eine hochviskose Ölbefüllung oder ein dilatantes Fluid können auf einfache Weise
im Injektorinnenraum eingeschlossen werden.
9) Einfache Herausführung der elektrischen Anschlüsse zentral nach hinten.
10) Einfache Implementierung einer Feder zur mechanischen Kalibrierung des Injektordurchflusses.
[0052] Die Ausführung entsprechend
Fig.2 bietet darüber hinaus weitere Vorteile:
a) Konstruktive Vereinfachung des Aufbaues durch Wegfall des Federtellers 11.
b) Einfachste Einstellung der Vorspannkraft der Rückstellfeder durch eine Vorrichtung,
mit der das Innenrohr 18 mit der gewünschten Kraft niedergedrückt wird, wobei das
Verschweißen des Innenrohres 18 mit der Kopfplatte 14 der Aktoreinheit in diesem Zustand
ermöglicht wird.
c) Die bei Schraubenfedern immer vorhandenen Seitenkräfte die bis zu ca. 20% ihrer
Axialkraft betragen können werden bei dieser Variante nicht in die Ventilnadel eingeleitet.
d) Die Schraubenfeder wird nur statisch belastet. Eine Schwingungsanregung der Feder
und darauf zurückgehende Effekte werden vermieden. Eine in Resonanz geratene Schraubenfeder
kann rotieren, wodurch sich die Einleitung der Querkraft in die Ventilnadel zeitlich
ändert und u.a. die Strahlgeometrie des Kegelstrahles beeinflusst wird.
[0053] Erreicht werden diese Vorteile durch Einleitung der Vorspannkraft der Rückstellfeder
in das Innenrohr anstatt in das obere Ende der Ventilnadel.
[0054] Die Auswahl der hochviskosen Fluide für das FK ist nicht auf Silikonöle beschränkt.
Es können auch Fette, tixotrope oder auch rheopexe Fluide zum Einsatz kommen.
[0055] Ebenso ist der Einsatz eines dilatanten Fluids mit Vorteilen verbunden. Hier bewirkt
der Anstieg der Scherrate ein Ansteigen der Viskosität des Fluids bis hin zu festkörperähnlichen
Eigenschaften. Da diese fluidinternen Eigenschaftsänderungen im Millisekundenbereich
ablaufen, lassen sie sich für die Zwecke eines friktions-basierten Längenkompensationselementes
ausnützen.
[0056] Weiterhin ist die Anwendung des FK nicht auf piezoelektrische Antriebe beschränkt.
Es ist ebenso vorteilhaft bei allen Arten von Festkörperaktoren wie z. B. bei magnetostriktiven
oder elektrostriktiven Aktoren einsetzbar.
1. Dosierventil mit Längenkompensationseinheit, bestehend aus:
- einem Gehäuse,
- einer Ventileinheit (30) zur Dosierung eines Fluids mittels eines Hubes einer Ventilnadel(1),
- einer Zuleitung (31) für unter Druck stehendes Fluid,
- einer Aktoreinheit (32) zur Erzeugung des Ventilhubes,
- einer Längenkompensationseinheit, die im Kraftfluss zwischen Aktoreinheit (32) und
dem Gehäuse des Dosierventils zwischengeschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längenkompensationseinheit durch ein friktionsbasiertes Kompensationselement (33)
dargestellt ist, welches aus mindestens zwei parallel zur Aktoreinheit (32) ausgerichteten
und diese umschließende Rohre (18,19), dem Innenrohr (18) und dem Außenrohr (19),
besteht, die mittels einer Spielpassung ineinander geführt sind, wobei zwischen den
Rohren ein hochviskoses Fluid vorhanden ist.
2. Dosierventil mit Längenkompensationseinheit, bestehend aus:
- einem Gehäuse,
- einer Ventileinheit (30) zur Dosierung eines Fluids mittels eines Hubes einer Ventilnadel(1),
- einer Zuleitung (31) für unter Druck stehendes Fluid,
- einer Aktoreinheit (32) zur Erzeugung des Ventilhubes,
- einer Längenkompensationseinheit, die im Kraftfluss zwischen Aktoreinheit (32) und
dem Gehäuse des Dosierventils zwischengeschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längenkompensationseinheit durch ein friktionsbasiertes Kompensationselement (33)
dargestellt ist, welches aus mindestens zwei parallel zur Aktoreinheit (32) ausgerichteten
und diese umschließende Rohre (18,19), dem Innenrohr (18) und dem Außenrohr (19),
besteht, die mittels einer Spielpassung ineinander geführt sind, wobei zwischen den
Rohren ein Fluid mit dilatanten Eigenschaften vorhanden ist.
3. Dosierventil nach Anspruch 1 oder 2, bei dem zum Andrücken der Ventilnadel (1) in
Schließrichtung des Dosierventils eine vorgespannte Rückstellfeder (10) vorhanden
ist.
4. Dosierventil nach Anspruch 3, bei dem die am Gehäuse abgestützte Rückstellfeder (10)
andererseits an einem Ventilteller (11) angreift, der direkt mit der Ventilnadel (1)
verbunden ist.
5. Dosierventil nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die am Gehäuse abgestützte Rückstellfeder
(10) anderseits am Innenrohr (18) angreift.
6. Dosierventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem elektrische Anschlüsse
(17) der Aktoreinheit (32) durch das stirnseitig offene Innenrohr (18) nach außen
führbar sind.
7. Dosierventil nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 6, bei dem ein hochviskoses Fluid
mit einer Viskosität von mindestens 200 Ns/m2 ???? oder 2000??? vorhanden ist.
8. Dosierventil nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 6, bei dem als hochviskoses Fluid
ein Silikonöl eingesetzt wird.
9. Dosierventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die in axialer Richtung
im radial äußeren Bereich des Dosierventils verlaufende Fluidzuführung (31) über den
Umfang gleichmäßig verteilt ist und eine Mantelstromkühlung bildet.
10. Dosierventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Aktoreinheit (32)
zur Wärmeabfuhr ein inertes Fluid beinhaltet.
11. Dosierventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein Metallbalg (8) vorhanden
ist, der den unter erhöhtem Fluiddruck stehenden Bereich der Ventileinheit (30) von
dem mit niedrigerem Druck beaufschlagten Bereich der Aktoreinheit (32) trennt und
als Durchführungselement für die Ventilnadel (1) von der Aktoreinheit (32) zur Ventileinheit
(30) dient.
12. Dosierventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem zum Schutz des Metallbalges
(8) vor Druckwellen eine zwischen Metallbalg (8) und mit Fluiddruck beaufschlagtem
Bereich der Ventileinheit (30) positionierte Spielpassung (6) vorhanden ist.
13. Dosierventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem zur Erweiterung des
Hubes der Aktoreinheit (32) der PMA (12) mit einer negativen Vorspannung ansteuerbar
ist.