[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Stanzen, Prägen und/oder Verformen flacher
Elemente mit einem Grundkörper mit Tisch und Stütze für das flache Element und mit
einer einen Werkzeugstempel tragenden Basisplatte, die mit Hilfe eines Antriebes zur
Durchführung des Bearbeitungsvorganges auf die Stütze hin in eine Bearbeitungsstation
für den Eingriff des Werkzeugstempels mit der Stütze und von der Stütze fort bewegbar
ist.
[0002] Solche Vorrichtungen verwendet man, um flache Halbzeuge, wie zum Beispiel Platten,
Bänder und Zuschnitte im Durchlaufverfahren zu stanzen oder zu verformen. Diese als
flache Elemente bezeichneten Bahnen, Bänder, Platten oder Zuschnitte können aus unterschiedlichen
Materialien bestehen, zum Beispiel Karton, kaschiertes Kartonmaterial, Multilayer-Material,
Blech.
[0003] Bisher bekannte Vorrichtungen ähnlich der eingangs genannten Art sind mit einem direkten
hydraulischen oder pneumatischen Antrieb mit einem auf ein Stanzwerkzeug einwirkenden
Zylinder versehen.
Die volle Stanzkraft muß in Stanzrichtung aufgebracht werden, wodurch sich ein ruckartiger
bzw. stoßartiger Kraftverlauf ergibt und nur geringe Taktgeschwindigkeiten erreicht
werden, weil der Rückzug des Zylinders als Vertustzeit wirkt.
[0004] Andere bekannte Lösungen arbeiten mit pneumatischem Zylinder als Antrieb und integrierter
Linearführung, wodurch sich neben den geschilderten Nacheilen in der Massenfertigung
der weitere Nachteil einer geringeren Lebensdauer ergibt. In der Praxis wurden Störungen
zum Teil schon nach 40 Stunden festgestellt. Aus diesen Gründen gelten bisher eingesetzte
Stanzwerkzeuge als Bremsen der Maschinen.
[0005] Es gibt weiterhin bekannte Vorrichtungen mit rotierendem Stanzwerkzeug, dessen Achse
parallel zu dem zu bearbeitenden Band, dabei quer zur Laufrichtung liegt. Auch mit
diesen bekannten Vorrichtungen kann man ohne Anhalten des Bandes stanzen. Während
des Stanzvorganges müssen aber die Drehgeschwindigkeit des Stanzwerkzeuges und die
Geschwindigkeit des zu bearbeitenden Bandes absolut synchronisiert sein. Solche Lösungen
sind bisher nur in Ausführungsformen bekannt, bei denen die für viele Anwendungen
erforderliche Präzision der Stanzung nicht erreicht wird. Dabei gibt es sowohl Probleme,
die genauen Lagekoordinaten eines Loches einzuhalten als auch die Durchmesser- oder
Profiltoleranzen und die Toleranzen für rechtwinklige Schnittführung von oben nach
unten, also die Lochwand betreffend, einzuhalten.
[0006] DE-U-1 974 429 offenbart eine Vorrichtung gemäß Oberbegriff des Patentanpruchs 1.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, mit der eine große Zahl sehr kurzer, hochpräziser Stanzhübe hintereinander
zum Einbringen von Stanzlöchern oder Prägungen möglich sind. Insbesondere bei schnell
bewegten flachen Elementen sollen dabei kurze Stillstandszeiten und damit kurze Taktzeiten,
möglichst sogar geringe Bearbeitungshübe, erreicht werden.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt erfindungsgemäß dadurch, daß zwischen dem Antrieb
und der Basisplatte wenigstens ein um einen ortsfesten Drehpunkt schwenkbarer Drehhebel
angekoppelt ist, welcher die Basisplatte von einer Ruhestellung, in welcher sich der
Werkzeugstempel von der Stütze außer Eingriff befindet, im wesentlichen ohne Druckaufbau
bis kurz vor die Bearbeitungsposition, dann auf kurzer Strecke unter Erzeugung eines
hohen Druckes zwischen Basisplatte und flachem Element in die Bearbeitungsposition
bewegt und bei weiterer Tätigkeit des Antriebes über Bereiche im wesentlichen ohne
Druckaufbau die Basisplatte wieder in die Ruhestellung zurückbewegt daß der lange
Drehhebel um einen am Grundkörper fixierten Drehpunkt schwenkbar und an seinem einen
Ende über ein Kniehebelgelenk mit einem Ende eines kurzen Schwenkhebels gekoppelt
ist, dessen anderes Ende über ein Kniehebellager mit der Basisplatte gekoppelt ist,
und am anderen Ende des Drehhebels der Antrieb so angebracht ist, daß sich der Antrieb
axial außen von dem Drehpunkt befindet, und daß der Drehhebel wesentlich länger als
der kurze Schwenkhebel ist.. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung lassen sich in
flachen Halbzeugen Löcher stanzen und/oder Prägungen einbringen. Die flachen Halbzeuge
werden hier allgemein als flache Elementen bezeichnet.
[0009] Mit der neuen Vorrichtung kann man insbesondere im Durchlaufverfahren Löcher in wirtschaftlicher
Weise in diese flachen Materialien und dazu mit höchster Präzision stanzen oder ähnlich
wirtschaftliche und präzise Einprägungen in solche Materialien vomehmen. Im Gegensatz
zum Stand der Technik werden erfindungsgemäß sehr kurze Stillstandszeiten, ein kurzer
Bearbeitungsvorgang mit geringem Hub ausgeführt, so daß man von sehr kurzen Taktzeiten
spricht.
[0010] Die Erfindung beruht auf der Grundidee, den an der Basisplatte angebrachten Werkzeugstempel
entsprechend einem bestimmten Bewegungsmuster anzutreiben. Dabei geht es um die Bewegung
letztlich des Werkzeugstempels auf die Stütze hin bzw. von dieser fort, welche das
flache Element haltert. Im Falle des Stanzens kann in der Stütze ein Loch vorgesehen
sein, so daß der Werkzeugstempel durch das flache Element in dieses Loch der Stütze
hinein durchstanzt. Beim Prägen gelten analoge Überlegungen. Das Bewegungsmuster selbst
soll erfindungsgemäß dem Prinzip folgen, den Werkzeugstempel (und damit die Basisplatte)
ohne wesentlichen Druckaufbau auf die Bearbeitungsposition hin bzw. von dieser fort
zu bewegen, wobei hier eine größere Bewegungsgeschwindigkeit vorgesehen ist. Gelangt
der Werkzeugstempel hingegen in die Bearbeitungsposition, dann soll die Bewegung nur
auf kurzer Strecke, dafür aber unter Erzeugung eines hohen Druckes, erfolgen. Dieses
Bewegungsmuster erreicht man über einen zwischengeschalteten Drehhebel zwischen dem
Antrieb und der Basisplatte. Der Werkzeugstempel wird mit Vorteil über die ganze Schnittiefe
oder Prägetiefe hinweg bei dieser Bearbeitung immer absolut parallel zu der Ebene
des flachen Elementes gehalten. Ein solcher Aufbau ist robust und präzise.
[0011] Erfindungsgemäß erreicht man dadurch vorteilhaft einen flachen, sanften, gleitenden
und nicht ruckartigen Kraftverlauf. Durch die Erfindung können diejenigen Schläge,
die bei herkömmlichen Vorrichtungen auftreten, wenn die volle Stanzkraft in linearer
Richtung aufgebracht wird, vermieden werden.
[0012] Bei der einen Ausführungsform ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Achse des Antriebes
senkrecht zur Achse des Werkzeugstempels liegt. Man kann sich verschiedene Konstruktionen
denken. So kann der Antrieb zum Beispiel ein Druckgeber mit Zylinder und Kolben sein,
dessen Kolbenbewegung bei einer Ausführungsform parallel zur Förderrichtung des flachen
Elementes verläuft. Da die Achse des Werkzeugstempels senkrecht auf der Ebene des
flachen Elementes angeordnet ist, liegt dann die Antriebsachse senkrecht zur Achse
des Werkzeugstempels. Unter den zahlreichen anderen Ausführungsformen ist auch eine
solche denkbar, bei welcher der Antrieb ein Motor ist, dessen Drehachse parallel zu
der des Werkzeugstempels liegt; bei einer speziellen Ausführungsform fallen die Achsen
sogar zusammen. Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Grundidee wird der Fachmann sich
die geeignete Konstruktion auswählen je nachdem, welche Vorteile sich für ihn dadurch
bieten.
[0013] Eine andere bevorzugte Ausführungsform, bei welcher die Achse des Antriebes senkrecht
zur Achse des Werkzeugstempels liegt, ist dadurch gekennzeichnet, daß die lineare
Bewegungsrichtung der Basisplatte durch eine zwischen dem Grundkörper und der Basisplatte
wirkende Säulenführung vorgegeben ist und daß der Antrieb ein in seiner senkrecht
dazu liegenden Achse (des Antriebes) linear oszillierendes Antriebsmittel aufweist.
Ein solches oszillierendes Antriebsmittel kann zum Beispiel ein pneumatischer oder
hydraulischer Zylinder mit hin und her bewegtem Kolben sein. Die Kolbenstange kann
man als ein solches lineares, oszillierendes Antriebsmittel ansehen, durch das man
die Achse des Antriebes gelegt denken kann. Senkrecht dazu verläuft dann wieder die
Achse des Werkzeugstempels. Die Säulenführung gestattet eine präzise Winkelhaltung
und exakte Bearbeitung, zum Beispiel Stanzen oder Prägen.
[0014] Wie oben erwähnt, ist es günstig, wenn der lange Drehhebel um einen am Grundkörper
fixierten Drehpunkt schwenkbar und an seinem einen Ende über ein Kniehebelgelenk mit
einem Ende eines kurzen Schwenkhebels gekoppelt ist, dessen anderes Ende über ein
Kniehebellager mit der Basisplatte gekoppelt ist. Dieser mechanische Aufbau sieht
einen Totpunkt in bestimmter Stellung des langen Drehhebels und des kurzen Schwenkhebels
vor, und es ergeben sich hierdurch unter Beachtung der oben genannten Grundidee größte
Kraftwirkungen in der Nähe dieses Totpunktes. Unter anderem wird dies durch den langen
Weg des linear oszillierenden Antriebsmittels erreicht mit dem Vorteil eines kurzen
Weges des Bearbeitungswerkzeuges, zum Beispiel Werkzeugstempels. Dabei kann der Antrieb
einen Pneumatikzylinder oder einen Hydraulikzylinder aufweisen. Den langen Drehhebel,
gekoppelt mit dem kurzen Schwenkhebel (Kniehebelprinzip) kann man als ein kinematisches
System betrachten, welches so wirkt, daß die Basisplatte sowohl bei der Drehrichtung
des langen Drehhebels im Gegenuhrzeigersinn als auch bei der Drehrichtung im Uhrzeigersinn
je ein Bearbeitungsvorgang, zum Beispiel ein Stanzvorgang, durchgeführt wird. Hier
läßt sich deutlich das erfindungsgemäße Prinzip verwirklichen, daß nämlich zunächst
mit großem und schnellem Hub und geringer Kraft der Werkzeugstempel nahe an das flache
Element herangeführt und dann mit kurzem Weg und großer Kraft die Bearbeitung vorgenommen
wird; wonach wiederum mit großem und schnellem Hub und geringer Kraft der Werkzeugstempel
von dem flachen Element abgeführt bzw. wegbewegt wird.
[0015] Man kann sich das flache Element auch als sich bewegendes Materialband vorstellen,
wobei in wirtschaftlicher und sehr präziser Weise Bearbeitungen an diesem Band im
Durchlaufverfahren vorgenommen werden können. Dies gelingt mit den erfindungsgemäßen
Maßnahmen durch die sehr kurzen Stillstandszeiten und den ebenso kurzen Bearbeitungsvorgang
mit geringem Hub. Die neue Vorrichtung erlaubt extrem kurze Taktzeiten und das Bearbeiten
auch von Bändern oder Bahnen als flache Halbzeuge beim Durchlaufen. Dies gilt auch
für sehr schnell bewegte Bänder und Bahnen.
[0016] Man erreicht mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung für diese schnell bewegten Bahnen
längere Standzeiten, weil pro Bearbeitung nur ein einziger Vorwärts- oder Rückwärtshub
der Basisplatte benötigt wird. Man bekommt außerdem höhere Taktgeschwindigkeiten,
insbesondere weil zum Beispiel bei dem langen Drehhebel und dem kurzen Schwenkhebel
mit dem Antrieb, dessen Achse senkrecht zu der des Werkzeugstempels liegt, sowohl
der Vorhub als auch der Rückhub für jeweils einen Bearbeitungsvorgang genutzt werden.
Bei einer Ausführungsform mit einem Servomotor als Antrieb erreicht man die vorteilhaft
hohe Taktgeschwindigkeit, weil jeweils eine Umdrehung des Servomotors in eine, vorzugsweise
sogar mehrere Stanztakte umgewandelt werden kann.
[0017] Bei allen genannten Vorteilen erreicht man außerdem in überraschenderweise eine hohe
Präzision bezüglich der Genauigkeit der Lagekoordinaten, der Lochprofiltoleranzen
und der Lochwandtoleranzen im Fall der Stanzung (und analog beim Prägen oder Verformen).
[0018] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele in Verbindung
mit den anliegenden Zeichnungen. Bei diesen zeigen:
- Figur 1
- den langen Drehhebel und kurzen Schwenkhebel, die über ein Kniehebelgelenk miteinander
verbunden sind, in einer ersten oder Ruheposition (Ausgangsposition),
- Figur 2
- die gleiche Ausführungsform wie in Figur 1, jedoch bei dargestellter tiefster Position
des Werkzeugstempels (Bearbeitungsposition) und
- Figur 3
- die gleiche Ausführungsform wie bei den Figuren 1 oder 2, jedoch in der ausgefahrenen
Position des Antriebes, bei welcher der Werkzeugstempel mit Basisplatte wieder in
seine Ruheposition zurückgefahren wurde, jedoch bei umgekehrtem Schwenkwinkel des
Drehhebels im Vergleich zu Figur 1.
[0019] Die in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird zum besseren Verständnis anhand des Stanzens als Bearbeitung dargestellt und
erläutert. Dabei ist als flaches Element ein auf einer Stütze geradlinig translatorisch
geführtes Band aus Metall ausgewählt und beschrieben. Eine Beschränkung der Erfindung
auf diesen Typ des zu bearbeitenden, flachen Elementes ist hierdurch nicht ausgesprochen.
[0020] Die eine Vorrichtung zum Stanzen eines horizontal durchlaufenden Metallbandes ist
in den Figuren 1 bis 3 gezeigt. Auf einem Grundkörper 1 der Stanzvorrichtung ist ein
Halter 2 für ein Zylinder-Schwenklager 3 befestigt. Ein pneumatischer Zylinder 4,
der hier als Antrieb ausgewählt ist, ist über das Zylinder-Schwenklager am Grundkörper
1 gelagert. In dem pneumatischen Zylinder 4 ist eine Kolbenstange 5 linear beweglich
so befestigt, daß an dem freien Ende der Kolbenstange 5 ein Gabelkopf 6 angebracht
ist, der je nach der Steuerung des pneumatischen Zylinders 4 in der Auswärtsrichtung
7 (Pfeil) oder der Einwärtsrichtung 8 (Pfeil) bewegbar ist. Ein langer Drehhebel 9
ist mit dem oberen Lager 10 des Drehhebels 9 gelenkig verbunden. Der lange Drehhebel
9 kann um seinen am Grundkörper 1 fixierten Drehpunkt 11 mit Hilfe des Antriebes 4,
5 geschwenkt werden. Für diese Schwenkung befindet sich in dem Grundkörper 1 eine
Aussparung 12.
[0021] An seinem dem oberen Lager 10 gegenüberliegenden Ende des langen Drehhebels 9 weist
dieser ein Kniehebelgelenk 13 auf, an welchem ein kurzer Schwenkhebel 14 angelenkt
ist. Letzterer ist über sein unteres, am anderen Ende des Schwenkhebels 14 vorgesehenes
Kniehebellager 15 mit einem Halter 16 drehbar verbunden, der fest an einer Basisplatte
17 angebracht ist.
[0022] Die Hauptebene dieser Basisplatte 17 liegt horizontal, liegt also im Abstand und
parallel zu einem Tisch 18, der auch am Grundkörper 1 befestigt ist. Während letzterer
aber stationär ist, kann die Basisplatte 17 translatorisch nach oben in Aufwärtsrichtung
19 bzw. Abwärtsrichtung 20 bewegt werden. Diese Bewegung wird durch den Antrieb mit
dem pneumatischen Zylinder 4 und der Kolbenstange 5 durchgeführt. Damit die Basisplatte
17 zur horizontalen Ebene des Tisches parallel bleibt, ist eine Säulenführung 21 vorgesehen,
deren Aufbau aus den Figuren 1 bis 3 deutlich sichtbar ist und hier nicht weiter beschrieben
zu werden braucht, denn eine Säulenführung ist an sich bekannt und nicht Gegenstand
dieser Erfindung. Während der Halter 16 an der Oberseite der Basisplatte 17 angebracht
ist, befindet sich auf deren gegenüberliegender unterer Seite ein Halteteil 22 für
einen durch eine Druckfeder 23 federnd nach außen vorgespannten Werkzeugstempel 24.
Der Werkzeug stempel 24 ist also in die Aufwärtsrichtung 19 bzw. Abwärtsrichtung 20
relativ zur Basisplatte 17 bewegbar. Die Längsmittelachse des Werkzeugstempels 24
liegt in derselben Richtung und ist als Achse 25 des Werkzeugstempels 24 bezeichnet.
In dieser Achse liegen nach oben hin bei dieser Ausführungsform auch das Kniehebellager
15 und der Drehpunkt 11. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer Kniehebeldynamik,
wie anhand der Figuren 2 und 3 noch beschrieben wird.
[0023] Auf dem Tisch 18 ist eine plattenartige Stütze 26 befestigt, in der mittig ein Loch
27 angebracht ist mit geschliffenen Oberkanten 28, deren Maß mit Präzision auf die
Außenkante des Werkzeugstempels 24 in an sich bekannter Weise abgestimmt ist. Nur
schematisch ist über der Stütze 26 das Metallband 29 angedeutet, welches zwischen
der Stütze 26 und dem Werkzeugstempel 24 liegt.
[0024] In Figur 1 ist die Ruheposition I der Basisplatte 17 gezeigt, in welcher der Werkzeugstempel
24 in ausreichendem Abstand über dem Metallband 29 liegt, ohne mit letzterem in Eingriff
zu sein. Wenn der Antrieb die Kolbenstange 5 in die Auswärtsrichtung 7 bewegt, wird
der lange Drehhebel 9 aus der in Figur 1 gezeigten Position in die in Figur 2 gezeigte
Bearbeitungsposition bewegt. Durch die Kniehebeldynamik ergibt sich zunächst eine
Längsbewegung des Halters 16 mit der Basisplatte 17 in Abwärtsrichtung 20 (Stanzrichtung)
rasch und ohne Druckaufbau. Sobald der Werkzeugstempel 24 mit dem Metallband 29 in
Berührung kommt, befindet sich das Kniehebelgelenk 13 im Totpunktbereich. Die Bewegung
des langen Drehhebels 9 bewirkt mit anderen Worten kurz vor der Bearbeitungsposition
II, in derselben und kurz nach dieser einen nur noch geringen Hub mit sehr großer
Kraft. Die Bearbeitung ist im Fall der Ausführungsform der Figur 2 ein Ausstanzen,
und hier ist schematisch die ausgestanzte Lochscheibe 30 gezeigt. Wird die Kolbenstange
5 weiter in Auswärtsrichtung 7 bewegt, dreht sich der lange Drehhebel 9 um seinen
Drehpunkt 11 weiter im Gegenuhrzeigersinn und gelangt in die Position III der Figur
3. Dadurch wurde die Basisplatte 17 wieder nach oben aus der Stütze 26 herausgefahren.
Mit einem Hin- und Herhub der Kolbenstange 5 können zwei Stanzvorgänge durchgeführt
werden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Grundkörper
- 2
- Halter
- 3
- Zylinder-Schwenklager
- 4
- pneumatischer Zylinder
- 5
- Kolbenstange
- 6
- Gabelkopf
- 7
- Auswärtsrichtung (Pfeil)
- 8
- Einwärtsrichtung (Pfeil)
- 9
- langer Drehhebel
- 10
- oberes Lager des Drehhebels
- 11
- Drehpunkt
- 12
- Aussparung
- 13
- Kniehebelgelenk
- 14
- kurzer Schwenkhebel
- 15
- Kniehebellager
- 16
- Halter
- 17
- Basisplatte
- 18
- Tisch
- 19
- Aufwärtsrichtung
- 20
- Abwärtsrichtung
- 21
- Säulenführung
- 22
- Halteteil
- 23
- Druckfeder
- 24
- Werkzeugstempel
- 25
- Achse des Werkzeugstempels
- 26
- Stütze
- 27
- Loch
- 28
- Oberkanten der Stütze
- 29
- Metallband
- 30
- Lochscheibe
- I
- Ruheposition
- II
- Bearbeitungsposition
- III
- Ruhestellung
1. Vorrichtung zum Stanzen, Prägen und/oder Verformen flacher Elemente (29) mit einem
Grundkörper (1) mit Tisch (18) und Stütze (26) für das flache Element (29) und mit
einer einen Werkzeugstempel (24) tragenden Basisplatte(17), die mit Hilfe eines Antriebes
(4, 5) zur Durchführung des Bearbeitungsvorganges auf die Stütze (26) hin in eine
Bearbeitungsstation (II) für den Eingriff des Werkzeugstempels (24) mit der Stütze
(26) und von der Stütze (26) fort bewegbar ist, wobei zwischen dem Antrieb (4, 5)
und der Basisplatte (17) wenigstens ein um einen am Grundkörper fixierten ortsfesten
Drehpunkt (11, 45) schwenkbarer langer Drehhebel (9) angekoppelt ist, welcher die
Basisplatte (17) von einer Ruhestellung (I), in weicher sich der Werkzeugstempel (24)
von der Stütze (26) außer Eingriff befindet, im wesentlichen ohne Druckaufbau bis
kurz vor die Bearbeitungsposition (II), dann auf kurzer Strecke unter Erzeugung eines
hohen Druckes zwischen Basisplatte (17) und flachem Element (29) in die Bearbeitungspositionen
(II) bewegt und bei weiterer Tätigkeit des Antriebs (4, 5) über Bereiche im wesentlichen
ohne Druckaufbau die Basisplatte (17) wieder in die Ruhestellung (I, III) in umgekehrter
Bewegungsrichtung zurückbewegt, wokei der lange Drehhebel (9) an seinem einen Ende
über ein Kniehebelcielenk (13) mit einem Ende eines kurzen Schwenkhebels (14) gekoppelt
ist, dessen anderes Ende über ein Kniehebellager (15) mit der Basisplatte (17) gekoppelt
ist, und wobei der lange Drehhebel (9) länger als der kurze Schwenkhebel (14) ist,
dadurch gekennzeichet, daß am anderen Ende des langen Drehhebels (9) der Antrieb (4, 5) so angebracht ist, daß
sich der Antrieb (4 5) axial außen von dem Drehpunkt (11) befindet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (5; 45) des Antriebes (4, 5) senkrecht zur Achse des Werkzeugstempels (24)
liegt.
3. Vorrichtung nach Anspruche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die lineare Bewegungsrichtung (19, 20) der Basisplatte (17) durch eine zwischen dem
Grundkörper (1) und der Basisplatte (17) wirkende Säulenführung (21) vorgegeben ist
und daß der Antrieb (4, 5) ein in seiner Achse linear oszillierendes Antriebsmittel
(5) aufweist.
1. Apparatus for punching, stamping and/or shaping flat elements (29) comprising a base
body (1) with table (18) and support (26) for the flat element (29) and a base plate
(17) which carries a tool punch (24) and which is movable by means of a drive for
carrying out the working operation towards the support (26) into a working station
(II) for engagement of the tool punch (24) with the support (26) and away from the
support (26), wherein coupled between the drive (4, 5) and the base plate (17) is
at least one long rotary lever (9) which is pivotable about a stationery pivot point
(11, 45) fixed to the base body, which rotary lever (9) moves the base plate (17)
from a rest position (I) in which the tool punch (24) is out of engagement with the
support (26) substantially without a build-up of pressure to shortly before the working
position (II) and then over a short distance, producing a high pressure between the
base plate (17) and the flat element (29), into the working positions (III) and upon
further activity of the drive (4, 5) moves the base plate (17) over regions substantially
without a build-up of pressure back into the rest position (I, III) again in the reverse
direction of movement, wherein at its one end the long rotary lever (9) is coupled
by way of an elbow lever joint (13) to an end of a short pivotal lever (7) whose other
end is coupled to the base plate (17) by way of an elbow lever bearing (15) and wherein
the long rotary lever (9) is longer than the short pivotal lever (14), characterised in that the drive (4, 5) is mounted to the other end of the long rotary lever (9) in such
a way that the drive (4, 5) is disposed axially outside from the pivot point (11).
2. Apparatus according to claim 1 characterised in that the axis (5; 45) of the drive (4, 5) is perpendicular to the axis of the tool punch
(24).
3. Apparatus according to claim 1 or claim 2 characterised in that the linear direction of movement (19, 20) of the base plate (17) is predetermined
by a column guide (21) operative between the base body (1) and the base plate (17)
and that the drive (4, 5) has a drive means (5) which oscillates linearly on its axis.
1. Dispositif d'emboutissage, d'estampage et/ou de façonnage d'éléments plats (29), ledit
dispositif comportant un corps de base (1) doté d'une platine (18) et d'un support
(26) destiné à l'élément plat (29) et une plaque de base (17) qui supporte une matrice
(24), et qui est apte à se déplacer, au moyen d'un dispositif d'entraînement (4, 5),
en direction du support (26) dans une station d'usinage (II) pour l'engagement de
la matrice (24) avec le support (26) afin d'effectuer le processus d'usinage et à
s'écarter du support (26),
au moins un long levier rotatif (9), apte à pivoter autour d'un point de rotation
immobile (11, 45) fixé au corps de base, étant couplé entre le dispositif d'entraînement
(4, 5) et la plaque de base (17), le long levier rotatif déplaçant la plaque de base
(17) d'une position de repos (I), dans laquelle la matrice (24) est dégagée du support
(26), sensiblement sans générer de pression, à une position située juste avant la
position d'usinage (II), puis sur une courte distance en générant une pression élevée
entre la plaque de base (17) et un élément plat (29) jusque dans les positions d'usinage
(II), et ramenant la plaque de base (17) en sens inverse dans la position de repos
(I, III) en actionnant davantage le dispositif d'entraînement (4, 5) dans des régions
sensiblement sans pression,
l'une des extrémités du long levier rotatif (9) étant couplée, par une articulation
de genouillère (13), à une extrémité d'un court levier pivotant (14) dont l'autre
extrémité est couplée à la plaque de base (17) par un palier de genouillère (15) et
le long levier rotatif (9) étant plus long que le court levier pivotant (14),
caractérisé en ce que le dispositif d'entraînement (4, 5) est monté à l'autre extrémité du long levier
rotatif (9) de sorte que l'entraînement (4, 5) se trouve axialement à l'extérieur
du point de rotation (11).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'axe (5 ; 45) du dispositif d'entraînement (4, 5) est placé perpendiculairement
à l'axe la matrice (24).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le sens de déplacement linéaire (19, 20) de la plaque de base (17) est prédéfini
par une colonne de guidage (21) agissant entre le corps de base (1) et la plaque de
base (17), et en ce que le dispositif d'entraînement (4, 5) comporte un moyen d'entraînement (5) oscillant
linéairement le long de son axe.