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(11) |
EP 1 554 418 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.12.2007 Patentblatt 2007/50 |
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Anmeldetag: 11.09.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2003/010128 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/035886 (29.04.2004 Gazette 2004/18) |
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VORRICHTUNG ZUM AUFZIEHEN EINER KARDIERGARNITUR MIT KRAFTMESSEINRICHTUNG
DEVICE FOR THE ATTACHMENT OF A CARD CLOTHING WITH A FORCE MEASURING DEVICE
DISPOSITIF PERMETTANT DE TENDRE UNE GARNITURE DE CARDE AVEC DISPOSITIF DE MESURE DE
FORCE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
21.10.2002 DE 10249001
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.07.2005 Patentblatt 2005/29 |
| (73) |
Patentinhaber: Trützschler Card Clothing GmbH |
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75387 Neubulach (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- SCHNEIDER, Hans-Ulrich
72218 Wildberg 3 (DE)
- BAUERSACHS, Axel
75382 Althengstett (DE)
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| (74) |
Vertreter: Grünecker, Kinkeldey,
Stockmair & Schwanhäusser
Anwaltssozietät |
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Maximilianstrasse 58 80538 München 80538 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
CH-A- 255 376 GB-A- 435 742
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DE-C- 10 061 286 GB-A- 697 497
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufziehen einer Kardiergamitur
auf eine Walze gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Garnierte Kardierwalzen werden dadurch erzeugt, dass auf einen Walzengrundkörper
eine Art Sagezahndraht aufgewickelt wird. Der Sägezahndraht liegt flach auf einer
Vorlagespule auf. Von dieser Vorlagespule zieht die Vorrichtung die Kardiergamitur
ab. Der Sägezahndraht wird mit seinem freien Endbereich an einem Außenumfangstück
des Walzengrundköpers befestigt und dabei im Abstand zum Walzengrundkörper durch eine
Bremseinrichtung hindurchgeführt. Der Walzengrundkörper wird über einen geregelten
Antriebsmotor angetrieben. Die Bremseinrichtung besteht aus seitlich auf den Sägezahndraht
mit Federdruck aufdrückenden Bremsbacken, so dass immer eine bestimmte Vorspannung
zwischen der Bremseinrichtung und dem Walzengrundkörper in der Kardiergamitur beim
Aufwickelvorgang vorhanden ist. Diese Vorrichtung wird auch bei der Anmelderin schon
seit Jahren verwendet und hat sich gut bewährt. Dennoch bestehen Bestrebungen, auch
hier eine Verbesserung zu bewirken.
[0003] Eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 ist aus der
CH255376 bekannt. Bei dieser Vorrichtung wird die notwendige Spannung mittels Bremsbacken
aufgebaut. Einer der Bremsbacken ist um zwei Schwenkpunkte gegenüber jeweils einer
Federkraft schwenkbar angeordnet. Die Federn bestimmen dabei die Andrückkraft, während
die Verschwenkbarkeit ein Sicherheitsmerkmal darstellt, was ein Beschädigen, insbesondere
ein Abreißen des Drahtes verhindern soll.
[0004] Des Weiteren ist aus der
DE 100 61 286 eine Aufziehvorrichtung bekannt, bei der Bremsrollen zum Einsatz kommen, die ein
kontrolliertes Bremsen ermöglichen. Zwar stellt diese Vorrichtung schon eine beträchtliche
Verbesserung dar. Jedoch sollen die Forderungen, insbesondere an die Qualitätsüberwachung
weiter verbessert werden.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Aufziehen
einer Kardiergamitur der Eingangs genannten Art bereitzustellen, die eine verbesserte
Überwachung zumindest einer Aufziehbedingung zulässt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0007] Aufgrund der Tatsache, dass in Aufziehrichtung der Kardiergamitur gesehen, die Vorspannungskraft
aufgebracht wird, erfolgt gemäß der vorliegenden Erfindung eine Kraftmessung genau
in diese Richtung oder parallel zu dieser. Die gemessene Kraft gibt daher unmittelbaren
Aufschluss auf die Kardiergarnitur aufgebrachte Vorspannung wieder. Es sind keine
Umrechnungen, wie bei indirekter Bestimmung über Stromaufnahme des die Walze antreibenden
Motors etc. erforderlich. Kraftmesseinrichtungen sind in vielerlei Form im Handel
erhältlich, so dass diese für die unterschiedlichsten Anbringungsorte verwendet werden
können. Die Bremseinrichtung muss an irgendeiner Stelle befestigt werden, z.B. an
einem Maschinengestell. Auf die Anbringstelle der Bremseinrichtung wirken Kräfte,
die bei geeigneter Konstruktion den Vorspannkräften entsprechen. Die Kräfte an dieser
Anbringstelle werden dann über die Kraftmesseinrichtung gemessen. Die gemessenen Werte
geben dann einen sehr guten Aufschluss über die gewünschte Vorspannung, mit der die
Kardiergamitur aufgewickelt wird. Die Kraftmessung sollte in einer lotrechten Ebene
erfolgen, in der die Längsachse des Teilstücks der Kardiergamitur in der Bremseinrichtung
verläuft, oder im wesentlichen parallel zu dieser.
[0008] Die Bremseinrichtung ist auf einer im wesentlichen längs zur Aufziehrichtung der
Klardiergamitur gegen eine Anschlageinrichtung bewegbar angeordnete Schlittenkonstruktion
angeordnet, wobei die Kraftmesseinrichtung zumindest bei einem Aufziehvorgang die
Abstützkraft der Schlittenkonstruktion an der Anschlageinrichtung messbar ausgestaltet
ist. Die Schlittenkonstruktion ist bei einer solchen Anordnung bestrebt, sich durch
die Vorspannkraft zu verschieben. Dies wird jedoch durch die Anschlagkonstruktion
verhindert. Die Kraft die dabei die Schlittenkonstruktion auf die Anschlageinrichtung
ausübt, wird dann gemessen und ist ein unmittelbares Maß für die Vorspannkraft. Zur
Ausgestaltung der Schlittenkonstruktion und der Anschlageinrichtung gibt es die vielfältigsten
Möglichkeiten. Die Schlittenkonstruktion könnte auch gegen eine Feder wirken. Bevorzugt
sollte die Schüttenkonstruktion so ausgeführt werden, dass außer der Verschiebekraft
möglichst wenig andere Krafteinflüsse auf diese wirken. Sollte dies nicht immer gewährleistet
sein, so muss durch andere Maßnahmen (z.B. gute Leichtgängigkeit einer Schlittenführung)
diesem entgegengewirkt werden.
[0009] Die Kraftmesseinrichtung ist zwischen der Schlittenkonstruktion und der Anschlageinrichtung
angeordnet. Die gesamte Kraft wird dann durch die Kraftmesseinrichtung hindurch geleitet
und steht für den Messvorgang zu Verfügung.
[0010] Als besonders robuste Ausführungsform gestaltet sich die Verwendung eines DMS-Kraftaufnehmers
als Kraftmesseinrichtung. Dieser DMS-Kraftaufnehmer ist in der Lage, die erforderlichen
Kräfte zu übertragen und dabei zu messen. Darüber hinaus handelt es sich um ein handelsübliches
Produkt, dass für den gewollten Einsatzzweck sehr leicht und kostengünstig erhaltbar
ist.
[0011] Eine sehr gute Leichtgängigkeit der Schlittenkonstruktion kann gemäß einer Variante
dadurch erzielt werden, dass die Schlittenkonstruktion mindest eine, auf mindest einer
zylindrischen Stange geführte Kugelbüchse umfasst. Bei solchen Kugelbüchsen mit zugehöriger
Stangenführung handelt es sich um Standardbauteile, die ebenfalls sehr leicht beziehbar
sind. Darüber hinaus können Kugelbüchsen auch zum gewissen Grad Kippkräfte ausgleichen,
so dass die Schlittenführung nicht zwingend in einer Ebene mit der Kardiergamitur
verlaufen muss. Die Leichtgängigkeit der Führung sorgt dafür, dass die Kraft möglichst
ohne zusätzlicher Einflüsse und Verluste gemessen werden kann.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Bremseinrichtung auf die Kardiergamitur
einwirkbare Bremsbacken umfassen, die zumindest einen Bremsbelag aus einem Keramikwerkstoff
aufweisen. Bislang wurden Hartmetallbremsbacken eingesetzt. Der Erfinder hat nunmehr
erkannt, dass die Verwendung von Keramikwerkstoffen beim Aufziehvorgang nochmals eine
Verbesserung bewirkt. An dieser Stelle sei angemerkt, dass der Gegenstand des Anspruchs
6 auch unabhängig vom Anspruch 1 selbstständig Schutz genießen könnte.
[0013] Des Weiteren kann eine Aufzeichnungsvorrichtung vorgesehen sein, die zumindest bereichsweise
den durch die Kraftmesseinrichtung gemessenen Kraftverlauf während des Aufziehvorgangs
aufzeichnend ausgestaltet ist. Hierdurch ist es möglich, den Aufziehvorgang zu dokumentieren
und nachzuvollziehen, ob über den gesamten Aufziehvorgang die notwendige Vorspannung
erzeugt wurde. Hierbei kann es sich um einen Datenlogger handeln, der nach dem Aufziehungsvorgang
abgenommen und an anderer Stelle ausgegeben werden kann. Dadurch bleibt die Vorrichtung
unempfindlich gegenüber dem sehr stark mit Schmutz behafteten Arbeitsumfeld.
[0014] Des Weiteren kann der Datenlogger mit einem Dynamo verbunden sein, der zumindest
während des Aufziehvorgangs von einem sich drehenden Bestandteil der Vorrichtung angetrieben
ist und der Datenlogger mit Strom versorgbar ausgestaltet ist.
[0015] Um möglichst empfindliche elektrische Verbindungen zu einer Auslesevorrichtung zu
vermeiden, ist in vielen Fällen ein Akkubetrieb des Datenloggers von Vorteil. Allerdings
dürften die meisten Akkumulatoren die doch recht langen Aufziehvorgänge nicht durchhalten
können, sofern sich das Akkumulatorvolumen in Grenzen halten soll. Hier kann zusätzlich
eine Unterstützung z.B. über einen Dynamo vorgesehen sein. Auch besteht die Möglichkeit,
die Stromversorgung ausschließlich über einen Dynamo vorzusehen, gegebenenfalls unter
Verwendung eines Kondensators als Pufferspeicher. Zum Antrieben des Dynamos gibt es
bei der Aufziehvorrichtung eine Reihe von Antriebsmöglichkeiten für den Dynamo. Bevorzugt
erfolgt der Antrieb des Dynamos in möglichst unmittelbarer Nähe der Messwertertassung.
Ein Antrieb des Dynamos könnte daher z.B. durch die Kardiergarnitur führende Führungsrollen
als Bestandteil oder in der Nähe der Bremseinrichtung erfolgen.
[0016] Hierzu kann vorgesehen werden, dass die Aufzeichnungsvorrichtung die Aufziehgeschwindigkeit
während des Aufziehvorganges aufzeichnend ausgestaltet ist. Die Aufziehgeschwindigkeit
ist ein weiterer Verfahrensparameter, der eine entscheidende Rolle für die Qualität
der aufgezogenen Kardiergamitur widerspiegelt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit,
über einen Temperatursensor auch die Temperatur im Bremsbereich zu erfassen und diese
Daten ebenfalls einfließen zu lassen.
[0017] Wenn gemäß einer Variante die Bremseinrichtung eine Steuer- und/oder Regeleinheit
umfasst, durch die die Bremswirkung an die Aufwickelvorspannung automatisch anpassbar
ist, dann lassen sich die erfassten Daten für die Steuerung bzw. Regelung der Bremseinrichtung
verwenden. Die Bremswirkung kann hierdurch immer an die optimalen Betriebsbedingungen
angepasst und ein gutes Aufziehergebnis erreicht werden.
[0018] Darüber hinaus kann die Walzenantriebseinheit in den Steuer- und/oder Regelkreis
der Steuer- und/oder Regeleinheit eingebunden sein und die Walzenantriebseinheit beim
automatischen Anpassen an die vorbestimmte Aufwickelvorspannung ansteuerbar bzw. regelbar
sein.
[0019] Das Einfließenlassen von Betriebszuständen der Walzenantriebseinheit, insbesondere
der Aufziehgeschwindigkeit in die Steuer oder Regelung stellt eine Verbesserung der
Qualitätssicherung dar. Hierzu sei auch erwähnt, dass die Temperatur der Kardiergamitur
im Bremsbereich in die Steuerung bzw. Regelung einfließen könnte.
[0020] Im folgenden wir ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Aufwickelvorrichtung in einer Seitenansicht,
- Figur 2
- eine Brems- und Führungseinrichtung, wie sie bei einer Aufwickelvorrichtung gemäß
Figur 1 zum Einsatz kommt und
- Figur 3
- eine schematische Draufsicht der Brems- und Führungseinrichtung aus Figur 2.
[0021] Die in Figur 1 dargestellte Aufwickelvorrichtung 1 umfasst im wesentlichen eine Haltestation
2 für eine Vorlagespule 3, auf der eine sägezahndrahtförmige Kardiergamitur flach
aufgewickelt ist, eine Brems- und Führungseinrichtung 5 sowie eine Walze 6. Die Walze
6 wird über einen Motor 7 und eine Transmissionseinrichtung 8 im Uhrzeigersinn angetrieben.
Der Motor 7 verfügt über eine Steuer- und Regeleinrichtung 9, wodurch die Geschwindigkeit
der Walze 6 sowie die Drehrichtung gesteuert werden können. Die Brems- und Führungseinrichtung
5 umfasst eine Steuer- und Regeleinrichtung 10, die für eine bestimmte Bremswirkung
sorgt. Die Steuer- und Regeleinrichtung 9 und die Steuer- und Regeleinrichtung 10
stehen miteinander in Wirkverbindung. In einer weiteren Ausführungsform können diese
auch als Einheit zum Ansteuern sowohl der Brems- und Führungseinrichtung 5 als auch
des Motors 7 verwendet werden.
[0022] Von der auf einem Lagerbock 11 angeordneten Vorlagespule 3 wird die sägezahndrahtförmige
Kardiergarnitur 4 abgewickelt, dann durch die Brems- und Führungseinrichtung 5 hindurchgeführt
und auf den Außenumfang der Walze 6 aufgewickelt. Die Kardiergarnitur 4 verläuft dann
nach dem Aufwickelvorgang schraubenförmig am Außenumfang der Walze 6 um.
[0023] Die Brems- und Führungseinrichtung 5 ist in der Figur 1 schematisch als Kasten dargestellt.
Anhand der Figuren 2 und 3 wird dieses im größeren Detail näher erläutert.
[0024] Die Brems- und Führungseinrichtung 5 soll im Zusammenspiel mit der Walze 6 und hier
insbesondere über den Walzenantrieb, den Motor 7, eine Vorspannung in dem Bereich
12 der Kardiergarnitur 4 aufbringen. Diese Vorspannung sorgt für ein gleichmäßiges
und dauerhaftes Aufwickeln bzw. Aufziehen der Kardiergamitur 4.
[0025] Die in Figur 2, 3 dargestellte Brems- und Führungseinrichtung 5 umfasst einen Aufzieharm
13, der an seinem einen Ende eine Laufführung 14 aufweist, die auf einem Läuferrohr
15 axial verschiebbar angeordnet ist. Hierdurch lässt sich der Aufzieharm 13 entsprechend
der jeweils aufzuwickelnden Position auf der Walze 6 nachführen.
[0026] Am gegenüberliegenden Ende weist der Aufzieharm 13 einen Führungsfinger 16 auf, der
für eine genaue Platzierung der Kardiergarnitur 4 auf der Walze 6 sorgt. Der Führungsfinger
16 weist selbst ein Langloch 17 auf, dass wiederum ein Langloch 18 am Ende des Aufzieharms
13 kreuzt, so dass über eine Verschraubung 19 eine Einstellung des Führungsfingers
16 erfolgen kann. In der Nähe der Läuferführung 14 ist die eigentliche Bremseinheit
20 angeordnet. Die Bremseinheit 20 weist zwei relativ zueinander verschiebbare Bremsbacken
21 auf, die jeweils einen Bremsbelag aus einem Keramikwerkstoff aufweisen. Eine der
beiden Bremsbacken 21 ist über eine Feder 22 und einen Einstellmechanismus 23 verstellbar
ausgeführt, so dass die Bremskraft verstellt werden kann. Nachfolgend den Bremsbacken
21 ist eine sogenannte Richteinheit 24 als Bestandteil der Bremseinheit 20 vorgesehen.
Diese Richteinheit 24 weist auf einer Seite drei Richtrollen 25 mit vertikalen Drehachsen
und zwei gegenüberliegende Andrückrollen 26 mit ebenfalls vertikalen Drehachsen auf.
Die Andrückrollen 26 sind über die Einstellschrauben 27 auf die Richtrollen 25 zu-
oder wegbewegbar angeordnet. Hierdurch erhält die Garnitur eine gewünschte Ausrichtung
nach Durchlaufen der Bremsbacken 21.
[0027] Die gesamte Bremseinheit 20 ist auf einer Schlittenkonstruktion 28 angeordnet. Die
Schlittenkonstruktion 28 umfasst einen Schlitten 29, der an seiner Unterseite einen
Kugelbüchsenfortsatz 30 aufweist. In dem Kugelbüchsenfortsatz 30 ist eine Kugelbüchse
31 angeordnet, die auf einer zylindrischen Führungsstange 32 axial verschiebbar angeordnet
ist. Die Verschiebbarkeit des Schlittens 29 über die Kugelbüchse 31 und die Führungsstange
32 erfolgt im wesentlichen parallel zur durch die Bremseinheit 20 geführten Kardiergamitur.
Die Führungsstange 32 ist in einer Anschlagskonstruktion 33 angeordnet, so dass der
Verschiebeweg des Schlittens 29 begrenzt ist. Zwischen dem Kugelbüchsenfortsatz 30
und einer Anschlagfläche der Anschlagskonstruktion 33 ist ein DMS-Kraftaufnehmer 34
angeordnet. Dieser DMS-Kraftaufnehmer 34 ist in der Lage, die Verschiebekraft der
Bremseinheit 20, mit der dieser gegen die Anschlagskonstruktion 32 gerückt wird, zu
messen. Der DMS-Kraftaufnehmer 34 ist fest mit der Anschlagkonstruktion 33 verbunden,
während sich ihr Schlitten an der Anschlagkonstruktion abstützt. Des Weiteren ist
der DMS-Kraftaufnehmer 34 mit den Steuer- und Regeleinrichtungen 9 und 10 gekoppelt,
so dass zumindest eine Anzeige vorhanden ist, die dem Bediener mitteilt, ob die gewünschte
Vorspannung eingehalten wird. In einer weiteren Ausgestaltung könnte auch eine Aufzeichnungseinrichtung
vorgesehen sein, die entsprechend den Kraftverlauf dokumentiert. Auch besteht die
Möglichkeit die Aufziehgeschwindigkeit ebenfalls festzuhalten.
[0028] Im Folgenden wird die Wirkungs- und Funktionsweise der Aufziehvorrichtung näher erläutert.
Die Kardiergarnitur 4 wird von der Vorlagespule abgezogen und durch die Bremseinheit
20 hindurchgeführt. Hierbei wird die Kardiergarnitur zwischen den Bremsbacken 21 eingefädelt
und durch die Richteinheit 24 hindurchgeführt. Anschließend wird der Führungsfinger
16 so eingestellt, dass er an der Walze 6 mit der Kardiergamitur 4 in Eingriff kommt,
und zwar genau an der Stelle, wo diese auf die Walze 6 auftrifft. Der Anfang der Kardiergarnitur
4 wird dann mit der Walze 6 verbunden, bevorzugt verschweißt. Anschließend wird über
den Einstellmechanismus 23 die Bremskraft eingestellt. Über die Einstellschrauben
27 wird die Richteinheit 24 in die richtige Position gebracht.
[0029] Wird die Vorrichtung nunmehr durch Antreiben der Walze 6 über den Motor 7 in Bewegung
gesetzt, so gleitet die Kardiergarnitur 4 durch die entsprechend eingestellten Bremsbacken
21 hindurch. Da dies mit Reibung erfolgt, wird auf die Schlittenkonstruktion 28 eine
Kraft ausgeübt, durch die die Schlittenkonstruktion 20 verschoben werden soll. Allerdings
steht der Schlitten unmittelbar mit der Anschlagkonstruktion 33 unter der Zwischenschaltung
des DMS-Kraftaufnehmers in Anschlag. Die Kraft wird gemessen und ist ein direktes
Maß für die Vorspannkraft im Abschnitt 12 der Kardiergamitur 4. Durch ein einfache
Anzeige könnte nunmehr indiziert werden, ob sich die Vorspannkraft im richtigen Wertebereich
befindet. Ist dies nicht der Fall muss über den Einstellmechanismus 23 die Bremskraft
gelöst oder fester angezogen werden.
[0030] Die Verstellung der Bremsbacken 21 könnte auch automatisch erfolgen, dann ließe sich
die Verstellung der Bremsbacken 21 in einen Regelkreis einbinden. Bestandteil dieses
Regelkreises könnte auch ein Temperatursensor sein, der die Temperatur der Kardiergamitur
im Bereich der Bremsbacken 21 misst. Dieser überwacht dann, ob eine unzulässige Erwärmung
der Kardiergamitur, stattgefunden hat.
[0031] Bei Verwendung einer Aufzeichnungseinrichtung könnten für jeden Aufziehvorgang ein
Aufziehprotokoll erstellt werden, anhand dessen nachher ersichtbar wird, ob eine ordnungsgemäße
Aufziehung erfolgt ist.
[0032] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann als Aufzeichnungseinrichtung auch ein Datenlogger
vorgesehen sein, der in der Brems- und Führungseinrichtung 5 integriert ist. Dieser
zeichnet z.B. den Kraftverlauf während des Aufziehvorgangs auf und kann nach dem Aufziehvorgang
entnommen und an anderer Stelle ausgelesen werden. Bevorzugt kann der Datenlogger
hierzu einen Akkubetrieb aufweisen. Zur Unterstützung kann gemäß einer weiteren Variante
aber auch vorgesehen sein, dass eine Stromversorgung über einen Dynamo erfolgt, der
ebenfalls Bestandteil der Brems- und Führungseinrichtung 5 sein kann. Ein Antrieb
des Dynamos könnte z.B. über die Richtrollen 25 und Andrückrollen 26 erfolgen. Aber
auch andere bevorzugt sich drehende Teile der Aufziehvorrichtung, insbesondere der
Brems- und Führungseinrichtung 5, sind hierzu geeignet. Über einen Dynamo kann auch
die komplette Stromversorgung ohne Akkubetrieb des Datenloggers erfolgen. Die Zwischenschaltung
eines Speicherkondensators wäre ebenfalls denkbar.
1. Vorrichtung zum Aufziehen einer Kardiergamitur (4) auf eine Walze (6) mit einer Antriebseinheit
(7) und einer auf die Kardiergamitur (4) einwirkende Bremseinrichtung (5) zum Erzeugen
einer Aufwickelvorspannung in den Bereichen (12) der Kardiergamitur (4) zwischen Walze
(6) und Bremseinrichtung (5), wobei eine Kraftmeßeinrichtung (34) vorgesehen ist,
die die Krafteinwirkung auf die Anbringstelle der Bremseinrichtung (5) messend ausgestaltet
ist, die Bremseinrichtung (5) auf einer Schlittenkonstruktion (28) angeordnet ist,
die Kraftmeßeinrichtung (34) an einer Anschlageinrichtung (33) abgestützt ist, und
die Kraftmeßeinrichtung (34) zumindest bei einem Aufziehvorgang die Abstützkraft der
Schlittenkonstruktion (28) an der Anschlageinrichtung messend ausgestaltet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlittenkonstruktion (28) im wesentlichen längs zur Aufziehrichtung der Kardiergamitur
(4) gegen die Kraftmeßeinrichtung (34) bewegbar angeordnet ist und die Kraftmeßeinrichtung
(34) längs zur Aufziehvonichtung gesehen zwischen der Schlittenkonstruktion (28) und
der Anschlageinrichtung (33) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftmesseinrichtung einen DMS-Kraftaufnehmer umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlittenkonstruktion (28) mindest eine auf mindestens einer zylindrischen Stange
(32) geführte Kugelbüchse (31) umfasst.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) auf die Kardiergamitur (4) einwirkende Bremsbacken (21)
umfasst, die zumindest einen Bremsbelag aus einem Keramikwerkstoff aufweisen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufzeichnungsvorrichtung vorgesehen ist, die zumindest bereichsweise den durch
die Kraftmesseinrichtung gemessenen Kraftverlauf während des Aufziehvorgangs aufzeichnend
ausgestaltet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsvorrichtung als Datenlogger ausgestaltet ist, der abnehmbar angebracht
an anderer Stelle auslesbar ausgestaltet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsvorrichtung die Aufziehgeschwindigkeit während des Aufziehvorganges
aufzeichnend ausgestaltet ist.
8. Vorrichtung nach einen der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) eine Steuer- und/oder Regeleinheit umfasst, durch die die
Bremswirkung an die Aufwickelvorspannung automatisch anpassbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenantriebseinheit (7) in den Steuer- und/oder Regelkreis der Steuer- und/oder
Regeleinheit eingebunden und die Walzenantriebseinheit (7) automatisch zum Anpassen
an die vorbestimmte Aufwickelvorspannung ansteuerbar bzw. regelbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenlogger mit einem Dynamo verbunden ist, der zumindest währen des Aufziehvorgangs
von einem sich drehenden Bestandteil der Vorrichtung angetrieben ist und der Datenlogger
mit Strom versorgbar ausgestaltet ist.
1. A device for winding a card clothing (4) onto a roll (6) with a drive unit (7) and
a braking device (5) acting on the card clothing (4) for generating a winding pretension
in the regions (12) of the card clothing (4) between roll (6) and braking device (5),
a force measuring device (34) being provided which is configured to measure the force
acting on a mounting point of the braking device (5), the braking device (5) being
arranged on a slide construction (28), the force measuring device (34) being supported
on a stop means (33), and the force measuring device (34) being configured to measure,
at least in a winding operation, the support force of the slide construction (28)
on the stop means, characterized in that the slide construction (28) is movably arranged substantially in a direction longitudinal
to the winding direction of the card clothing (4) against the force measuring device
(34), and the force measuring device (34), viewed in a direction longitudinal to the
winding direction, is arranged between the slide construction (28) and the stop means
(33).
2. The device according to claim 1, characterized in that the force measuring device comprises a strain-gage force transducer.
3. The device according to claim 1 or 2, characterized in that the slide construction (28) comprises at least one ball bushing (31) guided on at
least one cylindrical rod (32).
4. The device according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the braking device (5) comprises brake shoes (21) acting on the card clothing (4),
which comprise at least one brake lining of a ceramic material.
5. The device according to any one of claims 1 to 4, characterized in that a recording device is provided which at least in portions is configured to record
the force curve measured by the force measuring device during the winding operation.
6. The device according to claim 5, characterized in that the recording device is configured as a data logger which in being detachably mounted
is configured to be read out at another place.
7. The device according to claim 6, characterized in that the recording device is configured to record the winding speed during the winding
operation.
8. The device according to any one of claims 1 to 7, characterized in that the brake device (5) comprises an open and/or closed-loop control unit by which the
braking action can be adapted automatically to the winding pretension.
9. The device according to claim 8, characterized in that the roll drive unit (7) is integrated into the open and/or closed-loop of the open
and/or closed-loop control unit, and the roll drive unit (7) can be controlled automatically
for adaptation to the predetermined winding pretension.
10. The device according to any one of claims 7 to 9, characterized in that the data logger is connected to a dynamo which at least during the winding operation
is driven by a rotating part of the device and the data logger is configured to be
fed with electric current.
1. Dispositif pour monter une garniture de carde (4) sur un cylindre (6) pourvu d'une
unité d'entraînement et d'un dispositif de freinage (5) qui agit sur ladite garniture
(4) pour produire une tension préalable d'enroulement dans les zones (12) de la garniture
(4) situées entre le cylindre (6) et le dispositif de freinage (5), étant précisé
qu'il est prévu un dynamomètre (34) qui est conçu pour mesurer la force agissant sur
le point d'installation du dispositif de freinage (5), que le dispositif de freinage
(5) est disposé sur une construction à chariot (28), que le dynamomètre (34) est en
appui sur un dispositif de butée (33) et qu'il est conçu pour mesurer la force d'appui
de ladite construction à chariot (28) au niveau du dispositif de butée au moins lors
d'une opération de montage,
caractérisé en ce que la construction à chariot (28) est disposée pour pouvoir être déplacée vers le dynamomètre
(34) globalement longitudinalement par rapport au sens de montage de la garniture
de carde (4), et le dynamomètre (34), longitudinalement par rapport au sens de montage,
est disposé entre la construction à chariot (28) et le dispositif de butée (33).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dynamomètre comprend un capteur de force à jauge d'allongement.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la construction à chariot (28) comprend au moins un manchon à billes (31) qui est
guidé sur au moins une barre cylindrique (32).
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend des mâchoires de frein (21) qui agissent sur
la garniture de carde (4) et qui présentent au moins une garniture de frein en matière
céramique.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il est prévu un dispositif d'enregistrement qui est conçu pour enregistrer au moins
par zones, pendant l'opération de montage, la courbe de force mesurée par le dynamomètre.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le dispositif d'enregistrement est conçu comme un enregistreur de données qui est
conçu pour pouvoir être enlevé et pour pouvoir être lu ailleurs.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que le dispositif d'enregistrement est conçu pour enregistrer la vitesse de montage pendant
l'opération de montage.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend une unité de commande et/ou de régulation
grâce à laquelle l'action de freinage peut être adaptée automatiquement à la tension
préalable d'enroulement.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'unité d'entraînement de cylindre (7) est intégrée dans le circuit de commande et/ou
de régulation de l'unité de commande et/ou de régulation et est apte à être commandée
et réglée automatiquement pour s'adapter à la tension préalable d'enroulement prédéfinie.
10. Dispositif selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que l'enregistreur de données est relié à une dynamo qui est entraînée, au moins pendant
l'opération de montage, par un élément rotatif du dispositif, et ledit enregistreur
de données est conçu pour pouvoir être alimenté en courant.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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