[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Polymerdispersionen mit hoher Stabilität, Verfahren
zur Herstellung sowie die Verwendung dieser Polymerdispersionen.
[0002] Viskositätsindexverbesserer für Motorenöle sind zumeist im wesentlichen auf Kohlenwasserstoff
basierende Polymere. Typische Zusatzraten in Motorenölen betragen je nach Verdickungswirkung
der Polymere etwa 0,5 - 6 Gew.%. Besonders preisgünstige Viskositätsindexverbesserer
stellen Olefincopolymere (OCP), die vorwiegend aus Ethylen- und Propylen aufgebaut
sind, oder hydrierte Copolymere (HSD) aus Dienen und Styrol dar.
[0003] Der ausgezeichneten Verdickungswirkung dieser Polymertypen steht eine mühsame Verarbeitbarkeit
bei der Herstellung von Schmierölformulierungen gegenüber. Insbesondere die schlechte
Löslichkeit in den Ölen, die den Formulierungen zugrunde liegen, bereitet Schwierigkeiten.
Im Falle der Benutzung fester, nicht vorgelöster Polymere kommt es somit zu langen
Einrührperioden, wobei man auf die Benutzung spezieller Rühr- und/oder Vormahlwerke
angewiesen ist.
[0004] Setzt man konzentrierte, in Öl bereits vorgelöste Polymere als übliche Handelsformen
ein, so ist lediglich eine 10-15%-ige Lieferform der OCP's bzw. HSD's realisierbar.
Höhere Konzentrationen gehen mit zu hohen aktuellen Viskositäten der Lösungen einher
(> 15,000 mm
2/s bei Raumtemperatur) und sind daher kaum noch handhabbar. Insbesondere mit diesem
Hintergrund wurden hochkonzentrierte Dispersionen von Olefincopolymeren und hydrierten
Dien/Styrol-Copolymeren entwickelt.
[0005] Die beschriebene Dispersionstechnologie erlaubt die Herstellung von Polymerlösungen
mit mehr als 20% OCP- bzw. HSD-Gehalt unter Erhalt kinematischer Viskositäten, die
eine bequeme Einarbeitung in Schmierölformulierungen erlauben. Grundsätzlich beinhaltet
die Synthese solcher Systeme den Einsatz eines sog. Emulgators bzw. einer Dispergierkomponente.
Gebräuchliche Dispergierkomponenten sind unter anderem OCP- bzw. HSD-Polymere, auf
die zumeist Alkylmethacrylate bzw. Alkylmethacrylat/Styrol-Gemische gepfropft wurden.
Darüber hinaus sind Dispersionen bekannt, bei denen ein Lösemittel eingesetzt wird,
welches den Methacrylatbestandteil der Dispersion besser und den OCP- bzw. HSD-Anteil
schlechter löst. Ein solches Lösemittel zusammen mit dem Methacrylatanteil des Produktes
bildet den Hauptbestandteil der kontinuierlichen Phase der Dispersion. Der OCP- bzw.
HSD-Anteil stellt formell gesehen den Hauptbestandteil der diskontinuierlichen oder
dispersen Phase dar.
[0007] DE 196 41 945 offenbart eine lösungsmittelfreie Polymer-in-Polymer-Dispersion aus Polyalkyl(meth)acrylaten
(PAMA) und Olefincopolymerisaten (OCP) und ihre Verwendung als Viskositätsindexverbesserer
und Stockpunkterniedriger.
[0008] US 5,130,359 offenbart einen Viskositätsindexverbesserer, enthaltend ein Olefinpolymer, eine Dispergierkomponente,
die mindestens zwei Segmente aufweist, die über mindestens eine Ester-, Thioester-,
Urethan-, Harnstoff-, Amid-, Imid- oder Etherbindung miteinander verbunden sind, sowie
ein Medium, in dem das Olefinpolymer im Wesentlichen nicht oder nur wenig löslich
ist. Das Medium kann ein ethoxylierter aliphatischer Alkohol sein.
[0009] US 4,149,984 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Schmierölzusätzen durch Verbesserung
der Kompatibilität zwischen Polyalkylmethacrylaten, im folgenden PAMA genannt, und
Polyolefinen. Der Gewichtsanteil des PAMA's beträgt 50-80 Gew.%, der des Polyolefins
20-50%. Gesamtpolymergehalt der Dispersion ist 20-55%. Die Verwendung dispergierender
Monomere wie N-Vinylpyrrolidon zur Pfropfung ist ebenso erwähnt. Vor dieser Anmeldung
war bekannt, dass Methacrylate durch Pfropfung auf ein Polyolefin aufpolymerisiert
werden können (DT-AS 1 235 491).
[0010] EP-A-0 008 327 schützt ein Verfahren zur Herstellung von Schmieröladditiven auf Basis eines hydrierten
Blockcopolymerisats aus konjugierten Dienen und Styrol, wobei in erster Stufe Styrol
und Alkylmethacrylate oder ausschließlich Alkylmethacrylate auf das hydrierte Blockcopolymer
aufgepfropft werden und in zweiter Stufe eine zusätzliche Pfropfstufe (z.B. N-Vinylpyrrolidon)
aufgebaut wird. Der Anteil des hydrierten Blockcopolymerisats am Gesamtpolymergehalt
beträgt 5-55 Gew.%, der der ersten aus PAMA/Styrol bestehenden Pfropfstufe 49,5-85
% sowie der zweiten Pfropfstufe 0,5-10%.
[0011] Das Dokument
DE 32 07 291 beschreibt Verfahren, welche einen erhöhten Olefincopolymereintrag ermöglichen. Der
Olefincopolymergehalt soll 20-65% in Relation zum Gesamtgewicht der Dispersion betragen.
Gegenstand der Erfindung ist, dass durch Einsatz geeigneter Lösemittel, welche Olefincopolymere
schlecht und PAMA-haltige Komponenten gut lösen, höher konzentrierte Dispersionen
erhalten werden.
DE 32 07 291 ist als Verfahrenspatent zu verstehen, welches insbesondere die Herstellung der Dispersionen
beschreibt.
[0012] DE 32 07 292 entspricht im wesentlichen
DE 32 07 291, ist aber eher als Schutz bestimmter Copolymerzusammensetzungen zu verstehen. Diese
Zusammensetzungen werden nach analogem Verfahren hergestellt wie in
DE 32 07 291 beschrieben.
[0013] Die im Stand der Technik beschriebenen Polymerdispersionen zeigen bereits ein gutes
Eigenschaftsprofil. Verbesserungswürdig ist jedoch insbesondere deren Stabilität.
Hierbei ist zu bedenken, dass Polymerdispersionen über lange Zeiträume gelagert werden
müssen, ohne dass im allgemeinen Kühlvorrichtungen eingesetzt werden. Die Lagerzeit
schließt insbesondere den Transport usw. mit ein, wobei Temperaturen über 40°C oder
gar 50°C auftreten.
[0014] Darüber hinaus war es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung Polymerdispersionen
mit einer geringen Viskosität bei hohem Polyolefingehalt zur Verfügung zu stellen.
Je höher der Gehalt an OCP oder HSD, desto höher im allgemeinen die Viskosität der
Dispersion. Andererseits ist ein hoher Gehalt an diesen Polymeren wünschenswert, um
die Transportkosten zu senken. Hierbei ist zu bedenken, dass eine geringere Viskosität
eine einfachere und schnellere Zumischung der Viskositätsindexverbesserer in das Grundöl
erlaubt. Daher sollten Polymerdispersionen zur Verfügung gestellt werden, die eine
besonders geringe Viskosität aufweisen.
[0015] Darüber hinaus sind die Verfahren zur Herstellung der zuvor genannten Polymerdispersionen
relativ schwierig zu beherrschen, so dass bestimmte Spezifikationen nur sehr schwer
eingehalten werden können. Dementsprechend sollten Polymerdispersionen geschaffen
werden, deren Viskosität leicht auf vorgegebene Werte eingestellt werden können.
[0016] Eine weitere Aufgabe bestand darin, Polymerdispersionen anzugeben, welche einen hohen
Gehalt an Polyolefinen, insbesondere an Olefincopolymeren und/oder an hydrierten Blockcopolymeren
aufweisen. Des weiteren sollten die Polymerdispersionen einfach und kostengünstig
hergestellt werden können, wobei insbesondere kommerziell erhältliche Komponenten
eingesetzt werden sollten. Hierbei sollte die Produktion großtechnisch erfolgen können,
ohne dass hierzu neue oder konstruktiv aufwendige Anlagen benötigt werden.
[0017] Gelöst werden diese sowie weitere nicht explizit genannten Aufgaben, die jedoch aus
den hierin einleitend diskutierten Zusammenhängen ohne weiteres ableitbar oder erschließbar
sind, durch Polymerdispersionen mit allen Merkmalen des Patentanspruchs 1. Zweckmäßige
Abwandlungen der erfindungsgemäßen Polymerdispersionen werden in den auf Anspruch
1 rückbezogenen Unteransprüchen unter Schutz gestellt. Hinsichtlich des Verfahrens
zur Herstellung von Polymerdispersionen liefert Anspruch 13 eine Lösung der zugrunde
liegenden Aufgabe, während Anspruch 14 eine bevorzugte Verwendung einer Polymerdispersionen
der vorliegenden Erfindung schützt.
[0018] Dadurch, dass Polymer-Dispersionen
- A) mindestens 20 Gew-% dispergiertes Polyolefin,
- B) mindestens eine Dispergierkomponente, die ein Copolymer darstellt, welches ein
oder mehrere Blöcke A und ein oder mehrere Blöcke X umfasst, wobei der Block A Olefincopolymerisat-Sequenzen,
hydrierte Polyisopren-Sequenzen, hydrierte Copolymere aus Butadien/Isopren oder hydrierte
Copolymere aus Butadien/Isopren und Styrol darstellt und
der Block X Polyacrylat-, Polymethacrylat-, Styrol-, α-Methylstyrol oder N-Vinyl-heterocyclische
Sequenzen und/oder Sequenzen aus Gemischen von Polyacrylat-, Polymethacrylat-, Styrol-,
α-Methylstyrol oder N-Vinyl-Heterocyclen darstellt,
- C) Mineralöl und
- D) mindestens eine (Oligo)oxyalkyl-Gruppen umfassende Verbindung, die mindestens einen
ethoxylierten Alkohol mit 2 bis 8 Ethoxygruppen umfasst, wobei der hydrophobe Rest
des Alkohols 4 bis 22 Kohlenstoffatome umfasst,
umfassen, gelingt es auf nicht ohne weiteres vorhersehbare Weise Polymerdispersionen
zur Verfügung zu stellen, die eine besonders hohe Stabilität aufweisen.
[0019] Zugleich lassen sich durch die erfindungsgemäßen Polymerdispersionen eine Reihe weiterer
Vorteile erzielen. Hierzu gehören unter anderem:
- Die erfindungsgemäßen Polymerdispersionen können besonders hohe Anteile an Polyolefinen
umfassen, die eine viskositätsindexverbessernde bzw. in Schmierölen eine verdickende
Wirkung aufweisen.
- Die Polymerdispersionen der vorliegenden Erfindung können auf besonders einfache Weise
auf eine vorgegebene Viskosität eingestellt werden.
- Polymerdispersionen gemäß dem Gegenstand der vorliegenden Erfindung zeigen eine geringe
Viskosität.
- Die Herstellung der Polymerdispersionen der vorliegenden Erfindung können besonders
leicht und einfach hergestellt werden. Hierbei können übliche, großtechnische Anlagen
eingesetzt werden.
Die Komponente A)
[0020] Als erfindungswesentliche Komponente umfasst die Polymerdispersion mindestens 20
Gew-% Polyolefine, die vorzugsweise eine viskositätsindexverbessernde bzw. verdickende
Wirkung aufweisen. Derartige Polyolefine sind seit längerem bekannt und in den im
Stand der Technik genannten Dokumenten beschrieben.
[0021] Zu diesen Polyolefinen gehören insbesondere Polyolefincopolymere (OCP) und hydrierte
Styrol-Dien-Copolymere (HSD).
[0022] Die erfindungsgemäß zur verwendenden Polyolefincopolymere (OCP) sind an sich bekannt.
Es handelt sich in erster Linie um aus Ethylen-, Propylen-, Isopren-, Butylen- und/oder
weiteren -Olefinen mit 5 bis 20 C-Atomen aufgebaute Polymerisate, wie sie bereits
als VI-Verbesserer empfohlen worden sind. Ebenso sind Systeme, welche mit geringen
Mengen sauerstoff- oder stickstoffhaltiger Monomere (z.B. 0,05 bis 5 Gew.-% Maleinsäureanhydrid)
bepfropft sind, einsetzbar. Die Copolymere, die Dienkomponenten enthalten, werden
im allgemeinen hydriert, um die Oxidationsempfindlichkeit sowie die Vernetzungsneigung
der Viskositätsindexverbesserer zu vermindern.
[0024] Besonders gut brauchbar sind Ethylen-Propylen-Copolymere, ebenfalls sind Terpolymere
mit den bekannten Terkomponenten, wie Ethyliden-Norbornen (vgl.
Macromolecular Reviews, Vol. 10 (1975)) möglich, es ist jedoch deren Neigung zur Vernetzung beim Alterungsprozeß mit einzukalkulieren.
Die Verteilung kann dabei weitgehend statistisch sein, es können aber auch mit Vorteil-Sequenzpolymere
mit Ethylenblöcken angewendet werden. Das Verhältnis der Monomeren Ethylen-Propylen
ist dabei innerhalb gewisser Grenzen variabel, die bei etwa 75 % für Ethylen und etwa
80 % für Propylen als obere Grenze angesetzt werden können. Infolge seiner verminderten
Löslichkeitstendenz in Öl ist bereits Polypropylen weniger geeignet als Ethylen-Propylen-Copolymere.
Neben Polymeren mit vorwiegend ataktischem Propyleneinbau sind auch solche mit ausgeprägterem
iso- oder syndiotaktischen Propyleneinbau einsetzbar.
[0025] Derartige Produkte sind kommerziell beispielsweise unter den Handelsnamen Dutral
® CO 034, Dutral
® CO 038, Dutral
® CO 043, Dutral
® CO 058, Buna
® EPG 2050 oder Buna
® EPG 5050 erhältlich.
[0026] Die hydrierten Styrol-Dien-Copolymere (HSD) sind ebenfalls bekannt, wobei diese Polymere
beispielsweise in
DE 21 56 122 beschrieben sind. Es handelt sich im allgemeinen um hydrierte Isopren- oder Butadien-Styrol-Copolymere.
Das Verhältnis von Dien zu Styrol liegt bevorzugt im Bereich von 2:1 bis 1:2, besonders
bevorzugt bei ca. 55:45. Das Molekulargewicht Mw liegt im allgemeinen bei 10 000 bis
300 000, vorzugsweise zwischen 50 000 und 150 000. Der Anteil der Doppelbindungen
nach der Hydrierung beträgt gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung
höchstens 15%, besonders bevorzugt höchstens 5%, bezogen auf die Zahl der Doppelbindungen
vor der Hydrierung.
[0027] Hydrierte Styrol-Dien-Copolymere können kommerziell unter dem Handelsnamen
®SHELLVIS 50, 150, 200, 250 oder 260 erhalten werden.
[0028] Im allgemeinen beträgt der Anteil der Komponenten A) vorzugsweise mindestens 30 Gew.-%
und besonders bevorzugt mindestens 40 Gew.-%, ohne dass hierdurch eine Beschränkung
erfolgen soll.
Die Komponente B)
[0029] Die Komponente B) wird von mindestens einer Dispergierkompente gebildet, wobei diese
Komponente häufig als Blockcopolymere angesehen werden kann. Vorzugsweise zeigt mindestens
einer dieser Blöcke eine hohe Verträglichkeit mit den zuvor beschriebenen Polyolefinen
der Komponenten A), wobei mindestens ein weiterer der in der Dispergierkomponenten
enthaltenen Blöcke mit den zuvor beschriebenen Polyolefinen nur eine geringe Verträglichkeit
aufweist. Derartige Dispergierkomponenten sind an sich bekannt, wobei bevorzugte Verbindungen
im zuvor genannten Stand der Technik beschrieben sind.
[0030] Der mit der Komponenten A) kompatible Rest zeigt im allgemeinen einen unpolaren Charakter,
wohingegen der inkompatible Rest polarer Natur ist. Gemäß einem besonderen Aspekt
der vorliegenden Erfindung lassen sich bevorzugte Dispergierkomponenten als Blockcopolymere
auffassen, welches ein oder mehrere Blöcke A und ein oder mehrere Blöcke X umfassen,
wobei der Block A Olefincopolymerisat-Sequenzen, hydrierte Polyisopren-Sequenzen,
hydrierte Copolymere aus Butadien/Isopren oder hydrierte Copolymere aus Butadien/Isopren
und Styrol darstellt und der Block X Polyacrylat-, Polymethacrylat-, Styrol-, α-Methylstyrol
oder N-Vinyl-heterocyclische Sequenzen bzw. Sequenzen aus Gemischen von Polyacrylat-,
Polymethacrylat-, Styrol-, α-Methylstyrol oder N-Vinyl-Heterocyclen darstellt.
[0031] Bevorzugte Dispergierkomponenten lassen sich durch Pfropfpolymerisation herstellen,
wobei auf die zuvor beschriebenen Polyolefine, insbesondere auf die OCP und HSD, polare
Monomere aufgepfropft werden. Hierzu können die Polyolefine durch mechanischen oder/und
thermischen Abbau vorbehandelt werden.
[0032] Zu den polaren Monomeren gehören insbesondere (Meth)acrylate und Styrol-Verbindungen.
[0033] Der Ausdruck (Meth)acrylate umfaßt Methacrylate und Acrylate sowie Mischungen aus
beiden.
[0034] Gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird bei der Pfropfreaktion
eine Monomerzusammensetzung eingesetzt aufweisend ein oder mehrere (Meth)acrylate
der Formel (I)

worin R Wasserstoff oder Methyl und R
1 Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen
bedeuten.
[0035] Zu den bevorzugten Monomeren gemäß Formel (I) gehören unter anderem (Meth)acrylate,
die sich von gesättigten Alkoholen ableiten, wie Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat,
n-Propyl(meth)acrylat, iso-Propyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat, tert-Butyl(meth)acrylat,
Pentyl(meth)acrylat, Hexyl(meth)acrylat, 2-Ethylhexyl(meth)acrylat, Heptyl(meth)acrylat,
2-tert.-Butylheptyl(meth)acrylat, Octyl(meth)acrylat, 3-iso-Propylheptyl(meth)acrylat,
Nonyl(meth)acrylat, Decyl(meth)acrylat, Undecyl(meth)acrylat, 5-Methylundecyl(meth)acrylat,
Dodecyl(meth)acrylat, 2-Methyldodecyl(meth)acrylat, Tridecyl(meth)acrylat, 5-Methyltridecyl(meth)acrylat,
Tetradecyl(meth)acrylat, Pentadecyl(meth)acrylat, Hexadecyl(meth)acrylat, 2-Methylhexadecyl(meth)acrylat,
Heptadecyl(meth)acrylat, 5-iso-Propylheptadecyl(meth)acrylat, 4-tert.-Butyloctadecyl(meth)acrylat,
5-Ethyloctadecyl(meth)acrylat, 3-iso-Propyloctadecyl(meth)acrylat, Octadecyl(meth)acrylat,
Nonadecyl(meth)acrylat, Eicosyl(meth)acrylat, Cetyleicosyl(meth)acrylat, Stearyleicosyl(meth)acrylat,
Docosyl(meth)acrylat und/oder Eicosyltetratriacontyl(meth)acrylat; (Meth)acrylate,
die sich von ungesättigten Alkoholen ableiten, wie z. B. 2-Propinyl(meth)acrylat,
Allyl(meth)acrylat, Vinyl(meth)acrylat, Oleyl(meth)acrylat; Cycloalkyl(meth)acrylate,
wie Cyclopentyl(meth)acrylat, 3-Vinylcyclohexyl(meth)acrylat, Cyclohexyl(meth)acrylat,
Bornyl(meth)acrylat.
[0036] Des weiteren kann die Monomerzusammensetzung ein oder mehrere (Meth)acrylate der
Formel (II) aufweisen

worin R Wasserstoff oder Methyl und R
2 einen mit einer OH-Gruppe substituierten Alkylrest mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen
oder einen alkoxylierten Rest der Formel (III)

worin R
3 und R
4 unabhängig für Wasserstoff oder Methyl, R
5 Wasserstoff oder einen Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen und n eine ganze
Zahl von 1 bis 90 steht, bedeuten.
[0037] (Meth)acrylate gemäß Formel (III) sind dem Fachmann bekannt. Zu diesen zählen unter
anderem Hydroxylalkyl(meth)acrylate, wie
3-Hydroxypropylmethacrylat,
3,4-Dihydroxybutylmethacrylat,
2-Hydroxyethylmethacrylat,
2-Hydroxypropylmethacrylat, 2,5-Dimethyl-1,6-hexandiol(meth)acrylat,
1,10-Decandiol(meth)acrylat,
1,2-Propandiol(meth)acrylat;
Polyoxyethylen- und Polyoxypropylen-Derivate der (Meth)acrylsäure, wie
Triethylenglycol(meth)acrylat,
Tetraethylenglycol(meth)acrylat und
Tetrapropylengylcol(meth)acrylat.
[0038] Die (Meth)acrylate mit langkettigem Alkoholrest lassen sich beispielsweise durch
Umsetzen von den entsprechenden Säuren und/oder kurzkettigen (Meth)acrylaten, insbesondere
Methyl(meth)acrylat oder Ethyl(meth)acrylat, mit langkettigen Fettalkoholen erhalten,
wobei im allgemeinen eine Mischung von Estern, wie beispielsweise (Meth)acrylaten
mit verschieden langkettigen Alkoholresten entsteht. Zu diesen Fettalkoholen gehören
unter anderem Oxo AlcoholÒ 7911 und Oxo AlcoholÒ 7900, Oxo AlcoholÒ 1100 von Monsanto;
AlphanolÒ 79 von ICI; NafolÒ 1620, AlfolÒ 610 und AlfolÒ 810 von Condea; EpalÒ 610
und Epal Ò 810 von Ethyl Corporation; LinevolÒ 79, LinevolÒ 911 und DobanolÒ 25L von
Shell AG; Lial 125 von AugustaÒ Mailand; DehydadÒ und LorolÒ von Henkel KGaA sowie
LinopolÒ 7 - 11 und AcropolÒ 91 Ugine Kuhlmann.
und/oder ein oder mehrere (Meth)acrylate der Formel (IV)

worin R Wasserstoff oder Methyl, X Sauerstoff oder eine Aminogruppe der Formel -NH-
oder-NR
7-, worin R
7 für einen Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen steht, und R
6 einen mit mindestens einer -NR
8R
9-Gruppe substituierten linearen oder verzweigten Alkylrest mit 2 bis 20, vorzugsweise
2 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeuten, wobei R
8 und R
9 unabhängig von einander für Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 20, vorzugsweise
1 bis 6 stehen oder worin R
8 und R
9 unter Einbeziehung des Stickstoffatoms und gegebenenfalls eines weiteren Stickstoff
oder Sauerstoffatoms einen 5- oder 6-gliederigen Ring bilden, der gegebenenfalls mit
C
1-C
6-Alkyl substituiert sein kann.
[0039] Zu den (Meth)acrylaten bzw. (Meth)acrylamiden gemäß Formel (IV) gehören unter anderem
Amide der (Meth)acrylsäure, wie
N-(3-Dimethylaminopropyl)methacrylamid,
N-(Diethylphosphono)methacrylamid,
1-Methacryloylamido-2-methyl-2-propanol,
N-(3-Dibutylaminopropyl)methacrylamid,
N-t-Butyl-N-(diethylphosphono)methacrylamid,
N,N-bis(2-Diethylaminoethyl)methacrylamid,
4-Methacryloylamido-4-methyl-2-pentanol,
N-(Methoxymethyl)methacrylamid,
N-(2-Hydroxyethyl)methacrylamid,
N-Acetylmethacrylamid,
N-(Dimethylaminoethyl)methacrylamid,
N-Methyl-N-phenylmethacrylamid,
N,N-Diethylmethacrylamid,
N-Methylmethacrylamid,
N,N-Dimethylmethacrylamid,
N-Isopropylmethacrylamid;
Aminoalkylmethacrylate, wie
tris(2-Methacryloxyethyl)amin,
N-Methylformamidoethylmethacrylat,
2-Ureidoethylmethacrylat;
heterocyclische (Meth)acrylate, wie 2-(1-Imidazolyl)ethyl(meth)acrylat, 2-(4-Morpholinyl)ethyl(meth)acrylat
und 1-(2-Methacryloyloxyethyl)-2-pyrrolidon.
[0040] Des weiteren kann die Monomerzusammensetzung Styrol-Verbindungen aufweisen. Zu diesen
gehören unter anderem Styrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstituenten in
der Seitenkette, wie z. B. α-Methylstyrol und α-Ethylstyrol, substituierte Styrole
mit einem Alkylsubstitutenten am Ring, wie Vinyltoluol und p-Methylstyrol, halogenierte
Styrole, wie beispielsweise Monochlorstyrole, Dichlorstyrole, Tribromstyrole und Tetrabromstyrole.
[0041] Darüber hinaus können die Monomerzusammensetzungen heterocyclische Vinylverbindungen,
wie 2-Vinylpyridin, 3-Vinylpyridin, 2-Methyl-5-vinylpyridin, 3-Ethyl-4-vinylpyridin,
2,3-Dimethyl-5-vinylpyridin, Vinylpyrimidin, Vinylpiperidin, 9-Vinylcarbazol, 3-Vinylcarbazol,
4-Vinylcarbazol, 1-Vinylimidazol, 2-Methyl-1-vinylimidazol, N-Vinylpyrrolidon, 2-Vinylpyrrolidon,
N-Vinylpyrrolidin, 3-Vinylpyrrolidin, N-Vinylcaprolactam, N-Vinylbutyrolactam, Vinyloxolan,
Vinylfuran, Vinylthiophen, Vinylthiolan, Vinylthiazole und hydrierte Vinylthiazole,
Vinyloxazole und hydrierte Vinyloxazole umfassen.
[0042] Neben Styrol-Verbindungen und (Meth)acrylaten sind als Monomere insbesondere Monomere
bevorzugt, die dispergierende Wirkungen haben, wie beispielsweise die zuvor genannten
heterocyclischen Vinylverbindungen. Diese Monomere werden des weiteren als dispergierende
Monomere bezeichnet.
[0043] Die zuvor genannten ethylenisch ungesättigten Monomere können einzeln oder als Mischungen
eingesetzt werden. Es ist des weiteren möglich, die Monomerzusammensetzung während
der Polymerisation zu variieren.
[0044] Das Gewichtsverhältnis der mit den Polyolefinen kompatiblen Teile der Dispergierkomponente,
insbesondere der Blöcke A, zu den mit den Polyolefinen inkompatiblen Teile der Dispergierkomponente,
insbesondere den Blöcken X, kann in weiten Bereichen liegen. Im allgemeinen liegt
dieses Verhältnis im Bereich von 50:1 bis 1:50, insbesondere 20:1 bis 1:20 und besonders
bevorzugt 10:1 bis 1:10.
[0046] Dabei kann in einem geeigneten Reaktionsgefäß, zweckmäßig ausgestattet mit Rührer,
Thermometer, Rückflußkühler und Dosierleitung, ein Gemisch aus dem OCP und einem oder
mehreren der zuvor dargelegten Monomere vorgelegt werden.
[0047] Nach erfolgtem Lösen unter Inertatmosphäre, wie z. B. Stickstoff, unter Erhitzen,
beispielsweise auf 110 °C, wird ein Anteil eines an sich üblichen Radikalinitiators,
beispielsweise aus der Gruppe der Perester, angesetzt, zunächst beispielsweise ca.
0,7 Gew.-% bezogen auf die Monomeren.
[0048] Demnach dosiert man über einige Stunden, beispielsweise 3,5 Stunden hinweg ein Gemisch
aus den restlichen Monomeren unter Zusatz weiteren Initators, beispielsweise ca. 1,3
Gew.-% bezogen auf die Monomeren zu. Man füttert zweckmäßig einige Zeit nach Zulaufende
noch etwas Initiator nach, beispielsweise nach zwei Stunden. Die Gesamtpolymerisationsdauer
kann als Richtwert beispielsweise mit ca. 8 Stunden angenommen werden. Nach Polymerisationsende
verdünnt man zweckmäßig mit einem geeigneten Lösungsmittel, wie z. B. einem Phthalsäureester
wie Dibutylphthalat. Man erhält in der Regel eine nahezu klare, viskose Lösung.
[0049] Des weiteren kann die Herstellung der Polymerdispersionen in einem Kneter, einem
Extruder oder in einem statischen Mischer erfolgen. Durch die Behandlung im Gerät
erfolgt unter dem Einfluß der Scherkräfte, der Temperatur und der Initiator-Konzentration
ein Abbau des Molgewichts des Polyolefins, insbesondere des OCPs bzw. HSDs.
[0050] Beispiele für bei der Pfropf-Copolymerisation geeignete Initiatoren sind Cumolhydroperoxyd,
Diumylperoxyd, Benzoylperoxyd, Azodiisobuttersäure-dinitril, 2,2-Bis(t-Butylperoxy)butan,
Diäthylperoxydicarbonat und tert.-Butylperoxyd. Die Verarbeitungstemperatur beträgt
zwischen 80 °C und 350 °C. Die Verweilzeit im Kneter oder Extruder beträgt zwischen
1 Minute und 10 Stunden.
[0051] Je länger die Dispersion im Kneter oder Extruder behandelt wird, desto geringer wird
das Molekulargewicht. Die Temperatur und die Konzentration an radikalbildenden Initiatoren
können entsprechend dem gewünschten Molekulargewicht eingestellt werden. Die lösungsmittel-freie
Polymer-in-Polymer-Dispersion kann durch Einarbeitung in geeignete Trägermedien in
eine gut handhabbare, flüssige Polymer-/Polymer-Emulsion überführt werden.
[0052] Der Anteil der Komponenten B) beträgt im allgemeinen bis zu 30 Gew.-%, insbesondere
liegt dieser Anteil im Bereich von 5 bis 15 Gew.-%, ohne dass hierdurch eine Beschränkung
erfolgen soll. Der Einsatz von größeren Mengen an Komponente B) ist häufig unwirtschaftlich.
Geringere Mengen führen vielfach zu einer geringeren Stabilität der Polymerdispersion.
Die Komponente C)
[0053] Die Komponente C) ist für den Erfolg der vorliegenden Erfindung wesentlich. Mineralöle
sind an sich bekannt und kommerziell erhältlich. Sie werden im allgemeinen aus Erdöl
oder Rohöl durch Destillation und/oder Raffination und gegebenenfalls weitere Reinigungs-
und Veredelungsverfahren gewonnen, wobei unter den Begriff Mineralöl insbesondere
die höhersiedenden Anteile des Roh- oder Erdöls fallen. Im allgemeinen liegt der Siedepunkt
von Mineralöl höher als 200 °C, vorzugsweise höher als 300 °C, bei 5000 Pa. Die Herstellung
durch Schwelen von Schieferöl, Verkoken von Steinkohle, Destillation unter Luftabschluß
von Braunkohle sowie Hydrieren von Stein- oder Braunkohle ist ebenfalls möglich. Zu
einem geringen Anteil werden Mineralöle auch aus Rohstoffen pflanzlichen (z. B. aus
Jojoba, Raps) od. tierischen (z. B. Klauenöl) Ursprungs hergestellt. Dementsprechend
weisen Mineralöle, je nach Herkunft unterschiedliche Anteile an aromatischen, cyclischen,
verzweigten und linearen Kohlenwasserstoffen auf.
[0054] Im allgemeinen unterscheidet man paraffinbasische, naphthenische und aromatische
Anteile in Rohölen bzw. Mineralölen, wobei die Begriffe paraffinbasischer Anteil für
längerkettig bzw. stark verzweigte iso-Alkane und naphtenischer Anteil für Cycloalkane
stehen. Darüber hinaus weisen Mineralöle, je nach Herkunft und Veredelung unterschiedliche
Anteile an n-Alkanen, iso-Alkanen mit einem geringen Verzweigungsgrad, sogenannte
monomethylverzweigten Paraffine, und Verbindungen mit Heteroatomen, insbesondere O,
N und/oder S auf, denen bedingt polare Eigenschaften zugesprochen werden. Die Zuordnung
ist jedoch schwierig, da einzelne Alkanmoleküle sowohl langkettig verzweigte Gruppen
als auch Cycloalkanreste und aromatische Anteile aufweisen können. Für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung kann die Zuordnung beispielsweise gemäß DIN 51 378 erfolgen.
Polare Anteile können auch gemäß ASTM D 2007 bestimmt werden.
[0055] Der Anteil der n-Alkane beträgt in bevorzugten Mineralölen weniger als 3 Gew.-%,
der Anteil der O, N und/oder S-haltigen Verbindungen weniger als 6 Gew.-%. Der Anteil
der Aromaten und der monomethylverzweigten Paraffine liegt im allgemeinen jeweils
im Bereich von 0 bis 40 Gew.-%. Gemäß einem interssanten Aspekt umfaßt Mineralöl hauptsächlich
naphtenische und paraffinbasische Alkane, die im allgemeinen mehr als 13, bevorzugt
mehr als 18 und ganz besonders bevorzugt mehr als 20 Kohlenstoffatome aufweisen. Der
Anteil dieser Verbindungen ist im allgemeinen ≥ 60 Gew.-%, vorzugsweise ≥ 80 Gew.-%,
ohne daß hierdurch eine Beschränkung erfolgen soll. Ein bevorzugtes Mineralöl enthält
0,5 bis 30 Gew.-% aromatische Anteile, 15 bis 40 Gew.-% naphthenische Anteile, 35
bis 80 Gew.-% paraffinbasische Anteile, bis zu 3 Gew.-% n-Alkane und 0,05 bis 5 Gew.-%
polare Verbindungen, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Mineralöls.
[0056] Eine Analyse von besonders bevorzugten Mineralölen, die mittels herkömmlicher Verfahren,
wie Harnstofftrennung und Flüssigkeitschromatographie an Kieselgel, erfolgte, zeigt
beispielsweise folgende Bestandteile, wobei sich die Prozentangaben auf das Gesamtgewicht
des jeweils eingesetzten Mineralöls beziehen:
n-Alkane mit ca. 18 bis 31 C-Atome:
0,7 - 1,0 %,
gering verzweigte Alkane mit 18 bis 31 C-Atome:
1,0 - 8,0 %,
Aromaten mit 14 bis 32 C-Atomen:
0,4 - 10,7 %,
Iso- und Cyclo-Alkane mit 20 bis 32 C-Atomen:
60,7- 82,4 %,
polare Verbindungen:
0,1 - 0,8 %,
Verlust:
6,9 - 19,4 %.
[0057] Wertvolle Hinweise hinsichtlich der Analyse von Mineralölen sowie eine Aufzählung
von Mineralölen, die eine abweichende Zusammensetzung aufweisen, findet sich beispielsweise
in Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5
th Edition on CD-ROM, 1997, Stichwort "lubricants and related products".
[0058] Gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung enthält die Polymerdispersion
vorzugsweise 2 bis 40 Gew.-%, insbesondere 5 bis 30 Gew.-% und besonders bevorzugt
10 bis 20 Gew.-% Mineralöl.
Die Komponente D)
[0059] Die Komponente D) ist für die vorliegende Polymerdispersion obligatorisch, wobei
diese Komponente ein oder mehrere mindestens eine (Oligo)oxyalkyl-Gruppen umfassende
Verbindung enthält. Im allgemeinen umfassen die Verbindungen gemäß Komponente D) vorzugsweise
1 bis 40, insbesondere 1 bis 20 und besonders bevorzugt 2 bis 8 Oxyalkylgruppen.
[0060] Die Oxyalkylgruppen weisen im allgemeinen die Formel (V) auf

worin R
6 und R
7 unabhängig Wasserstoff oder einen Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoff darstellen.
[0061] Zu den Oxyalkylgruppen gehören insbesondere die Ethoxygruppen.
[0062] Hierzu gehören insbesondere Ester und Ether, die die zuvor genannten Gruppen aufweisen.
[0064] Als Monocarbonsäuren seien die Propionsäure, die (Iso)buttersäure sowie die Pelargonsäure
spezifisch erwähnt.
[0065] Als Ester von Dicarbonsäuren kommen einmal die Ester der Phthalsäure in Frage, sodann
die Ester aliphatischer Dicarbonsäuren, insbesondere die Ester geradkettiger Dicarbonsäuren.
Besonders hervorzuheben sind die Ester der Sebazin-, der Adipin- und der Azelainsäure.
[0066] Als Ester von Monocarbonsäuren mit Diolen oder Polyalkylenglykolen seien die Di-Ester
mit Diethylenglykol, Triethylenglykol, Tetraethylenglykol bis zum Decamethylenglykol,
ferner mit Dipropylenglykol als Alkoholkomponenten hervorgehoben. Als Monocarbonsäuren
seien die Propionsäure, die (Iso)buttersäure sowie die Pelargonsäure spezifisch erwähnt
- genannt sei beispielsweise das Dipropylenglykoldipelargonat, das Diäthylenglykoldipropionat
- und Diisobutyrat sowie die entsprechenden Ester des Triethylenglykols, sowie der
Tetraethylenglykol-di-2-ethylhexansäureester.
[0067] Diese Ester können einzeln oder als Mischung eingesetzt werden.
[0068] Des weiteren umfassen die Verbindungen gemäß Komponente D) Etherverbindungen, die
(Oligo)alkoxygruppen aufweisen. Diese umfassen ethoxylierte Alkohole, die 2 bis 8
Ethoxygruppen aufweisen.
[0069] Der hydrophobe Rest der ethoxylierten Alkohole umfasst 4 bis 22 Kohlenstoffatome,
wobei sowohl lineare als auch verzweigte Alkoholreste eingesetzt werden können. Ebenso
sind Oxoalkoholethoxylate einsetzbar.
[0070] Zu den bevorzugten hydrophoben Resten dieser Ether gehören unter anderem die Butyl-,
Pentyl-, 2-Methylbutyl-, Pentenyl-, Cyclohexyl-, Heptyl-, 2-Methylheptenyl-, 3-Methylheptyl-,
Octyl-, Nonyl-, 3-Ethylnonyl-, Decyl-, Undecyl-, 4-Propenylundecyl-, Dodecyl-, Tridecyl-,
Tetradecyl-, Pentadecyl-, Hexadecyl-, Heptadecyl-, Octadecyl-, Nonadecyl-, Eicosyl-,
Cetyleicosyl-, Docosyl- und/oder Eicosyltetratriacontyl-Gruppe.
[0071] Beispiele für käufliche Ethoxylate, welche zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Konzentrate herangezogen werden können, sind Ether der Lutensol
® A-Marken, insbesondere Lutensol
® A 3 N, Lutensol
® A 4 N, Lutensol
® A 7 N und Lutensol
® A 8 N, Ether der Lutensol
® TO-Marken , insbesondere Lutensol
® TO 2, Lutensol
® TO 3, Lutensol
® TO 5, Lutensol
® TO 6, Lutensol
® TO 65, Lutensol
® TO 69, Lutensol
® TO 7, Lutensol
® TO 79, Lutensol
® 8 und Lutensol
® 89, Ether der Lutensol
® AO-Marken, insbesondere Lutensol
® AO 3, Lutensol
® AO 4, Lutensol
® AO 5, Lutensol
® AO 6, Lutensol
® AO 7, Lutensol
® AO 79, Lutensol
® AO 8 und Lutensol
® AO 89, Ether der Lutensol
® ON-Marken, insbesondere Lutensol
® ON 30, Lutensol
® ON 50, Lutensol
® ON 60, Lutensol
® ON 65, Lutensol
® ON 66, Lutensol
® ON 70, Lutensol
® ON 79 und Lutensol
® ON 80, Ether der Lutensol
® XL-Marken, insbesondere Lutensol
® XL 300, Lutensol
® XL 400, Lutensol
® XL 500, Lutensol
® XL 600, Lutensol
® XL 700, Lutensol
® XL 800, Lutensol
® XL 900 und Lutensol
® XL 1000, Ether der Lutensol
® AP-Marken, insbesondere Lutensol
® AP 6, Lutensol
® AP 7, Lutensol
® AP 8, Lutensol
® AP 9, Lutensol
® AP 10, Lutensol
® AP 14 und Lutensol
® AP 20, Ether der IMBENTIN
®-Marken, insbesondere der IMBENTIN
®-AG-Marken, der IMBENTIN
®-U-Marken, der IMBENTIN
®-C-Marken, der IMBENTIN
®-T-Marken, der IMBENTIN
®-OA-Marken, der IMBENTIN
®-POA-Marken, der IMBENTIN
®-N-Marken sowie der IMBENTIN
®-O-Marken sowie Ether der Marlipal
®-Marken, insbesondere Marlipal
® 1/7, Marlipal
® 1012/6, Marlipal
® 1618/1, Marlipal
® 24/20, Marlipal
® 24/30, Marlipal
® 24/40, Marlipal
® O13/20, Marlipal
® O13/30, Marlipal
® O13/40, Marlipal
® O25/30, Marlipal
® O25/7 Marlipal
® O45/30, Marlipal
® O45/40, Marlipal
® O45/50, Marlipal
® O45/70 und Marlipal
® O45/80.
[0072] Diese Ether können einzeln oder als Mischung eingesetzt werden.
[0073] Gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung enthält die Polymerdispersion
vorzugsweise 2 bis 55 Gew.-%, insbesondere 5 bis 45 Gew.-% und besonders bevorzugt
10 bis 40 Gew.-% Verbindungen, die (Oligo)oxyalkyl-Gruppen umfassen.
[0074] Das Gewichtsverhältnis von Mineralöl zu Verbindungen mit(Oligo)oxyalkylGruppen kann
in weiten Bereichen liegen. Besonders bevorzugt liegt dieses Verhältnis im Bereich
von 2:1 bis 1:25, insbesondere 1:1 bis 1:15.
[0075] Der Anteil der Komponenten C) und D) an der konzentrierten Polymerdispersion kann
in weiten Bereichen liegen, wobei dieser Anteil insbesondere von den eingesetzten
Polyolefinen und Dispergierkomponenten abhängig ist. Im allgemeinen beträgt der Anteil
der Komponenten C) und D) zusammen 79 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise unter 70, speziell
60 bis 40 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Polymerdispersion.
[0076] Neben den zuvor genannten Komponenten kann die erfindungsgemäße Polymerdispersion
weitere Additive und Zusatzstoffe enthalten.
[0077] So können insbesondere weitere Trägermedien in der Polymerdispersion eingesetzt werden.
Die als flüssiges Trägermedium verwendbaren Lösungsmitteln sollen inert und im ganzen
unbedenklich sein. Trägermedien, die die genannten Bedingungen erfüllen, gehören z.
B. zur Gruppe der Ester, Ether und/oder zur Gruppe der höheren Alkohole. In der Regel
enthalten die Moleküle der als Trägermedium in Frage kommenden Verbindungstypen mehr
als 8 Kohlenstoffatome pro Molekül.
[0078] Es sei erwähnt, dass auch Gemische aus den vorstehend beschriebenen Lösungsmitteln
für das Trägermedium in Frage kommen.
[0079] Hervorzuheben sind in der Gruppe der Ester: Phosphorsäureester, Ester von Dicarbonsäuren,
Ester von Monocarbonsäuren mit Diolen oder Polyalkylen-glykolen, Ester von Neopentylpolyolen
mit Monocarbonsäuren. (Vgl.
Ullmanns Encyclopädie der Technischen Chemie, 3. Aufl., Bd. 15, S. 287 -292, Urban
& Schwarzenber (1964)). Als Ester von Dicarbonsäuren kommen einmal die Ester der Phthalsäure in Frage,
insbesondere die Phthalsäureester mit C
4 bis C
8-Alkoholen, wobei Dibutylphthalat und Dioctylphthalat besonders genannt seien, sodann
die Ester aliphatischer Dicarbonsäuren, insbesondere die Ester geradkettiger Dicarbonsäuren
mit verzweigtkettigen primären Alkoholen. Besonders hervorgehoben werden die Ester
der Sebazin-, der Adipin- und der Azelainsäure, wobei insbesondere die 2-Ethylhexyl-,
Isooctyl-3,5,5-Trimethylester, sowie die Ester mit den C
8-, C
9- bzw. C
10-Oxoalkoholen genannt werden sollen.
[0080] Besondere Bedeutung besitzen die Ester geradkettiger primärer Alkohole mit verzweigten
Dicarbonsäuren. Als Beispiele seien die alkylsubstituierte Adipinsäure, beispielsweise
die 2,2,4-Trimethyladipinsäure genannt.
[0081] Bevorzugte Trägermedien stellen weitere nichtionische Tenside dar. Hierzu zählen
unter anderem Fettsäurepolyglykolester, Fettaminpolyglykolether, Alkylpolyglykoside,
Fettamin-N-oxide sowie langkettige Alkylsulfoxide.
[0082] Des weiteren kann die Polymerdispersion der vorliegenden Erfindung Verbindungen mit
einer Dielektrizitätskonstanten größer oder gleich 9, insbesondere größer oder gleich
20 und besonders bevorzugt größer oder gleich 30 umfassen. Überraschend wurde festgestellt,
dass durch den Zusatz dieser Verbindungen die Viskosität der Polymerdispersion erniedrigt
werden kann. Hierdurch ist insbesondere die Einstellung der Viskosität auf einen vorgegebenen
Wert möglich.
[0084] Zu den besonders geeigneten Verbindungen gehören unter anderem Wasser, Glykole, insbesondere
Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Propylenglykol, Polyethylenglykol; Alkohole,
insbesondere Methanol, Ethanol, Butanol, Glycerin; ethoxylierte Alkohole, beispielsweise
2-fach ethoxyliertes Butanol, 10-fach ethoxyliertes Methanol; Amine, insbesondere
Ethanolamin, 1,2 Ethandiamin und Propanolamin; halogenierte Kohlenwasserstoffe, insbesondere
2-Chlorethanol, 1,2 Dichlorethan, 1,1 Dichloraceton; Ketone, insbesondere Aceton.
[0085] Der Anteil der zuvor beschriebenen Verbindungen in der Polymerdispersion kann in
weiten Bereichen liegen. Im allgemeinen umfasst die Polymerdispersion bis zu 15 Gew.-%,
insbesondere 0,3 bis 5 Gew.-% Verbindungen mit einer Dielektrizitätskonstanten größer
oder gleich 9.
[0086] Die Polymerdispersionen können durch bekannte Verfahren hergestellt werden, wobei
diese Verfahren in den zuvor genannten Dokumenten des Standes der Technik dargelegt
sind. So kann man beispielsweise die vorliegenden Polymerdispersionen herstellen,
indem man die Komponente A) in einer Lösung der Komponenten B) unter Anwendung von
Scherkräften bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 180°C dispergiert. Die Lösung
der Komponenten B) umfasst im allgemeinen die Komponenten C) und D). Diese Komponenten
können der Dispersion vor, während oder nach dem Dispergieren der Komponenten A) beigefügt
werden.
[0087] Nachfolgend wird die Erfindung durch Beispiele und Vergleichsbeispiele eingehender
erläutert, ohne dass die Erfindung auf diese Beispiele beschränkt werden soll.
Angewandte Methoden
[0088] Im folgenden ist mit KV100 die kinematische Viskosität einer Flüssigkeit gemessen
bei 100°C in einem 150N-Öl gemeint. Die Bestimmung der Viskosität wird nach DIN 51
562 (Ubbelohde-Viskosimeter) vorgenommen. Die Konzentration des OCP's in Öl beträgt
hierbei jeweils 2,8 Gew.%. Die Angaben BV20, BV40 bzw. BV100 bezeichnen die kinematischen
Viskositäten der Dispersionen (BV = "bulk viscosity") ebenfalls gemessen nach DIN
51 562 (Ubbelohde-Viskosimeter) bei 20, 40 bzw. 100°C.
[0089] Als Initiatoren zur Herstellung der Dispersionen wurden gängige Vertreter wie beispielsweise
die Perinitiatoren Di(tert-butylperoxy)-3,3,5-trimethylcyclohexan und/oder tert-Butylperoctoat
benutzt.
[0090] Zur Überprüfung der Stabilität einer Dispersion können 670 g des Produktes in einem
2 Liter Witt'schen Topf eingewogen werden. Ein Inter-Mig-Rührer mit drei Flügeln (Messrührer
mit Drehmoment und - Drehzahlanzeige MR-D1 der Fa. Ika) und ein NiCrNi-Thermoelement
(Temperaturregler 810 der Fa. Eurotherm) werden in den Witt'schen Topf eingebaut.
Das Ölbad (Silikonöl PN 200) wird aufgeheizt, wobei die Drehzahl so eingestellt wird,
dass der Leistungseintrag 1,3 Watt beträgt. Der Leistungseintrag kann über die Viskosität
berechnet werden.
[0091] Das Produkt wird bis auf 160°C aufgewärmt und diese Innentemperatur dann 2h lang
gehalten. Danach wird die Innentemperatur im Reaktor innerhalb von 15 Minuten um 10°C
erhöht und wiederum 2h lang gehalten, wobei dieser Vorgang mehrmals wiederholt wird
bis die Innentemperatur 190°C beträgt. Sollte das Produkt vorher einer Phasenseparation
unterliegen, was an einem sprunghaften Anstieg der Viskosität und damit an einem schnellen
Anstieg des Drehmomentes zu erkennen ist, so ist der Versuch beendet. Zeit und Temperatur
bis zu diesem Zeitpunkt werden detektiert.
Beispiel 1
[0092] In einem 2 Liter-Vierhalskolben ausgestattet mit Rührer, Thermometer und Rückflusskühler
werden 70,3 g eines Ethylen-Propylen-Copolymerisats der Verdickungswirkung 11,0 mm
2/s in Bezug auf KV100 (z.B. thermisch oder mechanisch abgebautes Dutral
® CO 038) in einer Mischung bestehend aus 251,8 g eines 150N-Öles und 47,9 g eines
100N-Öles eingewogen und bei 100°C innerhalb 10-12 Stunden gelöst. Nach dem Lösevorgang
werden 41,1 g einer Mischung bestehend aus Alkylmethacrylaten mit Alkylsubstituenten
der Kettenlänge C10-C18 zugegeben und das Reaktionsgemisch durch Zugabe von Trockeneis
inertisiert. Nach Erreichen der 130°C Polymerisationstemperatur werden 0,52 g 1,1-Di(tert-butylperoxy)-3,3,5-trimethylcyclohexan
zugegeben und gleichzeitig ein Monomerzulauf bestehend aus 588,9 g der analogen Zusammensetzung
wie oben und 7,66 g 1,1-Di(tert-butylperoxy)-3,3,5-trimethylcyclohexan gestartet und
über eine Zulaufzeit von 3,5 Stunden gleichmäßig zugegeben. 2 Stunden nach Zulaufende
wird mit 472,1g eines ethoxylierten Fettalkoholes (z.B. Marlipal
® O13/20) auf 47,55% Polymergehalt verdünnt. Gleichzeitig wird die Temperatur auf 100°C
reduziert, 1,26 g tert-Butylperoctoat werden zugegeben und es wird weitere 2 Stunden
bei 100°C gerührt. In einem 1 Liter Witt'schen Topf ausgestattet mit Inter-Mig-Rührer
(Verhältnis Rührer / Behälterdurchmesser = 0,7; eingestellte Rührerdrehzahl: 150 UpM)
werden 286,2 g der hergestellten Lösung, 43,2 g eines Ethylen-Propylen-Copolymerisats
(z.B. auf 11,5 mm
2/s abgebautes Dutral
® CO 038) und 170,6 g eines weiteren Ethylen-Propylen-Copolymerisats (z.B. auf eine
KV100 von 11,5 mm
2/s abgebautes Dutral
® CO 058) eingewogen. Innerhalb von 8-10 Stunden entsteht bei 100°C und 150 UpM Rührerdrehzahl
eine bräunliche Dispersion, welche noch innerhalb weniger Wochen bei Raumtemperatur
zum Abtrennen der Ethylen-Propylen-Copolymere neigt. Zum Stabilisieren wird daher
die Temperatur von 100°C auf 140°C erhöht und bei 150 UpM 6 Stunden weitergerührt.
Anschließend wird durch Verdünnung mit 136,6 g eines ethoxylierten Fettalkoholes (z.B.
Marlipal
® O13/20) auf 55% Polymergehalt verdünnt und das Gemisch eine halbe Stunde bei 100°C
weitergerührt. Die KV100 des so hergestellten Produktes beträgt 3488 mm
2/s. Die KV100 einer 2,8%-igen Lösung des Produktes in einem 150N-Öl beträgt 11,43
mm
2/s.
[0093] Die erhaltene Dispersion wurde dem zuvor beschriebenen Stabilitätstest unterzogen,
wobei nach ca. 420 min bei einer erreichten Temperatur von 180°C eine Phasentrennung
auftritt und die Viskosität sprunghaft ansteigt.
Vergleichsbeispiel 1
[0094] In einem 2 Liter-Vierhalskolben ausgestattet mit Rührer, Thermometer und Rückflusskühler
werden 78,0 g eines Ethylen-Propylen-Copolymers der Verdickungswirkung 11,0 mm
2/s in Bezug auf seine KV 100 (z.B. entsprechend abgebautes Dutral
® CO 043) in 442,1 g Dioctyladipat bei 100°C innerhalb von 10-12 Stunden gelöst. Danach
werden 57,8 g einer Mischung bestehend aus Alkylmethacrylaten mit Alkylsubstituenten
der Kettenlänge C10- C18 zugegeben. Die Reaktionsmischung wird durch Zugabe von Trockeneis
inertisiert. Nachdem die Temperatur der Lösung auf 110°C erhöht wurde, werden 0,57
g tert-Butylperoctoat zugegeben und gleichzeitig ein Zulauf bestehend aus 422,1 g
Alkylmethacrylaten der analogen Zusammensetzung wie oben und 8,44 g tert-Butylperoctoat
gestartet. Die Gesamtzulaufzeit beträgt 3,5 Stunden und läuft unter konstanter Dosierungsgeschwindigkeit
ab. 2 Stunden nach Zulaufende werden 0,96 g tert-Butylperoctoat zugesetzt. Nach 3-4
Stunden erhält man eine Lösung, welche nachfolgend als Dispergierkomponente eingesetzt
wird. Danach wird mit 589,9 g Dibutylphthalat auf einen Polymergehalt von 35,1% verdünnt.
306,4 g der so hergestellten Lösung werden in einem mit Inter-Mig-Rührer (Verhältnis
Rührer / Behälterdurchmesser = 0,7 Rührerdrehzahl 150 UpM) ausgestatteten 1 Liter
Witt'schen Topf zusammen mit zwei verschiedenen Ethylen-Propylen-Copolymeren (z.B.
96,8 g Dutral
® CO 038 abgebaut auf eine KV100 von 11,5 mm
2/s und 96,8 g Dutral
® CO 058 abgebaut auf eine KV100 von 11,5 mm
2/s) eingewogen. Nach Temperaturerhöhung auf 100°C und Rühren bei einer Drehzahl von
150 UpM entsteht innerhalb von 8-10 Stunden eine bräunliche Dispersion. Diese wird
mit 150 UpM 6 Stunden weitergerührt, wodurch eine stabilere Dispersion erhalten wird
(zu erkennen an einer verringerten Tendenz zur Abtrennung von reinen Ethylen-Propylen-Copolymeren).
Anschließend werden 500 g dieses Ansatzes durch Zugabe von 73,1 g der 47,55%-igen
beschriebenen Dispergierkomponente und 20,8 g Dibutylphthalat auf 55% Polymergehalt
verdünnt. Anschließend wird noch eine halbe Stunde mit 150 UpM gerührt. Die KV100
des so hergestellten Produktes beträgt 1524 mm
2/s. Die KV100 einer 2,8%-igen Lösung des Produktes in einem 150N-Öl beträgt 11,43
mm
2/s.
[0095] Die erhaltene Dispersion wurde dem zuvor beschriebenen Stabilitätstest unterzogen,
wobei nach ca. 250 min bei einer erreichten Temperatur von 170°C eine Phasentrennung
auftritt und die Viskosität sprunghaft ansteigt.
1. Polymerdispersion umfassend
A) mindestens 20 Gew-% dispergiertes Polyolefin,
B) mindestens eine Dispergierkomponente, die ein Copolymer darstellt, welches ein
oder mehrere Blöcke A und ein oder mehrere Blöcke X umfasst, wobei der Block A Olefincopolymerisat-Sequenzen,
hydrierte Polyisopren-Sequenzen, hydrierte Copolymere aus Butadien/Isopren oder hydrierte
Copolymere aus Butadien/Isopren und Styrol darstellt und
der Block X Polyacrylat-, Polymethacrylat-, Styrol-, α -Methylstyrol oder N-Vinyl-heterocyclische
Sequenzen und/oder Sequenzen aus Gemischen von Polyacrylat-, Polymethacrylat-, Styrol-,
α-Methylstyrol oder N-Vinyl-Heterocyclen darstellt
C) Mineralöl und
D) mindestens eine (Oligo)oxyalkyl-Gruppen umfassende Verbindung, die mindestens einen
ethoxylierten Alkohol mit 2 bis 8 Ethoxygruppen umfasst, wobei der hydrophobe Rest
des Alkohols 4 bis 22 Kohlenstoffatome umfasst.
2. Polymerdispersion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente B) durch Pfropfcopolymerisation einer Monomerzusammensetzung umfassend
(Meth)acrylate und/oder Styrol-Verbindungen auf Polyolefinen gemäß Komponente A) erhältlich
ist.
3. Polymerdispersion nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Monomerzusammensetzung eingesetzt wird, aufweisend ein oder mehrere (Meth)acrylate
der Formel (I)

worin R Wasserstoff oder Methyl und R
1 Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen
bedeuten,
und/oder ein oder mehrere (Meth)acrylate der Formel (II)

worin R Wasserstoff oder Methyl und R
2 einen mit einer OH-Gruppe substituierten Alkylrest mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen
oder einen alkoxylierten Rest der Formel (III)

worin R
3 und R
4 unabhängig für Wasserstoff oder Methyl, R
5 Wasserstoff oder einen Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen und n eine ganze
Zahl von 1 bis 90 steht, bedeuten,
und/oder ein oder mehrere (Meth)acrylate der Formel (IV)

worin R Wasserstoff oder Methyl, X Sauerstoff oder eine Aminogruppe der Formel -NH-
oder -NR
7-, worin R
7 für einen Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen steht, und R
6 einen mit mindestens einer -NR
8R
9-Gruppe substituierten linearen oder verzweigten Alkylrest mit 2 bis 20, vorzugsweise
2 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeuten, wobei R
8 und R
9 unabhängig von einander für Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 20, vorzugsweise
1 bis 6 stehen oder worin R
8 und R
9 unter Einbeziehung des Stickstoffatoms und gegebenenfalls eines weiteren Stickstoff
oder Sauerstoffatoms einen 5- oder 6-gliederigen Ring bilden, der gegebenenfalls mit
C
1-C
6-Alkyl substituiert sein kann.
4. Polymerdispersion nach Anspruch 1, 2, oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Pfropfreaktion eine Monomerzusammensetzung eingesetzt wird, die eine heterocyclische
Vinylverbindung umfasst.
5. Polymerdispersion nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis der Blöcke A zu den Blöcken X im Bereich von 20:1 bis 1:20
liegt.
6. Polymerdispersion nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente A) ein oder mehrere Olefincopolymere umfasst.
7. Polymerdispersion nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerdispersion 2 bis 40 Gew.-% an Komponente C) umfasst.
8. Polymerdispersion nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Komponente C) zu Komponente D) im Bereich von 2:1 bis
1:25 liegt.
9. Polymerdispersion nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymer-Dispersion 2 bis 40 Gew.-% der Komponenten D) umfasst.
10. Polymerdispersion nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerdispersion eine Verbindung umfasst, die eine Dielektrizitätskonstante
größer oder gleich 9 aufweist.
11. Polymerdispersion nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung mit einer Dielektrizitätskonstante größer oder gleich 9 ausgewählt
ist aus Wasser, Ethylenglykol, Polyethylenglykol und/oder Alkohol.
12. Polymerdispersion nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymer-Dispersion bis zu 30 Gew.-% Komponente B) umfasst.
13. Verfahren zur Herstellung von Polymerdispersionen gemäß den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass man in einer Lösung der Komponenten B) unter Anwendung von Scherkräften bei einer
Temperatur im Bereich von 80 bis 180°C die Komponente A) dispergiert.
14. Verwendung einer Polymerdispersion gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 als Zusatzstoff
für Schmierölformulierungen.