[0001] Die Erfindung bezieht sich auf,einen Tangentialgewinderollkopf nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1. '
[0002] Aus EP 0 811 443 B1 ist ein Tangentialgewinderollkopf bekannt, bei dem zwei Gewinderollen
an zwei gabelförmigen Rollkopfarmen drehbar gelagert sind. Die Gewinderollen müssen
zu Beginn eines Gewinderollvorgangs und während des Rollvorgangs in einer bestimmten
Stellung zueinander stehen. Zu diesem Zweck ist zwischen den Tangentialrollen ein
Synchrongetriebe angeordnet. Auf der Achse jeder Gewinderolle ist ein Ritzel angeordnet,
das an seiner Stirnfläche ein Paar von aneinander diametral gegenüberliegenden Klauen
aufweist, die mit komplementären Klauen der Gewinderolle in Eingriff kommen. Dadurch
wird eine Drehbewegung vom Ritzel auf die Gewinderolle übertragen. Das Ritzel wirkt
seinerseits mit einem Zahnrad zusammen, wobei beide Zahnräder mit einem zentralen
Zahnrad zusammenwirken, damit die Gleichförmigkeit der Drehbewegung beider Gewinderollen
gewährleistet ist.
[0003] Es versteht sich, daß die Gewinderollen zueinander eine vorgegebene axiale Lage aufweisen.
Typischerweise liegen die Gewinderollen mit einer Stirnseite gegen einen Anschlag
an, der von einem Gabelabschnitt der gabelförmigen Arme gebildet ist. Eine besondere
Metallscheibe, beispielsweise aus Kupfer, bildet eine Anschlagfläche, welche zudem
nur eine relativ geringe Reibung verursacht. Um die Gewinderolle gegen den Anschlag
anzulegen, ist bekannt, mit Hilfe einer Buchse, die auf der Achse für die Gewinderolle
und das Ritzel sitzt, eine axiale Festlegung vorzunehmen. Die Buchse wird ihrerseits
axial durch eine weitere Buchse festgelegt, welche das mit dem Ritzel kämmende Zahnrad
lagert. Diese Buchse wird mit Hilfe einer Schraube gegen eine feste Anlagefläche des
Rollkopfarms angepreßt.
[0004] Wie aus dieser Beschreibung deutlich wird, ist es mit Hilfe einer derartigen Vorkehrung
nur möglich, eine einzige Einstellung der Axiallage der Gewinderolle vorzusehen. Falls
diese geändert werden soll, müßte die Länge der zweiten Buchse durch Abschleifen reduziert
werden. Aus der Beschreibung geht ferner hervor, daß aufgrund des Zusammenwirkens
mehrerer Einzelteile eine Addition der Toleranzen möglich ist, wodurch die Genauigkeit
der axialen Lage bzw. des axialen Rollenspiels beeinträchtigt wird. So kann z.B. auch
die Anlagescheibe verschleißen, was eine Veränderung der Axiallage der Gewinderolle
zur Folge hat. Mit den bekannten Mitteln ist es nicht möglich, für eine Kompensation
zu sorgen. Die Genauigkeit der axialen Einstellung bzw. des axialen Spiels der Gewinderollen
ist jedoch für die Genauigkeit des mit den Gewinderollen herzustellenden Gewindes
von großer Bedeutung.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tangentialgewinderollkopf zu schaffen,
bei dem mit einfachen Mitteln das axiale Rollenspiel eingestellt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Bei der Erfindung weisen die Buchsen, die jeweils an einem Ritzel für die Gewinderolle
anliegen, am Umfang einen Feingewindeabschnitt auf, der mit einem Innengewindeabschnitt
in einer Aufnahmebohrung für Ritzel und Buchse zusammenwirkt. Ferner sind Verriegelungsmittel
vorgesehen, welche die Buchse in einer eingenommenen Drehposition verriegeln. Die
Buchsen sind drehbar gelagert und werden bei einer Verdrehung zugleich axial verstellt.
Mit Hilfe der Buchsen kann daher eine Verstellung von Ritzel und Gewinderolle erfolgen.
Ist eine ausreichende axiale Anlage der Gewinderolle erzielt, wird die Buchse in der
eingenommenen Drehposition verriegelt.
[0008] Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, eine Verriegelung der Buchse in ihrer
Drehposition vorzunehmen. In einer Ausgestaltung der Erfindung ist hierzu vorgesehen,
daß die Buchse neben dem Feingewindeabschnitt Vertiefungen aufweist, z.B. in Form
von Nuten, die in gleichmäßigen Abständen am Umfang der Buchse angeordnet sind. In
einem Gewindeloch des Rollkopfarms ist eine Klemmschraube angeordnet, die mit einer
der Vertiefungen zusammenwirkt. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist
die Klemmschraube vom vorderen Ende des Rollkopfarms in das Gewindeloch einschraubbar.
Dadurch ist eine besonders gute Zugänglichkeit gegeben.
[0009] Zur Einstellung des axialen Spiels wird die Verriegelung bzw. die Klemmschraube für
die Buchse gelöst. Mit Hilfe eines geeigneten Schlüssels, der mit entsprechenden Schlüsselflächen
der Buchse zusammenwirkt, beispielsweise mit Vertiefungen in der zugekehrten Stirnseite
der Buchse, wird die Buchse so weit verdreht, bis die Gewinderolle festsitzt. Es ist
zwar denkbar, die Buchse stufenlos in jeder beliebigen Drehposition zu verriegeln.
In der Praxis ist dies jedoch nicht notwendig. Es reicht aus, wenn die Buchse in beabstandeten
um einen kleinen Winkel versetzten Drehpositionen verriegelbar ist. Dies ist etwa
mit Hilfe einer bestimmten Anzahl von Vertiefungen oder Nuten möglich. Weist das Gewinde
z.B. eine Steigung von 0,5 mm auf und sind zehn Nuten vorgesehen, dann beträgt eine
axiale Verstellung von Nut zu Nut 0,05 mm. Bei dem beschriebenen Einstellverfahren
wird nach dem Festsitzen der Gewinderolle die Buchse wieder zurückgedreht bis zur
nächsten Vertiefung für den Eingriff z.B. der Klemmschraube. Diese wird dann festgezogen,
um die Buchse in ihrer Drehposition zu verriegeln.
[0010] Sollte sich aus Gründen des Verschleißes oder dergleichen das axiale Spiel der Gewinderolle
vergrößern, kann in der beschriebenen Art und Weise eine erneute Einstellung des Axialspiels
durchgeführt werden.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll nachfolgend anhand von Zeichnungen näher
erläutert werden.
- Fig. 1
- zeigt die Seitenansicht eines Tangentialgewinderollkopfes nach der Erfindung.
- Fig. 2
- zeigt einen Schnitt durch die Darstellung nach Fig. 1 entlang der Linie 2-2.
- Fig. 3
- zeigt vergrößert einen Teil der Darstellung nach Fig. 2.
- Fig. 4
- zeigt perspektivisch eine Buchse aus der Darstellung nach Fig. 2 und 3.
- Fig. 5
- zeigt ein Werkzeug zur Verstellung der Buchse nach Fig. 3.
[0012] Der in den Figuren dargestellte Tangentialgewinderollkopf entspricht in seinem Aufbau
und seiner Wirkungsweise weitgehend dem Tangentialgewinderollkopf nach EP 0 811 443
B1. Auf die Offenbarung in dieser Druckschrift wird ausdrücklich bezug genommen.
[0013] Der in den Figuren dargestellte Rollkopf weist zwei gabelförmige Rollkopfarme (nachfolgend
auch Arme genannt) 10, 12 auf, die Teil eines zweiarmigen Hebels sind. Der Rollkopf
wird von einem geeigneten Halter (nicht gezeigt) seinerseits schwenkbar gelagert,
worauf weiter unten noch kurz eingegangen wird. Die gabelförmigen Arme 10, 12 lagern
Gewinderollen (nachfolgend auch als Rollen bezeichnet) 14, 16 auf einer Achse 18,
20, die sich quer durch die gabelförmigen Arme 10, 12 erstreckt. Sie ist aus einem
geeigneten Hartmetall.
[0014] Wie aus Fig. 2 erkennbar, ist der rechte Gabelabschnitt breiter als der linke Gabelabschnitt.
Dies beruht darauf, daß in dem breiteren Gabelabschnitt ein Zahnradgetriebe angeordnet
ist. In Fig. 2 ist das Zahnrad mit 22 bezeichnet. Es ist drehbar auf einer Buchse
24 gelagert, die teilweise in einer kreisförmigen Ausnehmung des Arms 10 bzw. 12 sitzt
und mit Hilfe einer Zylinderschraube 26 fest gegen den Grund der Ausnehmung gepreßt
wird. In Fig. 1 ist die entsprechende Buchse im oberen Ar, mit 28 bezeichnet.
[0015] Eine Achse 30 erstreckt sich durch das mittige Loch einer Scheibe 32, durch nicht
zu sehende Abschnitte der Arme 10, 12 und nicht gezeichnete Schenkel des Aufspannkörpers.
Um die Achse 30 können die Arme 10, 12 gegeneinander verschwenkt werden, wobei sie
mit Hilfe einer Feder 34, die an den anderen Armen der zweiarmigen Hebel angreifen,
im Bereich der Rollen 14, 16 aufeinander zu gespannt sind. Mittels geeigneter, nicht
weiter gezeigter und beschriebener Anschläge wird die Verschwenkung der Hebel derart,
daß die Rollen 14, 16 voneinander fortbewegt werden, begrenzt. Zwei Federpakete 36,
38 auf beiden Seiten eines Ansatzes 40, die zum nicht gezeigten Aufspannkörper gehören,
ermöglichen eine begrenzte Verschwenkung des gesamten Tangentialgewinderollkopfs um
die Achse 30. Bezüglich dieser Funktion wird ausdrücklich auf die bereits erwähnte
EP 0 811 443 B1 verwiesen.
[0016] Es sei noch erwähnt, daß auf der Achse 30 ein Zahnrad sitzt (nicht gezeigt), mit
dem die Zahnräder 22 auf den Buchsen 24, 28 in Eingriff sind. Da die Zahnräder 22
wiederum mit dem zugehörigen Ritzel in Eingriff sind, das drehfest mit den Gewinderollen
14, 16 in Eingriff ist, sind die Gewinderollen 14, 16 in ihrer Drehung synchronisiert.
[0017] In Fig. 2 und Fig. 3 ist gezeigt, daß die Gewinderolle 14 Klauen 42 aufweist, die
mit Klauen 44 am Ritzel 46 in Eingriff sind. Das Ritzel sitzt drehbar auf der Achse
18. Es versteht sich, daß dies in gleicher Weise für die Gewinderolle 16 gilt.
[0018] Die Achse 18 erstreckt sich durch eine zylindrische Bohrung 48 im breiteren Gabelabschnitt
des Arms 10. In der Bohrung wird das Ritzel 46 aufgenommen sowie eine Buchse 50. Die
Buchse 50 ist in Fig. 4 deutlicher herausgestellt. Man erkennt, daß nahe ihrer freien
Stirnfläche am Umfang ein Feingewindeabschnitt 52 geformt ist. Er wirkt mit einem
entsprechenden Gegengewindeabschnitt 52a in der Bohrung 48 zusammen. Neben dem Feingewindeabschnitt
52 weist der Umfang der Buchse 50 zehn Nuten (beziehungsweise Vertiefungen) 54 auf,
die in gleichenmäßigen Umfangsabständen achsparallel eingeformt sind. An der freien
Stirnfläche der Buchse 50 sind diametral gegenüberliegend zwei Löcher 56 geformt.
Wird die Buchse 50 gedreht, bewegt sie sich auch axial. Dadurch ist es möglich, das
Ritzel 46 axial zu verstellen und damit auch die Gewinderolle 14, die auf der gegenüberliegenden
Seite über eine dünne Scheibe 58 gegen die zugekehrte Wandfläche des schmaleren Gabelabschnitts
anliegt.
[0019] Wie aus Fig. 1 zu erkennen, ist im Arm 12 von der Frontseite her eine Klemmschraube
60 in ein entsprechendes Gewinde eingeschraubt. Die Klemmschraube wirkt mit einer
der Nuten 54 zusammen und legt dadurch die Buchse 50 in Drehrichtung fest.
[0020] In Fig. 5 ist ein Werkzeug 62 zur Betätigung der Buchse 50 dargestellt. Es weist
einen zylindrischen Kopf 64 auf und einen länglichen Schaft 66, der an einer Seite
des Kopfes 64 angreift. Die freie Stirnfläche des Kopfes 64 weist diametral gegenüberliegend
zwei Stifte 68 auf, die mit den Löchern 56 der Buchse 50 zusammenwirken können.
[0021] Bevor die Buchse 50 axial verstellt werden kann, müssen für beide Gewinderollen 14,
16 die zugehörigen Klemmschrauben 60 gelöst werden. Anschließend wird mit Hilfe des
Werkzeugs 62 die Buchse 50 gegen das zugehörige Ritzel 46 gepreßt, bis die Gewinderolle
14, 16 festsitzt. Anschließend wird die Buchse 50 dann in entgegengesetzter Richtung
gedreht, bis die Klemmschraube in die nächste Nut 54 eingreifen kann. Danach wird
die Klemmschraube 60 festgezogen.
1. Tangentialgewinderollkopf, mit zwei gabelförmigen Rollkopfarmen, in denen mittels
paralleler Achsen Gewinderollen drehbar gelagert sind, wobei die Gewinderollen seitlich
mit einem auf den Achsen sitzenden Ritzel eines beide Gewinderollen koppelnden Getriebes
in Eingriff stehen und Gewinderollen und Ritzel seitlich Klauen aufweisen derart,
daß die Klauen der Gewinderollen vor dem Einbau der Achsen seitlich in die Klauen
der Ritzel einschiebbar sind, wobei auf den Achsen axial verschieblich eine Buchse
angeordnet ist, die mit Hilfe von Festlegemitteln axial fest gegen das Ritzel anlegbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß jede Buchse (50) am Umfang einen Feingewindeabschnitt (52) aufweist, der mit einem
Innengewindeabschnitt (52a) in einer Aufnahmebohrung (48) für Ritzel (46) und Buchse
(50) zusammenwirkt und Verriegelungsmittel in den Rollkopfarmen (10, 12) vorgesehen
sind zur Verriegelung der Buchse (50) in einer eingenommenen Drehposition.
2. Tangentialgewinderollkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Buchse (50) axial neben dem Feingewindeabschnitt (52) Vertiefungen (54) aufweist,
die in gleichen Abständen am Umfang der Buchse (50) angeordnet sind und in einem Gewindeloch
des Rollkopfarms eine Klemmschraube (60) eingesetzt ist, die mit einer Vertiefung
(54) zusammenwirkt.
3. Tangentialgewinderollkopf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmschraube (60) vom Vorderende des Rollkopfarms (10, 12) in diesen einschraubbar
ist.
4. Tangentialgewinderollkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Buchse (50) an der nach außen weisenden Stirnseite Löcher (56) aufweist für den
Eingriff eines Drehwerkzeugs (62).