Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben einer Licht
erzeugenden Vorrichtung, insbesondere einer Lampe.
Stand der Technik
[0002] Es ist an sich bekannt, zum Betrieb von Lampen, insbesondere Entladungslampen, oder
anderen Licht erzeugenden Vorrichtungen wie LEDs elektronische Vorschaltgeräte einzusetzen.
Dieser Begriff meint dabei elektronische Betriebsgeräte verschiedenster Form und insbesondere
solche, die etwa mit einem Wechselrichter aus einer Versorgungsspannung des Vorschaltgeräts
eine hinsichtlich Spannung, Frequenz und/oder anderen relevanten Größen angepasste
Versorgungsspannung für die Licht erzeugende Vorrichtung erzeugen. Ein wichtiger Anwendungsfall
liegt bei elektronischen Vorschaltgeräten mit Wechselrichtern, die Entladungslampen,
vor allem, aber nicht ausschließlich, Niederdruckentladungslampen, betreiben. Solche
elektronischen Vorschaltgeräte sind in vielen Fällen mit Steuerungen ausgestattet,
die einen internen Zeitgeber des Vorschaltgeräts benötigen. Aus dem Signal des internen
Zeitgebers kann insbesondere die Betriebsfrequenz einer Entladungslampe abgeleitet
werden.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein verbessertes Betriebsverfahren
und ein verbessertes elektronisches Vorschaltgerät anzugeben, bei dem ein interner
Zeitgeber verwendet wird.
[0004] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zum Betreiben einer Licht erzeugenden
Vorrichtung, bei dem die Licht erzeugende Vorrichtung mit einem elektronischen Vorschaltgerät
betrieben wird, das einen internen Zeitgeber für eine interne Zeitgebung aufweist,
ein äußeres Signal von dem elektronischen Vorschaltgerät empfangen wird, das Zeitinformationen
enthält, die interne Zeitgebung mit Hilfe der Zeitinformationen korrigiert wird und
Betriebsfunktionen der Licht erzeugenden Vorrichtung mit Hilfe der Zeitgebung gesteuert
werden,
sowie auf ein entsprechend ausgestaltetes elektronisches Vorschaltgerät, das einen
internen Zeitgeber zur Steuerung von Betriebsfunktionen der Licht erzeugenden Vorrichtung
und eine Zeitkorrektur-Einrichtung aufweist.
[0005] Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden im Folgenden erläutert. Dabei wird zwischen dem Verfahrenscharakter und
dem Vorrichtungscharakter der Erfindung nicht mehr im Einzelnen unterschieden. Die
Merkmale sind jeweils für beide Aspekte der Erfindung wesentlich und als für beide
Anspruchskategorien offenbart anzusehen.
[0006] Die Erfindung geht davon aus, die interne Zeitgebung des Vorschaltgeräts mit Hilfe
von Zeitinformationen zu korrigieren, die in einem äußeren Signal empfangen wurden.
Dem liegt die Beobachtung der Erfinder zugrunde, dass es bei einer Kombination von
elektronischen Vorschaltgeräten mit anderen technischen Geräten, etwa anderen Vorschaltgeräten
oder Sensoren oder Steuergeräten, zu Problemen mit ungenauen internen Zeitgebern kommen
kann. Dies betrifft beispielsweise die Auswertung von Signalen relativ zu einer Referenzzeit
oder Referenzfrequenz, den zeitgesteuerten Betrieb einer Mehrzahl Vorschaltgeräte
miteinander und andere Situationen.
[0007] Statt nun aber den internen Zeitgeber des Vorschaltgeräts durch einen zentralen Zeitgeber
zu ersetzen, die zeitliche Taktung innerhalb des Vorschaltgeräts also grundsätzlich
durch äußere Signale vorzunehmen, schlagen die Erfinder vor, weiterhin mit einem internen
Zeitgeber zu arbeiten, jedoch Korrekturen durchzuführen. Damit behält das Vorschaltgerät
eine gewisse Selbstständigkeit und kann auch völlig unabhängig von anderen Geräten
betrieben werden. Andererseits entsteht nicht die Notwendigkeit der Verwendung technisch
und finanziell aufwändiger genauer Zeitgeber, etwa von Quarz- oder Keramikoszillatoren,
oder eines aufwändigen Individualabgleichs von Oszillatoren bei der Herstellung zur
Vermeidung von Bauteilstreuungen. Solche genauigkeitsfördernden Maßnahmen sind bei
der Erfindung jedoch nicht ausgeschlossen. Vielmehr erlaubt die Erfindung lediglich,
solche Maßnahmen im Einzelfall wegzulassen, weil sie eine geringere Abhängigkeit von
der Genauigkeit des internen Zeitgebers zur Folge hat.
[0008] Bevorzugt ist eine Korrektur durch Errechnen und Abspeichern eines Korrekturwerts.
Dabei soll der Oszillator, auf dem der interne Zeitgeber basiert, an sich unverändert
weiterlaufen. Zur Erfindung gehören natürlich auch Lösungen, bei denen dieser Oszillator
verändert, also nachgestellt oder gestimmt wird. Die erwähnte bevorzugte Lösung mit
Korrekturwerten ist jedoch in vielen Fällen pragmatischer und einfacher und dabei
gleichermaßen effektiv.
[0009] Das äußere Signal kann ein Steuersignal, und zwar vorzugsweise ein digitales Steuersignal
sein, mit dem ein Steuergerät das elektronische Vorschaltgerät als Bestandteil einer
Beleuchtungsanlage ansteuert. In Betracht kommen insbesondere auch Steuersignale nach
dem sog. DALI-Protokoll, aber auch digitale Steuersignale anderer Kommunikationsprotokolle.
[0010] Die Zeitinformation kann in solchen digitalen Steuersignalen digital codiert sein,
ist vorzugsweise jedoch in der digitalen Datenrate enthalten, also der Bit-Frequenz
oder vergleichbaren Größen. Vorzugsweise wird die Zeitinformation ermittelt durch
den zeitlichen Abstand von Pulsflanken, und zwar besonders bevorzugter Weise von ersten
Pulsflanken eines digitalen Worts (Bytes). Z. B. kann die Zeitinformation durch den
Zeitabstand der ersten gleichsinnigen, also der ersten fallenden oder der ersten steigenden,
Flanken eines Bytes gewonnen werden. Erste Flanken können natürlich auch die ersten
gegensinnigen Flanken sein. In manchen Fällen wird je nach dem Wert des oder der mit
diesen Flanken verbundenen Bits eine Korrektur berücksichtigt werden müssen, weil
der Zeitabstand von dem Bit-Wert abhängen kann. Es wird auf das Ausführungsbeispiel
und die dortige Korrektur mit dem Faktor 1,5 verwiesen.
[0011] Das äußere Signal, in dem die Zeitinformation enthalten ist, kann zudem von einem
Sensor stammen. Dabei kann es sich ebenfalls um ein digitales Signal und auch um ein
digitales Signal innerhalb des DALI-Protokolls handeln. Es kommen aber auch analoge
Signale in Betracht. Insbesondere kommen hier auch Anwendungen außerhalb von über
Steuergeräte gesteuerten Beleuchtungsanlagen in Betracht, etwa wenn einzelne oder
eine kleine Zahl von Vorschaltgeräten mit einem Sensor kommunizieren, ohne gemeinsam
eine Beleuchtungsanlage im Sinne einer gemeinsamen Steuerung zu bilden. Der Sensor
kann insbesondere ein Lichtwertsensor sein, der dem Vorschaltgerät Informationen über
die Helligkeit eines zu beleuchtenden oder beleuchteten Bereichs liefert. Dabei kann
das Vorschaltgerät so ausgelegt sein, dass es mit Hilfe einer automatischen Dimmfunktion
abhängig von der von dem Sensor gelieferten Lichtinformation die Lampenhelligkeit
steuert oder regelt.
[0012] Vorzugsweise liegt in dem von dem Sensor gelieferten äußeren Signal eine Frequenzcodierung
vor, drückt sich also beispielsweise die Information über den Lichtwert durch die
Frequenz des Signals oder eine Frequenz innerhalb des Signals aus.
[0013] Der Sensor kann anstelle eines Lichtwertsensors oder zusätzlich zu einem Lichtwertsensor
auch ein Bewegungsmelder sein, dessen Signal zum Ein- und Ausschalten der Licht erzeugenden
Vorrichtung, insbesondere einer Lampe, dient.
[0014] Ferner kann in dem Sensorsignal zusätzlich zu der Frequenzcodierung oder statt der
Frequenzcodierung eine Zeitdauercodierung im Sinne einer Codierung über die Zeitdauer
bestimmter Signalteile oder Pulszüge vorliegen. Besonders bevorzugt ist eine Kombination
aus Lichtwertsensor und Bewegungsmelder, bei der die Lichtwertinformation mit einer
Frequenzcodierung und im Unterschied dazu Bewegungsmeldungssignale mit einer festliegenden
Frequenz, jedoch einer bestimmten zeitlichen Mindestdauer, übertragen werden. Es wird
auf das Ausführungsbeispiel verwiesen.
[0015] Es wurde bereits erwähnt, dass das elektronische Vorschaltgerät vorzugsweise eine
Dimmfunktion aufweist, etwa eine über ein Lichtsensorsignal automatisch betreibbare
Dimmfunktion. Bei der Erfindung ist auch bevorzugt, dass die Dimmfunktion über einen
Steuereingang des elektronischen Vorschaltgeräts steuerbar ist, und zwar insbesondere
über das Anlegen von Versorgungsspannungspulsen an den Steuereingang. Bevorzugt ist
dabei, dass relativ kurze Pulse (in einer Zeitdauercodierung) Ein- und Ausschaltbefehle
bedeuten und relativ längere Pulse abhängig von ihrer Länge Dimmbefehle bedeuten.
[0016] Bei den verschiedenen erwähnten Codierungen, also der Frequenzcodierung oder Zeitdauercodierung,
werden die Signale des internen Zeitgebers zur Auswertung herangezogen und kann die
Erfindung durch Korrektur eine Verbesserung der beschriebenen Funktionen bewirken.
Diese Korrektur kann auch dadurch erfolgen, dass die Zeitgebersignale unverändert
zur Auswertung oder Steuerung herangezogen werden, jedoch in den für diese Auswertung
oder Steuerung zuständigen Schaltungsteilen des elektronischen Vorschaltgeräts die
entsprechenden Korrekturwerte erst bei der Auswertung oder Steuerung selbst berücksichtigt
werden. Es kann also Ausführungsformen geben, bei denen das Oszillatorsignal selbst
oder davon abgeleitete rein zeitliche Signale nicht korrigiert werden sondern die
Korrektur erst bei der Anwendung der zeitlichen Information zur Steuerung oder Auswertung
vorgenommen wird. Der Begriff "Zeitgebung" ist in diesem Sinn nicht als auf den Oszillator
und eventuelle nachfolgende Timer beschränkt anzusehen sondern umfasst auch die Bestandteile,
in denen die zeitliche Information zur Auswertung oder Steuerung verwendet wird. Bevorzugt
ist jedoch eine Korrektur des Zeitgebers (einschließlich abgeleiteter Timer).
[0017] Da die Erfindung Korrekturmöglichkeiten vorschlägt, ist es bevorzugt, einfache und
preiswerte interne Zeitgeber einzusetzen, also insbesondere solche, die einfache RC-Oszillatoren
enthalten. Dabei kann es sich auch um On-Chip-Oszillatoren, also in einer Steuerschaltung,
etwa einem Mikrocontroller, integrierte Oszillatoren handeln.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert,
wobei die einzelnen Merkmale auch in anderen Kombinationen erfindungswesentlich sein
können.
[0019] Im Einzelnen zeigt:
- Figur 1
- ein schematisches Diagramm einer Beleuchtungsanlage mit einem erfindungsgemäßen Vorschaltgerät.
- Figur 2
- ein schematisches Diagramm eines mit einem Sensor eingesetzten erfindungsgemäßen Vorschaltgeräts.
- Figur 3
- eine schematische Darstellung von digitalen Signalen in der Beleuchtungsanlage aus
Figur 1.
- Figur 4
- ein Flussdiagramm zur Erläuterung des Ablaufs des erfindungsgemäßen Verfahrens in
dem Vorschaltgerät aus Figur 1.
- Figur 5
- eine schematische Darstellung eines Signals des Sensors aus Figur 2.
- Figur 6
- ein Flussdiagramm zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens in dem Vorschaltgerät
aus Figur 2.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[0020] Figur 1 zeigt schematisch eine aus einer Vielzahl von elektronischen Vorschaltgeräten
und angeschlossenen Lampen sowie zum Teil u. U. auch ohne Vorschaltgeräte betriebenen
Lampen und Sensoren bestehende Beleuchtungsanlage. Darin ist mit SG ein zentrales
digitales Steuergerät und mit EVG eines der Vorschaltgeräte bezeichnet, bei dem es
sich um ein erfindungsgemäßes Vorschaltgerät handelt. Eine von dem elektronischen
Vorschaltgerät EVG betriebene Niederdruckentladungslampe ist mit L bezeichnet. Die
übrigen von dem Steuergerät SG ausgehenden Leitungen sollen die Vielzahl der übrigen
Elemente der Beleuchtungsanlage symbolisieren.
[0021] Das Steuergerät SG steuert das Vorschaltgerät EVG mit nach dem DALI-Protokoll aufgebauten
digitalen Steuersignalen, die in Figur 3 schematisch dargestellt sind. Dort ist jeweils
der Anfang eines ersten oberen und eines zweiten unteren Signals dargestellt. Es handelt
sich um sog. biphasencodierte Signale. Dies bedeutet, dass die logische 1 und die
logische 0 nicht dem elektrischen Niedrigpegel oder Hochpegel oder umgekehrt entsprechen
sondern einem vorgegebenen Pegelwechsel. Beispielsweise bedeutet ein aufsteigender
Pegelsprung eine logische 0 und ein abfallender Pegelsprung eine logische 1. Dies
hat den Vorteil, dass das Vorliegen eines Bits eindeutig erkannt werden kann. Zur
Veranschaulichung wird verwiesen auf die EP 1 069 690.
[0022] Figur 3 zeigt den Anfang eines Worts (Frames), wobei ein linkes erstes Startbit mit
steigender Flanke, also logischer 0, eingezeichnet ist. Darauf folgt ein signifikantestes
Bit Nr. 15 und weitere Bits mit den Nr. 14 - 0, von denen nur noch das Bit Nr. 14
eingezeichnet ist. Bereits das Bit Nr. 15 kann unterschiedliche Werte annehmen, wie
die beiden übereinander eingezeichneten Wortanfänge in Figur 3 veranschaulichen.
[0023] Das Vorschaltgerät EVG verwendet den zeitlichen Abstand der ersten beiden fallenden
Flanken, der in der Figur mit T
M bezeichnet ist, als Zeitinformation.
[0024] Man erkennt, dass dieser zeitlichen Abstand im unteren Fall eineinhalb Mal so lang
ist wie im oberen Fall und der obere zeitliche Abstand der Bit-Rate entspricht.
[0025] Figur 4 veranschaulicht im Rahmen eines Flussdiagramms den Funktionsablauf innerhalb
des Vorschaltgeräts EVG aus Figur 1. Die ermittelte Zeit T
M wird über zwei Signalwege empfangen, von denen einer eine Multiplikation mit dem
Faktor 1,5 vorsieht. Abhängig von dem Wert des signifikantesten Bits (MSB) Nr. 15
wird zwischen diesen beiden Signalwegen hin- und hergeschaltet, so dass in jedem Fall
hinter dem mit MSB bezeichneten symbolischen Schalter die 1,5fache Bit-Rate vorliegt.
Die Zeit T
M wird mit Hilfe des internen Zeitgebers des Vorschaltgeräts EVG gemessen und trägt
daher dessen Fehler. Die 1,5fache Bit-Rate wird verglichen mit einer in dem Vorschaltgerät
EVG gespeicherten Nenndatenrate, woraus ein Korrekturwert berechnet wird. Der rechte
Bereich der Figur 4 veranschaulicht, dass dieser Korrekturwert alternativ dem Oszillator
des Zeitgebers selbst zugeführt werden kann, um diesen nachzustellen, oder an von
dem Oszillator versorgte interne Timer des Zeitgebers gegeben werden kann. Bei dem
Ausführungsbeispiel wird die untere Variante durchgeführt, d. h. dass der Oszillator
in dem Vorschaltgerät EVG unkorrigiert weiterläuft. In beiden Fällen dient die Bit-Rate
als Zeitreferenz der EVG-internen Zeitgebung.
[0026] Ein zweites Beispiel zeigt Figur 2. Dort ist das gleiche Vorschaltgerät EVG wie in
Figur 1 in anderer Weise eingesetzt. Es handelt sich um einen Einsatz in einer einzelnen
Leuchte mit einer Lampe L und einem Lichtsensor S. Das Vorschaltgerät EVG wird, wie
darunter symbolisch dargestellt, mit einer Versorgungsspannung versorgt, etwa der
üblichen Haushaltsnetzspannung. Diese wird über einen Taster T einem weiteren Steuereingang
des Vorschaltgeräts EVG zugeführt.
[0027] Der Lichtsensor S hat sowohl eine Funktion als Lichtwertsensor zur Erfassung der
Helligkeit eines von der Lampe L beleuchteten Raumes als auch die Funktion eines Bewegungsmelders
zum Erfassen von Bewegungen in diesem Raum. Wenn die Leuchte grundsätzlich eingeschaltet
ist, schaltet das Vorschaltgerät EVG die Lampe L abhängig davon ein oder aus, ob eine
Bewegung in dem Raum von dem Lichtsensor S erfasst und gemeldet wird oder ob für eine
einstellbare Zeit, etwa 15 min, keine Bewegung gemeldet wurde. Damit kann einerseits
erreicht werden, dass die Leuchte sich selbsttätig einschaltet, wenn der Raum von
einer Person betreten wird, und andererseits vermieden werden, dass die Leuchte unnötig
betrieben wird und damit Energie verbraucht, wenn der Raum nicht genutzt wird.
[0028] Darüber hinaus erfasst der Lichtsensor S die Helligkeit des beleuchteten Raumes,
die abhängig von dem Einsatz weiterer Leuchten oder auch abhängig von der Tageslichteinstrahlung
variieren kann. Dadurch kann eine Dimmfunktion des Vorschaltgeräts EVG automatisch
die Leistung der Lampe L anpassen, also insbesondere die Lampenleistung zurückfahren,
wenn im Laufe des Vormittags die Tageslichteinstrahlung zunimmt, und wieder hochfahren,
wenn im Laufe des späten Nachmittags und Abends die Tageslichteinstrahlung abnimmt.
[0029] Zusätzlich kann über den Taster T der erwähnte Steuereingang des Vorschaltgeräts
EVG benutzt werden. Ein kurzes Antasten bedeutet einen manuellen Ein- oder Ausschaltbefehl.
Ein längeres Antasten lässt das Vorschaltgerät EVG die Lampe L zyklisch hoch- und
nach Erreichen der maximalen Leistung wieder herunter- sowie nach Erreichen der minimalen
Dimmleistung wieder hochdimmen. Damit kann der Nutzer durch Gedrückthalten des Tasters
T manuell eine gewünschte Lampenleistung einstellen, die dann abhängig von den weiteren
Lichtwertinformationen aus dem Lichtsensor S nachgeregelt wird.
[0030] Figur 5 zeigt schematisch ein von dem Lichtsensor S an das Vorschaltgerät EVG übertragenes
Signal über der Zeitachse. Dabei stehen die einzelnen Blöcke, wie die Ausschnittsdarstellung
im oberen Bereich zeigt, für eine jeweilige Folge von Einzelpulsen. Hier liegt gleichzeitig
eine Codierung über die Zeitdauer als auch über die Frequenz der Signale vor. Die
relativ kurzen Blöcke werden in gleichbleibenden Abständen übertragen und bilden in
Folge der jeweils vorliegenden Pulsfrequenz innerhalb der Blöcke ein Referenzsignal
im Sinne der Zeitkorrektur. Es wird also die gleiche Normzeitdauer T
M abgegriffen wie anhand der Figuren 3 und 4 erläutert, und, allerdings ohne Unterscheidung
zwischen verschiedenen Bit-Zuständen, in gleicher Weise wie anhand von Figur 4 erläutert
zur Korrektur verwendet. Dies ist in Figur 6 dargestellt.
[0031] Der Lichtsensor S unterbricht diese Folge von regelmäßigen Referenzsignalen dann,
wenn er eine Bewegung wahrgenommen hat, durch ein Bewegungssignal. Dieses Signal ist
in Figur 5 in der Mitte dargestellt und unterscheidet sich von den Referenzsignalen
dadurch, dass es eine bestimmte Mindestdauer übersteigt. Ein Bewegungssignal führt,
wie bereits erläutert, zum Einschalten bzw. Aufrechterhalten des Betriebs der Lampe
L.
[0032] Zwischen den bereits erläuterten Referenzsignalblöcken sind etwas länger andauernde
Lichtwertsignalblöcke eingezeichnet, die im Prinzip wie das Bewegungssignal aufgebaut
sind. Sie weisen jedoch eine davon abweichende Frequenz auf. Der Unterschied der Frequenz
der Lichtwertsignale von der festgelegten Frequenz der Referenzsignale und Bewegungssignale
stellt den erfassten Lichtwert dar und führt in dem Vorschaltgerät EVG zu einer hier
nicht im Einzelnen dargestellten Auswertung und Ansteuerung der Dimmfunktion.
[0033] Mit Hilfe der Erfindung kann in dem elektronischen Vorschaltgerät EVG ein einfacher
On-Chip-RC-Oszillator verwendet werden, ohne dass aus dessen Ungenauigkeit Nachteile
erwachsen. Insbesondere wird bei der Beleuchtungsanlage gemäß Figur 1 vermieden, dass
die Streuung zwischen verschiedenen Oszillatoren in unterschiedlichen elektronischen
Vorschaltgeräten zu Funktionsabweichungen führt. Wenn beispielsweise durch einen bestimmten
DALI-Befehl eine parallele Dimmung verschiedener Lampen über eine einheitliche Zeit
durchgeführt wird, können typische Toleranzen von etwa ± 4 % beispielsweise zu Abweichungen
zwischen einer Dimmzeit von 16,6 s bei einem Vorschaltgerät und 15,4 s bei einem anderen
führen. Diese Differenz von 1,2 s ist deutlich sichtbar und stört die eigentlich beabsichtigte
Parallelität der Dimmvorgänge. Analoges gilt natürlich für durch zeitliche Verschiebungen,
Temperaturdrift und Ähnliches auftretende Abweichungen.
[0034] Bei der Anwendung gemäß Figur 2 wiederum könnten sich neben der vorstehenden Erläuterung
entsprechenden Ungenauigkeiten Regelprobleme ergeben. Wenn beispielsweise eine thermische
Drift des Oszillators in dem Vorschaltgerät EVG bei dessen zunehmender Erwärmung im
Betrieb zu einer Veränderung der Referenzfrequenz für die Auswertung der Lichtwertinformationen
führt, wird das Vorschaltgerät EVG ansprechend darauf die Dimmfunktion aktivieren.
Die Temperaturdrift der Oszillatorfrequenz würde damit ohne die Erfindung zu einer
Änderung der Gesamtlichtstärke im Raum bzw. zu einer temperaturdriftbedingten Drift
der Lampenleistung führen. Wenn mehrere Vorschaltgeräte in dem Raum vorgesehen wären,
würden in Folge der nun driftenden Gesamtlichtstärke in dem Raum andere Vorschaltgeräte
ihrerseits nachregeln, so dass eine insgesamt instabile Regelsituation entstehen könnte.
1. Verfahren zum Betreiben einer Licht erzeugenden Vorrichtung (L), bei dem
die Licht erzeugende Vorrichtung (L) mit einem elektronischen Vorschaltgerät (EVG)
betrieben wird, das einen internen Zeitgeber für eine interne Zeitgebung aufweist,
ein äußeres Signal von dem elektronischen Vorschaltgerät (EVG) empfangen wird, das
Zeitinformationen (TM) enthält,
die interne Zeitgebung mit Hilfe der Zeitinformationen (TM) korrigiert wird und
Betriebsfunktionen der Licht erzeugenden Vorrichtung (L) mit Hilfe der Zeitgebung
gesteuert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Korrektur der Zeitgebung durch Errechnen und
Abspeichern eines Korrekturwerts bei Unverändertlassen eines in dem internen Zeitgeber
enthaltenen Oszillators selbst erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das äußere Signal ein digitales Steuersignal
eines das elektronische Vorschaltgerät (EVG) in einer Beleuchtungsanlage ansteuernden
Steuergeräts (SG) ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem die Zeitinformation (TM) aus der Datenrate des digitalen Steuersignals ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die Zeitinformation (TM) aus dem zeitlichen Abstand erster Pulsflanken des digitalen Steuersignals ermittelt
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem die Zeitinformation (TM) aus dem Abstand der ersten beiden gleichsinnigen Pulsflanken des digitalen Steuersignals
ermittelt wird und abhängig von dem mit den Pulsflanken verbundenen Bit-Wert ein Korrekturfaktor
berücksichtigt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem das äußere Signal von einem
Sensor (S) geliefert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem der Sensor (S) ein Lichtwertsensor ist, der die
Helligkeit eines von der Licht erzeugenden Vorrichtung (L) beleuchteten oder zu beleuchtenden
Bereichs erfasst.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, bei dem das äußere Signal frequenzcodiert ist.
10. Verfahren nach Anspruch 7, 8 oder 9, bei dem der Sensor (S) ein Bewegungsmelder ist,
dessen Signal zum Einschalten der Licht erzeugenden Vorrichtung (L) führt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 - 10, bei dem das äußere Signal zeitdauercodiert
ist.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem das elektronische Vorschaltgerät
(EVG) über zeitdauercodierte Versorgungsspannungspulse an einem Steuereingang dimmbar
ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem kurze Versorgungsspannungspulse Ein- und Ausschaltbefehle
sind.
14. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem der interne Zeitgeber einen
RC-Oszillator aufweist.
15. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Licht erzeugende Vorrichtung
(L) eine Lampe, insbesondere eine Entladungslampe ist.
16. Elektronisches Vorschaltgerät (EVG), das ausgelegt ist für ein Verfahren nach einem
der vorstehenden Ansprüche, und aufweist
einen internen Zeitgeber zur Steuerung von Betriebsfunktionen der Licht erzeugenden
Vorrichtung (L),
und eine Zeitkorrektur-Einrichtung, die dazu ausgelegt ist, nach Empfang eines äußeren
Signals mit Zeitinformationen (TM) eine Korrektur der Zeitgebung des internen Zeitgebers durch die Zeitinformationen
(TM) durchzuführen.