[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Wickeln von flachen länglichen Teilen
biegeschlaffer Art, die von einer Ablage oder von einem Stapel vereinzelt oder mehrschichtig
entnommen, zu einer Balle gewickelt, oder von einer Balle in eine Form verlegt werden,
gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, sowie je eine Vorrichtung und je ein
Verfahren für das manuelle, mechanische und automatische Wickeln und Abwickeln solcher
Teile, gemäss den Patentansprüchen.
[0002] In der Herstellung und Verarbeitung von porösen Schichtstoffen wie Gelegen, Geweben,
Gewirken, Strickund Raschelwaren, Matten, Filzen und Fliesen oder aber Gebilden wie
Folien und Schäumen, dienen zylindrische Hülsen als Aufnahmeelemente. Auf einer Hülse
(aus Pappe, Kunststoff, Holz oder Metall) kann ein flächiger Stoff, der auf einer
planen Fläche ausgebreitet ist, nach Art einer Uhrenfeder aufgerollt werden, wenn
das Wegrutschen des ersten Wickels des Stoffes am Mantel der Hülse verhindert wird.
Auf diese Art können Stoffballen von Hand erstellt werden, die sich für den Transport
und die Weiterverarbeitung wie das Abwickeln und Verlegen, aber auch für die Lagerung
von Ausschnitten oder Bahnen solcher Stoffe eignen.
[0003] Insbesondere der Leichtbau und die Compositeindustrie fordern die ballenweise Aufbereitung,
Zulieferung und Verarbeitung, wie das Verlegen der Zuschnitte von Armierungstextilien,
weil sie aus Glas- und/oder Kohlefasern und ähnlichem bestehen und darum hochfest,
steif aber sehr brüchig sind und deshalb keine Faltung ohne bleibende Schäden ertragen.
Dieses Verhalten der Armierungstextilien ist heimtückisch, weil Faltschäden kaum wahrnehmbar
und erst beim Versagen des Fertigteils manifest sind. Aus diesem Grunde ist die zuverlässige,
sorgfältige Verarbeitung der Zuschnitte dringend notwendig, was anspruchsvoll ist,
so dass trockene längliche Armierungszuschnitte gemäss dem Stand der Technik ausschliesslich
von geschultem Personal mit den Händen zu Ballen gewickelt und zum Verlegen abgewickelt
werden. Dabei muss die Arbeit mit Handschuhen verrichtet sein, um die Gefahr der Beschädigung
der Fasern mit Fingernägeln oder Verhornungen der Haut zu vermeiden, aber auch um
die Hände von feinen Stich- und Schnittverletzungen der Fasern zu schützen und nicht
zuletzt auch aus Gründen der Prozesshygiene, womit die Vermeidung der Übertragung
von körpereigenen Substanzen, wie Schweiss, Talg, Hautsäuren oder aber anderen Resten
von Fremdstoffen, die in der Regel wie Trennmittel gegen die Verbindung der Faser
mit dem Matrix wirken, gemeint ist.
Zur Vermeidung des Handschuhtragens für das Aufnehmen und Festhalten, aber auch zur
Verarbeitung wie dem Verlegen einzelner Zuschnitte zu den obigen Bedingungen, würden
sich mit doppelseitigem Klebeband belegte Hülsen eignen, was aber, weil zu oft zwei
oder mehr Schichten miteinander auf eine Hülse zu wickeln sind, nicht zum Tragen kommt.
So bleibt für das Ballenwickeln und Abwickeln zur Zeit nichts anderes übrig, als das
Zupacken mit Handschuhen.
[0004] Um die Produktivität dennoch zu steigern, wird dafür gesorgt, dass mehrere Personen
Zugang zum Abräumen haben, so dass von einer Zuschneidmaschine längere Abräumtische
aber auch wechselweise zwei oder mehrere belegt werden. Wenn das Schneidgut, wie üblich,
auf einem Vakuum-Bürstentisch geschnitten wird, liegen die Zuschnitte sandwichweise
zwischen einem luftdurchlässigen Unterlegpapier und einer Abdeckfolie und kann dem
Förderband des Abräumtisches so übertragen werden, dass die Anordnung der Zuschnittstapel
auch auf dem Abräumtisch dem Schneidplan entspricht. Das Ballenwickeln zum Abräumen,
wie das Verlegen der Zuschnitte von Ballen bleibt jedoch trotz solcher Massnahmen
das Nadelöhr und das Sorgenkind der Produktion, weil das Abräumen, wie das Verlegen
individuell, sequenziell periodisch, personalintensiv zu erfolgen hat und die Güte
der Verarbeitung für die Qualitätssicherung nicht fassbar ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, das ballenweise Aufwickeln, wie das Verlegen
von flachen Teilen, vereinzelt oder mehrfach, ohne Handberührung zu ermöglichen und
gestalten, so dass diese Arbeit mit einem Wickeldorn und/oder mit einer zusätzlichen
Vorrichtung ausgeführt, mechanisiert und automatisiert werden kann, so dass die Teile,
gemäss den lokalen Koordinaten der Zuschnittkontur erfasst und unter exakten Bedingungen
für das planmässige Abräumen eine Balle bilden, so dass sie ballenweise entfernt und
später gemäss den Koordinaten eines Armierungsplans ab der Balle verlegt, oder aber
gelagert werden können.
[0006] Die US 5,832,696 Schrift schlägt für die maschinelle Konfektionierung von Isolationsmatten
aus Glaswolle das Aufwickeln in Ballen in einer Produktionsstrasse vor, in der das
Wickelgut mit Förderbändern zur Wickelwalze herangeführt und dort mit weiteren tangierend
laufenden Bändern zum Wickel verdichtet werden.
[0007] Ferner ist ein Verfahren und eine Vorrichtung für das automatische Schneiden von
Schichtstoffen in Stapel, sowie das Austragen solcher Teile in flacher Form aus der
Schrift WO 00/78512 bekannt.
Die Aufgaben wie die Lösungen des Standes der Technik sind auf die Bedürfnisse des
Bauwesens oder aber auf die Bedürfnisse der Bekleidungsindustrie ausgerichtet, so
dass sie für die ballenweise Aufbereitung von Zuschnitten, wie sie die vorliegende
Erfindung anstrebt, völlig ungeeignet sind.
Bekannt sind ferner Nadelgreifer EP-0292516 mit mindestens zwei Nadelreihen.
[0008] Zu den von der vorliegenden Erfindung überwundenen Schwierigkeiten gehören,
- die Beliebigkeit der Wickelrichtung der Ausschnitte,
- die Beliebigkeit der einzelnen Schichtdicken der Stapel,
- die Beliebigkeit der zu wickelnden Zahl der Schichten,
- die Beliebigkeit der Breite der Ausschnitte (im Rahmen der Tisch- (oder Form-) breite),
- der Höhenunterschied zwischen dem unberührten und dem bearbeiteten Stapel, der entsprechend
der Dicke der abgetragenen Schicht, zunimmt,
- der Höhenunterschied zwischen dem unberührten und dem bearbeiteten Stapel,
- die selektive Aktivierung der Greifer entlang der Mantellinie des Wickeldorns,
- dass herkömmliche zylindrische Hülsen, für die Lösung der Aufgabe ungeeignet sind,
- die einfache Belegung des Wickeldorns mit Hülsen, wie die einfache Entfernung der
Ballen
- die einseitige Lagerung des Wickeldorns, und dass
- die Anschmiegung des Wickeldorns zur Form, für das maschinelle Ablegen des Wickels,
- die Schlankheit des Wickeldorns (l/d),
- die engen Platzverhältnisse der kompakten Bauweise,
- die Menge der drehenden Zuführstellen der Druckluft, des Stroms und der Signale.
[0009] Die Vorteile der Erfindung sind, dass
- mit einem erfindungsgemässen Wickeldorn, der als autarkes Handwerkzeug ausgeführt
wird, sehr dünne und sehr empfindliche Zuschnitte, wie Raschelgewebe und Unidirektionalgelege,
schonend und ohne Handberührung aufgenommen und zu einem Wickel gedreht werden können,
und dass der Zuschnitt auf dem Wickeldorn, oder aber auch auf einer passenden Hülse,
transportiert, gelagert sowie in oder auf eine Form verlegt werden kann, und dass
- der erfindungsgemässe Wickeldorn für die maschinelle Handhabung der Zuschnitte angepasst
- das Abräumen des Schneid- oder Abräumtisches von gestapelten Zuschnitten einzeln,
wie in mehreren Lagen zu entnehmen und auf eine Hülse zu Ballen zu wickeln, wie auch
- das Abwickeln und Verlegen der Zuschnitte, entsprechend der Lagekoordinaten der Zuschnitte
am Abräumtisch und oder beim Verlegen dem Armierungsplan entsprechend erlaubt und
die benötigte Wickelrichtung bis auf die Zuführung der Hülsen und Entnahme wie Einsetzen
der Ballen zu automatisieren ermöglicht und somit die Leistung des Abräumens wie des
vorzugsweise trockenen Verlegens des Zuschnittes, in oder auf eine Form, erheblich
steigern lässt, und dass
- das Abräumen der Schneid- und/oder Abräumtische mit der automatischen Zuführung der
Hülsen und der Entnahme der Wickel mit einer integrierten Be- und Entladevorrichtung
die totale Automatisierung der Aufbereitung wie das Verlegen der Zuschnitte ab der
Balle ermöglicht und somit die Leistung der Produktion optimieren lässt, und dass
- das Verlegen der Zuschnitte in eine Form aus einer Balle nach dem Armierungsplan und
den Umriss-Koordinaten des Zuschnittes, mit der automatischen Zuführung der Ballen
mit einer integrierten Beladevorrichtung und einer Entnahme der Wickelhülsen die totale
Automatisierung der Produktion ermöglicht und somit die Gesamtleistung der Produktion
steigert, und dass,
- durch die Konstanz der Wickelqualität der Ballen, die Konsistenz der Armierungsstoffe
sichergestellt wird, so dass die Association der Zuschnittkontur mit der Wickelgeometrie,
wie die Zuordnung des Zuschnitts des Armierungsplans mit der Regelung der Wickelparameter
optimiert wird, so dass weder im Wickel noch im abgelegten Zuschnitt ein Verzug und/oder
Verzehrung der Geometrie der Armierung und/oder Bruch der Faser und/oder lokale Verschmutzung
entsteht und schliesslich, dass
- all die Vorzüge durch erfinderische Gestaltung und harmonische Abstimmung der Konstruktion
zu günstigen Bedingungen erreicht werden.
[0010] Nachfolgend ist die Erfindung gemäss einem manuellen und einem maschinellen Ausführungsbeispiel
dargestellt. Die Zeichnungen zeigen:
- Fig.1
- Den Querschnitt eines Wickeldorns, für Handbetätigung beim Greifen,
- Fig.2
- Den Längsschnitt eines Wickeldorns, für Handbetätigung beim Greifen,
- Fig.3
- Den Querschnitt eines Wickeldorns einer Wickelmaschine, mit maschinensteuerbarer Betätigung
vor dem Greifen,
- Fig.4
- Details aus dem Längsschnitt eines Wickeldorns einer Wickelmaschine,
- Fig.5
- Die Fassung des Wickeldorns einer Wickelmaschine mit dem Flansch der Wickelwelle,
- Fig.6
- Das Schaltschema des Wickeldorns einer Wickelmaschine,
- Fig.7
- Die Ansicht einer Wickelmaschine,
- Fig.8
- Die Ansicht einer Verlegmaschine,
- Fig.9
- Die Wippvorrichtung des Wickeldorns einer Verlegmaschine.
[0011] Die Figur 1 zeigt den Wickeldorn 1 für Handbetätigung im Quer- und die Figur 2 im
Längsschnitt, mit einer am Umfang des Wickeldorns 1 anliegenden Hülse 2 und einem
auf dem Balken 3 mit den Schrauben 5 befestigten Nadelgreifer 4. Der Nadelgreifer
4 überragt den Durchmesser der Hülse 2 und steht somit aus dem Wickeldorn 1 hervor
und greift mit seinen Nadeln 3', wie gewünscht, in die zwei oberen Lagen des Stapels
6.
[0012] In der Figur 2 ist der Längsschnitt des Wickeldorns 1 für Handbetätigung zu sehen.
Der Nadelgreifer 4 wird durch die Abwärtsbewegung des Kolbens mit der Kolbenstange
10, entgegen der Druckfeder 11 betätigt, wenn die Stange 7 mit der Achse 13 verschoben,
und durch das Zusammenpressen der Handgriffe 12, 12' bewegt, so dass die Stange 7
um den Bolzen 9' durch den Schlitz 9 geführt und die Umlenkung der Bewegung auf den
Bolzen 8 durch den schrägen Schlitz 8' erzwungen wird.
Für die Endlage der Stange 7, gegen die Bestrebung der Druckfeder 11, ohne das Zusammendrücken
der Handgriffe 12, 12', dient die mit dem Daumen bedienbare Arretierung 18.
Die Greiftiefe der Nadeln 3' der Figur 1, wird durch das Drehen des Noniusring 17
verstellt, so dass die Gewindehülse 16 aus- oder eingefahren und damit die Verschiebbarkeit
der Achse 13 mit dem Anschlag 15 erweitert oder beschränkt wird.
Der Wickeldorn 1 eignet sich für das Aufnehmen und das Aufwickeln der Zuschnitte auf
den Wickeldorn 1 oder auf eine auf den Wickeldorn 1 geschobene, geschlitzte Hülse
2, wie für das Transportieren und Verlegen derselben in oder auf eine Form, wie für
das Ablegen und Aufbewahren des Wickels auf der Hülse 2.
Die Länge des Wickeldorns 1 richtet sich nach der Breite der aufzurollenden Teile,
respektive der Breite des Stapels 6. Entsprechend der Länge des Wickeldorns 1, wird
die Zahl nach Art der Greifer 4 gewählt. Für die vorgeschlagene Ausführung und einem
Zuschnitt der Breite A4 (295 mm) eignen sich drei Greifer 4.
Eine weitere Ausführung, die nicht gezeigt wird, erlaubt den Wickeldorn 1 ohne die
Druckfeder 11, und somit ohne selbsttätige Zurückstellung und Arretierung 18 der Greifbewegung
der Nadeln 3', zu betreiben. Dabei wird am gegenüber liegenden Ende des Wickeldorns
1 der Boden 1' auch mit einem Gehäuse 14, einer Achse 13, einem Anschlag 15 und den
Handgriffen 12, 12' versehen. Um die Stange 7 nach dem Greifen in die Ausgangslage
zurückzustellen, sind die in den Figuren 1 und 2 nicht gezeigten Handgriffe 12, 12'
am anderen Ende des Wickeldorns 1 zusammenzupressen.
Zum Wickeln wird der Wickeldorn 1, beispielsweise um die zwei obersten Schichten eines
Stapels 6 zu entnehmen, gemäss der Figur 1, angesetzt und die Schichten mit den Nadeln
3' ergriffen, indem die Handgriffe 12, 12' der Figur 2 mit einer Hand zusammengepresst,
mit dem Arretierungskeil 19 das Greifen fixiert und vom Wickeldorn 1 der Wickelrichtung
18 entsprechend 360° gewalzt werden, um die zwei Schichten mit dem Wickeldorn 1 zu
entnehmen, aufwickeln und transportieren zu können. Um den Stapel 6 der Figuren 1,
2 in Ballen abzutragen, dienen die geschlitzten Hülsen 2, die, weil sie den Wickeldorn
1 mit Ausnahme der Greifer 4 umfassen, auf den Wickeldorn 1 passen und sich die gewickelte
Balle auf der Hülse 2 nach dem Zurückziehen der Nadeln 3' vom Wickeldorn entfernen
lässt.
[0013] Die Figur 3 zeigt den Querschnitt des Wickeldorns 21 in UL- (Ultra-light) Bauweise
einer Wickelmaschine 70 der Figur 7. Der Wickeldorn 21 befindet sich über dem Stapel
6, so dass der Greifer 1.01 keinen Kontakt mit dem Stapel 6 hat. Der Greifer 1.01
ist an der Kolbenstange des doppelwirkenden Zustellzylinders 2.01 (wie aus dem Schaltplan
der Fig. 6 ersichtlich) angebaut, wobei der Zustellzylinder 2.01, wie die übrigen
Innereien des Wickeldorns 21, die Magnetventile 3.01 mit Winkel 24, oder die für die
Positionierung der Hülsen 2 erforderlichen Anschläge, am Vierkantrohr 23 befestigt
sind. Für die Positionierung der Hülsen 2 am Wickeldorn 21 dient das Ende der Kolbenstange
des doppelwirkenden Zylinders 5.01 als Anschlag, der vom Magnetventil 5.01 gesteuert
wird. Am Vierkantrohr 23 ist der Schrittmotor M, der das breite Zahnriemenrad 29 mit
dem breiten Zahnriemen 28 treibt, mit der Grundplatte 25 befestigt. Dass der Zahnriemen
28 in das Rad der Greiftiefenverstellung V01 - V05 der Greifer 1.01 - 1.5 im vollen
Hubbereich der Zustellzylinder 2.01-2.05 greift, dafür sorgen die Stützrollen 27,
die an der Konsole 26 des Vierkantrohrs 23 hängen.
[0014] In der Fig. 4 sind Details aus dem Längsschnitt des Wickeldorns 21 der Figur 3 und
somit der Wickelmaschine 70 gemäss Figur 7 dargestellt. Die Elektromagnetventile 3.01,
3.02, die Hubzylinder 2.01, 2.02 und das Elektromagnetventil 4.01 des Hubzylinders
5.01 sind wie die Greifer 3.01, 3.02 entlang des Vierkantrohrs 23 angeordnet und am
Vierkantrohr 23 befestigt. Der Zahnriemen 28 umfasst diese Geräte, so dass der Zahnriemen
28, wegen der Stützrollen 27, in die Zahnlücken der Räder der Greiftiefenverstellung
V01, V02 greift.
[0015] In der Fig. 5 ist die Fassung 22 des Wickeldorns 21 der Wickelmaschine 70 der Figur
7 dargestellt, der becherartig das Ende des Wickeldorns 21, der vorzugsweise als Walzenrohr
aus Faserkomposite ausgeführt und in die Fassung 22 eingeklebt ist, umfasst. Im Wickeldorn
21 dient der Schlauch 38 als Sammelleitung zur routinemässigen Reinigung der Nadelkammer
der Greifer 1.01 - 1.05 von Flusen, durch Ausblasen. Die Druckluft gelangt von der
Druckluftquelle A (Fig.6) bei ruhender Wickelwelle 21 beim Andocken der Tülle 32 durch
die Zustellbewegung 34 (eines nicht gezeigten einfachwirkenden Zylinders) in den Schnellverschluss
K1 der Wickelwelle 30 und durch die Durchgangsbohrung 36 des Zwischenflansches 35
zur Steckverbindung 37 zum Schlauch 38.
Zum Entkuppeln der Verbindung K1 der Wickelwelle 21 zur Druckluftquelle A (Fig.6)
wird der Schnellverschluss 33 (mit Hilfe eines nicht gezeigten einfach wirkenden Zylinder)
gemäss der Bewegung 33 entriegelt und danach die Tülle 32 mit Hilfe der Bewegung 34
entfernt.
[0016] Die Figur 6 zeigt das Schaltschema der Wickelwelle 30 und des Wickeldornes 21 (der
Figuren 3, 4, 5) und der Wickelmaschine 70 der Figur 7. Der auf 5 Greifer 1.01-1.05
reduzierte Wickeldorn 21 ist mit der Zentralsteuerung (die nicht gezeigt ist) Software-
und Hardwaremässig drahtlos WLAN (Wireless Local Area Network) vernetzt. Zum Betrieb
des Wickeldornes 21 steht Druckluft durch die Anschlüsse A, B, C und elektrischer
Strom D zur Speisung der Steuerung ST und der Elektromagnetventile 3.01 - 3.05 / 4.01
- 4.05 sowie E zum Treiben des Schrittmotors M über die Kupplungen K1 - K5 der Wickelwelle
zur Verfügung. Gebrauch gemacht wird von diesen Ressourcen ausschliesslich beim Stillstand
der Wickelwelle 30 und des Wickeldornes 21, wenn am Umfang des Flansches der Wickelwelle
30 der Figur 5 die Tüllen 32 (32', 32") in die Schnellverschlüsse K1, K2, K3 und analog
die elektrischen Steckverbindungen K4, K5 angedockt sind.
[0017] Die Figur 7 zeigt eine Wickelmaschine 70, die gegen Ende eines Wickeltisches 55 mit
der Wickelwalze 21 den obersten Zuschnitt des Stapels 60 zur Balle 61 und den zweiten
Zuschnitt des Stapels 60 zur Balle 62 wickelt. Auf den Wickelwalzen 21, 21' ist die
Hülse 2 sichtbar, die vom freien Ende der Wickelwalzen 21, 21' her bis zum Anschlag
5.02 von der Bedienung, oder von einem Magazin her, zur Vorbereitung des Wickelvorganges
aufgeschoben ist. Die Wickelwalzen 21, 21' drehen in der Wickelrichtung 19 und werden
dem Zuwachs der Ballen 61, 62 entsprechend angehoben und so verfahren, dass der gewickelte
Zuschnitt stetig ungespannt und der darunter liegende Zuschnitt drucklos tangiert
wird.
Die Umsetzung dieser Prämisse wird mit einer zentralen Steuerung über den Fahrantrieb
41 des Fahrgestells 40, sowie den Hub- 45 und Wickelantrieben 49 des Wickelsets 50
nach Art der Antriebe und der Verarbeitung der Daten digital gesteuert oder geregelt,
indem sich die Wickelmaschine, wie ihre Antriebe 41, 45, 49 jeweils von einer Startposition
mit Endschaltern und/oder Absolutweg- und Winkelgebern aus entlang und auf den Schienen
51 koordiniert bewegen. Ein Wickelset 50 besteht aus der Wickelwalze 21 einschliesslich
Fassung 22, Zwischenflansch 35, Wickelwelle 30, Kupplung, sowie Lager, Lagerböcke
48 und Wickelantrieb 49, die am Boden des Schlittens 47 festgehalten sind, sowie dem
Schieberteleskop 57, das, über der Wickelwalze 21 achsparallel angeordnet, zum Abstossen
der fertigen Ballen dient, sowie dem Schlitten 47 einfassenden Doppelbeinstativ 42,
und dem Hubantrieb 45, der von der Brücke 43 aus mit dem Spindeltrieb 46 die Wickelwalze
21 liftartig senkt und hebt.
Die Wickelmaschine 70 ist mit zwei Wickelsets 50 ausgerüstet, die aus dem Stapel 60
die zwei obersten Zuschnitte bei einer Fahrt zu den Ballen 61 und 62 wickeln. Die
Steuerung und Versorgung der Wickelmaschine 70 deutet das in der Schiene 51 verlegte
Kabel 52 an, das über eine Kabelrolle und Drehdurchführungen im Schrank 53 zur Wickelmaschine
70 führt.
[0018] Die Figur 8 zeigt die Verlegemaschine 80, die bis auf ihre Funktion mit der Wickelmaschine
70 der Figur 7 identisch ist. Dieser Einsatz ist möglich, weil die Krümmung der Form
81 den Einsatz des Wickelsets 50 und somit die bleibende Ausrichtung der Wickelwalzen
21,21' zulässt.
[0019] Die Figur 9 zeigt das Wickelset 50' einer Verlegemaschine 80, das die Schwenkung
und somit die Veränderung der Ausrichtung der Wickelwalze 21 zulässt und somit die
Belegung von Formen 81, mit grösserer Neigung der Flächen als in der Figur 8 gezeigt,
ermöglicht.
Die liftartige Verstellung und das wippenartige Schwenken der Wickelwalze 21 bewirken
die Spindel- Hub-45, und Schwenkantriebe 45' von der erweiterten Brücke 43' aus. Dabei
wird der Schlitten 47, im Doppelbeinstativ 42 mit den Gleitlagern 47' an die Schienen
42' mit der Halterung 44, verschoben und zugleich wird die Halterung 44 mit der Wickelwalze
21, je nach Stellung der Spindel 46' des Schwenkantriebes 45', und um die Zapfen 47",
je nach Bedarf gekippt.
[0020] Vorrichtung für die Konfektionierung von biegeschlaffen Teilen länglicher Art, dadurch
gekennzeichnet, dass sie aus einem vorzugsweise verfahr- und adressierbaren Gestell
zum Tragen eines Drehgatters mit mindestens einem Magazin besteht, und dass das Magazin
eine Trommel aufweist, das zum Lagern, Transportieren, sowie Auf-, Ab- oder Umspulen
der Werkstücke und insbesondere zum Positionieren der Werkstückenden dient.
1. Vorrichtung für das Aufwickeln von planen biegeschlaffen Teilen flächiger Art vorzugsweise
von Stapeln (6) und/oder für das Verlegen auf der Vorrichtung gewickelter Teile, gekennzeichnet durch einen drehbaren (19) zylindrischen Wickeldorn (1, 21) und daraus von vorzugsweise
Nadelgreifern (4, 1.0) hervorstechenden Nadeln (3'), die in den Wickeldorn (1, 21)
integriert und gemeinsam mit Muskelkraft oder aber gruppenweise pneumatisch betätigbar
sind, wobei das Vordringen der Nadeln (3') einstellbar ist und die Nadeln so wirken,
dass sie das Teil ergreifen und halten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Wickeldorn (1, 21) von einer Hülse (2) ummantelt ist, und dass die Hülse (2)
teilweise ausgespart und vorzugsweise schlitzförmig und der Schlitz achsparallel zum
Wickeldorn (1, 21) verläuft, so dass die Nadeln (3') die Hülse (2) passieren und überragen
und das Teil mit der Hülse (2) zum Wickeln oder zum Verlegen ergreifen und halten.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1, 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Nadelgreifer (3, 1.0) an der verdrehsicheren Kolbenstange eines vorzugsweise
pneumatischen Zylinders (2.0) und der pneumatische Zylinder am Wickeldorn (21) oder
an einem koaxialen Balken (4) im Wickeldorn (1) befestigt ist, so dass die Greifer
(3, 1.0) am aufzunehmenden Teil individuell angedrückt oder vom aufzunehmenden Teil
ferngehalten werden.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1, 2, 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung der Greiftiefe (V0) der Nadelgreifer (1.0) von einem gemeinsamen
Zahnriemen (28) und unabhängig vom Hub des Andruckzylinders (2.0) erfolgt, so dass
die Zahnräder (29) der Greiftiefenverstellung im vollen Hubbereich des Andruckzylinders
(2.0) den Zahnriemen (28) touchieren.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1, 2, 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelwalze (21) zum Greifen des Teils (der Teile) den Stapel (6), ohne den (diese)
zu berühren, positioniert wird, und dass nur die Nadelgreifer (1.01 - 1.05) vom Andruckzylinder
(2.01 - 2.05) durch die Öffnung der Hülse (2) gelassen und an das Teil (6) angedrückt
werden, die entsprechend den Vorgaben der Lage und Breite dem Anfang des Stapels (6,
60) benötigt sind, so dass die Nadeln (3') von dem Stapel (6, 60) nur das oberste
Teil, oder die obere Teile des Stapels (6) und nur dort ergreifen, wo diese für das
Wickeln nötig sind.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Wickeldorn (21) als Kargträger, an einer Ende, in zwei Lagern so gehalten ist,
dass der als Hohlwelle ausgebildete Kargteil und die von den Lagerböcken (48) gehaltene
Welle (30) des Wickeldorns (21) über einen Zwischenflansch (35) verbunden sind, und
dass es, vorzugsweise am Umfang des Zwischenflansches (35), Steckkupplungen (K1 -
K5) für die Versorgung der Einbauten mit Druckluft, Strom und Signalen und im Zwischenflansch
(35) und im Deckel der Hohlwelle Kanäle (36), Leitungen und Anschlüsse (37) (1.0,
2.0, 3.0, 4.0, 5.0, ST,) des Wickeldorns (21) gibt.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlüsse (K1 - K5) des Wickeldorns (21) nur bei Stillstand des Wickeldorns
(21) mit den Druckluft-, Strom- und Signalquellen verbunden werden.
8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass es zur axialen Positionierung der Hülsen (2) am Wickeldorn (21), radial bewegte Anschläge
(5.0) gibt, die aus dem Wickeldorn (21), wenn er durch das Magnetventil (4.0) elektropneumatisch
aktiviert wird hervorstehen, und dass die leeren Hülsen (2) bis zum Anschlag (5.0)
am Wickeldorn (1, 21) geladen werden.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Wickeldorn (21) mit der Wickelwelle (30) über einen Zwischenflansch (35) verbunden
(31) und mit der Lagerung (48) auf einen Schlitten (47) aufgebaut ist, und dass sich
der Schlitten (47) zwischen den portalartig angeordneten Linearführungsschienen (42'),
die vorzugsweise ein Doppelbeinstativ (42) bilden, befindet und vertikal mit dem Hubantrieb
(45) und der Spindel (46) und in der Längsrichtung des Tisches (55) mit dem Fahrantrieb
(41), auf einer vorzugsweise verzahnten Schiene (51) geregelt, verstellbar ist.
10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1,2 und 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (44) mit der Wickelwalze (21), der Wickelwelle (30) und dem Wickelantrieb
(49) im Schlitten (47) um die Zapfen (47") wippbar gelagert ist, so dass die Wickelwalze
(21) sich mit dem Hubantrieb (45) und der Spindel (46) liftartig heben und mit dem
Schwenkantrieb 45' und der Spindel (46') kippen lässt.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Wickelsets (50), gemäss den Ansprüchen 1 bis 10, auf einem gemeinsamen Fahrgestell
(40) aufgereiht angeordnet, koordiniert operieren.
12. Verfahren zum Aufnehmen, Halten und Aufwickeln biegeschlaffer Teile flächiger Art
mit einem Wickeldorn (1) dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigung der Nadeln (3') und der Arretierung (18) und die Drehung (19) des
Wickeldorns (1) manuell erfolgt.
13. Verfahren zum Aufnehmen, Halten und Aufwickeln biegeschlaffer Teile flächigen Art
mit einem Wickeldorn (21) nach den Ansprüchen 1 bis 12 dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge (5.0) zur axialen Positionierung der Hülsen (2) am Wickeldorn pneumatisch
betätigt und die Einstellung der Greiftiefe (V0) und das Andrücken (2.0) und die Betätigung
der Greifer (1.0) elektropneumatisch erfolgt.
14. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass sich die Wickeldorne (21, 21') in der Wickelrichtung (19) und somit im Sinn der Fahrrichtung
(20) drehen und dem Zuwachs der Ballen (61, 62) entsprechend angehoben und verfahren
werden, so dass der gewickelte Zuschnitt stetig ungespannt und der darunter liegende
Zuschnitt von der Balle (62) drucklos bestrichen wird.
15. Verfahren zum Verlegen biegeschlaffer Teile flächiger Art aus einer Balle (62', 61')
auf eine Form (81) mit mindestens einem Wickeldorn (21', 21) dadurch gekennzeichnet, dass sich der Wickeldorn (21, 21') in der Wickelrichtung (19') und somit im Sinn der Fahrrichtung
(20') dreht und die Abnahme der Ballen (62', 61') entsprechend gesenkt und verfahren
wird, so dass der verlegte Zuschnitt stetig ungespannt und der darunter liegende Zuschnitt
von der Balle (62) drucklos bestrichen wird.