[0001] Die Erfindung betrifft eine Untertage einsetzbare Gewebebahn aus Bändchen oder Fäden
aus thermoplastischem Kunststoff, die ein flächiges Tuch ergebend, miteinander verwebt
und antistatisch ausgerüstet sind.
[0002] Bei üblichen aus Kunststofffäden oder auch Bändchen bestehenden Geweben kann es durch
Reibung zu einer elektrostatischen Aufladung auf der Oberfläche des Gewebes kommen.
Insbesondere in trockener Umgebung können diese elektrostatischen Aufladungen nicht
über die Luft abfließen. Bei Kontakt mit Gegenständen, die nicht geerdet werden können
oder mit Personen, können sich dann diese Aufladungen so ungünstig entladen, dass
Zündfunken hoher Energie überspringen, die letztlich sogar geeignet sind, Gas, Gas-Luft-Gemische
oder auch staubhaltige Luftgemische zu zünden und so Explosionen, vor allem im untertägigen
Steinkohlenbergbau, auszulösen. Davon abgesehen ist die schlagartige Entladung insbesondere
beim Berühren durch Personen ausgesprochen unangenehm und kann zu Unfällen führen.
Denkbar sind auch andere Aufladungsgegebenheiten, beispielsweise beim Befüllen von
Kunststoffgewebesäcken oder Behältern mit Schüttgut, wobei die elektrischen Ladungen
auch auf benachbarte Behälter übergeleitet können.
[0003] Aus der EP 0 413 886 A1 ist es bekannt, neben elektrisch nicht leitenden Fäden auch
elektrisch leitende Fäden einzuweben, wobei die elektrisch leitenden Fäden elektrisch
leitfähigen eindispergierten Kohlenstoff aufweisen. Diese Kunststofffäden bilden sich
kreuzend ein Gewebe, das hohe Festigkeitseigenschaften aufweist. Ein Gewebe dieser
Art ist für die starken mechanischen Beanspruchungen, wie sie bei der Verwendung derartiger
Gewebebehälter häufig vorkommen, gut geeignet. Allerdings weisen sie Ableitwiderstände
auf, die dazu führen können, dass sich Ladungen über die gesamte Oberfläche des Gewebes
bewegen und sich an einem Punkte sammeln, wo es dann doch wieder zu schlagartigen
Entladungen kommen kann. Daher sind diese Gewebe nur einsetzbar, wenn eine Verbindung
mit der Erde hergestellt ist, damit entstehende Aufladungen sofort von der Oberfläche
des Gewebes auf die Erde überfließen können.
[0004] Aus der GB 21 01 559 A1 ist es bekannt, ein solches Gewebe mit Metallfäden anzureichern,
über die die elektrostatische Aufladung des Gewebes abgeleitet werden kann. Dabei
ist allerdings nachteilig, dass die Metallfäden oder -fasern ein anderes Dehnungsverhalten
als die übrigen Fäden aufweisen, sodass es häufig zu Brüchen kommt. Bei Brüchen besteht
aber die Gefahr, dass die Metallfäden an der Luft korrodieren, sodass dann die Gefahr
von statischen Aufladungen wieder vorhanden ist, ggf. sogar verstärkt. Weiter sind
Gewebe bekannt, die insgesamt eine Beschichtung aus einem Antistatikum haben, wobei
jedoch eine dauerhaft ableitfähige Sicherung nicht erreicht werden kann. Sie ist vielmehr
begrenzt, sodass die Gewebe insbesondere im untertägigen Bergbau nicht einsetzbar
sind. Besonders gefährlich dabei ist, dass der beispielsweise durch Abrieb eingetretene
Verlust der elektrischen Leitfähigkeit nicht von außen erkennbar ist, sodass Schutzvoraussetzungen
vermutet werden, die dann nicht mehr gegeben sind. Entsprechend ist die Gefahr von
Unglücken größer als bei Nichtbeschichtung. Ähnliche Probleme treten auch bei quasi
leitfähigen Fäden in Form von metallisierten Kunststofffäden auf, wobei derartige
Gewebe nur mit hohem Aufwand hergestellt und verarbeitet werden können. Schon das
Aufbringen einer metallischen Oberfläche ist auf einen aus einem Kunststoff gebildeten
Faden aufwendig und teuer. Darüber hinaus tritt natürlich auch bei einer derartigen
Ummantelung ein Reibungsverschleiß auf.
[0005] Aus der US-5 871 670 A ist ein antistatisches Additiv für thermoplastische Kunststoffe
bekannt, das aus einem elektrisch leitfähigen Netz von nicht metallischen, mikrokristallinen
Nadeln besteht. Dieses Netzwerk ist aufschmelzbar bzw. kann in die Schmelze eingebracht
werden, sodass es beim Erkalten vorteilhaft auskristallisiert. Das entsprechende Netzwerk
ist dann in die Kunststoffmasse eingebettet und damit vorteilhaft verschleißfest,
da es an der Oberfläche des Fadens bzw. des Bändchens auftritt.
[0006] Grundsätzlich bekannt ist es weiter, derartige ableitfähige Gewebe insbesondere für
den Bergbau Untertage auch gleichzeitig flammhemmend auszubilden, wozu in der Regel
eine entsprechende Beschichtung auf das Tuch aufgebracht wird. Sie ist allerdings,
weil sie auf die Oberfläche aufgebracht wird, nur relativ kurz wirksam. Aus diesem
Grunde ist in der DE GM 297 10 701 vorgeschlagen worden, ein Gewebe aus elektrisch
nicht leitenden und verteilt dazwischen angeordnete elektrisch leitende Kunststofffäden
oder -fasern durch eine Beschichtung und/oder durch einen Flammenschutz im Granulat
zusätzlich dauerhaft flammhemmend auszurüsten. Nachteilig ist, dass mit dieser feuerhemmenden
Substanz Ruß und Grafit als einen antistatischen Effekt erbringende Substanzen mit
eingemischt werden, was schwierig und aufwendig ist. Auf die sonstige Problematik
der mit Ruß und Grafit antistatisch ausgerüsteten Kunststofffäden bezüglich der Feuergefahr
ist weiter vorne hingewiesen worden.
[0007] Die DE 198 26 120 C2 stellt ein Gewebe unter Schutz, das vor allem für hochfeste
Verpackungen, d. h. für sog. Big-Bags vorgesehen ist. Die elektrische nicht leitenden
Fäden sind mit einem flammhemmenden Zusatzstoff ausgerüstet, während die elektrisch
leitenden Fäden aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen, der entweder einen
die Leitfähigkeit erhöhenden Zusatz aufweist oder in den diese Zusatzstoffe eindispergiert
sind oder die mit einem solchen Zusatzstoff beschichtet sind, wobei diese elektrisch
leitenden Fäden bei Wärmeeinwirkung schrumpfbar sind. Durch das Schrumpfen der elektrisch
leitenden Fäden sollen sie sich der Flamme entziehen, sodass dadurch auch eine Art
Flammenbekämpfung erreicht wird. Nachteilig ist aber, dass zumindest bei entsprechenden
Temperaturen die Zugfestigkeit dieser Fäden stark beeinträchtigt, wenn nicht sogar
gegen Null geht. Gerade im untertägigen Steinkohlenbergbau ist damit die notwendige
Sicherheit nicht gewährleistet.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Gewebebahn zu schaffen, die
bei verbesserten Zugbelastungswerten auch in stark explosionsgefährdeten Bereichen
ohne besondere Zusatzmaßnahmen eingesetzt werden kann.
[0009] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass ein Teil der Bändchen durch
Eindispergieren von die Leitfähigkeit erhöhenden Additiven quasi elektrisch leitend
bzw. eine permanent antistatische Wirkung 10
8 bis 10
11 Ω ergebend ausgebildet sind, während die elektrisch nicht leitenden Bändchen und
ggf. auch die quasi elektrisch leitenden Bändchen durch Eindispergieren von feuerhemmend
wirkenden Substanzen dauerhaft flammhemmend ausgeführt sind.
[0010] Bei derart ausgerüsteten und ausgebildeten Gewebebahnen ist die für den untertägigen
Steinkohlenbergbau aber auch für andere explosionsgefährdete Bereiche notwendige Sicherheit
vorteilhaft gegeben. Da die für die antistatischen Eigenschaften notwendigen Additive
vorteilhaft in die das einzelne Bändchen bildenden Fäden integriert sind und darüber
hinaus alle Fäden, die ein solches Bändchen bilden und zusätzlich flammhemmend, zumindest
aber die nicht elektrisch leitenden entsprechend gesichert sind, kann eine solche
standhafte und für die ausreichende Zeit auch voll wirksame Gewebebahn zur Verfügung
gestellt werden. Dabei sind solche feuerhemmend wirkenden Substanzen bzw. flammhemmend
wirkenden Substanzen in den Kunststoff für die gesamten Bändchen einzugeben, der sich
mit den für die Antistatik wichtigen Additiven "verträgt". Sind alle entsprechenden
Fäden bzw. Bändchen entsprechend ausgerüstet, ist für den untertägigen Bergbau aber
auch für alle explosionsgefährdeten Bereichen eine Gewebebahn geschaffen, die auf
Dauer die notwendigen Sicherheitsvorschriften erfüllt und die darüber hinaus auch
die verbesserte Stabilitäts- bzw. Zugfestigkeitswerte erbringt.
[0011] Nach einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Teil
der Bändchen, mit denen die Leitfähigkeit erhöhenden Additiven und der elektrisch
nicht leitende Teil der Bändchen oder nur der Teil der elektrisch nicht leitenden
Bändchen mit flammhemmenden Substanzen vor oder während des Schmelzvorganges des Kunststoffes
ausgerüstet ist. Dann, wenn flammhemmende Substanzen zum Einsatz kommen müssen, die
sich mit den die Leitfähigkeit erhöhenden Substanzen nicht vertragen, wird der zweite
Lösungsweg zweckmäßig sein, nämlich die nur die nicht leitenden Bändchen mit den die
flammhemmenden Substanzen auszurüsten.
[0012] Eine weitere zweckmäßige Ausführung sieht vor, dass die die Leitfähigkeit erhöhenden
Additive in Form von nicht metallischen, mikrokristallinen, ein elektrisch leitendes
Netz ergebende Nadeln in den Kunststoff eingebracht sind. Diese, die Leitfähigkeit
erhöhenden mikrokristallinen Nadeln bringen in den damit ausgerüsteten Bändchen die
notwendigen Leitfähigkeitswerte, wobei sie sich mit den flammhemmenden Substanzen
vertragen und nicht deren Wirkung beeinträchtigen oder umgekehrt. Von daher sind sie
gerade für den Einsatz für Untertage bestens geeignet, zumal sie keinen wesentlichen
Einfluss auf die Festigkeitswerte haben.
[0013] Eine weitere Optimierung sieht vor, dass die Nadeln in die Kunststoffschmelze so
eingebracht sind, dass sie beim Abkühlen zu einem elektrisch leitenden Netz auskristallisieren.
Bei entsprechender Mengenzugabe und bei entsprechender Verfahrensweise ist sichergestellt,
dass sich sternenförmige Netze ergeben, die miteinander verbunden sind, sodass die
notwendige Leitfähigkeit gegeben ist.
[0014] Um insbesondere im untertägigen Steinkohlenbergbau die notwendigen Zugfestigkeitswerte
zu garantieren und ggf. sogar noch zu steigern, sieht die Erfindung vor, dass der
Teil der quasi elektrisch leitenden und der Teil der elektrisch nicht leitenden Bändchen
mit die Zugfestigkeit der Bändchen oder Fäden erhöhenden Additiven ausgerüstet sind,
vorzugsweise entsprechend gefüllt sind. Dadurch wird gezielt Einfluss auf die Zugfestigkeit
der gesamten Gewebebahn genommen, wobei bei Bedarf auch die Möglichkeit besteht, die
Zugfestigkeit beispielsweise in Längsrichtung oder in Umfangsrichtung oder in Querrichtung
gezielt zu beeinflussen.
[0015] Als Additiv für die Flammhemmung kann Flamestab NOR 116 eingesetzt werden, wobei
dies von der Firma Ciba hergestellte Produkt auch als "Flame Retardant and UV Stabilizer
for Polyolefin Flame Retardant Applications" bezeichnet wird. Flamestab NOR 116 eignet
sich auch deshalb besonders gut für den hier vorgesehenen Einsatzfall, weil damit
die Flammschutzeigenschaften zu verwirklichen sind. Diese halogenfreien Substanzen
bringen eine ausreichende Wärme- und UV-Beständigkeit.
[0016] Um die jeweils gewünschten und notwendigen Eigenschaften für das im untertägigen
Berg- und Tunnelbau einzusetzende Gewebe zu erreichen, ist es notwendig, dass das
die Leitfähigkeit erhöhenden Additive mit einem Masseanteil von 5 bis 20 %, vorzugsweise
15 bis 18 % in die Schmelze der Bändchen eingegeben ist. Dass die Flammhemmung erbringende
Additiv ist mit einem Flammmasseanteil von 0,5 bis 1,8 % vorzugsweise 1 % der Schmelze
der Bändchen zugemischt.
[0017] Das entsprechende Tuch bzw. die Gewebebahn soll im untertägigen Bergbau eingesetzt
werden, wobei es von Vorteil ist, wenn die das Tuch bildenden Bändchen zu einem Untertagestützpfeiler
oder -behälter oder zu Stützschläuchen oder zu Kissen vernäht sind. Das entsprechende
Tuch bzw. die Gewebebahn eignet sich optimal, weil durch die nicht metallischen, mikrokristallinen,
ein elektrisch leitendes Netz ergebenden Nadeln im Kunststoff dafür sorgen, dass sich
schädliche Aufladungen nicht aufbauen können, weil vor allem eine permanente Corona-Entladung
stattfindet. Die Ladungen werden über die recht große Fläche der Gewebebahn gesehen
verteilt, sodass lokale Konzentrationen von elektrischer Ladung, die gefährlich werden
können, vermieden sind.
[0018] Eine weitere zweckmäßige Ausbildung sieht vor, dass die Nähte aus den quasi elektrisch
leitenden Bändchen oder Fäden bestehen, wobei in den Nähten die Zahl dieser Bändchen
oder Fäden stark erhöht ist. Dadurch ergibt sich auch noch zusätzlich eine Art Hauptleiter,
über den sich bildende Ladungen gezielt und einfach abgeführt werden können. Die jeweilige
Naht bildet dann also vorteilhaft einen durchgehenden Zentralleiter.
[0019] Weiter ist es von Vorteil, wenn die am Gebirge anliegenden Bereiche der Untertagestützpfeiler
oder Stützschläuche eine erhöhte Anzahl quasi elektrisch leitender Bändchen, vorzugsweise
40 bis 75 % aufweisen. Durch diese gezielte Anhäufung der leitenden Teile bzw. Bändchen
im Kopf- und Fußbereich und darüber hinaus durch die Verbindung durch die Naht mit
den angehäuften leitenden Fäden bzw. Bändchen ist die Gewähr gegeben, dass auch unter
ungünstigen Verhältnissen immer die notwendige Bekämpfung von statischen Aufladungen
und ähnlichen Problemen schnell und sicher abgewickelt wird. Die Gewebebahn kann vor
allem im untertägigen Bergbau eingesetzt werden, da, selbst wenn einmal ein Brand
auftreten sollte, das Gewebe das Feuer nicht unterstützt, sondern vielmehr sich quasi
neutral verhält bzw. zu einem Erlöschen des Feuers beiträgt.
[0020] Unterstützt wird die Ausrüstung des Gewebes durch ein Additiv, bei dem die Nadeln
in Form eines "permanent antistatic Agent Ciba Irgastat P 18 und/oder P 22 und/oder
Pebax von Atofina Chemicals" zugemischt sind.
[0021] Weiter vorn ist darauf hingewiesen worden, dass es zweckmäßig sein kann, die Bändchen
bzw. Fäden mit einem die Zugfestigkeit erhöhenden Additiv zu versehen, wobei die Erfindung
auch dadurch zu verwirklichen ist, dass die Bändchen mit einer die Zugfestigkeit erhöhenden
Schicht versehen sind. Eine solche Beschichtung ist unter Umständen leichter aufzubringen,
wobei nicht nur an eine die einzelnen Bändchen oder Fäden umgebende Beschichtung zu
denken ist, sondern auch an eine die Gewebebahn abdeckende Schicht. Diese Schicht
kann dabei gleichzeitig auch zu einer ggf. gewünschten Wasserdichtigkeit beitragen
oder dazu führen, je nachdem in welcher Stärke sie aufgebracht wird. Sie kann über
Zusätze gleichzeitig flammhemmend und/oder antistatisch ausgerüstet werden.
[0022] Grundsätzlich bekannt ist es, dass die Zahl der Bänder oder Fäden mit antistatischer
Ausrüstung geringer sein kann, als die elektrisch nicht leitenden Bändchen. Zweckmäßig
ist es daher gemäß der Erfindung, wenn das Tuch, aus dem das Grundmaterial ergebenden,
nicht leitenden Bändchen besteht, in das oder auf das ein gröberes Gewebekreuz von
quasi elektrisch leitenden Bändchen eingebracht oder aufgebracht ist. Hier wird ein
Abstand der einzelnen quasi elektrisch leitenden Bändchen vorgesehenen, die im Gitter
eine Fläche von < 100 cm
2 ergibt. Diese elektrisch leitenden Bändchen kreuzen sich, sodass auf jeden Fall sichergestellt
ist, dass auftretende Ladungen, unabhängig von der Wirkung der einzelnen Fäden mit
der Corona-Entladung schnell und sicher abgebaut werden können.
[0023] Je nach Einsatzbereich oder erforderlicher Sicherheit kann es aber auch ausreichen,
wenn, wie erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass das Tuch aus den das Grundmaterial darstellenden,
nicht leitenden Bändchen/Fäden besteht, in das oder auf das quasi elektrisch leitende
Bändchen und/oder Fäden nur in Längsrichtung oder in Querrichtung und in geringem
Abstand von < 30 mm verlaufend eingebracht oder aufgebracht sind. Unter den erwähnten
Gegebenheiten reicht dies aus, wobei der Abstand ja geringer ist, dennoch aber das
Verarbeiten erleichtert ist.
[0024] Eine weitere Ausbildung sieht vor, dass das Tuch eine Beschichtung aufweist, der
ein "permanent antistatic Agent Ciba Irgastat P 18 und/oder P 22" zugemischt ist,
sodass die gesamte Beschichtung nicht nur abdichtend wirkt, sondern gleichzeitig auch
für die notwendige elektrische Ableitung sorgt. Es kann somit nicht zu einer Beeinträchtigung,
d. h. zu einer Aufladung von Flächenbereichen oder gar der ganzen Fläche beispielsweise
einer Untertage eingesetzten Gewebebahn kommen, sodass die notwendige Sicherheit und
auch Dichtigkeit gewährleistet ist. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Beschichtung
nur auf die dem Gebirge abgewandte Seite des Tuches, dieses ganz oder zumindest weitgehend
abdichtend, aufgebracht ist, weil auf der dem Gebirge zugewandten Seite eine Beeinträchtigung
bzw. Aufladung nicht gefährdend ist und weil man auf diese Art und Weise die Kosten
geringer halten kann. Vorteilhaft ist es dabei natürlich, auf beiden Seiten des Tuches
eine solche Beschichtung vorzusehen.
[0025] Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass in untertägigen Bergbau
mit seinen vielen Gefährdungsbereichen nunmehr auch ein vorteilhaft zu verarbeitendes
Gewebe in Form von Gewebebahnen aus Bändchen eingesetzt werden. Diese Gewebebahn ist
dauerhaft antistatisch und gleichzeitig auch dauerhaft flammhemmend ausgerüstet, sodass
sie den besonderen Bedingungen und Auflagen im untertägigen Bergbau voll genügt. Darüber
hinaus ist die dauerhafte Wirkung bezüglich Flammhemmung wie auch Antistatik von Vorteil,
weil gerade bei den Einsätzen im untertägigen Bergbau nicht verhindert werden kann,
dass auch eine hohe Belastung der Fäden bzw. der Bändchen bzw. der gesamten Gewebebahn
auftritt. Die hier jetzt zum Einsatz vorgesehene Gewebebahn aus Bändchen oder Fäden
aus thermoplastischem Kunststoff ist so ausgebildet, dass die für die antistatische
Wirkung wichtigen Bändchen die für die Quasi-Leitfähigkeit wichtigen Bestandteile
in Form der nicht metallischen, mikrokristallinen, ein elektrisch leitendes Netz ergebende
Nadeln auf Dauer ihre Wirkung behalten, d. h. auch dann, wenn diese Gewebebahnen über
längere Zeit entsprechend wirksam und sicher sein müssen. Auch die Wasserdichtigkeit
ist zu gewährleisten, insbesondere wenn eine Beschichtung aus einem über die notwendige
Antistatik und/oder Flammhemmung verfügende Masse besteht. Insgesamt gesehen ist somit
eine Lösung vorgegeben, die für alle explosionsgefährdeten Bereiche, insbesondere
für den Untertagebergbau optimal geeignet ist.
[0026] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der zugehörigen Zeichnungen, in denen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Untertagestützpfeiler aus Gewebe mit dauerhaft antistatischem und dauerhaft
flammhemmendem Bändchen,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf ein entsprechende Gewebebahn in vergrößerter Wiedergabe,
- Figur 3
- einen einzelnen Faden bzw. ein Bändchen mit einem deutlich wiedergegebenen mikrokristallinen
Netzwerk,
- Figur 4
- eine untertägige Strecke mit auf dem Ausbau ausgelegten Gewebebahnen,
- Figur 5
- eine Gewebebahn mit zusätzlicher Beschichtung und
- Figur 6
- einzelne Fäden im Schnitt mit und ohne die Zugfestigkeit erhöhender Schicht.
[0027] Figur 1 zeigt einen im untertägigen Bergbau häufig eingesetzten Unterstützungspfeiler
1, der zwischen Hangendem 2 und Liegendem 3 bzw. Streckensohle 34 und Firste 2 eingesetzt
und verspannt ist, um den Hohlraum 7 bzw. die Strecke ausreichend lange offen halten
zu können. Dieser Unterstützungspfeiler 1 besteht aus einem Tuch 10 bzw. einer Gewebebahn,
die so zusammengenäht ist, dass in der Regel mit einer Naht 18 auszukommen ist. Dadurch
entsteht ein einen großen Durchmesser aufweisender Schlauch, in den über den Füllstutzen
5 Baustoff eingefüllt wird. Mit 4 ist der Fußbereich und mit 6 ein Stützring bezeichnet,
der im Kopfbereich 8 des Unterstützungspfeilers 1 angeordnet ist.
[0028] Bei der Darstellung in Figur 1 sind nur die quasi elektrisch leitenden bzw. die elektrisch
leitend gemachten Bändchen 11, 12, 11', 12' bzw. 15 über die gesamte Oberfläche des
Unterstützungspfeilers 1 verteilt angedeutet, während die elektrisch nicht leitenden
Bändchen 13, 14 bzw. 16 nur in einem kleinen Teilbereich wiedergegeben sind. Es versteht
sich, dass sowohl der Teil 15 mit den quasi elektrisch leitenden Bändchen 11, 12 wie
auch der Teil 16 mit den elektrisch nicht leitenden Bändchen 13, 14 sich über die
gesamte Oberfläche des Unterstützungspfeilers 1 erstreckt. Im Bereich der Naht 18
sind die quasi elektrisch leitenden Bändchen 11, 12 soweit angereichert, dass sich
fast ein Stab ergibt, über den eine Entladung bzw. eine Entlastung leicht möglich
ist. Von daher ist auch hier das Bezugszeichen 15 zusätzlich angebracht, um dieses
quasi zu untermauern.
[0029] Das Gebirge 20, das das Hangende 2 bzw. die First und das Liegende 3 bzw. die Streckensohle
34 bildet, trifft im Anliegebereich 21 bzw. 22 mit dem Tuch 10 und den entsprechenden
Bändchen 11, 12, 13, 14 zusammen. Da hier ebenfalls die quasi elektrisch leitenden
Bändchen 11, 12 angereichert sind, ist hier für einen zusätzlichen Kontakt mit der
Erde gesorgt bzw. ist eine Möglichkeit geschaffen, Aufladungen schnell abzubauen,
indem z. B. eine Corona-Entladung stattfindet.
[0030] Figur 2 zeigt in vergrößerter Wiedergabe ein solche Gewebebahn bzw. Tuch 10 aus quasi
elektrisch leitenden Bändchen 11, 12, 11', 12' und elektrisch nicht leitenden Bändchen
13, 13', 14, 14'. Es wird deutlich, dass die quasi elektrisch leitenden Bändchen 11,
12 bzw. entsprechendes Teil 15 ein Gewebekreuz 40 bildet, das in das übrige Tuch 10
integriert oder auf dieses aufgelegt ist, um so das Entstehen von Aufladungen wirksam
zu vermeiden.
[0031] Figur 3 zeigt einen einzelnen derartigen Faden, der zu einem Bändchen 11 bzw. 12
gehört und der mit ein Netz 28 bildenden Nadeln 24, 25, 26 ausgerüstet ist, die aufgrund
ihrer Netzbildung einen Fließweg 27 wiedergeben bzw. vorgeben. Dieser ist sehr stark
hervorgehoben, um seine Existenz bzw. seinen Verlauf zu verdeutlichen. In Wirklichkeit
sind auch hier nur die einzelnen Nadeln 24, 25, 26 jeweils in Verbindung, nicht aber
eine entsprechend stabilere Verbindung entsprechender Nadeln 24 bis 26. Durch die
Art und Ausbildung der einzelnen Nadeln ist aber, wie Figur 3 verdeutlicht, auf jeden
Fall sichergestellt, dass über sie quasi elektrisch leitende Fäden bzw. Bändchen 11
und 12 zur Verfügung gestellt werden können.
[0032] In Figur 4 ist eine ins Gebirge 20 getriebene Strecke 29 wiedergegeben, die über
Ausbaubögen 31 abgestützt ist. Um ein möglichst dichtes Anliegen der Ausbaubögen 31
an den Gebirgsschichten 33 bzw. dem Gebirge 20 zu erreichen, ist ein Stützschlauch
30 auf den oberen Teil des Ausbaubogen aufgelegt. Außerdem sind die Gewebebahnen bzw.
Tücher 10 erkennbar, die einander ggf. überdeckend ebenfalls auf den Ausbaubogen 31
aufgelegt sind und die im oberen Bereich beispielsweise durch den Stützschlauch auf
den Ausbaubogen 31 aufgepresst werden. In der Regel sind diese Tücher 10 bzw. Gewebebahnen
auch über den Bereich des Ausbisses des Flözes 32 hinweggezogen, um zu verhindern,
dass das relativ feinkörnige Material in die Strecke bzw. den Hohlraum 7 hineinfällt.
Nicht gezeigt ist in Figur 4, dass in der Regel zusätzlich zu der Gewebebahn bzw.
dem Tuch 10 auch Verzugmatten zum Einsatz kommen, die vom Ausbaubogen 31 gesehen die
Gewebebahn bzw. das Tuch 10 abstützen.
[0033] Figur 5 zeigt eine solche Gewebebahn bzw. ein Tuch 10, das auf der Seite 36 mit einer
Beschichtung 35 versehen ist, um das Tuch 10 bzw. die Gewebebahn entsprechend weitgehend
wasserdicht zu gestalten. Diese Beschichtung 35 ist in der Regel mit dem die Antistatik
erhöhenden Additiv ausgerüstet, um hier auch in diesem Bereich das Entstehen von entsprechenden
Aufladungen einzuschränken bzw. zu vermeiden.
[0034] Figur 6 schließlich zeigt einen Schnitt durch ein Bändchen 11, 12, 13, 14 bzw. besser
gesagt durch einen einzelnen Faden eines solchen Bändchens, wobei dieser Faden nach
dem oberen Schnitt mit dem die Leitfähigkeit erhöhenden Additiv ausgerüstet ist und
somit quasi elektrisch leitend geworden ist, während nach Figur 6 eine Schicht 38
vorgesehen ist, über die gezielt die Zugfestigkeit der nicht elektrisch leitenden
Bändchen 11 bzw. Fäden erhöht wird. Denkbar ist es dabei auch, entsprechende Additive
in den Kunststoff des Fadens 11, 12, 13, 14 hineinzubringen, wobei durch die Aufzählung
auch der Bezugszeichen 13 und 14 deutlich gemacht ist, dass diese die Zugfestigkeit
erhöhenden Additive eben auch mit in die quasi elektrisch leitenden Fäden hineingebracht
wird.
[0035] Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden
allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.
1. Untertage einsetzbare Gewebebahn aus Bändchen (11, 12, 13, 14) oder Fäden aus thermoplastischem
Kunststoff, die ein flächiges Tuch (10) ergebend, miteinander verwebt sind und von
denen ein Teil (16) elektrisch nicht leitend und ein anderer Teil (15) dauerhaft antistatisch,
d. h. durch Eindispergieren von die Leitfähigkeit erhöhenden Additiven quasi elektrisch
leitend und eine permanent antistatische Wirkung von 108 bis 1011 Ω ergebend ausgebildet sind, wobei die Bändchen (15, 16) oder die Fäden insgesamt
oder nur die elektrisch nicht leitenden (16) durch Eindispergieren von feuerhemmend
wirkenden Substanzen dauerhaft flammhemmend ausgeführt sind.
2. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Teil (15) der Bändchen (11, 12) mit den die Leitfähigkeit erhöhenden Additiven
und der elektrisch nicht leitende Teil (16) der Bändchen (13, 14) oder nur der Teil
(16) mit flammhemmenden Substanzen vor oder während des Schmelzvorganges des Kunststoffes
ausgerüstet ist.
3. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die die Leitfähigkeit erhöhenden Additive in der Form von nicht metallischen, mikrokristallinen,
ein elektrisch leitendes Netz (28) ergebenden Nadeln (24, 25, 26) in den Kunststoff
eingebracht sind.
4. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nadeln (24, 25, 26) in die Kunststoffschmelze so eingebracht sind, dass sie beim
Abkühlen zu einem elektrisch leitenden Netz (28) auskristallisieren.
5. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Teil (15) und/oder der Teil (16) der Bändchen (11, 12, 13) mit die Zugfestigkeit
der Bändchen (11, 12, 13, 14) oder Fäden erhöhenden Additiven ausgerüstet sind, vorzugsweise
entsprechend gefüllt sind.
6. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Additiv für die Flammhemmung ein halogenhaltiges und/oder halogenfreies Produkt
ist.
7. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das die Leitfähigkeit erhöhende Additiv mit einem Wasseranteil von 15 bis 20, vorzugsweise
15 bis 18 % in die Schmelze der Bändchen (11, 12, 15) eingegeben ist.
8. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das die Flammhemmung erbringende Additiv mit einem Wasseranteil von 0,5 bis 1,8 %,
vorzugsweise 1 %, der Schmelze der Bändchen (13, 14, 16) zugemischt ist.
9. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die das Tuch (10) bildenden Bändchen (11, 12, 13, 14) zu einem Untertagestützpfeiler
(1) oder -behälter oder zu Stützschläuchen (30) oder zu Kissen vernäht sind.
10. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nähte (18) der Stützschläuche (30), der Behälter oder Kissen aus den quasi elektrisch
leitenden Bändchen (11, 12, 15) oder Fäden bestehen, wobei in den Nähten die Zahl
dieser Bändchen (11, 12, 15) oder Fäden stark erhöht ist.
11. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die am Gebirge (20) anliegenden Bereich (21, 22) der Untertagestützpfeiler (1) oder
Stützschläuche (30) eine erhöhte Anzahl quasi elektrisch leitender Bändchen (11, 12,
15), vorzugsweise 40 bis 75 % aufweisen.
12. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bändchen (11, 12, 13, 14) mit einer die Zugfestigkeit erhöhenden Schicht (38)
versehen sind.
13. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tuch (10) aus den das Grundmaterial ergebenden, nicht leitenden Bändchen (13,
14, 16) besteht, in das oder auf das ein groberes Gewebekreuz (40) von quasi elektrisch
leitenden Bändchen (11, 12, 15) eingebracht oder aufgebracht ist, die im Gitter eine
Fläche von < 100 cm2 ergeben.
14. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tuch (10) aus den das Grundmaterial darstellenden, nicht leitenden Bändchen (11,
12, 13, 14)/Fäden besteht, in das oder auf das quasi elektrisch leitende Bändchen
(11, 12, 15) und/oder Fäden nur in Längsrichtung oder in Querrichtung und in geringem
Abstand von < 30 mm verlaufend eingebracht oder aufgebracht sind.
15. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tuch (10) eine Beschichtung (35) aufweist, der ein "permanent antistatic Agent
Ciba Irgastat P 18 und/oder P 22" zugemischt ist.
16. Untertage einsetzbare Gewebebahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschichtung (35) nur auf die dem Gebirge (20) abgewandte Seite (36) des Tuches
(10), dieses ganz oder zumindest weitgehend abdichtend, aufgebracht ist.