[0001] Bei bekannten Leiteinrichtungen, wie sie beispielsweise aus AT 305 340 B, AT 334
946 B, AT 344 777 B, AT 409 004 B, AT 409 005 B, AT 409 275 B oder AT 002 895 U bekannt
sind, ist das Leitschienenband über Abstandhalter mit weitgehend beliebiger Konstruktion
an den Stehern der Leiteinrichtung befestigt. Bei den bekannten Leiteinrichtungen
ist das Leitschienenband so an den Abstandhaltern befestigt, dass das Leitschienenband
zu den Abstandhaltern symmetrisch angeordnet ist, wobei sich die Abstandhalter im
wesentlichen über die gesamte Höhe des Leitschienenbandes erstrecken.
[0002] Problematisch bei den bekannten Leiteinrichtungen der oben beschriebenen Art ist
es, dass wegen der zueinander symmetrischen Anordnung von Leitschienenband und Abstandhaltern
bei einem Aufprall eines Personenkraftwagens gegen die Leiteinrichtung auf den Personenkraftwagen
und insbesondere dessen Insasssn erhebliche Belastungen ausgeübt werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Leiteinrichtung der eingangs genannten
Gattung anzugeben, bei der ein Aufprall eines Fahrzeuges, insbesondere eines Personenkraftwagens,
gegen die Leiteinrichtung besser als bisher gedämpft wird.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe mit einer Leiteinrichtung, welche die Merkmale von Anspruch
1 aufweist.
[0005] Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Da bei der erfindungsgemäßen Leiteinrichtung das Leitschienenband (die eigentliche
Leitschiene) und die Abstandhalter so miteinander verbunden sind, dass das Leitschienenband
in seinem unteren Bereich nicht abgestützt ist und sich daher in diesem Bereich leichter
verformen lässt als im übrigen von den Abstandhaltern abgestützten Bereich, kann sich
der bei einem Aufprall eines Personenkraftwagens zuerst erfasste, untere Bereich des
Leitschienenbandes ohne von Abstandhaltern behindert zu werden, frei in Richtung auf
den Steher der Leiteinrichtung hin verformen und dämpft so den Anprall des Personenkraftwagens.
Dies führt zu einer geringeren Belastung der Insassen des Personenkraftwagens.
[0007] Bevorzugt ist es, wenn das Leitschienenband über die Abstandhalter nur nach unten
vorsteht. Dabei kann vorgesehen sein, dass der obere Rand des Leitschienenbandes mit
dem oberen Ende der Abstandhalter wenigstens im wesentlichen fluchtet.
[0008] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die angeschlossenen Zeichnungen.
[0009] Es zeigt:
Fig. 1 schematisch eine erste Ausführungsform einer Leiteinrichtung,
Fig. 2 schematisch eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Leiteinrichtung
und
Fig. 3 die Situation beim Anprall eines Personenkraftwagens gegen eine erfindungsgemäße
Leiteinrichtung.
[0010] Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform besteht die Leiteinrichtung 1 aus Stehern
2, die im Boden neben einer Fahrbahn oder einer anderen Verkehrsfläche verankert sind.
Dieses Verankern kann durch Versenken der Steher 2 in den Boden oder durch Befestigen
der Steher 2 am Boden über Fußplatten erfolgen.
[0011] An den Stehern 2 ist über Abstandhalter 3 ein Leitschienenband (Leitschiene) 4 mit
Verbindungsmitteln, z.B. Schrauben 5, befestigt. Dabei ist das Leitschienenband 4
an den Abstandhaltern 3 so angeordnet, dass das Leitschienenband 4 in seinem unteren
Bereich 8 über die Abstandhalter 3 nach unten übersteht. Im Ausführungsbeispiel ist
das Leitschienenband 4 zu den Abstandhaltern 3 asymmetrisch angeordnet, indem es gegenüber
den Abstandhaltern 3 nach unten versetzt ist. Bevorzugt ist, wenn der obere Rand des
Leitschienenbandes 4, wie in Fig. 1 gezeigt, mit dem oberen Ende der Abstandhalter
3 im wesentlichen fluchtet. Dies bedeutet im Ergebnis, dass der untere Bereich 8 des
Leitschienenbandes 4, der über die Abstandhalter 3 nach unten übersteht, nicht abgestützt
ist, wogegen der obere Bereich des Leitschienenbandes 4 durch die Abstandhalter 3
abgestützt ist.
[0012] Dies gilt auch für die in Fig. 2 gezeigte Ausführungsform.
[0013] Der Unterschied zwischen der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform und jener von Fig.
2 liegt im Ausmaß des Bereiches 8, um den das Leitschienenband 4 über die Abstandhalter
3 bzw. 3' nach unten übersteht. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform steht
das Leitschienenband 4 lediglich mit seinem unteren, in Richtung auf die Fahrbahn
(nach links der Fig. 1) konvexen Teil 7 über die Abstandhalter 3 nach unten über.
[0014] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform steht das Leitschienenband 4 nicht nur
mit seinem in Richtung auf die Fahrbahn (links der Fig. 2) konvexen Teil 7, sondern
auch in seinem in Richtung auf die Fahrbahn konkaven Teil 6 über die Abstandhalter
3' nach unten über.
[0015] Durch den Überstand 8 des Leitschienenbandes 4 kann sich das Leitschienenband 4 bei
einem Aufprall eines Personenkraftwagens, wie in Fig. 3 gezeigt, mit seinem vom Personenkraftwagen
zuerst erfassten, unteren Bereich 8 ohne durch Abstandhalter 3 behindert zu sein,
frei nach hinten (im wesentlichen von der Fahrbahn weg) verformen und dämpft so den
Anprall. So ergeben sich bei einem Aufprall gegen die Leiteinrichtung 1 für den oder
die Insassen des Personenkraftwagens geringere Belastungen. Erst wenn der Verformungsweg
des unteren, über die Abstandhalter 3 überstehenden Bereiches 8 des Leitschienenbandes
4 erschöpft ist, wird der obere Bereich des Leitschienenbandes 4, wie dies für Leiteinrichtungen
1 üblich ist, belastet und verformt, wobei sich zunächst als Dämpfung dienenden Abstandhalter
3 verformen werden. Insgesamt ergibt sich somit ein "sanfteres" Auffangen von Fahrzeugen,
insbesondere Personenkraftwagen, wenn die Leiteinrichtung 1, wie erfindungsgemäß vorgeschlagen,
ausgebildet ist.
[0016] Zusammenfassend kann ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt beschrieben
werden:
[0017] Bei einer Leiteinrichtung 1 ist ein Leitschienenband 4 an Abstandhaltern 3, die ihrerseits
an Stehern 2 befestigt sind, so befestigt, dass der untere Bereich 8 des Leitschienenbandes
4 über die Abstandhalter 3 nach unten übersteht, wogegen der obere Rand des Leitschienenbandes
4 mit den oberen Enden der Abstandhalter 3 im wesentlichen fluchtet. So kann sich
dieser untere Bereich 8 bei einem Aufprall eines Personenkraftwagens ohne durch Abstandhalter
3 behindert zu werden, in Richtung auf die Steher 2 hin verformen und dämpft so den
Anprall besser als bei einer Leiteinrichtung, bei welcher die Abstandhalter 3 die
gesamte Höhe des Leitschienenbandes 4 einnehmen.
1. Leiteinrichtung (1), bestehend aus Stehern (2), Abstandhaltern (3) und wenigstens
einem Leitschienenband (4), das über die Abstandhalter (3) an den Stehern (2) befestigt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitschienenband (4) nach unten über die Abstandhalter (3; 3') überstehend an
den Abstandhaltern (3) befestigt ist.
2. Leiteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitschienenband (4) an den Abstandhaltern (3, 3') asymmetrisch befestigt ist.
3. Leiteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitschienenband (4) lediglich nach unten über die Abstandhalter (3) überstehend
an den Abstandhaltern (3) befestigt ist.
4. Leiteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitschienenband (4) von der Fahrbahn aus gesehen zwei konvexe Bereiche (7) und
einen konkaven Bereich (6) aufweist, und dass das Leitschienenband (4) mit seinem
unteren konvexen Bereich (7) über die Abstandhalter (3) nach unten übersteht.
5. Leiteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitschienenband (4) von der Fahrbahn aus gesehen zwei konvexe Bereiche (7) und
einen konkaven Bereich (6) aufweist, und dass das Leitschienenband (4) mit seinem
unteren konvexen Bereich (7) und mit seinem konkaven Bereich (6) über die Abstandhalter
(3') nach unten übersteht.
6. Leiteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Längsrand des Leitschienenbandes (4) mit den oberen Enden der Abstandhalter
(3; 3') im wesentlichen fluchtend angeordnet ist.
7. Leiteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter (3) als Dämpfungselemente dienende, verformbare Zwischenstücke
sind.