Geblet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Abstützelement für einen Ventiltrieb einer
Brennkraftmaschine, mit einem hohlzylindrischen Gehäuse, welches mit seinem Außenmantel
in eine Aufnahme eines Zylinderkopfes der Brennkraftmaschine einbaubar ist und in
seiner Bohrung einen axial beweglichen Druckkolben aufnimmt, welcher Druckkolben mit
seinem Kopf einen Rand des Gehäuses überragt, wobei zwischen einer dem Kopf abgewandten
Stirnfläche des Druckkolbens und einer Unterseite des Gehäuses ein Hochdruckraum für
das Hydraulikmittel gebildet ist, der durch ein sich in Richtung zu diesem öffnendes
und an der Stirnfläche befestigtes Rückschlagventil verschließbar ist, wobei der Hochdruckraum
aus einem vom Druckkolben eingeschlossenen Vorratsraum über das Rückschlagventil mit
Hydraulikmittel gespeist ist und wobei das Gehäuse wenigstens einen Radialdurchtritt
für das Hydraulikmittel aus dem Zylinderkopf hat, der radial innen mit zumindest einem
axial darüber liegenden Durchlass im Druckkolben in dessen Vorratsraum in Fluidverbindung
steht.
[0002] Ein derartiges Abstützelement ist aus der DE 195 07 240 A1 vorbekannt. Das Hydraulikmittel
wird direkt aus dem Durchlass im Druckkolben in den Vorratsraum, oberhalb von der
Stirnfläche des Druckkolbens mit dem Rückschlagventil, geleitet. In der Praxis hat
sich gezeigt, dass bei einem derartigen Abstützelement einfach gesagt zuviel Luftblasen
und Ölschaum im Vorratsraum akkumuliert, so dass diese bzw. dieser unerwünscht während
des Spielausgleichvorganges in den Hochdruckraum gesaugt werden. Dies führt zu einer
unerwünschten Kompressibilität des Hochdruckraumes, so dass bei Nockenhub nicht der
vorbestimmte Gaswechselquerschnitt zur Verfügung steht. Durch das direkte Einströmen
des Hydraulikmittels in den Vorratsraum des Druckkolbens wird die darin schon akkumulierte
Menge an Hydraulikmittel stets neu verwirbelt und somit, obwohl ggf. schon entgast
bzw. "beruhigt", erneut mit Luftblasen bzw. Ölschaum vermischt.
Aufgabe der Erfindung
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Abstützelement der vorgenannten Art zu schaffen,
bei welchem die zitierten Nachteile mit einfachen Mitteln beseitigt sind.
Lösung der Aufgabe
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass
a) einerseits durch Schottmittel eine zumindest unmittelbar vor dem Rückschlagventil
befindliche Teilmenge an Hydraulikmittel von über den Durchlass eintretendem Hydraulikmittel
separiert ist und dass
b) andererseits axial oberhalb des Durchlasses, jedoch innerhalb des Gehäuses, der
Druckkolben wenigstens eine Entlüftungsbohrung hat.
[0005] Genau durch eine Kombination der eben genannten Maßnahmen sind die eingangs beschriebenen
Nachteile wirkungsvoll vermieden. Es ist durch das vorzugsweise als Umlenkhülse ausgebildete
Schottmittel einerseits vor dem Rückschlagventil ein sogenannter Tot- bzw. Ruheraum
für das Hydraulikmittel dargestellt. Neu einströmende Luftblasen bzw. Ölsschaum können
nicht mehr das vor dem Rückschlagventil liegende und schon "beruhigte" Hydraulikmittel
neu verwirbeln und beeinflussen. Eine Teilmenge an Luftblasen und Ölschaum kann somit
relativ ungestört aus der Umlenkhülse entgegen der Schwerkraftrichtung nach oben entweichen.
Ein weiterer Betrag von unerwünschter Luft im Hydraulikmittelstrom wird schon vor
dem eigentlichen Eintritt in das Innere der Umlenkhülse über die axial oberhalb des
Durchlasses im Druckkolben liegende wenigstens eine Entlüftungsbohrung ins Freie geleitet.
Genau dieser kombinatorische Effekt (Umlenkblech + Entlüftungsbohrung) führt dazu,
dass der Hochdruckraum weitestgehend inkompressibel bleibt, da die unerwünschten Luftbestandteile
dort nicht mehr angesaugt werden.
[0006] Vorzugsweise sollen zwei sich diametral gegenüber liegende Entlüftungsbohrungen appliziert
werden, so dass auch bei einem Schrägeinbau des hydraulischen Abstützelementes stets
garantiert ist, dass zumindest eine Entlüftungsbohrung in Schwerkraftrichtung gesehen
relativ weit oben liegt.
[0007] Anstelle der allumlaufenden Umlenkhülse als Schottmittel können auch andere Mittel
vorgesehen sein. So sind auch einfache, in Fließrichtung hinter dem Durchlass im Druckkolben
liegende, Prallbleche oder ähnliches für das Hydraulikmittel vorgesehen, so dass zumindest
ein direktes Auftreffen des Hydraulikmittelstroms mit dem vor dem Rückschlagventil
befindlichen und schon "beruhigten" Hydraulikmittel vermieden ist.
[0008] Zwar kann als Steigpfad für das Hydraulikmittel am Innenmantel des Druckkolbens ein
Kanal vorgesehen werden. Zweckmäßiger ist es jedoch, hier einen umlaufenden Ringkanal
anzuordnen, so dass eine relativ große Hydraulikmittelmenge im Abstützelement angehäuft
werden kann.
[0009] Eine einfache Maßnahme einer Befestigung der Umlenkhülse am Innenmantel des Druckkolbens
ist Gegenstand eines weiteren Unteranspruchs. Somit kann diese beispielsweise durch
Einschnappen oder Klipsen am Innenmantel des Druckkolbens befestigt werden. Alternativ
hierzu bieten sich Maßnahmen wie Schweißen, Kleben, Löten o. ä. an. Vorzugsweise soll
die Umlenkhülse aus einem Leichtbauwerkstoff wie Blech bestehen. Denkbar ist jedoch
auch eine Kunststoffausbildung.
[0010] Die Ringnut im Außenmantel des Druckkolbens mit dem Durchlass lässt sich recht einfach
fertigen. Somit erübrigt sich eine Verdrehsicherung und Lagezuordnung des Durchlasses
zum Radialdurchtritt.
[0011] Zweckmäßigerweise hat das Gehäuse eine topfartige Geometrie und ist im Bereich seiner
Unterseite durch einen Boden verschlossen. Es kann jedoch auch offen ausgebildet werden,
so dass dann der Hochdruckraum an einer Seite durch einen Grund der Bohrung des Zylinderkopfes
begrenzt ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0012] Die Erfindung ist zweckmäßigerweise anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
die einzige Figur in einem Längsschnitt ein hydraulisches Abstützelement mit den erfindungsgemäßen
Maßnahmen.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnung
[0013] Die Figur offenbart ein hydraulisches Abstützelement 1, so wie es der Fachwelt von
seinem Aufbau und der Wirkungsweise her an sich bekannt ist.
[0014] Das Abstützelement 1 hat ein hohlzylindrisches Gehäuse 2. Dieses verläuft über seinen
Außenmantel 3 ortsfest in einer nicht dargestellten Aufnahme eines Zylinderkopfes
der Brennkraftmaschine. Hierbei ist auch an einen Schrägeinbau gedacht. In einer Bohrung
4 des Gehäuses 2 ist axial beweglich hierzu ein Druckkolben 5 dünnwandiger Bauart
aufgenommen. Dieser Druckkolben 5 überragt mit seinem Kopf 6 einen Rand 7 des Gehäuses
2.
[0015] Zwischen einer dem Kopf 6 abgewandten Stirnfläche 8 (hier eine Ringfläche) des Druckkolbens
5 und einer Unterseite 9 des Gehäuses 2 ist ein Hochdruckraum 10 für das Hydraulikmittel
generiert. An einer Unterseite der Stirnfläche 8 verläuft ein Rückschlagventil 11,
dessen Ventilkörper in Richtung zur Stirnfläche 8 angefedert ist.
[0016] Axial oberhalb der Stirnfläche 8 ist vom Druckkolben 5 ein Vorratsraum 12 für Hydraulikmittel
eingeschlossen. Somit wird der Hochdruckraum 10 aus dem Vorratsraum 12 über das Rückschlagventil
11 bedarfsweise mit Hydraulikmittel versorgt.
[0017] Zudem kann sich der Fachmann der Figur entnehmen, dass das Gehäuse 2 von einem Radialdurchtritt
13 für das Hydraulikmittel durchdrungen ist. Dieser kommuniziert mit einer Zuleitung
für das Hydraulikmittel im Zylinderkopf. Vom Radialdurchtritt 13 wird das Hydraulikmittel
weiter in eine Ringnut 20 im Außenmantel 21 des Druckkolbens 5 geleitet. Diese Ringnut
20 liegt axial oberhalb des Radialdurchtritts 13 und hat zumindest einen Durchlass
14 in das Innere des Druckkolbens 5.
[0018] Gleichzeitig ist axial unterhalb des Durchlasses 14 am Innenmantel 17 ein Schottmittel
15 befestigt. Dieses ist hier als Umlenkhülse 15a ausgebildet. Somit ist, ausgehend
vom Durchlass 14, ein ringförmiger Steigpfad 18 nach dem Durchlass 14 für das Hydraulikmittel
gebildet.
[0019] Im Bereich des Kopfes 6, an welchem das Ende eines Schlepphebels aufliegt, wird das
Hydraulikmittel in einen von der Umlenkhülse 15a eingeschlossenen Innenraum 19 geleitet.
Somit stellt dieser Innenraum 19 den eigentlichen Vorratsraum 12 des Druckkolbens
5 dar. Von diesem Innenraum 19 erfolgt, in an sich bekannter Art und Weise, eine Weiterleitung
des Hydraulikmittels über das Rückschlagventil 11 in den Hochdruckraum 10.
[0020] Zudem ist zu erkennen, dass axial oberhalb des Durchlasses 14, jedoch unterhalb des
Randes 7, zwei sich diametral gegenüber liegende Entlüftungsbohrungen 16 angeordnet.
Diese liegen somit im Bereich des Steigpfades 18.
[0021] Genau wegen des Einsatzes der Umlenkhülse 15a als Schottmittel 15, in Verbindung
mit den vorgenannten Entlüftungsbohrungen 16, kommt es zu dem hervorragenden kombinatorischen
Effekt, dass der Hochdruckraum 10 weitestgehend von Ölschaum und Luftblasen frei bleibt
und das Abstützelement 1 somit bei Nockenhub nicht unerwünscht kompressibel wird.
[0022] Nach dem Einströmen des Hydraulikmittels über den Durchlass 14 im Druckkolben 5 wird
schon ein erstes Quantum an Luft über die Entlüftungsbohrungen 16 mittelbar ins Freie
geleitet. Gleichzeitig liegt das unmittelbar oberhalb vom Rückschlagventil 11 akkumulierte
Hydraulikmittel relativ beruhigt innerhalb der Umlenkhülse 15a vor. Dies rührt daher,
dass es nicht mehr durch am Radialdurchtritt 13 einströmendes Hydraulikmittel verwirbelt
und somit beeinflusst wird. Sollte das über den Steigpfad 18 in den Innenraum 19 der
Umlenkhülse 15a geleitete Hydraulikmittel noch Luftblasen oder gelöste Luft aufweisen,
so steigt die Luft peu ä peu nach oben und beeinflusst nicht das relativ "ruhig" vorliegende
Hydraulikmittel unmittelbar vor dem Rückschlagventil 11.
Liste der Bezugszahlen
[0023]
- 1
- Abstützelement
- 2
- Gehäuse
- 3
- Außenmantel
- 4
- Bohrung
- 5
- Druckkolben
- 6
- Kopf
- 7
- Rand
- 8
- Stirnfläche
- 9
- Unterseite
- 10
- Hochdruckraum
- 11
- Rückschlagventil
- 12
- Vorratsraum
- 13
- Radialdurchtritt
- 14
- Durchlass
- 15
- Schottmittel
- 15a
- Umlenkhülse
- 16
- Entlüftungsbohrung
- 17
- Innenmantel
- 18
- Steigpfad
- 19
- Innenraum
- 20
- Ringnut
- 21
- Außenmantel
1. Hydraulisches Abstützelement (1) für einen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, mit
einem hohlzylindrischen Gehäuse (2), welches mit seinem Außenmantel (3) in eine Aufnahme
eines Zylinderkopfes der Brennkraftmaschine einbaubar ist und in seiner Bohrung (4)
einen axial beweglichen Druckkolben (5) aufnimmt, welcher Druckkolben (5) mit seinem
Kopf (6) einen Rand (7) des Gehäuses (2) überragt, wobei zwischen einer dem Kopf (6)
abgewandten Stirnfläche (8) des Druckkolbens (5) und einer Unterseite (9) des Gehäuses
(2) ein Hochdruckraum (10) für das Hydraulikmittel gebildet ist, der durch ein sich
in Richtung zu diesem öffnendes und an der Stirnfläche (8) befestigtes Rückschlagventil
(11) verschließbar ist, wobei der Hochdruckraum (10) aus einem vom Druckkolben (5)
eingeschlossenen Vorratsraum (12) über das Rückschlagventil (11) mit Hydraulikmittel
gespeist ist und wobei das Gehäuse (2) wenigstens einen Radialdurchtritt (13) für
das Hydraulikmittel aus dem Zylinderkopf hat, der radial innen mit zumindest einem
axial darüber liegenden Durchlass (14) im Druckkolben (5) in dessen Vorratsraum (12)
in Fluidverbindung steht,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) einerseits durch Schottmittel (15) eine zumindest unmittelbar vor dem Rückschlagventil
(11) befindliche Teilmenge an Hydraulikmittel von über den Durchlass (14) eintretendem
Hydraulikmittel separiert ist und dass
b) andererseits axial oberhalb des Durchlasses (14), jedoch innerhalb des Gehäuses
(2), der Druckkolben (5) wenigstens eine Entlüftungsbohrung (16) hat.
2. Abstützelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Entlüftungsbohrungen (16) im Druckkolben (5) vorgesehen sind, welche
umfangsmäßig gleichverteilt vorliegen.
3. Abstützelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schottmittel (15) als Umlenkhülse (15a) für das Hydraulikmittel ausgebildet ist,
die axial unterhalb des Durchlasses (14) an einem Innenmantel (17) des Druckkolbens
(5) dicht befestigt ist und sich bis in die Nähe dessen Kopfes (6) erstreckt, wobei
zwischen der Umlenkhülse (15a) und einem Innnenmantel (17) des Druckkolbens (5) ein
Steigpfad (18) für das Hydraulikmittel besteht, welches Hydraulikmittel im Bereich
des Kopfes (6) in einen den eigentlichen Vorratsraum (12) bildenden Innenraum (19)
der Umlenkhülse (15a) zur dessen unmittelbarer Akkumulation vor dem Rückschlagventil
(11) geleitet ist.
4. Abstützelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkhülse (15a) als dünnwandiges Leichtbauteil wie als Blechteil hergestellt
und am Innenmantel (17) des Druckkolbens (5) durch ein Verfahren wie Einschnappen,
Schweißen oder Kleben befestigt ist.
5. Abstützelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Steigpfad (18) als umlaufender Ringkanal ausgebildet ist.
6. Abstützelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchlass (14) im Druckkolben (5) in einer Ringnut (20) im Außenmantel (21) des
Druckkolbens (5) liegt.