Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft beidseitig bedruckte Flächengebilde, insbesondere Plakate,
Verfahren zu deren Herstellung sowie Vitrinen, enthaltend solche Flächengebilde.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, Plakate beidseitig (Vorderseite vierfarbig, Rückseite dreifarbig
ohne Schwarz) zu bedrucken, um bei Hinterleuchtung, beispielsweise bei Dunkelheit
in beleuchteten Vitrinen, dennoch einen intensiven Farbeindruck der Plakate zu erzielen.
Plakate für solche Verwendungszwecke weisen auf der Rückseite das identische, aber
gespiegelte Motiv der Vorderseite auf. Beide Plakatseiten sind mit demselben Druckverfahren,
beispielsweise Offsetdruck, bedruckt.
[0003] Ferner ist es bekannt, die Rückseite von Plakaten unter anderem aus Kostengründen
zwar mit demselben Motiv, jedoch mit einem anderen Druckverfahren, beispielsweise
Siebdruck, zu bedrucken.
[0004] Die nach den herkömmlichen Verfahren hergestellten beidseitig bedruckten Plakate
weisen nachfolgende Defizite auf. Die Farbintensität bei Hinterleuchtung ist nicht
so hoch wie bei Tageslicht. Außerdem ist es nicht möglich, die Anmutung der Plakate
auf die speziellen Bedürfnisse bei reduzierten Lichtverhältnissen anzupassen. Details
der Motivwiedergabe können beispielsweise nicht hervorgehoben werden, um eine gute
Wahrnehmbarkeit der Motive bei reduzierten Lichtverhältnissen zu ermöglichen oder
ein unterschiedliches Erscheinungsbild bei normalen und reduzierten Lichtverhältnissen
jedoch in Kombination mit Hinterleuchtung zu erzielen.
Aufgabe der Erfindung
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die oben beschriebenen Nachteile
des Standes der Technik zu überwinden und verbesserte, beidseitig bedruckte Plakate
bereit zu stellen.
Detaillierte Beschreibung
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein beidseitig bedrucktes Flächengebilde,
insbesondere Plakat, mit einer dem Betrachter zugewandten Vorderseite und einer vom
Betrachter abgewandten Rückseite gelöst, wobei die Vorderseite eine oder mehrere Darstellungen
in Farbdruck, gebildet aus den Grundfarben Zyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y), gegebenenfalls
ergänzt durch Schwarz (S), aufweist, wobei auf der Rückseite mindestens eine der Darstellungen
der Vorderseite in gespiegelter, jedoch unvollständiger Form oder unvollständiger/n
Form und Farben (C, M, Y, S) wiedergegeben ist.
[0007] Unter Darstellungen im Sinne der vorliegenden Erfindung werden einzelne Elemente
oder Motive des Gesamtbildes wie Personen, Tiere, Hintergrundelemente, Schriftzüge
und Logos verstanden.
[0008] Die unvollständige Wiedergabe einzelner Darstellungen auf der Rückseite wird dadurch
erzielt, dass die Farbe der Darstellung in dem unvollständig wiederzugebenden Bereich
identisch mit der Farbe der direkten Umgebung dieses Bereichs ist, so dass im Umfang
der Farbidentität bei der Betrachtung der Rückseite die Kontur der Darstellungen nicht
mehr zu erkennen ist (durch Hinzufügen von beispielsweise schwarzer Begrenzungslinien
kann die Kontur wieder hinzugefügt werden, falls gewünscht). Vorzugsweise wird die
Farbidentität durch einen Rot-Ton gebildet, der sich vorzugsweise über mindestens
ca. 50%, besonders bevorzugt über mindestens ca. 75% oder mindestens ca. 90% der Rückseite
erstreckt. Von den Darstellungen (vorzugsweise alle oder fast alle) auf der Vorderseite
werden vorzugsweise auf der Rückseite die Farben weitgehend (vorzugsweise größer ca.
80%, insbesondere größer ca. 90%, besonders bevorzugt größer ca. 95%) mit Ausnahme
von Schwarz durch den einheitlichen, vorzugsweise roten Farbton, ersetzt.
[0009] Durch die Hinterleuchtung werden die unvollständigen, gegebenenfalls farblich reduzierten
Darstellungen der Rückseite mit den entsprechenden vollständigen, vollfarbigen Darstellungen
der Vorderseite überlagert und ergeben für den Betrachter ein einheitliches Gesamtbild.
Dieses Gesamtbild ist jedoch im Unterschied zur Betrachtung bei Tageslicht in Details
stark betont, und zwar in genau diesen Details, die auf der Rückseite bei den entsprechenden
Darstellungen durch dunkle Farben, insbesondere Schwarz abgebildet sind. D.h. Vorder-
und Rückseite zeigen unterschiedliche Gesamtbilder, da die Darstellung(en) der Vorderseite
nur teilweise, dann jedoch an denselben Positionen, auf der Rückseite zu sehen sind.
Daher erkennt der Betrachter auch nicht automatisch die Darstellung(en) der Vorderseite
beim Ansehen der Rückseite. Überraschenderweise nimmt der Betrachter aber bei Hinterleuchtung
des Flächengebildes trotz der im Gegensatz zum Stand der Technik nur teilweisen vorhandenen
Darstellungen auf der Rückseite ein vollständiges Bild der Darstellungen auf der Vorderseite
wahr. Zu den einzelnen Darstellungen, die auf die Vorderseiten der erfindungsgemäßen
Flächengebilde vollständig aufgebracht werden können, zählen unter anderem Motive
wie Tiere, Personen und Fahrzeuge, Hintergrundelemente wie Landschaften oder Himmelsabbildungen,
Schriftzüge wie Slogans oder Marken und Logos wie Firmen- oder Produktlogos. Auf der
Rückseite befinden sich Teile der gleichen Darstellungen, aber in jedem Falle abgeleitet
vom Spiegelbild der entsprechenden Darstellung der Vorderseite.
[0010] Die Erfindung wird vorteilhaft durch die Verwendung schwarzer Farbe für die unvollständigen
Darstellungen auf der Rückseite weiter entwickelt. Bei Bedarf können zusätzlich ein
oder zwei weitere Farben, beispielsweise gelb, blau, rot oder grün, verwendet werden.
Die bevorzugte schwarze Farbe unterstützt die Betonung einzelner Details beim verschmolzenen
Gesamtbild bei Hinterleuchtung. Die zusätzliche Verwendung beispielsweise gelber Farbe
in anderen Details der unvollständigen Darstellungen auf der Rückseite führt beim
Verschmelzen dazu, dass die Darstellungen auf der Vorderseite, die bevorzugt an denselben
Stellen gelbe Farbe aufweisen, durch die Hinterleuchtung stärker betont werden.
[0011] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn für die vollständigen Darstellungen der Vorderseite
und die Abbildung der auf der Rückseite fehlenden Teile der mindestens einen Darstellung
der Vorderseite jeweils andere Farbtypen verwendet werden. Insbesondere bietet es
sich an, die Vorderseite mit üblichen (transluzenten) Rasterfarben im Farbdruck zu
bedrucken und die Rückseite mit einer oder mehreren üblichen Strichfarben flächig
zu ergänzen. Die Verwendung solcher Strichfarben führt überraschenderweise dazu, dass
das durch Hinterleuchtung aus Verschmelzung der Vorder- und Rückseite entstandene
Gesamtbild eine komplett andere Anmutung aufweist, als das Gesamtbild, welches bei
Tageslicht durch die Betrachtung der Vorderseite entsteht. Dabei ist es besonders
vorteilhaft, wenn die Transparenz (Transluzenz) der Strichfarben auf dem Flächengebilde
deutlich, beispielsweise mehr als ca. 50%, vorzugsweise mehr als ca. 100%, insbesondere
mehr als ca. 500%, ganz besonders bevorzugt mehr als ca. 700% niedriger ist, als die
der Rasterfarben auf dem Flächengebilde, jeweils gemessen an den sich entsprechenden
Positionen der Vorder- und Rückseite. Beispielsweise und bevorzugt kann als Strichfarbe
eine auf der Vorderseite nicht flächig verwendete Farbe wie ein intensives Rot aufgebracht
werden, wodurch die Darstellungen der Vorderseite bei Hinterleuchtung in eine unterschiedliche
Stimmung eingetaucht werden. Auch ist es denkbar, andere Farbtöne wie Warnfarbtöne
als Strichfarben zu verwenden, womit bei Hinterleuchtung dem Betrachter Warnbotschaften
vermittelt werden können. Werden als Strichfarben der Vorderseite entnommene Farbtöne
verwendet, kommt es zu einer generellen Betonung der Darstellungen der Vorderseite
im verschmolzenen Gesamtbild bei Hinterleuchtung.
[0012] Ferner ist es vorteilhaft, die Vorderseite und Rückseite der Flächengebilde mit unterschiedlichen
Druckverfahren zu bedrucken. Beispielsweise kann die Vorderseite mit Offsetdruck und
die Rückseite mit Siebdruck bedruckt werden. Durch die Kombination unterschiedlicher
Druckverfahren können die oben beschriebenen Effekte weiter verbessert werden. Insbesondere
erlaubt es der Siebdruck, die Strichfarben in einem Arbeitsgang kostengünstig, flächig
und mit hoher Farbdichte aufzutragen.
[0013] Daher ist es weiterhin eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung, wenn die Farbdichte
der Darstellungen auf der Rückseite höher ist, bevorzugt zwischen 5- und 10-fach,
besonders bevorzugt zwischen 6- und 8-fach höher, als die Farbdichte der Darstellungen
auf der Vorderseite. Durch die höhere Farbdichte werden die oben beschriebenen Effekte
nochmals verstärkt und die verwendeten Farbtöne der Strichfarben werden intensiv bei
Hinterleuchtung auf die Vorderseite transportiert, überraschenderweise jedoch ohne
die Darstellungen der Vorderseite durch Überlagerung unkenntlich zu machen. Insbesondere
kann die Farbdichte der Darstellungen auf der Rückseite zwischen ca. 5 und ca. 50
g/m
2, bevorzugt ca. 20 und ca. 40 g/m
2, besonders bevorzugt ca. 30 g/m
2 betragen. Insbesondere kann die Farbdichte der Darstellungen auf der Vorderseite
zwischen ca. 1 und ca. 5 g/m
2, bevorzugt ca. 2 und ca. 4 g/m
2, besonders bevorzugt ca. 3 bis ca. 4 g/m
2 betragen.
[0014] Die üblicherweise für die Bedruckung der erfindungsgemäßen Flächengebilde verwendeten
Druckverfahren sind - gemäß Römpp-Lexikon Lacke und Druckfarben, 10. Auflage, Thieme-Verlag
1998, Stichwort "Druckverfahren" einschließlich der darin enthaltenen Verweise - Flachdruckverfahren,
beispielsweise Offsetdruck oder Steindruck, sowie Durchdruckverfahren, beispielsweise
Siebdruck. Daneben existieren unter anderem Hochdruckverfahren, beispielsweise Buchdruck
oder Flexodruck, und Tiefdruckverfahren, beispielsweise Rakeltiefdruck oder Stahlstich-
oder Linientiefdruck.
[0015] Die Rückseiten der erfindungsgemäßen Flächengebilde weisen wie oben erwähnt mindestens
eine der Darstellungen der Vorderseite, diese jedoch unvollständig, auf. Es können
aber auf der Rückseite auch Darstellungen enthalten sein, die auf der Vorderseite
komplett nicht vorhanden sind. Durch Hinterleuchtung werden dann die Darstellungen
der Rückseite mit denjenigen der Vorderseite kombiniert und ergeben für den Betrachter
ein einheitliches Gesamtbild. Die Wahrnehmung der Darstellungen auf dem Plakat durch
den Betrachter ist damit bei normalen Lichtverhältnissen, z.B. bei Tageslicht, unterschiedlich
gegenüber der Wahrnehmung bei Dunkelheit und Hinterleuchtung des Plakats (je dunkler,
desto intensiver die Wirkung der hinterdruckten Farben). Andererseits können bestimmte
Teile der Darstellungen auf der Vorderseite auf der Rückseite nicht wiederholt werden,
womit unbedruckte Bereiche auf der Rückseite vorhanden sind. Bei der Hinterleuchtung
wird das im Wesentlichen ungeschwächte Licht an der betreffenden Stelle auf die Vorderseite
transportiert und dadurch im Gesamtbild eine sehr stark betonte, helle und strahlende
Stelle erzeugt. Diese Effekte sind für die Darstellung von Einzelmotiven wie Sternen,
Lichtquellen, brennenden Zigaretten oder auch Schriftzügen geeignet.
[0016] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner eine Vitrine, die mindestens eines
der erfindungsgemäßen Flächengebilde, bevorzugt Plakate, sowie mindestens eine Lichtquelle
zur Hinterleuchtung enthält. Unter Vitrinen wird beispielsweise jede Art von Vorrichtung
verstanden, die die gegen Umwelteinflüsse im wesentlichen geschützte Aufbewahrung
mindestens eines Plakates zum Zwecke der Wahrnehmung durch potentielle Verbraucher
zusammen mit mindestens einer Lichtquelle ermöglicht. Insbesondere sind die beispielsweise
an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel verwendeten Glasvitrinen darunter zu verstehen.
[0017] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung beidseitig
bedruckter Flächengebilde, bevorzugt Plakate. Hierbei werden auf die Vorderseite eine
oder mehrere Darstellungen im Farbdruck, gebildet aus den Grundfarben Zyan (C), Magenta
(M) und Gelb (Y), vorzugsweise ergänzt durch Schwarz (S), aufgebracht. Auf die Rückseite
wird mindestens eine der Darstellungen der Vorderseite in gespiegelter, jedoch unvollständiger
Form oder unvollständiger/n Form und Farben (C, M, Y, S) aufgebracht.
[0018] Unter Flächengebilde im Sinne der vorliegenden Erfindung werden Träger verstanden,
die auf der Vorder- und Rückseite mit Farbe bedruckt werden können, insbesondere Plakate,
Kupons, Speisekarten und andere Werbemittel. Diese können beispielsweise aus Papier,
Film- oder Folienmaterialien wie Polyethylen, Polypropylen, beschichtetem oder unbeschichtetem
Glas, Kunststoffen wie Hart-PVC, Polystyrol oder Polycarbonat oder auch Keramik bestehen.
[0019] Als Träger im Rahmen dieser Erfindung bevorzugt sind wolken- und schlierenfreie,
doppelt-matt gestrichene Plakatpapiere in einer Größe von ca. 50 bis ca. 120 x ca.
70 bis ca. 180 cm und mit einem Flächengewicht zwischen ca. 100 und ca. 200 g/m
2, bevorzugt zwischen ca. 135 und ca. 170 g/m
2 und besonders bevorzugt zwischen ca. 135 und ca. 150 g/m
2. Die Plakate können flächig aufgestellt werden oder Nachbearbeitungsschritten wie
Falten oder Kleben unterworfen werden. Beispielsweise kann durch Falten und/oder Kleben
ein dreidimensionales, hohles Gebilde mit beispielsweise 3 bis 8 Seitenflächen erzeugt
werden, in dessen Mitte mindestens eine Lichtquelle platzierbar ist. Ebenso können
zwei gegenüberliegende Kanten des Plakats miteinander verbunden werden, um einen Hohlzylinder
zu erhalten. In dessen Mitte platziert man mindestens eine Lichtquelle, die bei reduzierten
Lichtverhältnissen das Plakat hinterleuchtet.
[0020] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass die Darstellung(en) der Vorderseite vollständig
auf der Rückseite von ihren Konturen her mit mindestens einer der Farben C, M, Y und
S wiedergegeben ist/sind, wobei dann jedoch die Rückseite in einer einheitlichen Farbe,
vorzugsweise flächig, bevorzugt mindestens ca. 50% und insbesondere mindestens ca.
75% der Gesamtfläche der Rückseite, gehalten ist. Diese einheitliche Farbe ist vorzugsweise
ein Rot-Ton, bevorzugt eine Strichfarbe mit den oben angegebenen Werten für Farbdichte
und Transmission.
[0021] Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele erläutert, ohne dass sie darauf
beschränkt werden soll.
Beispiel 1
[0022] Ein Plakat der Größe 117,5 x 178 cm bestehend aus wolken- und schlierenfreiem doppelt-matt
gestrichenem Papier mit einem Flächengewicht von 150 g/m
2 wird auf der Vorderseite mit einem Cowboy-Motiv nebst Hintergrund, Schriftzügen und
Logo über ein herkömmliches Offsetdruckverfahren im Farbdruck bedruckt. Auf die Rückseite
wird über ein herkömmliches Siebdruckverfahren Teile einer spiegelbildlichen Cowboy-Darstellung
der Vorderseite aufgedruckt. Dabei werden aber nur einzelne Bereiche des Cowboy-Motivs
mit schwarzer Farbe aufgebracht. Alle anderen Bereiche der Cowboydarstellung sowie
alle anderen Darstellungen der Vorderseite - mit Ausnahme der Schriftzüge - werden
mit einer kräftigen roten und gelben Strichfarbe gedruckt. Die durchschnittliche Farbdichte
der Gesamtdarstellung auf der Rückseite ist ca. 7-fach höher als die Farbdichte der
Gesamtdarstellung auf der Vorderseite.
[0023] Bei Tageslicht nimmt der Betrachter das Cowboy-Motiv in farbiger Darstellung wahr.
Bei der Hinterleuchtung in einer Vitrine verändert sich die Anmutung aber dahingehend,
dass derselbe Cowboy, jetzt aber in einer schemenhaften Darstellung wahrnehmbar ist,
eingetaucht in eine flächige, tiefrote, den nächtlichen Lichtverhältnisses angepasste
Anmutung, die durch die teilweise Betonung durch die schwarze Farbe der Rückseite
eine hervorragende Wahrnehmung dieses Motivs ermöglicht.
Beispiel 2
[0024] In Abwandlung des Beispiels 1 befindet sich auf der Rückseite des Plakates die Darstellung
des Vollmondes und zwar so, dass ein runder Bereich der Rückseite im Wesentlichen
nicht mit Farbe ausgefüllt ist.
[0025] Bei der Hinterleuchtung nimmt der Betrachter nun das zusammengesetzte, in seiner
Anmutung veränderte, Bild aus den Darstellungen der Vorderseite, nämlich dem Cowboy,
den entsprechenden Hintergründen und den Schriftzügen, sowie des Vollmondes wahr.
Bei Tageslicht werden also andere Darstellungen wahrgenommen, als bei Nacht mit Hinterleuchtung.
Tatsächlich wird in diesem Beispiel bei Tag betrachtet das Gesamtbild mit einem Tageindruck
und bei Nacht mit Hinterleuchtung betrachtet dasselbe Gesamtbild allerdings mit Nachteindruck,
nämlich mit einer Rotfärbung, wahrgenommen.
1. Beidseitig bedrucktes Flächengebilde, insbesondere Plakat, mit einer dem Betrachter
zugewandten Vorderseite und einer vom Betrachter abgewandten Rückseite, wobei die
Vorderseite eine oder mehrere Darstellungen in Farbdruck, gebildet aus den Grundfarben
Zyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y), gegebenenfalls ergänzt durch Schwarz (S), aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass auf der Rückseite mindestens eine der Darstellungen der Vorderseite in gespiegelter,
jedoch unvollständiger Form oder unvollständiger/n Form und Farben (C, M, Y, S) wiedergegeben
ist.
2. Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die teilweise Wiedergabe der mindestens einen Darstellung der Vorderseite mit Schwarz,
gegebenenfalls ergänzt durch ein oder zwei weitere Farben, erfolgt.
3. Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Darstellungen auf der Vorderseite mit Rasterfarben aufgebracht sind und die auf
der Rückseite fehlenden Teile der mindestens einen Darstellung der Vorderseite mit
einer oder mehreren Strichfarben flächig ergänzt sind.
4. Flächengebilde nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Transparenz der Strichfarbe(n) niedriger ist als die Transparenz der Rasterfarbe(n),
jeweils gemessen auf dem fertig bedruckten Flächengebilde an den sich entsprechenden
Positionen der Vorder- und Rückseite.
5. Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es auf der Vorderseite mit einem Offsetdruckverfahren und auf der Rückseite mit einem
Siebdruckverfahren bedruckt ist.
6. Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbdichte der Darstellungen auf der Rückseite höher ist, bevorzugt zwischen
5- und 10-fach höher, als die Farbdichte der Darstellungen auf der Vorderseite.
7. Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es bei Betrachtung der Vorderseite mit und ohne Hinterleuchtung trotz der farblich
reduzierten Bedruckung der Rückseite, gegebenenfalls mit Ausnahme von unbedruckten
Stellen der Rückseite, ein und dasselbe Gesamtbild ergibt.
8. Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Farben mindestens einer, vorzugsweise mehrerer direkt aneinander
angrenzender Darstellung(en) der Vorderseite auf der/n entsprechenden Position(en)
der Rückseite durch eine einzige Farbe, vorzugsweise einen Rot-Ton, ersetzt sind.
9. Vitrine, enthaltend mindestens ein Flächengebilde, bevorzugt Plakat nach einem der
Ansprüche 1 bis 8 sowie mindestens eine Lichtquelle.
10. Verfahren zur Herstellung eines beidseitig bedruckten Flächengebildes, bevorzugt Plakats,
wobei auf die Vorderseite eine oder mehrere Darstellungen in Farbdruck, gebildet aus
den Grundfarben Zyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y), gegebenenfalls ergänzt durch Schwarz,
aufgebracht werden, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Rückseite mindestens eine der Darstellungen der Vorderseite in gespiegelter,
jedoch unvollständiger Form oder unvollständiger/n Form und Farben (C, M, Y, S) aufgebracht
wird.