[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer strukturierten
Hartchromschicht auf einem Werkstück, dadurch erhältliche strukturierte Hartchromschichten
und einen Elektrolyt zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Elektrochemisch bzw. galvanisch abgeschiedene Chromschichten gelten seit vielen Jahren
als Stand der Technik bei funktionellen und dekorativen Einsatzgebieten und Anwendungen
zur Beschichtung von elektrisch leitenden und nicht leitenden Werkstücken.
[0003] Der Einsatz strukturierter elektrochemisch erzeugter Hartchromschichten hat in den
vergangenen Jahren und gerade in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Vor
allem der Einsatz funktioneller Strukturen zeigt einen starken Aufwärtstrend. Typische
Anwendungen finden sich bei der Beschichtung von Druckwalzen zu deren besseren Benetzung
mit Farbe, bei Walzen zum Prägen von Blechen, zur Verbesserung des Tiefziehprozesses
für die Autoindustrie und auch beim Lagern zum Schutz vor Verschleiß und der Verminderung
von Reibung.
[0004] Die nach dem Stand der Technik eingesetzten strukturierten Schichten weisen jedoch
alle einen ausgeprägten kugeligen Schichtaufbau auf. Die Größe der Kugelformen schwankt
zwischen weniger als 1 µm und mehreren µm. Der Bedeckungsgrad bzw. die Dichte des
sphärischen Schichtaufbaus ist je nach Verfahren mehr oder weniger variierbar.
[0005] So werden strukturierte Chromschichten nach DE 33 077 48 A1, DE 42 11 881 A1 und
DE 43 34 122 A1 durch Variation der elektrischen Gleichströme erzeugt, wobei der Aufbau
der Strukturen durch Variation von Stromrampen- und Stromimpulshöhen beeinflußt werden.
[0006] Nach DE 44 32 512 A1 werden ebenfalls sphärische Strukturen erzeugt. Hier werden
deren Wachstum jedoch über die Zugabe von Salzen der Elemente Selen oder Tellur zum
Verchromungselektrolyten ermöglicht.
[0007] Nach DE 19828545 C1 hat die Zugabe von 2-Hydroxyethansulfonationen zum Elektrolyten
in Kombination mit dessen Temperaturvariation und der Variation des angelegten elektrischen
Gleichstroms ebenfalls kugelige Strukturen zur Folge.
[0008] Alle diese aufgeführten strukturierten Chrombeschichtungen besitzen jedoch die gleiche,
mehr oder weniger stark ausgeprägte kugelige Charakteristik, die nicht für alle Anwendungen
geeignet ist. Die Schichten sind zum Teil ungleichmäßig ausgebildet und der Prozeß
zu deren Abscheidung unterliegt einigen nicht sicher zu kontrollierenden Mechanismen.
[0009] Aus der WO 02/38835 A1 ist ein Verfahren zur elektrolytischen Beschichtung von Werkstoffen
bekannt, wobei eine Chromlegierung aus einem Elektrolyten abgeschieden wird, der wenigstens
Chromsäure, Schwefelsäure, ein lsopolyanionen ausbildendes Metall, eine kurzkettige
aliphatische Sulfonsäure, deren Salz und/oder deren Halogenderivat und Fluoride enthält.
Die Ausbildung einer strukturierten Hartchromschicht wird in diesem Stand der Technik
nicht erwähnt.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
einer strukturierten Hartchromschicht bereitzustellen, das nicht die Nachteile des
Standes der Technik aufweist.
[0011] Erfindungsgemäß wird dies durch ein Verfahren zur Herstellung einer strukturierten
Hartchromschicht erreicht, wobei Chrom aus einem Elektrolyt auf einem Werkstück abgeschieden
wird, der enthält:
(a) Cr(VI)-Verbindung in einer Menge, die 50 g/l bis 600 g/l Chromsäureanhydrid entsprechen;
(b) 0,5 g/l bis 10 g/l Schwefelsäure;
(c) 1 g/l bis 20 g/l aliphatische Sulfonsäure mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen und
(d) 10 g/l bis 200 g/l mindestens einer einen dichten Kathodenfilm ausbildende Verbindung
ausgewählt unter Ammonium-, Alkali- und Erdalkalimolybdat, Ammonium-, Alkali- und
Erdalkalivanadat und Ammonium-, Alkali- und Erdalkalizirkonat,
wobei mit einer Rathodischen Stromausbeute von 12% oder weigher gearbeitet wird.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren ist bestens geeignet, um zur Herstellung strukturierter
Hartchromschichten angewandt zu werden.
[0013] Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird durch eine gezielte Beeinflussung des sich
bei der elektrochemischen Abscheidung von Metallen bildenden Kathodenfilms eine strukturierte
Hartchromschicht erhalten, wobei die Schicht näpfchenförmig und/oder labyrinthartig
und/oder säulenförmig ausgebildet ist.
[0014] Löst man Salze in Wasser, so dissoziieren sie in Kationen und Anionen. Diese dissoziierten
Ionen umgeben sich gleichzeitig mit einer Hydrathülle, d.h. es lagern sich Wassermoleküle
(als Dipole) um die Kationen bzw. Anionen an. Während der Hydratation wird die Ladungszahl
der Ionen nicht verändert. Beginnt nun ein hydratisiertes Metallion unter Stromeinfluß
zu wandem, so gerät es in der Nähe der Kathode in einen Grenzbereich zwischen Elektrolyt
und Kathode.
[0015] Dieser sogenannte Kathodenfilm befindet sich unmittelbar auf der Oberfläche des zu
beschichtenden Werkstücks, da das Werkstück elektrisch negativ geschaltet ist. In
dieser Phasengrenze werden die im Elektrolyten anwesenden Metallionen durch Aufnahme
von Elektronen, die von der Kathode vom elektrischen Strom angeboten werden, zunächst
ausgerichtet. Unmittelbar auf der Werkstückoberfläche unter der Diffusionszone befindet
sich eine elektrochemische Doppelschicht, auch "Helmholtzsche Doppelschicht" genannt.
Sie ist eine Bezeichnung für die etwa einige Atom- oder Molekülschichten dicke elektrisch
geladene Zone an der Grenzfläche Elektrolyt/Elektrode. Ihre Bildung ist von Ionen,
Elektronen oder gerichteten Dipolmolekülen abhängig. Sie ist auf der einen Seite positiv,
auf der anderen Seite negativ aufgeladen und verhält sich so wie ein Plattenkondensator
mit extrem niedrigem Plattenabstand. Das so entstandene Metallatom befindet sich nun
auf der Werkstückoberfläche. Sein Zustand ist aber noch nicht mit dem eines Atoms
im Metallinneren vergleichbar. Erst wenn eine sogenannte Wachstumsstelle vorhanden
ist, ordnen sich die entstandenen Atome in das vorhanden Metallgitter ein.
[0016] Üblicherweise werden die Abscheidebedingungen der Elektrolyte, wie chemische Zusammensetzung,
Temperatur, Hydrodynamik und elektrischer Strom, so gewählt, daß eine gleichmäßige
Bedeckung des Grundwerkstoffs mit dem abzuscheidenden Metall erfolgt. Dies bedeutet,
daß der Kathodenfilm durch diese Maßnahme so beeinflußt wird, daß seine Durchlässigkeit
für die anwesenden Ionen so gleichmäßig wie möglich ist.
[0017] Das Element Chrom liegt in wäßriger Lösung, im Vergleich zu den meisten elektrochemisch
abscheidbaren Elementen, als negativ geladenes Komplexion hauptsächlich als Hydrogendichromat
in stark saurer Lösung vor.
[0018] Das Chrom besitzt in diesem Komplex die Oxidationsstufe 6. Daneben sind in Elektrolyten
auch geringere Mengen an Chrom (III)-Verbindungen enthalten.
[0019] Elektrolysiert man eine solche wäßrige Lösung, so bildet sich auf der Kathode ein
fester Film, der eine Chromabscheidung verhindert. Es entsteht lediglich Wasserstoff,
der wegen seines kleinen Radius durch den festen Kathodenfilm hindurchtreten kann,
nicht aber die großen Hydrogendichromationen. Erst durch den Zusatz von Fremdanionen,
z.B. Sulfat und Chlorid, wird der Kathodenfilm für Chromionen durchlässig und es kommt
über verschiedene Oxidationsstufen zur Abscheidung des Chroms (siehe "Chemie für die
Galvanotechnik" Leutze Verlag, 2. Auflage, 1993).
[0020] Durch die Zugabe mindestens einer einen dichten Kathodenfilm ausbildenden Verbindungen
zum Elektrolyt wird die Bildung des Kathodenfilms so gesteuert, daß dieser durchlässig
für Chromionen wird, so daß sich zunächst eine sehr dichte Sperrschicht bildet, welche
dann je nach angelegter elektrischer Beschichtungsstromdichte durchschlägt und den
Metallaufbau unterschiedlicher Stärke bzw. Schichtdicke entstehen läßt. Auf diese
Weise werden strukturierte Chromschichten, die näpfchenförmig und/oder labyrinthartig
und/oder säulenförmig ausgebildet sind, erhalten.
[0021] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Chromschicht weist eine hohe Verschleiß-
und Korrosionsbeständigkeit, hervorragende Gleiteigenschaften und Freßbeständigkeit
sowie auch ein ästhetisch günstiges Aussehen auf, das kaum von einer anderen Beschichtung
erreicht wird. Durch die näpfchenförmig und/oder labyrinthartig und/oder säulenförmig
strukturierte Hartchromschicht kann sie für viele funktionelle oder auch dekorative
Anwendungen eingesetzt werden. So ist beispielsweise durch die spezielle Struktur
der Schicht ein besseres Aufnahmevermögen von Flüssigkeiten gewährleistet. Ferner
kann der Aufbau eines Gaspolsters ermöglicht sowie eine verbesserte Verankerungsmöglichkeit
für dort einzulagemde Stoffe, z.B. Kunststoffe, Farbstoffe, Metalle, Keramiken, elektronische
Bauelemente, körpereigenes Gewebe als lmplantatheschichtung, erreicht werden. Des
weiteren ermöglicht diese spezielle Struktur durch ihre Oberflächentopographie gezielte
optische Effekte, z.B. hohes Adsorptionsvermögen für Licht- und Wärmestrahlung beim
Einsatz von Solarkollektoren und auch dekorative Anwendungen im Designbereich.
[0022] Unter dem Ausdruck "Elektrolyt" im Sinne der vorliegenden Erfindung werden wäßrige
Lösungen verstanden, deren elektrische Leitfähigkeit durch elektrolytisch Dissoziation
in Ionen zustande kommt. Demzufolge weist der Elektrolyt neben den Komponenten (a)
bis (d) und gegebenenfalls weiter vorliegende Zusatzstoffe als Rest Wasser auf.
[0023] Die vorstehend angegebenen Mengen der Komponenten (a) bis (d) beziehen sich auf den
Elektrolyt.
[0024] Als Komponente (a) wird vorzugsweise CrO
3 eingesetzt, das sich für die elektrolytische Abscheidung von Chrom als besonders
günstig erwiesen hat.
[0025] Eine als Komponente (c) vorzugsweise eingesetzte aliphatische Sulfonsäure ist Methansulfonsäure.
Diese hat sich als besonders günstig für die Ausbildung der strukturierten Hartchromschichten
mit vorstehenden Eigenschaften erweisen.
[0026] Als Alkaliionen für die Komponente (d) können Li
+, Na
+ und K
+ eingesetzt werden. Beispiele für Erdalkaliionen sind Mg
2+ und Ca
2+. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Komponente (d) (NH
4)
6Mo
7O
24·4 H
2O, das sich als besonders günstig für die Ausbildung der strukturierten Hartchromschicht
mit vorstehenden Eigenschaften herausgestellt hat.
[0027] Der vorstehend näher bezeichnete Elektrolyt ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
im wesentlichen frei von Fluoriden. Dabei werden als Fluoride sowohl einfache als
komplexe Fluoride verstanden. Liegen im Elektrolyten Fluoride vor, so wird die Ausbildung
der strukturierten Hartchromschicht gestört. Der Ausdruck "im wesentlichen keine Fluoride"
bedeutet demzufolge, daß soviel Fluorid im Elektrolyten tolerabel ist, daß die Ausbildung
der strukturierten Hartchromschicht nicht beeinflußt wird. Die Menge der Fluoride,
die tolerabel sind, können vom Fachmann leicht ermittelt werden. Als günstig hat es
sich erwiesen, wenn nicht mehr als 0,1 g/l im Elektrolyt vorliegt.
[0028] Der Elektrolyt kann weiterhin übliche Katalysatoren, die die Chromabscheidung unterstützen,
wie SO
42- und/oder Cl
- enthalten. Diese können in üblichen Mengen im Elektrolyt vorliegen.
[0029] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden strukturierte Hartchromschichten, wie
sie vorstehend näher beschrieben wurden, auf Werkstücken ausgebildet. Unter dem Ausdruck
"Werkstück" werden dabei Gegenstände jeglicher Art verstanden, die mit einer strukturierten
Chromschicht ausgestattet werden sollen. Dabei kann es sich um metallische oder nicht
metallische Gegenstände handeln. Soll auf einen nicht metallischen Gegenstand eine
strukturierte Hartchromschicht ausgebildet werden, so wird dieser zunächst durch Aufbringen
eines dünnen Metallfilms elektrisch leitend gemacht.
[0030] Zur Ausbildung der strukturierten Hartchromschicht auf dem Werkstück wird dieses
kathodisch geschaltet und in den Elektrolyten eingetaucht. An das Werkstück wird ein
Gleichstrom, beispielsweise ein pulsierender Gleichstrom mit einer Frequenz bis 1000
Hz, angelegt. Die Temperatur für die Abscheidung des Chroms kann 45°C bis 95°C, insbesondere
etwa 55°C betragen. Die Zeitdauer der Abscheidung wird in Abhängigkeit von der gewünschten
Dicke der strukturierten Hartchromschicht gewählt, wobei die Schicht um so dicker
wird, je länger die Abscheidung erfolgt.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird mit einer Stromdichte
von 20 A/dm
2 bis 200 A/dm
2 gearbeitet. Dadurch werden besonders günstige Strukturen der Hartchromschicht erhalten.
Je höher die Stromdichte gewählt wird, desto dichter werden die hervorstehenden Bereiche
der strukturierten Hartchromschicht.
[0032] Die kathodische Stromausbeute bei der Herstellung der strukturierten Hartchromschicht
gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt bei 12% oder weniger. Ist die Stromausbeute
höher, wird die gewünschte Strukturierung der Hartchromschicht nicht erhalten.
[0033] Auf das Werkstück können mehrere Schichten aufgebracht werden, wobei sich die vorstehend
erwähnten strukturierten Hartchromschichten und Schichten, die aus herkömmlichen Elektrolyten
gebildet werden, wechselweise aufeinander abgeschieden werden können. Beispielsweise
kann auf ein Werkstück zunächst die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältliche
strukturierte Hartchromschicht und darauf eine Schicht ausgewählt unter einer herkömmlichen
Chromschicht, Schwarzchromschicht, Kupfer-, Nickel- oder Zinnschicht aufgebracht werden.
Ferner kann zunächst auf dem Werkstück eine herkömmliche Chrom-, Kupfer- und/oder
Nickelschicht aufgebracht werden und darauf die vorstehend näher beschriebene Hartchromschicht
abgeschieden werden.
[0034] Direkt auf die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältliche Hartchromschicht
können weitere, nicht chromhaltige Beschichtungen aufgebracht werden, wie Kupfer,
Nickel, Zinn, Zink, Keramik, Kunststoff, Festschmiermittel, Farbstoffe.
[0035] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist femer eine strukturierte Hartchromschicht,
wie sie nach dem vorstehend näher beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren erhältlich
ist.
[0036] Die strukturierten Hartchromschicht ist - im Gegensatz zu den Hartchromschichten
aus dem Stand der Technik, die einen ausgeprägten kugeligen Schichtaufbau aufweisen
- näpfchenförmig und/oder labyrinthartig und/oder säulenförmig ausgebildet. Die erfindungsgemäße
strukturierte Hartchromschicht weist die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren geschilderten Vorteile auf.
[0037] Die erfindungsgemäße strukturierte Hartchromschicht kann zur Beschichtung einer Vielzahl
von Werkstücken eingesetzt werden, beispielsweise Kolbenringe, Zylinder, Kolben, Bolzen,
Nockenwellen, Dichtungen, Verbundmaterialien, Ventile, Lager zum Schutz vor Verschleiß
und zur Verminderung der Reibung, Druckzylinder zur besseren Benetzung mit Farben,
Prägewalzen für bessere Tiefziehprozesse für die Automobilindustrie, in der Solartechnik,
für dekorative Anwendungen, in der Medizintechnik, der Mikrotechnik und der Mikroelektronik.
[0038] Die vorliegende Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen unter Bezugnahme auf
die Figuren näher erläutert, ohne sie jedoch darauf einzuschränken.
[0039] Die Figuren 1 bis 8 zeigen Fotografien gemäß den Hartchromschichten aus den Beispielen
1 bis 8.
Beispiel 1:
[0040] Ein herkömmlicher Chromelektrolyt folgender Grundzusammensetzung wurde hergestellt
| Chromsäureanhydrid |
CrO3 |
250 g/l |
| Schwefelsäure |
H2SO4 |
2.5 g/l |
[0041] Ein Warenteil wird nach üblicher Vorbehaltung in den Elektrolyten eingebracht und
bei 55°C mit 40 A/dm
2 für 30 min. beschichtet.
[0042] Das unter diesen Bedingungen beschichtete Warenteil weist nach der Behandlung eine
herkömmliche glänzende gleichmäßig ausgebildete Chromschicht auf, vgl. Fig. 1.
Beispiel 2:
[0043] Dem Elektrolyten nach Beispiel 1 werden zusätzlich Ammoniummolybdat (NH
4)
6Mo
7O
24 · 4 H
2O 100 g/l und Methansulfonsäure 4 g/l zugesetzt. Ein Warenteil wird nach den unter
Beispiel 1 beschriebenen Bedingungen beschichtet. Das so beschriebene Warenteil weist
nach der Behandlung eine strukturierte Chromschicht auf. Diese Chromschicht weist
auf den hervorstehenden Oberflächenbereichen (Traganteil) ein glänzendes Aussehen
auf und in den Vertiefungen der Struktur ist braunfarbener Kathodenfilm bzw. Sperrschicht
erhalten (Fig. 2).
Beispiel 3:
[0044] Ein Warenteil wird nach den Bedingungen aus Beispiel 2 beschichtet. Es wird jedoch
statt mit einer Beschichtungsstromdichte von 40 A/dm
2 mit 20 A/dm
2 gearbeitet.
[0045] Das so beschichtete Warenteil weist nach der Behandlung eine strukturierte Chromschicht
auf. Der Anteil der hervorstehenden, glänzenden Oberflächenbereiche (Traganteil) ist
geringer und der Anteil der tiefen Bereiche ist größer im Vergleich zu der Strukturschicht
aus Beispiel 2 (Fig. 3).
Beispiel 4:
[0046] Ein Warenteil wird nach den Bedingungen aus Beispiel 2 beschichtet. Es wird jedoch
statt mit einer Beschichtungsstromdichte von 40 A/dm
2 mit 60 A/dm
2 gearbeitet.
[0047] Das so beschichtete Warenteil weist nach der Behandlung eine strukturierte Chromschicht
auf. Der Anteil der hervorstehenden, glänzenden Oberflächenbereiche (Traganteil) ist
größer und der Anteil der tiefen Bereiche ist geringer im Vergleich zu der Strukturschicht
aus Beispiel 2 (Fig. 4).
Beispiel 5:
[0048] Ein Warenteil wird nach den Bedingungen aus Beispiel 2 beschichtet. Das so beschichtete
Warenteil weist nach der Behandlung eine strukturierte Chromschicht auf. In einer
herkömmlichen Chromelektrolyten aus Beispiel 1 wird nun auf dieser strukturierten
Chromschicht mit Chrom bei 55°C und 50 A/dm
2 für 120 min. weiterbeschichtet. Das so beschichtete Warenteil weist eine erhebliche
Vergrößerung der Strukturhöhe auf im Vergleich zu Beispiel 2 (Fig. 5).
[0049] Diese gradierte Schicht besitzt auf der Oberfläche metallurgische Eigenschaften wie
herkömmliches Chrom und ist zusätzlich strukturiert.
[0050] Der Vorteil dieses Schichtaufbaus ist darin begründet, daß die Profilhöhe der Strukturschicht
in einem weiten Bereich variiert werden kann, was durch die ausschließliche Abscheidung
nach den Beispielen 2-4 durch deren geringe Schichtwachstumsgeschwindigkeit begrenzt
ist.
Beispiel 6:
[0051] Ein Warenteil wird nach den Bedingungen aus Beispiel 2 beschichtet. Das so beschichtete
Warenteil weist nach der Behandlung eine strukturierte Chromschicht auf. In einem
herkömmlichen Schwarzchromelektrolyten wird nun auf dieser strukturierten Chromschicht
eine schwarze chromoxidhaltige Schicht abgeschieden.
[0052] Das so beschichtete Warenteil weist eine gleichmäßige, tiefschwarze Oberfläche mit
sehr hohem Lichtberechungsindex_auf (Fig. 6).
Beispiel 7:
[0053] Ein Warenteil wird nach den Bedingungen aus Beispiel 2 beschichtet. Das so beschichtete
Warenteil weist nach der Behandlung eine strukturierte Chromschicht auf. In einem
herkömmlichen Zinnelektrolyten wird nun auf dieser strukturierten Chromschicht eine
Zinnschicht abgeschieden, in ausreichender Dicke, um die Vertiefungen der Strukturchromschicht
mit Zinn aufzufüllen.
[0054] Das so beschichtete Warenteil besitzt eine Oberfläche welche bei hohem Verschleißwiderstand
ebenfalls sehr gute Gleiteigenschaften besitzt (Fig. 7).
Beispiel 8:
[0055] Ein Warenteil wird nach den Bedingungen aus Beispiel 1 mit einer herkömmlichen Chromschicht
beschichtet.
[0056] Anschließend wird mit den Bedingungen aus Beispiel 2 auf die Chromschicht aus Beispiel
1 eine strukturierte Chromschicht aufgebracht.
[0057] Die strukturierte Chromschicht stellt eine Einlaufschicht für die herkömmliche Chromschicht
dar und führt je nach tribologischer Anwendung zu einer Verbesserung des Schichtsystems
(Fig. 8).
1. Verfahren zur Herstellung einer strukturierten Hartchromschicht, wobei Chrom aus einem
Elektrolyt auf ein Werkstück abgeschieden wird, der enthält:
(a) Cr(VI)-Verbindung in einer Menge, die 50 g/l bis 600 g/l Chromsäureanhydrid entsprechen;
(b) 0,5 g/l bis 10 g/l Schwefelsäure;
(c) 1 g/l bis 20 g/l aliphatische Sulfonsäure mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, und
(d) 10 g/l bis 200 g/l mindestens einer einen dichten Kathodenfilm ausbildenden Verbindung
ausgewählt unter Ammonium-, Alkali- und Erdalkalimolybdat, Ammonium-, Alkali- und
Erdalkalivanadat und Ammonium-, Alkali- und Erdalkalizirkonat,
wobei mit einer kathodischen Stromausbeute von 12% oder weniger gearbeitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Cr(VI)-Verbindung CrO3 ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die aliphatische Sulfonsäure
Methansulfonsäure ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die einen dichten Kathodenfilm
ausbildende Verbindung (NH4)6Mo7O24 · 4 H2O ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Elektrolyt im wesentlichen
keine Fluoride enthält.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mit einer Stromdichte von
20 A/dm2 bis 200 A/dm2 gearbeitet wird:
7. Strukturierte Hartchromschicht, ethalten nach den Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 6.
1. Procédé de fabrication d'une couche de chrome dur structurée, le chrome étant déposé
sur une pièce d'oeuvre à partir d'un électrolyte qui contient :
(a) un composé Cr(VI) en une quantité correspondant à 50 g/l à 600 g/l d'anhydride
chromique ;
(b) 0,5 g/l à 10 g/l d'UN acide sulfurique ;
(c) 1 g/l à 20 g/l d'acide sulfonique aliphatique ayant de 1 à 6 atomes de carbone
et
(d) 10 g/l à 200 g/l d'au moins un composé formant un film cathodique dense choisi
parmi le molybdate d'ammonium, de méral alcalin et de métal alcalino-terreux, le vanadate
d'ammonium, de métal alcalin et de métal alcalino-terreux et le zirconate d'ammonium,
de métal alcalin et de métal alcalino-terreux,
où l'on travaille avec un rendement de courant cathodique de 12 % ou moins.
2. Procédé selon la revendication 1, où le composé Cr(VI) est CrO3.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, où l'acide sulfonique aliphatique
est l'acide méthanesulfonique.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, où le composé formant un film
cathodique dense est (NH4)6Mo7O24 . 4 H2O.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, où l'électrolyte ne contient sensiblement
pas de fluorures.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, où l'on travaille avec une densité
de courant de 20 A/dm2 à 200 A/dm2.
7. Couche de chrome dur structurée, obtenue d'après les procédés selon l'une des revendications
1 à 6.