| (19) |
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(11) |
EP 1 566 505 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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23.07.2008 Patentblatt 2008/30 |
| (22) |
Anmeldetag: 21.01.2005 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Sicherheitseinrichtung für ein Kraftfahrzeug
Security device for a vehicle
Dispositif de sécurité pour un véhicule
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
20.02.2004 DE 102004008507
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.08.2005 Patentblatt 2005/34 |
| (73) |
Patentinhaber: AUDI AG |
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85045 Ingolstadt (DE) |
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Erfinder: |
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- Rieger, Gerhard
85080 Gaimersheim (DE)
- Scheef, Joachim
85114 Buxheim (DE)
- Schlegel, Christoph
85283 Wolnzach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Thielmann, Frank |
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AUDI AG,
Patentabteilung I/EX 85045 Ingolstadt 85045 Ingolstadt (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 108 836 DE-A1- 4 322 141 DE-A1- 19 736 840 US-A- 5 574 315
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EP-A- 1 347 133 DE-A1- 10 208 195 GB-A- 2 292 126 US-A- 5 975 231
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- "VEHICLE DOOR LOCKING SYSTEM" RESEARCH DISCLOSURE, KENNETH MASON PUBLICATIONS, WESTBOURNE,
GB, Nr. 324, 1. April 1991 (1991-04-01), Seite 258, XP000170377 ISSN: 0374-4353
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit wenigstens
einem Steuergerät für ein Türentriegelungssystem, über das die Fahrzeugtüren bei Bedarf
automatisch entriegelbar sind, welches Steuergerät derart ausgebildet ist, dass die
Türen bei einer erfassten Überschreitung eines Sicherheitsschwellwerts oder bei einer
erkannten Gefahrensituation separat ohne zwingende Betätigung eines anderen aktiven
oder passiven Sicherheitssystems entriegelbar sind.
[0002] Das Verriegeln der Türen von Kraftfahrzeugen während der Fahrt erfolgt üblicherweise
durch eine Autolock-Funktion, durch die die Türen bei einer bestimmten Fahrgeschwindigkeit,
beim Einlegen einer Fahrstufe, beim Bremsen oder beim Einschalten der Zündung automatisch
verriegelt werden. Daneben können die Türen durch eine manuelle Verriegelungsvorrichtung
wie einen Taster im Innenraum oder einen Türknopf verriegelt werden, um ein unerwünschtes
Öffnen der Türen von außen zu verhindern. Bei einem Unfall werden bei der Auslösung
eines passiven Sicherheitssystems, wie z.B. Airbag oder Gurtstraffer durch das Steuergerät
die Türen entriegelt, um die Rettung der Fahrzeuginsassen von außen zu ermöglichen.
Eine Türentriegelung findet jedoch nur dann statt, wenn ein Airbag oder ein anderes
passives Sicherheitssystem wie ein Gurtstraffer ausgelöst wurde. Bei leichteren Unfällen
werden die Türen hingegen nicht geöffnet, da das Airbagsteuergerät den Unfall nicht
als schwerwiegend erkennt. Allerdings können auch derartige leichtere Unfälle dazu
führen, dass Fahrzeuginsassen bewusstlos werden oder unter Schock stehen. In diesem
Fall besteht die Möglichkeit, dass die Helfer wegen der verriegelten Türen nicht sofort
in das Fahrzeug gelangen können.
[0003] Eine Sicherheitseinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1 ist aus der
DE 195 48 562 A1 bekannt. Dort wird vorgeschlagen, eine Vorrichtung zur Straffung eines Sicherheitsgurtes
mechanisch mit einer Türentriegelungsvorrichtung zu koppeln, so dass die Tür bei einem
Aufprall beim Straffen des Sicherheitsgurtes automatisch entriegelt wird. Diese Lösung
verursacht allerdings einen erheblichen konstruktiven Aufwand. Zudem leidet sie an
dem erwähnten Nachteil, dass die Türen bei leichteren Unfällen nicht automatisch geöffnet
werden.
[0004] Ein Türschloss mit einer Sicherung wird in der
DE 102 08 195 A1 beschrieben. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Sicherungseinrichtung, die
in ihrer Sperrstellung die Türöffnung auch bei entriegeltem Türschloss verhindert
und beispielsweise als Kindersicherung eingesetzt werden kann. Für diese Sicherung
ist eine Auslöseeinrichtung vorgesehen, die bei einem Unfall oberhalb eines charakteristischen
Schwellenwertes die Sicherung aufhebt oder in die Freigabestellung schaltet.
[0005] Die
US 5,574,315 betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung, die eine im Notfall aktivierte Steuerung
eines elektrischen Türschlosses in einem Kraftfahrzeug ermöglichen. Dabei ist ein
Notfalldetektor vorgesehen, der im Falle eines Unfalls ein entsprechendes Signal ausgibt,
sodass beispielsweise die Türen entriegelt werden oder das Fenster heruntergekurbelt
wird.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitseinrichtung für ein Kraftfahrzeug
anzugeben, die nach einem Unfall das Öffnen der Türen von außen ermöglicht, auch wenn
keine Airbagauslösung oder Gurtstrafferauslösung stattgefunden hat.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einer Sicherheitseinrichtung für ein Kraftfahrzeug
der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Steuergerät so ausgebildet
ist, dass bei der erfassten Überschreitung eines Sicherheitsschwellwerts oder bei
der erkannten Gefahrensituation, die Fahrzeugtüren bei einem erkannten Front- oder
Heckaufprall, insbesondere mit Airbagauslösung, sofort und andernfalls nach dem Verstreichen
einer festgelegten oder festlegbaren Verzögerungszeit entriegelt werden.
[0008] Erfindungsgemäß erfolgt ein Öffnen der Türverriegelung unabhängig von der Auslösung
eines anderen Sicherheitssystems, beispielsweise eines Airbagsystems. Dadurch ist
es möglich, die Fahrzeugtüren auch bei weniger schweren Aufprallvorgängen oder Unfällen
zu öffnen. Wesentlich ist dabei, dass die Entriegelung der Türen vollkommen unabhängig
von einer eventuellen erfolgenden Airbagauslösung oder der Aktivierung eines Gurtstraffersystems
stattfindet. Bei Airbagsystemen werden durch Sensoren die Beschleunigungen des Fahrzeugs
in mehreren Richtungen bzw. um verschiedene Achsen überwacht. Wenn ein bestimmter
Grenzwert überschritten wird oder eine bestimmte Zeit andauert, kann daraus geschlossen
werden, dass eine Kollision stattgefunden hat und der Airbag wird ausgelöst. Die Türentriegelung
durch die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung beruht nicht auf diesem Grenzwert
für das Kollisionsereignis, sondern es wird ein eigener Sicherheitsschwellwert festgelegt,
der unabhängig von dem Grenzwert für die Airbagauslösung oder der Auslösung eines
Gurtstraffers ist.
[0009] Mit besonderem Vorteil können durch die Überwachung des Sicherheitsschwellwerts Unfälle
wie eine Kollision auf eine Leitplanke oder ein Überschlag ohne harten Kontakt erkannt
werden. Da in diesen Fällen kein harter Kontakt vorliegt, wird kein Airbag oder Gurtstraffer
ausgelöst und es kommt bei der herkömmlichen Sicherheitseinrichtung nicht zu einer
Türentriegelung. Erfindungsgemäß erfolgt jedoch auch bei diesen vergleichsweise weniger
schwerwiegenden Unfällen eine Türentriegelung, da der Sicherheitsschwellwert überschritten
worden ist, so dass Helfer die Türen von außen problemlos öffnen können.
[0010] Das Steuergerät ist so ausgebildet, dass die Fahrzeugtüren sofort oder nach dem Verstreichen
einer festgelegten oder festlegbaren Verzögerungszeit entriegelt werden. Dadurch wird
verhindert, dass die Türen während des Unfallablaufs durch äußere Einflüsse geöffnet
werden.
[0011] Es ist vorgesehen, dass das Steuergerät die Türen bei einem Front- oder Heckaufprall
ohne Verzögerungszeit entriegelt. Hier ist es sinnvoll, die Türen sofort zu entriegeln,
da in diesen Unfallkonstellationen ein unbeabsichtigtes Türöffnen von außen unwahrscheinlich
ist. Dasselbe gilt für Frontcrashvorgänge mit einem erheblichen Zerstörungsgrad.
[0012] Es ist besonders zweckmäßig, wenn die Überschreitung des Sicherheitsschwellwerts
durch Vergleichen mit einer Zustandsgröße des Fahrzeugs oder einem daraus abgeleiteten
Wert feststellbar ist, die bzw. der dem Steuergerät von einem aktiven oder passiven
Sicherheitssystem zuführbar ist. Dabei ist es von Vorteil, dass die entsprechende
Zustandsgröße ohnehin bereits in einem Steuergerät gespeichert ist, so dass keine
zusätzliche Hardware zur Erfassung der Zustandsgröße erforderlich ist. Die Zustandsgröße
kann ein durch einen Sensor erfasster Messwert oder eine daraus abgeleitete Größe
sein.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Zustandsgröße
eine Beschleunigung in einer bestimmten Richtung, insbesondere in Quer- oder Längsrichtung
des Fahrzeugs ist. Wenn die Querbeschleunigung als Zustandsgröße verwendet wird, können
Unfälle mit Überschlag- und Überrollvorgängen erkannt werden, so dass auch in diesen
Fällen die Türen entriegelt werden.
[0014] Es ist auch möglich, dass die Zustandsgröße eine Drehgeschwindigkeit ist, die von
einem Drehratensensor erfasst wird. Ferner kann es sich bei der Zustandsgröße, die
mit dem Sicherheitsschwellwert verglichen wird, um einen Druckgrenzwert handeln, der
durch einen Drucksensor des Fahrzeugs erfasst wird.
[0015] Als weitere Alternative besteht die Möglichkeit, den Abstand zu einem anderen Fahrzeug
und/oder ein von einer fahrzeugeigenen Kamera oder einem Radarsystem geliefertes Signal
als Zustandsgröße zu verwenden. Diese Informationen werden von anderen Sicherheitssystem
des Fahrzeugs geliefert und mit dem jeweiligen Sicherheitsschwellwert verglichen.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann es vorgesehen sein, die Überschreitung
mehrerer Sicherheitsschwellwerte durch Vergleichen mit jeweils einer zugeordneten
Zustandsgröße zu überwachen, wobei jede Zustandsgröße einem Sicherheitssystem zugeordnet
ist. Es ist also beispielsweise möglich, die Querbeschleunigung zu überwachen, deren
Wert vom Airbagsystem geliefert wird, gleichzeitig kann der Abstand zu einem benachbarten
oder sich nähernden Fahrzeug überwacht werden, der von einem Kamerasystem oder einem
Radarsystem des Fahrzeugs geliefert wird. Auf diese Weise werden mehrere Sicherheitsschwellwerte
parallel überwacht.
[0017] Als weitere Alternative ist es möglich, einen Fahrzustand, insbesondere einen erkannten
kritischen Fahrzustand als Zustandsgröße zu verwenden. Dieses Vorgehen ist insbesondere
bei aktiven Sicherheitssystemen sinnvoll, die den Fahrzustand laufend überwachen und
bei einer drohenden Gefahr eingreifen, beispielsweise durch einen Bremsvorgang. Unabhängig
von dem Eingreifen des aktiven Sicherheitssystems kann erfindungsgemäß der kritische
Fahrzustand mit dem entsprechenden Sicherheitsschwellwert für das Türöffnungssystem,
der unabhängig von der Auslöseschwelle des aktiven Sicherheitssystems ist, verglichen
werden, so dass bei Überschreitung des Sicherheitsschwellwerts die Türen entriegelt
werden. Das Türentriegelungssystem kann dabei situationsabhängig vor, gleichzeitig
oder nach dem aktiven Sicherheitssystem ausgelöst werden.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Zustandsgröße ein Signal eines Airbagsystems
und/oder Gurtstraffersystems und/oder ESP-Systems und/oder ASR-Systems und/oder ABS-Systems
oder ein daraus abgeleitetes Signal ist. Diese Systeme sind ohnehin vorhanden, so
dass die dort erfassten Signale und Informationen genutzt werden können.
[0019] Bei der erfindungsgemäßen Sicherheitseinrichtung kann die Verzögerungszeit näherungsweise
3 bis 7 Sekunden, vorzugsweise 4 bis 6 Sekunden, weiter vorzugsweise 5 Sekunden betragen.
Nach dem Verstreichen dieser Verzögerungszeit sind auch Unfälle mit Überschlägen typischerweise
beendet. Nach Ablauf der Zeitkonstante werden die Türen entriegelt, um den Zugang
zu den Fahrzeuginsassen von außen zu ermöglichen. Vor dem Ende des Bewegungsablaufs
bleiben die Türen innerhalb des definierten Zeitfensters verschlossen, um eine unbeabsichtigte
Türöffnung zu verhindern.
[0020] Eine weitere Verbesserung der Erfindung lässt sich erzielen, wenn das Steuergerät
der Sicherheitseinrichtung derart ausgebildet ist, dass die Türen beim Überschreiten
des Sicherheitsschwellwerts zunächst verriegelt werden. Dieser Vorgang kann durch
ein Verriegelungssignal realisiert werden, das von dem Steuergerät über eine Busleitung
an die Türverriegelungen gesendet wird. Dadurch ist sichergestellt, dass die Türen
zu Beginn der Kollision verriegelt werden, wenn eine Überschreitung des Sicherheitsschwellwerts
erfasst worden ist, um eine unerwünschte Türöffnung durch äußere Einflüsse während
des Unfallablaufs zu vermeiden.
[0021] Die Erfindung betrifft ferner auch ein Kraftfahrzeug. Erfindungsgemäß weist das Kraftfahrzeug
eine Sicherheitseinrichtung der beschriebenen Art auf.
[0022] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Figur beschrieben.
[0023] Die Figur stellt die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Sicherheitseinrichtung in
der Form eines Flussdiagramms dar.
[0024] Die Steuerung der Türöffnung und -verriegelung erfolgt durch einen Algorithmus, der
bei diesem Ausführungsbeispiel in einem Steuergerät für einen Airbag implementiert
ist. Nach dem Start 1 des Algorithmus wird im Schritt 2 zunächst geprüft, ob das aktuelle,
vom Airbagsteuergerät gelieferte Sensorsignal, das als Zustandsgröße dient, den Türöffnungsschwellwert
überschreitet. Der Türöffnungsschwellwert ist ein Sicherheitsschwellwert, der dem
Airbagsteuergerät zugeordnet ist, es handelt sich dabei um einen Grenzwert für die
Querbeschleunigung. Daneben existieren weitere Sicherheitsschwellwerte, die dem ESP-,
ASR- bzw. dem ABS-System zugeordnet sind und jeweils parallel überwacht werden.
[0025] Falls die im Schritt 2 dargestellte Bedingung nicht erfüllt ist, wird die Abfrageschleife
mit einer aktualisierten Zustandsgröße, d.h. einem aktualisierten Beschleunigungswert,
erneut durchlaufen. Dies ist beim normalen Fahrbetrieb immer der Fall, da die dort
auftretenden Beschleunigungen typischerweise geringer als 1 g sind. Der Sicherheitsschwellwert
für die Türöffnung hat in diesem Ausführungsbeispiel den Wert 4 g. Wenn die Querbeschleunigung
des Fahrzeugs 4 g überschreitet, erkennt das Steuergerät, dass möglicherweise ein
Unfall mit einem Überschlag droht. Für die Funktion der Sicherheitseinrichtung kommt
es nicht darauf an, ob der Airbag tatsächlich ausgelöst wird, da die Sicherheitseinrichtung
unabhängig von dem Airbagsicherheitssystem arbeitet.
[0026] Im Schritt 3 werden die Türen verriegelt, damit diese sich während des Aufprallvorgangs
nicht unbeabsichtigt durch äußere Einflüsse öffnen können, wenn es beim Start 1 des
Algorithmus nicht bekannt ist, ob die Türen gegenwärtig ver- oder entriegelt sind.
Es ist daher erforderlich, das Verriegelungssignal im Schritt 3 an die Türverriegelung
des Fahrzeugs zu senden, wobei die Steuersignale zum Ver- und Entriegeln der Türen
über Busleitungen des Fahrzeugs wie den CAN-Bus oder direkte Verbindungen wie Kabel
übertragen werden.
[0027] In der sich daran anschließenden Abfrage 4 wird geprüft, ob es sich um einen Front-
oder Heckcrash mit Airbagauslösung handelt. Wenn der Airbag nicht ausgelöst wurde,
wird im Schritt 5 die Verzögerungszeit von 5 Sekunden abgewartet, nach der das Fahrzeug
üblicherweise zum Stehen gekommen ist. Dabei kann es sich um einen Aufprall mit einer
Überrollbewegung, dem sogenannten "Rollover", handeln, bei der der kein Airbag ausgelöst
wird. Andererseits könnte es sich auch um einen Seitencrash mit Airbagauslösung handeln.
In beiden Fällen werden anschließend im Schritt 6 die Türen entriegelt. Falls bei
der Abfrage 4 festgestellt wurde, dass der Airbag durch einen Front- oder Heckcrash
ausgelöst wurde, wird direkt zum Schritt 6 verzweigt, um die Türen zu entriegeln.
[0028] Die darauf folgende Abfrage 7 dient zur Unterscheidung von Unfällen mit und ohne
Airbagauslösung. Wenn kein Airbag ausgelöst wurde, liegt zumeist ein weniger schwerer
Unfall vor, beispielsweise ein Anprall gegen eine Leitplanke. In diesen Fällen wird
der Algorithmus im Schritt 9 beendet. Die vorgenommene Türöffnung wird vom Fahrer
dabei nicht als unerwünscht empfunden.
[0029] Andernfalls, wenn der Airbag ausgelöst wurde, werden von dem Steuergerät ein oder
mehrere Signale über die entsprechenden Busleitungen gesendet, die, wie im Schritt
8 dargestellt ist, den Motor ausschalten, die Kraftstoffzufuhr stoppen und die Warnblinkanlage
einschalten können.
[0030] Diese Sicherheitseinrichtung kann durch Modifikationen der Software des oder der
Steuergeräte für die passiven Sicherheitssysteme (Airbag, Gurt) oder der Steuergeräte
der aktiven Sicherheitssysteme (ESP, ASR, ABS) vergleichsweise leicht realisiert werden.
1. Sicherheitseinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit wenigstens einem Steuergerät für
ein Türentriegelungssystem, über das die Fahrzeugtüren bei Bedarf automatisch entriegelbar
sind, welches Steuergerät derart ausgebildet ist, dass die Türen bei einer erfassten
Überschreitung eines Sicherheitsschwellwerts oder bei einer erkannten Gefahrensituation
separat ohne zwingende Betätigung eines anderen aktiven oder passiven Sicherheitssystems
entriegelbar sind
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steuergerät so ausgebildet ist, dass bei der erfassten Überschreitung eines Sicherheitsschwellwerts
oder bei der erkannten Gefahrensituation, die Fahrzeugtüren bei einem erkannten Front-
oder Heckaufprall, insbesondere mit Airbagauslösung, sofort und andernfalls nach dem
Verstreichen einer festgelegten oder festlegbaren Verzögerungszeit entriegelt werden.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Überschreitung des Sicherheitsschwellwerts durch Vergleichen mit einer Zustandsgröße
des Fahrzeugs oder einem daraus abgeleiteten Wert feststellbar ist, die bzw. der dem
Steuergerät von einem aktiven oder passiven Sicherheitssystem zuführbar ist.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgröße eine Beschleunigung in einer bestimmten Richtung, insbesondere
in Quer- oder Längsrichtung des Fahrzeugs ist.
4. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgröße eine Drehgeschwindigkeit und/oder ein Druckgrenzwert ist.
5. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgröße der Abstand zu einem anderen Fahrzeug und/oder ein von einer fahrzeugeigenen
Kamera und/oder einem Radarsystem geliefertes Signal ist.
6. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgröße ein Fahrzustand, insbesondere ein erkannter kritischer Fahrzustand
ist.
7. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgröße ein Signal eines Airbagsystems und/oder Gurtstraffersystems und/oder
ESP-Systems und/oder ASR-Systems und/oder ABS-Systems oder ein daraus abgeleitetes
Signal ist.
8. Sicherheitseinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verzögerungszeit näherungsweise 3 bis 7 Sekunden, vorzugsweise 4 bis 6 Sekunden,
weiter vorzugsweise 5 Sekunden beträgt.
9. Sicherheitseinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steuergerät derart ausgebildet ist, dass die Türen bei erfasster Überschreitung
des Sicherheitsschwellwerts zunächst verriegelbar sind.
10. Sicherheitseinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das wenigstens eine Steuergerät zur Überwachung der Überschreitung mehrerer Sicherheitsschwellwerte
durch Vergleichen mit jeweils einer zugeordneten Zustandsgröße ausgebildet ist, wobei
jede Zustandsgröße einem Sicherheitssystem zugeordnet ist.
11. Kraftfahrzeug,
dadurch gekennzeichnet,
dass es eine Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10. aufweist.
1. Safety device for a motor vehicle with at least one control unit for a door unlocking
system by means of which the doors of the vehicle can be unlocked automatically when
required, the control unit being configured so that the doors are independently unlockable,
without requiring operation of any other active or passive safety system, upon detection
of the overstepping of a safety threshold value or recognition of a dangerous situation,
characterized in that
the control unit is configured so that upon detection of the overstepping of the safety
threshold value or recognition of the dangerous situation, the doors of the vehicle
are unlocked immediately in the event of a recognized front or rear impact, particularly
with airbag actuation, and otherwise after a defined or definable time-lag has elapsed.
2. Safety device according to Claim 1,
characterized in that
the overstepping of the safety threshold value is ascertainable by comparison with
a state variable of the vehicle or a value derivable therefrom that can be fed to
the control unit by an active or passive safety system.
3. Safety device according to Claim 2,
characterized in that
the state variable is an acceleration in a specific direction, in particular the transverse
or longitudinal direction of the vehicle.
4. Safety device according to Claim 2,
characterized in that
the state variable is an angular velocity and/or pressure limit value.
5. Safety device according to Claim 2,
characterized in that
the state variable is the distance from another vehicle and/or a signal supplied by
a camera belonging to the vehicle and/or by a radar system.
6. Safety device according to Claim 2,
characterized in that '
the state variable is a driving state, in particular a recognized critical driving
state.
7. Safety device according to any one of Claims 2 to 6,
characterized in that
the state variable is a signal of an airbag system and/or seat-belt tightening system
and/or ESP system and/or ASR system and/or ABS system, or a signal derived therefrom.
8. Safety device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the time-lag is approximately 3 to 7 seconds, preferably 4 to 6 seconds, and more
preferably 5 seconds.
9. Safety device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control unit is configured so that the doors are initially lockable upon detection
of the overstepping of the safety threshold value.
10. Safety device according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the at least one control unit is configured for monitoring the overstepping of a plurality
of safety threshold values by respective comparison with an assigned state variable,
each state variable being assigned to a safety system.
11. Motor vehicle,
characterized in that
it has a safety device according to any one of Claims 1 to 10.
1. Dispositif de sécurité pour un véhicule automobile avec au moins un appareil de commande
pour un système de déverrouillage de porte, par le biais duquel les portes du véhicule
peuvent être déverrouillées automatiquement si besoin est, lequel appareil de commande
est réalisé de telle sorte que les portes puissent être déverrouillées lors d'un dépassement
détecté d'une valeur seuil de sécurité ou en cas de situation dangereuse reconnue,
séparément sans actionnement obligatoire d'un autre système de sécurité actif ou passif,
caractérisé en ce que
l'appareil de commande est réalisé de telle sorte que lors du dépassement détecté
d'une valeur seuil de sécurité ou en cas de situation dangereuse reconnue, les portes
du véhicule soient déverrouillées aussitôt en cas de collision frontale ou arrière
reconnue, notamment avec déclenchement de coussin gonflable, et sinon, après le dépassement
d'un temps de retard déterminé ou pouvant être déterminé.
2. Dispositif de sécurité selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le dépassement de la valeur seuil de sécurité peut être constaté par comparaison à
une grandeur d'état du véhicule ou une valeur dérivée qui peut être transmise à l'appareil
de commande par un système de sécurité actif ou passif.
3. Dispositif de sécurité selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la grandeur d'état est une accélération dans une direction déterminée, notamment dans
la direction transversale ou longitudinale du véhicule.
4. Dispositif de sécurité selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la grandeur d'état est une vitesse de rotation et/ou une valeur limite de pression.
5. Dispositif de sécurité selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la grandeur d'état est la distance par rapport à un autre véhicule et/ou un signal
fourni par une caméra propre au véhicule et/ou par un système radar.
6. Dispositif de sécurité selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la grandeur d'état est un état de marche, notamment un état de marche critique reconnu.
7. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications 2 à 6,
caractérisé en ce que
la grandeur d'état est un signal d'un système de coussin gonflable et/ou d'un système
tendeur de ceinture et/ou d'un système ESP et/ou d'un système ASR et/ou d'un système
ABS ou un signal dérivé.
8. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le temps de retard est approximativement compris entre 3 et 7 secondes, de préférence
4 et 6 secondes, de manière davantage préférée il s'élève à 5 secondes.
9. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'appareil de commande est réalisé de telle sorte que les portes puissent être verrouillées
tout d'abord lors du dépassement détecté de la valeur seuil de sécurité.
10. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
au moins un appareil de commande est réalisé pour surveiller le dépassement de plusieurs
valeurs seuil de sécurité par comparaison avec respectivement une grandeur d'état
associée, chaque grandeur d'état étant associée à un système de sécurité.
11. Véhicule automobile,
caractérisé en ce qu'il
présente un dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications 1 à 10.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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