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(11) |
EP 1 567 025 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.04.2006 Patentblatt 2006/15 |
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Anmeldetag: 16.10.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2003/011493 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/043174 (27.05.2004 Gazette 2004/22) |
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| (54) |
FILTERELEMENT
FILTER ELEMENT
ELEMENT FILTRANT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
13.11.2002 DE 10252823
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.08.2005 Patentblatt 2005/35 |
| (73) |
Patentinhaber: BIOTEC Biologische Naturverpackungen GmbH & Co. KG |
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46446 Emmerich (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- SCHMIDT, Harald
46446 Emmerich (DE)
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| (74) |
Vertreter: Vossius & Partner |
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Siebertstrasse 4 81675 München 81675 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 541 050 EP-A- 0 658 320 EP-A- 0 904 705 DE-A- 19 536 505 US-A- 5 497 793
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EP-A- 0 614 620 EP-A- 0 777 977 DE-A- 3 817 889 DE-B- 1 161 447
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Filterelement mit einem biologisch abbaubaren Filtermaterial
vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen zur Verwendung insbesondere als zylindrische
Tabakrauchfilter von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen sowie ein Verfahren zu dessen
Herstellung.
[0002] Raucherartikel wie z. B. Zigaretten haben eine zylindrische Form, in der das rauchbare
Tabakmaterial in geschredderter Form von einer Hülle aus Papier umgeben ist. Überwiegend
besitzen diese Zigaretten an einem Ende einen Filter, der mit der Zigarette durch
eine Banderole verbunden ist. Filterelemente und Zigarettenfilter sind in der Literatur
umfangreich als Filtertow beschrieben. Für die Herstellung von Zigarettenfiltern wird
üblicherweise ein Fasermaterial aus den Werkstoffen Cellulose-2,5-Acetat oder Polypropylen
verwendet. Zur Entfernung von im Tabakrauch enthaltenen Toxinen ist ferner die Verwendung
von Aktivkohle bekannt. Gemäß bekannten Verfahren wird Cellulose-Acetat-Fasermaterial
im wesentlichen nach dem Düsenspinnverfahren hergestellt. Aus den Cellulose-Acetat-Filamenten
und/oder aus Cellulose-Acetat-Spinnfasern, die gekräuselt bzw. stauchkammergekräuselt
sind, werden die Filtertows zunächst als Filterstäbe hergestellt, indem das gekräuselte
Band gestreckt, im Volumen vergrößert und in einer Formatiereinrichtung auf die gewünschte
Dimension gebracht und mit Papier umwickelt wird. Die Cellulose-2,5-Acetat-Rohstoffe
werden üblicherweise mit Glycerinacetat als Weichmacher kompoundiert, welches nicht
unproblematisch im Tabakrauch enthalten ist.
[0003] Aus der DE 195 36 505 A1 und der entsprechenden EP 861 036 A ist ein Verfahren zur
Herstellung von biologisch abbaubarem Filtermaterial aus nachwachsenden Rohstoffen
zur Verwendung als Tabakrauchfilterelement von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen bekannt,
wobei ein Filtertow bzw. Filtermaterial aus Fasern und Filamenten aus Biopolymeren
auf Basis von thermoplastischer Stärke und deren Polymermischungen hergestellt wird.
Filtermaterialien werden bestimmungsgemäß eingesetzt, um Toxine aus dem Tabakrauch
zurückzuhalten. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass an der Schnittfläche der Filter
von Zigaretten lose, mit bloßem Auge für den Verbraucher nicht ohne Weiteres erkennbare
Bestandteile von Filtermaterialien auftreten. Hierbei handelt es sich um Fragmente
der in den Zigarettenfiltern meist verwendeten Cellulose-Acetat-Fasern und bei Zigaretten
mit Aktivkohlefiltern um Kohlepartikel. Anteile dieser losen Filterbestandteile werden
beim Ziehen an den Zigaretten freigesetzt. Beispielsweise können beim Rauchen von
Zigaretten, die aktivkohlehaltige Filter aufweisen, Kohlepartikel, die mit Tabakrauch-Toxinen
befrachtet sein können, freigesetzt werden. Ferner können sich z. B. beim Zuschnitt
der Filter Fasern oder Faserbestandteile lösen. Durch die beschriebenen Filterdefekte
beim Zigarettenrauchen kann es zur Inhalation und zum Schlucken von Filterfasern und/oder
- partikeln, die mit Toxinen aus dem Tabakrauch beschichtet sind, kommen. Es besteht
deshalb zumindest der Verdacht, dass durch die Freisetzung von Filterbestandteilen
ein zusätzliches gesundheitliches Risiko zu dem durch das Zigarettenrauchen an sich
bereits bedingten beträchtlichen gesundheitlichen Risiko hinzukommt (vgl. "Freisetzung
von Celluloseacetatfasern und Kohlepartikeln aus Zigarettenfiltern", Stellungnahme
des Bundesministers für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin vom
04. Juni 2002).
[0004] Zum Stand der Technik wird weiter verwiesen auf EP 0 658 320 B1, EP 0 636 324 B1
und die DE 33 11903 A1.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Filtertow bzw. ein Filtermaterial zur Herstellung
von Filtern für Raucherwaren bereitzustellen, bei dem gesundheitliche Risiken, die
sich aus der Freisetzung von Filterbestandteilen und der äußeren Kontamination von
Zigaretten mit Filterbestandteilen ergeben, vermieden oder zumindest verringert werden.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der Patentansprüche gelöst.
[0007] Bei der Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von dem Grundgedanken aus, ein Filterelement
aus einem Stärkewerkstoff und/oder einer Polymermischung auf Stärkebasis sowie gegebenenfalls
Aktivkohle herzustellen, wobei in dem Filterelement Poren und/oder Filterkanäle vorgesehen
sind. Das Filterelement kann ein Filtermaterial aus Stärkeschaum, Stärkepolymerfasern
oder aus biopolymeren Folien und gegebenenfalls eingelagerte Aktivkohleschichten enthalten.
Derartigen Filtermaterialien gegebenenfalls anhaftende oder beim Rauchen freigesetzte
Filterpartikel können in einer Umgebung mit entsprechendem Feuchtigkeitsgehalt gelöst
werden. Sie kommen für die eingangs diskutierten gesundheitsschädigenden Wirkungen
nicht in Betracht. Die Aktivkohle kann als Pulver oder Granulat vorliegen und auf
verschiedene Art und Weise in dem Filtermaterial aus Stärke und/oder einer Polymermischung
auf Stärkebasis vorliegen. Die Stärke kann beispielsweise aufgeschäumt sein und ein
Trägermaterial für die Aktivkohle bilden. Die Aktivkohle kann auf einem aufgeschäumten
Filtermaterial aus Stärkewerkstoff aufgesprüht oder als Zwischenschicht eingelagert
sein. Der Stärkewerkstoff kann flächig ausgebildet sein (z.B. als geschäumte Platte)
oder zu einem endlosen Rundfilterstab geschäumt sein und in entsprechend geformte
Abschnitte zerschnitten sein. In das Filterelement können Naturfasern, wie Cellulosefasern,
Hanf oder Baumwollfasern in einer Menge von ca. 5 Volumen- % eingelagert sein.
[0008] Zur Herstellung von erfindungsgemäßen Filterelementen, wie Rundfilterstäben wird
auf zerschnittene Stärkeschaumabschnitte eine Aktivkohleschicht aufgetragen, zum Beispiel
als Pulver aufgesprüht, oder auf andere Art und Weise zwischen Stärkeschaumabschnitte
gebracht oder an diesen angeordnet. Die so zusammengefügten und miteinander verbundenen
Schichten aus Stärkeschaumabschnitten und Aktivkohle werden mit einer Folie umhüllt
oder einer anderen geeigneten Hülle versehen. Der Rundfilterstab weist dann stapelweise,
d.h. wechselweise quer zum Gasstrom angeordnete Scheiben bzw. Schichten aus Stärkeschaum
und Aktivkohle auf. Mit der Anordnung, Dicke, Porosität oder anderen Parametern der
Schichten kann der Durchtritt der aromatragenden Moleküle des Tabakrauches durch das
Filtermaterial beeinflusst werden. Dabei spielen gegebenenfalls auch die Tabaksorte
und bestimmte gewollte Effekte bezüglich des Durchtritts aromatragender Moleküle (z.B.
deren Anzahl) oder andere Parameter mit denen der Tabakgeschmack beeinflusst werden
kann, eine Rolle.
[0009] In die einzelnen Schichten und/oder in das fertige Filterelement können zusätzliche
Filterkanäle eingebracht werden, um z. B. den Durchtritt der aromatragenden Moleküle
des Tabaks beeinflussen zu können. Diese Filterkanäle können z.B. durch Nadeln, Wasserstrahlen
oder Laser zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Herstellung der Filterelemente
ausgebildet werden. Die Anordnung und Dicke der Schichten des Filterelementes ist
dafür unerheblich. So können z. B. Stärkeschaumabschnitte zwischengelagert und später
der vorgesehenen Verwendung entsprechend gegebenenfalls mit Zwischenschichten aus
Aktivkohle zu Filterelementen zusammengefügt und mit Folie umhüllt werden. Die Filterkanäle
können sich in etwa in der Richtung des Gasstromes erstrecken bzw. orientiert sein,
wobei aber Abweichungen möglich sind. Die Filterkanäle können ferner zum Teil quer
zur Richtung des Tabakgasstromes verlaufen. In diesem Fall können z.B. als Rundfilterstäbe
ausgebildete Filterelemente mit einer entsprechenden luftdurchlässigen und/oder perforierten
Papierbanderole umwickelt werden oder die Filterkanäle werden in den fertig ausgebildeten
und mit einer Banderole umwickelten Rundfilterstab eingebracht. Die Filterkanäle können
eine Größe bzw. Weite von vorzugsweise 50 bis 100 µm aufweisen, und sich bis zu einer
bestimmten Tiefe, z.B. von einem oder beiden Enden des Filterelementes bzw. Rundfilterstabes
ausgehend, in diesen hinein erstrecken. Die Filterkanäle können ferner in Längsrichtung
orientiert sein und sich durch den gesamten Rundfilterstab hindurch erstrecken. Durch
die Gestalt, Größe, Anzahl und Anordnung der Filterkanäle kann der Filtereffekt beeinflusst
werden.
[0010] Bei einer stapelweisen Anordnung der Schichten aus Stärkeschaum und Aktivkohle kann
die Aktivkohle als Granulat ausgebildet sein. Der Zusammenhalt der einzelnen Schichten
des Filterelementes kann im Wesentlichen durch das Umhüllungsmaterial, z.B. eine Schrumpffolie,
gewährleistet werden.
[0011] Durch die Einlagerung von Aktivkohle in ein Filtermaterial oder zwischen Schichten
eines Filtermateriales aus Stärke und/oder einer Polymermischung auf Stärkebasis wird
ein Filterelement geschaffen, in dem die Vorteile beider Materialien vereint sind.
[0012] Z. B. ca. 5 Vol.-% Naturfasern (z. B. Baumwollfasern, Cellolosefasern, Hanf) können
ähnlich einem Docht im Filterelement angeordnet bzw. darin eingelagert sein und eine
Saugwirkung entwickeln, wobei ein zusätzliches Herausfiltern schädlicher Bestandteile
aus dem Tabakrauch begünstigt wird.
[0013] Stärkeschaum selbst emittiert keine inhalierbaren, flüchtigen Produkte und kann die
oben beschriebenen gegebenenfalls freigesetzten Kohlepartikel adsorbieren. Beim Zuschnitt
der Zigarettenfilter an den Schnittstellen anhaftende Stärkeschaumpartikel bzw. Stärkefaserpartikel
sind gesundheitlich unbedenklich, da sie biologisch abbaubar sind. In einer Umgebung
mit entsprechendem Feuchtigkeitsgehalt nehmen die Stärkepartikel oder - fasern die
Feuchtigkeit auf bzw. binden diese. Die Parameter der verwendeten Stärkewerkstoffe
können bei deren Herstellung so eingestellt werden, dass der Feuchtigkeitsgehalt von
Atemluft in der Lunge ausreicht, um gegebenenfalls freigesetzte Stärkepartikel oder
Stärkefasern, an denen ggf. Aktivkohlepartikel und Toxine haften, zu binden bzw. zu
lösen und während des Ausatmens die Stärkepartikel und -fasern zusammen mit der Atemluft
wieder aus der Lunge herauszubefördern. Somit kann eine Ansammlung in der Lunge bei
der Inhalation von Tabakrauch verhindert werden.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen:
- Figur 1:
- ein Verfahrensschema der Filterherstellung aus Stärkeschaum,
- Figur 2:
- Längsschnitte einzelner Filterelemente,
- Figur 3:
- einen Längsschnitt einer Zigarette mit einem erfindungsgemäßen Filterelement.
[0015] Gemäß vorliegender Erfindung werden zur Herstellung eines Filterelementes Stärkewerkstoffe
mit thermoplastischen Eigenschaften verwendet, die eine Verarbeitung nach Anpassung
der Betriebsbedingungen, beispielsweise im "Melt-blown"-Verfahren oder Spinnfließverfahren
ermöglichen. Verfahren, die für die vorliegende Erfindung anwendbar sind, werden beispielsweise
in der EP 861 036 ausführlich erläutert. In den dort vorgestellten Verfahren können
mit Hilfe von Extrusionsanlagen und speziellen Düsen hochfeine Fasern als endlose
Fäden (Filamente) ausgetragen, durch Luft verwirbelt und entweder verstreckt (um die
Festigkeit zu erhöhen) und anschließend gekräuselt werden (Spinnfließverfahren) oder
nicht verstreckt werden, um eine weiche, flauschige Struktur mit großer Oberfläche
zu erzielen (Melt-blown-Verfahren).
[0016] Bei der Herstellung eines Filtermaterials für ein erfindungsgemäßes Filterelement
nach dem Spinnfließverfahren werden zunächst die extrudierten Fasern versponnen und
zu einem Faserbündel zusammengefasst und nach dem Ziehen durch Kompressionswalzen
zu einem Endlosfilter ausgeformt. In einem Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Filterelemente aus Stärkepolymerfasern erfolgt eine abschließende Formgebung in einer
Konfigurationsanlage, wobei der Endlosfilter gegebenenfalls nochmals einer Stauch-,
Kräuselmaschine zugeführt und in einer Filterstabmaschine zu einzelnen Filterabschnitten
verarbeitet wird.
[0017] Zur Herstellung von Stärkeschaum durch Extrusion wird die Stärke vorzugsweise in
einem Zweiwellenextruder Continua 37® unter Druck und Temperatur gelatinisiert, destrukturiert
und als Schaumstrang ausextrudiert. Wie in Figur 1 schematisch dargestellt, wird in
einer Extrusionsanlage 3 Stärkeschaum 20 aus einem Ausgangsgemisch 2 von Stärke, vorzugsweise
nativer Kartoffelstärke, und plastinfizierenden und filmbildenden Additiven durch
thermische und mechanische Energieeinleitung verdichtet, gegebenenfalls modifiziert,
plastifiziert und durch Temperatur- und Druckabfall expandiert und in einem Kompressionsschritt
verdichtet, wobei er in einer Kalanderanlage 22 zu einem Endlosfilter 7 verarbeitet
wird. Dabei wird ein aufgeschäumtes Rundprofil in einem Durchmesser von 10 mm hergestellt
und im Formatierungsprozess auf einen Durchmesser von 7,8 mm kalibriert. Das spezifische
Raumgewicht des Schaumfilterstranges beträgt z. B. ca. 12 kg/m
3. Der extrudierte Stärkeschaum 20 ist im wesentlichen offenporig, so dass das aufgeschäumte
Filtermaterial aus destrukturierter Stärke mit einem kristallinen Anteil von weniger
als 5 % in der Lage ist, die im Tabakrauch enthaltenen Flüssigkeiten und flüssigen
Schadstoffe, wie Kondensat und Teerprodukte, zu adsorbieren, wobei der Stärkeschaumstoff
selbst keine inhalierbaren, flüchtigen Produkte in den Tabakrauch emittiert.
[0018] Die weitere Formgebung und Vereinzelung zu kurzen Filterstäben bzw. Filterabschnitten
1 erfolgt in einer Konfigurationsanlage 8. Nach der Erfindung wird der Endlosfilter
zu Filterabschnitten zugeschnitten und zu einem Filterelement bzw. Zigarettenfilter
mit einem stapelförmigen Aufbau von Filterabschnitten auf Stärkebasis gegebenenfalls
im Wechsel mit Aktivkohleschichten (wie in Figur 3 dargestellt) verarbeitet.
[0019] Obwohl nach der Erfindung ein Extrudat mit luftdurchlässiger Konfiguration ausgebildet
wird, ist für die Luftdurchlässigkeit ein großer Bereich möglich. So kann das Extrudat
im wesentlichen offenporig ausgebildet sein, so dass eine hohe Luftdurchlässigkeit
zu erwarten ist. Ebenso kann das Extrudat teilweise geschlossenporig ausgebildet und
die Luftdurchlässigkeit entsprechend niedrig sein. Um das Filtermaterial für Tabakrauchfilter
auf besstimmte Filtereigenschaften einzustellen, können zusätzliche Filterkanäle in
geegneter Anzahl und Größe eingebracht werden
[0020] Nach der Erfindung können in ein Filtermaterial aus einem Stärkewerkstoff die Filterkanäle
durch Nadeln, Wasserstrahlen oder mittels Laserstrahl eingebracht werden. In einem
schichtweise aufgebauten Filterelement (Rundfilterstab) werden die Dicke jeder Filterschicht
aus Stärkewerkstoff und gegebenenfalls Aktivkohle und die Lasertiefe, die der Kanallänge
entspricht, aufeinander abgestimmt. Obwohl ein Filtermaterial aus einem geschäumten
Stärkewerkstoff offenporig ausgebildet sein kann, können zusätzlich eingebrachte Filterkanäle
die vorteilhaften Eigenschaften, wie die Adhäsionseigenschaften, dieses Filtermateriales
verstärken. Ferner besitzt beispielsweise ein Filtermaterial aus Stärkepolymerfasern
verbesserte Adhäsionseigenschaften der zu filternden Schadstoffteilchen im Tabakrauch.
Ein Filtermaterial aus einem faserigen Stärkewerkstoff kann zu Stapelfasern zugeschnitten
werden, wobei die Enden der kurzen Fasern beispielsweise in zusätzlich in das Filtermaterial
eingebrachte Filterkanäle hineinragen und so die Filtereigenschaften weiter verbessert
werden können. Die Figur 3 zeigt einen Längsschnitt einer Zigarette 10 mit einem Filterelement
1, wie es gemäß einem in Figur 1 dargestellten Verfahren hergestellt wird, wobei ein
Tabak 11 enthaltender Abschnitt und ein das Filterelement 1 enthaltender Abschnitt
mit Zigarettenpapier 12 umwickelt und verbunden sind sowie das Filterelement 1 und
der Übergangsbereich zum den Tabak 11 enthaltenden Abschnitt mit einer weiteren Banderole
13 zur Verstärkung umhüllt sind. Das Filterelement 1 ist stapelförmig aufgebaut (vgl.
Figur 2), wobei Schichten aus Stärkeschaum 20 und Schichten aus Aktivkohle 21 abwechselnd
angeordnet sind.
[0021] Die Verfahrensbedingungen und Rezepturen zur einstufigen Verfahrensgestaltung und
Herstellung eines im wesentlichen elastischen komprimierbaren Filtertows aus Stärkeschaum
mit einer offenporigen Schaumstruktur, wie in der EP 861 036 vorgestellt, können für
die Zwecke der vorliegenden Erfindung verwendet werden.
1. Filterelement zur Herstellung von Tabakrauchfiltern mit einem Filtermaterial, das
im Wesentlichen Stärke und/oder eine Polymermischung auf Stärkebasis enthält und in
Richtung des Gasstromes offene Poren und/oder Filterkanäle aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Filtermaterial in abwechselnd aufeinanderfolgenden Schichten aus Stärke und/oder
einer Polymermischung auf Stärkebasis und aus Aktivkohle (21) angeordnet ist und die
Schichten stapelweise quer zur Richtung des Gasstromes angeordnet sind.
2. Filterelement nach Anspruch 1 mit vorzugsweise durchgehenden. Filterkanälen im wesentlichen
in Richtung des Gasstroms, wobei der Durchmesser der Filterkanäle vorzugsweise im
Bereich von 50 bis 100 µm liegt.
3. Filterelement nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Stärke und/oder die Polymermischung
ein Trägermaterial für Aktivkohle (21) bildet.
4. Filterelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Filtermaterial aus Stärke
und/oder einer Polymermischung auf Stärkebasis ein Schaumstoff (20) oder ein Faserstoff
ist.
5. Filterelement nach Anspruch 4, wobei der Schaumstoff (20) oder der Faserstoff ein
Trägermaterial für ein Aktivkohlepulver (21) bildet
6. Filterelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5 enthaltend Naturfasern, wie Cellulosefasern,
Hanf oder Baumwollfasern, vorzugsweise in einer Menge von etwa 5 Vol.-%.
7. Verfahren zut Herstellung eines Filterelements nach einem der Ansprüche 1 bis 6 mit
den Schritten:
a) kontinuierliches Zuführen einer dosierten Mischung aus Stärke und/oder einer Polymermischung
auf Stärkebasis sowie weiteren Additiven in eine Extruderanlage,
b) Erhitzen und Kneten der Mischung unter einem definierten Temperatur- und Druckregime
zur Ausbildung einer Schmelze,
c) Extrudieren der Schmelze durch eine Düse,
d) Ausbilden eines Extrudates mit luflduschlässiger Konfiguration,
e) Komprimieren des Extrudates und Ausbilden eines Filtermateriales als Endlosfilter
(7),
f) vereinzeln des exüudierten Filtermateriales zu Abschnitten und
g) Ausbilden eines Filterelementes (1) aus mindestens einem Filtermaterialabschnitt.
8. Verfatiren zur Herstellung eines Filterelements nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
mit den Schritten:
a) kontinuierliches Zuführen einer dosierten Mischung aus Stärke und/oder einer Polymermischung
auf Stärkebasis sowie weiteren Additiven in eine Extruderanlage,
b) Erhitzen und Kneten der Mischung unter einem definierten Temperatur- und Drackregime
zur Ausbildung einer Schmelze,
c) Extrudieren der Schmelze durch eine Düse,
d) Ausbilden eines Extrudates mit luftdurchlässiger Konfiguration,
e) Komprimieren des Extrudates und Ausbilden eines Filtermateriales als Endlosfilter
(7),
f) Vereinzeln des extrudierten Filtermateriales zu Abschnitten und
g) Ausbilden eines Filterelementes (1) aus zwei oder mehr Filtermaterialäbschnitten
und mit jeweils einer Aktivkohleschicht (21) zwischen aufeinanderfolgenden Filtermaterialabschnitten.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei vor dem Ausbilden des Filterelements (1) Filterkanäle
in die Filtermaterialabschnitte eingebracht werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Filterkanäle durch Wasserstrahlen, Nadeln oder
mittels Laserstrahl ausgebildet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei das Filtermaterial ans Stärkeschaum,
biopolymeren Folien oder Stärkepolymerfasern gebildet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, wobei die weiteren Additive Polyvinylalkohol,
Polyesteramid und/oder Polyesteruretan, Polymilchsäure (PLB), Polyhydroxibuttersäure
(PHB), ein Fließhilfsmittel sowie gegebenenfalls ein Treibmittel sind.
1. A filter element for manufacturing tobacco smoke filters comprising a filtering material
which substantially contains starch and/or a starch-based polymer mixture and comprises
pores and/or filter channels being open in the direction of the gas flow, characterized in that the filtering material is arranged in alternatingly succeeding layers consisting
of starch and/or a starch-based polymer mixture and activated carbon (21) and the
layers are stacked transversely with respect to the direction of the gas flow.
2. The filter element according to claim 1 comprising preferably continuous filter channels
extending substantially in the direction of the gas flow, wherein the diameter of
the filter channels preferably lies in the range of 50 to 100 µm.
3. The filter element according to claim 1 or 2, wherein the starch and/or the polymer
mixture form(s) a base material for activated carbon (21).
4. The filter element according to any one of claims 1 to 3, wherein the filtering material
consisting of starch and/or a starch-based polymer mixture is a foamed material (20)
or a fibrous material.
5. The filter element according to claim 4, wherein the foamed material (20) or the fibrous
material forms a base material for an activated-carbon powder (21).
6. The filter element according to any one of claims 1 to 5 containing natural fibers
such as cellulose fibers, hemp or cotton fibers preferably in an amount of about 5
percent by volume.
7. A method for manufacturing a filter element according to any one of claims 1 to 6
comprising the steps of:
(a) continuously supplying a metered mixture of starch and/or a starch-based polymer
mixture as well as further additives into an extruder system,
(b) heating and kneading the mixture at a defined temperature and pressure regime
for forming a melt,
(c) extruding the melt through a nozzle,
(d) forming an extruded product having an air-permeable configuration,
(e) compressing the extruded product and forming a filtering material as an endless
filter (7),
(f) separating the extruded filtering material into portions, and
(g) forming a filter element (1) consisting of at least one filtering material portion.
8. A method for manufacturing a filter element according to any one of claims 1 to 6
comprising the steps of:
(a) continuously supplying a metered mixture of starch and/or a starch-based polymer
mixture as well as further additives into an extruder system,
(b) heating and kneading the mixture at a defined temperature and pressure regime
for forming a melt,
(c) extruding the melt through a nozzle,
(d) forming an extruded product having an air-permeable configuration,
(e) compressing the extruded product and forming a filtering material as an endless
filter (7),
(f) separating the extruded filtering material into portions, and
(g) forming a filter element (1) consisting of two or more filtering material portions
and each comprising an activated carbon layer (21) between subsequent filtering material
portions.
9. The method according to claim 7 or 8, wherein filter channels are introduced into
the filtering material portions before forming the filter element (1).
10. The method according to claim 9, wherein the filter channels are formed by water jets,
needles or a laser beam.
11. The method according to any one of claims 7 to 10, wherein the filtering material
is formed of starch foam, biopolymeric films or starch polymer fibers.
12. The method according to any one of claims 7 to 11, wherein the further additives are
polyvinyl alcohol, polyester amide and/or polyester urethane, polylactic acid (PLB),
poly hydroxy butyric acid (PHB), a flowing assistant as well as optionally a foaming
agent.
1. Elément filtrant pour fabriquer des filtres anti-fumée de tabac avec un matériau filtrant,
qui contient sensiblement de l'amidon et/ou un mélange polymère à base d'amidon et
présente des pores et/ou des canaux filtrants ouverts dans la direction du flux gazeux,
caractérisé en ce que le matériau filtrant est agencé en couches successives alternées d'amidon et/ou d'un
mélange polymère à base d'amidon et de charbon actif (21) et en ce que les couches sont agencées empilées transversalement à la direction du flux gazeux.
2. Elément filtrant selon la revendication 1, ayant des canaux filtrants de préférence
continus sensiblement dans la direction du flux gazeux, le diamètre des canaux filtrants
se situant de préférence dans la plage de 50 à 100 µm.
3. Elément filtrant selon la revendication 1 ou 2, dans lequel l'amidon et/ou le mélange
polymère forme(nt) un matériau de support pour charbon actif (21).
4. Elément filtrant selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel le matériau
filtrant formé d'amidon et/ou d'un mélange polymère à base d'amidon est une mousse
(20) ou un matériau fibreux.
5. Elément filtrant selon la revendication 4, dans lequel la mousse (20) ou le matériau
fibreux constitue un matériau de support pour une poudre de charbon actif (21).
6. Elément filtrant selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, contenant des fibres
naturelles comme des fibres de cellulose, du chanvre ou des fibres de coton, de préférence
en quantité d'environ 5% en volume.
7. Procédé de fabrication d'un élément filtrant selon l'une quelconque des revendications
1 à 6, avec les étapes suivantes :
a) l'acheminement continu d'un mélange dosé d'amidon et/ou d'un mélange polymère à
base d'amidon ainsi que d'autres additifs dans une extrudeuse,
b) le chauffage et le malaxage du mélange en régime de température et de pression
défini pour réaliser un bain en fusion,
c) l'extrusion du bain en fusion à travers une tuyère,
d) la réalisation d'un extrudat avec configuration perméable à l'air ;
e) la compression de l'extrudat et la réalisation d'un matériau filtrant sous la forme
d'un filtre sans fin (7),
f) la séparation du matériau filtrant extrudé en sections et
g) la réalisation d'un élément filtrant (1) à partir d'au moins un segment de matériau
filtrant.
8. Procédé de fabrication d'un élément filtrant selon l'une quelconque des revendications
1 à 6 avec les étapes suivantes :
a) l'acheminement en continu d'un mélange dosé d'amidon et/ou d'un mélange polymère
à base d'amidon ainsi que d'autres additifs dans une extrudeuse,
b) le chauffage et malaxage du mélange à un régime défini de température et de pression
pour réaliser un bain en fusion,
c) l'extrusion du bain en fusion à travers une tuyère,
d) la réalisation d'un extrudat avec une configuration perméable à l'air,
e) la compression de l'extrudat et la réalisation d'un matériau filtrant sous la forme
de filtre sans fin (7),
f) la séparation du matériau filtrant extrudé en sections et
g) la réalisation d'un élément filtrant (1) à partir de deux ou plusieurs segments
de matériau filtrant et avec, respectivement, une couche de charbon actif (21) entre
des couches de matériau filtrant successives.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8, dans lequel on ménage, avant la réalisation
de l'élément filtrant (1), des canaux filtrants dans les segments de matériau filtrant.
10. Procédé selon la revendication 9, dans lequel les canaux filtrants sont réalisés par
des jets d'eau, des aiguilles ou par rayon laser.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendication 7 à 10, dans lequel le matériau filtrant
est constitué de mousse d'amidon, de feuilles biopolymères ou de fibres polymères
d'amidon.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendication 7 à 11, dans lequel les autres additifs
sont l'alcool polyvinylique, un polyesteramide et/ou un pôlyesteruréthanne, l'acide
polylactique (PLB), l'acide polyhydroxybutyrique (PHB), un adjuvant d'écoulement ainsi
qu'éventuellement un agent gonflant.
