(19)
(11) EP 1 567 704 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.01.2010  Patentblatt  2010/01

(21) Anmeldenummer: 03789088.6

(22) Anmeldetag:  26.11.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04H 13/00(2006.01)
D04H 1/46(2006.01)
D04H 3/10(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2003/013307
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2004/048666 (10.06.2004 Gazette  2004/24)

(54)

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR APPLIKATION EINES TEXTILHILFSMITTELS BEI DER VERFESTIGUNG VON GEOTEXTILIEN MITTELS EINES HYDRODYNAMISCHEN VERFESTIGUNGSVERFAHRENS

METHOD AND DEVICE FOR APPLYING A TEXTILE AUXILIARY DURING THE STITCH-BONDING OF GEOTEXTILES INVOLVING A HYDRODYNAMIC STITCH-BONDING PROCESS

PROCEDE ET DISPOSITIF D'APPLICATION D'UN ADJUVANT TEXTILE LORS DE LA CONSOLIDATION PAR COUTURES DE GEOTEXTILES A L'AIDE D'UN PROCEDE HYDRODYNAMIQUE DE CONSOLIDATION PAR COUTURES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 27.11.2002 EP 02026436

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
31.08.2005  Patentblatt  2005/35

(73) Patentinhaber: TenCate Geosynthetics Austria Gesellschaft m.b.H.
4021 Linz (AT)

(72) Erfinder:
  • BORNMANN, Uwe
    A-4060 Leonding (AT)
  • SCHÖRGENHUBER, Heinz
    A-4020 Linz (AT)
  • HINTERMÜLLER, Franz
    A-4020 Linz (AT)

(74) Vertreter: Landgraf, Elvira 
Schulfeld 26
4210 Gallneukirchen
4210 Gallneukirchen (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 3 926 008
US-A1- 2001 000 585
US-A- 6 108 879
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 017, Nr. 617 (C-1129), 15. November 1993 (1993-11-15) & JP 05 186911 A (DAIWABO CREATE KK), 27. Juli 1993 (1993-07-27)
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Applikation eines Textilhilfsmittels, im wesentlichen einer Avivage bei der Verfestigung von Geotextilien mittels eines hydrodynamischen Verfestigungsverfahrens.

[0002] Die Verwendung von Textilhilfsmitteln, also einer sogenannten Avivage bei der Verfestigung von aus Stapel- oder Endlosfasern bestehenden Vliesen ist bekannt.
Derartige Textilhilfsmittel verringern die Reibung zwischen den Fasern und erlauben so eine definierte und verbesserte Verfestigung der Vliese.

[0003] Üblicherweise werden diese Textilhilfsmittel, unabhängig von der angewandten Verfestigungsmethode, also mechanische Verfestigung durch Vernadeln oder hydrodynamische Verfestigung direkt auf die zu verfestigenden Fasern aufgebracht und wirken an der Oberfläche der Fasern sozusagen als Schmiermittel für das leichtere und reibungsfreie Durchdringen der Nadeln im Vemadelungsprozess bzw. für das leichtere Gleiten der Fasern auch in hydrodynamischen Verfestigungsprozessen.

[0004] Hydrodynamische Verfestigungsverfahren sind bekannt und beispielsweise für unterschiedlichste Faserarten in der EP -A 0 896 080, EP-A 101 064, EP-A 0 900 295, EP - A 0967 315, EP-A 0859 076, EP-A 0 841 424, EP 0 727 517 und der EP - A 0 751 249 beschrieben.

[0005] Zur Verriindgerung der Faser/Faserreibung und zur Erreichung einer gleichmäßigen Verfestigung muss das Textilhilfsmittel gemäß der derzeit vertretenen Ansicht des Fachmanns sehr gleichmäßig und mit ausreichender Flächendeckung auf die Oberfläche aufgebracht werden um einen gleichmäßigen Erfolg sicherzustellen.

[0006] Aufgabe der Erfindung war es, ein Verfahren zur Aufbringung einer Avivage bei der Verfestigung von Vliesen mittels eines hydrodynamischen Verfahren bereitzustellen, bei dem die gewünschte Wirkung des Textilshilfsmittel ohne aufwendige Aufbringungsverfahren eintritt und eine gleichmäßige Verfestigung erzielt werden kann.

[0007] Es konnte nun überraschenderweise gefunden werden, dass eine Aufbringung des Textilhilfsmittels mit ausgezeichneter Gleichmäßigkeit und ohne Wirkungsverlust durch einfache Zudosierung der Avivage zum Wasserstrahl erfolgen kann.

[0008] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Aufbringung eines Textilshilfsmittel in einem hydrodynamischen Verfestigungsverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass die Avivage direkt in das zur hydrodynamischen Verfestigung verwendete Fluid dosiert wird, bevor das Fluid aus den Hochdruckkapillaren austritt. Vorzugsweise wird die Avivage im niederdruckteil des verfahrens zudosiert.

[0009] Geeignete Textilhilfsmittel sind dem Fachmann bekannt und im Handel erhältlich. Es können alle zur Avivierung von Fasern bekannten Textilhilfsmittel verwendet werden.

[0010] Die Avivage wird direkt in das Fluid eingebracht und nicht auf die Oberfläche des zu verfestigenden Vlieses. Mit dem Fluid wird das Textilhilfsmittel gleichmäßig in auf und durch das zu verfestigende Fasergebilde transportiert. Durch den Fluidaustrag mit dem feuchten Produkt, muss sowohl das Fluid, als auch die Avivage kontinuierlich nach dosiert werden, damit sowohl die Fluidmenge als auch die Konzentration des Textilhilfsmittels (Avivage) konstan bleiben. Eine Überprüfung der Konzentration ist durch Messung des Brechungsindexes leicht möglich

[0011] Überraschenderweise zeigt sich dabei, dass im Gegensatz zu der bisher von de Fachmann vertretenen Ansicht, auch bei Zudosierung des Textilhilfsmittels in das zur hydrodynamischen Verfestigung verwendete Fluid eine gleichmäßige verbesserte Verfestigung erreicht werden kann.

[0012] Die Menge des zudosierten Textilhilfsmittels ist abhängig von der Zusammensetzung des Textilhilfsmittels, den Verfahrensparametern der hydrodynamischen Verfestigung und der Art des zu verfestigenden Vlieses, insbesondere der Fasereigenschaften, Fasertextur und den Eigenschaften, die das Vlies nach der Verfestigung aufweisen soll.
Das zu verfestigende Vlies kann aus Stapel- oder Endlosfasern bestehen. Vorzugsweise bestehen die Fasern aus Kunststoffen, wie beispielsweise Polypropylen, Polyethylen, Polyamid, Polyester oder aus Mischungen derselben.
Ferner können die Vliese auch Bikomponentenfasem aufweisen oder zur Gänze aus derartigen Fasern bestehen.
Die Vliese können aber auch Anteile an natürlichen Fasern wie Cellulose, Hanf, Sisal, Kokos, Kenaf und dergleichen enthalten.

[0013] Die Fasern können jeweils unterschiedliche Texturen und/oder Faserquerschnitte aufweisen.

[0014] Ferner können auch mehrere Vliese durch das erfindungsgemäße Verfahren miteinander verbunden und verfestigt werden.

[0015] Dazu werden 2 oder mehrere unverfestigte oder vorfestigte Vliese übereinander abgelegt und anschließend durch ein hydrodynamisches Verfestigungsverfahren unter Zudosierung des Textilhilfsmittels miteinander verbunden.

[0016] Zur Durchführung des Verfahrens wird das gewählte Textilhilfsmittel vorzugsweise in einem Vorlagebehälter bereitgestellt und über eine Zuleitung zum Wasserstrahlsystem der hydrodynamischen Verfestigungseinrichtung kontinuierlich eingebracht. Vorzugsweise ist die Dosiereinrichtung am Vorlagebehälter situiert. Zur Regelung des Zuflusses werden im allgemeinen über eine geeignete Steuereinrichtung gesteuerte stufenlos regelbare Dosierpumpen verwendet. Die gleichmäßige Vertelung des Textilhilfsmittels im Fluid wird durch eine Mischeinrichtung gewährleistet.

[0017] Durch das beschriebene Verfahren kann auf einfache Weise eine gleichmäßige höhere und einstellbare Verfestigung des Vlieses durch hydrodynamisches Verfahren erreicht werden.

Beispiel 1:



[0018] Ein im spun lace Verfahren aus Polypropylengranulat hergestelltes Vlies wurde hydrodynamisch verfestigt, wobei beim ersten Muster kein Textilhilfsmittel, beim zweiten Muster jedoch ein Textilhilfsmittel in den Wasserkreislauf dosiert wurde:
  Muster 1 Muster 2
Konzentration der Avivage im Wasserkreislauf, % 0 0,3
Flächengewicht des Geotextils, g/m2 152 149
Streifenzugfestigkeit nach    
EN ISO 10319    
Längs, N 1856 2235
Quer, N 1790 2220
Stempeldurchdrückfestigkeit nach EN ISO 12236, N 1277 1850

Beispiel 2:



[0019] Analog zu Beispiel1 wurden zwei Geotextilien aus Polyestergranulat (PET) hergestellt:
  Muster 1 Muster 2
Konzentration der Avivage im Wasserkreislauf, % 0 0,1
Flächengewicht des Geotextils, g/m2 95 97
Streifenzugfestigkeit nach    
EN ISO 10319    
Längs, N 1266 1480
Quer, N 1235 1510
Stempeldurchdrückfestigkeit nach EN ISO 12236, N 978 1195



Ansprüche

1. Verfahren zur Aufbringung eines Textilshilfsmittel in einem hydrodynamischen Verfestigungsverfahren für aus Endlosfaser bestehenden Geotextilien, dadurch gekennzeichnet, dass die avivage direkt in das zur hydrodynamischen Verfestigung verwendete Fluid dosiert wird.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieAvivage mittels einer Dosierpumpe in das System der hydrodynamischen Verfestigung eingebracht wird.
 
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere unverfestigte oder vorverfestigte Vliese miteinander verbunden werden.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zu verfestigende Vlies bzw. die zu verbindenden Vliese aus Kunststoffen, wie Polypropylen, Polyethylen, Polyamid, oder Polyester oder Mischungen derselben bestehen.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zu verfestigende Vlies bzw. die zu verbindenden Vliese aus Bikomponentenfasem bestehen oder diese enthalten.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass das/die Vlies(e) zusätzlich natürliche Fasern enthalten.
 
7. Geotextilien; verfestigt nach einem der Verfahren gemäß den Ansprüche 1 bis 6.
 


Claims

1. Process for applying a textile auxiliary in a hydrodynamic consolidating process for geotextiles consisting of continuous filament fibre, characterized in that the finish is metered directly into the fluid used for hydrodynamic consolidation.
 
2. Process according to Claim 1, characterized in that the finish is introduced into the hydrodynamic consolidating system by means of a metering pump.
 
3. Process according to either of Claims 1 and 2, characterized in that two or more unconsolidated or preconsolidated fibrous nonwoven webs are bonded to one another.
 
4. Process according to any one of Claims 1 to 3, characterized in that the fibrous nonwoven web to be consolidated and the fibrous nonwoven webs to be bonded together consist of plastics materials, such as polypropylene, polyethylene, polyamide or polyester or mixtures thereof.
 
5. Process according to any one of Claims 1 to 3, characterized in that the fibrous nonwoven web to be consolidated and the fibrous nonwoven webs to be bonded together consist of bicomponent fibres or contain these.
 
6. Process according to any one of Claims 1 to 5, characterized in that the fibrous nonwoven web or webs additionally contain natural fibres.
 
7. Geotextiles consolidated by any one of the processes according to Claims 1 to 6.
 


Revendications

1. Procédé d'application d'un adjuvant textile au cours d'un procédé de consolidation hydrodynamique pour géotextiles constitués de filaments, caractérisé en ce que l'avivage est dosé directement dans le fluide utilisé pour la consolidation hydrodynamique.
 
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'avivage est introduit dans le système de la consolidation hydrodynamique au moyen d'une pompe de dosage.
 
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que deux non-tissés non consolidés ou préconsolidés ou plus sont reliés les uns aux autres.
 
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le non-tissé à consolider et/ou les non-tissés à relier sont constitués de matières synthétiques, comme le polypropylène, le polyéthylène, le polyamide, ou le polyester ou leurs mélanges.
 
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le non-tissé à consolider et/ou les non-tissés à relier sont constitués de fibres à deux composants.
 
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le/les non-tissé(s) contiennent en plus des fibres naturelles.
 
7. Géotextiles consolidés selon l'un des procédés selon les revendications 1 à 6.
 






Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente