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(11) |
EP 1 567 734 B9 |
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KORRIGIERTE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
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Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B1) |
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Korrekturen, siehe Ansprüche DE |
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Corrigendum ausgegeben am: |
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01.10.2008 Patentblatt 2008/40 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.09.2007 Patentblatt 2007/39 |
| (22) |
Anmeldetag: 02.12.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2003/013577 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/050780 (17.06.2004 Gazette 2004/25) |
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| (54) |
VERFAHREN ZUR BELEIMUNG EINES ELEMENTS
METHOD FOR COATING AN ELEMENT WITH GLUE
PROCEDE D'ENCOLLAGE D'UN ELEMENT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
02.12.2002 DE 10256384 17.04.2003 DE 10318093
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.08.2005 Patentblatt 2005/35 |
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Patentinhaber: Kronotec AG |
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6006 Luzern (CH) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BRAUN, Roger
CH-6130 Willisau LU (CH)
- WALDMÜLLER, Alfred
66957 Vinningen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Wenzel & Kalkoff |
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Flasskuhle 6 58452 Witten 58452 Witten (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-02/092711 GB-A- 2 377 457
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DE-A- 19 547 864
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines beleimten Holzwerkstoff-Paneels,
das beleimte Holzwerkstoff-Paneel und eine Klebstoff-Verbindung.
[0002] Klebstoffe und die entsprechenden Klebstoffverbindungen lassen sich vier Hauptgruppen
zuordnen. Erstens in Klebstoffe, die nass, also in wässrigem Medium oder in organischen
Lösungsmitteln gelöst auf das bzw. die zu verleimenden Elemente aufgetragen werden.
Die zu verbindenden Elemente werden beleimt, gefügt und durch Hilfsmittel, z. B. Zwingen
oder Klemmen in der vorgegebenen Stellung fixiert während des Zeitraums, in dem der
Klebstoff durch Entfernen des Wassers oder des Lösungsmittels oder durch chemische
Reaktion aushärtet und die Klebstoffverbindung aufgebaut wird. Die Dauer des Abbindens
beträgt in der Regel einige Stunden. Das Aufbringen des Klebstoffs erfolgt unmittelbar
vor dem Fügen der Elemente.
[0003] Zweitens sind Klebstoffe bekannt, die aus zwei miteinander in Wechselwirkung stehenden
Komponenten bestehen. Eine erste Komponente wird auf das bzw. die zu verbinden Elemente
aufgetragen, ggf. getrocknet, so dass ein Klebstofffilm entsteht. Dieser Klebstoffilm
wird dann aktiviert durch Zugabe der zweiten Komponente, beispielsweise durch Zugabe
geringer Mengen Wasser. Die zweite Komponente kann entweder unmittelbar vor dem Verarbeiten
aufgegeben werden. Sie kann aber auch, z. B. in Form von Mikrokapseln, bereits Bestandteil
des Klebstofffilms sein, jedoch räumlich von der ersten Komponente getrennt. Typische
Beispiele dieser Technologien beschreiben
WO 01/94721;
WO 02/063114;
WO 02/092711 und
DE 102 12 324.
[0004] Drittens sind Klebstoffe bekannt, die als Film auf zu verbindende Elemente aufgetragen
werden, und die dann ohne Zusatz weiterer Komponenten, dafür unter längerem Einwirken
von erhöhten Temperaturen und/oder erhöhtem Druck erweichen, schließlich unter Abkühlung
erneut aushärten und auf diese Weise eine Verbindung zwischen den Elementen aufbauen.
Hier handelt es sich um Klebstoffe, die meist gewerblich angewendet werden, da die
Verarbeitungsbedingungen hinsichtlich Temperatur und Druck genau einzuhalten sind.
Diese Klebstoffe werden werksseitig verarbeitet bis hin zum vollständigen Abbinden
des Klebstoffs.
[0005] Viertens sind Klebstoffe bekannt, die in getrocknetem Zustand eine klebrige Oberfläche
aufweisen und dadurch bei Berührung ohne größeren Druck eine Verklebung eingehen.
[0006] Da die Klebkraft dieser Klebstoffe niedrig ist, sind die Verklebungen in der Regel
wieder ablösbar. In der
GB 2 377 457 wird ein solcher Haftkleber (pressure sensitive adhesive) zum Verbinden zweier Paneele
vorgeschlagen. Der Film, den ein Haftkleber bildet, ist jedoch weich und auf Dauer
klebrig, wird also durch z. B. Staubablagerungen außer Funktion gesetzt. Die geringen
Kohäsionskräfte, die ein Haftkleber-Film entfaltet, bewirken, dass sich die durch
den Haftkleber verbundenen Elemente schon unter geringster Beanspruchung wieder voneinander
lösen. Die minimale Klebkraft und das unvermeidbare Verschmutzen des Klebstofffilms
durch einfaches Verstauben stehen einer gewerblichen Anwendung entgegen, wenn die
Klebstoffverbindung eine Mindestfestigkeit haben soll.
[0007] Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Klebstoffe, die dauerhaft feste Verbindungen
herstellen sollen, entweder erst im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Fügen der Verbindung
aufgetragen werden oder des Zusatzes einer zweiten Komponente oder der Anwendung von
hohem Druck und/oder hoher Temperatur bedürfen. Ein Klebstoff, der auf zu verleimende
Elemente aufgetragen werden kann, und der in zeitlichem Abstand zum Auftragen ohne
Zusatz einer zweiten Komponente oder Anwendung von hohem Druck und/oder hoher Temperatur
eine feste, dauerhafte Verbindung ergibt, ist nicht bekannt.
[0008] Soweit im Folgenden von Klebstoff die Rede ist, werden darunter alle Arten von Klebern,
Klebstoffen und dergleichen, seien sie auf der Basis von Naturstoffen oder synthetisch
hergestellt, verstanden, die zum Aufbau einer Klebverbindung geeignet sind und die
als Ein-Komponenten-Klebstoffe keine zweite Substanz zum Aktivieren des Klebstoffs
erfordern.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Holzwerkstoff-Paneel vorzuschlagen, das einfach
zu verleimen ist. Es ist weiter Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Holzwerkstoff-Paneels und eine einfach ausführbare Klebverbindung vorzuschlagen.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft die Herstellung eines beleimten Holzwerkstoff-Paneels,
das mit einem weiteren gleichartig beleimten Holzwerkstoff-Paneels verklebt werden
kann, mit den Schritten:
- Auftragen eines Ein-Kompontenten-Klebstoffs auf mindestens einen Oberflächen-Abschnitt
des Holzwerkstoff-Paneels und
- Reduzieren des Flüssigkeitsgehalts des aufgetragenen Ein-Komponenten-Klebstoffs bis
zur Ausgleichsfeuchte.
[0011] Erfindungsgemäß handelt es sich um einen Ein-Komponenten-Klebstoff, der vorzugsweise
in Form einer Dispersion aufgetragen, dessen Flüssigkeitsgehalt aber nach dem Auftragen
bis zur Ausgleichsfeuchte reduziert wird. Der so auf der Oberfläche des beleimten
Holzwerkstoff-Paneels entstehende, trockene Klebstofffilm kann sich zwar noch etwas
klebrig anfühlen, bildet aber einen Film, der keine überschüssige Flüssigkeit mehr
enthält. Der Klebstofffilm ist bei Raumtemperatur im wesentlichen blockfrei und damit
unempfindlich gegen z. B. Staubeinwirkung. Das so mindestens teilweise beleimte Holzwerkstoff-Paneel
kann manipuliert werden, z. B. konfektioniert, verpackt oder anderweitig verarbeitet,
ohne dass sich der beleimte Abschnitt störend auswirkt, oder dass die Klebkraft des
getrockneten Klebstofffilms beeinträchtigt wird.
[0012] Eine Klebstoffverbindung entsteht dadurch, dass zwei dieser Klebstoffilme - und damit
die entsprechend beleimten Elemente - zusammengefügt werden. Dabei ist keine Zeitspanne
mit Anwendung von erhöhtem Druck und/oder erhöhter Temperatur erforderlich. Allenfalls
ist beim Zusammenfügen der Elemente eine ohne weiteres von Hand aufzubringende Kraft
erforderlich, um eine (nachstehend näher beschriebene) Haftreibung der Klebstofffilme
zu überwinden. Es liegt auf der Hand, dass dieses Verfahren das Herstellen einer Klebstoffverbindung
ermöglicht, die zeitlich und räumlich unabhängig vom Auftrag des Klebstoffs erfolgen
kann. Sie ist damit besonders geeignet für werksseitig vorbeleimte Elemente, die dann
vom Verbraucher an einem gewünschten Montageort zusammengefügt werden können.
[0013] Die Eigenschaften der Klebstoff-Verbindung, insbesondere die Festigkeit der Verbindung
zwischen zwei beleimten und später miteinander verbundenen Elementen kann unter anderem
durch die Wahl der geeigneten Filmhärte optimiert werden, die der Klebstoff nach dem
Auftragen ausbildet. Eine Filmhärte, die gemäß den Vorgaben der DIN 53157 mit einer
Pendelhärte nach König von ca. 10 - ca. 80 Oszillations-Pendelausschlägen gemessen
wird, vorzugsweise mit einer Filmhärte von ca. 20 - ca. 40 Pendelausschlägen, besonders
bevorzugt mit einer Filmhärte von ca. 25 - ca. 35 Pendelausschlägen hat sich als geeignet
erwiesen, um die gewünschte Festigkeit der Klebstoff-Verbindung aufzubauen.
[0014] Es ist dem Fachmann geläufig, dass Viskosität, Filmhärte, Glasübergangstemperatur,
Feststoffgehalt, Verarbeitungsbedingungen und die weiteren im Rahmen dieser Anmeldung
angesprochenen Klebstoffeigenschaften weitgehend unabhängig voneinander eingestellt
werden können, z. B. durch Auswahl und Kombination der geeigneten Rohstoffe und Additive.
[0015] Der auf das Element aufgetragene Klebstoff hat vorzugsweise eine Glasübergangstemperatur
von 0 °C bis 30 °C, bevorzugt von ca. 10 °C bis ca. 20 °C. Es hat sich herausgestellt,
dass ein solcher Klebstoff, nachdem er aufgetragen und getrocknet ist, auch noch in
großem zeitlichen Abstand eine feste Klebstoffverbindung aufbaut, wenn dieser Klebstofffilm
mit einem zweiten, gleichartigen Klebstofffilm zusammengefügt wird.
[0016] Weiter hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der aufgetragene Klebstoff eine
Reißdehnung von ca. 200 % bis ca. 1200 % aufweist, vorteilhaft von ca. 300 % bis ca.
1000 %, besonders bevorzugt von ca. 400 % bis ca. 900 %. Damit wird das gewünschte
Niveau an Scher- bzw. Zugfestigkeit erreicht
[0017] Bevorzugt werden für das erfindungsgemäße Verfahren Ein-Komponenten-Klebstoffe eingesetzt,
die aus einer Gruppe ausgewählt werden, die umfasst: Polyacrylate, Polyurethane und
Polyvinylacetate, besonders bevorzugt Polyvinyl-Ethylen-Copolymere. Der Ein-Komponenten-Klebstoff
kann auch aus einer Mischung der vorgenannten Substanzen bestehen.
[0018] Der zur Durchführung des Verfahrens bzw. zum Auftragen auf das Element eingesetzte
Klebstoff wird in der Regel als Dispersion, vorzugsweise als wässrige Dispersion eingesetzt.
Dadurch ist die Vermeidung von organischen Lösungsmitteln beim Auftragen gewährleistet.
Das Ausdünsten von organischen Lösungsmitteln beim späteren Fügen des beleimten Elements
ist damit auch ausgeschlossen.
[0019] Da der verwendete Klebstoff auf dem mindestens abschnittsweise beleimten Element
getrocknet wird, sollte der aufgetragene Ein-Komponenten-Klebstoff einen möglichst
hohen Feststoffgehalt aufweisen, um ein Minimum an Flüssigkeit während des Trocknens
entfernen zu müssen. Der Ein-Komponenten-Klebstoff weist deshalb vorteilhaft einen
Feststoff-Gehalt von mindestens ca. 30 Gewichts-Prozent (Gew.-%) auf, vorzugsweise
über ca. 40 Gew.-%, besonders bevorzugt über ca. 45 Gew.-%.
[0020] Die Viskosität des Klebstoffs ist zum einen für die Rheologie und damit z. B. für
die Verarbeitung des Ein-Komponenten-Klebstoffs wichtig. Zum anderen können durch
die Viskosität auch Eigenschaften der späteren Klebstoffverbindung beeinflusst werden.
Bevorzugt wird ein Ein-Komponenten-Klebstoff mit einer Viskosität von mindestens ca.
2000 mPas, vorzugsweise von mindestens ca. 3.000 mPas, besonders bevorzugt von mindestens
ca. 6000 mPas, vorteilhaft von über 8000 mPas.
[0021] Die Auftragsmenge des Ein-Komponenten-Klebstoffs kann in weiten Bereichen variieren.
Es ist zu erwarten, dass ein Klebstoffauftrag von bis zu ca. 250 g/m
2 die wirtschaftliche Obergrenze der Anwendung des Verfahrens darstellt. Üblich ist
ein Klebstoffauftrag bis zu ca. 150 g/m
2, bevorzugt ist natürlich ein sparsamer Klebstoffauftrag, so dass die bevorzugte Auftragsmenge
zwischen ca. 80 g/m
2 und ca. 120 g/m
2 liegt.
[0022] Der Ein-Komponenten-Klebstoff ist -je nach Einsatzbedingungen der fertigen Verleimung-
mit Mitteln zum Einstellen der Viskosität versehen. Insbesondere Dispergierhilfsmittel,
Netzmittel, Entschäumer, Verdicker oder Stabilisatoren oder auch eine Mischung der
vorgenannten Mittel dienen dazu, die für die Verarbeitung oder die spätere Klebstoffverbindung
gewünschte Rheologie einzustellen und bis zur Verarbeitung des Ein-Komponenten-Klebstoffs
aufrecht zu erhalten. Die Einstellung der Rheologie ist eine an sich übliche Maßnahme.
Es wird bevorzugt, wenn die Klebstoff-Dispersion eine scherunabhängige Viskosität
aufweist, so dass die Viskosität sich während der Verarbeitung nicht ändert.
[0023] Weiter gehören zu den wahlweise zugesetzten Additiven Mittel zum Verhindern oder
Verzögern der Oxidation der Klebstoffe bzw. der Klebstoff-Bestandteile. Diese an sich
bekannten Oxidationsinhibitoren verlängern bei den hier in Rede stehenden Klebstoffen
den Zeitraum, in der der aufgetragene und getrocknete Klebstofffilm im Kontakt mit
einem gleichartigen Film eine Klebstoffverbindung aufbaut.
[0024] Weiter kann der auf das zu beleimende Element aufgetragene Ein-Komponenten-Klebstoff
Bakterizide und/oder Fungizide enthalten, beispielsweise um die Klebstoffverbindung
in Feuchträumen oder in Außenbereichen zu stabilisieren.
[0025] Es wird als besonderer Vorteil der Erfindung angesehen, dass der für die Beleimung
des Elements verwendete Klebstoff eine Verarbeitungstemperatur von ca. 10 °C, besonders
bevorzugt von ca. 15 °C bis ca. 30 °C hat. Eine Klimatisierung der Umgebung, in der
der Klebstoff aufgetragen wird, ist deshalb nicht erforderlich.
[0026] Das Trocknen des Klebstoffs auf dem mindestens teilweise beleimten Element erfolgt
üblicherweise so, dass der Flüssigkeits- bzw. Lösungsmittelgehalt der Ein-Komponenten-Klebstoff-Dispersion
bis zur Ausgleichsfeuchte reduziert wird. Die Ausgleichsfeuchte ist der Feuchtigkeitsgehalt
im Klebstoff, der sich bei dem herrschenden Umgebungsklima, also in Abhängigkeit von
Temperatur und Luftfeuchtigkeit einstellt. Der Wassergehalt wird vorzugsweise dadurch
reduziert, dass der Klebstoff auf ein hygroskopisches Material, insbesondere Holzwerkstoffe,
aufgetragen wird, das überschüssiges Wasser aufsaugt. Häufig wird das Reduzieren des
Feuchtigkeitsgehalts auch durch Trocknen des Klebstoffs bis zum Erreichen der Ausgleichsfeuchte
beschleunigt. Dies kann entweder durch Wärmezufuhr oder durch Belüften geschehen.
Es können auch beide Maßnahmen kombiniert werden. Das Beschleunigen des Trocknungsvorgangs
kann vor allem dann erforderlich sein, wenn das Material bzw. die Oberfläche, auf
dem der Klebstoff aufgetragen wird, nicht oder nicht ausreichend hygroskopisch ist
[0027] Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit kann das Trocknen der mindestens teilweise beleimten
Oberfläche geschehen, während das Element an den nicht beleimten Abschnitten weiter
bearbeitet, konfektioniert und /oder während das Element verpackt wird. Da der Trocknungsvorgang,
insbesondere bei hohen Feststoffgehalten des Klebstoffs schnell durchgeführt werden
kann, liegt hier ein besonderer Kostenvorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0028] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die Oberfläche des Klebstofffilms
in einigen Fällen nach dem Trocknen eine außerordentlich hohe Haftreibung aufweist.
Kommen die beiden Oberflächen der Klebstofffilme, die die beiden Elemente verbinden
sollen, zur Anlage, dann bewirkt diese hohe Haftreibung unverzüglich, dass eine Trennung
der beiden Elemente durch paralleles Verschieben, z. B. beim Auseinanderziehen, nur
unter einem gewissen, in der Regel aber noch manuell aufzubringenden Kraftaufwand
erfolgen kann. Die Haftreibung beträgt vorzugsweise mindestens ca. 1 N/mm
2, vorzugsweise über ca. 2 N/mm
2, besonders bevorzugt über ca. 4 N/mm
2.
[0029] Die Klebstoff-Verbindung entsteht durch das Zusammenfügen von zwei mit einem jeweils
gleichartigen, bis zur Ausgleichsfeuchte getrockneten Klebstofffilm beschichteten
Elementen, wobei nach ca. 48 Stunden, vorzugsweise nach ca. 24 Stunden, besonders
bevorzugt nach ca. 12 Stunden die beiden Klebstofffilme nicht mehr als Filme, die
den einzelnen Elementen zuzuordnen sind, voneinander abgegrenzt werden können. Die
beiden Klebstofffilme sind nach dem vorgenannten Zeitraum durch Ineinanderfließen
zu einer einheitlichen Klebstoffschicht zwischen den zu verbindenden Elementen verschmolzen.
[0030] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entsteht die Klebstoff-Verbindung
zunächst dadurch, dass zwei aneinander anliegende Klebstofffilme eine gewisse Haftreibung
auf einander ausüben, etwa im Rahmen der vorgenannten Werte. Diese Haftreibung, die
für eine erste Fixierung der Elemente zueinander völlig ausreicht, wird später überlagert
und gesteigert durch den Aufbau der einheitlichen Klebstoffschicht. Die Festigkeit
der Klebstoffschicht beträgt vorzugsweise mindestens ca. 1,5 N/mm
2, vorteilhaft mindestens ca. 2,5 N/mm
2, besonders bevorzugt mindestens ca. 4 N/mm
2. Die Klebstoffschicht entsteht bevorzugt durch ein Ineinanderfließen der beiden aneinander
anliegenden Klebstofffilme, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass es sich um Produkte
mit verhältnismäßig hoher Viskosität handelt, die erst nach einiger Zeit eine völlig
homogene Schicht ausbilden. Allerdings wird schon beim Ineinanderfließen der Oberflächen
der Klebstofffilme eine beträchtliche Festigkeit der Klebstoffverbindung aufgebaut.
[0031] Besonders bevorzugt wird ein Ein-Komponenten-Klebstoff, der bereits ca. 5 Minuten
nach dem Zusammenfügen zweier zu verbindender Elemente mindestens ca. 30 %, vorteilhaft
mindestens ca. 40 %, besonders bevorzugt ca. 50 % der maximal zu erreichenden Festigkeit
der Klebstoff-Verbindung aufgebaut hat.
[0032] Bevorzugt wird ein Klebstoff verwendet, dessen Eigenschaften, insbesondere dessen
Rheologie so eingestellt sind, dass die Klebkraft des Ein-Komponenten-Klebstoffs -
bezogen auf die Ausgangs-Klebkraft unmittelbar nach dem Auftragen und Trocknen - allenfalls
um ca. 20 % verringert wird, wenn das mit einem getrockneten Klebstofffilm versehene
Element über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten bei einem Feuchtegehalt von mindestens
6 Gewichts-% bei Temperaturen von ca. -20°C bis ca. +50°C gelagert wird.
[0033] Als besonders anwendungsfreundlich hat sich zum Auftragen auf die zu fügenden Elemente
ein Klebstoff erwiesen, dessen Klebkraft -bezogen auf die Klebkraft unmittelbar nach
dem Auftragen und Trocknen- allenfalls um bis zu ca. 60 %, vorzugsweise um bis zu
40 %, besonders bevorzugt um bis zu 20 % verringert wird, wenn das mit einem getrockneten
Klebstofffilm versehene Element über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten bei einer
Luftfeuchtigkeit von ca. 5% bis ca. 95% gelagert wird.
[0034] In der Anwendung hat sich ein Ein-Komponenten-Klebstoff als besonders brauchbar erwiesen,
der eine wasserfeste Klebstoff-Verbindung aufbaut. Es erweist sich bereits als vorteilhaft,
wenn der wasserfeste Klebstoff unterhalb der Oberseite z. B. an einer Nut-Federverbindung
aufgetragen ist, da so ein Eindringen unter bzw. hinter wasserempfindliche Werkstoffe
insbesondere Holzwerkstoff-Paneele vermieden wird. Bevorzugt wird jedoch, wenn der
Klebstoff unmittelbar im Bereich der Oberfläche aufgetragen ist. Dadurch wird z. B.
ein Eindringen von Wasser in die mittlere Schicht der Holzwerkstoffe unterhalb der
Oberfläche und damit ein unerwünschtes Quellen der Holzwerkstoffe vermieden.
[0035] Der Aufbau der Klebstoff-Verbindung und das Festigkeitsniveau der Klebstoff-Verbindung
können verbessert werden, wenn die zu verbindenden Elemente an den Kanten mit einem
Profil versehen sind, das nach dem Zusammenfügen einen gewissen Druck auf die Klebstoff-Verbindung
bewirkt. Beispielsweise bietet sich ein Nut- und -Feder-Profil an, dessen Feder nach
dem Zusammenfügen kraftschlüssig in der Nut des korrespondierenden Elements aufgenommen
ist. Zur Verbesserung des Festigkeitsniveaus genügt dabei schon ein verhältnismäßig
geringer Druck von mindestens 0,1 N/mm
2, bevorzugt von 0,8 N/mm
2 bis 2 N/mm
2, maximal von 5 N/mm
2. Ein höherer Druck ist nicht angebracht, wenn die profilierten Elemente von Hand
zusammengefügt werden sollen, da ein zu hoher Druck aufzubringen ist.
[0036] Eine besonders geeignete Anwendung des vorstehend geschilderten Verfahrens ist die
werksseitige Beleimung von Holzwerkstoff-Paneelen. Die nachstehenden Ausführungen
werden als Beschreibung einer eigenständigen erfinderischen Leistung angesehen, die
für sich genommen Schutz beanspruchen darf.
[0037] Holzwerkstoff-Paneele sind flächige Produkte, die nach ihrem Gebrauchszweck dazu
bestimmt sind, zu einem Verbund zusammengefügt zu werden. Typische Einsatzbereiche
sind Fußboden-, Wand- oder Deckenpaneele. Die Paneele weisen allgemein eine Oberfläche,
die sowohl technischen als auch dekorativen Ansprüchen genügt, eine Unterseite und
Kanten auf. Meist sind die Kanten werksseitig dazu präpariert, dass die einzelnen
Paneele beim Zusammenfügen form- und/oder kraftschlüssig miteinander verbunden werden
können. Überwiegend werden heute Paneele aus Holzwerkstoffen angeboten, doch im Einzelfall
werden auch Massivholz-Paneele angeboten. Da die Produkte ähnlich zu verarbeiten sind,
wird im Folgenden unter dem Begriff "Holzwerkstoffe" stets auch "Massivholz" verstanden.
Ebenso fallen auch mineralisch gebundene Span- bzw. Faserplatten unter den Oberbegriff
der Holzwerkstoffe.
[0038] Bekannte Verbindungen basieren entweder auf rein mechanischen Steck-, Klemm- oder
Rastverbindungen, ggf. mit Einsatz von separaten Verbindungsmitteln. Alternativ sind
Verbindungen bekannt, bei denen Klebstoff eingesetzt wird, der entweder bauseitig
bei der Herstellung des Verbunds aufgetragen wird oder der werksseitig bei der Konfektionierung
der Paneele aufgebracht wird.
[0039] Bekannt sind Klebstoffe, die in einem inaktiven Zustand aufgetragen werden, und die
dann vor dem oder beim Zusammenfügen der Paneele aktiviert werden, damit sie reagieren
und die gewünschte, feste Verbindung zwischen zwei Paneelen aufbauen. Sie entsprechen
damit der zweiten Gruppe der eingangs beschriebenen Klebstoffe.
[0040] Der werksseitige Klebstoffauftrag wird beispielsweise beschrieben in der deutschen
Gebrauchsmuster-Schrift
DE 297 03 962 der WITEX AG. Dort wird das werksseitige Auftragen eines Kontaktklebstoffs vorbeschrieben,
der auf ein Nut-Feder-Profil aufgetragen wird. Der Klebstoff wird auf das Profil aufgetragen
und durch Druck oder Wärme aktiviert. Ein Beispiel für einen geeigneten Klebstoff
ist nicht gegeben, so dass die Ausführbarkeit der Lehre bei der WITEX-Veröffentlichung
nicht gegeben ist.
[0041] Das Aufbringen eines Zwei-Komponenten-Klebstoffs auf profilierte Kanten eines Paneels
und das Aktivieren der beiden Komponenten, also das Überführen von einem passiven
in einen aktiven Zustand, beschreibt die
WO 01/94721 der M. Kaindl Holzindustrie. Nach der Beschreibung von Kaindl wird der Klebstoff
bauseitig durch Zugabe von Wasser, beispielsweise durch Aufstreichen von Wasser aktiviert.
In der
WO 02/063114 der Fritz Egger GmbH & Co. wird erläutert, dass das Aufbringen von Klebstoff, der
in Mikrokapseln eingeschlossen ist, werksseitig vorgenommen wird. Beim Zusammenfügen
der Paneele werden die Mikrokapseln zerstört und so der Klebstoff aktiviert.
[0042] Das Aktivieren des Klebstoffs ist entweder mit aufwändigen Maßnahmen verbunden, die
zunächst einmal sicherstellen, dass der Klebstoff in einem inaktiven Zustand bleibt.
So ist das Herstellen und die Verarbeitung von Mikrokapseln nicht nur aufwändig und
teuer sondern in der Praxis auch noch nicht zufriedenstellend gelöst. Oder aber das
Aktivieren ist eine mögliche Fehlerquelle, insbesondere dann, wenn Flüssigkeit zum
Aktivieren erforderlich ist. Holzwerkstoffe sind empfindlich gegen Wasser, das das
Material zum Quellen bringt und organische Lösungsmittel sind für die Verarbeiter
nicht ohne Risiko. Das richtige Maß an Flüssigkeit zu finden ist beim Aktiveren mit
Wasser nicht einfach. Die Neigung des Verbrauchers, der diese Produkte oft selbst
verlegt, geht dahin, zuviel Lösungsmittel zu verwenden. Es wird also zuviel Wasser
aufgetragen mit dem Risiko, dass die Kantenbereiche der Paneele durchfeuchten und
quellen.
[0043] Es ist daher weiter Aufgabe der Erfindung, einfach zu fügende Holzwerkstoff-Paneele
und ein Verfahren zu deren Herstellung vorzuschlagen.
[0044] Nachdem die Aktivierung von Klebstoff mit den vorgenannten Schwierigkeiten behaftet
ist, hat sich herausgestellt, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff für die werksseitige
Herrichtung von Paneelen besonders geeignet ist. Zu den Eigenschaften des Ein-Komponenten-Klebstoffs
sowie zum Verfahren des Auftragens und Trocknens des Klebstoffs wird auf die vorstehenden
Ausführungen verwiesen, die ohne weiteres für das Beleimen und Verarbeiten von Holzwerkstoffen
anwendbar sind.
[0045] Der Klebstoff wird mindestens abschnittsweise aufgetragen. Die Menge bzw. die zu
verleimende Oberfläche an den Kanten ergibt sich in einfacher Weise aus der gewünschten
Haftkraft bzw. Zugfestigkeit, die die Klebstoffverbindung aufweisen soll und dem Festigkeitspotential
des Klebstoffs. Gegebenenfalls ist noch die Form der beleimten Abschnitte der zu verbindenden
Paneele zu berücksichtigen. Dabei ist in der Regel die Vorgabe zu beachten, dass nach
dem vollen Ausbilden der Klebkraft die beiden verleimten Paneele unter Zug-, Scher-
oder Biegelast nicht in der Klebstofffuge brechen sollen sondern im Holzwerkstoff.
[0046] Die Kanten können im einfachsten Fall als gerade Seitenflächen des Holzwerkstoff-Paneels
ausgebildet sein. Bevorzugt wird jedoch eine Profilierung der Kanten, beispielsweise
ein einfaches Ausklinken oder ein Nut-Feder-Profil. Die Profilierung bewirkt, dass
nicht einfach senkrechte Flächen aneinander anliegen, denn es werden zwischen Oberseite
und Unterseite geneigte oder ebene Flächen geschaffen, die nicht an die Oberseite
des Paneels angrenzen.
[0047] Werden diese Flächen mit Klebstoff beaufschlagt, verringert sich das Risiko, dass
beim Fügen der Paneele Klebstoff zur Oberseite des Paneels hin gedrängt wird und die
Oberseite des Paneels durch austretenden Klebstoff optisch beeinträchtigt wird. Zudem
können die profilierten Kanten den schnellen Aufbau der Zugfestigkeit dadurch unterstützen,
dass die Klebstoffschichten beim Fügen der Paneele in besonders guten und vollständigen
Kontakt miteinander gebracht werden. Es kann sich als vorteilhaft erweisen, dass profilierte
Kanten größere Anlageflächen aufweisen, die zum Auftragen des Klebstoffs zur Verfügung
stehen, doch ist dies bei Klebstoffen mit hohem Festigkeitspotential nicht immer erforderlich.
[0048] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird der Klebstoff in wässriger
Phase aufgetragen. Das ermöglicht eine breite Form von an sich bekannten Auftragsvarianten
vom Spritzen über Düsen, Streichen, Tauchen oder Walzen.
[0049] Der Feuchtigkeitsgehalt des Klebstoffs wird nach dem Auftragen bis zur Ausgleichsfeuchte
reduziert. Nach dem Erreichen der Ausgleichsfeuchte liegt eine bei Berührung allenfalls
schwach haftend wirkende, trockene Klebstoffschicht vor, die beim Manipulieren des
Paneels nicht hinderlich ist. Besonders bevorzugt wird ein Trocknen, das in der Verpackung
der Paneele, also ohne gesonderte Trocknungsvorgänge oder Trocknungslager durchgeführt
wird. Es liegt auf der Hand, dass ein Überführen der beleimten Paneele unmittelbar
in eine verkaufsfertige Verpackung ohne zwischengeschaltete Trocknungsvorgänge, z.
B. mittels Heißluft-Düsen besonders wirtschaftlich ist.
[0050] Hinsichtlich der Verlegeeigenschaften ist sowohl für Holz bzw. Holzwerkstoffe als
auch für andere Werkstoffe ein Klebstoff zu bevorzugen, der möglichst schnell eine
Haftkraft bzw. Haftreibung oder Zugfestigkeit ausbildet, die ein Benutzen der verlegten
Paneele ermöglicht. Wichtig ist dies zum Beispiel beim Begehen einer Fußbodenfläche,
die aus Paneelen gefügt wird. Ein Klebstoff, der ca. 5 Minuten nach dem Fügen zweier
Paneele bzw. zweiter Klebstoffschichten ca. 30 %, vorteilhaft ca. 50 %, besonders
bevorzugt ca. 70 % der maximalen Festigkeit erreicht, hat sich als besonders geeignet
erwiesen. Die Festigkeit, die nach ca. 5 Minuten erreicht wird, sollte das Begehen
der Fußbodenfläche erlauben.
[0051] Es wird als eigenständiger erfinderischer Beitrag zur Erfindung angesehen, dass das
beleimte Element nach Anspruch i, das mit profilierten, mindestens abschnittsweise
mit Klebstoff versehenen Kanten versehen ist, zusätzlich mit mechanischen Auszieh-Widerständen,
insbesondere mit Widerhaken oder mit formschlüssig ausgearbeiteten Profilabschnitten
versehen ist.
[0052] Um unmittelbar nach dem Zusammenfügen, vor dem Ausbilden der maximalen Klebkraft
der Klebstoff-Verbindung bereits eine möglichst hohe Belastung der Klebstoff-Verbindung
gewährleisten zu können, wird vorgeschlagen, mechanische Auszieh-Widerstände in die
Nut oder auf der Feder einzuarbeiten.
[0053] Diese mechanischen Auszieh-Widerstände können als Stifte, Scheiben oder Bänder, vorzugsweise
aus Metall aber auch aus Kunststoff ausgebildet sein. Sie sind vorzugsweise in die
Richtung geneigt, in die die Feder beim Einführen in die Nut, also beim Fügen der
Elemente, bewegt wird. Wird durch Belastung unmittelbar nach dem Fügen eine Kraft
auf Nut und Feder ausgeübt, die ein Auseinandergleiten der Verbindung bewirkt, so
stehen die mechanischen Auszieh-Widerstände einer solchen Bewegung entgegen. Die Auszieh-Widerstände
können weitaus schwächer dimensioniert sein als übliche Verriegelungsmittel, da die
erfindungsgemäße Klebstoff-Verbindung bereits unmittelbar nach dem Fügen über eine
hohe Haftreibung verfügt.
[0054] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist ein Auszieh-Widerstand als
formschlüssiger Profilabschnitt ausgebildet. Bevorzugt weist dieser Profilabschnitt
mindestens eine Ausnehmung und einen korrespondierenden Vorsprung auf, deren Eingriffhöhe
die Schichtdicke des Klebstoff-Auftrags, üblicherweise 0,05 mm bis 0,3 mm, vorzugsweise
0,1 bis 0,2 mm, jedoch nicht übersteigt.
[0055] Es ist ersichtlich, dass ein so klein dimensioniertes Profil nicht geeignet ist,
einer vollen auf Auseinanderziehen des Profils gerichteten Kraft zu widerstehen. Das
derart klein dimensionierte, die Schichtdicke des Klebstoff-Auftrags nicht übersteigende
Profil ist jedoch geeignet, die Festigkeitsdifferenz zu schließen, die zwischen dem
anfänglichen Auszieh-Widerstand der Klebstoff-Verbindung und dem gewünschten Auszieh-Widerstand
besteht Ist kein Klebstoff aufgetragen und werden die Elemente mit Nut und Feder gefügt,
kommt das klein dimensionierte Profil zwischen Nut und Feder nicht in Eingriff.
[0056] Ein Ausführungsbeispiel erläutert am Beispiel der Figuren Details der Erfindung.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform der Erfindung
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform der Erfindung mit Auszieh-Widerstand
- Fig. 3
- eine dritte Ausfiihrungsform der Erfindung mit Auszieh-Widerstand
[0057] Eine mittel dichte Faserplatte (MDF-Platte) wird in Paneele 2, 4 aufgetrennt Die
Paneele 2, 4 weisen jeweils eine laminierte Dekor-Oberseite 6 und eine mit einem Gegenzug
8 versehene Unterseite 10 auf. Die Kanten 12, 14 werden jeweils mit einer Nut 16 oder
einer mit der Nut 16 korrespondierenden Feder 18 versehen. Ein Paneel 2 weist an einer
ersten Kante 12 eine Nut 16 und an einer zweiten Kante 14, die parallel zu der ersten
Kante 12 verläuft, eine mit der Nut 16 korrespondierende Feder 18 auf. Dadurch können
mehrere Paneele 2, 4 miteinander zu einer Fläche verbunden werden.
[0058] Die Nut 16 weist zwei etwa parallele Fläche 20, 22 auf, die sich von einem Nutgrund
24 bis zur Kante 12 erstrecken. Auf die parallelen Flächen 20, 22 ist eine Klebstoffschicht
26 aufgetragen. Die Feder 18 weist zwei etwa parallele Flächen 28, 30 auf, die sich
von der Kante 14 bis zu einem Federende 32 erstrecken. Die Feder 18 ist so bemessen,
dass sie beim Zusammenfügen der Paneele 2, 4 formschlüssig in die Nut 16 eingreift.
Die Flächen 28, 30 der Feder 18 sind mit einer Klebstoffschicht 34 versehen.
[0059] Die Paneele 2,4 mit den beleimten Flächen 20, 22, 28, 30 werden so ausgerichtet,
dass Nut 16 und Feder 18 einander gegenüberliegen. Die Paneele 2,4 werden dann ineinander
gefügt, so dass die Flächen 20, 28 und 22, 30 aneinander anliegen. Dadurch kommen
die Klebstoffschichten 26 und 34 ebenfalls zur Anlage aneinander.
[0060] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine handelsübliche, wässrige
Dispersion eines Polyvinylacetats Ethylen Copolymer (PVA cE) verwendet. Diese Dispersion
wird mit einem Feststoff-Gehalt von 50 Gew.-% eingesetzt. Weiter sind 1 Gew.-% eines
Verdickungsmittels, jeweils 0,5 Gew.-% eines Biozids und eines Entschäumers eingesetzt.
Schließlich enthält die aufzutragende Dispersion 1 Gew.-& eines Oxidations-Stabilisators.
Der Wassergehalt der Dispersion beträgt 47 Gew.-%. Die Dispersion weist eine Glasübergangstemperatur
Tg von 17 °C und eine Reißdehnung von ca. 700 % auf.
[0061] Die Dispersion wird bei Raumtemperatur auf die Flächen 20, 22, 28, 30 aufgesprüht.
Der Klebstoff-Auftrag liegt bei ca. 150 g/m
2. Die beleimten Flächen 20, 22, 28, 30 werden an Heißluft-Düsen vorbeigeführt, die
den Klebstofffilm in wenigen Minuten auf Ausgleichsfeuchte getrocknet. Glasübergangstemperatur
und Reißdehnung sind für den getrockneten Klebstofffilm unverändert dieselben wie
für die Dispersion.
[0062] Fig. 2 zeigt die Randbereiche von zwei Paneelen 2, 4. Die Kante 12 des Paneels 2
ist mit einer Nut 16 versehen, die Kante 14 des Paneels 4 ist mit einer Feder 18 versehen.
Nut 16 und Feder 18 sind abschnittsweise beleimt. Die Stärke des Klebstoff-Auftrags
beträgt 0,1 mm. In beleimtem Zustand greifen Nut 16 und Feder 18 kraftschlüssig ineinander
ein. In die untere Wange der Nut ist ein Auszieh-Widerstand, hier ein Drahtstift 36,
eingebracht, der die untere Fläche 22 der Nut 16 durchsetzt. Der Drahtstift 36 ist
geneigt. Die Neigung des Drahtstifts 36 weist in Richtung der Bewegung der Feder 18,
wenn diese in die Nut 16 eingefügt wird.
[0063] Beim Fügen der Paneele 2, 4 dringt der Drahtstift 36 nicht notwendigerweise in die
Feder 18 ein. Wird allerdings eine Kraft auf die Paneele 2, 4 ausgeübt, die ein Herausziehen
der Feder 18 aus der Nut 16 zur Folge hat, so steht zum einen dem die Haftreibung
des Klebstoffs entgegen, die schon unmittelbar nach dem Fügen gegeben ist. Zum anderen
dringt in dieser Belastungsrichtung der Drahtstift 36 in die Feder 18 ein und verhindert
ein Auseinanderziehen der Paneele 2,4.
[0064] Fig. 3 zeigt eine alternative Ausführungsform eines Profils mit Auszieh-Widerstand.
Die Paneele 2, 4 sind im wesentlichen so gestaltet wie in Fig. 1 und 2 dargelegt.
Abweichend von den vorbeschriebenen Ausführungen ist kein Drahtstift 36 als Auszieh-Widerstand
vorgesehen. Vielmehr ist in die obere Fläche 20 der Nut 16 eine Ausnehmung 38 eingearbeitet,
die der halben Stärke des Klebstoff-Auftrags entspricht, also 0,05 mm. Auf der korrespondierenden
Fläche der Feder 18, die nach dem Fügen an der Fläche 22 anliegt, ist ein Vorsprung
40 gleicher Höhe wie die Ausnehmung eingearbeitet. In Fig. 3 sind die Ausnehmung 38
und der Vorsprung 40 in stark vergrößerter Ausführung dargestellt, um das Prinzip
des Auszieh-Widerstands deutlich zu machen.
[0065] Beim Fügen der Paneele 2, 4 greift der Vorsprung 40 in die Ausnehmung 38 ein, einfach
dadurch, dass der Klebstofffilm verdrängt wird. Eine Auslenkung von Nut 16 oder Feder
18 ist nicht gegeben. Wird eine Kraft auf die Paneele 2, 4 ausgeübt, die ein Herausziehen
der Feder 18 aus der Nut 16 zur Folge hat, so steht zum einen dem die Haftreibung
des Klebstoffs entgegen, die schon unmittelbar nach dem Fügen gegeben ist. Zum anderen
verhindert in dieser Belastungsrichtung der Eingriff von Ausnehmung 38 und Vorsprung
40 ein Auseinanderziehen der Paneele 2, 4.
1. Holzwerkstoff-Paneel mit einer Oberfläche, auf die werksseitig zum Herstellen einer
Klebverbindung mindestens abschnittsweise ein Ein-Komponenten-Klebstoff aufgetragen
ist, dessen Feuchtigkeitsgehalt nach dem Auftragen bis zur Ausgleichsfeuchte reduziert
ist und der nach dem Erreichen der Ausgleichsfeuchte blockfrei ist.
2. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff mit einer Glasübergangstemperatur von 0°C bis 30°C,
vorzugsweise von 10°C bis 20°C aufgetragen ist.
3. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff mit einer Reißdehnung von 200% bis 1200%, vorzugsweise
von 300% bis 1000%, besonders bevorzugt von 400% bis 900% aufgetragen ist.
4. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Klebstoff zur Herstellung des beleimten Holzwerkstoff-Paneels (2, 4) eingesetzt
wird, der eine Filmhärte von 10 bis 80 Pendelausschlägen, vorzugsweise von 20 bis
40 Pendelausschlägen, besonders bevorzugt von 25 bis 35 Pendelausschlägen nach DIN
53157 (Pendelhärte nach König) aufweist.
5. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ein-Komponenten-Klebstoff aus der Gruppe der Thermoplasten ausgewählt ist.
6. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ein-Komponenten-Klebstoff aus einer Gruppe ausgewählt wird, die umfasst: Polyacrylate,
Polyurethane und Polyacetate, insbesondere Polyacetat-Ethylen-Copolymere, oder dass
der Ein-Komponenten-Klebstoff Mischungen der Komponenten der vorgenannten Gruppe umfasst.
7. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ein-Komponenten-Klebstoff eine Viskosität von mindestens 2000 mPas, vorzugsweise
von mehr als 3000 mPas, besonders bevorzugt von über 6000 mPas, vorteilhaft von über
8000 mPas aufweist.
8. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsmenge des Ein-Komponenten-Klebstoffs bis zu 250 g/m2, vorzugsweise bis zu 150 g/m2, besonders bevorzugt 80 g/m2 bis 120 g/m2 beträgt.
9. Holzwerkstoff Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Ein-Komponenten-Klebstofffilms (26, 34) eine Haftreibung von mindestens
1 N/mm2, vorzugsweise von mindestens 2 N/mm2, besonders bevorzugt von 4 N/mm2 aufweist.
10. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff aufgetragen wird, der nach dem Zusammenfügen von zwei
korrespondierenden Klebstofffilmen (26, 34) eine Klebkraft von mindestens 1 N/mm2, vorzugsweise von mindestens 2 N/mm2, besonders bevorzugt von mehr als 4 N/mm2 aufbaut.
11. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Klebkraft des jeweiligen Ein-Komponenten-Klebstoffs nach 48 Stunden,
vorzugsweise nach 24 Stunden, besonders bevorzugt nach 12 Stunden erreicht ist.
12. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff verwendet wird, dessen Klebkraft mindestens teilweise
durch Ineinanderfließen der aneinander anliegenden Klebstofffilme (26, 34) aufgebaut
ist.
13. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff ausgewählt ist, dessen Klebkraft, bezogen auf die unmittelbar
nach dem Auftragen und Trocknen des Klebstofffilms (26, 34) erreichbare Festigkeit,
um bis zu 20% verringert wird, wenn das mit einem getrockneten Klebstofffilm versehene
Holzwerkstoff-Paneel über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten bei einem Feuchtegehalt
von mindestens 6 Gewichts-% bei Temperaturen von -20°C bis +50°C gelagert ist.
14. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff ausgewählt ist, dessen Klebkraft, bezogen auf die unmittelbar
nach dem Auftragen und Trocknen des Klebstofffilms (26, 34) erreichbare Festigkeit,
um bis zu 60%, vorzugsweise bis zu 40%, besonders bevorzugt bis zu 20% verringert
wird, wenn das mit einem getrockneten Klebstofffilm versehene Holzwerkstoff-Paneel
(2, 4) über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten bei einer Luftfeuchtigkeit von
5% bis 95% gelagert ist.
15. Holzwerkstoff Paneel nach Anspruch 1 mit profilierten, mindestens abschnittsweise
mit Klebstoff versehenen Kanten (12, 14), dadurch gekennzeichnet, dass eine profilierte Kante (12, 14) eines Holzwerkstoff-Paneels (2, 4) entweder mit einer
Nut (16) oder mit einer Feder (18) versehen ist, die zum kraftschlüssigen Eingriff
mit einer Feder (18) oder einer Nut (16) eines zweiten Holzwerkstoff-Paneels (2, 4)
bestimmt ist.
16. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 15 mit mechanischem Auszieh-Widerstand, insbesondere
mit Widerhaken (36) und/oder mit formschlüssig ausgearbeiteten Profilabschnitten (38,
40).
17. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 16 mit mechanischen Auszieh-Widerständen, die in
die Nut (16) oder auf der Feder (18) eingearbeitet sind.
18. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 15 mit Auszieh-Widerständen, die als Stifte (36),
Scheiben und/oder Bänder, insbesondere aus Metall oder Kunststoff, ausgebildet sind.
19. Holzwerkstoff-Paneel nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Stifte (36), Scheiben und/oder Bänder in die Nut (16) eingesetzt sind und in
die Richtung geneigt sind, in die die Feder (18) beim Fügen der Holzwerkstoff-Paneele
(2, 4) bewegt wird.
20. Holzwerkstoff Paneel nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass formschlüssige Profilabschnitte, insbesondere Ausnehmungen (38) und korrespondierende
Vorsprünge (40) ausgearbeitet sind, deren Höhe die Schichtdicke des Klebstoff-Auftrags
(26, 34) nicht übersteigen.
21. Verfahren zur Herstellung eines beleimten Holzwerkstoff-Paneels (2, 4), das werksseitig
zum Verkleben mit einem weiteren gleichartig beleimten Holzwerkstoff-Paneel (2, 4)
hergerichtet ist, mit den Schritten:
- Auftragen eines blockfreien Ein-Komponenten-Klebstoffs auf mindestens einen Oberflächen-Abschnitt
(20, 22, 28, 30) des Holzwerkstoff-Paneels (2, 4) und
- Reduzieren des Flüssigkeitsgehalts des aufgetragenen blockfreien Ein-Komponenten-Klebstoffs
bis zur Ausgleichsfeuchte.
22. Verfahren nach Anspruch 21 zum Herstellen von Holzwerkstoff-Paneelen, die verlegefertig
hergerichtet sind, mit einer Oberseite (6), einer Unterseite (10) und Kanten (12,
14), dadurch gekennzeichnet, dass auf mindestens zwei Kanten des Paneels mindestens abschnittsweise ein Ein-Komponenten-Klebstoff
aufgetragen wird.
23. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanten (12, 14) von zu verbindenden Holzwerkstoff-Paneelen (2, 4) profiliert
werden, insbesondere, dass die Profile der Kanten der zu verbindenden Holzwerkstoff-Paneele
als kraftschlüssig zu verbindende, korrespondierende Profile ausgearbeitet werden.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Profile der Kanten (12, 14) der zu verbindenden Holzwerkstoff-Paneele (2, 4)
so ausgearbeitet werden, dass sie in zusammengefügtem Zustand einen Druck von mindestens
0,1 N/mm2 bis 5 N/mm2, vorzugsweise von 0,8 N/mm2 bis 20 N/mm2 aufeinander ausüben.
25. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Komponenten-Klebstoff aufgetragen wird, der nach dem Zusammenfügen von zwei
korrespondierenden Klebstofffilmen (26, 34) eine Klebkraft von mindestens 1 N/mm2, vorzugsweise von mindestens 2 N/mm2, besonders bevorzugt von mehr als 4 N/mm2 aufbaut.
26. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Klebkraft des jeweiligen Ein-Komponenten-Klebstoffs nach 48 Stunden,
vorzugsweise nach 24 Stunden, besonders bevorzugt nach 12 Stunden erreicht wird.
27. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung des Klebstoffs bis zur Ausgleichsfeuchte in einer Verpackung für mindestens
eine Holzwerkstoff-Platte erfolgt.
28. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass ein Klebstoff verwendet wird, der ca. 5 Min. nach dem Zusammenfügen zweier Klebstoffschichten
(26, 34) mindestens 30%, vorzugsweise mindestens 50%, besonders bevorzugt mindestens
70% der maximalen Festigkeit erreicht hat.
29. Klebstoff-Verbindung zwischen zwei Holzwerkstoff-Paneelen mit jeweils einem werksseitig
aufgetragenen und getrockneten Klebstofffilm (26, 34) aus Ein-Komponenten-Klebstoff,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstofffilme (26, 34) zu einer einzigen Klebstoffschicht ineinandergeflossen
sind.
1. A derived-timber panel having a surface, on which a one-component adhesive is at least
partially applied in the factory to create an adhesive bond, the moisture content
of which is reduced after application up to the point of moisture content equilibrium
and which is block-free after reaching the point of moisture content equilibrium.
2. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that a one-component adhesive having a glass transition temperature between 0°C and 30°C,
preferably between 10°C and 20°C, is applied.
3. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that a one-component adhesive is applied having an elongation at tear of 200% to 1200%,
preferably of 300% to 1000%, particularly advantageously of 400% to 900%.
4. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that for creating the glue-coated derived-timber panel (2, 4) an adhesive is used with
a film hardness of between 10 and 80 pendulum oscillations, preferably between 20
and 40 pendulum oscillations, particularly preferably between 25 and 35 pendulum oscillations
according to the DIN specification 53157 (pendulum hardness according to König).
5. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that the one-component adhesive is selected of the group of thermoplastics.
6. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that the one-component adhesive is selected from a group comprising polyacrylates, polyurethanes
and polyacetates, in particular polyacetate ethylene copolymers, or in that the one-component adhesive comprises mixtures of the components of the above-mentioned
group.
7. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that the one-component adhesive has a viscosity of at least 2000 mPas, preferably of more
than 3000 mPas, particularly advantageously of more than 6000 mPas, advantageously
of more than 8000 mPas.
8. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that the applied amount of the one-component adhesive is up to about 250 g/m2, preferably up to about 150 g/m2, particularly advantageously about 80 g/m2 to about 120 g/m2.
9. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that the surface of the one-component adhesive (26, 34) has a static friction of at least
about 1 N/mm2, preferably of at least about 2 N/mm2, particularly advantageously about 4 N/mm2.
10. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that a one-component adhesive is applied which establishes an adhesive force of at least
1 N/mm2, preferably of at least 2 N/mm2, particularly advantageously of more than 4 N/mm2 after two corresponding adhesive films (26, 34) have been joined.
11. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that the maximum adhesive force of each one-component adhesive is reached after 48 hours,
preferably after 24 hours, particularly advantageously after 12 hours.
12. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that a one-component adhesive is used having an adhesive force which is established at
least partially by having the adjacent adhesive films (26, 34) merge one into the
other.
13. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that a one-component adhesive is selected having an adhesive force which, with respect
to the strength achievable immediately after the adhesive film (26, 34) has been applied
and dried, is reduced by up to about 20 %, if the derived-timber panel provided with
the dried adhesive film is stored for a time period of up to three months at a moisture
content of at least 6 % by weight at temperatures of -20°C to +50°C.
14. The derived-timber panel according to claim 1, characterized in that a one-component adhesive is selected having an adhesive force which, with respect
to the strength achievable immediately after the adhesive film (26, 34) has been applied
and dried, is reduced by up to about 60 %, preferably up to about 40%, particularly
advantageously up to about 20%, if the derived-timber panel (2, 4) provided with a
dried adhesive film is stored for a time period of up to three months at air humidity
levels of between 5 and 95%.
15. The derived-timber panel according to claim 1, with profiled edges (12, 14) at least
partially provided with an adhesive, characterized in that one profiled edge (12, 14) of a derived-timber panel (2, 4) is provided with either
a groove (16) or a tongue (18), intended for non-positive engagement with a tongue
(18) or a groove (16) of a second derived-timber panel (2, 4).
16. The derived-timber panel according to claim 15, with a mechanic draw-out resistance,
in particular with a barb (36) and/or with positively engaging, machined profile sections
(38, 40).
17. The derived-timber panel according to claim 16, with mechanical draw-out resistances
formed in the groove (16) or on the tongue (18).
18. The derived-timber panel according to claim 15, with draw-out resistances which are
formed as pins (36), discs and/or bands, in particular of metal or plastic.
19. The derived-timber panel according to claim 15, characterized in that the pins (36), discs and/or bands are inserted in the groove (16) and inclined in
the direction in which the tongue (18) is moved when the derived-timber panels (2,
4) are joined.
20. The derived-timber panel according to claim 15, characterized in that positively engaging profile sections, in particular recesses (38) and corresponding
protrusions (40) are formed, having a height not exceeding the applied layer thickness
of the adhesive layer (26, 34).
21. A method of manufacturing a glue-coated derived-timber panel (2, 4) which is prepared
in the factory to be glued together with another identically glue-coated derived-timber
panel (2, 4), comprising the following steps:
- applying a block-free one-component adhesive to at least one surface section (20,
22, 28, 30) of the derived-timber panel (2, 4) and
- reducing the moisture content of the applied, block-free one-component adhesive
up to the point of moisture content equilibrium.
22. The method according to claim 21 of manufacturing derived-timber panels, which are
for immediate installation, having a top surface (6), a bottom surface (10) and edges
(12, 14), characterized in that on at least two edges of the panel, a one-component adhesive is applied at least
in sections thereof.
23. The method according to claim 21, characterized in that the edges (12, 14) of derived-timber panels (2, 4) to be bonded, are profiled, in
particular in that the profiles of the edges of the derived-timber panels to be bonded are machined
as corresponding profiles to be joined in a non-positive way.
24. The method according to claim 23, characterized in that the profiles of the edges (12, 14) of the derived-timber panels (2, 4) to be bonded
are machined in such a way that in the joined state they apply a pressure of at least
0.1 N/mm2 to 5 N/mm2, preferably of 0.8 N/mm2 to 20 N/mm2 on each other.
25. The method according to claim 21, characterized in that a one-component adhesive is applied which establishes an adhesive force of at least
1 N/mm2, preferably of at least 2 N/mm2, particularly advantageously of more than 4 N/mm2 after two corresponding adhesive films (26, 34) are joined.
26. The method according to claim 21, characterized in that the maximum adhesive force of each one-component adhesive is reached after 48 hours,
preferably after 24 hours, particularly advantageously after 12 hours.
27. The method according to claim 21, characterized in that the drying of the adhesive up to the point of moisture content equilibrium is carried
out in a package of at least one derived-timber board.
28. The method according to claim 21, characterized in that an adhesive is used which has reached at least 30%, preferably at least 50%, particularly
advantageously at least 70% of its maximum strength approx. 5 minutes after two adhesive
layers (26, 34) have been joined together.
29. An adhesive bond between two derived-timber panels each having an adhesive film (26,
34) of a one-component adhesive applied to it and dried in the factory, characterized in that the adhesive films (26, 34) have merged into a single adhesive layer.
1. Panneau en matériau dérivé du bois avec une surface sur laquelle une colle à un composant
est appliquée en usine au moins par sections pour réaliser un assemblage collé, colle
dont le taux d'humidité après application est réduit à l'humidité de compensation
et qui est non gluante après avoir atteint l'humidité de compensation.
2. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une colle à un composant est appliquée avec une température de transition vitreuse
de 0°C à 30°C, de préférence de 10°C à 20°C.
3. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une colle à un composant est appliquée avec une élongation à la rupture de 200% à
1200%, de préférence de 300% à 1000%, de manière particulièrement préférée de 400%
à 900%.
4. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour réaliser le panneau en matériau dérivé du bois encollé (2, 4), il est utilisé
une colle qui présente une dureté de film de 10 à 80 élongations du pendule, de préférence
de 20 à 40 élongations du pendule, de manière particulièrement préférée de 25 à 35
élongations du pendule selon DIN 53157 (pendule de dureté selon König).
5. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que la colle à un composant est sélectionnée dans le groupe des matières thermoplastiques.
6. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que la colle à un composant est sélectionnée dans un groupe qui comprend: les polyacrylates,
les polyuréthanes et les polyacétates, en particulier les copolymères d'éthylène et
de polyacétate ou que la colle à un composant comprend des mélanges des composants
du groupe sus-cité.
7. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que la colle à un composant présente une viscosité d'au moins 2000 mPas, de préférence
de plus de 3000 mPas, de manière particulièrement préférée de plus de 6000 mPas, de
manière avantageuse de plus de 8000 mPas.
8. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que la quantité d'application de la colle à un composant va jusqu'à 250 g/m2, de préférence jusqu'à 150 g/m2, de manière particulièrement préférée est de 80 g/m2 à 120 g/m2.
9. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface du film de colle à un composant (26, 34) présente un frottement par adhérence
d'au moins 1 N/mm2, de préférence d'au moins 2 N/mm2, de manière particulièrement préférée de 4 N/mm2.
10. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on applique une colle à un composant qui, après l'assemblage de deux films de colle
correspondants (26, 34), constitue un pouvoir adhésif d'au moins 1 N/mm2, de préférence d'au moins 2 N/mm2, de manière particulièrement préférée de plus de 4 N/mm2.
11. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que le pouvoir adhésif maximal de chacune des colles à un composant est atteint après
48 heures, de préférence après 24 heures, de manière particulièrement préférée après
12 heures.
12. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise une colle à un composant dont le pouvoir adhésif est constitué au moins
partiellement par la confusion des films de colle adjacents l'un à l'autre (26, 34).
13. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on sélectionne une colle à un composant dont le pouvoir adhésif est réduit jusqu'à
20% par rapport à la résistance que l'on peut atteindre directement après l'application
et le séchage du film de colle (26, 34) lorsque le panneau en matériau dérivé du bois
pourvu d'un film de colle séché est stocké à des températures de -20°C à +50°C pendant
une période allant jusqu'à trois mois à un degré d'humidité d'au moins 6 % en poids.
14. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on sélectionne une colle à un composant dont le pouvoir adhésif est réduit jusqu'à
60%, de préférence jusqu'à 40%, de manière particulièrement préférée jusqu'à 20% par
rapport à la résistance que l'on peut atteindre directement après l'application et
le séchage du film de colle (26, 34) lorsque le panneau en matériau dérivé du bois
(2, 4) pourvu d'un film de colle séché est stocké pendant une période allant jusqu'à
trois mois à une humidité de l'air de 5% à 95%.
15. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 1 avec des arêtes (12, 14)
profilées, pourvues de colle au moins sur des sections, caractérisé en ce qu'une arête profilée (12, 14) d'un panneau en matériau dérivé du bois (2, 4) est pourvue
soit d'une rainure (16), soit d'une languette (18), qui est destinée à l'engrènement
par adhérence avec une languette (18) ou une rainure (16) d'un second panneau en matériau
dérivé du bois (2, 4).
16. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 15 avec une résistance mécanique
à l'extraction, en particulier avec des barbes (36) et/ou avec des sections profilées
(38, 40) évidées à engagement positif.
17. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 16 avec des résistances
mécaniques à l'extraction qui sont intégrées à la rainure (16) ou à la languette (18).
18. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 15 avec des résistances
à l'extraction qui sont configurées comme des chevilles (36), des rondelles et/ou
des bandes, en particulier en métal ou en matière synthétique.
19. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 15, caractérisé en ce que les chevilles (36), rondelles et/ou bandes sont mises en place dans la rainure (16)
et sont inclinées dans le sens dans lequel la languette (18) est déplacée lors de
l'assemblage des panneaux en matériau dérivé du bois (2, 4).
20. Panneau en matériau dérivé du bois selon la revendication 15, caractérisé en ce que des sections profilées à engagement positif, en particulier des creux (38) et des
saillies correspondantes (40), sont évidées dont la hauteur ne dépasse pas l'épaisseur
de couche de la couche de colle (26, 34).
21. Procédé de fabrication d'un panneau en matériau dérivé du bois encollé (2, 4) qui
est préparé en usine pour être collé avec un autre panneau en matériau dérivé du bois
(2, 4) encollé de même type avec les étapes :
- application d'une colle à un composant non gluante sur au moins une section de surface
(20, 22, 28, 30) du panneau en matériau dérivé du bois (2, 4) et
- réduction de la teneur en liquide de la colle à un composant non gluante appliquée
jusqu'à l'humidité de compensation.
22. Procédé selon la revendication 21 pour fabriquer des panneaux en matériau dérivé du
bois qui sont conçus prêts à être posés, avec un côté supérieur (6), un côté inférieur
(10) et des arêtes (12, 14), caractérisé en ce qu'une colle à un composant est appliquée au moins par sections sur au moins deux arêtes
du panneau.
23. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que les arêtes (12, 14) des panneaux en matériau dérivé du bois à relier (2, 4) sont
profilées, en particulier en ce que les profils des arêtes des panneaux en matériau dérivé du bois à relier sont évidées
en profils correspondants devant être reliés à engagement positif.
24. Procédé selon la revendication 23, caractérisé en ce que les profils des arêtes (12, 14) des panneaux en matériau dérivé du bois (2, 4) à
relier sont évidés de manière à exercer l'un sur l'autre, à l'état assemblé, une pression
d'au moins 0,1 N/mm2 à 5 N/mm2, de préférence de 0,8 N/mm2 à 20 N/mm2.
25. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que l'on applique une colle à un composant qui, après l'assemblage de deux films de colle
correspondants (26, 34), constitue un pouvoir adhésif d'au moins 1 N/mm2, de préférence d'au moins 2 N/mm2, de manière particulièrement préférée de plus de 4 N/mm2.
26. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que le pouvoir adhésif maximal de chacune des colles à un composant est atteint après
48 heures, de préférence après 24 heures, de manière particulièrement préférée après
12 heures.
27. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que le séchage de la colle jusqu'à l'humidité de compensation se fait dans un emballage
pour au moins une plaque de matériau en matériau dérivé du bois.
28. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que l'on utilise une colle qui, environ 5 minutes après l'assemblage de deux couches
de colle (26, 34), a atteint au moins 30%, de préférence au moins 50%, de manière
particulièrement préférée au moins 70% de la résistance maximale.
29. Assemblage collé entre deux panneaux en matériau dérivé du bois avec respectivement
un film de colle (26, 34) appliqué en usine et séché de colle à un composant, caractérisé en ce que les films de colle (26, 34) se confondent en une seule couche de colle.


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