[0001] Die Erfindung betrifft eine Dosiervorrichtung zur Abgabe eines Mediums in eine Umgebung,
mit einem durch aneinandergrenzende Wandabschnitte gebildeten, gegenüber einer Umgebung
im wesentlichen abgeschlossenen Dosierraum, mit zumindest einem Zulauf, der zumindest
einen Wandabschnitt für eine kommunizierende Verbindung zwischen dem Dosierraum und
einem Mediumspeicher durchdringt, mit einer Dosieröffnungsanordnung, die zumindest
einen Wandabschnitt für eine kommunizierende Verbindung zwischen dem Dosierraum und
der Umgebung durchdringt, mit zumindest einer an zumindest einem Wandabschnitt angebrachten
Vibrationseinrichtung, die für eine Schwingungsbeaufschlagung zumindest eines Wandabschnittes
des Dosierraums vorgesehen ist.
[0002] Eine derartige Dosiervorrichtung ist aus der europäischen Patentanmeldung EP 1 129
741 bekannt. Dort wird eine Dosiervorrichtung beschrieben, die aus einem oberen und
einem unteren Substrat aufgebaut ist, wobei Wandabschnitte der Substrate einen Dosierraum
begrenzen, der gegen eine Umgebung im wesentlichen abgeschlossen ist. In dem oberen
Substrat sind in den Wandabschnitten Dosieröffnungen vorgesehen, durch die das auszutragende
Medium in die Umgebung der Dosiervorrichtung abgegeben werden kann. An einer dem Dosierraum
abgewandten Außenseite des unteren Substrats ist eine Vibrationseinrichtung angebracht,
die für die Schwingungsbeaufschlagung des unteren Substrats und damit des im Dosierraum
vorgesehenen Mediums ausgebildet ist. An der Dosiervorrichtung ist ein seitlicher,
zwischen einem Wandabschnitt des oberen Substrates und einem Wandabschnitt des unteren
Substrates angeordneter Zulauf vorgesehen, der ein Einströmen von Medium aus einem
Mediumspeicher in den Dosierraum ermöglicht.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die eine einfachere Herstellung sowie einen verbesserten Mediumaustrag
ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Dosieröffnungsanordnung als diskretes
Bauteil ausgeführt und in einem Wandabschnitt integriert ist. Dadurch wird die Anwendung
eines spezifischen, besonders gut für die Dosieröffnungsanordnung geeigneten Herstellprozesses
ermöglicht, der ohne Rücksicht auf Erfordernisse der übrigen Wandabschnitte des Dosierraums
durchgeführt werden kann und somit besonders vorteilhafte Eigenschaften der Dosieröffnungsanordnung
hervorbringen kann. Außerdem können die übrigen Wandabschnitte der Dosiervorrichtung
in einfacheren, kostengünstigeren und unabhängigen Herstellungsprozessen mit gleichen
oder anderen Werkstoffen verwirklicht werden. Dabei ist insbesondere eine Herstellung
durch Ur- oder Umformverfahren denkbar.
[0005] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Wandabschnitte in getrennten Gehäusebauteilen
vorgesehen. Dadurch ist eine spezifische Anpassung der jeweils für die Gehäuseteile
angewendeten Herstellverfahren auf die Erfordernisse der entsprechenden Wandabschnitte
möglich. Während ein erstes Gehäusebauteil insbesondere zur Aufnahme der Dosieröffnungsanordnung
vorgesehen sein kann und somit entsprechende Einrichtungen zur Auflage, Befestigung
und Abdichtung der Dosieröffnungsanordnung aufweisen kann, kann ein zweites Gehäuseteil
spezifisch für die Anbringung der Vibrationseinrichtung vorgesehen sein und insbesondere
für eine verlustarme Weiterleitung der von der Vibrationseinrichtung hervorgerufenen
Schwingungen in den Dosierraum ausgebildet sein.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird auch dadurch gelöst, dass an dem Wandabschnitt, der
für die Anbringung der Vibrationseinrichtung vorgesehen ist, eine Elastizitätszone
zur Schwingungsentkopplung gegenüber anderen Wandabschnitten vorgesehen ist. Durch
die Elastizitätszone kann ein unerwünschtes Mitschwingen von Wandabschnitten abseits
des von der Vibrationseinrichtung mit Schwingungen beaufschlagten Wandabschnittes
verhindert oder zumindest deutlich reduziert werden. Damit kann insbesondere auch
eine unerwünschte Übertragung der Schwingungen auf Bestandteile einer Austragvorrichtung
für Medien, in die die Dosiervorrichtung in der Regel eingebaut ist, verhindert werden,
wodurch eine Langlebigkeit einer derartigen Austragvorrichtung verbessert werden kann.
Darüber hinaus kann durch die Elastizitätszone zur Schwingungsentkopplung eine besonders
vorteilhafte Einbringung und Übertragung der erzeugten Vibrationen in den Dosierraum
und insbesondere auf das auzutragende Medium verwirklicht werden, wodurch sich ein
vorteilhafter Wirkungsgrad der Vibrationseinrichtung erzielen lässt. Dies ist insbesondere
bei mobilen Austragvorrichtungen, die mit einem limitierten Energievorrat eine maximale
Anzahl von Austragvorgängen erzielen sollen, von besonderem Interesse.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Elastizitätszone als zumindest teilweise
umlaufende Nut und/oder Sicke in dem Wandabschnitt ausgeführt. Dadurch kann eine besonders
vorteilhafte Herstellung der Elastizitätszone, insbesondere durch Ur- oder Umformverfahren,
verwirklicht werden. Durch eine derartige, zumindest teilweise umlaufende Nut und/oder
Sicke kann auch ein weitreichender Einfluss auf das Schwingungsverhalten des von der
Vibrationseinrichtung angeregten Mediums im Dosierraum erzielt werden, wodurch Austrageigenschaften
der Dosiervorrichtung gezielt durch die Gestaltung der Elastizitätszone beeinflusst
werden können. Die zumindest teilweise umlaufende Nut unterscheidet sich hinsichtlich
einer Wirkungsweise von einer zumindest teilweise umlaufenden Sicke, da bei der Nut
eine Veränderung einer Wandstärke zumindest eines Wandabschnittes vorgesehen ist,
durch die sich eine Vergrößerung der Elastizität in diesem Wandabschnitt erzielen
lässt. Demgegenüber ist bei einer Sicke keine Wandstärkenveränderung vorgesehen. Die
Veränderung der Schwingungseigenschaften wird in erster Linie durch eine Schaffung
einer insbesondere wellenförmig ausgeführten Geometrie des Wandabschnittes verändert,
die bei Deformation geringere innere Spannungen aufbaut und somit ein verändertes
Schwingungsverhalten hervorruft. Ein Elastizitätsbereich kann auch aus umlaufenden,
parallel und/oder abwechselnd angeordneten Nuten und Sicken aufgebaut sein, so dass
sich ein besonders bevorzugtes Schwingungsverhalten ergibt. In einer weiteren Ausführungsform
ist auch eine sickenartige Gestaltung einer Nut vorstellbar.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest ein Gehäuseteil aus einem elastischen
Material hergestellt. Als elastische Materialien kommen insbesondere Kunststoffe,
Metalle, Verbundwerkstoffe aus Kunststoffen und Metallen, insbesondere mit Verstärkungen
aus Glas- und/oder Kohlefasern in Frage. Bei Verwendung eines elastischen Materials
können insbesondere die Schwingungseigenschaften der Dosiervorrichtung in einem weiten
Spektrum voreingestellt werden, wodurch eine weitgehende Einflussnahme auf den Energieverbrauch
sowie die Anzahl und Größe der ausgetragenen Flüssigkeitspartikel möglich ist.
[0009] In einem weiteren Aspekt der Erfindung ist in zumindest einem Wandabschnitt zumindest
ein mit dem Dosierraum sowie mit der Umgebung und/oder dem Mediumspeicher kommunizierender
Kanalabschnitt vorgesehen. Durch einen derartigen Kanalabschnitt, der insbesondere
unmittelbar im Vorfeld eines durchzuführenden Mediumaustrags mit Medium befüllbar
ist, wobei insbesondere Kapillarkräfte für eine Befüllung des Kanalabschnittes sorgen,
kann eine vorteilhafte Versorgung des Dosierraums mit Medium während des Austragvorganges
verwirklicht werden. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt der
Austragvorgang aus dem Dosierraum zur Sicherstellung einer vorherbestimmbaren Verteilung
von Tropfenanzahl und Tropfengröße drucklos. Das heißt, dass eine Fördereinrichtung,
die für die Förderung des Mediums aus einem Mediumspeicher in den Dosierraum vorgesehen
ist, während des Austragvorganges inaktiv ist und eine Zuleitung aus dem Mediumspeicher
in den Dosierraum insbesondere durch eine Ventileinrichtung gesperrt ist. Um dennoch
eine ausreichende Mediummenge aus dem Dosierraum in die Umgebung austragen zu können
und gleichzeitig die Größe des Dosierraums auf ein Volumen beschränken zu können,
das kleiner ist als die auszutragende Mediummenge, um ein vorteilhaftes Austragverhalten
für das Medium zu erzielen, ist der zumindest eine Kanalabschnitt vorgesehen, der
kommunizierend mit dem Dosierraum verbunden ist, aber allenfalls mittelbar im Bereich
einer Schwingungsausbreitung durch die Vibrationseinrichtung vorgesehen ist. Damit
kann ein kompakter Dosierraum mit einer kleindimensionierten Vibrationseinrichtung
verwirklicht werden, der exakt auf die Bedürfnisse des Austragvorganges abstimmbar
ist und der dennoch den Austrag der gewünschten Mediummenge erlaubt. Durch den Zustrom
von Medium aus dem Kanalabschnitt in den Dosierraum wird darüber hinaus verhindert,
dass das auszutragende Medium durch die Schwingungsbeaufschlagung zu stark erwärmt
oder gegebenenfalls bei empfindlichen Medienbestandteilen durch die Schwingungsbeaufschlagung
degeneriert wird.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Kanalabschnitt zumindest abschnittsweise
umlaufend um den Dosierraum herum angeordnet. Damit lässt sich eine besonders kompakte
Integration eines oder mehreren Kanalabschnitte in einen oder mehreren Wandabschnitte
erzielen, wobei je nach Art und Dauer des Austragvorganges und des auszutragenden
Mediums Einlassöffnungen des oder der Kanalabschnitte im Dosierraum gleichmäßig oder
ungleichmäßig am Dosierraum verteilt sein können, so dass das aus dem oder den Kanalabschnitten
in den Dosierraum eintretende Medium an exakt vorherbestimmbaren, optimierten Stellen
eintritt. In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein ringförmiger Kanalabschnitt
zur gleichmäßigen Mediumversorgung des gesamten Dosierraums vorgesehen.
[0011] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind der oder die Kanalabschnitte
zirkular und/oder punktsymmetrisch umlaufend um den Dosierraum herum angeordnet, wodurch
sich eine besonders kompakte Anordnung der Kanalabschnitte und ein homogenes und reibungsarmes
Einströmen von Medium in den Dosierraum verwirklichen lässt.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Kanalabschnitt zumindest abschnittweise
mäanderförmig ausgeführt. Damit wird eine besonders kompakte Integration des Kanalabschnittes
in den Wandabschnitt ermöglicht. Durch den zumindest abschnittsweise gekrümmten Verlauf
des Kanalabschnittes kann ein besonders günstiges Verhältnis zwischen einer Kanalabschnittslänge,
einem Kanalabschnittsvolumen und einer für diese Länge oder dieses Volumen benötigten
Fläche im Wandabschnitt verwirklicht werden. Insbesondere mit in dichter Abfolge angeordneten,
positiv und negativ gekrümmten Kanalabschnitten lässt sich die mäanderförmige Ausführung
des Kanalabschnittes besonders vorteilhaft realisieren.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Kanalabschnitt als einseitig offene
Nut ausgeführt. Dadurch lässt sich der Kanalabschnitt in besonders einfacher Weise
bereits beim Ur- oder Umformen des entsprechenden Wandabschnittes technisch einfach
und kostengünstig einbringen. Durch die Gestaltung als einseitig offene Nut sind insbesondere
Kanalabschnitte, die durch Kapillarkräfte befüllbar sein sollen, in einfacher Weise
zu realisieren, da die hierfür erforderlichen, extrem kleinen Kanalquerschnitte von
einer Außenfläche des Wandabschnittes her eingebracht werden können.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Kanalabschnitt durch ein flächig
aufliegendes Gehäuseteil zumindest im wesentlichen gegenüber der Umgebung verschlossen.
Damit kann in besonders einfacher Weise ein zumindest im wesentlichen gegenüber der
Umgebung verschlossener Kanalabschnitt verwirklicht werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist eine, insbesondere durch eine Filtereinheit von der Umgebung abgegrenzte, Belüftungsöffnung
an einem dem Dosierraum abgewandten Ende des Kanalabschnittes vorgesehen. Durch die
Belüftungsöffnung kann insbesondere Luft oder ein Schutzgas in den Kanalabschnitt
einströmen, um ein Nachströmen des im Kanalabschnitt gespeicherten Mediums in den
Dosierraum während des Austragvorgangs zu erleichtern.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der auf dem Kanalabschnitt aufliegende
Wandabschnitt zumindest abschnittsweise als Filtermembran ausgeführt. Dadurch kann
ein Nachströmen von Medium in den Dosierraum während des Austragvorgangs aus dem Kanalabschnitt
gewährleistet werden, ohne dass Kontaminationen aus der Umgebung der Dosiervorrichtung
in den Kanalabschnitt eintreten können. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die Filtermembran als hydrophobe und/oder flüssigkeitsdichte Membran mit keimsperrender
Wirkung ausgeführt, so dass beim Befüllen des Kanalabschnittes mit Medium ein Austreten
des Mediums durch die Filtermembran ausgeschlossen wird. Gleichzeitig ist dadurch
gewährleistet, dass Keime oder andere kontaminierende Stoffe nicht durch die Filtermembran
in den Kanalabschnitt hinein gelangen können.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind Gehäuseteile zumindest abschnittsweise
stoffschlüssig miteinander verbunden. Durch eine stoffschlüssige Verbindung der Gehäuseteile,
insbesondere im Bereich der den Dosierraum und/oder die Kanalabschnitte begrenzenden
Wandabschnitte lässt sich in bevorzugter Weise eine flüssigkeitsdichte Verbindung
zwischen den Gehäuseteilen erzielen. Eine stoffschlüssige Verbindung zwischen den
Gehäuseteilen kann insbesondere durch Kleben, Ultraschallschweißen oder Laserschweißen
verwirklicht werden.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Dosieröffnungsanordnung und/oder
die Vibrationseinrichtung in einem als Kunststoffspritzgussteil ausgeführten Wandabschnitt
eingespritzt. Dadurch kann eine besonders innige Verbindung zwischen der Dosieröffnungsanordnung
und/oder der Vibrationseinrichtung und dem entsprechenden Wandabschnitt erzeugt werden.
Außerdem wird in einem Verbindungsbereich zwischen der Dosieröffnungsanordnung und/oder
der Vibrationseinrichtung und dem Wandabschnitt das Material, aus dem der Wandabschnitt
aufgebaut ist, nur geringfügig gestört, da auf nachträgliche Energieeinträge und/oder
in ansonsten erforderlichen Klebstoffen enthaltene Lösungsmittel verzichtet werden
kann.
[0018] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind in und/oder an Wandabschnitten aus elektrisch
isolierenden Materialen elektrische Leitbahnen für eine Kontaktierung von elektrischen
Komponenten vorgesehen. Diese Leitbahnen, die insbesondere durch ein Mehrkomponentenspritzgussverfahren
verwirklicht sind, erlauben eine einfache Integration elektrischer Verbraucher, Sensoren
und/oder Schalter in die Wandabschnitte. Auf aufwendige Kontaktierungsmaßnahmen nach
der Herstellung der entsprechenden Wandabschnitte kann damit verzichtet werden. Damit
lässt sich eine besonders leicht und zuverlässig herstellbare Kontaktierung der elektrischen
Komponenten verwirklichen. Die Leitbahnen können auch durch nachträglich aufbringbare
PVD-Metallbeschichtungen, Siebdruck bzw. Tampondruck von Metallschichten oder in ähnlicher
Weise verwirklicht werden.
[0019] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weisen aneinandergrenzende Gehäuseteile Zwangspositioniermittel
auf, die für eine formschlüssige, lagerichtige Montage der Gehäuseteile zueinander
vorgesehen sind. Damit lässt sich eine besonders einfache und zuverlässige, lagerichtige
Montage der Gehäuseteile zueinander verwirklichen. Dazu sind die Zwangspositioniermittel
an den Gehäuseteilen insbesondere als formschlüssig wirkende Nuten, Durchbrüche, Stifte
und/oder Rastnasen ausgeführt, die eine eindeutige Positionierung aneinandergrenzender
Gehäuseteile sowie eine selbsthaltende, formschlüssige Verbindung der Gehäuseteile
gewährleisten können.
[0020] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie
aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele, die anhand der
Zeichnungen dargestellt sind.
- Fig. 1
- zeigt in perspektivischer Explosionsdarstellung eine Dosiervorrichtung mit einem Oberteil,
einer diskreten Dosieröffnungsanordnung, einem Unterteil und einer Vibrationseinrichtung,
- Fig. 2
- in perspektivischer Explosionsdarstellung die Dosiervorrichtung gemäß Fig. 1 mit einer
Darstellung verdeckter Kanten,
- Fig. 3
- in ebener Schnittdarstellung die Dosiervorrichtung gemäß der Fig. 1 und 2 und
- Fig. 4
- in perspektivischer Explosionsdarstellung eine Dosiervorrichtung mit nach außen gerichteten
Kanalabschnitten, die von einer Filtermembran verschlossen sind, sowie mit einem zumindest
teilweise als Metallmembran ausgeführten Dosierraum.
[0021] Bei der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist eine
Dosiervorrichtung 1 im Wesentlichen aus einem Oberteil 3, einem Unterteil 4, einer
Dosieröffnungsanordnung 5 und einer Vibrationseinrichtung 6 aufgebaut. Dabei ist die
aus Siliziummaterial hergestellte Dosieröffnungsanordnung 5 von einer Unterseite des
Oberteils 3 her in das Oberteil 3 eingebracht und mit einer Klebeverbindung 14 befestigt.
Für eine zuverlässige Realisierung der Klebeverbindung 14 ist in dem Oberteil 3 eine
um einen vertieften Aufnahmebereich 15 angeordnete, umlaufende Klebenut 16 vorgesehen.
Diese Klebenut 16 ermöglicht ein Ausweichen überschüssigen Klebstoffs während des
Klebevorganges und stellt somit sicher, dass eine mit Dosieröffnungen 17 versehene
Stirnfläche der Dosieröffnungsanordnung 5 nicht durch Klebstoff verunreinigt wird.
[0022] Wie in Fig. 2 dargestellt, ist an der Unterseite des Oberteils 3 ein zirkular um
einen Austrittschacht 22 angeordneter und mäanderförmig ausgeführter Kanalabschnitt
8 vorgesehen. Der mäanderförmig ausgeführte Kanalabschnitt 8 weist einen Ringkanal
18 auf, der eine kommunizierende Verbindung mit dem in Fig. 3 näher dargestellten
Dosierraum 19 aufweist. Der Ringkanal 18 ist weiterhin mit einem Zulauf 9 kommunizierend
verbunden, der seinerseits eine nicht dargestellte Verbindung mit einem Mediumspeicher
herstellt. An einem den Ringkanal 18 abgewandten Ende des Kanalabschnitts 8 ist eine
Belüftungsöffnung 20 vorgesehen, die kommunizierend mit einem Belüftungskanal 21 verbunden
ist, der seinerseits entweder in eine Umgebung oder in den Medienspeicher mündet,
um eine Entleerung des Kanalabschnittes 8 während des Austragvorganges zu ermöglichen.
An dem Oberteil 3 ist oberhalb der Dosieröffnungsanordnung 5 der Austrittsschacht
22 vorgesehen, durch den das auszutragende Medium in eine Umgebung abgegeben werden
kann. An dem Unterteil 4 sind für den Zulauf 9 ein Zulaufstutzen 23 und für den Belüftungskanal
21 ein Belüftungsstutzen 24 vorgesehen. An dem Zulaufstutzen 23 und dem Belüftungsstutzen
24 können in einfacher Weise nicht dargestellte, rohrförmige Verbindungskanäle, insbesondere
für eine Anbindung des Mediumspeichers angebracht werden. In dem Unterteil 4 ist eine
als kreisförmig umlaufende Nut ausgeführte Elastizitätszone 7 vorgesehen, die eine
Entkopplung der zentrisch angebrachten Vibrationseinrichtung 6 vom übrigen Unterteil
4 sicherstellt. Das Unterteil 4 und das Oberteil 3 bilden mit ihren jeweils gegenüberliegenden
Wandabschnitten 2a, 2b den Dosierraum 19, der zudem durch die Dosieröffnungsanordnung
5 begrenzt wird. Dazu liegen die Wandabschnitte 2a, 2b flächig aufeinander auf und
sind stoffschlüssig, zumindest teilweise, insbesondere durch Laserverschweißung, miteinander
verbunden.
[0023] Die Vibrationseinrichtung 6 ist ebenfalls stoffschlüssig an einem nach außen gerichteten
Wandabschnitt 2c angebracht und mit nicht dargestellten, elektrischen Kontaktiermitteln
für eine Energieversorgung zur Erzeugung von Schwingungen verbunden. Der Dosierraum
19 weist bei der vorliegenden Ausführungsform eine Höhe von ungefähr 50µm auf. Dadurch
ist erkennbar, dass der mäanderförmige Kanalabschnitt 8 unter Einbeziehung des Ringkanals
18 ein wesentlich größeres Volumen als der Dosierraum 19 aufweist. Ein im wesentlichen
druckloser Austragvorgang für das Medium kann damit ein Vielfaches der unmittelbar
im Dosierraum 19 aufnehmbaren Flüssigkeitsmenge austragen, ohne dass eine Nachförderung
von Medium aus dem nicht dargestellten Mediumspeicher über den Zulauf 9 erforderlich
ist.
[0024] Der Dosierraum 19 ist in seinem Volumen gegenüber einem Füllvolumen des Kanalabschnittes
8 und des Ringraumes 18, die gemeinsam eine Vordosierkammer bilden, vernachlässigbar
gering. Vorzugsweise ist das gesamte Füllvolumen des Ringraumes 18 und des Kanalabschnittes
8 so bemessen, dass es zumindest weitgehend einem Einfachen oder einem ganzzahligen
Vielfachen der jeweils durch eine Piezobetätigung auszubringenden Dosiermenge entspricht.
Dies bedeutet, dass bei vollständigem Befüllen der Vordosierkammer und einer entsprechenden
Dosierbetätigung gewährleistet ist, dass die Vordosierkammer entweder vollständig
entleert ist oder noch so viel Flüssigkeit aufweist, dass ein oder mehrere vollständige
Austragvorgänge durchgeführt werden können. Da nach einer ganzzahligen Anzahl von
Austragvorgängen zwangsläufig die Vordosierkammer vollständig entleert ist, kann anschließend
durch vollständiges Befüllen wieder eine exakt angepasste Dosiermenge erreicht werden.
[0025] Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist der Kanalabschnitt
58 als offene Nut in einer nach außen vom Dosierraum weg gewandten Stirnseite des
Oberteils 53 verwirklicht und wird mittels einer Filtermembran 60, die stoffschlüssig
auf die Stirnseite des Oberteils 53 aufbringbar ist, verschlossen. Die Filtermembran
60 ist zumindest abschnittsweise als hydrophobe, gasdurchlässige und keimsperrende
Membran ausgeführt und erlaubt somit ein Einströmen von Umgebungsatmosphäre, insbesondere
Luft, in den Kanalabschnitt 58 während des Austragvorgangs. Die Filtermembran 60 erlaubt
bei der Befüllung der Kanalabschnitte, die sich insbesondere durch Kapillarkräfte
vollziehen kann, ein Ausströmen von Luft, die durch das einströmende Medium verdrängt
wird. Die Dosieröffnungsanordnung 55 entspricht derjenigen aus den Fig. 1 bis 3, d.h.
auch hier sind Dosieröffnungen 67 vorgesehen. Auch die stoffschlüssige Verbindung
der Dosieröffnungsanordnung 55 mit dem Oberteil 53 ist in gleicher Weise wie bei der
Ausführungsform der Fig. 1 bis 3 durchgeführt.
[0026] Der Dosierraum 69 wird durch eine Metallmembran 74 nach unten begrenzt, wobei in
der Metallmembran 74 eine zirkulare, konzentrisch angeordnete Elastizitätszone 57,
die als Sicke ausgeführt ist, vorgesehen ist. Die Vibrationseinrichtung 56 ist stoffschlüssig
an einer Unterseite der Metallmembran 74 angebracht und wird in gleicher Weise wie
die Vibrationseinrichtung 6 gemäß der Fig. 1 bis 3 elektrisch kontaktiert. Die Metallmembran
74 wird in dem Oberteil 53 durch einen mit Druckstempeln 76 versehenen Zentrierring
75 formschlüssig gehalten. Die Druckstempel 76 stellen dabei eine flächige Auflage
einer Oberseite der Metallmembran 74 gegenüber einer Unterseite des Oberteils 53 sicher.
[0027] Für einen Austrag eines Mediums mittels einer Dosiervorrichtung gemäß den Fig. 1
bis 3 wird zunächst unmittelbar vor Beginn des Mediumaustrags das in einem nicht dargestellten
Mediumspeicher gelagerte Medium über ebenfalls nicht dargestellte Fördermittel, die
mechanisch mit dem Zulaufstutzen 23 verbunden sind, über den Zulauf 9 in den Ringkanal
18 und somit sowohl in den Kanalabschnitt 8 als auch in den Dosierraum 19 eingebracht.
Eventuell überschüssiges Medium kann über die Belüftungsöffnung 20 in den Belüftungskanal
21 abgeführt werden, der über den Belüftungsstutzen 24 insbesondere mit dem Mediumspeicher
verbunden ist. Dadurch ist eine korrekte Befüllung des Dosierraums und des Kanalabschnitts
mit einer vordefinierten Mediummenge ausschließlich durch geometrische Gestaltung
des Dosierraums und des Kanalabschnittes gewährleistet. An die Fördereinrichtung für
die Förderung des Mediums aus dem Mediumspeicher müssen daher keine allzu hohen Genauigkeitsanforderungen
gestellt werden.
[0028] Die Befüllungsmenge durch die Fördereinrichtung wird in jedem Fall größer eingestellt
als das maximale Befüllungsvolumen des Kanalabschnittes und des Ringraumes und damit
der Vordosierkammer. Überschüssige Flüssigkeit wird automatisch über den Belüftungsstutzen
in den Mediumspeicher zurückgeführt. Es ist somit immer eine vollständige und damit
definierte Befüllung gewährleistet, ohne dass die Fördereinrichtung besondere Anforderungen
an exakte Dosierungen aufweisen muss. Als Förderung ist auch ein Mediumtransport durch
Kapillarwirkung zu verstehen. Für diesen Fall ist die Fördereinrichtung durch ein
Absperrorgan definiert, das die Befüllung durch Kapillarwirkung absperrt oder freigibt.
[0029] Nach der vollständigen Befüllung des Dosierraums 19 sowie des Kanalabschnittes 18
wird eine nicht dargestellte Ventileinrichtung zwischen dem Mediumspeicher und dem
Zulauf 9 geschlossen. Somit ist das im Dosierraum 19 und dem Kanalabschnitt 18 eingebrachte
Medium im Wesentlichen als drucklos anzusehen. Anschließend wird durch Beaufschlagung
der Vibrationseinrichtung 6 mittels elektrischer Energie, die von einer nicht dargestellten
Ansteuervorrichtung über ebenfalls nicht dargestellte Versorgungsleitungen übertragen
wird, eine Vibration des zentralen, durch die Elastizitätszone 7 begrenzten Schwingungsabschnittes
27 des Unterteils 4 hervorgerufen, die zu einer Kompression des im Dosierraum 19 eingeschlossenen
Mediums führt. Dadurch kann das Medium durch die nicht näher dargestellten Dosieröffnungen
17 der Dosieröffnungsanordnung 5 in den Austrittsschacht 22 des Oberteils 3 austreten
und von dort in eine Umgebung abgegeben werden. Bei einer der Volumenreduzierung des
Dosierraums 19 nachfolgenden Volumenvergrößerung kann im Ringkanal 18 sowie im Kanalabschnitt
8 gespeichertes Medium in den Dosierraum nachströmen und steht somit für einen nächsten,
unmittelbar folgenden und durch die Frequenz der Vibrationseinrichtung 6 bestimmten
Austragvorgang zur Verfügung. Damit ist gewährleistet, dass der Austragvorgang aus
dem Dosierraum 19 in die Umgebung mit einem besonders vorteilhaften Wirkungsgrad vonstatten
gehen kann, da für jeden Austragvorgang lediglich eine geringe Flüssigkeitsmenge durch
die Vibrationseinrichtung 6 beschleunigt werden muss. Weiterhin kann durch das Nachströmen
von Medium aus dem Ringkanal 18 bzw. dem Kanalabschnitt 8 ein lang andauernder Austragvorgang
ohne Nachdosierung aus dem Mediumspeicher gewährleistet werden.
1. Dosiervorrichtung (1) zur Abgabe eines Mediums in eine Umgebung,
- mit einem durch aneinandergrenzende Wandabschnitte (2a, 2b, 2c) gebildeten, gegenüber
einer Umgebung im wesentlichen abgeschlossenen Dosierraum (19, 69);
- mit zumindest einem Zulauf (9, 59), der zumindest einen Wandabschnitt für eine kommunizierende
Verbindung zwischen dem Dosierraum und einem Mediumspeicher durchdringt;
- mit einer Dosieröffnungsanordnung (5, 55), die zumindest einen Wandabschnitt für
eine kommunizierende Verbindung zwischen dem Dosierraum und der Umgebung durchdringt;
- mit zumindest einer an zumindest einem Wandabschnitt angebrachten Vibrationseinrichtung
(6, 56), die für eine Schwingungsbeaufschlagung zumindest eines Wandabschnittes des
Dosierraums vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosieröffnungsanordnung als diskretes Bauteil ausgeführt und in einem Wandabschnitt
integriert ist.
2. Dosiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandabschnitte in getrennten Gehäuseteilen (3, 4) vorgesehen sind.
3. Dosiervorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Wandabschnitt, der für die Anbringung der Vibrationseinrichtung vorgesehen
ist, eine Elastizitätszone (7, 57) zur Schwingungsentkopplung gegenüber anderen Wandabschnitten
vorgesehen ist.
4. Dosiervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Elastizitätszone als zumindest teilweise umlaufende Nut und/oder Sicke in dem
Wandabschnitt ausgeführt ist.
5. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Gehäuseteil aus einem elastischen Material, insbesondere aus Kunststoff
oder Metall, hergestellt ist.
6. Dosiervorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Wandabschnitt zumindest ein mit dem Dosierraum sowie mit der Umgebung
und/oder dem Mediumspeicher kommunizierender Kanalabschnitt (8, 58) vorgesehen ist.
7. Dosiervorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalabschnitt zumindest abschnittsweise umlaufend, insbesondere zirkular und/oder
punktsymmetrisch umlaufend, um den Dosierraum herum angeordnet ist.
8. Dosiervorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalabschnitt zumindest abschnittsweise mäanderförmig, ausgeführt ist.
9. Dosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalabschnitt als einseitig offene Nut ausgeführt ist.
10. Dosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalabschnitt durch einen flächig aufliegenden Wandabschnitt zumindest im Wesentlichen
gegenüber der Umgebung verschlossen ist.
11. Dosiervorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der auf dem Kanalabschnitt aufliegende Wandabschnitt als Filtermembran (60) ausgeführt
ist.
12. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosieröffnungsanordnung und/oder die Vibrationseinrichtung in einem als Kunststoffspritzgussteil
ausgeführten Wandabschnitt eingespritzt ist.
13. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in und/oder an Wandabschnitten aus elektrisch isolierenden Materialien elektrische
Leitbahnen, die insbesondere durch Mehrkomponentenspritzguss verwirklicht sind, für
eine Kontaktierung von elektrischen Komponenten vorgesehen sind.
14. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aneinandergrenzende Gehäuseteile Zwangspositioniermittel (13), insbesondere Nuten
und Rastnasen, aufweisen, die für eine formschlüssige, lagerichtige Montage der Gehäuseteile
zueinander vorgesehen sind.
15. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fördereinrichtung zum Befüllen wenigstens des Kanalabschnittes so gesteuert
ist, dass ein Zustrom von Medium in den Kanalabschnitt in jedem Fall ein größeres
Volumen aufweist als ein maximales Befüllungsvolumen des Kanalabschnittes, und dass
der Kanalabschnitt abliegend zu einer Zulauföffnung einen Belüftungskanal aufweist,
der mit einem Mediumspeicher wenigstens während des Befüllvorganges verbunden ist.