[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen eines Behälters, insbesondere
eine Getränkebehälters, sowie ein Verfahren zum Festfügen eines Wirkstoffes an einer
solchen Vorrichtung.
[0002] Bekannte Getränkebehälter bestehen beispielsweise aus einer mit Karton verstärkten
metallisierten Kunststoffolie, die für einen raumsparenden Transport und Lagerung
häufig quaderförmig ausgebildet ist. Zum Öffnen derartiger Getränkebehälter kann im
einfachsten Fall ein Trinkhalm verwendet werden, mit dem eine kleine Trennmembran
durchstoßen wird, die durch die aluminisierte Kunststoffolie gebildet ist. Wiederverschließbare
Öffnungsvorrichtungen bestehen beispielsweise aus einem Klappverschluß, der eine Öffnung
abdeckt, die im Ausgangszustand des Getränkebehälters durch eine Folie verschlossen
ist.
[0003] Aus der WO 00/27717 A1 ist eine Vorrichtung zum Öffnen eines Behälters bekannt, mit
einer auf einen Flaschenhals aufschraubbaren Ringmanschette, durch die ein Tablettenhalter
auf der Flaschenöffnung fixierbar ist. Mittels eines Betätigungselements kann Druck
auf den Tablettenhalter ausgeübt werden, so dass eine dem Behälterinhalt zugewandte
Seitenwand des Tablettenhalters aufbricht und die Tablette dem Inhalt des Behälters
zugebbar ist. Anschließend kann die Ringmanschette abgeschraubt werden und der Inhalt
ist aus dem Behälter entnehmbar. Um ein unbeabsichtigtes Zugeben der Tablette zu vermeiden,
ist das Betätigungsmittel im Ausgangszustand durch eine Schutzkappe unzugänglich abgedeckt.
Im Ausgangszustand ist die Tablette in dem Tablettenhalter gekapselt, insbesondere
flüssigkeitsdicht verschlossen.
[0004] Soweit die bekannten Vorrichtungen die Zugabe eines Wirkstoffs ermöglichen, ist deren
Konstruktion und die Montage an dem Behälter aufwendig.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Öffnen eines Behälters
bereitzustellen, mit der auch ein Wirkstoff dem Inhalt des Behälters zugebbar ist,
und die dennoch einfach und kostengünstig herstellbar und montierbar ist und darüber
hinaus einfach und dauerhaft zuverlässig zu bedienen ist. Außerdem soll ein Verfahren
zur Anordnung des Wirkstoffs an einer solchen Vorrichtung bereitgestellt werden.
[0006] Diese Aufgabe ist durch die im Anspruch 1 bestimmten Vorrichtung sowie durch das
im nebengeordneten Anspruch bestimmte Verfahren gelöst. Besondere Ausführungsarten
der Erfindung sind in den Unteransprüchen bestimmt.
[0007] Die Aufgabe ist bei einer Vorrichtung zum Öffnen eines Behälters, insbesondere eines
Getränkebehälters, mit einem Betätigungselement, bei dessen Betätigen ein in fester
Phase vorliegender Wirkstoff dem Inhalt des Behälters zugebbar ist, dadurch gelöst,
dass der Wirkstoff an dem Betätigungselement und/oder einem weiteren Element der Vorrichtung
festgefügt ist und dass beim erstmaligen Betätigen des Betätigungselements der Wirkstoff
vom Betätigungselement und/oder dem weiteren Element lösbar ist und dadurch dem Inhalt
des Behälters zugebbar ist.
[0008] Der Wirkstoff liegt ursprünglich granular oder pulverförmig vor. Das Festfügen erfolgt
vorzugsweise durch Verpressen mit oder ohne Feuchtigkeitszugabe. Es entsteht dadurch
eine kompakte Wirkstoffeinheit an der Vorrichtung, die beim Lösen vorzugsweise auch
nicht wieder in den Ausgangszustand eines Granulats oder Pulvers zerfällt, sondern
als kompakte Einheit oder jedenfalls nur in größeren Bruchstücken dem Inhalt des Behälters
zugebbar ist. Das Zugeben kann ausschließlich aufgrund der Gewichtskraft erfolgen
oder durch Unterstützung entsprechender Antreib- oder Schubmittelmittel der Vorrichtung.
Nach dem Lösen des Wirkstoffs, gegebenenfalls nach nochmaligem Verschließen des Behälters,
kann das Lösen des Wirkstoffs im Inhalt des Behälters durch Bewegung des Behälters
beschleunigt werden.
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann sowohl an dem Behälter festgelegt werden, beispielsweise
aufgeklebt werden, oder auf den Behälter lösbar aufgeschraubt werden. Insbesondere
ist die Vorrichtung anwendbar für unter der Marke Tetra Pak angebotenen Getränkebehälter,
wobei in diesem Fall die Vorrichtung vorzugsweise auf den komplett befüllten und verschlossenen
Getränkebehälter aufgeklebt wird. In diesem Fall ist es vorteilhaft, dass beim erstmaligen
Betätigen des Betätigungselements eine Öffnung in eine Außenwand des Behälters einbringbar
ist. Hierzu kann die Vorrichtung ein weiteres Element aufweisen, das vorzugsweise
einstückig ein Trennmittel ausbildet zum Öffnen des Behälters, insbesondere zum Durchtrennen
einer hierfür vorgesehenen Stelle an der Außenwand des Behälters, die beispielsweise
nur durch eine aluminiumbeschichtete Kunststoffolie gebildet sein kann. Über die so
eingebrachte Öffnung kann der Wirkstoff dem Inhalt des Behälters zugebbar sein und/oder
die eingebrachte Öffnung kann für die Entnahme des Inhalts aus dem Behälter dienen.
[0010] In einer besonderen Ausführungsart weist die Vorrichtung mindestens ein weiteres
Element auf, wobei der Wirkstoff durch eine beim erstmaligen Betätigen des Betätigungselements
auftretende Relativbewegung zwischen dem Betätigungselement und dem weiteren Element
lösbar ist. Hierzu kann beispielsweise der Wirkstoff an einem Element festgefügt oder
eingehakt sein und aufgrund der Relativbewegung gegen das andere Element stoßen bzw.
die Verhakung gelöst werden und bei weiterer Relativbewegung vom ersten Element gelöst
werden. Vorzugsweise bewegen sich beim Betätigen sowohl das Betätigungselement als
auch das weitere Element, insbesondere kommt es zu einer gegensinnigen Drehbewegung
dieser beiden Elemente.
[0011] In einer besonderen Ausführungsart ist das Betätigungselement eine Kappe, insbesondere
eine vom Behälter oder von einem weiteren Element der Vorrichtung, das an dem Behälter
festlegbar ist, abschraubbare Schraubkappe. Damit kann der Behälter auch wieder verschließbar
sein. Beim erstmaligen Abschrauben der Kappe kann das mit dem Trennmittel versehene
weitere Element in Richtung auf die zu öffnende Außenwand des Behälters bewegt werden
und letztlich die Öffnung in den Behälter einbringen.
[0012] Die Bewegungskopplung zwischen Betätigungselement und weiterem Element kann dabei
nur beim erstmaligen öffnenden Betätigen bestehen und in Schließrichtung einen Freilauf
aufweisen. Darüber hinaus kann die Kopplung auch beim erstmaligen Betätigen des Betätigungselements
nur so weit vorgesehen sein, wie es für ein Öffnen des Behälters erforderlich ist.
Ist der Behälter einmal geöffnet, kann die Bewegungskopplung zwischen Betätigungselement
und weiterem Element gänzlich aufgehoben sein und das weitere Element kann in der
die Außenwand des Behälters durchdringenden Position verbleiben, beispielsweise um
eine definierte Öffnung des Behälters zu gewährleisten.
[0013] In einer besonderen Ausführungsart weist das weitere Element Verhakungsmittel auf,
in welche der festgefügte Wirkstoff eingehakt ist, der vorzugsweise gleichzeitig an
dem Betätigungselement festgefügt oder jedenfalls ebenfalls verhakt ist. Kommt es
nun zu einer Relativbewegung zwischen Betätigungselement und dem weiteren Element,
wird eine Kraft auf die Festfüge- und/oder Verhakungsstelle zwischen dem Wirkstoff
und dem Betätigungselement bzw. dem weiteren Element ausgeübt, die dann zu einem Lösen
des festgefügten Wirkstoffs von der Vorrichtung führt.
[0014] Die Verhakungsmittel können auf verschiedenste Weise realisiert sein, beispielsweise
durch eine geeignete regelmäßige oder unregelmäßige Oberflächenstruktur, durch Nuten,
Öffnungen, Stege, Erhebungen usw., die eine Bewegungskopplung des eingehakten Wirkstoffes
mit dem Element gewährleisten, so dass der Wirkstoff sich löst.
[0015] In einer besonderen Ausführungsart ist der Wirkstoff verschlussmittelfrei an dem
Betätigungselement und/oder dem weiteren Element der Vorrichtung festgefügt und eine
Kapselung des Wirkstoffs gegenüber der Umgebung erfolgt erst durch das Anbringen der
Vorrichtung an dem Behälter. Dadurch kann auf eine separate Verschlussmembran, wie
sie im Stand der Technik erforderlich ist, verzichtet werden, wodurch sich einfachere
und kostengünstigere Vorrichtungen und einfachere Montageverfahren ergeben.
[0016] In einer besonderen Ausführungsart handelt es sich bei dem Behälter um eine Weichverpackung
für Flüssigkeiten, und durch den Wirkstoff wird dem Inhalt der Weichverpackung, insbesondere
einem Getränk, beispielsweise Kohlensäure zugegeben. Dadurch ist es möglich, auch
kohlensäurehaltige Getränke in einer Weichverpackung anzubieten. Im Falle eines wiederverschließbaren
Behältnisses ist dafür Sorge zu tragen, dass eine ausreichende Entlüftung gewährleistet
ist, beispielsweise durch eine entsprechende Ventilfunktion oder eine Entgasungsöffnung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder einer entsprechenden Einrichtung an dem Behälter.
Die Vorrichtung kann aber auch bei anderen Behältern eingesetzt werden, insbesondere
bei Kunststoff- oder Glasflaschen, Blechdosen, Kanistern, Fässern und dergleichen,
vorzugsweise zum Aufbewahren und Transportieren von Lebensmitteln, insbesondere Getränken.
Die Vorrichtung kann außerdem eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Betätigen des
Betätigungselements aufweisen.
[0017] Alternativ oder ergänzend kann es sich bei dem Wirkstoff auch um Nahrungsmittelergänzungsstoffe,
Probiotika, Vitamine, Provitamine, Geschmacksstoffe, Hefe, Zucker oder dergleichen
handeln oder um eine Mischung aus diesen Stoffen. So kann vorteilhaft eine Beimischung
eines Trägerstoffes wie beispielsweise Zucker oder Traubenzucker verwendet werden,
um die Festfügung des Wirkstoffes an der Vorrichtung zu vereinfachen.
[0018] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Festfügen eines Wirkstoffes an einem
Betätigungselement und/oder einem weiteren Element einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Öffnen eines Behälters, insbesondere eines Getränkebehälters, wobei beim erstmaligen
Betätigen des Betätigungselements der Behälter zu öffnen ist und der Wirkstoff vom
Betätigungselement und/oder dem weiteren Element lösbar ist und in den Behälter einbringbar
ist, und wobei der in fester Phase vorliegende, insbesondere granulare oder pulverförmige
Wirkstoff an dem Betätigungselement und/oder dem weiteren Element festgefügt wird,
insbesondere unter Einwirkung von Druck festgepresst wird. Beim Verpressen kann sich
an der Oberfläche des festgefügten Wirkstoffes eine verhältnismäßig glatte, insbesondere
feinporige oder geschlossene Oberfläche bilden, welche vorteilhaft die Oberfläche
des Wirkstoffs verkleinert.
[0019] Alternativ zu einem Verpressen kann der Wirkstoff auch in Form einer entsprechend
ausgebildeten Tablette vorliegen, die in einer Vormontage derart in die Vorrichtung
eingelegt wird und vorzugsweise dort verhakt, dass die Tablette in einer Montageposition
der Vorrichtung an dem Behälter, in der die Öffnung der Vorrichtung nach unten zeigt,
in der Vorrichtung verbleibt.
[0020] Abhängig von dem jeweiligen Wirkstoff und den Anwendungsbedingungen kann es vorteilhaft
sein, dass der Wirkstoff vor und/oder während des Verpressens befeuchtet wird. Hierzu
kann beispielsweise mittels einer Injektionsnadel eine vorgebbare Menge an Wasser
in den festzufügenden Wirkstoff eingespritzt werden. Gegebenenfalls kann eine oder
mehrere solcher Injektionsnadeln in den Druckstempel integriert werden. Alternativ
oder ergänzend kann der Wirkstoff durch Wasserdampf, Sprühnebel oder dergleichen befeuchtet
werden oder das Festfügen des Wirkstoffs kann in entsprechend feuchten Atmosphären
erfolgen.
[0021] In einer besonderen Ausführungsart wird der Wirkstoff in die komplett montierte,
aus dem Betätigungselement und mindestens einem weiteren Element bestehende Vorrichtung
eingepresst, die anschließend an dem Behälter festgelegt wird, insbesondere mittels
einem Schraubflanschelement an dem Behälter festgeklebt wird. Auf diese Weise können
vorteilhaft auch bestehende Öffnungsvorrichtungen durch die vorstehend beschriebene
Festfügung des Wirkstoffes erfindungsgemäß ausgestaltet werden, so dass eine Neukonstruktion
von Öffnungsvorrichtungen nicht unbedingt erforderlich ist. Das Festfügen des Wirkstoffes
kann unmittelbar vor dem Festlegen der Vorrichtung an dem Behälter erfolgen; dadurch
sind auch ohne eine separate Verschlussmembran die bei der Verpackung von Lebensmitteln
zu stellenden hohen Hygieneanforderungen zu erfüllen.
[0022] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen mehrere
Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen
und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger
Kombination erfindungswesentlich sein.
- Fig. 1
- zeigt schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- zeigt in vergrößerter Darstellung einen Ausschnitt der Fig. 1 im Bereich der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Fig. 3
- zeigt eine aus drei Elementen bestehende Schraubverschlusseinrichtung, die für ein
zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung verwendet werden kann,
- Fig. 4
- zeigt die Elemente der Fig. 3 teilweise in Unteransicht,
- Fig. 5 bis 8
- zeigen schematisch ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens, und
- Fig. 9
- zeigt schematisch das Öffnen des Behälters mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0023] Die Fig. 1 zeigt schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 zum Öffnen eines Behälters 2, insbesondere eines Getränkebehälters,
mit einem Betätigungselement 3, bei dessen Betätigen ein in fester Phase vorliegender
Wirkstoff 4 dem Inhalt 5 des Behälters 2 zugebbar ist. Bei dem Wirkstoff 4 kann es
sich um Hydrogenkarbonat handeln, das beim Lösen im Behälters 2 Kohlensäure bildet.
Bei dem Inhalt 5 kann es sich beispielsweise um einen Fruchtsaft oder einen Wein handeln,
oder um eine Mischung aus Fruchtsaft oder Wein und Mineralwasser. Durch die Zugabe
des Wirkstoffs 4 entsteht dann ein kohlensäurehaltiges Getränk. Bei dem Behälter 2
kann es sich insbesondere um eine Weichverpackung handeln, die im Ausgangszustand
vollverschlossen und gefüllt ist und auf welche die Vorrichtung 1 mittels eines flanschartigen
Befestigungselements 6 aufgeklebt ist, welches ein Außengewinde 7 aufweist, auf das
ein kappenartiges Betätigungselement 3 aufschraubbar ist.
[0024] Die Fig. 2 zeigt in vergrößerter Darstellung einen Ausschnitt der Fig. 1 im Bereich
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Das flanschartige Befestigungselement 6 kann
beispielsweise mittels eines Heißschmelzklebers 31 an einer dafür vorgesehenen Stelle
des Behälters 2 aufgeklebt werden, an welcher der Behälter 2 einen Bereich 8 aufweist,
in dem die Außenwand 24 des Behälters 2 beispielsweise aufgrund einer reduzierten
Materialstärke mit geringem Kraftaufwand durchtrennbar ist und eine Öffnung in den
Behälter 2 eingebracht werden kann. An seinem im Wesentlichen ringförmig von dem Behälter
2 abstehenden Abschnitt 9 weist das Befestigungselement 6 ein vorzugsweise rechtsdrehendes
Außengewinde 7 und auf der Innenseite ein vorzugsweise linksdrehendes Innengewinde
10 auf. Die Steigung des Innengewindes 10 ist dabei vorzugsweise größer als die Steigung
des Außengewindes 7, beispielsweise um einen Faktor von 1,5 bis 3, insbesondere etwa
2.
[0025] Das kappenartige Betätigungselement 3 weist ein mit dem Außengewinde 7 korrespondierendes
Innengewinde 11 auf, mittels dem das Betätigungselement 3 auf das Befestigungselement
6 auf- und abschraubbar ist. An seiner Innenseite weist das Betätigungselement 3 außerdem
einen vorzugsweise einstückig ausgebildeten Mitnahmefinger 12 auf, der beim öffnenden
Betätigen entsprechend der Drehrichtung des Pfeils 13 mit einem vorzugsweise einstückig
von einem weiteren Element 14 ausgebildeten Mitnahmeelement 15 zusammenwirkt und dadurch
das weitere Element 14 in Drehrichtung gemäß dem Pfeil 16 bringt.
[0026] An der Vorrichtung ist der Wirkstoff 4 derart festgefügt, dass er in der in Fig.
2 dargestellten Montageposition der Vorrichtung 1 fixiert ist, insbesondere beim Zuführen
an den Behälter 2 nicht aus der Vorrichtung 1 herausfällt. Hierzu kann der Wirkstoff
4 derart in die Vorrichtung 1 gepresst und/oder verhakt sein, gegebenenfalls unter
Zuführung von Feuchtigkeit, dass der festgefügte Wirkstoff 4 an dem Betätigungselement
3 haftet. Alternativ oder ergänzend kann der Wirkstoff 4 auch mit als Öffnungen realisierte
Verhakungselemente 17 des weiteren Elements 14 verhaken und dadurch in der dargestellten
Position fixiert sein.
[0027] Das weitere Element 14 weist außerdem ein mit dem Innengewinde 10 des flanschartigen
Befestigungselements 6 zusammenwirkendes Außengewinde 18 auf. Beim Drehen des Betätigungselements
3 gemäß Pfeil 13 kommt es aufgrund des Eingriffs des Außengewindes 7 des Befestigungselements
6 und des Innengewindes 11 zu einer öffnenden Bewegung des Betätigungselements 3 gemäß
dem Pfeil 19. Aufgrund des demgegenüber gegenläufigen Innengewindes 10 des Befestigungselements
6, das mit dem Außengewinde 18 in Eingriff ist, kommt es gleichzeitig zu einer gekoppelten
Dreh- und Längsbewegung des weiteren Elements 14 gemäß den Pfeilen 16, 20. Daraufhin
durchtrennt das weitere Element 14 im Bereich 8 die Außenwand 24 des Behälters 2 und
bringt in diesen eine Öffnung ein. Zu diesem Zweck kann das weitere Element 14 an
seinem dem Behälter 2 zugewandten Ende Trennmittel 21 aufweisen, beispielsweise in
Form von Spitzen oder Schneiden.
[0028] Aufgrund der entgegengerichteten Längsbewegungen gemäß den Pfeilen 19, 20 und der
unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten kommt es zu einer Relativbewegung zwischen
dem Betätigungselement 3 und dem weiteren Element 14. Infolgedessen löst sich der
festgefügte Wirkstoff 4 und kann aufgrund der Gewichtskraft in das Innere des Behälters
2 hineinfallen. Vorzugsweise ist die durch das weitere Element 14 in die Außenwand
24 eingebrachte Öffnung größer als die lichte Weite des weiteren Elements 14 in dem
Bereich, in dem der Wirkstoff 4 in der Vorrichtung festgefügt ist.
[0029] Für einige Anwendungen ist es wünschenswert, dass der Wirkstoff 4 beim Lösen von
der Vorrichtung 1 in nicht allzu viele Bruchstücke zerfällt, insbesondere nicht pulverisiert
wird. Sofern sich der Wirkstoff 4 einstückig von der Vorrichtung 1 löst oder jedenfalls
nur in einigen größeren Bruchstücken, ist durch die sich dabei ergebende relativ geringe
Oberfläche gewährleistet, dass sich der Wirkstoff 4 nicht zu schnell in dem Behälter
2 löst. Dies ist beispielsweise bei der Zugabe von Kohlensäure wünschenswert, da andernfalls
die Gefahr einer übermäßigen Schaumbildung besteht. Für andere Anwendungen kann es
wünschenswert sein, dass der Wirkstoff 4 beim Lösen in möglichst viele und möglichst
kleine Bruchstücke zerfällt, um ein rasches Lösen und Vermischen zu gewährleisten.
[0030] Durch eine größere Steigung des Außengewindes 18 des weiteren Elements 14 gegenüber
dem gegenläufigen Innengewinde 11 des Betätigungselements 3 ist sichergestellt, dass
sich das weitere Element 14 um einen größeren Betrag in Richtung auf den Behälter
2 bewegt als sich das Betätigungselement 3 in entgegengesetzte Richtung bewegt. Zum
einen wird dadurch ein Durchtrennen der Außenwand des Behälters 2 durch das weitere
Element 14 sichergestellt. Zum anderen wird vermieden, dass nach einem erneuten Aufschrauben
des Betätigungselements 3 dieses noch einmal in Eingriff mit dem weiteren Element
14 kommt. Insbesondere soll das weitere Element 14 nach dem erstmaligen Betätigen
des Betätigungselements 3 in seiner den Behälter 2 öffnenden Position verbleiben und
die eingebrachte Öffnung freihalten, sowohl für den Durchtritt des Wirkstoffs 4 in
den Behälter 2 als auch für die Entnahme des Inhalts 5 aus dem Behälter 2. Eine Mitkopplung
ergibt sich außerdem vorzugsweise nur bei einer Drehung des Betätigungselements 3
gemäß Pfeil 13. In umgekehrter Drehrichtung besteht ein Freilauf und insbesondere
keine Bewegungskopplung zwischen dem Betätigungselement 3 und dem weiteren Element
14.
[0031] Vorzugsweise wird beim erstmaligen Betätigen das weitere Element 14 beim Durchtrennen
der Außenwand 24 des Behälters 2 um weniger als eine volle Umdrehung gedreht, bei
Verwendung mehrerer in Umfangsrichtung in einem Winkelbereich von etwa 180° angeordneter
Trennmittel 21 sogar um weniger als eine halbe Umdrehung gedreht, damit eine beim
Durchtrennen der Außenwand 24 des Behälters 2 entstehende Verschlusshaut noch laschenartig
an der Innenseite des Behälters 2 anhängt und nicht vollständig abgetrennt wird und
in das Innere des Behälters 2 hineinfällt.
[0032] Die Außenwand 24 des Behälters 2 kann beispielsweise durch einen Verbund aus einem
an der Außenseite gegebenenfalls noch mit einer Kunststofffolie kaschierten Karton
22 und einer zur Innenseite des Behälters 2 hin auf den Karton 22 aufgebrachten aluminiumbeschichteten
Kunststofffolie 23 gebildet sein. Im Bereich 8, in dem durch das weitere Element 14
eine Öffnung in den Behälter einbringbar ist, besteht die Außenwand 24 lediglich aus
der aluminiumbeschichteten Kunststofffolie 23.
[0033] Die Fig. 3 zeigt eine aus drei Elementen bestehende Schraubverschlusseinrichtung
125, die für ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung verwendet
werden kann. Das flanschartige Befestigungselement 106 kann an dem in der Fig. 3 nicht
dargestellten Behälter 2 angeklebt werden. Der stutzenartig abstehende Abschnitt 109
weist ein Außengewinde 107 auf und ein Innengewinde 110 mit gegenüber dem Außengewinde
107 größerer Steigung. Auf das Außengewinde 107 ist das kappenartige Betätigungselement
103 aufschraubbar. In das Innengewinde 110 ist ein im Wesentlichen ringförmiges weiteres
Element 114 einschraubbar, welches ein mit dem Innengewinde 110 des flanschartigen
Betätigungselements 106 korrespondierendes Außengewinde 118 aufweist. An seinem dem
Behälter 2 zugewandten stirnseitigen Ende bildet das weitere Element 114 in Umfangsrichtung
über einen Winkelbereich von etwa 160° gleich verteilt insgesamt vier Trennmittel
121 aus, mit denen die Außenwand 24 des Behälters 2 durchtrennbar ist. Außerdem weist
das weitere Element 114 auf seiner Mantelfläche mehrere Verhakungselemente 117 in
Form von Öffnungen auf, in welche sich der an der Vorrichtung 1 festgefügte Wirkstoff
4 verhaken kann.
[0034] Auf seiner Innenseite bildet das weitere Element 114 vorzugsweise einstückig und
in Umfangsrichtung gleichverteilt insgesamt vier Mitnahmeelemente 115 aus, die mit
entsprechend ausgebildeten Mitnahmefingern 112 korrespondieren, die vorzugsweise einstückig
von dem Betätigungselement 103 ausgebildet werden. Beim Drehen des Betätigungselements
103 gemäß Pfeil 113 kommt es zu einer Abhebebewegung gemäß dem Pfeil 119 des Betätigungselements
und gleichzeitig zu einer Eintauchbewegung gemäß dem Pfeil 120 des weiteren Elements
114. Die Mitnahmeelemente 115 und Mitnahmefinger 112 sind so ausgebildet, dass bei
einer Schließbewegung entgegen der Drehrichtung gemäß Pfeil 113 keine Bewegungskopplung
zwischen dem Betätigungselement 103 und dem weiteren Element 114 besteht.
[0035] Die Fig. 4 zeigt nochmals die Elemente der Schraubverschlusseinrichtung 125 der Fig.
3, wobei diesmal eine Unteransicht des Betätigungselements 103 und des weiteren Elements
114 dargestellt ist, aus denen das Zusammenwirken der Mitnahmeelemente 115 und Mitnahmefinger
112 ersichtlich ist.
[0036] Die Fig. 5 bis 8 zeigen schematisch ein Ausführungsbeispiel für das erfindungsgemäße
Verfahren zum Festfügen eines Wirkstoffes 4 an einem Betätigungselement 3 und/oder
einem weiteren Element 14 einer Vorrichtung 1 zum Öffnen eines Behälters 2. Die Fig.
5 zeigt, wie in eine aus einem Betätigungselement 3, einem Befestigungselement 6 und
einem weiteren Element 14 bestehende, komplett montierte Vorrichtung 1, deren offene
Seite nach oben zeigt, mittels eines verschließbaren Trichters 26 der granular oder
pulverförmig vorliegende Wirkstoff 4 in einer vorgebbaren Menge eingefüllt wird. Nach
dem Befüllen ergibt sich der in der Fig. 6 gezeigte Zustand, in dem der Wirkstoff
4 als lose Schüttung in die Vorrichtung 1 eingefüllt ist. Wollte man in diesem Zustand
die Vorrichtung 1 an einem Behälter 2 montieren, wäre es erforderlich, eine Verschlussmembran
anzubringen, beispielsweise an dem flanschartigen Befestigungselement 6, um ein Herausfallen
des Wirkstoffs 4 zu verhindern.
[0037] Erfindungsgemäß erfolgt nun die in der Fig. 7 dargestellte Festfügung des Wirkstoffs
4 an dem Betätigungselement 3 und dem weiteren Element 14 unter Einwirkung von Druck
mittels eines Druckstempels 27. Für manche Anwendungen kann es vorteilhaft sein, wenn
über einen vorzugsweise zentrisch im Druckstempel 27 geführten Kanal 28 Feuchtigkeit,
Wasser oder ein anderes geeignetes Lösungs- bzw. Verdichtungsmittel dem festzufügenden
Wirkstoff 4 zugeführt wird, gegebenenfalls auch mittels einer an der Stirnseite des
Druckstempels 27 überstehenden Injektionsnadel 29. Durch den Festfügevorgang, dessen
Parameter wie beispielsweise Anpresskraft, Temperatur und Feuchtigkeit an den jeweiligen
Anwendungsfall und insbesondere Wirkstoff 4 angepasst sind, ergibt sich der in der
Fig. 8 dargestellte Zustand, in dem der Wirkstoff 4 an der Vorrichtung 1 festgefügt
ist. Die Festfügung ergibt sich im Ausführungsbeispiels durch ein Anhaften des kompaktierten
Wirkstoffs 4 an dem Betätigungselement 3 und/oder durch ein Verhaken des kompaktierten
Wirkstoffs 4 mit dem weiteren Element 14. In diesem Zustand kann die Vorrichtung 1
so gedreht werden, dass die offene Seite nach unten zeigt, ohne dass der an der Vorrichtung
1 festgefügte Wirkstoff 4 herausfällt. In dieser Position kann die Vorrichtung 1 an
dem Behälter 2 festgelegt werden, insbesondere aufgeklebt werden.
[0038] Die Fig. 9 zeigt schematisch das Öffnen des Behälters 2 mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung durch Drehen des Betätigungselements 3 entsprechend dem Pfeil 13, wobei
es zu einer Abhebebewegung des Betätigungselements 3 entsprechend dem Pfeil 19 kommt.
Gleichzeitig wird dadurch die Festfügung des Wirkstoffs 4 von der Vorrichtung 1 gelöst
und der Wirkstoff 4 fällt im dargestellten Ausführungsbeispiel in Form von zwei größeren
Bruchstücken 4a, 4b aufgrund der Gewichtskraft in den Behälter 2 entsprechend dem
Pfeil 30. Anschließend kommt es zu einer Auflösung der Bruchstücke 4a, 4b im Behälter
2. Erforderlichenfalls kann durch Anbringen entsprechender Strukturen beispielsweise
am Betätigungselement 3 vorgegeben sein, ob der gemäß Fig. 8 festgefügte Wirkstoff
4 in einem Stück, in wenigen großen Bruchstücken oder in vielen kleinen Bruchstücken
von der Vorrichtung 1 gelöst wird.
1. Vorrichtung (1) zum Öffnen eines Behälters (2), insbesondere eines Getränkebehälters,
mit einem Betätigungselement (3), bei dessen Betätigen ein in fester Phase vorliegender
Wirkstoff (4) dem Behälter (2) zugebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkstoff (4) an dem Betätigungselement (3) und/oder einem weiteren Element (6,
14) der Vorrichtung (1) festgefügt ist, und dass beim erstmaligen Betätigen des Betätigungselements
(3) der Wirkstoff (4) vom Betätigungselement (3) und/oder dem weiteren Element (6,
14) lösbar ist und dadurch dem Behälter (2) zugebbar ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim erstmaligen Betätigen des Betätigungselements (3) eine Öffnung in eine Außenwand
(24) des Behälters (2) einbringbar ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass über die eingebrachte Öffnung der Wirkstoff (4) dem Behälter (2) zugebbar ist.
4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass über die eingebrachte Öffnung der Inhalt (5) aus dem Behälter (2) entnehmbar ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) mindestens ein weiteres Element (6, 14) aufweist, und dass der
Wirkstoff (4) durch eine beim erstmaligen Betätigen des Betätigungselements (3) auftretende
Relativbewegung zwischen dem Betätigungselement (3) und dem weiteren Element (6, 14)
lösbar ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (3) eine Kappe ist, insbesondere eine vom Behälter (2) oder
von einem weiteren Element (6, 14) der Vorrichtung (1), das an dem Behälter (2) festlegbar
ist, abschraubbare Schraubkappe.
7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) ein weiteres Element (14) aufweist, das vorzugsweise einstückig
ein Trennmittel (21) ausbildet zum Öffnen des Behälters (2) beim erstmaligen Betätigen
des Betätigungselements (3).
8. Vorrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Element (14) Verhakungsmittel aufweist, in welche der festgefügte Wirkstoff
(4) eingehakt ist.
9. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkstoff (4) verschlussmittelfrei an dem Betätigungselement (3) und/oder einem
weiteren Element (6, 14) der Vorrichtung (1) festgefügt ist, und dass erst durch das
Anbringen der Vorrichtung (1) an dem Behälter (2) der Wirkstoff (4) gegenüber der
Umgebung gekapselt ist.
10. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Behälter (2) um eine Weichverpackung für Flüssigkeiten handelt, insbesondere
um eine Weichverpackung für Getränke, und dass der Flüssigkeit durch den Wirkstoff
Kohlensäure zugegeben ist.
11. Verfahren zum Festfügen eines Wirkstoffes (4) an einem Betätigungselement (3) und/oder
einem weiteren Element (6, 14) einer Vorrichtung (1) zum Öffnen eines Behälters (2),
insbesondere eines Getränkebehälters, wobei beim erstmaligem Betätigen des Betätigungselements
(3) der Behälter (2) zu öffnen ist und der Wirkstoff (4) vom Betätigungselement (3)
und/oder dem weiteren Element (6, 14) lösbar ist und in den Behälter (2) zugebbar
ist, und wobei der in fester Phase vorliegende, insbesondere granulare oder pulverförmige
Wirkstoff (4) an dem Betätigungselement (3) und/oder dem weiteren Element (6, 14)
festgefügt wird, insbesondere unter Einwirkung von Druck festgepresst wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkstoff (4) vor und/oder während des Verpressens befeuchtet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkstoff (4) in die komplett montierte, aus dem Betätigungselement (3) und mindestens
einem weiteren Element (6, 14) bestehende Vorrichtung (1) festgepresst wird, die anschließend
an dem Behälter (3) festgelegt wird.