[0001] Die Erfindung betrifft hochviskosen Emulsionssprengstoff und ein Verfahren zu dessen
Herstellung sowie ein Verfahren zum Verbringen dieses hochviskosen Emulsionssprengstoffes
in Hohlräume, insbesondere Bohrlöcher. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Laden von Bohrlöchern mit dem erfindungsgemäßen hochviskosen Emulsionssprengstoff
über Tage und unter Tage sowie zur losen Verwendung in einem Dichtebereich von 0,5
bis 1,3 kg/l.
[0002] Emulsionssprengstoffe gehören zu den explosivstofffreien, wasserhaltigen Nitratsprengstoffen.
Basis ist eine Wasser-in-Öl-Emulsion, die durch Emulgieren einer hochkonzentrierten
Nitratsalzlösung mit Mineralöl entsteht. Dabei wird die Salzlösung in feinst verteilte
Tröpfchen - Größenordnung etwa 10
-6 m Durchmesser - zerlegt und von einem noch dünneren Ölfilm von etwa 10
-8 m Dicke umhüllt. Diese feine Emulsionsmatrix ist die wesentliche Voraussetzung für
die besonderen Eigenschaften der Emulsionssprengstoffe. Trotz des extrem innigen Kontaktes
ist eine Sensibilisierung durch in der Emulsionsmatrix feinst verteilte Gasbläschen
als Reaktionszentren zur Ein- und Weiterleitung einer detonativen Umsetzung erforderlich.
Emulsionssprengstoffe werden entweder durch das Einbringen von Mikrohohlkügelchen
oder durch chemisch gebildete Gasbläschen (chemical gassing) durch ein sogenanntes
Gassing Agent sensibilisiert.
[0003] Der Emulsionssprengstoff ist erst nach der Sensibilisierung, d. h. der Ausbildung
der Gashohlkörper innerhalb der Emulsionsmatrix sensibilisiert und damit detonationsfähig.
Er findet Anwendung insbesondere im Übertagebau bei der Gesteinsgewinnung in Steinbrüchen.
Hierzu kann der Emulsionssprengstoff entwedervor Ort" gemischt oder die Matrix stationär
vorgemischt und vor Ort nur noch durch Gasblasen sensibilisiert und per Ladeschlauch
in vorgefertigte Bohrlöcher eingefüllt werden. Beim Verbringen in das Bohrloch wird
das Gassing Agent hinzugegeben und dadurch findet die Gasbläschenbildung innerhalb
der Emulsionsmatrix, d. h. die Sensibilisierung des Sprengstoffes, beim Verpumpen
bzw. im Bohrloch statt. Das hierfür eingesetzte Mischladegerät kann die einzelnen
nicht sensibilisierten Komponenten gefahrlos zur Sprengstelle transportieren, da in
diesem Augenblick noch keine detonationsfähige Mischung vorliegt.
[0004] Aufgrund der flüssig-breiigen Konsistenz des Emulsionssprengstoffes kann dieser bei
Übertageanwendungen sehr gut in die meist mehr oder weniger geneigt nach unten in
das Gebirge gebohrten Bohrlöcher von oben befüllt werden. Sollen jedoch Bohrlöcher
befüllt werden, die waagerecht oder (schräg nach oben) gebohrt sind, so besteht die
Gefahr, dass dieser Emulsionssprengstoff aufgrund der Schwerkraft und der quasi-flüssigen
Konsistenz dazu neigt , aus dem Bohrloch heraus zu fließen. Aus diesem Grund werden
insbesondere unter Tage patronierte Sprengstoffe eingesetzt, da hier sehr oft die
Anforderung besteht, dass Bohrlöcher waagerecht oder von unten nach oben gebohrt sind
und dann befüllt werden müssen.
[0005] Die flüssig-breiige Konsistenz der meisten Emulsionssprengstoffe erlaubt bei Sensibilisierung
durch chemische Gasblasenbildung nur eine begrenzte Dichtereduzierung auf etwa 1,1
kg/l, da bei dieser Konsistenz die nicht eingeschlossenen Gasblasen coagulieren oder
aus der Matrix entweichen können. Da die Sensibilität der Emulsionssprengstoffe mit
abnehmender Dichte ansteigt, ist dies der Hauptgrund, warum Emulsionsprengstoffe mit
flüssig breiiger Konsistenz und chemischer Sensibilisierung bei Kleindurchmessern
von 40 mm und weniger häufig nicht ausreichend detonatiosfähig oder gar kapselempfindlich
sind.
[0006] Darüber hinaus besteht bei den herkömmlichen Emulsionssprengstoffen unter Tage öfter
das Problem des kritischen Durchmessers. Dieser liegt selbst bei patronierten Emulsionssprengstoffen
aufgrund einer gerigen Dichte von ca. 1,1 +/- 0,1 kg/l bei ca. 25 mm. Bei pumpfähigen
Emulsionen beträgt der kritische Durchmesser meist 40 mm und mehr. Unter Tage werden
aber Sprenglöcher mit meistens geringerem Durchmesser eingesetzt. Darüber hinaus sind
insbesondere pumpfähige Emulsionssprengstoffe herkömmlicher Art nach der Sensibilisierung
nicht immer kapselempfindlich, so dass Booster eingesetzt werden.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, die Nachteile des Standes der Technik
zu überwinden und insbesondere einen Emulsionssprengstoff hoher Viskosität bereit
zu stellen, der auch die Anforderungen für die Verwendung unter Tage hinsichtlich
kritischem Durchmesser, Zünd- bzw. Kapselempfindlichkeit und Konsistenz erfüllt. Weitere
Aufgabe der Erfindung war es, ein Verfahren zum Verbringen dieses Sprengstoffes in
Bohrlöcher, insbesondere schräg nach oben verlaufenden Bohrlöchern, bereit zu stellen.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, eine Vorrichtung bereit
zu stellen, mit der dieser erfindungsgemäße Emulsionssprengstoff hergestellt und/oder
in Bohrlöcher verbracht werden kann.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren zur handhabungssicheren
Herstellung von hochviskosem Emulsionssprengstoff (1) mittels des Gassingverfahrens,
umfassend die Schritte: Herstellen einer Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) Fördern
der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) durch ein Fördersystem (30) unter Verwendung
eines Lubrifikationsmediums (15), wobei das Lubrifikationsmedium (15) einen Gassingagenten
(16) aufweist; Vermischen der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) mit dem Lubrifikationsmedium
(15) am Ende des Fördersystems (30) bzw. Ladeschlauches ; Nachemulgieren der ausgeförderten
Mischung von Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) und Lubrifikationsmedium (15) zum
hochviskosen Emulsionssprengstoff (1).
[0009] Mittels des Gassingverfahrens hergestellte Emulsionssprengstoffe werden erfindungsgemäß
aus einer Emulsionsmatrix hoher Viskosität, und der Vermischung mit einem Gassing
Agenten hergestellt. Durch die Vermischung der Emulsionsmatrix mit dem Gassing Agenten
werden die erforderlichen Gasbläschen in die Emulsionsmatrix eingebracht, mit der
diese dann sensibilisiert wird.
[0010] Die erfindungsgemäße Emulsionsmatrix hoher Viskosität ist bevorzugt aus einem Emulgator,
einer Ölphase und einer Oxidizerphase hergestellt. Der Emulgator wird dabei bevorzugt
so gewählt, dass die fertige Emulsionsmatrix bei geringer Scherbeanspruchung zunächst
eine geringe Neigung zur Nachemulgierung aufweist und bei höherer Scherbeanspruchung
nachemulgiert.
[0011] Bevorzugt liegen bei der Emulsionsmatrix hoher Viskosität sämtliche sauerstofffreisetzenden
Salze in der restlichen Lösung vor. Typischer Weise liegt die in den Zusammensetzungen
verwendete Wassermenge zwischen 1 und 30 Gewichtsprozent. Vorzugsweise liegt die verwendete
Menge zwischen 10 und 25 Gewichtsprozent, besonders bevorzugt zwischen 10 und 15 Gewichtsprozent
bezogen auf die Emulsionsphase. Die kontinuierlich mit Wasser unvermischbare organische
Phase (Ölphase) der Wasser-in-Öl-Emulsion enthält zwischen 2 und 15 Gewichtsprozent,
bevorzugt zwischen 4 und 8 Gewichtsprozent bezogen auf die Emulsionsphase.
[0012] Die Emulgatorkomponente der Zusammensetzung der Emulsionsmatrix hoher Viskosität
enthält bevorzugt zwischen 0,5 und 5 Gewichtsprozent der Emulsionsphase. Die Emulgatorkomponente
besteht bevorzugt aus einem Emulgator vom PIBSA-Typ und aus einem Sorbitanester in
jedem beliebigen Mischungsverhältnis. Es kann auch ein reiner PIBSA-Emulgator eingesetzt
werden. Der Massenanteil des Emulgators wird bevorzugt so gewählt, dass einerseits
eine möglichst hohe Stabilitätsreserve erreicht wird und andererseits die Nachemulgierung,
die mit einer Viskositätserhöhung der Emulsion einhergeht, zielgerichtet beeinflusst
werden kann. Als Emulgator kann auch ein Gemisch (Blend) bestehend aus reinem Emulgator
(Aktive Phase) und Öl eingesetzt werden.
[0013] Besonders bevorzugt liegt in der Emulsionsmatrix hoher Viskosität bei Verwendung
eines Emulgators aus zwei Emulgatorkomponenten bereits eine erste, in der Emulsionsmatrix
hoher Viskosität bereits aktivierte Phase des Emulgators vor und ein weiterer Überschuss
an noch nicht aktivierten Emulgatoren, die erst im Schritt des Nachemulgierens der
ausgeförderten Mischung von Emulsionsmatrix hoher Viskosität und Lubrifikationsmedium
zum hochviskosen Emulsionssprengstoff nachemulgiert.
[0014] Die Oxidizerphase wird bevorzugt so gewählt, dass die Sauerstoffbilanz des hochviskosen
Emulsionssprengstoffes bei 0 bis + 2,5 %, bevorzugt bei + 0,5 bis 1,5 % liegt. Der
durch die anorganische Phase bedingte Sauerstoffüberschuss des Produkts ermöglicht
die Zugabe von weiteren energiereichen Komponenten, wie Metallpulver, vorzugsweise
Al, Mg, Grafit, Ruß, Kohle, etc. oder eine Mischung dieser Komponenten, in Konzentrationen
von bevorzugt bis zu 2 %. Hierdurch können der Energiegehalt und weitere thermodynamische
Daten des hochviskosen Emulsionssprengstoffes für unterschiedliche Einsatzfälle optimiert
werden.
[0015] Durch die Verwendung eines Lubrifikationsmediums bei der Förderung der Emulsionsmatrix
hoher Viskosität durch das Fördersystem wird eine besonders schonende Förderung der
noch nicht sensibilisierten Emulsionsmatrix hoher Viskosität durch das Fördersystem
ermöglicht. Aufgrund des eingestellten, laminaren Strömungsprofiles innerhalb des
Fördersystemes und der speziellen Zuführung des Lubrifikationsmediums mit dem darin
enthaltenen Gassing Agent bevorzugt in Form eines konzentrischen, die Emulsion umgebenden
Gleitfilmes, findet keine Vorab-Vermischung von Emulsionsmatrix hoher Viskosität und
Lubrifikationsmediums bzw. Gassing Agent statt, so dass eine Sensibilisierung der
Emulsionsmatrix hoher Viskosität innerhalb des technischen (Förder-)Systems ausgeschlossen
ist. Die im System vorliegenden Komponenten Emulsionsmatrix und umgebender Lubrifikationsfilm
bilden für sich genommen keinen sensibilisierten Sprengstoff, der detonationsfähig
wäre. Diese Neuerung in der verfahrensgemäßen Sicherheitskonzeption, die Bildung von
Sprengstoff in allen Teilbereichen des technischen (Förder-)Systems zu vermeiden,
war bei den bisherigen Emulsionssprengstoffen des Standes der Technik deshalb nicht
möglich, da die Emulsionsmatrix sich bereits innerhalb des Fördersystems mit dem Gassing
Agent vermischt hat und es damit zu einer (teilweisen) und allmählichen Sensibilisierung
der Matrix bzw. zur Ausbildung einer detonationsfähigen Sprengstoffes beim Pumpen
bzw. Transport durch den Ladeschlauch gekommen war. Überraschend ist in der vorliegenden
Erfindung gefunden worden, dass bei der Verwendung einer Emulsionsmatrix hoher Viskosität
und einer entsprechenden Förderung eine Vermischung nicht im Fördersystem stattfindet,
obwohl das Lubrifikationsmedium bereits den Gassing Agenten umfasst ist.
[0016] Erst am Ende des Fördersystems wird nun die Emulsionsmatrix hoher Viskosität mit
dem sie umgebenden Lubrifikationsmedium und damit mit dem Gassing Agenten vermischt.
Damit wird erst am Ende des Fördersystems, d. h. am Austritt des Sprengstoffes aus
dem Schlauchsystem die Emulsionsmatrix sensibilisiert und damit detonationsfähiger
Sprengstoff hergestellt.
[0017] Nach der Vermischung der Emulsionsmatrix mit dem Lubrifikationsmedium bzw. dem Gassing
Agenten, bevorzugt in einem Statikmischer, kommt es zu einer Nachemulgierung der ausgeförderten
Mischung von Emulsionsmatrix und Lubrifikationsmedium und damit zur Herstellung des
hochviskosen Emulsionssprengstoff gemäß der vorliegenden Erfindung. Dadurch findet
nochmals eine entscheidende Erhöhung der Viskosität des Emulsionssprengstoffes bei
bzw. nach der Sensibilisierung statt.
[0018] Auf diese Weise wurde ein Emulsionssprengstoff bzw. ein Verfahren zu dessen Herstellung
bereitgestellt, der aufgrund der hochviskosen Eigenschaft nun gegen die Schwerkraft
auch in ein Bohrloch ladbar ist, das schräg oder sogar senkrecht nach oben gebohrt
wurde. Aufgrund der hohen Viskosität des auf die beschriebene Weise hergestellten
Sprengstoffes fließt dieser nicht mehr aus dem Bohrloch sondern verbleibt dort gegen
die Schwerkraft.
[0019] In einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung wird beim Fördern
der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) zwischen dieser und dem Lubrifikationsmedium
(15) keine turbulente, sondern eine weitgehend laminare Strömung aufrechterhalten,
insbesondere eine laminare Strömung mit einer Reynoldszahl von weniger als 2300, bevorzugt
von weniger als 2000, besonders bevorzugt von weniger als 1500.
[0020] Durch die Wahl der Emulsionsmatrix hoher Viskosität kann nun innerhalb des Fördersystems
zwischen dieser und dem Lubrifikationsmedium eine laminare Strömung aufrecht erhalten
werden. Eine laminare Strömung in diesem Sinne bedeutet, dass insbesondere keine Scherkräfte
zwischen dem Lubrifikationsmedium und der Emulsionsmatrix auftreten und damit auch
keine Vermischungen. Es treten somit keine Verwirbelungen oder Vermischungen auf.
Auf diese Weise ist es möglich, den Gassing Agent bis zur Vermischung der Emulsionsmatrix
am Ende des Fördersystems zu transportieren, ohne dass vorher schon eine Vermischung
bzw. eine Reaktion des Gassing Agenten mit der Emulsionsmatrix stattfinden kann. Da
der Gassing Agent im Schmiermittel bzw. Lubrifikationsmedium erst am Schlauchende
mit der Matrix vermischt wird, entsteht die endgültige Zusammensetzung, insbesondere
die gewünschte endgültige Viskosität, des Sprengstoffes erst hinter dem Statikmischer,
d. h. nachdem die Komponenten aus dem Schlauch ausgetreten sind.
[0021] Bei dem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung weist die Emulsionsmatrix
(10) eine Viskosität von mehr als 60.000 mPas, bevorzugt mehr als 80.000 mPas, besonders
bevorzugt mehr als 100.000 mPas auf.
[0022] Die Viskosität einer herkömmlichen Emulsionsmatrix beträgt bis zu 50.000 mPas (gemessen
nach dem Verfahren Brookfield, Spindel 7, 10 rpm, 20° C). Die erfindungsgemäße Emulsionsmatrix
weist nun eine viel höhere Viskosität auf. Dies war im Stand der Technik bisher deshalb
vermieden worden, weil dadurch eine Vermischung mit dem Gassing Agent nicht mehr effektiv
dargestellt werden konnte. Überraschend wurde erfindungsgemäß gefunden, dass auch
bei einer Emulsionsmatrix mit einer weit höheren Viskosität, besonders bevorzugt von
über 100.000 mPas eine Vermischung mit dem Gassing Agenten sehr wohl zur erforderlichen
Vermischung und Nachemulgierung bzw. Sensibilisierung des Endprodukts führen kann.
Aus diesem Grund wurde entgegen den Vorurteilen aus dem Stand der Technik erfindungsgemäß
eine Emulsionsmatrix hoher Viskosität gewählt.
[0023] Durch die hohe Viskosität der Emulsionsmatrix kann damit bei der Förderung der Emulsionsmatrix
zusammen mit dem Gassing Agenten enthaltenden Lubrifikationsmedium innerhalb des Fördersystems
die laminare Strömung sehr gut aufrecht erhalten werden.
[0024] In einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung besteht der Emulgator
aus mindestens zwei Emulgatorkomponenten, die bei unterschiedlicher Scherbeanspruchung
emulgieren. Der in der Emulsionsmatrix hoher Viskosität vorliegende Emulgator ist
zur Herstellung dieser Matrix bereits aktiviert worden, d. h. zur Herstellung der
Matrix teilweise emulgiert. Dadurch wird der Emulsionsmatrix diese Viskosität erst
verliehen. Bevorzugt liegt in dieser vorgemischten Emulsionsmatrix hoher Viskosität
eine zweite Phase an Emulgator (ein Emulgatorüberschuss) vor, der erst nach Ausbringen
der Emulsionsmatrix durch eine Vermischung am Ende nachemulgiert und so die Emulsionsmatrix
hoher Dichte durch Aktivierung dieser zweiten Phase im Emulgator eine nochmals entscheidend
höhere Viskosität verleiht. Der endgültig erhaltene Sprengstoff weist dann eine Viskosität
über 200.000 mPas auf, bevorzugt 250.000 bis 350.000 mPas und höher. Die Emulsionsmatrix
hoher Viskosität weist eine Viskosität von mehr als 60.000 mPas, bevorzugt mehr als
80.000 mPas, besonders bevorzugt mehr als 100.000 mPas auf. Durch den Einsatz eines
Emulgators aus mindestens zwei Komponenten ist es damit möglich, die Emulsionsmatrix
selbst in einem hohen Viskositätsbereich herzustellen, und diese dann bei Vermischung
zum endgültigen Emulsionssprengsstoff nochmals entscheidend in ihrer Viskosität zu
erhöhen.
[0025] Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung umfasst das Lubrifikationsmedium
(15) eine Mischung von Wasser und Gassingagent (16).
[0026] Dadurch, dass das Lubrifikationsmedium neben dem Gassing Agent auch noch Wasser enthält,
können die Lubrifikationseigenschaften des Lubrifikationsmediums verbessert werden.
[0027] Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung wird ein hochviskoser
Emulsionssprengstoff erhalten, der eine Dichte von mindestens 0,5 kg/l bis 1,2 kg/l,
bevorzugt 0,9 kg/l aufweist.
[0028] Durch das beschriebene Herstellungsverfahren ist es möglich, die Dichte des erhaltenen
Emulsionssprengstoffes durch die Wahl von verschiedenen Parametern einzustellen. Neben
der Zusammensetzung der Emulsionsmatrix kann insbesondere die Art und Weise der Vermischung
am Ende zu einer Änderung der Dichte beitragen. Durch eine besonders intensive Vermischung
ist es damit möglich, niedrige Dichten zu erzeugen. Besonders bevorzugt werden Dichten
von 0,6 bis 1,5 kg/l besonders bevorzugt von 0,8 bis 1,15 kg/l eingestellt.
[0029] Während die Viskosität des erhaltenen Emulsionsprengstoffes vor allen Dingen durch
die Scherkräfte, die herrschende Temperatur und den anhaltenden Druck bestimmt wird,
wird die Dichte durch dieZusammensetzung der Emulsionsmatrix (Anteil von SN (Natriumnitrat)
in der Lösung), Temperatur und Druck sowie den Umfang der Gasbläschenbildung bestimmt.
[0030] Bei einem besonders bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung umfasst das
Fördersystem (30) zum Fördern der Emulsionsmatrix (10) als Fördermittel (32) eine
Exzenterschneckenpumpe.
[0031] Um so schonender die Förderung der Emulsionsmatrix in dem Fördersystem unter Einsatz
des Lubrifikationsmediums erfolgen kann, um so zuverlässiger kann die laminare Strömung
zwischen Matrix und Lubrifikationsmittel aufrechterhalten werden. Besonders vorteilhaft
wird die laminare Strömung auch durch die hohe Viskosität der Emulsionsmatrix verbunden
mit moderaten Strömungsgeschwindigkeiten sichergestellt. Diese Parameter führen zu
kleinster Reynoldszahl und somit zur Bildung laminarer Strömung. Die (mechanisch)
schonende Förderung wird dadurch im Wesentlichen durch die Pumpen- und Injektortechnik,
aber auch die statischen Mischelemente im Vergleich zu theoretisch denkbaren dynamischen
Mischern gefördert. Bevorzugt wurde gemäß der Erfindung gefunden, dass ein besonders
schonender Fördervorgang unter Einsatz von Exzenterschneckenpumpen durchgeführt werden
kann. Eine Exzenterschneckenpumpe ist dabei insbesondere eine Verdrängerpumpe einfacher
Bauart. Sie arbeitet ohne Ventile und besitzt nur zwei Förderelemente, die rotierende
Exzenterschnecke und den statischen Gehäuseeinsatz. Der metallische Rotor dreht sich
exzentrisch in einem Stator aus elastischem Material. Dabei wird das Medium kontinuierlich,
d. h. annähernd pulsationsfrei, in axialer Richtung gefördert. Der Förderstrom ist
in etwa proportional zur Drehzahl.
[0032] Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung umfasst das Fördersystem
(30) zum Fördern der Emulsionsmatrix (10) eine Förderleitung (34) mit einem Innendurchmesser
von weniger als 25 mm, bevorzugt von weniger als 22 mm, besonders bevorzugt von weniger
als 19 mm.
[0033] Durch die Wahl des Innendurchmessers von weniger als 25 mm wird nochmals die Sicherheit
des Herstellungsverfahrens erhöht, da durch eine entsprechend geringe Wahl des Innendurchmessers
der Durchmesser unterschritten wird, bei dem selbst der fertig sensibilisierte Sprengstoff
durchdetonieren könnte. Wird nun ein entsprechend geringer Innendurchmesser in dem
Fördersystem verwendet, so kann nicht einmal theoretisch ein sensibilisierter Sprengstoff
in diesen Abmessungen zur Detonation kommen.
[0034] Beim weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung werden die Emulsionsmatrix
(10) und das Lubrifikationsmedium (15) mittels eines statischen Mischers (35) zum
hochviskosen Emulsionssprengstoff (1) vermischt.
[0035] Durch die Verwendung eines statischen Mischers, besonders bevorzugt durch eine Reihe
von bevorzugt verschiedenen statischen Mischern werden die Emulsionsmatrix und das
Lubrifikationsmedium miteinander vermischt, so dass es zur optimalen Gassingbildung
als auch bevorzugt zur Nachemulgierung des Sprengstoffes kommt. Bisher war im Stand
der Technik davon ausgegangen worden, dass die Verwendung eines statischen Mischers
nicht ausreichen würde, um eine entsprechende ausreichende Vermischung zwischen dem
Gassing Agenten und der Emulsionsmatrix herzustellen. Es ist besonders bevorzugt,
mehrere statische Mischer je nach Einsatzgebiet hintereinander einzusetzen.
[0036] Besonders bevorzugt ist der statische Mischer (35) im Mundstück am Ende einer Förderleitung
(34.4) des Fördersystems (32vorgesehen.
[0037] Bei der Ausbildung des statischen Mischers im Mundstück am Ende der Förderleitung
ist es möglich, verschiedene Mundstücke wechselweise einzusetzen, um eine Anpassung
insbesondere der Viskosität des Emulsionssprengstoffes an dem jeweiligen Anwendungsfall
vorzunehmen. Bevorzugt können die freien Querschnitte bzw. die Länge der integrierten
Mischstrecke variiert werden, um Strömungsgeschwindigkeit, Mischgüte und Endviskosität
der Emulsion zu beeinflussen. Bevorzugt wird auch die Geometrie des Mundstückes variiert,
um einen Richtungsstrahl, einen Seitenstrahl, etc. einzustellen und stets eine optimale
Füllung der Bohrlöcher zu gewährleisten. Gleichzeitig sind unterschiedliche Aufnahmesysteme
für Zünder oder Booster verschiedenster Art innerhalb des Mundstücks realisierbar,
so dass zusammen mit dem Emulsionssprengstoff gleich passende Zündmittel zur Initiierung
sicher in das Bohrlochtiefste eingebracht werden können. Bevorzugt sind die Mundstücke
so konzipiert, dass mittels eines Schnellwechselsystems ein Austausch innerhalb kürzester
Zeit möglich ist.
[0038] Die Aufgabe der Erfindung wird außerdem gelöst durch ein Verfahren zum Verbringen
eines hochviskosen Emulsionssprengstoffes (1)in einen Hohlraum (5), insbesondere ein
Bohrloch, umfassend die Schritte Fördern einer nicht sensibilisierten Emulsionsmatrix
hoher Viskosität (10) durch ein Leitungssystem (33), Injizieren eines Lubrifikationsmediums
(15) in das Leitungssystem, wobei das Lubrifikationsmedium (15) einen Gassingagenten
(16) enthält und zwischen der Emulsionsmatrix und der Innenwand des Leitungssystems
einen Schmierfilm bildet, Durchmischen der Emulsionsmatrix (10) mit dem Gassingagenten
(16) am Übergang vom Leitungssystem in den zu befüllenden Hohlraum (5).
[0039] Durch dieses erfindungsgemäße Verfahren zum Verbringen eines hochviskosen Emulsionssprengstoffes
ist es möglich, den Emulsionssprengstoff in einen Hohlraum, insbesondere ein Bohrloch
zu verbringen, ohne dass vor Austritt des Sprengstoffes in das Bohrloch fertig gemischter
Sprengstoff vorliegt.Der hochviskose Emulsionssprengstoffes wird erst nach dem Austritt
aus dem Fördersystem, d. h. am Schlauchende gebildet. Besonders bevorzugt wird das
Leitungssystem, insbesondere ein Schlauch, in das Bohrloch eingeführt und während
des Befüllvorgangs entsprechend dem Füllstand des Bohrloches langsam wieder herausgezogen
bzw. durch den Rückstoss herausgedrückt. Auf diese Weise kann das Bohrloch optimal
mit hochviskosem Emulsionssprengstoff befüllt werden, auch wenn das Bohrloch schräg
nach oben ausgerichtet ist.
[0040] Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren zum Verbringen eines hochviskosen Emulsionssprengstoffes
laut der vorliegenden Erfindung wird der Schmierfilm bzw. Lubrifikationsfilm derart
ausgebildet, dass es nicht zu einer Vermischung des den Gassingagenten (16) enthaltenden
Lubrifikationsmediums (15) und der Emulsionsmatrix (10) innerhalb des Leitungssystems
(33) kommt.
[0041] Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch einen Emulsionssprengstoff, der nach einem
erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist.
[0042] Der so erhaltene Emulsionssprengstoff zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass
er eine Viskosität von mehr als 200.000 mPas, bevorzugt mehr als 250.000 mPas, besonders
bevorzugt mehr als 300.000 mPas aufweist und damit eine extrem hohe Viskosität hat.
Diese hohe Viskosität ermöglicht es dem Sprengstoff, in die Hohlräume einmal verpumpt
dort auch haften zu bleiben und nicht wie der herkömmliche verpumpte Sprengstoff gegen
die Schwerkraft wieder abzufließen. Da die erreichte hohe Viskosität erfindungsgemäß
bevorzugt auch mit einer entsprechend niedrigen Dichte kombiniert werden kann, ist
der so erhaltene Sprengstoff ideal geeignet, um unter Tage bzw. im Tunnelbau zum Einsatz
zu kommen.
[0043] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird ebenfalls gelöst durch ein Fördersystem
(30) für hochviskose, emulsionsbasierte Sprengstoffe (1) umfassend ein Leitungssystem
(33) mit einer Emulsionsmatrixzuführung und einer Lubrifikationsmediumszuführung,
wobei die Lubrifikationsmediumszuführung über einen Injektor (36) mit der Emulsionsmatrixzuführung
verbunden ist, und am oder nahe am Ende des Fördersystems (30) ein statischer Mischer
(35) vorgesehen ist.
[0044] Besonders bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Fördersystem eine Zuführung für
Gasing Agent über den Injektor verbunden. Auf diese Weise kann der Gasing Agent in
das Leitungssystem eingebracht werden und um die zu fördernde Emulsionsmatrix herum
zusammen mit dem Lubrifikationsmedium einen Gleitfilm bilden.
[0045] Besonders bevorzugt ist die Zuführung für das Lubrifikationsmedium und die Zuführung
für den Gasing Agent zumindestens teilweise identisch, ganz besonders bevorzugt identisch.
[0046] Die Erfindung soll anhand der folgenden Figuren beispielhaft erläutert werden. Hierbei
wird in den Figuren gezeigt:
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung eines Fördersystems bzw. Mischgeräts gemäß der
vorliegenden Erfindung und
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Darstellung des Ausschnitts des Fördersystems im Bereich des
Endes der Förderleitung.
[0047] In
Fig. 1 wird schematisch ein Fördersystem bzw. Mischgerät 30 gemäß der vorliegenden Erfindung
dargestellt. Das Fördersystem 30 besteht aus Behältern zur Aufnahme von Mischladekomponenten
nämlich der Emulsionsmatrix EM10, den Lubrifikationsmedium LM15 sowie optional einer
Komponente zum Einstellen des pH-Wertes. Der Vorratsbehälter der Emulsionsmatrix EM10
ist über eine erste Förderleitung 34.1 mit dem Fördermittel bzw. der Pumpe 32 verbunden.
Optional kann ein Mittel zum Einstellen des pH-Wertes innerhalb der Emulsionsmatrix
EM10 über eine Förderleitung 34.1' ebenfalls mit der Pumpe 32 verbunden sein (gestrichelt
dargestellt). Über eine Förderleitung 34.2 ist die Pumpe 32 dann mit einem Injektor
39 verbunden. Auf diesen Injektor 39 wird auch das bevorratete Lubrifikationsmedium
LM15 über eine Förderleitung 34.3 verbunden. Der Injektor 39 ist dann über eine Förderleitung
34.4, insbesondere einen Schlauch 34.4 mit einem statischen Mischer 35 verbunden.
[0048] Es wird nun Emulsionsmatrix 10 über die Förderleitung 34.1 der Pumpe 32 zugeführt.
Bei der Pumpe 32 handelt es sich bevorzugt um einen Exzenterschneckenpumpe. Optional
kann hier - wenn nicht bereits vorher geschehen - der pH-Wert der Emulsionsmatrix
10 eingestellt werden. Dies geschieht durch Zugabe einer pH-regulierenden Komponente
wie beispielsweise Essig- oder Zitronensäure oder einer anderen Säure, die sich zur
pH-Wert Absenkung der Emulsionsmatrix eignet. Die so modifizierte Emulsionsmatrix
EM10 wird durch die Pumpe 32 über die Förderleitung 34.2 zum Injektor 39 gefördert.
In diesem Augenblick liegt eine unsensibilisierte Emulsionsmatrix EM10 mit eingestellten
pH-Wert vor. Über den Injektor 39 wird nun aus dem Vorratsbehälter LM15 Lubrifikationsmedium
über die Zuführleitung 34.3 in den Förderstrom der Emulsionsmatrix EM10 injiziert.
Das Lubrifikationsmedium LM15 umfasst den für die Sensibilisierung des Sprengstoffs
erforderlichen Gassing Agenten. Durch das Injizieren des Lubrifikationsmediums über
den Injektor 39 wird ein konzentrischer, die Emulsionsmatrix umgebender Gleitfilm
bestehend aus dem Lubrifikationsmedium LM15 gebildet, der dann in der Zuführleitung
34.4 die Emulsionsmatrix umgibt, ohne dass eine Vermischung von Emulsionsmatrix hoher
Viskosität 10 und Lubrifikationsmedium bzw. Gassing Agent 15 stattfindet. Auf diese
Weise wird eine Sensibilisierung des Sprengstoffs in der Förderleitung 34.4 unterbunden.
Im Mischer 35 wird dann der bis dahin als ringförmiger Begleitfilm vorliegende Anteil
an Lubrifikationsmedium mit dem Gassing Agenten mit der Emulsionsmatrix EM10 vermischt,
so dass hinter dem Mischer 35 hochviskoser Emulsionssprengstoff ES1 austritt. Durch
die Verwendung des Mischers 35 wird eine Nachemulgierung des als Überschuss in der
Emulsionsmatrix noch vorhandenen Emulgators bewirkt, so dass die Viskosität des Emulgators
nochmals bis zu 100% und mehr erhöht wird. Der dann vorliegende Emulsionssprengstoff
ES1 ist hochviskos bei geringer Dichte, die durch die Art der Vermischung und die
Sensibilisierung durch das Gassingmittel bei gewählter Temperatur und Druck einstellbar
ist.
[0049] Durch diese Anordnung eines Mischgeräts ist ein Fördersystem 30 bereitgestellt worden,
das bis zum Austritt der Mischung aus dem statischen Mischer 35 keinen sensibilisierten
Sprengstoff umfasst. Auch bei Abschalten des Fördersystems bildet sich selbst in der
Zuführleitung 34.4 kein sensibilisierter Sprengstoff. Auf diese Weise ist ein besonders
sicheres Mischgerät bzw. Fördersystem 30 bereitgestellt worden.
[0050] In
Fig. 2 ist nochmals im Detail ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung für die
Strecke hinter dem Injektor 39 (nicht abgebildet) dargestellt. In der Zuführleitung
34.4 wird die Emulsionsmatrix 10 von Lubrifikationsmedium 15, das den Gassing Agenten
beinhaltet, ringförmig umschlossen. In der Querschnittsdarstellung in der Fig. 2 ist
dies durch die schwarze Farbe im Randbereich der Zuführleitung 34.4 dargestellt. Der
beispielhaft dargestellte statische Mischer 35 besteht aus zwei Abschnitten 35.1 und
35.2. Während im Abschnitt 35.1 eine leichte Vormischung durch eine entsprechende
Geometrie im Randbereich des Schlauches vorgesehen ist, wird im Abschnitt 35.2 durch
entsprechende Kanalsysteme eine Vermischung der Emulsionsmatrix 10 mit dem Lubrifikationsmedium
15 ermöglicht.
[0051] Die vom Lubrifikationsmedium 15 umgebenden Emulsionsmatrix 10 wird über die Zuführleitung
34.4 in den statischen Mischerabschnitt 35.1 gefördert, wo es zu einer Vorvermischung
des Lubrifikationsmediums 15 mit der Emulsionsmatrix 10 kommt. Im Mischerabschnitt
35.2 kommt es dann zum Auftreten von Scherkräften auf dieses Vorgemisch, wodurch eine
intensive Durchmischung der beiden Komponenten bewirkt wird. Auf diese Art und Weise
kommt es einerseits zur Sensibilisierung des Sprengstoffes durch Vermischung der Emulsionsmatrix
mit dem Gasing Agenten und gleichzeitig zu einer Nachemulgierung der Emulsionsmatrix
unter Aktivierung der zweiten Phase des Emulgators, der noch unverbraucht, d. h. nicht
aktiviert, in der Emulsionsmatrix vorliegt. Durch die Verwendung dieses Emulgatorüberschusses
in der Emulsionsmatrix kann auf diese Weise eine Nachemulgierung durchgeführt werden,
die zu einer erhöhten Viskosität des im Ende erzeugten Emulsionssprengstoffs 1 führt.
Dieser wird auch erst nach Austritt aus dem Mischabschnitt 35.2 endgültig sensibilisiert
und damit detonationsfähig.
[0052] Auf diese Weise ist ein neuartiges Mischgerät aufgefunden worden, das einen noch
sichereren Umgang bei Verpumpung und Förderung von Emulsionssprengstoff zulässt und
zu einem deutlich höherviskosen Sprengstoff führt. Dieser ist gleichzeitig bei entsprechend
geringer Dichte sprengkapselempfindlich und damit nach dem Erreichen der Enddichte
besonders gut detonationsfähig.
[0053] Die Erfindung soll anhand folgender Beispiele veranschaulicht werden:
Beispiele
1) Vergleichssprengungen des erfindungsgemäßen hohen viskosen Emulsionssprengstoffes
zu ANC-Sprengstoff
[0054] In einem untertägigen Steinsalzbetrieb werden Vergleichssprengungen zwischen einem
ANC-Sprengstoff und einem erfindungsgemäßen Emulsionssprengstoff durchgeführt.
[0055] Der ANC-Sprengstoff besteht aus porösem Ammoniumnitrat mit einem Gewichtsanteil von
94,3 % und einem Mineralöl mit einem Gewichtsanteil von 5,7 %. Die Sprengstoffdichte
liegt bei 0,78 kg/l.
[0056] Der Emulsionssprengstoff besteht aus 93,5 % Oxidizerlösung und einer Brennstoffphase
aus Mineralöl und Emulgator von 6,5 Gewichtsprozent. Die Dichte der Emulsionsmatrix
liegt bei 1,44 kg/l, die des sensibilisierten Sprengstoffes zwischen 0,8 und 1,15
kg/l.
[0057] Bei gleichem Wirkungsgrad des jeweiligen Sprengstoffes in den Abschlägen können beim
Einsatz des Emulsionssprengstoffes bis zu 27 % der Sprengbohrlöcher eingespart und
der spezifische Sprengstoffaufwand bis zu 15 % reduziert werden, wie aus folgender
Tabelle ersichtlich ist:
| |
ANC-Sprengstoff |
Emulsionssprengstoff |
| Bohrlochanzahl |
70 |
51 |
| Sprengstoffmenge |
322,2 kg |
266,7 kg |
| gesamt |
|
|
| Haufwerk |
541 t |
541 t |
| Spezifischer Sprengstoffaufwand |
596 g/t |
493 g/t |
| Toxische Schwadenbestandteile |
| NOx |
1,4 l/kg |
0,6 l/kg |
| CO |
6,5 l/kg |
1,9 l/kg |
[0058] Auch im Bereich der toxischen Schwadenbestandteile schneidet
der Emulsionssprengstoff deutlich besser ab.
2) Schwadenmessungen der toxischen Bestandteile in einer Sprengkammer mit definiertem
Volumen, Vergleich von ANC-Sprengstoff zu einem Emulsionssprengstoff
[0059] In einem definierten Volumen einer Sprengkammer wurden mit den aus Beispiel 1 beschriebenen
Sprengstoffen Schwadenmessungen der toxischen Bestandteile durchgeführt. Die Sprengstoffe
wurden in Stahlrohre von 35 mm Innendurchmesser und 600 mm Länge gefüllt. Die Zündung
erfolgte jeweils mit einer 100g-Patrone eines kapselempfindlichen Emulsionssprengstoffes
und einem Momentzünder. Die Ergebnisse sind in folgender Tabelle dargestellt:
| |
Schwadenbestande (l/kg) |
Detonationsgeschwindigkeit(m/s) |
Dichte(kg/l) |
| |
NOx |
NO2 |
NO |
CO |
|
|
| Emulsions-sprengstoff |
1,0 |
0,0 |
1,0 |
5,4 |
4490 |
0,96 |
| ANC-Spreng-Stoff |
3,1 |
0,1 |
3,0 |
12,7 |
3600 |
0,77 |
[0060] Die Anteile an toxischen Bestandteilen sind in allen Fällen - Mittelwert aus 5 Versuchen
- bei dem Emulsionssprengstoff geringer.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- hochviskoser Emulsionssprengstoff
- 5
- zu füllender Hohlraum/ Bohrloch
- 10
- Emulsionsmatrix hoher Viskosität
- 15
- Lubrifikationsmedium
- 16
- Gassingagent
- 30
- Fördersystem/Mischgerät
- 32
- Fördermittel/ Exzenterschnecke
- 34
- Förderleitung/ Schlauch
- 35
- statischer Mischer
- 39
- Injektor
1. Verfahren zur handhabungssicheren
Herstellung von hochviskosem Emulsionssprengstoff (1) mittels des Gassingverfahrens, umfassend
die Schritte
Herstellen einer Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10);
Fördern der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) durch ein Fördersystem (30) unter
Verwendung eines Lubrifikationsmediums (15), wobei das Lubrifikationsmedium (15) einen
Gassingagenten (16) aufweist;
Vermischen der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) mit dem Lubrifikationsmedium
(15) am Ende des Fördersystems (30);
Nachemulgieren der geförderten Mischung von Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10)
und Lubrifikationsmedium (15) zum hochviskosen Emulsionssprengstoff (1).
2. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche wobei
beim Fördern der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) zwischen dieser und dem Lubrifikationsmedium
(15) eine laminare Strömung aufrechterhalten wird, insbesondere eine laminare Strömung
mit einer Reynoldszahl von weniger als 2300, bevorzugt von weniger als 1500,
besonders bevorzugt von weniger als 1000.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
die Emulsionsmatrix (10) eine Viskosität von mehr als 60.000 mPas, bevorzugt mehr
als 80.000 mPas, besonders bevorzugt mehr als 100.000 mPas aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüchen
wobei
die Emulsionsmatrix (10) aus einem Emulgator, einer Ölphase und einer Oxidizerphase
hergestellt ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4
dadurch gekennzeichnet, dass
der Emulgator aus mindestens zwei Komponenten besteht, die bei unterschiedlicher Scherbeanspruchung
emulgieren.
6. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
die Oxidizerphase so gewählt wird, dass die Sauerstoffbilanz des hochviskosen Emulsionssprengstoff
(1) bei 0 bis + 2,5 %, bevorzugt bei + 0,5 bis + 1,5 % liegt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
das Lubrifikationsmedium (15) eine Mischung von Wasser und Gassingagent (16) umfasst.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
der erhaltene hochviskose Emulsionssprengstoff (1) eine Dichte von 0,5 kg/l bis 1,2
kg/l, bevorzugt 0,9 kg/l, aufweist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
das Fördersystem (30) zum Fördern der Emulsionsmatrix (10) als Fördermittel (32) eine
Exzenterschneckenpumpe umfasst.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
das Fördersystem (30) zum Fördern der Emulsionsmatrix (10) eine Förderleitung (34)
mit einem Innendurchmesser von weniger als 25 mm, bevorzugt von weniger als 22 mm,
besonders bevorzugt von weniger als 19 mm umfasst.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche
wobei
die Emulsionsmatrix (10) und das Lubrifikationsmedium (15) mittels eines statischen
Mischers (35) zum hochviskosen Emulsionssprengstoff (1) vermischt werden.
12. Verfahren nach dem vorhergehenden Verfahrensanspruch wobei
der statische Mischer (35) im Mundstück am Ende einer Förderleitung (34) des Fördersystems
(32) vorgesehen ist.
13. Verfahren nach dem vorhergehenden Verfahrensanspruch wobei
das Mundstück eine Geometrie aufweist, die einen Strahl als Richtungs- und Seitenstrahl
derart definiert, dass ein Hohlraum durch den hochviskosen Emulsionssprengstoff (1)
optimal gefüllt wird.
14. Verfahren zum Verbringen eines hochviskosen Emulsionssprengstoffes (1)in einen Hohlraum (5), insbesondere
ein Bohrloch, umfassend die Schritte
Fördern einer nicht sensibilisierten Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) durch ein
Leitungssystem (33 Injizieren eines Lubrifikationsmediums (15) in das Leitungssystem,
wobei das Lubrifikationsmedium (15) einen Gassingagenten (16) enthält und zwischen
der Emulsionsmatrix und der Innenwand des Leitungssystems einen Schmierfilm bildet;
Durchmischen der Emulsionsmatrix (10) mit dem Gassingagenten (16) am Übergang vom
Leitungssystem (33) in den zu befüllenden Hohlraum (5).
15. Verfahren zum Verbringen eines hochviskosen Emulsionssprengstoffes (1) nach dem vorhergehenden
Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schmierfilm derart ausgebildet wird, dass es nicht zu einer Vermischung des den
Gassingagenten (16) enthaltenden Lubrifikationsmediums (15) und der Emulsionsmatrix
(10) innerhalb des Leitungssystems (33) kommt.
16. Emulsionssprengstoff
dadurch gekennzeichnet, dass
er nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüchen hergestellt ist.
17. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 16
dadurch gekennzeichnet, dass
er eine Viskosität von mehr als 200.000 mPas, bevorzugt mehr als 250.000 mPas, besonders
bevorzugt von mehr als 300.000 mPas aufweist.
18. Fördersystem (30) für hochviskose emulsionsbasierte Sprengstoffe (1) umfassend ein Leitungssystem
(33) mit einer Emulsionsmatrixzuführung und einer Lubrifikationsmediumszuführung,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lubrifikationsmediumszuführung über einen Injektor (39) mit der Emulsionsmatrixzuführung
verbunden ist und am oder nahe am Ende des Fördersystems (30) ein statischer Mischer
(35) vorgesehen ist.
19. Fördersystem (30) nach Anspruch 18
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zuführung für Gassing Agent (16) über den Injektor (39) verbunden ist.
20. Fördersystem nach Anspruch 19
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführung für den Gassing Agent (16) und die Lubrifikationsmediumszuführung zumindest
teilweise identisch sind.