[0001] Die Erfindung betrifft wäßrige flüssige tensidhaltige Reinigungsmittel für harte
Oberflächen, insbesondere Glas, die ein kolloidales Silica-Sol enthalten und durch
deren Anwendung die negative Ladung der Oberfläche vergrößert wird.
[0002] Die Reinigung harter Oberflächen und insbesondere die Reinigung von Glas hat neben
dem hygienischen Aspekt auch eine ästhetische Seite. So ist es wünschenswert, daß
eine gereinigte Fläche möglichst schnell und gleichmäßig trocknet, um die Bildung
unschöner tropfen- oder streifenförmiger Rückstände ("Nasen") nach Möglichkeit zu
vermeiden. Diese können jedoch nicht nur nach der Reinigung, insbesondere bei der
Verwendung harten Wassers, entstehen, sondern auch zwischen den Reinigungsvorgängen,
wenn die Oberfläche erneut in Kontakt mit Wasser gerät, sog. Regeneffekt. Dies ist
beispielsweise in Badezimmern der Fall, vor allem aber bei der Witterung ausgesetzten
Oberflächen wie Fenstern etc. Daher ist generell die schnelle Trocknung der Oberflächen
erstrebenswert. Weiterhin ist es von Vorteil, wenn die Oberfläche über einen längeren
Zeitraum flächig benetzt wird, anstatt daß der Film aufreißt, was ebenfalls zu "Nasen"
führt. Die flächige Benetzung mit einem dünnen Film trägt ebenfalls zur schnellen
Trocknung bei; zudem werden winzige Schmutzpartikel gleichmäßig verteilt, anstatt
in den "Nasen" konzentriert aufzutreten, so daß die Oberfläche optisch sauberer wirkt.
Ein weiterer Aspekt, wiederum vor allem bei der Witterung ausgesetzten Flächen, ist
die Verringerung der Wiederanschmutzungsneigung gereinigter Flächen, da es für den
Verbraucher erstrebenswert ist, einen möglichst langen Zeitraum zwischen zwei Reinigungsvorgängen
verstreichen zu lassen, ohne daß die Oberfläche für den Betrachter schmutzig erscheint.
Zudem ist auch eine Antibeschlagwirkung wünschenswert, um die Kondensation von Wasser
auf der Oberfläche zu minimieren. Um all diesen Vorgaben gerecht zu werden, sollte
der Reiniger die zu reinigende Oberfläche dergestalt modifizieren, daß sich das Benetzungsverhalten
gegenüber einer unbehandelten Oberfläche verändert, so daß sie weniger schnell verschmutzt
und schnell ohne die Bildung von "Nasen" trocknet.
[0003] Die europäische Anmeldung
EP 1 215 276 (Clariant) beschreibt Wasch- und Reinigungsmittel, die mikrodisperse silikathaltige Partikel
enthalten. Hierbei kann es sich auch um kolloide Kieselsole handeln. Diese Partikel
sollen als Oberflächenbeschichtungsmittel wirken und zu einer verbesserten Schmutzablösung
bei gleichzeitiger Verringerung der Wiederanschmutzneigung führen. Über eine weitergehende
Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit oder über eine Antiregen-/Antibeschlagwirkung
wird keine Aussage getroffen.
[0004] Die
DE 199 52 383 A1 (Henkel) beschreibt ebenfalls Wasch- und Reinigungsmittel, welche durch die enthaltenen Partikel
mit einer Teilchengröße von 5 bis 500 nm einer zu reinigenden Oberfläche temporär
schmutzabweisende Eigenschaften verleihen können. Als Partikel können hierbei unter
anderem auch SiO
2-Sole eingesetzt werden. Die nanoskaligen Partikel führen zu einer Erhöhung der Benetzbarkeit
der zu reinigenden Substrate. Auch in diesem Fall wird über eine weitergehende Veränderung
der Oberflächenbeschaffenheit ebenso keine Aussage gemacht wie über eine eventuelle
Antiregen- oder Antibeschlagwirkung.
[0005] Gegenstand der Offenlegungsschrift
DE 100 21 726 A1 (Henkel) ist die Verwendung nanoskaliger Teilchen zur Verbesserung der Schmutzablösung und
oder Reduzierung der Wiederanschmutzbarkeit vor allem textiler, aber auch harter Oberflächen.
Bei den eingesetzten Teilchen kann es sich wiederum um SiO
2-Sole handeln. Die Partikel bewirken eine Steigerung der Hydrophilie der Oberfläche
sowie eine Strukturierung der Oberfläche, wobei letzterer Punkt nicht näher erläutert
wird. Weitere Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit werden ebensowenig beschrieben
wie eine etwaige Antiregen- oder Antibeschlagwirkung.
[0006] In der Patentanmeldung
US 2002/0045010 A1 (Procter & Gamble) werden schließlich Mittel beschrieben, welche ein Nanopartikel-System
enthalten und zur Oberflächenmodifikation bei allen harten Oberflächen eingesetzt
werden können. Die Oberflächenmodifikation kann unter anderem eine oder mehrere der
folgenden Eigenschaften bewirken: Benetzung, Filmbildung, schnelles Trocknen, gleichmäßiges
Trocknen, Schmutzablösung, Selbstreinigung, geringere Fleckenbildung, Reduzierung
der Wiederanschmutzbarkeit, saubereres Erscheinungsbild, verbesserter Glanz, usw.
Die Oberfläche wird mit dem Mittel ganz oder teilweise beschichtet. Nach dem Trocknen,
an der Luft oder durch Heizen etc., und/oder dem Aushärten ist die Oberfläche permanent
oder zumindest für einen längeren Zeitraum modifiziert.
[0007] Der Stand der Technik kennt also bereits einige Mittel, die einige der angesprochenen
Probleme zu lösen vermögen. Wünschenswert ist es jedoch, mittels eines Reinigungsmittels
eine zu reinigende Oberfläche dergestalt zu modifizieren, daß sich zum einen das Netz-
und Ablaufverhalten von Wasser derart ändert, daß ein flächiger, schnelltrocknender
Film entsteht, der beim Trocknen nicht aufreißt und zur Bildung von "Nasen" neigt.
Andererseits soll die Neigung zur Wiederanschmutzung sowie zum Beschlagen gesenkt
werden.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Bereitstellung eines Reinigungsmittels
für harte Oberflächen, insbesondere Glas, durch welches die zu reinigende Oberfläche
flächig benetzt wird und schnell trocknet sowie eine geringe Neigung zum Beschlagen
und Wiederanschmutzen zeigt.
[0009] Es wurde gefunden, daß Reinigungsmittel, denen bestimmte kolloidale, nanopartikuläre
Silica-Sole zugesetzt werden, eine Veränderung des Strömungspotentials der gereinigten
Oberfläche zu negativeren Werten hin bewirken und daß mit solchen Mitteln gereinigte
Oberflächen flächig benetzt werden, gleichmäßig ohne die Bildung von "Nasen" trocknen
und weniger schnell beschlagen oder verschmutzen.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist demzufolge ein Reinigungsmittel für harte Oberflächen,
insbesondere Glas, enthaltend ein kolloidales nanopartikuläres Silica-Sol mit einer
Partikel größe von 1 bis 100 nm, dadurch gekennzeichnet, daß durch seine Anwendung
das Strömungspotential der Oberfläche um -5 bis -50 mV verändert wird und die mittlere
Mikrorauhigkeit der Oberfläche um mindestens 5 nm bis maximal 30 nm erhöht wird, verglichen
mit einer unbehandelten Oberfläche.
[0011] Durch den Einsatz dieser Reinigungsmittel erfolgt vorzugsweise eine Hydrophilierung
der Oberfläche, die zu einer langanhaltenden Benetzbarkeit der Oberfläche als flächiger
Film führt. Hierdurch werden die Schmutzpartikel gleichmäßig verteilt und bilden keine
"Nasen", so daß das Erscheinungsbild der gereinigten Oberfläche über einen längeren
Zeitraum sauber ist. Diese Effekte, wie auch die geringere Wiederanschmutzungsneigung
und die Antibeschlagwirkung, sind vorzugsweise über einen längeren Zeitraum nach der
Anwendung des Mittels zu beobachten, beispielsweise drei Wochen lang. Dabei wird eine
permanente Ausrüstung der Oberfläche jedoch nicht angestrebt. Schließlich soll das
zu verwendende Reinigungsmittel den üblichen technischen und auch ästhetischen Anforderungen
an ein Reinigungsmittel für harte Oberflächen genügen; insbesondere soll das Mittel
in einer bevorzugten Ausführungsform transparent sein und sich auch zum Versprühen
eignen sowie eine gute Reinigungsleistung aufweisen.
[0012] Kolloidale nanopartikuläre Silica-Sole im Sinne dieser Erfindung sind stabile Dispersionen
von amorphem partikulärem Siliciumdioxid SiO
2 mit Partikelgrößen im Bereich von 1 bis 100 nm. Vorzugsweise liegen die Teilchengrößen
dabei im Bereich 3 bis 50 nm, besonders bevorzugt 4 bis 40 nm. Ein Beispiel für ein
Silica-Sol, welches geeignet ist, im Sinne dieser Erfindung eingesetzt zu werden,
ist das unter dem Handelsnamen
Bindzil® 30/
360 von der Firma
Akzo erhältliche Silica-Sol mit einer Partikelgröße von 9 nm. Weitere geeignete Silica-Sole
sind
Bindzil® 15/
500, 30/
220, 40/
200, 257/
360 (Akzo), Nyacol® 215, 830, 1430, 2034DI sowie
Nyacol® DP5820, DP5480, DP5540 etc.
(Nyacol Products), Levasil® 100/
30, 100F/
30, 100S/
30, 200/
30, 200F/
30, 300F/
30, VP 4038, VP 4055 (H. C. Starck /
Bayer) oder auch
CAB-O-SPERSE® PG 001, PG 002 (wäßrige Dispersionen von
CAB-O-SIL®,
Cabot), Quartron PL-1, PL-3 (FusoChemical Co.),
Köstrosol 0830, 1030, 1430 (Chemiewerk Bad Köstritz).
[0013] Bei den eingesetzten Silica-Solen kann es sich auch um oberflächenmodifiziertes Silica
handeln, das mit Natriumaluminat behandelt wurde (Alumina-modifiziertes Silica).
[0014] Jedoch ist nicht jedes kolloidale Silica-Sol als erfindungsgemäßer Zusatz geeignet.
Es hat sich gezeigt, daß nur solche Silica-Sole im Sinne der Erfindung einsetzbar
sind, deren Anwendung eine Erhöhung der mittleren Mikrorauhigkeit um mindestens 5
nm bis maximal 30 nm und eine Veränderung des Strömungspotentials um mindestens -5
mV bis maximal -50 mV auf der gereinigten Oberfläche bewirkt, jeweils verglichen mit
einer unbehandelten Oberfläche. Die Mikrorauhigkeit (microroughness) ist eine dem
Fachmann geläufige und durch Rasterkraftmikroskopie (atomic force microscopy, AFM)
meßbare Größe. Sie bezeichnet die Abstandsabweichung von einer ideal glatten Oberfläche
und wird in µm oder nm gemessen.
[0015] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die hydrophilierenden
Partikel an der Oberfläche derart adsorbiert werden, daß die Oberfläche zu 10 bis
75% bedeckt ist, mithin sollte noch mindestens 25% freie Fläche verbleiben.
[0016] Das erfindungsgemäße Mittel kann weiterhin auch oberflächenaktive Substanzen enthalten.
Als oberflächenaktive Substanzen eignen sich für die erfindungsgemäßen Mittel Tenside,
insbesondere aus den Klassen der anionischen und nichtionischen Tenside. Vorzugsweise
enthalten die Mittel anionische Tenside. Die Menge an anionischem Tensid liegt üblicherweise
nicht über 10 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,01 und 5 Gew.-%, insbesondere zwischen
0,01 und 1 Gew.-%, beispielsweise 0,5 Gew.-%. Sofern die Mittel nichtionische Tenside
enthalten, liegt deren Konzentration üblicherweise nicht über 3 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 0,001 und 0,3 Gew.-% sowie insbesondere zwischen 0,001 und 0,1 Gew.-%. In
einer bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Mittel jedoch frei von
nichtionischen Tensiden. Als besonders vorteilhaft hat es sich weiterhin erwiesen,
wenn der Tensidgehalt insgesamt in der anwendungsfertigen Zusammensetzung nicht mehr
als 6 Gew.-% beträgt. Wird das Mittel als Konzentrat zur Verdünnung vor der Anwendung
angeboten, so beträgt der Tensidgehalt insgesamt vorzugsweise nicht mehr als 15 Gew.-%,
besonders bevorzugt 1 bis 12 Gew.-%, insbesondere 2 bis 10 Gew.-%.
[0017] Als anionische Tenside eignen sich vorzugsweise C
8-C
18-Alkylbenzolsulfonate, insbesondere mit etwa 12 C-Atomen im Alkylteil, C
8-C
20-Alkansulfonate, C
8-C
18-Monoalkylsulfate, C
8-C
18-Alkylpolyglykolethersulfate mit 2 bis 6 Ethylenoxideinheiten (EO) im Etherteil sowie
Sulfobernsteinsäuremono- und -di-C
8-C
18-Alkylester. Weiterhin können auch C
8-C
18-α-Olefinsulfonate, sulfonierte C
8-C
18-Fettsäuren, insbesondere Dodecylbenzolsulfonat, C
8-C
22-Carbonsäureamidethersulfate, C
8-C
18-Alkylpolyglykolethercarboxylate, C
8-C
18-N-Acyltauride, C
8-C
18-N-Sarkosinate und C
8-C
18-Alkylisethionate bzw. deren Mischungen verwendet werden.
[0018] Die anionischen Tenside werden vorzugsweise als Natriumsalze eingesetzt, können aber
auch als andere Alkali- oder Erdalkalimetallsalze, beispielsweise Magnesiumsalze,
sowie in Form von Ammonium- oder Mono-, Di-, Tri- bzw. Tetraalkylammoniumsalzen enthalten
sein, im Falle der Sulfonate auch in Form ihrer korrespondierenden Säure, z.B. Dodecylbenzolsulfonsäure.
[0019] Beispiele derartiger Tenside sind Natriumkokosalkylsulfat, Natrium-sec.-Alkansulfonat
mit ca. 15 C-Atomen sowie Natriumdioctylsulfosuccinat. Als besonders geeignet haben
sich Fettalkylsulfate und Fettalkyl+2EO-ethersulfate mit 12 bis 14 C-Atomen erwiesen.
[0020] Als nichtionische Tenside sind vor allem C
8-C
18-Alkoholpolyglykolether, d.h. ethoxylierte und/oder propoxylierte Alkohole mit 8 bis
18 C-Atomen im Alkylteil und 2 bis 15 Ethylenoxid- (EO) und/oder Propylenoxideinheiten
(PO), C
8-C
18-Carbonsäurepolyglykolester mit 2 bis 15 EO, beispielsweise Talgfettsäure+6-EO-ester,
ethoxylierte Fettsäureamide mit 12 bis 18 C-Atomen im Fettsäureteil und 2 bis 8 EO,
langkettige Aminoxide mit 14 bis 20 C-Atomen und langkettige Alkylpolyglycoside mit
8 bis 14 C-Atomen im Alkylteil und 1 bis 3 Glycosideinheiten zu erwähnen. Beispiele
derartiger Tenside sind Oleyl-Cetyl-Alkohol mit 5 EO, Nonylphenol mit 10 EO, Laurinsäurediethanolamid,
Kokosalkyldimethylaminoxid und Kokosalkylpolyglucosid mit im Mittel 1,4 Glucoseeinheiten.
Besonders bevorzugt werden Fettalkoholpolyglykolether mit insbesondere 2 bis 8 EO,
beispielsweise C
12-14-Fettalkohol+4-EO-ether.
[0021] C
8-C
18-Alkylalkoholpolypropylenglykol/polyethylenglykolether stellen bevorzugte bekannte
nichtionische Tenside dar. Sie können durch die Formel I, RO-(CH
2CH(CH
3)O)
p(CH
2CH
2O)
e-H, beschrieben werden, in der R
i für einen linearen oder verzweigten, aliphatischen Alkyl- und/oder Alkenylrest mit
8 bis 18 Kohlenstoffatomen,
p für 0 oder Zahlen von 1 bis 3 und e für Zahlen von 1 bis 20 steht.
[0022] Die C
8-C
18-Alkylalkoholpolyglykolether der Formel I dann man durch Anlagerung von Propylenoxid
und/oder Ethylenoxid an Alkylalkohole, vorzugsweise an Fettalkohole, erhalten. Typische
Beispiele sind Polyglykolether der Formel I, in der R
i für einen Alkylrest mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen,
p für 0 bis 2 und
e für Zahlen von 2 bis 7 steht. Bevorzugte Vertreter sind beispielsweise C
10-C
14-Fettalkohol+1PO+6EO-ether (
p = 1,
e = 6) und C
12-C
18-Fettalkohol+7EO-ether (
p = 0,
e = 7) sowie deren Mischungen.
[0023] Es können auch endgruppenverschlossene C
8-C
18-Alkylalkoholpolyglykolether eingesetzt werden, d.h. Verbindungen, in denen die freie
OH-Gruppe in der Formel I verethert ist. Die endgruppenverschlossenen C
8-C
18-Alkylalkoholpolyglykolether können nach einschlägigen Methoden der präparativen organischen
Chemie erhalten werden. Vorzugsweise werden C
8-C
18-Alkylalkoholpolyglykolether in Gegenwart von Basen mit Alkylhalogeniden, insbesondere
Butyl- oder Benzylchlorid, umgesetzt. Typische Beispiele sind Mischether der Formel
I, in der R
i für einen technischen Fettalkoholrest, vorzugsweise C
12/14-Kokosalkylrest,
p für 0 und
e für 5 bis 10 stehen, die mit einer Butylgruppe verschlossen sind.
[0024] Bevorzugte nichtionische Tenside sind weiterhin Alkylpolyglykoside (APG) der Formel
II, R
iiO[G]
x, in der R
ii für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest mit
8 bis 22 Kohlenstoffatomen, [G] für einen glykosidisch verknüpften Zuckerrest und
x für eine Zahl von 1 bis 10 stehen. APG sind nichtionische Tenside und stellen bekannte
Stoffe dar, die nach den einschlägigen Verfahren der präparativen organischen Chemie
erhalten werden können. Die Indexzahl
x in der allgemeinen Formel II gibt den Oligomerisierungsgrad (DP-Grad) an, d.h. die
Verteilung von Mono- und Oligoglykosiden, und steht für eine Zahl zwischen 1 und 10.
Während
x in einer gegebenen Verbindung stets ganzzahlig sein muß und hier vor allem die Werte
x = 1 bis 6 annehmen kann, ist der Wert
x für ein bestimmtes Alkylglykosid eine analytisch ermittelte rechnerische Größe, die
meistens eine gebrochene Zahl darstellt. Vorzugsweise werden Alkylglykoside mit einem
mittleren Oligomerisierungsgrad
x von 1,1 bis 3,0 eingesetzt. Aus anwendungstechnischer Sicht sind solche Alkylglykoside
bevorzugt, deren Oligomerisierungsgrad kleiner als 1,7 ist und insbesondere zwischen
1,2 und 1,6 liegt. Als glykosidischer Zucker wird vorzugsweise Xylose, insbesondere
aber Glucose verwendet.
[0025] Der Alkyl- bzw. Alkenylrest R
ii (Formel II) kann sich von primären Alkoholen mit 8 bis 18, vorzugsweise 8 bis 14
Kohlenstoffatomen ableiten. Typische Beispiele sind Capronalkohol, Caprylalkohol,
Caprinalkohol und Undecylalkohol sowie deren technische Gemische, wie sie beispielsweise
im Verlauf der Hydrierung von technischen Fettsäuremethylestern oder im Verlauf der
Hydrierung von Aldehyden aus der ROELENschen Oxosynthese anfallen.
[0026] Vorzugsweise leitet sich der Alkyl- bzw. Alkenylrest R
ii aber von Laurylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol, Palmoleylalkohol, Stearylalkohol,
Isostearylalkohol oder Oleylalkohol ab. Weiterhin sind Elaidylalkohol, Petroselinylalkohol,
Arachidylalkohol, Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol sowie deren technische
Gemische zu nennen.
[0027] Als weitere nichtionische Tenside können stickstoffenthaltende Tenside enthalten
sein, z.B. Fettsäurepolyhydroxyamide, beispielsweise Glucamide, und Ethoxylate von
Alkylaminen, vicinalen Diolen und/oder Carbonsäureamiden, die Alkylgruppen mit 10
bis 22 C-Atomen, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen, besitzen. Der Ethoxylierungsgrad
dieser Verbindungen liegt dabei in der Regel zwischen 1 und 20, vorzugsweise zwischen
3 und 10. Bevorzugt sind Ethanolamid-Derivate von Alkansäuren mit 8 bis 22 C-Atomen,
vorzugsweise 12 bis 16 C-Atomen. Zu den besonders geeigneten Verbindungen gehören
die Laurinsäure-, Myristinsäure- und Palmitinsäuremonoethanolamide.
[0028] Besonders bevorzugt sind auch Mittel, welche anionisches und nichtionisches Tensid
enthalten, insbesondere Kombinationen von Fettalkylsulfaten und/oder Fettalkoholpolyglykolethersulfaten
mit Fettalkoholpolyglykolethern.
[0029] Neben den bisher genannten Tensidtypen kann das erfindungsgemäße Mittel weiterhin
auch Kationtenside und/oder amphotere Tenside enthalten.
[0030] Geeignete Amphotenside sind beispielsweise Betaine der Formel (R
iii)(R
iv)(R
v)N
+CH
2COO
-, in der R
iii einen gegebenenfalls durch Heteroatome oder Heteroatomgruppen unterbrochenen Alkylrest
mit 8 bis 25, vorzugsweise 10 bis 21 Kohlenstoffatomen und R
iv sowie R
v gleichartige oder verschiedene Alkylreste mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten,
insbesondere C
10-C
18-Alkyl-dimethylcarboxymethylbetain und C
11-C
17-Alkylamidopropyl-dimethylcarboxymethylbetain. Die Mittel enthalten amphotere Tenside
in Mengen, bezogen auf die Zusammensetzung, von 0 bis 10 Gew.-%.
[0031] Geeignete Kationtenside sind u.a. die quartären Ammoniumverbindungen der Formel (R
vi)(R
vii(R
viii)(R
ix)N
+ X
-, in der R
vi bis R
ix für vier gleich- oder verschiedenartige, insbesondere zwei lang- und zwei kurzkettige,
Alkylreste und X
- für ein Anion, insbesondere ein Halogenidion, stehen, beispielsweise Didecyl-dimethyl-ammoniumchlorid,
Alkyl-benzyl-didecyl-ammoniumchlorid und deren Mischungen. Die Mittel enthalten kationische
Tenside in Mengen, bezogen auf die Zusammensetzung, von 0 bis 10 Gew.-%.
[0032] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthält das Mittel als tensidische
Komponenten jedoch nur ein oder mehrere Aniontenside, vorzugsweise C
8-C
18-Alkylsulfate und/oder C
8-C
18-Alkylethersulfate, und/oder ein oder mehrere nichtionische Tenside.
[0033] Weiterhin können die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel wasserlösliche organische
Lösungsmittel, beispielsweise niedere Alkohole und/oder Etheralkohole, vorzugsweise
aber Gemische verschiedener Alkohole und/oder Etheralkohole, enthalten. Niedere Alkohole
im Sinne dieser Erfindung sind dabei geradkettige oder verzweigte C
1-6-Alkohole. Die Menge an organischem Lösungsmittel beträgt üblicherweise nicht mehr
als 50 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0,5 bis 15 Gew.-%, äußerst
bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%.
[0034] Als Alkohole werden insbesondere Ethanol, Isopropanol und n-Propanol eingesetzt.
Als Etheralkohole kommen hinreichend wasserlösliche Verbindungen mit bis zu 10 C-Atomen
im Molekül in Betracht. Beispiele derartiger Etheralkohole sind Ethylenglykolmonobutylether,
Propylenglykolmonobutylether, Diethylenglykolmonobutylether, Propylenglykolmonotertiärbutylether
und Propylenglykolmonoethylether, von denen wiederum Ethylenglykolmonobutylether und
Propylenglykolmonobutylether bevorzugt werden. Werden Alkohol und Etheralkohol nebeneinander
eingesetzt, so liegt das Gewichtsverhältnis beider vorzugsweise zwischen 1 : 2 und
4 : 1. Werden dagegen Gemische zweier verschiedener Etheralkohole, insbesondere Ethylenglykolmonobutylether
und Propylenglykolmonobutylether, eingesetzt, so liegt das Gewichtsverhältnis beider
vorzugsweise zwischen 1 : 6 und 6 : 1, insbesondere zwischen 1 : 5 und 5 : 1, beispielsweise
bei 4 : 1, wobei vorzugsweise der Anteil des Etheralkohols mit weniger C-Atomen der
höhere von beiden ist.
[0035] Weiterhin können die erfindungsgemäßen Mittel flüchtiges Alkali enthalten. Als solches
werden Ammoniak und/oder Alkanolamine, die bis zu 9 C-Atome im Molekül enthalten können,
verwendet. Als Alkanolamine werden die Ethanolamine bevorzugt und von diesen wiederum
das Monoethanolamin. Der Gehalt an Ammoniak und/oder Alkanolamin beträgt vorzugsweise
0,01 bis 3 Gew.-%, insbesondere 0,02 bis 1 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 0,75
Gew.-%.
[0036] Alkalische Mittel können neben dem flüchtigen Alkali zusätzlich Carbonsäure enthalten,
wobei das Äquivalentverhältnis von Amin und/oder Ammoniak zu Carbonsäure vorzugsweise
zwischen 1 : 0,9 und 1 : 0,1 liegt. Geeignet sind Carbonsäuren mit bis zu 6 C-Atomen,
wobei es sich um Mono-, Di- oder Polycarbonsäuren handeln kann. Je nach Äquivalentgewicht
von Amin und Carbonsäure liegt der Gehalt an Carbonsäure vorzugsweise zwischen 0,01
und 2,7 Gew.-%, insbesondere zwischen 0,01 und 0,9 Gew.-%. Beispiele geeigneter Carbonsäuren
sind Essigsäure, Glykolsäure, Milchsäure, Zitronensäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure,
Äpfelsäure, Weinsäure und Gluconsäure, von denen vorzugsweise Essigsäure, Zitronensäure
und Milchsäure verwendet werden. Besonders bevorzugt wird Essigsäure eingesetzt.
[0037] Erfindungsgemäße saure Reinigungsmittel können anstelle von flüchtigem Alkali auch
Säuren enthalten. Als Säuren eignen sich insbesondere organische Säuren wie die bereits
genannten Carbonsäuren Essigsäure, Zitronensäure, Glycolsäure, Milchsäure, Bernsteinsäure,
Adipinsäure, Äpfelsäure, Weinsäure und Gluconsäure oder auch Amidosulfonsäure. Daneben
können aber auch die Mineralsäuren Salzsäure, Schwefelsäure und Salpetersäure bzw.
deren Mischungen eingesetzt werden. Besonders bevorzugt sind Säuren, ausgewählt aus
der Gruppe umfassend Amidosulfonsäure, Zitronensäure und Ameisensäure. Sie werden
vorzugsweise in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-% eingesetzt, besonders bevorzugt 0,5 bis
4 Gew.-%, insbesondere 1 bis 3 Gew.-%.
[0038] Daneben können die erfindungsgemäßen sauren Reinigungsmittel auch geringe Mengen
an Basen enthalten. Bevorzugte Basen stammen aus der Gruppe der Alkali- und Erdalkalimetallhydroxide
und -carbonate, insbesondere der Alkalimetallhydroxide, von denen Kaliumhydroxid und
vor allem Natriumhydroxid besonders bevorzugt ist. In den sauren Mitteln werden Basen
in Mengen von nicht mehr als 1 Gew.-% eingesetzt, vorzugsweise 0,01 bis 0,1 Gew.-%.
[0039] Das Mittel weist vorzugsweise eine Viskosität nach
Brookfield (Modell DV-II+, Spindel 31, Drehfrequenz 20 min
-1, 20°C) von 0,1 bis 200 mPa·s, insbesondere 0,5 bis 100 mPa·s, äußerst bevorzugt 1
bis 60 mPa·s, auf. Zu diesem Zweck kann das Mittel Viskositätsregulatoren enthalten.
Die Menge an Viskositätsregulator beträgt üblicherweise bis zu 0,5 Gew.-%, vorzugsweise
0,001 bis 0,3 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 0,2 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,05 bis
0,15 Gew.-%.
[0040] Geeignete Viskositätsregulatoren sind beispielsweise organische natürliche Verdickungsmittel
(Agar-Agar, Carrageen, Tragant, Gummi arabicum, Alginate, Pektine, Polyosen, Guar-Mehl,
Johannisbrotbaumkernmehl, Stärke, Dextrine, Gelatine, Casein), organische abgewandelte
Naturstoffe (Carboxymethylcellulose und andere Celluloseether, Hydroxyethyl- und -propylcellulose
und dergleichen, Kernmehlether), organische vollsynthetische Verdickungsmittel (Polyacryl-
und Polymethacryl-Verbindungen, Vinylpolymere, Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine,
Polyamide) und anorganische Verdickungsmittel (Polykieselsäuren, Tonmineralien wie
Montmorillonite, Zeolithe, Kieselsäuren).
[0041] Zu den Polyacryl- und Polymethacryl-Verbindungen zählen beispielsweise die hochmolekularen
mit einem Polyalkenylpolyether, insbesondere einem Allylether von Saccharose, Pentaerythrit
oder Propylen, vernetzten Homopolymere der Acrylsäure (INCI-Bezeichnung gemäß
International Dictionary of Cosmetic Ingredients der
The Cosmetic, Toiletry, and Fragrance Association (CTFA): Carbomer), die auch als Carboxyvinylpolymere bezeichnet werden. Solche Polyacrylsäuren
sind u.a. von der Fa. 3V
Sigma unter dem Handelsnamen
Polygel®, z.B.
Polygel® DA, und von der Fa.
BFGoodrich unter dem Handelsnamen
Carbopol® erhältlich, z.B.
Carbopol® 940 (Molekulargewicht ca. 4.000.000),
Carbopol® 941 (Molekulargewicht ca. 1.250.000) oder
Carbopol® 934 (Molekulargewicht ca. 3.000.000). Weiterhin fallen darunter folgende Acrylsäure-Copolymere:
(i) Copolymere von zwei oder mehr Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (
INCI Acrylates Copolymer), zu denen etwa die Copolymere von Methacrylsäure, Butylacrylat
und Methylmethacrylat (CAS-Bezeichnung gemäß
Chemical Abstracts Service: 25035-69-2) oder von Butylacrylat und Methylmethacrylat
(CAS 25852-37-3) gehören und die beispielsweise von der Fa.
Rohm & Haas unter den Handelsnamen
Aculyn® und
Acusol® sowie von der Firma
Degussa (Goldschmidt) unter dem Handelsnamen
Tego® Polymer erhältlich sind, z.B. die anionischen nicht-assoziativen Polymere
Aculyn® 22,
Aculyn® 28, Aculyn® 33 (vemetzt),
Acusol® 810, Acusol® 823 und
Acusol® 830 (CAS 25852-37-3); (ii) vernetzte hochmolekulare Acrylsäurecopolymere, zu denen etwa die
mit einem Allylether der Saccharose oder des Pentaerythrits vernetzten Copolymere
von C
10-30-Alkylacrylaten mit einem oder mehreren Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (
INCI Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer) gehören und die beispielsweise von
der Fa.
BFGoodrich unter dem Handelsnamen Carbopol
® erhältlich sind, z.B. das hydrophobierte
Carbopol® ETD 2623 und
Carbopol® 1382 (INCI Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer) sowie
Carbopol® AQUA 30 (früher
Carbopol® EX 473). In der internationalen Anmeldung
WO 97/38076 ist eine Reihe von der Acrylsäure abgeleiteter Polymere aufgeführt, die geeignete
Viskositätsregulatoren darstellen.
[0042] Weitere Verdickungsmittel sind die Polysaccharide und Heteropolysaccharide, insbesondere
die Polysaccharidgummen, beispielsweise Gummi arabicum, Agar, Alginate, Carrageene
und ihre Salze, Guar, Guaran, Traganth, Gellan, Ramsan, Dextran oder Xanthan und ihre
Derivate, z.B. propoxyliertes Guar, sowie ihre Mischungen. Andere Polysaccharidverdicker,
wie Stärken oder Cellulosederivate, können alternativ, vorzugsweise aber zusätzlich
zu einem Polysaccharidgummi eingesetzt werden, beispielsweise Stärken verschiedensten
Ursprungs und Stärkederivate, z.B. Hydroxyethylstärke, Stärkephosphatester oder Stärkeacetate,
oder Carboxymethylcellulose bzw. ihr Natriumsalz, Methyl-, Ethyl-, Hydroxyethyl-,
Hydroxypropyl-, Hydroxypropyl-methyl- oder Hydroxyethyl-methylcellulose oder Celluloseacetat.
Ein besonders bevorzugter Polysaccharidverdicker ist das mikrobielle anionische Heteropolysaccharid
Xanthan Gum, das von Xanthomonas campestris und einigen anderen Spezies unter aeroben
Bedingungen mit einem Molekulargewicht von 2-15 × 10
6 produziert wird und beispielsweise von der Fa.
Kelco unter den Handelsnamen
Keltrol® und
Kelzan® oder auch von der Firma
Rhodia unter dem Handelsnamen
Rhodopol® erhältlich ist.
[0043] Als Verdickungsmittel können weiterhin Schichtsilikate eingesetzt werden. Hierzu
zählen beispielsweise die unter dem Handelsnamen
Laponite® erhältlichen Magnesium- oder Natrium-Magnesium- Schichtsilikate der Firma
Solvay Alkali, insbesondere das
Laponite® RD oder auch
Laponite® RDS, sowie die Magnesiumsilikate der Firma
Süd-Chemie, vor allem das
Optigel® SH.
[0044] Bei der Wahl des geeigneten Viskositätsregulators ist darauf zu achten, daß der transparente
Eindruck des Reinigungsmittels erhalten bleibt, d.h. der Einsatz des Verdickungsmittels
sollte nicht zur Eintrübung des Mittels führen.
[0045] In einer Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Reinigungsmittel auch als höherviskose
Flüssigkeit formuliert werden. Die Viskosität beträgt dann zwischen 200 und 1000 mPa·s
(Brookfield- Viskosimeter DV-II+, small sample adaptor). Der Gehalt an Viskositätsregulator
(Verdickungsmittel) kann in diesen Fällen bis zu 2 Gew.-% betragen.
[0046] Neben den genannten Komponenten können die erfindungsgemäßen Mittel weitere Hilfs-und
Zusatzstoffe enthalten, wie sie in derartigen Mitteln üblich sind. Dazu zählen insbesondere
Farbstoffe, Parfümöle, Konservierungsmittel, Komplexbildner für Erdalkaliionen, Enzyme,
Bleichsysteme und Antistatikstoffe. Weiterhin können zur Oberflächenmodifizierung
Polymere, insbesondere Copolymere wie beispielsweise die von der Firma
BASF erhältlichen
Sokalane®, etwa das
Sokalan® CP 9, das Natriumsalz eines Maleinsäure-Olefin-Copolymers, eingesetzt werden.
[0047] Die Menge an derartigen Zusätzen liegt üblicherweise nicht über 2 Gew.-% im Reinigungsmittel.
Die Untergrenze des Einsatzes hängt von der Art des Zusatzstoffes ab und kann beispielsweise
bei Farbstoffen bis zu 0,001 Gew.-% und darunter betragen. Vorzugsweise liegt die
Menge an Hilfsstoffen zwischen 0,01 und 1 Gew.-%.
[0048] Der pH-Wert der erfindungsgemäßen Mittel kann über einen weiten Bereich variiert
werden, bevorzugt ist jedoch ein Bereich von 2,5 bis 12. Dabei besitzen Glasreinigerformulierungen
und Allzweckreiniger insbesondere einen pH-Wert von 6 bis 11, äußerst bevorzugt von
7 bis 10,5 und Badreiniger insbesondere einen pH-Wert von 2 bis 5, äußerst bevorzugt
von 2,5 bis 4,0.
[0049] Die erfindungsgemäßen Mittel werden vorzugsweise anwendungsfertig formuliert. Eine
Formulierung als vor der Anwendung entsprechend zu verdünnendes Konzentrat ist im
Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre ebenfalls möglich, wobei die Inhaltsstoffe dann
im oberen Bereich der jeweils angegebenen Mengenbereiche enthalten sind.
[0050] Die erfindungsgemäßen Mittel können durch Aufmischen unmittelbar aus ihren Rohstoffen,
anschließendes Durchmischen und abschließendes Stehen des Mittels bis zur Blasenfreiheit
hergestellt werden.
[0051] Die erfindungsgemäßen Mittel werden vorzugsweise zur Glasreinigung eingesetzt, sowohl
für Fenster als auch für Spiegel und sonstige Gläser. Sie können aber auch zur Reinigung
harter Oberflächen dienen, vor allem bei solchen Oberflächen, die gelegentlich oder
häufig mit schmutzigem oder auch sauberem Wasser überspült werden, beispielsweise
Duschen, Badewannen und Fußböden in Badezimmern oder auch Küchenoberflächen. Ein weiteres
Einsatzgebiet erfindungsgemäßer Mittel sind Klarspüler für Geschirrspülmaschinen.
Aber auch textile Oberflächen können durch den Einsatz erfindungsgemäßer Mittel eine
Hydrophilierung erfahren. Noch ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Hydrophilierung
von Oberflächen im Automobilbereich, sowohl von Autolacken als auch von Autoscheiben.
Die erfindungsgemäßen Mittel können selbstverständlich auch für Lacke im Allgemeinen
verwendet werden, und auch Metalloberflächen lassen sich mit ihnen hydrophilieren.
Beispiele
[0052] Die erfindungsgemäßen alkalischen Glasreiniger
E1 bis
E3 und das alkalische Vergleichsmittel
V1 sowie die erfindungsgemäßen sauren Badreiniger
E4 bis
E6 und das saure Vergleichsmittel
V2 wurden durch einfaches Zusammenrühren der Komponenten gemäß den Tabellen
1 und
2 hergestellt.
E1 bis
E3 und
E4 bis
E6 enthielten das erfindungsgemäße nanopartikuläre Silica-Sol, während
V1 und
V2 kein Additiv aufwiesen. Sämtliche Mittel waren klar sowie farblos.
[0053] In den Beispielen wurden folgende Rohstoffe eingesetzt:
| Fettalkoholsulfat-Natriumsalz: |
Natriumlaurylsulfat (Texapon®) LS 35, Cognis) |
| Fettalkoholethersulfat-Natriumsalz: |
Sodium laureth sulfate (Texapon®) N70, Cognis) |
| Hydroxyethylcellulase: |
Natrosol HHBR (Hercules) |
| Nanopartikuläres Silica-Sol: |
alkalische Reiniger: Bindzil® 30/360 (Akzo) saure Reiniger: Bindzil® CAT 80 (Akzo) |
Tabelle 1: alkalische Glasreiniger
| Zusammensetzung [Gew.-%] |
E1 |
E2 |
E3 |
V1 |
| |
|
|
|
|
| Fettalkoholsulfat-Natriumsalz |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
| Ethanol |
3 |
3 |
3 |
3 |
| Monoethanolamin |
0,5 |
- |
0,2 |
- |
| Ammoniak |
- |
0,3 |
0,2 |
0,3 |
| Nanopartikuläres Silica-Sol |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
- |
| Parfüm |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
| Essigsäure |
- |
0,02 |
0,05 |
0,02 |
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
[0054] Mit diesen Glasreinigern wurden Fensterscheiben gereinigt und anschließend über zwei
Wochen der Witterung ausgesetzt. Scheiben, die mit den erfindungsgemäßen Reinigern
E1 bis
E3 behandelt worden waren, zeigten auch nach zwei Wochen bei Benetzung mit Wasser noch
die Ausbildung eines spreitenden, flächigen Films. Die Rückstandsbildung erfolgte
in Form feinstverteilter Partikel, so daß die Scheibe optisch sauber wirkt.
[0055] Die mit dem Vergleichsmittel
V1 behandelte Scheibe zeigte dagegen ebenso wie eine unbehandelte Glasscheibe bereits
nach zwei Tagen bei Benetzung mit Wasser die Bildung von Tropfen. Die Rückstandsbildung
erfolgte in Form von "Nasen", so daß die Scheibe verschmutzt erschien.
Tabelle 2: saure Badreiniger
| Zusammensetzung [Gew.-%] |
E4 |
E5 |
E6 |
V2 |
| |
|
|
|
|
| Fettalkoholsulfat- Natriumsalz |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
| Ethanol |
3 |
3 |
3 |
3 |
| Zitronensäure |
1 |
1 |
3 |
1 |
| EDTA |
- |
0,2 |
- |
- |
| Nanopartikuläres Silica-Sol |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
- |
| Parfüm |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
| Natronlauge |
- |
0,02 |
0,05 |
0,02 |
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
[0056] Mit diesen Reinigern wurden Badezimmerkacheln gereinigt. Danach wurden die Kacheln
über zwei Wochen einmal täglich mit Wasser (15°dH) besprüht. Die mit den erfindungsgemäßen
Mitteln
E4 bis
E6 behandelten Kacheln zeigten auch nach zwei Wochen bei Benetzung mit Wasser noch die
Ausbildung eines spreitenden, flächigen Films. Die Rückstandsbildung erfolgte in Form
feinstverteilter Partikel, so daß die Kacheln optisch sauber wirkten.
[0057] Die mit dem Vergleichsmittel
V2 behandelten Kacheln zeigten dagegen ebenso wie unbehandelte Kacheln bereits nach
zwei Tagen bei Benetzung mit Wasser die Ausbildung von Tropfen. Die Rückstandsbildung
erfolgte in Form von "Nasen", so daß die Kacheln verschmutzt erschienen.
Prüfung von Antibeschlag- und Antiregeneffekt
[0058] Die Glasreiniger
E1 bis
E3 sowie das Vergleichsmittel
V1 wurden anschließend noch auf ihren Antibeschlag- und Antiregeneffekt hin untersucht:
[0059] Zunächst wurden auf einem Spiegel der Größe 30 cm × 60 cm je 2 ml des jeweiligen
Mittels mit einem gefalteten Vlies der Gesamtgröße 20 cm × 20 cm (
Chicopee, Duralace 60) verteilt und praxisgerecht auspoliert. Nach 30 Minuten erfolgte jeweils eine zweite
identische Behandlung. Weitere 30 Minuten später wurden jeweils der Antibeschlag-
und Antiregeneffekt wie folgt geprüft.
[0060] Antibeschlageffekt. Der behandelte Spiegel wurde für 5 Sekunden über eine Schale (28 cm × 50 cm × 4 cm)
mit 1,5 l kochendem Wasser gehalten und unmittelbar danach bewertet, ob und ggf. wie
stark der Spiegel beschlagen war.
[0061] Antiregeneffekt. Mittels einer Pumpsprühflasche wurden innerhalb von etwa 4 Sekunden ca. 10 g Testregen,
hergestellt aus Leitungswasser und 8 g/l
wfk-Teppichpigmentschmutz (55 Gew.-% Kaolin, 43 Gew.-% Quarz, 1,5 Gew.-% Flammruß 101,
0,5 Gew.-% Eisenoxid schwarz;
wfk-Code
wfk-09 W) der
wfk-Testgewebe GmbH (http://www.wfk.de), gleichmäßig auf die vorbehandelte Spiegelfläche
aufgesprüht. Bewertet wurde unmittelbar im Anschluß daran Benetzung sowie Tropfenbildung
und nach dem Trocknen Schmutzverteilung sowie Fleckenbildung.
[0062] Die Bewertung erfolgte jeweils visuell durch ein Panel von fünf Personen, indem jede
Person jeweils den vier Mitteln die Position 1 bis 4 in der Reihenfolge abnehmenden
Effektes zuordnete. Der jeweilige Mittelwert ist zusammen mit einer Beurteilung in
Tabelle 3 als Note angegeben. Je geringer die Note ist, desto besser war der jeweilige
Effekt.
Tabelle 3
| Effekt |
Note |
Beurteilung |
| Zusammensetzung |
|
|
| |
|
|
|
| Antibeschlageffekt |
|
|
|
| E1 |
3 |
|
geringe Wirkung |
| E2 |
2 |
|
guter Schutz vor Beschlagen |
| E3 |
1 |
|
sehr gute Wirkung |
| V1 |
4 |
|
kein Antibeschlageffekt |
| |
|
|
|
| Antiregeneffekt |
|
Gesamteindruck der nassen Scheibe |
| E1 |
2,4 |
|
gute Benetzung, wenige Tropfen |
| E2 |
1,8 |
|
sehr gute Benetzung, kaum Tropfen |
| E3 |
1,6 |
|
sehr gute Benetzung, keine Tropfen |
| V1 |
4,0 |
|
gute Benetzung, reißt schnell auf |
| |
|
|
|
| Antiregeneffekt |
|
Gesamteindruck der trockenen Scheibe |
| E1 |
2,8 |
|
etwas bessere Schmutzverteilung als V1 |
| E2 |
1,8 |
|
Schmutz gleichmäßig verteilt, kaum Flecken |
| E3 |
1,6 |
|
Schmutz gleichmäßig verteilt, keine Flecken |
| V1 |
4,0 |
|
teilweise Flecken und "Ablaufspuren", Schmutz nur im oberen Teil gleichmäßig |
[0063] Die Mittel
E1 bis
E3 zeigen im Gegensatz zu
V1 sowohl einen Antiregeneffekt als auch einen Antibeschlageffekt.
[0064] Analog den erfindungsgemäßen. Mittel
E1 bis
E3 wurden weiterhin die Vergleichsmittel
V3 bis
V5 mit dem als Antiregenadditiv bekannten Polymer Poly(natrium-p-styrolsulfonat) gemäß
Tabelle 4 auf Basis von
V1 als Rahmenrezeptur hergestellt. Auch diese alkalischen Mittel waren klar sowie farblos.
Tabelle 4
| Additiv [Gew.-%] |
V3 |
V4 |
V5 |
| Poly(natrium-p-styrolsulfonat), 70.000 g/mol |
0,1 |
0,2 |
0,4 |
[0065] Wie zuvor beschrieben wurden auch die Mittel
V3 bis
V5 auf einen Antibeschlageffekt hin geprüft.
[0066] Im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Mitteln
E1 bis
E3 zeigten die Mittel
V3 bis
V5 jedoch keinen Antibeschlageffekt.
Vergleichsversuche
[0067] Es wurden einige Versuche durchgeführt, um erfindungsgemäß einsetzbare von erfindungsgemäß
nicht einsetzbaren Silica-Solen abzugrenzen. Zum einen wurden Mikrorauhigkeiten und
Strömungspotentiale sowie Kontaktwinkel (gegenüber Wasser und Ethylenglycol) von mit
verschiedenen Additiven behandelten Oberflächen gemessen, weiterhin wurden aber auch
Untersuchungen zum Ablaufverhalten und zur Langzeitwirksamkeit durchgeführt. Dabei
wurde in jedem Fall eine identische Glasreinigerbasis eingesetzt und die angegebene
Menge des jeweiligen Additivs zugesetzt.
1. Oberflächenrauhigkeit (Mikrorauhigkeit)
[0068] Die Oberflächenrauhigkeit auf Mikrometerebene wurde mit Hilfe eines Rasterkraftmikroskops
(AFM; Nanoscope III) vermessen. Dazu wurde eine weiße Testkachel (Villeroy & Boch
WC-Keramik) mit Hilfe von Pril-Lösung und anschließend Ethanol gereinigt, mit einer
1%igen Lösung des jeweiligen Additivs in einer Glasreinigerbasis besprüht und die
feuchte Kachel mit Hilfe eines Zellstofftuches trockengerieben. Die so behandelte
Kachel wurde im AFM vermessen.
[0069] Folgendes Ergebnis wurde erhalten:
| mittlere Mikrorauhigkeit [nm] |
vor Beschichtung |
nach Beschichtung |
| Additiv 1 (Bindzil 30/360) |
10 |
17 |
| Additiv 2 (Bindzil CAT 80) |
6 |
28 |
| Additiv 3* (Nanogate LSraB 0212) |
9 |
12 |
| Additiv 4* (Klebosol 20 H 12) |
8 |
11 |
| Additiv 5* (Klebosol 30 N 12) |
6 |
9 |
| Additiv 6* (Klebosol 30 R 12) |
9 |
10 |
[0070] Die Erhöhung der Mikrorauhigkeit bewirkt parallel zur Hydrophilierung eine erleichterte
Schmutzablösung. Die Mikrorauhigkeit sollte sich demnach um mindestens 5 nm bis maximal
30 nm erhöhen, um den gewünschten Hydrophilierungseffekt zu erzielen. Eine Erhöhung
der Rauhigkeit um nur 3 nm ist nicht ausreichend. Bei einer Erhöhung um über 30 nm
ist keine Rückstands- und Streifenfreiheit mehr gewährleistet.
2. Strömungspotential
[0071] Das Strömungspotential von behandelten Kacheln wurde mit Hilfe eines EKA-Geräts (Anton
Paar ElektroKinetikAnalyser) vermessen. Dazu wurde eine weiße Testkachel (Villeroy
& Boch WC-Keramik) mit Hilfe von Pril-Lösung und anschließend Ethanol gereinigt, mit
einer 1%igen Lösung des jeweiligen Additivs in einer Glasreinigerbasis besprüht und
die feuchte Kachel mit Hilfe eines Zellstofftuches trockengerieben. Die so behandelte
Kachel wurde im EKA-Gerät bei 200 mbar und mit 0,001 mol KCI als Elektrolyt vermessen.
[0072] Folgendes Ergebnis wurde erhalten:
| Strömungspotential [mV] |
nach Beschichtung |
| unbeschichtete Kachel |
-32 |
| Additiv 1 (Bindzil 30/360) |
-61 |
| Additiv 2 (Bindzil CAT 80) |
-48 |
| Additiv 3* (Nanogate LSraB 0212) |
-23 |
| Additiv 4* (Klebosol 20 H 12) |
-34 |
| Additiv 5* (Klebosol 30 N 12) |
-36 |
| Additiv 6* (Klebosol 30 R 12) |
-28 |
[0073] Die Veränderung des negativen Strömungspotentials beweist die Hydrophilierung aufgrund
des erhöhten Betrags der Oberflächenladung. Das Strömungspotential sollte sich demnach
um mindestens -5 mV bis maximal -50 mV verändern, um den gewünschten Hydrophilierungseffekt
zu erzielen. Eine Änderung des Strömungspotentials um weniger als -5 mV bewirkt keine
ausreichende Hydrophilierung. Bei einer Änderung um über -50 mV ist die Oberflächenenergie
so stark erhöht, dass die Tendenz zur Wiederanschmutzung zunimmt. Dies ist z.B. auch
bei kolloidalen TiO
2-Partikeln der Fall.
3. Ablaufverhalten
[0074] Eine schwarze Standard-Testkachel (Villeroy & Boch Bad-Keramik, 18x12 cm) wird mit
dem jeweiligen Testprodukt besprüht. Die feuchte Kachel wird mit Hilfe eines Zellstofftuches
trockengerieben. Anschließend wird die Kachel vollständig durch Eintauchen in VE-Wasser
benetzt und dann in eine senkrechte Position gebracht. Per Camcorder wird die trocknende
Kachel gefilmt. Mit Hilfe einer digitalen Bildverarbeitung wird die trockene Fläche
prozentual zur Fläche der Kachel berechnet. Somit lässt sich der zeitliche Verlauf
der Trocknung verfolgen.
[0075] Folgendes Ergebnis wurde erhalten:
| |
Zeit [min], bis |
| |
90% Fläche |
95% Fläche |
| |
getrocknet sind |
| 1. (Glasreinigerbasis) |
10,8 |
12,0 |
| 2. (Basis mit 0,6 % Bindzil 30/360 + N) |
10,0 |
10,9 |
| 3. (Basis mit 2 % Nanogate LSraB 0212) |
9,3 |
9,9 |
| 4. (Basis mit 0,6 % Bindzil 30/360) |
8,7 |
9,2 |
| 5. (Basis mit 0,3 % Bindzil 30/360) |
7,9 |
8,4 |
| (N = nichtionisches Tensid: Endgruppenverschlossenes Fettalkoholalkoxylat) |
[0076] Das Ablaufverhalten unter Zusatz von Bindzil 30/360 führt bei geringeren Einsatzkonzentrationen
zum besten Ergebnis. Die kürzere Abtrockenzeit führt zu einem direkt sichtbaren Vorteil
für den Verbraucher.
4. Langzeitwirksamkeit
[0077] Die bereits in der Untersuchung zum Ablaufverhalten eingesetzten verschiedenen Rezepturen
werden auf freistehende Fensterflächen von 1x2 m Größe aufgetragen, die der Witterung
ausgesetzt werden. Ein Expertenpanel von 5 Personen begutachtet täglich den Sauberkeitseindruck
der Scheiben. Es werden Noten von 1 (keine Verschmutzung) bis 6 (starke Verschmutzung)
vergeben. Im Laufe der Tage ergibt sich aus den Mittelwerten der Noten eine Aussage
über die Haltbarkeit.
| Zeit in Tagen |
1 |
2 |
3 |
5 |
10 |
15 |
20 |
25 |
| Rez. 1 |
1 |
1,4 |
1,6 |
2,2 |
3,0 |
4,2 |
5,2 |
5,4 |
| Rez. 2 |
1 |
1,2 |
1,4 |
1,8 |
2,4 |
3,6 |
4,2 |
4,8 |
| Rez. 3 |
1 |
1,2 |
1,4 |
2,0 |
2,6 |
3,6 |
4,4 |
4,8 |
| Rez. 4 |
1 |
1,4 |
1,4 |
1,6 |
1,8 |
3,0 |
3,8 |
4,2 |
| Rez. 5 |
1 |
1,2 |
1,6 |
1,6 |
2,0 |
3,2 |
4,0 |
4,4 |
5. Kontaktwinkel
[0078] Der Kontaktwinkel von behandelten Kacheln gegenüber Wasser und Ethylenglycol wurde
mit Hilfe der Tropfenkonturanalyse (Kontaktwinkelmessgerät Krüss DSA 10) vermessen.
Dazu wurde eine weiße Testkachel (Villeroy & Boch WC-Keramik) mit Hilfe von Pril-Lösung
und anschließend Ethanol gereinigt, mit einer 1%igen Lösung des jeweiligen Additivs
in einer Glasreinigerbasis besprüht und die feuchte Kachel mit Hilfe eines Zellstofftuches
trockengerieben. Der Kontaktwinkel von Wasser bzw. Ethylenglycol auf der so behandelte
Kachel wurde bestimmt.
[0079] Folgendes Ergebnis wurde erhalten:
| Kontaktwinkel [°] |
gegen H2O |
gegen Ethylenglycol |
| unbeschichtete Kachel |
33 |
7 |
| Additiv 1 (Bindzil 30/360) |
10 |
18 |
| Additiv 2 (Bindzil CAT 80) |
14 |
14 |
| Additiv 3 (Nanogate LSraB 0212) |
8 |
11 |
[0080] Die Absenkung des Kontaktwinkels gegenüber Wasser und die gleichzeitige Erhöhung
des Kontaktwinkels gegenüber Ethylenglycol beweist die Hydrophilierung der Oberfläche.
Das nicht erfindungsgemäße Nanogate-Additiv 3 erhöht den Kontaktwinkel gegenüber Ethylenglycol
nur unzureichend.
[0081] Der Kontaktwinkel sollte sich demnach gegenüber Wasser um mindestens 15° erniedrigen,
um den gewünschten Hydrophilierungseffekt zu erzielen. Der Kontaktwinkel gegenüber
Ethylenglycol sollte hingegen um mindestens 5° erhöht werden.
[0082] Die Messungen der Mikrorauhigkeit sowie der Strömungspotentiale belegen bereits,
daß nicht jedes Silica-Sol zum erfindungsgemäßen Einsatz in Reinigungsmitteln zur
Hydrophilierung von Oberflächen geeignet ist. Weiterhin ist ein Bedeckungsgrad der
Oberfläche von 10 bis 75% vorteilhaft, d.h. auch nach Adsorption der hydrophilierenden
Teilchen sollten noch mindestens 25% freie Oberfläche verbleiben. Das Silica-Sol der
Firma Nanogate (Additiv 3, LSraB 0212) erreichte beispielsweise demgegenüber einen
Bedeckungsgrad von über 90%. Die Messung der Bedeckung erfolgte mit Hilfe eines Rasterkraftmikroskops
(AFM; Nanoscope III) und optischer Bildauswertung.
[0083] Ein weiteres Kriterium ist die Einarbeitbarkeit in ein farbloses, durchscheinendes,
stabiles Produkt. Einige kommerziell erhältliche Silica-Sole können dieses Kriterium
nicht erfüllen. So sind die von Clariant zu beziehenden Klebosol-Typen 30 H 25 und
30 V 25 im Produkt opak sichtbar. Das Klebosol 30 V 50 ist ebenso wie das von Bayer
erhältliche Baykisol 30 ein weißes Slurry, welches im Produkt opak sichtbar ist und
keine stabile Formulierung erlaubt. Die in der bereits in der Einleitung genannten
Schrift
EP 1 215 276 eingesetzten kolloidalen Silica-Sole sind daher für den erfindungsgemäßen Einsatz
nicht geeignet. Gleiches gilt für das in der ebenfalls zitierten deutschen Anmeldung
DE 100 21 726 eingesetzte Silica-Sol von Merck, welches dem Syton HT-50 von DuPont entspricht:
Auch dieses kolloidale Silica mit einer Partikelgröße von 40 nm ist im Produkt opak
sichtbar.
[0084] Erfindungsgemäß sind auch die drei folgenden Beispiele für vor der Anwendung zu verdünnende
Konzentrate. Dabei ist das Mittel vorzugsweise im Verhältnis 1 : 1 bis 1: 100 mit
Wasser zu verdünnen; besonders bevorzugt ist eine Verdünnung im Verhältnis 1 : 10.
Tabelle 5: Glasreiniger-Konzentrat
| Zusammensetzung [Gew.-%] |
E7 |
E8 |
E9 |
| Fettalkoholsulfat |
8,00 |
8,00 |
8,00 |
| Fettalkoholethersulfat |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
| Hydroxyethylcellulose |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Natriumhydroxid 45% |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
| Farbstoff |
0,008 |
0,008 |
0,008 |
| Parfum |
0,070 |
0,070 |
0,070 |
| Ethanol |
5,00 |
5,00 |
5,00 |
| Nanopart. Silica-Sol 30% |
3,0 |
2,0 |
1,0 |
| Wasser, demin. |
81,57 |
82,57 |
83,57 |
| |
|
|
|
| pH |
10,5 |
10,5 |
10,5 |
| Viskosität [mPas] |
150 |
150 |
150 |
1. Transparentes Reinigungsmittel für harte Oberflächen, insbesondere Glas, enthaltend
ein nanopartikuläres kolloidales Silica-Sol mit einer Partikelgröße von 1 bis 100
nm, dadurch gekennzeichnet, dass durch seine Anwendung das Strömungspotential der Oberfläche, gemessen mit einem EKA-Gerät
(Anton Paar ElektroKinetikAnalyser) bei 200 mbar und mit 0,001 mol KCI als Elektrolyt,
um -5 bis -50 mV verändert und die mittlere Mikrorauhigkeit der Oberfläche, gemessen
mit Hilfe eines Rasterkraftmikroskops (AFM; Nanoscope III), um mindestens 5 nm bis
maximal 30 nm erhöht wird, verglichen mit einer unbehandelten Oberfläche.
2. Reinigungsmittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Silica-Sol vorzugsweise eine Partikelgröße von 3 bis 50 nm, insbesondere 4 bis
40 nm, beispielsweise 9 nm aufweist.
3. Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch seine Anwendung die Oberfläche hydrophiliert wird.
4. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein verbessertes Schmutzablöseverhalten und/oder eine geringere Wiederanschmutzung
bewirkt.
5. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine schnelle und gleichmäßige Trocknung einer Oberfläche nach erneuter Beregnung
bewirkt.
6. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Antibeschlagwirkung und einen Antiregeneffekt aufweist.
7. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es anionische und/oder nichtionische Tenside enthält.
8. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein oder mehrere anionische Tenside enthält, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe
umfassend C8-18-Alkylbenzolsulfonate, C8-20-Alkansulfonate, C8-18-Fettalkoholsulfate, C8-18-Alkylpolyglykolethersulfate, Sulfobernsteinsäuremono- und -di-C8-18-Alkylester sowie Gemische derselben, besonders bevorzugt Natriumsalze der Fettalkoholsulfate.
9. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es nichtionische Tenside enthält, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend
C8-18-Alkoholpolyglykolether, C8-18-Carbonsäurepolyglykolester, ethoxylierte Fettsäureamide, C14-20-Aminoxide und Alkylpolyglycoside sowie Gemische derselben.
10. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein wasserlösliches organisches Lösungsmittel enthält, vorzugsweise
ausgewählt aus der Gruppe umfassend niedere Alkohole, Etheralkohole sowie Gemische
derselben.
11. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein flüchtiges Alkali enthält, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe
umfassend Ammoniak, Alkanolamine mit bis zu 9 C-Atomen sowie Gemische derselben.
12. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Carbonsäure enthält, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Essigsäure, Glykolsäure, Milchsäure, Zitronensäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure, Äpfelsäure,
Weinsäure, Gluconsäure sowie Gemische derselben.
13. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen oder mehrere Viskositätsregulatoren enthält, vorzugsweise ausgewählt aus
der Gruppe umfassend organische natürliche Verdickungsmittel, organische abgewandelte
Naturstoffe, organische vollsynthetische Verdickungsmittel und anorganische Verdickungsmittel.
14. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen oder mehrere weitere in Reinigungsmittel übliche Hilfs- und Zusatzstoffe
enthält, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend Farbstoffe, Parfümöle, Konservierungsmittel,
Komplexbildner für Erdalkaliionen, Enzyme, Bleichsysteme und Antistatikstoffe.
15. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Viskosität von 0,1 bis 200 mPa·s, insbesondere 0,5 bis 100 mPa·s, äußerst
bevorzugt 1 bis 60 mPa·s, aufweist (Brookfield Modell DV-II+, Spindel 31, 20 min-1, 20°C).
16. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen pH-Wert von 2,5 bis 12 besitzt.
17. Verfahren zur Hydrophilierung harter Oberflächen durch Inkontaktbringen der Oberfläche
mit einem Mittel gemäß den Ansprüchen 1 bis 17.
18. Verwendung eines Mittels gemäß den Ansprüchen 1 bis 17 zur Reinigung harter Oberflächen,
insbesondere Glas.
1. A transparent cleaning agent for hard surfaces, in particular glass, containing a
nanoparticulate colloidal silica sol with a particle size from 1 to 100 nm, characterized in that by its application, the flow potential of the surface, measured with an EKA apparatus
(Anton Paar ElektroKinetikAnalyser) at 200 mbars and with 0.001 moles of KCI as an
electrolyte, is changed by -5 to -50 mV and the average microroughness of the surface,
measured by means of a atomic force microscope (AFM; Nanoscope III), is increased
by at least 5 nm to a maximum of 30 nm, as compared with an untreated surface.
2. The cleaning agent according to claim 1, characterized in that the silica sol preferably has a particle size from 3 to 50 nm, in particular from
4 to 40 nm, for example 9 nm.
3. The cleaning agent according to any of claims 1 and 2, characterized in that, by its application, the surface is hydrophilicized.
4. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it causes improved dirt removal behavior and/or lower future soiling.
5. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it causes fast and uniform drying of a surface after renewed watering.
6. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it has an anti-fogging effect and an anti-watering effect.
7. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains anionic and/or non-ionic surfactants.
8. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains one or more anionic surfactants, preferably selected from the group comprising
C8-C18 alkylbenzenesulfonates, C8-C20 alkanesulfonates, C8-C18 fatty alcohol sulfates, C8-C18 alkylpolyglycolethersulfates, sulfosuccinic acid mono-and di-(C8-C18 alkyl)esters as well as mixtures thereof, more preferably sodium salts of fatty alcohol
sulfates.
9. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains non-ionic surfactants, preferably selected from the group comprising
C8-C18 alcoholpolyglycolethers, C8-C18 carboxylic acid polyglycol esters, ethoxylated fatty acid amides, C14-C20 aminoxides and alkylpolyglycosides as well as mixtures thereof.
10. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains at least one water-soluble organic solvent, preferably selected from
the group comprising lower alcohols, ether alcohols, as well as mixtures thereof.
11. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains at least one volatile alkali, preferably selected from the group comprising
ammonia, alkanolamines with up to 9 C atoms as well as mixtures thereof.
12. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains at least one carboxylic acid, preferably selected from the group comprising
acetic acid, glycolic acid, lactic acid, citric acid, succinic acid, adipic acid,
malic acid, tartaric acid, gluconic acid as well as mixtures thereof.
13. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains one or more viscosity regulators, preferably selected from the group
comprising organic natural thickeners, organic modified natural substances, organic
fully synthetic thickeners and inorganic thickeners.
14. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it contains one or more further customary adjuvants and additives in cleaning agents,
preferably selected from the group comprising dyes, perfume oils, preservatives, complexing
agents for earth alkaline ions, enzymes, bleaching systems and anti-static substances.
15. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it has a viscosity from 0.1 to 200 mPa.s, in particular 0.5 to 100 mPa.s, most preferably
1 to 60 mPa.s (Brookfield model DV-II+, spindle 31, 20 min-1, 20°C).
16. The cleaning agent according to any of the preceding claims, characterized in that it has a pH value from 2.5 to 12.
17. A method for hydrophilicizing hard surfaces by bringing into contact the surface with
an agent according to claims 1 to 17.
18. The use of an agent according to claims 1 to 17 for cleaning hard surfaces, in particular
glass.
1. Agent de nettoyage transparent pour surfaces dures, en particulier le verre, contenant
un sol de silice colloïdal nanoparticulaire présentant une grosseur de particules
de 1 à 100 nm, caractérisé en ce que, par son utilisation, le potentiel d'écoulement de la surface, mesuré avec un appareil
EKA (Anton Paar ElektroKinetikAnalyser) à 200 mbars et avec 0,001 mole de KCI comme
électrolyte, est modifié de -5 à -50 mV et la microrugosité moyenne de la surface,
mesurée à l'aide d'un microscope à force atomique (AFM ; Nanoscope III), est augmentée
d'au moins 5 nm à au maximum 30 nm, par rapport à une surface non traitée.
2. Agent de nettoyage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le sol de silice présente de préférence une grosseur de particules de 3 à 50 nm,
en particulier de 4 à 40 nm, par exemple de 9 nm.
3. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que la surface est rendue hydrophile par son utilisation.
4. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il provoque un meilleur comportement de décollement des salissures et/ou une resouillure
plus faible.
5. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il provoque un séchage rapide et régulier d'une surface après un nouvel arrosage.
6. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente un effet antibuée et un effet anti pluie.
7. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient des agents tensioactifs anioniques et/ou non ioniques.
8. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient un ou plusieurs agents tensioactifs anioniques, de préférence choisis
dans le groupe comprenant les C8-18-alkylbenzènesulfonates, les C8-20-alcanesulfonates, les sulfates d'alcools gras en C8-18, les C8-18-alkylpolyglycoléthersulfates, les esters monoalkyliques et dialkyliques en C8-18 de l'acide sulfosuccinique ainsi que les mélanges de ceux-ci, de manière particulièrement
préférée les sels de sodium des sulfates d'alcools gras.
9. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient des agents tensioactifs non ioniques, de préférence choisis dans le groupe
comprenant les polyglycoléthers d'alcools en C8-18, les esters polyglycoliques d'acides carboxyliques en C8-18, les amides d'acides gras éthoxylés, les oxydes d'amines en C14-20 et les alkylpolyglycosides ainsi que leurs mélanges.
10. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient au moins un solvant organique soluble dans l'eau, de préférence choisi
dans le groupe comprenant les alcools inférieurs, les étheralcools ainsi que leurs
mélanges.
11. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient au moins un alcali volatil, de préférence choisi dans le groupe comprenant
l'ammoniac, les alcanolamines comprenant jusqu'à 9 atomes de carbone ainsi que leurs
mélanges.
12. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient au moins un acide carboxylique, de préférence choisi dans le groupe comprenant
l'acide acétique, l'acide glycolique, l'acide lactique, l'acide citrique, l'acide
succinique, l'acide adipique, l'acide malique, l'acide tartrique, l'acide gluconique
ainsi que leurs mélanges.
13. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient un ou plusieurs régulateurs de viscosité, de préférence choisis dans le
groupe comprenant les épaississants organiques naturels, les substances naturelles
organiques modifiées, les épaississants organiques totalement synthétiques et les
épaississants inorganiques.
14. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il contient un ou plusieurs autres adjuvants et additifs usuels dans les agents de
nettoyage, de préférence choisis dans le groupe comprenant les colorants, les huiles
parfumées, les conservateurs, les complexants pour les ions alcalino-terreux, les
enzymes, les systèmes de blanchiment et les substances antistatiques.
15. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente une viscosité de 0,1 à 200 mPa.s, en particulier de 0,5 à 100 mPa.s, de
manière extrêmement préférée de 1 à 60 mPa.s (Brookfield modèle DV-II+, broche 31,
20 min-1, 20°C).
16. Agent de nettoyage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente un pH de 2,5 à 12.
17. Procédé pour rendre des surfaces dures hydrophiles par la mise en contact de la surface
avec un agent selon les revendications 1 à 17.
18. Utilisation d'un agent selon les revendications 1 à 17 pour le nettoyage de surfaces
dures, en particulier le verre.