[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper, welche
eine optimierte Gestalt aufweisen. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung
Reinigungsmittelformkörper für das maschinelle Geschirrspülen, welche in Haushaltsgeschirrspülmaschinen
eingesetzt werden.
[0002] Das maschinelle Reinigen von Geschirr in Haushaltsgeschirrspülmaschinen umfaßt üblicherweise
einen Vorspülgang, einen Hauptspülgang und einen Klarspülgang, wobei die letzteren
von Zwischenspülgängen unterbrochen werden. Bei einigen Programmen in den meistens
höherpreisigen Maschinen ist der Vorspülgang für stark verschmutztes Geschirr zuschaltbar
oder wird mittels bestimmter Trübungssensoren automatisch zugeschaltet. In der Regel
werden, vom Verbraucher jedoch Normalprogramme ohne Vorspülgang gewählt, so daß in
den meisten Fällen ein Hauptspülgang, ein Zwischenspülgang mit reinem Wasser und ein
Klarspülgang durchgeführt werden.
[0003] Üblicherweise wird im Hauptspülgang zunächst Wasser in den Innenraum der Maschine
eingelassen und umgewälzt, wobei das Wasser aufgeheizt wird. Nach einigen Minuten
wird das Dosierkästchen der Maschine geöffnet und setzt den Inhalt frei, der sich
im angewärmten Wasser auflöst. Es sind Mittel im Markt befindlich, die nicht über
das Dosierkästchen dosiert werden sollen oder können. Diese Mittel sind nicht zusammen
mit einem Vorspülgang einsetzbar, da im Vorspülgang zuviel des Mittels gelöst und
aus der Maschine abgepumpt wird - konfektioniert man das Mittel entsprechend schlechter
löslich, kann es zu Löslichkeitsproblemen im Hauptspülgang und damit zu verschlechterten
Reinigungsergebnissen kommen. Moderne Mittel, die auch in Verbindung mit einem Vorspolprogramm
einsetzbar sind, müssen daher nach wie vor über das Dosierkästchen dosierbar sein.
[0004] Auf der anderen Seite ist der Raum innerhalb des Dosierkästchens aufgrund von ökologischen
Überlegungen der Gerätehersteller bzw. einfach aus Platzgründen begrenzt. Der Trend
in den letzten Jahren ging daher zu einer zunehmenden Komprimierung der Inhaltsstoffe,
um möglichst viel Reinigungsmittel in den Hauptspülgang bringen zu können. Hochverdichtete
Reinigungsmitteltabletten haben daher im Bereich des maschinellen Geschirrspülens
in einigen Ländern bereits Marktanteile weit oberhalb von 80 % des gesamten Reinigermarktes.
[0005] Unterschieldlich geformte Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper geeignet zur Verwendung
in automatische Geschirrspülgeräten sind aus dem Stand der Technik bekannt siche zB.
WO0053715A, US5962387A, WO0198448A, US6576599B und US6589925B.
[0006] Aus ästhetischen Gründen und zur Visualisierung von Produktvorteilen werden neuerdings
neben der Tablette andere Formkörper angeboten, weiche zum Teil mehrere Phasen aufweisen.
Hier sind beispielsweise Beutel aus wasserlöslichen Materialien zu nennen, welche
verdickte flüssige
[0007] Reinigungsmittelzusammensetzungen in Verbindung mit groben partikulären Anteilen
enthalten. In der Patentliteratur werden mit noch mehr Aufwand hergestellte Formkörper
aus wasserlöslichen Polymeren beschrieben, welche durch Spritzguß, Blasformen, Tiefziehen
usw. hergestellt und anschließend mit flüssigen, pulverförmigen, granularen oder tablettierten
Reinigungsmitteln befüllt werden.
[0008] Der Nachteil dieser Angebotsformen liegt darin, daß ihre Dichte deutlich geringer
ist als die von Reinigungsmitteltabletten. Während übliche Reinigungsmitteltabletten
für das maschinelle Geschirrspülen Dichten deutlich oberhalb von 1 gcm
-3 aufweisen (beispielsweise ca. 1,25 gcm
-3), liegt die Dichte der genannten Zusammensetzungen in wasserlöslichen Behältnissen
deutlich unterhalb von 1 gcm
-3. Dies führt dazu, daß die entsprechenden Formkörper bei gleichem Volumen weniger
Reinigungsmittel beinhalten, welches für die Reinigungsleistung zur Verfügung steht.
Bei gegebenem Volumen des Dosierkästchens weisen solche Produkte gegenüber Tabletten
daher meist ein deutliches Leistungsdefizit auf.
[0009] Verschärft wird diese Problematik noch dadurch, daß ein Produkt in den unterschiedlichsten
Geschirrspülmaschinen einsetzbar sein muß. Da die Form der Dosierkästchen nicht normiert
ist, hat jeder Hersteller von Geschirrspülmaschinen ein eigenes Konzept, welches sich
hinsichtlich Form und Inhalt von dem anderer Herstteller unterscheidet. Da die Lebensdauer
von Geschirrspülmaschinen zudem je nach Auslastung durchaus mehrere Jahrzehnte betragen
kann und sich auch die Dosierkammern eines Herstellers von Modell zu Modell bzw. von
Modelljahr zu Modelljahr unterscheiden können, muß oft der "kleinste gemeinsame Nenner"
gesucht werden, um sicher zu stellen, daß ein Reinigungsmittel in die Dosierkammern
der wichtigsten Geräte des jeweiligen Marktes paßt.
[0010] Insbesondere im Hinblick auf die Verringerung der Dichte bei optisch reizvollen neuartigen
Angebotsformen ist daher eine möglichst hohe Raumausnutzung erwünscht, ohne daß dabei
die vorstehend genannten Probleme der mangelnden Einsetzbarkeit in die Dosierkammern
generiert werden.
[0011] Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine raumoptimierte Angebotsform
für Wasch- oder Reinigungsmittel bereitzustellen, welche ein möglichst großes Volumen
besitzt und gleichzeitig in möglichst viele Dosierkammern der auf dem europäischen
Markt befindlichen Geschirrspülmaschinen einsetzbar ist.
[0012] Es wurde nun gefunden, daß Formkörper, welche ein möglichst hohes Volumen und eine
Paßgenauigkeit in möglichst viele Dosierkammern vereinen, mindestens eine über mindestens
die Hälfte ihrer Höhe nicht vertikale Begrenzungsfläche aufweisen.
[0013] Gegenstand der vorliegenden Anmeldung sind in einer ersten Ausführungsform Wasch-
oder Reinigungsmittelformkörper, dadurch gekennzeichnet, daß er mindestens zwei seitliche
Begrenzungsflächen aufweist, von denen mindestens eine über mindestens die Hälfte
ihrer Höhe nicht vertikal ist.
[0014] Der Begriff "Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper" kennzeichnet im Rahmen der vorliegenden
Erfindung einen Festkörper, der wasch- oder reinigungsaktive Substanzen enthält. Dieser
Festkörper kann beispielsweise eine Tablette sein, was den Vorteil einer hohen Dichte
mit sich bringt. Formkörper im Sinne der vorliegenden Erfindung sind aber auch Körper,
welche eine Umhüllung aufweisen, die beispielsweise pulverförmige oder flüssige Aktivsubstanzen
beinhaltet. Diese Umhüllung muß dabei - gegebenenfalls erst in Verbindung mit den
von ihr umschlossenen Aktivsubstanzen - so formstabil sein, daß sich die erfindungsgemäße
Form verwirklichen läßt. Schlauchbeutel, welche sich unter ihrem Eigengewicht verformen,
sind daher erfindungsgemäß nicht geeignet. Der Begriff "Formkörper" schließt daher
im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Eigen-Formstabilität des Körpers ein, so
daß der Körper nur durch äußere Einflüsse, die über die normale Handhabung bei der
Herstellung, Verpackung und Handhabung hinausgehen, verformt wird.
[0015] Die Gestalt der erfindungsgemäßen Formkörper ist so gewählt, daß sie mindestens zwei
seitliche Begrenzungsflächen aufweisen. Der Begriff "seitliche Begrenzungsfläche"
kennzeichnet dabei die Fläche, welche die horizontalen Begrenzungsflächen des Formkörpers
(kurz: Ober- und Unterseite) miteinander verbindet. Eine herkömmliche zylinderförmige
Tablette weist demnach zwei horizontale Begrenzungsflächen (die kreisförmige Ober-
und Unterseite) sowie eine seitliche Begrenzungsfläche (den Zylindermantel) auf. Mindestens
zwei seitliche Begrenzungsflächen lassen sich beispielsweise dadurch erreichen, daß
eine zylinderförmige Tablette senkrecht in zwei Hälften geteilt wird. Die resultierenden
Körper haben wiederum zwei horizontale Begrenzungsflächen (die halbkreisförmige Ober-
und Unterseite) sowie zwei seitliche Begrenzungsflächen (einen halbkreisförmigen Zylindermantel
sowie eine senkrechte, in der Aufsicht rechteckige Seitenfläche). Um in diesem Beispiel
zu einem erfindungsgemäßen Formkörper zu gelangen, müßte die zylinderförmige Tablette
schräg durchteilt werden, d.h. die Schnittebene wäre von der Vertikalen abweichend.
Hierdurch wird die in der Aufsicht rechteckige Seitenfläche gegenüber dem Lot auf
die Horizontale verkippt und ist demnach nicht mehr vertikal.
[0016] Es ist erfindungsgemäß nicht vonnöten, daß die gesamte Begrenzungsfläche nicht vertikal
ist. Vielmehr führen bestimmte vertikale Anteile nicht aus den erfindungsgemäßen Vorteilen
hinaus. Im oben genannten Beispiel könnte daher eine "Halbscheibe" aus dem vertikal
durchteilten Zylinder auf den erfindungsgemäß schräg durchteilten Zylinder gesetzt
werden. Wenn beide Zylinder vorher die gleiche Höhe aufweisen, ist exakt die Hälfte
der seitlichen Begrenzungsfläche vertikal, während die andere Hälfte nicht vertikal
ist. Die Höhe der seitlichen Begrenzungsfläche ist folglich der Abstand zwischen Ober-
und Unterseite und damit gleich der Höhe des Formkörpers. Diese Höhe ist unabhängig
von der Neigung der seitlichen Begrenzungsfläche gegenüber der Vertikalen: Während
die Länge der Strecke, die man von der Unter- zur Oberseite auf der seitlichen Begrenzungsfläche
zurücklegen muß, mit kleiner werdendem Winkel zwischen Horizontaler und der Seitenfläche
steigt, bleibt die Höhe gleich. Die vertikalen bzw. nicht-vertikalen Anteile der Höhe
lassen sich durch Lotbildung auf die Vertikale (Höhe) und Bestimmen des jeweiligen
Anteils an der Gesamt-Höhe ermitteln. Selbstverständlich ist es erfindungsgemäß möglich,
eine Seitenfläche so auszugestalten, daß sie zunächst einen vertikalen Anteil aufweist,
dann einen nicht-vertikalen Anteil, der wiederum in einen vertikalen Anteil mündet.
Dies kann bei Tabletten herstellungs- und stabilitätsbedingt sogar deutlich bevorzugt
sein.
[0017] Erfindungsgemäß bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper sind dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine seitliche Begrenzungsfläche über mindestens 60%, vorzugsweise
über mindestens 70%, besonders bevorzugt Ober mindestens 75% und insbesondere über
mindestens 80% ihrer Höhe nicht vertikal ist.
[0018] Die mindestens eine nicht-vertikale seitliche Begrenzungsfläche schließt mit der
Horizontalen einen Winkel α ein. Je nachdem, ob die nicht-vertikale seitliche Begrenzungsfläche
nach "innen" (d.h. der Formkörper verjüngt sich nach oben) oder nach "außen" (d.h.
der Formkörper wird nach oben hin breiter) kippt, liegt dieser Winkel oberhalb bzw.
unterhalb von 90°. Da der Formkörper durch einfaches Umdrehen, d.h. Vertauschen von
Ober- und Unterseite, den jeweilig anderen Winkel bilden kann, werden im Rahmen der
vorliegenden Anmeldung die Winkel angegeben, welche unter 90° liegen. Erfindungsgemäß
bevorzugt ist eine nicht-vertikale Begrenzungsfläche, welche mit der Horizontalen
einen Winkel einschließt, der um mindestens ca. 5 - 10° vom rechten Winkel abweicht.
Besonders bevorzugte erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper sind
dadurch gekennzeichnet, daß eine seitliche Begrenzungsfläche über mindestens die Hälfte
ihrer Höhe nicht vertikal ist und mit der Horizontalen einen Winkel von 30° bis 80°,
vorzugsweise von 35° bis 75°, besonders bevorzugt von 40° bis 70° und insbesondere
von 50° bis 60° einschließt.
[0019] Bevorzugte Werte für den Winkel α sind beispielsweise 40°, 41°, 42°, 43°, 44°, 45°,
46°, 47°, 48°, 49°, 50°, 51°, 52°, 53°, 54°, 55°, 56°, 57°, 58°, 59°, 60°, 61°, 62°,
63°, 64° oder 65°. Besonders bevorzugt sind dabei Werte von 48°, 49°, 50°, 51°, 52°,
53°, 54°, 55°, 56°, 57°, 58°, 59°, 60°, 61°, 62° bzw. nicht-ganzzahligen Werten zwischen
diesen ganzzahligen Werten.
[0020] Je nach der Form der horizontalen Begrenzungsflächen kann die Form und Anzahl der
Seitenflächen der erfindungsgemäßen Formkörper variieren. Es ist selbstverständlich
auch möglich, daß die obere und untere horizontale Begrenzungsfläche unterschiedliche
Grundformen aufweisen. Im Hinblick auf die Zielsetzung der vorliegenden Erfindung,
eine möglichst hohe Raumausnutzung zu realisieren, sind allerdings rechteckige horizontale
Begrenzungsflächen bevorzugt. Diese können aus ästhetischen und/oder mechanischen
Gründen durchaus abgerundete Ecken aufweisen. Die Rundungen können wiederum von Kreisabschnitten
abgeleitet werden, deren Radien vorzugsweise zwischen 5 und 15 % der Höhe des Formkörpers
liegen können. Bei zwei rechteckigen horizontalen Begrenzungsflächen ergeben sich
vier seitliche Begrenzungsflächen. Ist mindestens eine davon erfindungsgemäß über
mindestens die Hälfte ihrer Höhe nicht vertikal, so ergibt sich zwingend, daß die
Unterseite der erfindungsgemäßen Formkörper kleiner ist als die Oberseite.
[0021] Bei den bevorzugten erfindungsgemäßen Formkörpern mit rechteckigen horizontalen Begrenzungs-flächen
kann nur eine seitliche Begrenzungsfläche über mindestens die Hälfte ihrer Höhe nicht
vertikal sein. In diesem Fall haben die beiden horizontalen Begrenzungsflächen beispielsweise
die gleiche Länge ℓ, aber unterschiedliche Breiten b. Sind zwei seitliche Begrenzungsflächen
über mindestens die Hälfte ihrer Höhe nicht vertikal, so können diese nicht-vertikalen
Seitenflächen gegenüberliegen, so daß wiederum die beiden horizontalen Begrenzungsflächen
beispielsweise die gleiche Länge ℓ, aber unterschiedliche Breiten b aufweisen. Berühren
sich die beiden nicht-vertikalen Seitenflächen, d.h. stehen sie "über Eck", so haben
die beiden horizontalen Begrenzungsflächen sowohl unterschiedliche Längen ℓ, als auch
unterschiedliche Breiten b.
[0022] Zusammenfassend sind bevorzugte erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper
dadurch gekennzeichnet, daß sie vier seitliche Begrenzungsflächen aufweisen, von denen
eine über mindestens die Hälfte ihrer Höhe nicht vertikal ist, wobei erfindungsgemäße
Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper besonders bevorzugt sind, die von zwei horizontalen
Flächen mit rechteckigem Querschnitt begrenzt werden, die die gleiche Länge ℓ und
eine unterschiedliche Breite b aufweisen.
[0023] Wie bereits vorstehend erwähnt, können aus Gründen der mechanischen Stabilität bzw.
der Ästhetik die Ecken der erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper
abgerundet sein. Auch können Kanten eine Fase aufweisen, d.h. abgeschrägt sein. Vorzugsweise
beträgt der Radius einer Eckenabschrägung maximal 1/10 der Länge der kürzesten Seite,
die an die Ecke grenzt. Bei Kanten mit Fase beträgt die Breite der Fase vorzugsweise
maximal 1/10 der Breite der schmaleren an diese Kante stoßenden Seite. Zusammenfassend
sind erfindungsgemäße Wasch-oder Reinigungsmittelformkörper bevorzugt, bei denen die
Ecken des Formkörpers abgerundet sind. Besonders bevorzugt sind weiterhin Wasch- oder
Reinigungsmittelformkörper, die dadurch gekennzeichnet sind, daß die Kanten des Formkörpers
eine Fase aufweisen.
[0024] Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper weisen vorzugsweise
eine Höhe von 10 bis 30 mm auf. Besonders bevorzugte erfindungsgemäße Wasch- oder
Reinigungsmittelformkörper besitzen beispielsweise Höhen von 12, 13, 14, 15, 16, 17,
18, 19, 20, 21, 22, 23 oder 24 mm bzw. Werte zwischen diesen ganzzahligen Werten.
Die Länge der erfindungsgemäßen Formkörper liegt vorzugsweise zwischen 25 und 60 mm,
besonders bevorzugt zwischen 30 und 55 mm, insbesondere zwischen 30 und 55 mm. Beispielhaft
seien hier besonders bevorzugte Längen von 32 mm, 33 mm, 34 mm, 35 mm, 36 mm, 37 mm,
38 mm, 39 mm, 40 mm, 41 mm oder 42 mm genannt, wobei die Werte auch zwischen diesen
ganzzahligen Werten liegen können.
[0025] Die maximale Breite der erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper,
d.h. die Breite der größeren horizontalen Begrenzungsfläche beträgt vorzugsweise 20
bis 60 mm, besonders bevorzugt 25 bis 50 mm. Beispielhaft seien hier besonders bevorzugte
Breiten von 30mm, 31 mm, 32 mm, 33 mm, 34 mm, 35 mm, 36 mm, 37 mm, 38 mm, 39 mm, 40
mm, 41 mm oder 42 mm genannt, wobei die Werte auch zwischen diesen ganzzahligen Werten
liegen können.
[0026] Die Zeichnungen zeigen beispielhaft Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Formkörper.
Dabei zeigt Figur 1 einen erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper,
der zwei rechteckige horizontale Begrenzungsflächen aufweist, die die Länge ℓ und
die Breite b
oben bzw. b
unten aufweisen. Die beiden Flächen befinden sich im Abstand h, entsprechend der Höhe des
Formkörpers voneinander. Erfindungsgemäß ist eine seitliche Begrenzungsfläche so ausgebildet,
daß sie über mindestens die Hälfte ihrer Höhe (hier: über die gesamte Höhe) nicht
vertikal ist. Diese seitliche Begrenzungsfläche schließt mit der Horizontalen einen
Winkel α ein.
[0027] In der nachstehenden Tabelle sind besonders bevorzugte erfindungsgemäße Formkörper,
die sich durch Figur 1 darstellen lassen, mit ihren Werten Länge ℓ, Breite b
oben bzw. b
unten sowie Höhe h und Winkel α aufgeführt:
| α [°] |
h [mm] |
ℓ[mm] |
bunten [mm] |
boben [mm] |
| 48 |
14 |
36 |
21 |
34 |
| 48 |
14 |
37 |
21 |
34 |
| 48 |
14 |
38 |
21 |
34 |
| 48 |
14 |
39 |
21 |
34 |
| 48 |
14 |
40 |
21 |
34 |
| 48 |
14 |
41 |
21 |
34 |
| 49 |
14 |
36 |
21 |
34 |
| 49 |
14 |
37 |
21 |
34 |
| 49 |
14 |
38 |
21 |
34 |
| 49 |
14 |
39 |
21 |
34 |
| 49 |
14 |
40 |
21 |
34 |
| 49 |
14 |
41 |
21 |
34 |
| 50 |
14 |
36 |
21 |
34 |
| 50 |
14 |
37 |
21 |
34 |
| 50 |
14 |
38 |
21 |
34 |
| 50 |
14 |
39 |
21 |
34 |
| 50 |
14 |
40 |
21 |
34 |
| 50 |
14 |
41 |
21 |
34 |
| 51 |
14 |
36 |
21 |
34 |
| 51 |
14 |
37 |
21 |
34 |
| 51 |
14 |
38 |
21 |
34 |
| 51 |
14 |
39 |
21 |
34 |
| 51 |
14 |
40 |
21 |
34 |
| 51 |
14 |
41 |
21 |
34 |
| 52 |
14 |
36 |
21 |
34 |
| 52 |
14 |
37 |
21 |
34 |
| 52 |
14 |
38 |
21 |
34 |
| 52 |
14 |
39 |
21 |
34 |
| 52 |
14 |
40 |
21 |
34 |
| 52 |
14 |
41 |
21 |
34 |
| 48 |
15 |
36 |
21 |
34 |
| 48 |
15 |
37 |
21 |
34 |
| 48 |
15 |
38 |
21 |
34 |
| 48 |
15 |
39 |
21 |
34 |
| 48 |
15 |
40 |
21 |
34 |
| 48 |
15 |
41 |
21 |
34 |
| 49 |
15 |
36 |
21 |
34 |
| 49 |
15 |
37 |
21 |
34 |
| 49 |
15 |
38 |
21 |
34 |
| 49 |
15 |
39 |
21 |
34 |
| 49 |
15 |
40 |
21 |
34 |
| 49 |
15 |
41 |
21 |
34 |
| 50 |
15 |
36 |
21 |
34 |
| 50 |
15 |
37 |
21 |
34 |
| 50 |
15 |
38 |
21 |
34 |
| 50 |
15 |
39 |
21 |
34 |
| 50 |
15 |
40 |
21 |
34 |
| 50 |
15 |
41 |
21 |
34 |
| 51 |
15 |
36 |
21 |
34 |
| 51 |
15 |
37 |
21 |
34 |
| 51 |
15 |
38 |
21 |
34 |
| 51 |
15 |
39 |
21 |
34 |
| 51 |
15 |
40 |
21 |
34 |
| 51 |
15 |
41 |
21 |
34 |
| 52 |
15 |
36 |
21 |
34 |
| 52 |
15 |
37 |
21 |
34 |
| 52 |
15 |
38 |
21 |
34 |
| 52 |
15 |
39 |
21 |
34 |
| 52 |
15 |
40 |
21 |
34 |
| 52 |
15 |
41 |
21 |
34 |
| 48 |
16 |
36 |
21 |
34 |
| 48 |
16 |
37 |
21 |
34 |
| 48 |
16 |
38 |
21 |
34 |
| 48 |
16 |
39 |
21 |
34 |
| 48 |
16 |
40 |
21 |
34 |
| 48 |
16 |
41 |
21 |
34 |
| 49 |
16 |
36 |
21 |
34 |
| 49 |
16 |
37 |
21 |
34 |
| 49 |
16 |
38 |
21 |
34 |
| 49 |
16 |
39 |
21 |
34 |
| 49 |
16 |
40 |
21 |
34 |
| 49 |
16 |
41 |
21 |
34 |
| 50 |
16 |
36 |
21 |
34 |
| 50 |
16 |
37 |
21 |
34 |
| 50 |
16 |
38 |
21 |
34 |
| 50 |
16 |
39 |
21 |
34 |
| 50 |
16 |
40 |
21 |
34 |
| 50 |
16 |
41 |
21 |
34 |
| 51 |
16 |
36 |
21 |
34 |
| 51 |
16 |
37 |
21 |
34 |
| 51 |
16 |
38 |
21 |
34 |
| 51 |
16 |
39 |
21 |
34 |
| 51 |
16 |
40 |
21 |
34 |
| 51 |
16 |
41 |
21 |
34 |
| 52 |
16 |
36 |
21 |
34 |
| 52 |
16 |
37 |
21 |
34 |
| 52 |
16 |
38 |
21 |
34 |
| 52 |
16 |
39 |
21 |
34 |
| 52 |
16 |
40 |
21 |
34 |
| 52 |
16 |
41 |
21 |
34 |
| 48 |
17 |
36 |
21 |
34 |
| 48 |
17 |
37 |
21 |
34 |
| 48 |
17 |
38 |
21 |
34 |
| 48 |
17 |
39 |
21 |
34 |
| 48 |
17 |
40 |
21 |
34 |
| 48 |
17 |
41 |
21 |
34 |
| 49 |
17 |
36 |
21 |
34 |
| 49 |
17 |
37 |
21 |
34 |
| 49 |
17 |
38 |
21 |
34 |
| 49 |
17 |
39 |
21 |
34 |
| 49 |
17 |
40 |
21 |
34 |
| 49 |
17 |
41 |
21 |
34 |
| 50 |
17 |
36 |
21 |
34 |
| 50 |
17 |
37 |
21 |
34 |
| 50 |
17 |
38 |
21 |
34 |
| 50 |
17 |
39 |
21 |
34 |
| 50 |
17 |
40 |
21 |
34 |
| 50 |
17 |
41 |
21 |
34 |
| 51 |
17 |
36 |
21 |
34 |
| 51 |
17 |
37 |
21 |
34 |
| 51 |
17 |
38 |
21 |
34 |
| 51 |
17 |
39 |
21 |
34 |
| 51 |
17 |
40 |
21 |
34 |
| 51 |
17 |
41 |
21 |
34 |
| 52 |
17 |
36 |
21 |
34 |
| 52 |
17 |
37 |
21 |
34 |
| 52 |
17 |
38 |
21 |
34 |
| 52 |
17 |
39 |
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[0028] Figur 2 zeigt einen erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper, der
zwei rechteckige horizontale Begrenzungsflächen aufweist, die die Länge ℓ und die
Breite b
oben bzw. b
unten aufweisen. Die beiden Flächen befinden sich im Abstand h, entsprechend der Höhe des
Formkörpers voneinander. Erfindungsgemäß ist eine seitliche Begrenzungsfläche so ausgebildet,
daß sie über mindestens die Hälfte ihrer Höhe nicht vertikal ist. Im Gegensatz zu
dem in Figur 1 dargestellten Formkörper ist die seitlich Begrenzungsfläche, die über
mindestens die Hälfte ihrer Höhe nicht vertikal ist, nicht über die gesamte Höhe nicht-vertikal.
Vielmehr existiert ein vertikaler Bereich der Teilhöhe x, welcher ein Viertel der
gesamten Höhe ausmacht, wodurch die seitliche Begrenzungsfläche über 75 % ihrer Höhe
nicht vertikal ist. Diese seitliche Begrenzungsfläche schließt mit der Horizontalen
einen Winkel α ein.
[0030] In Figur 2 ist die Teilhöhe x vertikal dargestellt, In bevorzugten Formkörpern ist
dieser Teilhöhenabschnitt allerdings abgerundet, besonders bevorzugt ein Teilkreis,
dessen Radius 2,5 bis 15 %, vorzugsweise 5 bis 12,5 % und insbesondere 6 bis 10 %
der Höhe h des Formkörpers beträgt. Ein solcher bevorzugter Formkörperr ist in Figur
3 dargestellt.
[0031] Die Herstellung des erfindungsgemäßen Formkörpers kann vorzugsweise aus Materialien
erfolgen, welche im Wasch- bzw. Reinigungsprozeß eine Funktion erfüllen, wobei die
Tablettierung von Aktivsubstanzgemischen eine herausragende Rolle einnimmt. Eine größere
Formvariabilität kann allerdings daraus resultieren, Materialien einzusetzen, welche
im Wasch- oder Reinigungsprozeß keine spezifische Funktion erfüllen. Hierbei haben
wasserlösliche oder -dispergierbare Polymere eine herausragende Bedeutung. Der Nachteil,
daß zusätzlicher "Ballast" eingesetzt wird, wird durch den Vorteil der größeren Variabilität
in Form und möglichen Inhaltsstoffen sowie durch einen hohen ästhetischen Anspruch
kompensiert.
[0032] Bevorzugte Varianten zur Herstellung der erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper
sind daher dadurch gekennzeichnet, daß die Herstellung das Verpressen eines teilchenförmigen
Vorgemischs zu einem verpreßten Teil umfaßt.
[0033] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sind Verfahren zur Herstellung erfindungsgemäßer
Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper, die dadurch gekennzeichnet sind, daß der Formkörper
durch Tiefziehen und/oder Gießen und/oder Spritzgießen und/oder Blasformen eines wasserlöslichen
oder-dispergierbaren Polymers oder Polymergemisches erfolgt.
[0034] Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper entsprechen insbesondere
dann der in Figur 2 dargestellten Form, wenn sie durch Tablettierung erhalten wurden.
Es ist verfahrenstechnisch schwierig, Formkörper der in Figur 1 gezeigten Art durch
Tablettierung herzustellen, da der Preßstempel Gefahr liefe, an der Kante, an der
die seitliche nicht-vertikale Begrenzungsfläche und die Oberseite aneinanderstoßen,
die Matrize der Tablettenpress zu berühren und dabei die Presse zu beschädigen.
[0035] Ein besonders bevorzugter erfindungsgemäßer Formkörper ist daher dadurch gekennzeichnet,
daß er eine Tablette ist.
[0036] Der Formkörper besitzt in bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
ein hohes spezifisches Gewicht. Wasch- und Reinigungsmittelformkörper, die dadurch
gekennzeichnet sind, daß sie eine Dichte oberhalb von 1000 kgm
-3, vorzugsweise oberhalb von 1025 kgm
-3, besonders bevorzugt oberhalb von 1050 kgm
-3 und insbesondere oberhalb von 1100 kgm
-3 aufweisen, sind erfindungsgemäß bevorzugt. Nachstehend wird das Verfahren der Tablettierung
erläutert:
[0037] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das zu Tabletten zu verpressende Vorgemisch
bestimmten physikalischen Kriterien genügt. Bevorzugte Verfahren sind beispielsweise
dadurch gekennzeichnet, daß das teilchenförmige Vorgemisch ein Schüttgewicht von mindestens
500 g/l, vorzugsweise mindestens 600 g/l und insbesondere mindestens 700 g/l aufweist.
[0038] Auch die Partikelgröße des verpreßten Vorgemischs genügt vorzugsweise bestimmten
Kriterien: Verfahren, bei denen das teilchenförmige Vorgemisch Teilchengrößen zwischen
100 und 2000 µm, vorzugsweise zwischen 200 und 1800 µm, besonders bevorzugt zwischen
400 und 1600 µm und insbesondere zwischen 600 und 1400µm, aufweist, sind erfindungsgemäß
bevorzugt. Eine weiter eingeengte Partikelgröße in den zu verpressenden Vorgemischen
kann zur Erlangung vorteilhafter Formkörpereigenschaften eingestellt werden. In bevorzugten
Tablettierverfahren weist das verpreßte teilchenförmige Vorgemisch eine Teilchengrößenverteilung
auf, bei der weniger als 10 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 7,5 Gew.-% und insbesondere
weniger als 5 Gew.-% der Teilchen größer als 1600 µm oder kleiner als 200 µm sind.
Hierbei sind engere Teilchengrößenverteilungen weiter bevorzugt. Besonders vorteilhafte
Verfahrensvarianten sind dabei dadurch gekennzeichnet, daß das verpreßte teilchenförmige
Vorgemisch eine Teilchengrößenverteilung aufweist, bei der mehr als 30 Gew.-%, vorzugsweise
mehr als 40 Gew.-% und insbesondere mehr als 50 Gew.-% der Teilchen eine Teilchengröße
zwischen 600 und 1000 µm aufweisen.
[0039] Bei der Durchführung der Tablettierung ist man nicht darauf beschränkt, daß lediglich
ein teilchenförmiges Vorgemisch zu einem Formkörper verpreßt wird. Vielmehr läßt sich
das Verfahren auch dahingehend erweitern, daß man in an sich bekannter Weise mehrschichtige
Formkörper herstellt, indem man zwei oder mehrere Vorgemische bereitet, die aufeinander
verpreßt werden. Hierbei wird das zuerst eingefüllte Vorgemisch leicht vorverpreßt,
um eine glatte und parallel zum Formkörperboden verlaufende Oberseite zu bekommen,
und nach Einfüllen des zweiten Vorgemischs zum fertigen Formkörper endverpreßt. Bei
drei- oder mehrschichtigen Formkörpern erfolgt nach jeder Vorgemisch-Zugabe eine weitere
Vorverpressung, bevor nach Zugabe des letzten Vorgemischs der Formkörper endverpreßt
wird.
[0040] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Formkörper erfolgt zunächst durch das trockene
Vermischen der Bestandteile, die ganz oder teilweise vorgranuliert sein können, und
anschließendes Informbringen, insbesondere Verpressen zu Tabletten, wobei auf herkömmliche
Verfahren zurückgegriffen werden kann. Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Formkörper
wird das Vorgemisch in einer sogenannten Matrize zwischen zwei Stempeln zu einem festen
Komprimat verdichtet. Dieser Vorgang, der im folgenden kurz als Tablettierung bezeichnet
wird, gliedert sich in vier Abschnitte: Dosierung, Verdichtung (elastische Verformung),
plastische Verformung und Ausstoßen.
[0041] Zunächst wird das Vorgemisch in die Matrize eingebracht, wobei die Füllmenge und
damit das Gewicht und die Form des entstehenden Formkörpers durch die Stellung des
unteren Stempels und die Form des Preßwerkzeugs bestimmt werden. Die gleichbleibende
Dosierung auch bei hohen Formkörperdurchsätzen wird vorzugsweise über eine volumetrische
Dosierung des Vorgemischs erreicht. Im weiteren Verlauf der Tablettierung berührt
der Oberstempel das Vorgemisch und senkt sich weiter in Richtung des Unterstempels
ab. Bei dieser Verdichtung werden die Partikel des Vorgemisches näher aneinander gedrückt,
wobei das Hohlraumvolumen innerhalb der Füllung zwischen den Stempeln kontinuierlich
abnimmt. Ab einer bestimmten Position des Oberstempels (und damit ab einem bestimmten
Druck auf das Vorgemisch) beginnt die plastische Verformung, bei der die Partikel
zusammenfließen und es zur Ausbildung des Formkörpers kommt. Je nach den physikalischen
Eigenschaften des Vorgemisches wird auch ein Teil der Vorgemischpartikel zerdrückt
und es kommt bei noch höheren Drücken zu einer Sinterung des Vorgemischs. Bei steigender
Preßgeschwindigkeit, also hohen Durchsatzmengen, wird die Phase der elastischen Verformung
immer weiter verkürzt, so daß die entstehenden Formkörper mehr oder minder große Hohlräume
aufweisen können. Im letzten Schritt der Tablettierung wird der fertige Formkörper
durch den Unterstempel aus der Matrize herausgedrückt und durch nachfolgende Transporteinrichtungen
wegbefördert. Zu diesem Zeitpunkt ist lediglich das Gewicht des Formkörpers endgültig
festgelegt, da die Preßlinge aufgrund physikalischer Prozesse (Rückdehnung, kristallographische
Effekte, Abkühlung etc.) ihre Form und Größe noch ändern können.
[0042] Die Tablettierung erfolgt in handelsüblichen Tablettenpressen, die prinzipiell mit
Einfach- oder Zweifachstempeln ausgerüstet sein können. Im letzteren Fall wird nicht
nur der Oberstempel zum Druckaufbau verwendet, auch der Unterstempel bewegt sich während
des Preßvorgangs auf den Oberstempel zu, während der Oberstempel nach unten drückt.
Für kleine Produktionsmengen werden vorzugsweise Exzentertablettenpressen verwendet,
bei denen der oder die Stempel an einer Exzenterscheibe befestigt sind, die ihrerseits
an einer Achse mit einer bestimmten Umlaufgeschwindigkeit montiert ist. Die Bewegung
dieser Preßstempel ist mit der Arbeitsweise eines üblichen Viertaktmotors vergleichbar.
Die Verpressung kann mit je einem Ober- und Unterstempel erfolgen, es können aber
auch mehrere Stempel an einer Exzenterscheibe befestigt sein, wobei die Anzahl der
Matrizenbohrungen entsprechend erweitert ist. Die Durchsätze von Exzenterpressen variieren
ja nach Typ von einigen hundert bis maximal 3000 Tabletten pro Stunde.
[0043] Für größere Durchsätze wählt man Rundlauftablettenpressen, bei denen auf einem sogenannten
Matrizentisch eine größere Anzahl von Matrizen kreisförmig angeordnet ist. Die Zahl
der Matrizen variiert je nach Modell zwischen 6 und 55, wobei auch größere Matrizen
im Handel erhältlich sind. Jeder Matrize auf dem Matrizentisch ist ein Ober- und Unterstempel
zugeordnet, wobei wiederum der Preßdruck aktiv nur durch den Ober- bzw. Unterstempel,
aber auch durch beide Stempel aufgebaut werden kann. Der Matrizentisch und die Stempel
bewegen sich um eine gemeinsame senkrecht stehende Achse, wobei die Stempel mit Hilfe
schienenartiger Kurvenbahnen während des Umlaufs in die Positionen für Befüllung,
Verdichtung, plastische Verformung und Ausstoß gebracht werden. An den Stellen, an
denen eine besonders gravierende Anhebung bzw. Absenkung der Stempel erforderlich
ist (Befüllen, Verdichten, Ausstoßen), werden diese Kurvenbahnen durch zusätzliche
Niederdruckstücke, Niederzugschienen und Aushebebahnen unterstützt. Die Befüllung
der Matrize erfolgt über eine starr angeordnete Zufuhreinrichtung, den sogenannten
Füllschuh, der mit einem Vorratsbehälter für das Vorgemisch verbunden ist. Der Preßdruck
auf das Vorgemisch ist über die Preßwege für Ober- und Unterstempel individuell einstellbar,
wobei der Druckaufbau durch das Vorbeirollen der Stempelschaftköpfe an verstellbaren
Druckrollen geschieht.
[0044] Rundlaufpressen können zur Erhöhung des Durchsatzes auch mit zwei Füllschuhen versehen
werden, wobei zur Herstellung einer Tablette nur noch ein Halbkreis durchlaufen werden
muß. Zur Herstellung zwei- und mehrschichtiger Formkörper werden mehrere Füllschuhe
hintereinander angeordnet, ohne daß die leicht angepreßte erste Schicht vor der weiteren
Befüllung ausgestoßen wird. Durch geeignete Prozeßführung sind auf diese Weise auch
Mantel- und Punkttabletten herstellbar, die einen zwiebelschalenartigen Aufbau haben,
wobei im Falle der Punkttabletten die Oberseite des Kerns bzw. der Kernschichten nicht
überdeckt wird und somit sichtbar bleibt. Auch Rundlauftablettenpressen sind mit Einfach-
oder Mehrfachwerkzeugen ausrüstbar, so daß beispielsweise ein äußerer Kreis mit 50
und ein innerer Kreis mit 35 Bohrungen gleichzeitig zum Verpressen benutzt werden.
Die Durchsätze moderner Rundlauftablettenpressen betragen über eine Million Formkörper
pro Stunde.
[0045] Bei der Tablettierung mit Rundläuferpressen hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
die Tablettierung mit möglichst geringen Gewichtschwankungen der Tablette durchzuführen.
Auf diese Weise lassen sich auch die Härteschwankungen der Tablette reduzieren. Geringe
Gewichtschwankungen können auf folgende Weise erzielt werden:
- Verwendung von Kunststoffeinlagen mit geringen Dickentoleranzen
- Geringe Umdrehungszahl des Rotors
- Große Füllschuhe
- Abstimmung des Füllschuhflügeldrehzahl auf die Drehzahl des Rotors
- Füllschuh mit konstanter Pulverhöhe
- Entkopplung von Füllschuh und Pulvervorlage
[0046] Zur Verminderung von Stempelanbackungen bieten sich sämtliche aus der Technik bekannte
Antihaftbeschichtungen an. Besonders vorteilhaft sind Kunststoffbeschichtungen, Kunststoffeinlagen
oder Kunststoffstempel. Auch drehende Stempel haben sich als vorteilhaft erwiesen,
wobei nach Möglichkeit Ober- und Unterstempel drehbar ausgeführt sein sollten. Bei
drehenden Stempeln kann auf eine Kunststoffeinlage in der Regel verzichtet werden.
Hier sollten die Stempeloberflächen elektropoliert sein.
[0047] Es zeigte sich weiterhin, daß lange Preßzeiten vorteilhaft sind. Diese können mit
Druckschienen, mehreren Druckrollen oder geringen Rotordrehzahlen eingestellt werden.
Da die Härteschwankungen der Tablette durch die Schwankungen der Preßkräfte verursacht
werden, sollten Systeme angewendet werden, die die Preßkraft begrenzen. Hier können
elastische Stempel, pneumatische Kompensatoren oder federnde Elemente im Kraftweg
eingesetzt werden. Auch kann die Druckrolle federnd ausgeführt werden.
[0048] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Tablettierverfahren sind dadurch
gekennzeichnet, daß die Verpressung bei Preßdrücken von 0,01 bis 50 kNcm
-2, vorzugsweise von 0,1 bis 40 kNcm
-2 und insbesondere von 1 bis 25 kNcm
-2 erfolgt.
[0049] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignete Tablettiermaschinen sind beispielsweise
erhältlich bei den Firmen Apparatebau Holzwarth GbR, Asperg, Wilhelm Fette GmbH, Schwarzenbek,
Hofer GmbH, Weil, Horn & Noack Pharmatechnik GmbH, Worms, IMA Verpackungssysteme GmbH
Viersen, KILIAN, Köln, KOMAGE, Kell am See, KORSCH Pressen AG, Berlin, sowie Romaco
GmbH, Worms. Weitere Anbieter sind beispielsweise Dr. Herbert Pete, Wien (AU), Mapag
Maschinenbau AG, Bern (CH), BWI Manesty, Liverpool (GB), 1. Holand Ltd., Nottingham
(GB), Courtoy N.V., Halle (BE/LU) sowie Mediopharm Kamnik (SI). Besonders geeignet
ist beispielsweise die Hydraulische Doppeldruckpresse HPF 630 der Firma LAEIS, D.
Tablettierwerkzeuge sind beispielsweise von den Firmen Adams Tablettierwerkzeuge,
Dresden, Wilhelm Fett GmbH, Schwarzenbek, Klaus Hammer, Solingen, Herber % Söhne GmbH,
Hamburg, Hofer GmbH, Weil, Horn & Noack, Pharmatechnik GmbH, Worms, Ritter Pharamatechnik
GmbH, Hamburg, Romaco, GmbH, Worms und Notter Werkzeugbau, Tamm erhältlich. Weitere
Anbieter sind z.B. die Senss AG, Reinach (CH) und die Medicopharm, Kamnik (S1).
[0050] Alternativ dazu kann der erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper
auch auf andere Weise hergestellt werden, wobei die Herstellung eine entsprechend
geformten Umhüllung, die befüllt werden kann, eine herausragende Bedeutung hat. Demnach
sind Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper, die ein befülltes und verschlossenes
Tiefziehteil und/oder Spritzgußteil und/oder Blasformteil sind, eine weitere bevorzugte
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0051] Nachstehend wird die Herstellung erfindungsgemäßer Wasch- oder Reinigungsmittelformkörper
durch Tiefziehen und/oder Gießen und/oder Spritzgießen und/oder Blasformen eines wasserlöslichen
oder -dispergierbaren Polymers oder Polymergemisches erläutert:
[0052] Die Herstellung von befüllten oder unbefüllten Hohlkörpern durch formgebende Verarbeitung
erfolgt nach den in der kunststoffverarbeitenden Industrie üblichen Verfahren, wobei
insbesondere die Folienherstellung und -weiterverarbeitung, das Blasformen und das
Spritzgießen bevorzugt sind. Allen Verfahren ist gemeinsam, daß ein Kunststoffgranulat
mit Hilfe eines Extruders aufgeschmolzen und formgebenden Werkzeugen zugeführt wird.
[0053] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die den Extruder
verlassende Schmelze blasgeformt. Erfindungsgemäß geeignete Blasformverfahren umfassen
Extrusionsblasen, Coextrusionsblasen, Spritz-Streckblasen und Tauchblasen. Die Wandstärken
der Formkörper lassen sich mittels Blasformen bereichsweise unterschiedlich herstellen,
indem man die Wandstärken des Vorformlings, vorzugsweise entlang seiner vertikalen
Achse, entsprechend unterschiedlich dick, vorzugsweise durch Regulierung der Menge
an thermoplastischen Material, vorzugsweise mittels einer Stellspindel beim Ausbringen
des Vorformlings aus der Extruderdüse, ausbildet.
[0054] Den pulver- oder flüssigkeitsgefüllten Festkörper kann man mit Bereichen unterschiedlichen
äußeren Umfangs und gleichbleibender Wandstärke blasformen, indem man die Wandstärken
des Vorformlings, vorzugsweise entlang seiner vertikalen Achse, entsprechend unterschiedlich
dick, vorzugsweise durch Regulierung der Menge an thermoplastischen Material mittels
einer Stellspindel beim Ausbringen des Vorformlings aus der Extruderdüse, ausbildet.
[0055] Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche geometrische Ausgestaltungen des Formkörpers
mit und ohne Kompartimente blasformen. In einem einzigen Arbeitszyklus lassen sich
so Flaschen, Kugeln, Weihnachtsmänner, Osterhasen oder andere Figuren blasformen,
die mit Mittel gefüllt werden können.
[0056] Besonders vorteilhaft ist, daß sich der Formkörper beim Blasformen in der Blasform
prägen und/oder dekorieren lässt. Durch entsprechende Ausgestaltung der Blasform,
lässt sich ein Motiv spiegelbildlich auf den Formkörper übertragen. Auf diese Weise
lässt sich die Oberfläche des Formkörpers praktisch beliebig gestalten. Beispielsweise
lassen sich so auf dem Formkörper Informationen, wie Eichstriche, Anwendungshinweise,
Gefahrensymbole, Marken, Gewicht, Füllmenge, Verfallsdatum, Bilder usw. aufbringen.
[0057] Die Wändungen der mittels Blasformung hergestellten Hohlkörper weisen eine Wandstärke
von zwischen 0,05 - 5 mm, vorzugsweise von zwischen 0,06 - 2 mm, bevorzugt von zwischen
0,07 - 1,5 mm, weiter bevorzugt von zwischen 0,08 - 1,2 mm, noch bevorzugter von zwischen
0,09 - 1 mm und am meisten bevorzugt, von zwischen 0,1 - 0,6 mm, auf.
[0058] Die Befüll-Öffnung des Hohlkörpers nach dem Befüllen lässt sich flüssigkeitsdicht
verschließen, wobei es bevorzugt ist, bei der Blasformung entsprechende Ränder um
die Befüllöffnung vorzusehen..
[0059] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die
den Extruder verlassende Schmelze aus wasserlöslichem Polymerblend mittels eines Spritzgußverfahrens
formgebend verarbeitet. Das Spritzgießen erfolgt nach an sich bekannten Verfahrensweisen
bei hohen Drücken und Temperaturen mit den Schritten des Schließens der an den Extruder
zum Spritzgießen angeschlossenen Form, Einspritzen des Polymers bei hoher Temperatur
und hohem Druck, Erkalten des spritzgegossenen Formlings, Öffnen der Form und Entnehmen
des geformten Rohlings. Weitere optionale Schritte wie das Aufbringen von Trennmitteln,
das Entformen usw. sind dem Fachmann bekannt und können nach an sich bekannter Technologie
durchgeführt werden.
[0060] Die Vorteile der Verfahrensweise der Herstellung durch Spritzgießen liegen in der
ausgereiften Technologie dieser Verfahrensweise, der hohen Flexibilität in Bezug auf
die verwendbaren Materialien, der Möglichkeit, exakt gewünschte Wandstärken s des
Formlings bzw. formstabilen Hohlkörpers zu erhalten und der Möglichkeit, in einem
Schritt mit hoher Reproduzierbarkeit einen formstabilen Hohlkörper mit einer oder
mehreren integralen Kompartimentierungs-Einrichtung(en) herzustellen
[0061] In bevorzugten Verfahren wird bei einem bis zu 5000 bar, vorzugsweise zwischen 2
und 2500 bar, besonders bevorzugt zwischen 5 und 2000 bar, noch bevorzugter zwischen
10 und 1500 und insbesondere zwischen 100 und 1250 bar spritzgegossen.
[0062] Die Temperatur des Materials, das spritzgegossen werden soll, liegt vorzugsweise
oberhalb des Schmelz- bzw. Erweichungspunktes des Materials und hängt damit auch von
der Art und Zusammensetzung des Polymerblends ab. In bevorzugten erfindungsgemäßen
Verfahren wird bei Temperaturen zwischen 100 und 250°C, vorzugsweise zwischen 120
und 200 °C und insbesondere zwischen 140 und 180 °C, spritzgegossen.
[0063] Die Werkzeuge, die die Materialien aufnehmen, sind vorzugsweise vortemperiert und
weisen Temperaturen oberhalb Raumtemperatur auf, wobei Temperaturen zwischen 25 und
60°C und insbesondere von 35 bis 50°C bevorzugt sind.
[0064] Unabhängig vom eingesetzten Material für die Hohlkörper, aber abhängig von den gewünschten
Auflöseeigenschaften kann die Dicke der Wandung variiert werden. Dabei sollte die
Wandung einerseits so dünn gewählt werden, daß eine zügige Auflösung bzw. Desintegration
erreicht wird und die Inhaltsstoffe zügig in die Anwendungsflotte freigesetzt werden,
doch ist auch eine gewisse Mindestdicke erforderlich, um der Hohlform die gewünschte
Stabilität, insbesondere Formstabilität, zu verleihen.
[0065] Bevorzugte Wandstärken spritzgegossener Formkörper liegen im Bereich von 100 bis
5000 µm, vorzugsweise von 200 bis 3000 µm, besonders bevorzugt von 300 bis 2000 µm
und insbesondere von 500 bis 1500 µm.
[0066] Regelmäßig weist der durch Spritzgießen hergestellte Formkörper nicht auf allen Seiten
geschlossene Wände auf und ist auf mindestens einer seiner Seiten herstellungsbedingt
offen. Durch die verbliebene Öffnung wird/werden in das/die im Innern des Formkörpers
gebildete(n) Kompartiment(e) eine oder mehrere Zubereitung(en) eingefüllt. Dies geschieht
ebenfalls auf an sich bekanntem Weg, beispielsweise im Rahmen von aus der Süßwarenindustrie
bekannten Herstellungsverfahren; denkbar sind auch in mehreren Schritten ablaufende
Verfahrensweisen. Eine einstufige Verfahrensweise ist insbesondere dann bevorzugt,
wenn neben festen Zubereitungen auch flüssige Komponenten umfassende Zubereitungen
(Dispersionen oder Emulsionen, Suspensionen) oder sogar gasförmige Komponenten umfassende
Zubereitungen (Schäume) in Formkörper eingebracht werden sollen.
[0067] Beim Tiefziehen wird eine Folie aus entsprechendem Material über eine Form, welche
Vertiefungen aufweist, gelegt, gegebenenfalls erwärmt und dann mittel Unterdruck in
die Vertiefung gezogen. Alternativ oder in Ergänzung hierzu kann die Folie durch Druckbeaufschlagung
von der Oberseite oder durch einen Stempel in die Form gedrückt werden. Bevorzugte
Wandstärken tiefgezogener Formkörper liegen im Bereich von 100 bis 5000 µm, vorzugsweise
von 200 bis 3000 µm, besonders bevorzugt von 300 bis 2000 µm und insbesondere von
500 bis 1500 µm.
[0068] Als Materialien für die Hohlkörper aus wasserlöslichen oder -dispergierbaren Polymeren
kommen sämtliche Polymere in Betracht, die auch für eine optional eingesetzte verschließende
Folie genutzt werden können. Diese werden nachstehend beschrieben.
[0069] Die als Folienmaterialien eingesetzten Polymere können aus einem einzelnen Material
oder einem Blend verschiedener Materialien bestehen. Bevorzugte Folienmaterialien
stammen aus der Gruppe (gegebenenfalls acetalisierter) Polyvinylalkohol (PVAL) und/oder
PVAL-Copolymere, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenoxid, Polyethylenglykol, Gelatine
und/oder Copolymere sowie deren Mischungen.
[0070] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Polyvinylalkohole besonders bevorzugt.
"Polyvinylalkohole" (Kurzzeichen PVAL, gelegentlich auch PVOH) ist dabei die Bezeichnung
für Polymere der allgemeinen Struktur

die in geringen Anteilen (ca. 2%) auch Struktureinheiten des Typs

enthalten.
[0071] Handelsübliche Polyvinylalkohole, die als weiß-gelbliche Pulver oder Granulate mit
Polymerisationsgraden im Bereich von ca. 100 bis 2500 (Molmassen von ca. 4000 bis
100.000 g/mol) angeboten werden, haben Hydrolysegrade von 98-99 bzw. 87-89 Mol-%,
enthalten also noch einen Restgehalt an Acetyl-Gruppen. Charakterisiert werden die
Polyvinylalkohole von Seiten der Hersteller durch Angabe des Polymerisationsgrades
des Ausgangspolymeren, des Hydrolysegrades, der Verseifungszahl bzw. der Lösungsviskosität.
[0072] Polyvinylalkohole sind abhängig vom Hydrolysegrad löslich in Wasser und wenigen stark
polaren organischen Lösungsmitteln (Formamid, Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid);
von (chlorierten) Kohlenwasserstoffen, Estern, Fetten und Ölen werden sie nicht angegriffen.
Polyvinylalkohole werden als toxikologisch unbedenklich eingestuft und sind biologisch
zumindest teilweise abbaubar. Die Wasserlöslichkeit kann man durch Nachbehandlung
mit Aldehyden (Acetalisierung), durch Komplexierung mit Ni- oder Cu-Salzen oder durch
Behandlung mit Dichromaten, Borsäure od. Borax verringern. Polyvinylalkohol ist weitgehend
undurchdringlich für Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Helium, Wasserstoff, Kohlendioxid,
läßt jedoch Wasserdampf hindurchtreten.
[0073] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Verfahren sind dadurch gekennzeichnet,
daß das Folienmaterial Polyvinylalkohole und/oder PVAL-Copolymere umfaßt, deren Hydrolysegrad
70 bis 100 Mol-%, vorzugsweise 80 bis 90 Mol-%, besonders bevorzugt 81 bis 89 Mol-%
und insbesondere 82 bis 88 Mol-% beträgt.
[0074] Vorzugsweise werden Polyvinylalkohole eines bestimmten Molekulargewichtsbereichs
eingesetzt, wobei erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt sind, bei denen die Folie Polyvinylalkohole
und/oder PVAL-Copolymere umfaßt, deren Molekulargewicht im Bereich von 3.500 bis 100.000
gmol
-1, vorzugsweise von 10.000 bis 90.000 gmol
-1, besonders bevorzugt von 12.000 bis 80.000 gmol
-1 und insbesondere von 13.000 bis 70.000 gmol
-1 liegt.
[0075] Der Polymerisationsgrad solcher bevorzugten Polyvinylalkohole liegt zwischen ungefähr
200 bis ungefähr 2100, vorzugsweise zwischen ungefähr 220 bis ungefähr 1890, besonders
bevorzugt zwischen ungefähr 240 bis ungefähr 1680 und insbesondere zwischen ungefähr
260 bis ungefähr 1500.
[0076] Erfindungsgemäß bevorzugte Verfahren sind dadurch gekennzeichnet, daß die Folie Polyvinylalkohole
und/oder PVAL-Copolymere umfaßt, deren durchschnittlicher Polymerisationsgrad zwischen
80 und 700, vorzugsweise zwischen 150 und 400, besonders bevorzugt zwischen 180 bis
300 liegt und/oder deren Molekulargewichtsverhältnis MG(50%) zu MG(90%) zwischen 0,3
und 1, vorzugsweise zwischen 0,4 und 0,8 und insbesondere zwischen 0,45 und 0,6 liegt.
[0077] Die vorstehend beschriebenen Polyvinylalkohole sind kommerziell breit verfügbar,
beispielsweise unter dem Warenzeichen Mowiol® (Clariant). Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung besonders geeignete Polyvinylalkohole sind beispielsweise Mowiol® 3-83,
Mowiol® 4-88, Mowiol® 5-88 sowie Mowiol® 8-88.
[0078] Weitere als Folienmaterialien besonders geeignete Polyvinylalkohole sind der nachstehenden
Tabelle zu entnehmen:
| Bezeichnung |
Hydrolysegrad [%] |
Molmasse [kDa] |
Schmelzpunkt [°C] |
| Airvol® 205 |
88 |
15-27 |
230 |
| Vinex® 2019 |
88 |
15-27 |
170 |
| Vinex® 2144 |
88 |
44-65 |
205 |
| Vinex® 1025 |
99 |
15-27 |
170 |
| Vinex® 2025 |
88 |
25-45 |
192 |
| Gohsefimer® 5407 |
30-28 |
23.600 |
100 |
| Gohsefimer® LL02 |
41-51 |
17.700 |
100 |
[0079] Weitere als Material für die Folie geeignete Polyvinylalkohole sind ELVANOL® 51-05,
52-22, 50-42, 85-82, 75-15, T-25, T-66, 90-50 (Warenzeichen der Du Pont), ALCOTEX®
72.5, 78, B72, F80/40, F88/4, F88/26, F88/40, F88/47 (Warenzeichen der Harlow Chemical
Co.), Gohsenol® NK-05, A-300, AH-22, C-500, GH-20, GL-03, GM-14L, KA-20, KA-500, KH-20,
KP-06, N-300, NH-26, NM11Q, KZ-06 (Warenzeichen der Nippon Gohsei K.K.). Auch geeignet
sind ERKOL-Typen von Wacker.
[0080] Eine weiter bevorzugte Gruppe wasserlöslicher Polymere, die erfindungsgemäß als Folienmaterial
dienen kann, sind die Polyvinylpyrrolidone. Diese werden beispielsweise unter der
Bezeichnung Luviskol® (BASF) vertrieben. Polyvinylpyrrolidone [Poly(1-vinyl-2-pyrrolidinone)],
Kurzzeichen PVP, sind Polymere der allg. Formel (A)

die durch radikalische Polymerisation von 1-Vinylpyrrolidon nach Verfahren der Lösungs-
oder Suspensionspolymerisation unter Einsatz von Radikalbildnern (Peroxide, Azo-Verbindungen)
als Initiatoren hergestellt werden. Die ionische Polymerisation des Monomeren liefert
nur Produkte mit niedrigen Molmassen. Handelsübliche Polyvinylpyrrolidone haben Molmassen
im Bereich von ca. 2500-750000 g/mol, die über die Angabe der K-Werte charakterisiert
werden und - K-Wertabhängig - Glasübergangstemperaturen von 130-175° besitzen. Sie
werden als weiße, hygroskopische Pulver oder als wäßrige. Lösungen angeboten. Polyvinylpyrrolidone
sind gut löslich in Wasser und einer Vielzahl von organischen Lösungsmitteln (Alkohole,
Ketone, Eisessig, Chlorkohlenwasserstoffe, Phenole u.a.).
[0081] Geeignet sind auch Copolymere des Vinylpyrrolidons mit anderen Monomeren, insbesondere
VinylpyrrolidonNinylester-Copolymere, wie sie beispielsweise unter dem Warenzeichen
Luviskol® (BASF) vertrieben werden. Luviskol® VA 64 und Luviskol® VA 73, jeweils Vinylpyrrolidon/Vinylacetat-Copolymere,
sind besonders bevorzugte nichtionische Polymere.
[0082] Die Vinylester-Polymere sind aus Vinylestern zugängliche Polymere mit der Gruppierung
der Formel (B)

als charakteristischem Grundbaustein der Makromoleküle. Von diesen haben die Vinylacetat-Polymere
(R = CH
3) mit Polyvinylacetaten als mit Abstand wichtigsten Vertretern die größte technische
Bedeutung.
Die Polymerisation der Vinylester erfolgt radikalisch nach unterschiedlichen Verfahren
(Lösungspolymerisation, Suspensionspolymerisation, Emulsionspolymerisation, Substanzpolymerisation.).
Copolymere von Vinylacetat mit Vinylpyrrolidon enthalten Monomereinheiten der Formeln
(A) und (B)
[0083] Weitere geeignete wasserlösliche Polymere sind die Polyethylenglykole (Polyethylenoxide),
die kurz als PEG bezeichnet werden. PEG sind Polymere des Ethylenglycols, die der
allgemeinen Formel (C)
H-(O-CH
2-CH
2)
n-OH (C)
genügen, wobei n Werte zwischen 5 und > 100.000 annehmen kann.
[0084] PEGs werden technisch hergestellt durch anionische Ringöffnungspolymerisation von
Ethylenoxid (Oxiran) meist in Gegenwart geringer Mengen Wasser. Sie haben je nach
Reaktionsführung Molmassen im Bereich von ca. 200-5 000 000 g/mol, entsprechend Polymerisationsgraden
von ca. 5 bis >100 000.
[0085] Die Produkte mit Molmassen < ca. 25 000 g/mol sind bei Raumtemperatur flüssig und
werden als eigentliche Polyethylenglycole, Kurzzeichen PEG, bezeichnet. Diese kurzkettigen
PEGs können insbesondere anderen wasserlöslichen Polymeren, z.B. Polyvinvlalkoholen
oder Celluloseethern als Weichmacher zugesetzt werden. Die erfindungsgemäß einsetzbaren,
bei Raumtemperatur festen Polyethylenglycole werden als Polyethylenoxide, Kurzzeichen
PEOX, bezeichnet. Hochmolekulare Polyethylenoxide besitzen eine äußerst niedrige Konzentration
an reaktiven Hydroxy-Endgruppen und zeigen daher nur noch schwache Glykol-Eigenschaften.
[0086] Weiter als Folienmaterial geeignet ist erfindungsgemäß auch Gelatine, wobei diese
vorzugsweise mit anderen Polymeren zusammen eingesetzt wird. Gelatine ist ein Polypeptid
(Molmasse: ca. 15.000 bis >250.000 g/mol), das vornehmlich durch Hydrolyse des in
Haut und Knochen von Tieren enthaltenen Kollagens unter sauren oder alkalischen Bedingungen
gewonnen wird. Die Aminosäuren-Zusammensetzung der Gelatine entspricht weitgehend
der des Kollagens, aus dem sie gewonnen wurde und variiert in Abhängigkeit von dessen
Provenienz. Die Verwendung von Gelatine als wasserlösliches Hüllmaterial ist insbesondere
in der Pharmazie in Form von Hart- oder Weichgelatinekapseln äußerst weit verbreitet.
In Form von Folien findet Gelatine wegen ihres im Vergleich zu den vorstehend genannten
Polymeren hohen Preises nur geringe Verwendung.
[0087] Weitere erfindungsgemäß als Folienmaterial geeignete wasserlösliche Polymere werden
nachstehend beschrieben:
- Celluloseether, wie Hydroxypropylcellulose, Hydroxyethylcellulose und Methylhydroxypropylcellulose,
wie sie beispielsweise unter den Warenzeichen Culminal® und Benecel® (AQUALON) vertrieben
werden.
Celluloseether lassen sich durch die allgemeine Formel (D) beschreiben,

in R für H oder einen Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Aryl- oder Alkylarylrest steht.
In bevorzugten Produkten steht mindestens ein R in Formel (III) für -CH2CH2CH2-OH oder -CH2CH2-OH. Celluloseether werden technisch durch Veretherung von Alkalicellulose (z.B. mit
Ethylenoxid) hergestellt. Celluloseether werden charakterisiert über den durchschnittlichen
Substitutionsgrad DS bzw. den molaren Substitutionsgrad MS, die angeben, wieviele
Hydroxy-Gruppen einer Anhydroglucose-Einheit der Cellulose mit dem Veretherungsreagens
reagiert haben bzw. wieviel mol des Veretherungsreagens im Durchschnitt an eine Anhydroglucose-Einheit
angelagert wurden. Hydroxyethylcellulosen sind ab einem DS von ca. 0,6 bzw. einem
MS von ca. 1 wasserlöslich. Handelsübliche Hydroxyethyl- bzw. Hydroxypropylcellulosen
haben Substitutionsgrade im Bereich von 0,85-1,35 (DS) bzw. 1,5-3 (MS). Hydroxyethyl-
und -propylcellulosen werden als gelblich-weiße, geruch- und geschmacklose Pulver
in stark unterschiedlichen Polymerisationsgraden vermarktet. Hydroxyethyl- und -propylcellulosen
sind in kaltem und heißem Wasser sowie in einigen (wasserhaltigen) organischen Lösungsmitteln
löslich, in den meisten (wasserfreien) organischen Lösungsmitteln dagegen unlöslich;
ihre wäßrigen Lösungen sind relativ unempfindlich gegenüber Änderungen des pH-Werts
oder Elektrolyt-Zusatz. Weitere erfindungsgemäß geeignete Polymere sind wasserlösliche
Amphopolymere. Unter dem Oberbegriff Ampho-Polymere sind amphotere Polymere, d.h.
Polymere, die im Molekül sowohl freie Aminogruppen als auch freie -COOH- oder SO3H-Gruppen enthalten und zur Ausbildung innerer Salze befähigt sind, zwitterionische
Polymere, die im Molekül quartäre Ammoniumgruppen und -COO-- oder -SO3- -Gruppen enthalten, und solche Polymere zusammengefaßt, die -COOH- oder SO3H-Gruppen und quartäre Ammoniumgruppen enthalten. Ein Beispiel für ein erfindungsgemäß
einsetzbares Amphopolymer ist das unter der Bezeichnung Amphomer® erhältliche Acrylharz,
das ein Copolymer aus tert.-Butylaminoethylmethacrylat, N-(1,1,3,3-Tetramethylbutyl)acrylamid
sowie zwei oder mehr Monomeren aus der Gruppe Acrylsäure, Methacrylsäure und deren
einfachen Estern darstellt. Ebenfalls bevorzugte Amphopolymere setzen sich aus ungesättigten
Carbonsäuren (z.B. Acryl- und Methacrylsäure), kationisch derivatisierten ungesättigten
Carbonsäuren (z.B. Acrylamidopropyl-trimethyl-ammoniumchlorid) und gegebenenfalls
weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren zusammen Terpolymere von Acrylsäure,
Methylacrylat und Methacrylamidopropyltriammoniumchlorid, wie sie unter der Bezeichnung
Merquat® 2001 N im Handel erhältlich sind, sind erfindungsgemäß besonders bevorzugte
Ampho-Polymere. Weitere geeignete amphotere Polymere sind beispielsweise die unter
den Bezeichnungen Amphomer® und Amphomer® LV-71 (DELFT NATIONAL) erhältlichen Octylacrylamid/Methylmethacrylat/tert.-Butylaminoethylmethacrylat/2-Hydroxypropylmethacrylat-Copolymere.
[0088] Erfindungsgemäß geeignete wasserlösliche anionische Polymere sind u. a.:
- Vinylacetat/Crotonsäure-Copolymere, wie sie beispielsweise unter den Bezeichnungen
Resyn® (NATIONAL STARCH), Luviset® (BASF) und Gafset® (GAF) im Handel sind. Diese
Polymere weisen neben Monomereinheiten der vorstehend genannten Formel (II) auch Monomereinheiten
der allgemeinen Formel (E) auf:
[-CH(CH3)-CH(COOH)-]n (E)
- Vinylpyrrolidon/Vinylacrylat-Copolymere, erhältlich beispielsweise unter dem Warenzeichen
Luviflex® (BASF). Ein bevorzugtes Polymer ist das unter der Bezeichnung Luviflex®
VBM-35 (BASF) erhältliche Vinylpyrrolidon/Acrylat-Terpolymere.
- Acrylsäure/Ethylacrylat/N-tert.Butylacrylamid-Terpolymere, die beispielsweise unter
der Bezeichnung Ultrahold® strong (BASF) vertrieben werden.
- Pfropfpolymere aus Vinylestern, Estern von Acrylsäure oder Methacrylsäure allein oder
im Gemisch, copolymerisiert mit Crotonsäure, Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Polyalkylenoxiden
und/oder Polykalkylenglycolen
Solche gepfropften Polymere von Vinylestern, Estern von Acrylsäure oder Methacrylsäure
allein oder im Gemisch mit anderen copolymerisierbaren Verbindungen auf Polyalkylenglycolen
werden durch Polymerisation in der Hitze in homogener Phase dadurch erhalten, daß
man die Polyalkylenglycole in die Monomeren der Vinylester, Ester von Acrylsäure oder
Methacrylsäure, in Gegenwart von Radikalbildner einrührt.
Als geeignete Vinylester haben sich beispielsweise Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat,
Vinylbenzoat und als Ester von Acrylsäure oder Methacrylsäure diejenigen, die mit
aliphatischen Alkoholen mit niedrigem Molekulargewicht, also insbesondere Ethanol,
Propanol, Isopropanol, 1-Butanol, 2-Butanol, 2-Methy-1-Propanol, 2-Methyl-2-Propanol,
1-Pentanol, 2-Pentanol, 3-Pentanol, 2,2-Dimethyl-1-Propanol, 3-Methyl-1-butanol; 3-Methyl-2-butanol,
2-Methyl-2-butanol, 2-Methyl-1-Butanol, 1-Hexanol, erhältlich sind, bewährt.
Polypropylenglycole (Kurzzeichen PPG) sind Polymere des Propylenglycols, die der allgemeinen
Formel (F)

genügen, wobei n Werte zwischen 1 (Propylenglycol) und mehreren tausend annehmen kann.
Technisch bedeutsam sind hier insbesondere Di-, Tri- und Tetrapropylenglycol, d.h.
die Vertreter mit n=2, 3 und 4 in Formel Vl.
Insbesondere können die auf Polyethylenglycole gepfropften Vinylacetatcopolymeren
und die auf Polyethylenglycole gepfropften Polymeren von Vinylacetat und Crotonsäure
eingesetzt werden.
- gepropfte und vernetzte Copolymere aus der Copolymerisation von
i) mindesten einem Monomeren vom nicht-ionischen Typ,
ii) mindestens einem Monomeren vom ionischen Typ,
iii) von Polyethylenglycol und
iv) einem Vernetzter
Das verwendete Polyethylenglycol weist ein Molekulargewicht zwischen 200 und mehreren
Millionen, vorzugsweise zwischen 300 und 30.000, auf.
Die nicht-ionischen Monomeren können von sehr unterschiedlichem Typ sein und unter
diesen sind folgende bevorzugt: Vinylacetat, Vinylstearat, Vinyllaurat, Vinylpropionat,
Allylstearat, Allyllaurat, Diethylmaleat, Allylacetat, Methylmethacrylat, Cetylvinylether,
Stearylvinylether und 1-Hexen.
Die nicht-ionischen Monomeren können gleichermaßen von sehr unterschiedlichen Typen
sein, wobei unter diesen besonders bevorzugt Crotonsäure, Allyloxyessigsäure, Vinylessigsäure,
Maleinsäure, Acrylsäure und Methacrylsäure in den Pfropfpolymeren enthalten sind.
Als Vernetzer werden vorzugsweise Ethylenglycoldimethacrylat, Diallylphthalat, ortho-,
meta-und para-Divinylbenzol, Tetraallyloxyethan und Polyallylsaccharosen mit 2 bis
5 Allylgruppen pro Molekül Saccharin.
Die vorstehend beschriebenen gepfropften und vernetzten Copoymere werden vorzugsweise
gebildet aus:
i) 5 bis 85 Gew.-% mindesten eine Monomeren vom nicht-ionischen Typ,
ii) 3 bis 80 Gew.-% mindestens eines Monomeren vom ionischen Typ,
iii) 2 bis 50 Gew.%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-% Polyethylenglycol und
iv) 0,1 bis 8 Gew.-% eines Vernetzers, wobei der Prozentsatz des Vernetzers durch
das Verhältnis der Gesamtgewichte von i), ii) und iii) ausgebildet ist.
- durch Copolymerisation mindestens eines Monomeren jeder der drei folgenden Gruppen
erhaltene Copolymere:
i) Ester ungesättigter Alkohole und kurzkettiger gesättigter Carbonsäuren und/oder
Ester kurzkettiger gesätigter Alkohole und ungesättigter Carbonsäuren,
ii) ungesättigte Carbonsäuren,
iii) Ester langkettiger Carbonsäuren und ungesättigter Alkohole und/oder Ester aus
den Carbonsäuren der Gruppe ii) mit gesättigten oder ungesättigten, geradkettigen
oder verzweigten C8-18-Alkohols
Unter kurzkettigen Carbonsäuren bzw. Alkoholen sind dabei solche mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen
zu verstehen, wobei die Kohlenstoffketten dieser Verbindungen gegebenenfalls durch
zweibindige Heterogruppen wie -O-, -NH-, -S- unterbrochen sein können.
- Terpolymere aus Crotonsäure, Vinylacetat und einem Allyl- oder Methallylester Diese
Terpolymere enthalten Monomereinheiten der allgemeinen Formeln (D) und (E) (siehe
oben) sowie Monomereinheiten aus einem oder mehreren Allyl- oder Methallylestern der
Formel (G):

worin R3 für -H oder -CH3, R2 für -CH3 oder -CH(CH3)2 und R1 für -CH3 oder einen gesättigten geradkettigen oder verzweigten C1-6-Alkylrest steht und die Summe der Kohlenstoffatome in den Resten R1 und R2 vorzugsweise 7, 6, 5, 4, 3 oder 2 ist.
Die vorstehend genannten Terpolymeren resultieren vorzugsweise aus der Copolymerisation
von 7 bis 12 Gew.-% Crotonsäure, 65 bis 86 Gew.-%, vorzugsweise 71 bis 83 Gew.-% Vinylacetat
und 8 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 17 Gew.-% Allyl- oder Methallylester der
Formel (G).
- Tetra- und Pentapolymere aus
i) Crotonsäure oder Allyloxyessigsäure
ii) Vinylacetat oder Vinylpropionat
iii) verzweigten Allyl- oder Methallylestern
iv) Vinylethern, Vinylestern oder geradkettigen Allyl- oder Methallylestern
- Crotonsäure-Copolymere mit einem oder mehreren Monomeren aus der Gruppe Ethylen, Vinylbenzol,
Vinylmethylether, Acrylamid und deren wasserlöslicher Salze
- Terpolymere aus Vinylacetat, Crotonsäure und Vinylestern einer gesättigten aliphatischen
in α-Stellung verzweigten Monocarbonsäure.
[0089] Weitere, bevorzugt erfindungsgemäß als Folienmaterial einsetzbare Polymere sind kationische
Polymere. Unter den kationischen Polymeren sind dabei die permanent kationischen Polymere
bevorzugt. Als "permanent kationisch" werden erfindungsgemäß solche Polymere bezeichnet,
die unabhängig vom pH-Wert eine kationische Gruppe aufweisen. Dies sind in der Regel
Polymere, die ein quartäres Stickstoffatom, beispielsweise in Form einer Ammoniumgruppe,
enthalten.
Bevorzugte kationische Polymere sind beispielsweise
[0090]
- quaternisierte Cellulose-Derivate, wie sie unter den Bezeichnungen Celquat® und Polymer
JR® im Handel erhältlich sind. Die Verbindungen Celquat® H 100, Celquat® L 200 und
Polymer JR® 400 sind bevorzugte quaternierte Cellulose-Derivate.
- Polysiloxane mit quaternären Gruppen, wie beispielsweise die im Handel erhältlichen
Produkte Q2-7224 (Hersteller: Dow Corning; ein stabilisiertes Trimethylsilylamodimethicon),
Dow Corning® 929 Emulsion (enthaltend ein hydroxyl-amino-modifiziertes Silicon, das
auch als Amodimethicone bezeichnet wird), SM-2059 (Hersteller: General Electric),
SLM-55067 (Hersteller: Wacker) sowie Abil® -Quat 3270 und 3272 (Hersteller: Th. Goldschmidt;
diquaternäre Polydime- thylsiloxane, Quaternium-80),
- Kationische Guar-Derivate, wie insbesondere die unter den Handelsnamen Cosmedia® Guar
und Jaguar® vertriebenen Produkte,
- Polymere Dimethyldiallylammoniumsalze und deren Copolymere mit Estern und Amiden von
Acrylsäure und Methacrylsäure. Die unter den Bezeichnungen Merquat® 100 (Poly(dimethyldiallylammoniumchlorid))
und Merquat® 550 (Dimethyldiallylammoniumchlorid-Acrylamid-Copolymer) im Handel erhältlichen
Produkte sind Beispiele für solche kationischen Polymere.
- Copolymere des Vinylpyrrolidons mit quaternierten Derivaten des Dialkylaminoacrylats
und -methacrylats, wie beispielsweise mit Diethylsulfat quaternierte Vinylpyrrolidon-Dimethylaminomethacrylat-Copolymere.
Solche Verbindungen sind unter den Bezeichnungen Gafquat® 734 und Gafquat® 755 im
Handel erhältlich.
- Vinylpyrrolidon-Methoimidazoliniumchlorid-Copolymere, wie sie unter der Bezeichnung
Luviquat® angeboten werden.
- quatemierter Polyvinylalkohol sowie die unter den Bezeichnungen
- Polyquaternium 2,
- Polyquaternium 17,
- Polyquaternium 18 und
- Polyquaternium 27 bekannten Polymeren mit quartären Stickstoffatomen in der Polymerhauptkette.
Die genannten Polymere sind dabei nach der sogenannten INCl-Nomenklatur bezeichnet,
wobei sich detaillierte Angaben im CTFA International Cosmetic Ingredient Dictionary
and Handbook, 5th Edition, The Cosmetic, Toiletry and Fragrance Association, Washington, 1997, finden,
auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird.
[0091] Erfindungsgemäß bevorzugte kationische Polymere sind quaternisierte Cellulose-Derivate
sowie polymere Dimethyldiallylammoniumsalze und deren Copolymere. Kationische Cellulose-Derivate,
insbesondere das Handelsprodukt Polymer® JR 400, sind ganz besonders bevorzugte kationische
Polymere.
[0092] Unabhängig davon, ob die erfindungsgemäßen Formkörper durch Tablettierung oder durch
andere Verfahren hergestellt werden, enthalten sie Aktivsubstanzen für einen Wasch-
oder Reinigungsprozeß. In dem Fall, in dem Tabletten die erfindungsgemäßen Formkörper
bilden, können schon verschiedene Aktivsubstanzen in den Tabletten enthalten sein.
Werden die erfindungsgemäßen Formkörper durch andere Verfahren hergestellt, ist es
zwar auch möglich, daß der Hohlkörper bereits Aktivsubstanz enthält (beispielsweise
Farbstoffe, Enzyme, optische Aufheller, Redispergiermittel, Komplexbildner etc., also
sogenannte Kleinkomponenten), die Hauptmenge der Aktivsubstanz wird sich allerdings
in der Füllung befinden.
[0093] Es folgt eine Darstellung der bevorzugten Inhaltsstoffe der erfindungsgemäßen Wasch-
oder Reinigungsmittelformkörper.
[0094] Besonders bevorzugt werden dabei wasch- und reinigungsaktive Substanzen aus der Gruppe
der Bleichmittel, Bleichaktivatoren, Polymere, Gerüststoffe, Tenside, Enzyme, Desintegrationshilfsmittel,
Elektrolyte, pH-Stellmittel, Duftstoffe, Parfümträger, Farbstoffe, Hydrotrope, Schauminhibitoren,
Antiredepositionsmittel, optischen Aufheller, Vergrauungsinhibitoren, Einlaufverhinderer,
Knitterschutzmittel, Farbübertragungs-inhibitoren, antimikrobiellen Wirkstoffe, Germizide,
Fungizide, Antioxidantien, Korrosionsinhibitoren, Antistatika, Phobier- und Imprägniermittel,
Quell- und Schiebefestmittel, nichtwässrigen Lösungsmittel, Weichspüler, Proteinhydrolysate
sowie UV-Absorber eingesetzt.
[0095] Als wichtige Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln können in den erfindungsgemäßen
Mitteln neben anderen Bestandteilen Bleichmittel und Bleichkaktivatoren enthalten
sein. Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumpercarbonat sowie Natriumperborattetrahydrat
und das Natriumperboratmonohydrat besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel
sind beispielsweise Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Reinigungsmittelformkörper für das
maschinelle Geschirrspülen können auch Bleichmittel aus der Gruppe der organischen
Bleichmittel enthalten. Typische organische Bleichmittel sind die Diacylperoxide,
wie z.B. Dibenzoylperoxid. Weitere typische organische Bleichmittel sind die Peroxysäuren,
wobei als Beispiele besonders die Alkylperoxysäuren und die Arylperoxysäuren genannt
werden. Bevorzugte Vertreter sind (a) die Peroxybenzoesäure und ihre ringsubstituierten
Derivate, wie Alkylperoxybenzoesäuren, aber auch Peroxy-α-Naphtoesäure und Magnesiummonoperphthalat,
(b) die aliphatischen oder substituiert aliphatischen Peroxysäuren, wie Peroxylaurinsäure,
Peroxystearinsäure, ε-Phthalimidoperoxycapronsäure [Phthaloiminoperoxyhexansäure (PAP)],
o-Carboxybenzamidoperoxycapronsäure, N-nonenylamidoperadipinsäure und N-nonenylamidopersuccinate,
und (c) aliphatische und araliphatische Peroxydicarbonsäuren, wie 1,12-Diperoxycarbonsäure,
1,9-Diperoxyazelainsäure, Diperoxysebacinsäure, Diperoxybrassylsäure, die Diperoxyphthalsäuren,
2-Decyldiperoxybutan-1,4-disäure, N,N-Terephthaloyl-di(6-aminopercapronsäure) können
eingesetzt werden.
[0096] Werden die erfindungsgemäßen Mittel als maschinelle Geschirrspülmittel eingesetzt,
so können diese Bleichaktivatoren enthalten, um beim Reinigen bei Temperaturen von
60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung zu erreichen. Als Bleichaktivatoren
können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische Peroxocarbonsäuren
mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls
substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet sind Substanzen,
die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls substituierte
Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere
Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin
(DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide,
insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere
n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride,
insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin,
Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran.
[0097] Weitere im Rahmen der vorliegenden Anmeldung bevorzugt eingesetzte Bleichaktivatoren
sind Verbindungen aus der Gruppe der kationischen Nitrile, insebsondere kationische
Nitril der Formel

[0098] in der R
1 für -H, -CH
3, einen C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest, einen substituierten C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest mit mindestens einem Substituenten aus der Gruppe -Cl, -Br,
-OH, -NH
2, -CN, einen Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer C
1-24-Alkylgruppe, oder für einen substituierten Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer
C
1-24-Alkylgruppe und mindestens einem weiteren Substituenten am aromatischen Ring steht,
R
2 und R
3 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
2-CN, -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, -(CH
2CH
2-O)
nH mit n = 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 und X ein Anion ist.
[0099] In besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Mitteln ist ein kationisches Nitril der
Formel

enthalten, in der R
4, R
5 und R
6 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, wobei R
4 zusätzlich auch -H sein kann und X ein Anion ist, wobei vorzugsweise R
5 = R
6 = -CH
3 und insbesondere R
4 = R
5 = R
6 = -CH
3 gilt und Verbindungen der Formeln (CH
3)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
- , (CH
3CH
2CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH(CH
3))
3N
(+)CH
2-CN X
-, oder (HO-CH
2-CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
- besonders bevorzugt sind, wobei aus der Gruppe dieser Substanzen wiederum das kationische
Nitril der Formel (CH
3)
3N
(+)CH
2-CN X
- , in welcher X
- für ein Anion steht, das aus der Gruppe Chlorid, Bromid, lodid, Hydrogensulfat, Methosulfat,
p-Toluolsulfonat (Tosylat) oder Xylolsulfonat ausgewählt ist, besonders bevorzugt
wird.
[0100] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren in die Mittel eingearbeitet werden. Bei diesen Stoffen
handelt es sich um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe
wie beispielsweise Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe oder -carbonylkomplexe.
Auch Mn-, Fe-, Co-, Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit N-haltigen Tripod-Liganden
sowie Co-, Fe-, Cu- und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren verwendbar.
[0101] Bei den Tensiden kommen insbesondere die Aniontenside in Säureform, wäßrige Lösungen
oder Pasten der neutralisierten Aniontensidsäuren, nichtionische Tenside und/oder
Kationtenside bzw. amphotere Tenside in Betracht. In Abhängigkeit von der Wahl des/der
eingesetzten Tenside sind tensidhaltige erfindungsgemäße Mittel beispielsweise in
der Beseitigung von Fett- oder Ölverschmutzungen einsetzbar, wobei ihr Einsatzgebiet
von der Textilreinigung bis zur Beseitigung von Ölverschmutzungen in der Natur reicht.
Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung werden Granulate bevorzugt, welche einen Tensidgehalt
von 1 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt von 2 bis 60 Gew.-%, insbesondere bevorzugt
von 4 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Mittel, aufweisen.
[0102] Neben den genannten Inhaltsstoffen Bleichmittel und Bleichaktivator sind Gerüststoffe
weitere wichtige Inhaltsstoffe von Wasch- Reinigungsmitteln. Bevorzugte erfindungsgemäße
Mittel können dabei alle üblicherweise in Reinigungsmitteln eingesetzten Gerüststoffe
enthalten, insbesondere also Zeolithe, Silikate, Carbonate, organische Cobuilder und
- wo keine ökologischen Bedenken gegen ihren Einsatz bestehen - auch die Phosphate.
Die genannten Gerüststoffe können dabei selbstverständlich auch in tensidfreien Komprimaten
eingesetzt werden.
[0103] Geeignete kristalline, schichtförmige Natriumsilikate besitzen die allgemeine Formel
NaMSi
xO
2x+1 H
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Bevorzugte kristalline
Schichtsilikate der angegebenen Formel sind solche, in denen M für Natrium steht und
x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl β-als auch δ-Natriumdisilikate
Na
2Si
2O
5· yH
2O bevorzugt.
[0104] Einsetzbar sind auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die Löseverzögerung
gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilikaten kann dabei auf verschiedene Weise,
beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, Kompaktierung/ Verdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" auch "röntgenamorph" verstanden. Dies heißt, daß die Silikate
bei Röntgenbeugungsexperimenten keine scharfen Röntgenreflexe liefern, wie sie für
kristalline Substanzen typisch sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der
gestreuten Röntgenstrahlung, die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels
aufweisen. Es kann jedoch sehr wohl sogar zu besonders guten Buildereigenschaften
führen, wenn die Silikatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene oder
sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, daß die Produkte
mikrokristalline Bereiche der Größe 10 bis einige Hundert nm aufweisen, wobei Werte
bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Derartige sogenannte
röntgenamorphe Silikate weisen ebenfalls-eine Löseverzögerung gegenüber den herkömmlichen
Wassergläsern auf. Insbesondere bevorzugt sind verdichtete/kompaktierte amorphe Silikate,
compoundierte amorphe Silikate und übertrocknete röntgenamorphe Silikate.
[0105] Der einsetzbare feinkristalline, synthetische und gebundenes Wasser enthaltende Zeolith
ist vorzugsweise Zeolith A und/oder P. Als Zeolith P wird Zeolith MAP® (Handelsprodukt
der Firma Crosfield) besonders bevorzugt. Geeignet sind jedoch auch Zeolith X sowie
Mischungen aus A, X und/oder P. Kommerziell erhältlich und im Rahmen der vorliegenden
Erfindung bevorzugt einsetzbar ist beispielsweise auch ein Co-Kristallisat aus Zeolith
X und Zeolith A (ca. 80 Gew.-% Zeolith X), das von der Firma CONDEA Augusta S.p.A.
unter dem Markennamen VEGOBOND AX® vertrieben wird und durch die Formel
nNa
2O· (1-n)K
2O· Al
2O
3·(2-2,5)SiO
2· (3,5- 5,5) H
2O
beschrieben werden kann. Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße von
weniger als 10 µm (Volumenverteilung; Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten
vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere 20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0106] Selbstverständlich ist auch ein Einsatz der allgemein bekannten Phosphate als Buildersubstanzen
möglich, sofern ein derartiger Einsatz nicht aus ökologischen Gründen vermieden werden
sollte. Geeignet sind insbesondere die Natriumsalze der Orthophosphate, der Pyrophosphate
und insbesondere der Tripolyphosphate.
[0107] Alkalimetallphosphate ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) -Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. auf Spülgutoberflächen und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
[0108] Natriumdihydrogenphosphat, NaH
2PO
4, Dinatriumhydrogenphosphat (sekundäres Natriumphosphat), Na
2HPO
4, Trinatriumphosphat, tertiäres Natriumphosphat, Na
3PO
4, Tetranatriumdiphosphat (Natriumpyrophosphat), Na
4P
2O
7 und durch Kondensation des NaH
2PO
4 bzw. des KH
2PO
4 entstehen höhermol. Natrium- und Kaliumphosphate, bei denen man cyclische Vertreter,
die Natrium- bzw. Kaliummetaphosphate und kettenförmige Typen, die Natrium- bzw. Kaliumpolyphosphate,
unterscheiden kann sind ebenso wie das Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat) weitere im Rahmen der vorliegenden Anmeldung mit Vorteil
eingesetzte Gerüststoffe.
[0109] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form ihrer Alkali-
und insbesondere Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren, wie Citronensäure, Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure
(NTA), sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden
ist sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren
wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren
und Mischungen aus diesen.
[0110] Als weitere Bestandteile können Alkaliträger zugegen sein. Als Alkaliträger gelten
Alkalimetallhydroxide, Alkalimetallcarbonate, Alkalimetallhydrogencarbonate, Alkalimetallsesquicarbonate,
Alkalisilikate, Alkalimetasilikate, und Mischungen der vorgenannten Stoffe, wobei
im Sinne dieser Erfindung bevorzugt die Alkalicarbonate, insbesondere Natriumcarbonat,
Natriumhydrogencarbonat oder Natriumsesquicarbonat eingesetzt werden.
[0111] Werden die erfindungsgemäßen Mittel beim maschinellen Geschirrspülen eingesetzt,
so sind wasserlösliche Builder bevorzugt, da sie auf Geschirr und harten Oberflächen
in der Regel weniger dazu tendieren, unlösliche Rückstände zu bilden. Übliche Builder
sind die niedermolekularen Polycarbonsäuren und ihre Salze, die homopolymeren und
copolymeren Polycarbonsäuren und ihre Salze, die Carbonate, Phosphate und Silikate.
Bevorzugt werden zur Herstellung von Tabletten für das maschinelle Geschirrspülen
Trinatriumcitrat und/oder Pentanatriumtripolyphosphat und/oder Natriumcarbonat und/oder
Natriumbicarbonat und/oder Gluconate und/oder silikatische Builder aus der Klasse
der Disilikate und/oder Metasilikate eingesetzt. Besonders bevorzugt ist ein Buildersystem
enthaltend eine Mischung aus Tripolyphosphat und Natriumcarbonat. Ebenfalls besonders
bevorzugt ist ein Buildersystem, das eine Mischung aus Tripolyphosphat und Natriumcarbonat
und Natriumdisilikat enthält.
[0112] Als organische Cobuilder können in den Reinigungsmitteln im Rahmen der vorliegenden
Erfindung insbesondere Polycarboxylate / Polycarbonsäuren, polymere Polycarboxylate,
Asparaginsäure, Polyacetale, Dextrine, weitere organische Cobuilder (siehe unten)
sowie Phosphonate eingesetzt werden. Diese Stoffklassen werden nachfolgend beschrieben.
[0113] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze
einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei unter Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden
werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise sind dies Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure,
Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein derartiger
Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist sowie Mischungen aus diesen.
Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Methylglycindiessigsäure, Zuckersäuren und
Mischungen aus diesen.
[0114] Auch die Säuren an sich können eingesetzt werden. Die Säuren besitzen neben ihrer
Builderwirkung typischerweise auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen
somit auch zur Einstellung eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder
Reinigungsmitteln. Insbesondere sind hierbei Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
[0115] Als Builder sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise
solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0116] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0117] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 1000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 1000 bis
10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 1200 bis 4000 g/mol, aufweisen, bevorzugt
sein.
[0118] Besonders bevorzugt werden in den erfindungsgemäßen Mitteln sowohl Polyacrylate als
auch Copolymere aus ungesättigten Carbonsäuren, Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren
sowie gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren eingesetzt.
Die Sulfonsäuregruppen-haltigen Copolymere werden in der Folge ausführlich beschrieben.
[0119] Es lassen sich aber auch erfindungsgemäße Mittel, welche als sogenannte "3in1"-Produkte
die herkömmlichen Reiniger, Klarspüler und eine Salzersatzfunktion in sich vereinen,
bereitstellen. Hierzu sind erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel bevorzugt,
die zusätzlich 0,1 bis 70 Gew.-% an Copolymeren aus
i) ungesättigten Carbonsäuren
ii) Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren
iii) gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren
enthalten.
[0120] Als zusätzlich positiver Effekt bewirken diese Copolymere, daß die Geschirrteile
bei Anwendung dieser Mittel mit höheren Wasserhärten gespült werden können, d.h. dass
bis zu einer bestimmten Leitungswasserhärte kein Regeneriersalz eingesetzt werden
braucht, und deutlich sauberer werden, als Geschirrteile, die unter diesen Umständen
mit herkömmlichen Mitteln gespült wurden.
[0121] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind ungesättigte Carbonsäuren der Formel I
als Monomer bevorzugt,
R
1(R
2)C=C(R
3)COOH (I),
in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für -H -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein-oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder - COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert
oder für -COOH oder - COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist.
[0122] Unter den ungesättigten Carbonsäuren, die sich durch die Formel I beschreiben lassen,
sind insbesondere Acrylsäure (R
1 = R
2 = R
3 = H), Methacrylsäure (R
1 = R
2 = H; R
3 = CH
3) und/oder Maleinsäure (R
1 = COOH; R
2 = R
3 = H) bevorzugt.
[0123] Bei den Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren sind solche der Formel II bevorzugt,
R
5(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H (II),
in der R
5 bis R
7 unabhängig voneinander für -H -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein-oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder - COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert
oder für -COOH oder - COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, - C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0124] Unter diesen Monomeren bevorzugt sind solche der Formeln IIa, IIb und/oder IIc,
H
2C=CH-X-SO
3H (IIa),
H
2C=C(CH
3)-X-SO
3H (IIb),
HO
3S-X-(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H (IIc),
in denen R
6 und R
7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2CH
3, -CH(CH
3)
2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0125] Besonders bevorzugte Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere sind dabei 1-Acrylamido-1-propansulfonsäure
(X = -C(O)NH-CH(CH
2CH
3) in Formel IIa), 2-Acrylamido-2-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-C(CH
3)
2 in Formel IIa), 2-Acrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-C(CH
3)
2CH
2- in Formel IIa), 2-Methacrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-C(CH
3)
2CH
2- in Formel IIb), 3-Methacrylamido-2-hydroxy-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-CH
2CH(OH)CH
2- in Formel IIb), Allylsulfonsäure (X = CH
2 in Formel IIa), Methallylsulfonsäure (X = CH
2 in Formel IIb), Allyloxybenzolsulfonsäure (X = -CH
2-O-C
6H
4- in Formel IIa), Methallyloxybenzolsulfonsäure (X = -CH
2-O-C
6H
4- in Formel XIb), 2-Hydroxy-3-(2-propenyloxy)propansulfonsäure, 2-Methyl-2-propen1-sulfonsäure
(X = CH
2 in Formel IIb), Styrolsulfonsäure (X = C
6H
4 in Formel IIa), Vinylsulfonsäure (X nicht vorhanden in Formel IIa), 3-Acrylamido-propansulfonsäure
(X = -C(O)NH-CH
2CH
2CH
2- in Formel IIa), 3-Methacrylamidopropansulfonsäure (X = -C(O)NH-CH
2CH
2CH
2- in Formel IIb), Sulfomethacrylamid (X = -C(O)NH- in Formel IIb), Sulfomethylmethacrylamid
(X = -C(O)NH-CH
2- in Formel IIb) sowie wasserlösliche Salze der genannten Säuren.
[0126] Als weitere ionische oder nichtionogene Monomere kommen insbesondere ethylenisch
ungesättigte Verbindungen in Betracht. Vorzugsweise beträgt der Gehalt der erfindungsgemäß
eingesetzten Polymere an Monomeren der Grupp iii) weniger als 20 Gew.-%, bezogen auf
das Polymer. Besonders bevorzugt zu verwendende Polymere bestehen lediglich aus Monomeren
der Gruppen i) und ii).
[0127] Zusammenfassend sind Copolymere aus
i) ungesättigten Carbonsäuren der Formel I.
R1(R2)C=C(R3)COOH (I),
in der R1 bis R3 unabhängig voneinander für -H -CH3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein-oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2, -OH oder-COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder-COOR4 steht, wobei R4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist,
ii) Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren der Formel II
R5(R6)C=C(R7)-X-SO3H (II),
in der R5 bis R7 unabhängig voneinander für -H -CH3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder -COOR4 steht, wobei R4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH2)n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH2)k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH3)2- und -C(O)-NH-CH(CH2CH3)-
iii) gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren
besonders bevorzugt.
[0128] Besonders bevorzugte Copolymere bestehen aus
i) einer oder mehrerer ungesättigter Carbonsäuren aus der Gruppe Acrylsäure, Methacrylsäure
und/oder Maleinsäure
ii) einem oder mehreren Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren der Formeln IIa, IIb
und/oder IIc:
H2C=CH-X-SO3H (IIa),
H2C=C(CH3)-X-SO3H (IIb),
HO3S-X-(R6)C=C(R7)-X-SO3H (IIc),
in der R6 und R7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH3, -CH2CH3, -CH2CH2CH3, -CH(CH3)2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH2)n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH2)k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH3)2-und -C(O)-NH-CH(CH2CH3)-
iii) gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren.
[0129] Die in den Mitteln enthaltenen Copolymere können die Monomere aus den Gruppen i)
und ii) sowie gegebenenfalls iii) in variierenden Mengen enthalten, wobei sämtliche
Vertreter aus der Gruppe i) mit sämtlichen Vertretern aus der Gruppe ii) und sämtlichen
Vertretern aus der Gruppe iii) kombiniert werden können. Besonders bevorzugte Polymere
weisen bestimmte Struktureinheiten auf, die nachfolgend beschrieben werden.
[0130] So sind beispielsweise erfindungsgemäße Mittel bevorzugt, die dadurch gekennzeichnet
sind, daß sie ein oder mehrere Copolymere enthalten, die Struktureinheiten der Formel
III
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (III),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0131] Diese Polymere werden durch Copolymerisation von Acrylsäure mit einem Sulfonsäuregruppen-haltigen
Acrylsäurederivat hergestellt. Copolymerisiert man das Sulfonsäuregruppen-haltige
Acrylsäurederivat mit Methacrylsäure, gelangt man zu einem anderen Polymer, dessen
Einsatz in den erfindungsgemäßen Mitteln ebenfalls bevorzugt und dadurch gekennzeichnet
ist, daß die Mittel ein oder mehrere Copolymere enthalten, die Struktureinheiten der
Formel IV
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (IV),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0132] Völlig analog lassen sich Acrylsäure und/oder Methacrylsäure auch mit Sulfonsäuregruppen-haltigen
Methacrylsäurederivaten copolymerisieren, wodurch die Struktureinheiten im Molekül
verändert werden. So sind erfindungsgemäße Mittel, die ein oder mehrere Copolymere
enthalten, welche Struktureinheiten der Formel V
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (V),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind, ebenfalls eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, genau wie auch Mittel bevorzugt sind, die dadurch gekennzeichnet sind,
daß sie ein oder mehrere Copolymere enthalten, die Struktureinheiten der Formel VI
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (VI),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0133] Anstelle von Acrylsäure und/oder Methacrylsäure bzw. in Ergänzung hierzu kann auch
Maleinsäure als besonders bevorzugtes Monomer aus der Gruppe i) eingesetzt werden.
Man gelangt auf diese Weise zu erfindungsgemäß bevorzugten Mitteln, die dadurch gekennzeichnet
sind, daß sie ein oder mehrere Copolymere enthalten, die Struktureinheiten der Formel
VII
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (VII),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind und zu Mitteln, welche dadurch gekennzeichnet sind, daß sie
ein oder mehrere Copolymere enthalten, die Struktureinheiten der Formel VIII
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)O-Y-SO
3H]
p- (VIII),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0134] Zusammenfassend sind erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel bevorzugt, die
als Inhaltsstoff b) ein oder mehrere Copolymere enthält, die Struktureinheiten der
Formeln III und/oder IV und/oder V und/oder VI und/oder VII und/oder VIII
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (III),
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (IV),
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (V),
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (VI),
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (VII),
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-(CH
2-C(CH
3)C(O)O-Y-SO
3H]
p (VIII),
enthalten, in denen m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und
2000 sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder
unsubstituierten aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder - NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0135] In den Polymeren können die Sulfonsäuregruppen ganz oder teilweise in neutralisierter
Form vorliegen, d.h. daß das acide Wasserstoffatom der Sulfonsäuregruppe in einigen
oder allen Sulfonsäuregruppen gegen Metallionen, vorzugsweise Alkalimetallionen und
insbesondere gegen Natriumionen, ausgetauscht sein kann. Entsprechende Mittel, die
dadurch gekennzeichnet sind, daß die Sulfonsäuregruppen im Copolymer teil- oder vollneutralisiert
vorliegen, sind erfindungsgemäß bevorzugt.
[0136] Die Monomerenverteilung der in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzten Copolymeren
beträgt bei Copolymeren, die nur Monomere aus den Gruppen i) und ii) enthalten, vorzugsweise
jeweils 5 bis 95 Gew.-% i) bzw. ii), besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe i) und 10 bis 50 Gew.-% Monomer aus der Gruppe ii), jeweils bezogen
auf das Polymer.
[0137] Bei Terpolymeren sind solche besonders bevorzugt, die 20 bis 85 Gew.-% Monomer aus
der Gruppe i), 10 bis 60 Gew.-% Monomer aus der Gruppe ii) sowie 5 bis 30 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe iii) enthalten.
[0138] Die Molmasse der in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzten Polymere kann variiert
werden, um die Eigenschaften der Polymere dem gewünschten Verwendungszweck anzupassen.
Bevorzugte maschinelle Geschirrspülmittel sind dadurch gekennzeichnet, daß die Copolymere
Molmassen von 2000 bis 200.000 gmol
-1, vorzugsweise von 4000 bis 25.000 gmol
-1 und insbesondere von 5000 bis 15.000 gmol
-1 aufweisen.
[0139] Der Gehalt an einem oder mehreren Copolymeren in den erfindungsgemäßen Mitteln kann
je nach Anwendungszweck und gewünschter Produktleistung variieren, wobei bevorzugte
erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel dadurch gekennzeichnet sind, daß sie
das bzw. die Copolymer(e) in Mengen von 0,25 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 bis
35 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0,75 bis 20 Gew.-% und insbesondere von 1 bis 15
Gew.-% enthalten.
[0140] Wie bereits weiter oben erwähnt, werden in den erfindungsgemäßen Mitteln besonders
bevorzugt sowohl Polyacrylate als auch die vorstehend beschriebenen Copolymere aus
ungesättigten Carbonsäuren, Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren sowie gegebenenfalls
weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren eingesetzt. Die Polyacrylate wurden
dabei weiter oben ausführlich beschrieben. Besonders bevorzugt sind Kombinationen
aus den vorstehend beschriebenen Sulfonsäuregruppen-haltigen Copolymeren mit Polyacrylaten
niedriger Molmasse, beispielsweise im Bereich zwischen 1000 und 4000 Dalton. Solche
Polyacrylate sind kommerziell unter dem Handelsnamen Sokalan® PA15 bzw. Sokalan® PA25
(BASF) erhältlich.
[0141] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Als besonders
geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen, die 50 bis
90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative Molekülmasse,
bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2000 bis 100000 g/mol, vorzugsweise
20000 bis 90000 g/mol und insbesondere 30000 bis 80000 g/mol.
[0142] Die (co-)polymeren Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wäßrige Lösung
eingesetzt werden. Der Gehalt der Mittel an (co-)polymeren Polycarboxylaten beträgt
vorzugsweise 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 3 bis 10 Gew.-%.
[0143] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0144] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker-Derivate
enthalten.
[0145] Als Aniontenside in Säureform werden bevorzugt ein oder mehrere Stoffe aus der Gruppe
der Carbonsäuren, der Schwefelsäurehalbester und der Sulfonsäuren, vorzugsweise aus
der Gruppe der Fettsäuren, der Fettalkylschwefelsäuren und der Alkylarylsulfonsäuren,
eingesetzt. Um ausreichende oberflächenaktive Eigenschaften aufzuweisen, sollten die
genannten Verbindungen dabei über längerkettige Kohlenwasserstoffreste verfügen, also
im Alkyl- oder Alkenylrest mindestens 6 C-Atome aufweisen. Üblicherweise liegen die
C-Kettenverteilungen der Aniontenside im Bereich von 6 bis 40, vorzugsweise 8 bis
30 und insbesondere 12 bis 22 Kohlenstoffatome.
[0146] Carbonsäuren, die in Form ihrer Alkalimetallsalze als Seifen in Wasch- und Reinigungsmitteln
Verwendung finden, werden technisch größtenteils aus nativen Fetten und Ölen durch
Hydrolyse gewonnen. Während die bereits im vergangenen Jahrhundert durchgeführte alkalische
Verseifung direkt zu den Alkalisalzen (Seifen) führte, wird heute großtechnisch zur
Spaltung nur Wasser eingesetzt, das die Fette in Glycerin und die freien Fettsäuren
spaltet. Großtechnisch angewendete Verfahren sind beispielsweise die Spaltung im Autoklaven
oder die kontinuierliche Hochdruckspaltung. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung als
Aniontensid in Säureform einsetzbare Carbonsäuren sind beispielsweise Hexansäure (Capronsäure),
Heptansäure (Önanthsäure), Octansäure (Caprylsäure), Nonansäure (Pelargonsäure), Decansäure
(Caprinsäure), Undecansäure usw.. Bevorzugt ist im Rahmen der vorliegenden Verbindung
der Einsatz von Fettsäuren wie Dodecansäure (Laurinsäure), Tetradecansäure (Myristinsäure),
Hexadecansäure (Palmitinsäure), Octadecansäure (Stearinsäure), Eicosansäure (Arachinsäure),
Docosansäure (Behensäure), Tetracosansäure (Lignocerinsäure), Hexacosansäure (Cerotinsäure),
Triacotansäure (Melissinsäure) sowie der ungesättigten Spezies 9c-Hexadecensäure (Palmitoleinsäure),
6c-Octadecensäure (Petroselinsäure), 6t-Octadecensäure (Petroselaidinsäure), 9c-Octadecensäure
(Ölsäure), 9t-Octadecensäure ((Elaidinsäure), 9c,12c-Octadecadiensäure (Linolsäure),
9t,12t-Octadecadiensäure (Linolaidinsäure) und 9c,12c,15c-Octadecatreinsäure (Linolensäure).
Aus Kostengründen ist es bevorzugt, nicht die reinen Spezies einzusetzen, sondern
technische Gemische der einzelnen Säuren, wie sie aus der Fettspaltung zugänglich
sind. Solche Gemische sind beispielsweise Koskosölfettsäure (ca. 6 Gew.-% C
8, 6 Gew.-% C
10, 48 Gew.-% C
12, 18 Gew.-% C
14, 10 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
18, 8 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18"), Palmkernölfettsäure (ca. 4 Gew.-% C
8, 5 Gew.-% C
10, 50 Gew.-% C
12, 15 Gew.-% C
14, 7 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
18, 15 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18"), Talgfettsäure (ca. 3 Gew.-% C
14, 26 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
16', 2 Gew.-% C
17, 17 Gew.-% C
18, 44 Gew.-% C
18', 3 Gew.-% C
18", 1 Gew.-% C
18"'), gehärtete Talgfettsäure (ca. 2 Gew.-% C
14, 28 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
17, 63 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18'), technische Ölsäure (ca. 1 Gew.-% C
12, 3 Gew.-% C
14, 5 Gew.-% C
16, 6 Gew.-% C
16', 1 Gew.-% C
17, 2 Gew.-% C
18, 70 Gew.-% C
18', 10 Gew.-% C
18", 0,5 Gew.-% C
18"'), technische Palmitin/Stearinsäure (ca. 1 Gew.-% C
12, 2 Gew.-% C
14, 45 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
17, 47 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18,) sowie Sojabohnenölfettsäure (ca. 2 Gew.-% C
14, 15 Gew.-% C
16, 5 Gew.-% C
18, 25 Gew.-% C
18, 45 Gew.-% C
18.., 7 Gew.-% C
18 ... ).
[0147] Schwefelsäurehalbester längerkettiger Alkohole sind ebenfalls Aniontenside in ihrer
Säureform und im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar. Ihre Alkalimetall-,
insbesondere Natriumsalze, die Fettalkoholsulfate, sind großtechnisch aus Fettalkoholen
zugänglich, welche mit Schwefelsäure, Chlorsulfonsäure, Amidosulfonsäure oder Schwefeltrioxid
zu den betreffenden Alkylschwefelsäuren umgesetzt und nachfolgend neutralisiert werden.
Die Fettalkohole werden dabei aus den betreffenden Fettsäuren bzw. Fettsäuregemischen
durch Hochdruckhydrierung der Fettsäuremethylester gewonnen. Der mengenmäßig bedeutendste
industrielle Prozeß zur Herstellung von Fettalkylschwefelsäuren ist die Sulfierung
der Alkohole mit SO
3/Luft-Gemischen in speziellen Kaskaden-, Fallfilm- oder Röhrenbündelreaktoren.
[0148] Eine weitere Klasse von Aniontensidsäuren, die erfindungsgemäß eingesetzt werden
kann, sind die Alkyletherschwefelsäuren, deren Salze, die Alkylethersulfate, sich
im Vergleich zu den Alkylsulfaten durch eine höhere Wasserlöslichkeit und geringere
Empfindlichkeit gegen Wasserhärte (Löslichkeit der Ca-Salze) auszeichnen. Alkyletherschwefelsäuren
werden wie die Alkylschwefelsäuren aus Fettalkoholen synthetisiert, welche mit Ethylenoxid
zu den betreffenden Fettalkoholethoxylaten umgesetzt werden. Anstelle von Ethylenoxid
kann auch Propylenoxid eingesetzt werden. Die nachfolgende Sulfonierung mit gasförmigem
Schwefeltrioxid in Kurzzeit-Sulfierreaktoren liefert Ausbeuten über 98% an den betreffenden
Alkyletherschwefelsäuren.
[0149] Auch Alkansulfonsäuren und Olefinsulfonsäuren sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung
als Aniontenside in Säureform einsetzbar. Alkansulfonsäuren können die Sulfonsäuregruppe
terminal gebunden (primäre Alkansulfonsäuren) oder entlang der C-Kette enthalten (sekundäre
Alkansulfonsäuren), wobei lediglich die sekundären Alkansulfonsäuren kommerzielle
Bedeutung besitzen. Diese werden durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation linearer
Kohlenwasserstoffe hergestellt. Bei der Sulfochlorierung nach
Reed werden n-Paraffine mit Schwefeldioxid und Chlor unter Bestrahlung mit UV-Licht zu
den entsprechenden Sulfochloriden umgesetzt, die bei Hydrolyse mit Alkalien direkt
die Alkansulfonate, bei Umsetzung mit Wasser die Alkansulfonsäuren, liefern. Da bei
der Sulfochlorierung Di- und Polysulfochloride sowie Chlorkohlenwasserstoffe als Nebenprodukte
der radikalischen Reaktion auftreten können, wird die Reaktion üblicherweise nur bis
zu Umsetzungsgraden von 30% durchgeführt und danach abgebrochen.
[0150] Ein anderer Prozeß zur Herstellung von Alkansulfonsäuren ist die Sulfoxidation, bei
der n-Paraffine unter Bestrahlung mit UV-Licht mit Schwefeldioxid und Sauerstoff umgesetzt
werden. Bei dieser Radikalreaktion entstehen sukzessive Alkylsulfonylradikale, die
mit Sauerstoff zu den Alkylpersulfonylradiaklen weiter reagieren. Die Reaktion mit
unumgesetztem Paraffin liefert ein Alkylradikal und die Alkylpersulfonsäure, welche
in ein Alkylperoxysulfonylradikal und ein Hydroxylradikal zerfällt. Die Reaktion der
beiden Radikale mit unumgesetztem Paraffin liefert die Alkylsulfonsäuren bzw. Wasser,
welches mit Alkylpersulfonsäure und Schwefeldioxid zu Schwefelsäure reagiert. Um die
Ausbeute an den beiden Endprodukten Alkylsulfonsäure und Schwefelsäure möglichst hoch
zu halten und Nebenreaktionen zu unterdrücken, wird diese Reaktion üblicherweise nur
bis zu Umsetzungsgraden von 1% durchgeführt und danach abgebrochen.
[0151] Olefinsulfonate werden technisch durch Reaktion von α-Olefinen mit Schwefeltrioxid
hergestellt. Hierbei bilden sich intermediär Zwitterionen, welche sich zu sogenannten
Sultonen cyclisieren. Unter geeigneten Bedingungen (alkalische oder saure Hydrolyse)
reagieren diese Sultone zu Hydroxylalkansulfonsäuren bzw. Alkensulfonsäuren, welche
beide ebenfalls als Aniontensidsäuren eingesetzt werden können.
[0152] Alkylbenzolsulfonate als leistungsstarke anionische Tenside sind seit den dreißiger
Jahren unseres Jahrhunderts bekannt. Damals wurden durch Monochlorierung von Kogasin-Fraktionen
und subsequente Friedel-Crafts-Alkylierung Alkylbenzole hergestellt, die mit Oleum
sulfoniert und mit Natronlauge neutralisiert wurden. Anfang der fünfziger Jahre wurde
zur Herstellung von Alkylbenzolsulfonaten Propylen zu verzweigtem α-Dodecylen tetramerisiert
und das Produkt über eine Friedel-Crafts-Reaktion unter Verwendung von Aluminiumtrichlorid
oder Fluorwasserstoff zum Tetrapropylenbenzol umgesetzt, das nachfolgend sulfoniert
und neutralisiert wurde. Diese ökonomische Möglichkeit der Herstellung von Tetrapropylenbenzolsulfonaten
(TPS) führte zum Durchbruch dieser Tensidklasse, die nachfolgend die Seifen als Haupttensid
in Wasch- und Reinigungsmitteln verdrängte.
[0153] Aufgrund der mangelnden biologischen Abbaubarkeit von TPS bestand die Notwendigkeit,
neue Alkylbenzolsulfonate darzustellen, die sich durch ein verbessertes ökologische
Verhalten auszeichnen. Diese Erfordernisse werden von linearen Alkylbenzolsulfonaten
erfüllt, welche heute die fast ausschließlich hergestellten Alkylbenzolsulfonate sind
und mit dem Kurzzeichen ABS bzw. LAS belegt werden.
[0154] Lineare Alkylbenzolsulfonate werden aus linearen Alkylbenzolen hergestellt, welche
wiederum aus linearen Olefinen zugänglich sind. Hierzu werden großtechnisch Petroleumfraktionen
mit Molekularsieben in die n-Paraffine der gewünschten Reinheit aufgetrennt und zu
den n-Olefinen dehydriert, wobei sowohl α- als auch i-Olefine resultieren. Die entstandenen
Olefine werden dann in Gegenwart saurer Katalysatoren mit Benzol zu den Alkylbenzolen
umgesetzt, wobei die Wahl des Friedel-Crafts-Katalysators einen Einfluß auf die Isomerenverteilung
der entstehenden linearen Alkylbenzole hat: Bei Verwendung von Aluminiumtrichlorid
liegt der Gehalt der 2-Phenyl-Isomere in der Mischung mit den 3-, 4-, 5- und anderen
Isomeren bei ca. 30 Gew.-%, wird hingegen Fluorwasserstoff als Katalysator eingesetzt,
läßt sich der Gehalt an 2-Phenyl-Isomer auf ca. 20 Gew.-% senken. Die Sulfonierung
der linearen Alkylbenzole schließlich gelingt heute großtechnisch mit Oleum, Schwefelsäure
oder gasförmigem Schwefeltrioxid, wobei letzteres die weitaus größte Bedeutung hat.
Zur Sulfonierung werden spezielle Film- oder Rohrbündelreaktoren eingesetzt, die als
Produkt eine 97 Gew.-%ige Alkylbenzolsulfonsäure (ABSS) liefem, die im Rahmen der
vorliegenden Erfindung als Aniontensidsäure einsetzbar ist.
[0155] Durch Wahl des Neutralisationsmittels lassen sich aus den ABSS die unterschiedlichsten
Salze, d.h. Alkylbenzolsulfonate, gewinnen. Aus Gründen der Ökonomie ist es hierbei
bevorzugt, die Alkalimetallsalze und unter diesen bevorzugt die Natriumsalze der ABSS
herzustellen und einzusetzen. Diese lassen sich durch die allgemeine Formel IX beschreiben:

in der die Summe aus x und y üblicherweise zwischen 5 und 13 liegt. Erfindungsgemäß
bevorzugt als Aniontensid in Säureform sind C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkylbenzolsulfonsäuren. Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung weiterhin bevorzugt,
C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkybenzolsulfonsäuren einzusetzen, die sich von Alkylbenzolen ableiten, welche einen
Tetralingehalt unter 5 Gew.-%, bezogen auf das Alkylbenzol, aufweisen. Weiterhin bevorzugt
ist es, Alkylbenzolsulfonsäuren zu verwenden, deren Alkylbenzole nach dem HF-Verfahren
hergestellt wurden, so daß die eingesetzten C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkybenzolsulfonsäuren einen Gehalt an 2-Phenyl-Isomer unter 22 Gew.-%, bezogen auf
die Alkylbenzolsulfonsäure, aufweisen.
[0156] Die vorstehend genannten Aniontenside in ihrer Säureform können alleine oder in Mischung
miteinander eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich und bevorzugt, daß dem Aniontensid
in Säureform vor der Zugabe auf das/die Trägermaterial(ien) weitere, vorzugsweise
saure, Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln in Mengen von 0,1 bis 40 Gew.-%,
vorzugsweise von 1 bis 15 Gew.-% und insbesondere von 2 bis 10 Gew.%, jeweils bezogen
auf das Gewicht der umzusetzenden Mischung, zugemischt werden.
[0157] Als saure Reaktionspartner eignen sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung neben
den "Tensidsauren" auch die genannten Fettsäuren, Phosphonsäuren, Polymersäuren oder
teilneutralisierte Polymersäuren sowie "Buildersäuren" und "Komplexbuildersäuren"
(Einzelheiten später im Text) alleine sowie in beliebigen Mischungen. Als Inhaltsstoffe
von Wasch- und Reinigungsmitteln bieten sich vor allem saure Wasch- und Reinigungsmittel-Inhaltsstoffe
an, also beispielsweise Phosphonsäuren, welche in neutralisierter Form (Phosphonate)
als Inkrustationsinhibitoren Bestandteil vieler Wasch- und Reinigungsmittel sind.
Auch der Einsatz von (teilneutralisierten) Polymersäuren wie beispielsweise Polyacrylsäuren,
ist erfindungsgemäß möglich. Es ist aber auch möglich, säurestabile Inhaltsstoffe
mit der Aniontensidsäure zu vermischen. Hier bieten sich beispielsweise sogenannte
Kleinkomponenten an, welche sonst in aufwendigen weiteren Schritten zugegeben werden
müßten, also beispielsweise optische Aufheller, Farbstoffe usw., wobei im Einzelfall
die Säurestabilität zu prüfen ist.
[0158] Selbstverständlich ist es auch möglich, die Aniontenside teil- oder vollneutralisiert
einzusetzen. Diese Salze können dann als Lösung, Suspension oder Emulsion in der Granulierflüssigkeit
vorliegen, aber auch als Feststoff Bestandteil des Feststoffbetts sein. Als Kationen
für solche Aniontenside bieten sich neben den Alkalimetallen (hier insbesondere nach
Anspruch- und K-Salze) Ammonium- sowie Mono-, Di- oder Triethanolalkonium-ionen an.
Anstelle von Mono-, Di-oder Triethanolamin können auch die analogen Vertreter des
Mono-, Di- oder Trimethanolamins bzw. solche der Alkanolamine höherer Alkohole quaterniert
und als Kation zugegen sein.
[0159] Auch Kationtenside lassen sich mit Vorteil als Aktivsubstanz einsetzen. Das Kationtensid
kann dabei in seiner Lieferform direkt in den Mischer gegeben werden, oder in Form
einer flüssigen bis pastösen Kationtensid-Zubereitungsform auf den festen Träger aufgedüst
werden. Solche Kationtensid-Zubereitungsformen lassen sich beispielsweise durch Mischen
handelsüblicher Kationtenside mit Hilfsstoffen wie nichtionischen Tensiden, Polyethylenglycolen
oder Polyolen herstellen. Auch niedere Alkohole wie Ethanol und Isopropanol können
eingesetzt werden, wobei die Menge an solchen niederen Alkoholen in der flüssigen
Kationtensid-Zubereitungsform aus den obengenannten Gründen unter 10 Gew.% liegen
sollte.
[0160] Als Kationtenside kommen für die erfindungsgemäßen Mittel alle üblichen Stoffe in
Betracht, wobei Kationtenside mit textilweichmachender Wirkung deutlich bevorzugt
sind.
[0161] Die erfindungsgemäßen Mittel können als kationische Aktivsubstanzen mit textilweichmachender
Wirkung ein oder mehrerer kationische, textilweichmachende Mittel der Formeln X, XI
oder XII enthalten:

worin jede Gruppe R
1 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
1-6-Alkyl-, -Alkenyl- oder - Hydroxyalkylgruppen; jede Gruppe R
2 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
8-28-Alkyl- oder -Alkenylgruppen; R
3 = R
1 oder (CH
2)
n-T-R
2; R
4 = R
1 oder R
2 oder (CH
2)
n-T-R
2; T = -CH
2-, -O-CO-oder -CO-O- und n eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist.
[0162] In bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung enthält/enthalten der/die
Feststoff(e) zusätzlich Niotensid(e) als Aktivsubstanz.
[0163] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0164] Als besonders bevorzugte Niotenside haben sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung
schwachschäumende Niotenside erwiesen, welche alternierende Ethylenoxid- und Alkylenoxideinheiten
aufweisen. Unter diesen sind wiederum Tenside mit EO-AO-EO-AO-Blöcken bevorzugt, wobei
jeweils eine bis zehn EO- bzw. AO-Gruppen aneinander gebunden sind, bevor ein Block
aus den jeweils anderen Gruppen folgt. Hier sind erfindungsgemäße Mittel bevorzugt,
die als nichionische(s) Tensid(e) Tenside der allgemeinen Formel XIV enthalten

in der R
1 für einen geradkettigen oder verzweigten, gesättigten oder ein- bzw. mehrfach ungesättigten
C
6-24-Alkyl- oder-Alkenylrest steht; jede Gruppe R
2 bzw. R
3 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus -CH
3; -CH
2CH
3, -CH
2CH
2-CH
3, CH(CH
3)
2 und die Indizes w, x, y, z unabhängig voneinander für ganze Zahlen von 1 bis 6 stehen.
[0165] Die bevorzugten Niotenside der Formel XIV lassen sich durch bekannte Methoden aus
den entsprechenden Alkoholen R
1-OH und Ethylen- bzw. Alkylenoxid herstellen. Der Rest R
1 in der vorstehenden Formel XIV kann je nach Herkunft des Alkohols variieren. Werden
native Quellen genutzt, weist der Rest R
1 eine gerade Anzahl von Kohlenstoffatomen auf und ist in der Regel unverzweigt, wobei
die linearen Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus
Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol, bevorzugt sind. Aus sysnthetischen Quellen
zugängliche Alkohole sind beispielsweise die Guerbetalkohole oder in 2-Stellung methylverzweigte
bzw. lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten
vorliegen. Unabhängig von der Art des zur Herstellung der erfindungsgemäß in den Mitteln
enthaltenen Niotenside eingesetzten Alkohols sind erfindungsgemäße Mittel bevorzugt,
bei denen R
1 in Formel XIV für einen Alkylrest mit 6 bis 24, vorzugsweise 8 bis 20, besonders
bevorzugt 9 bis 15 und insbesondere 9 bis 11 Kohlenstoffatomen steht
[0166] Als Alkylenoxideinheit, die alternierend zur Ethylenoxideinheit in den bevorzugten
Niotensiden enthalten ist, kommt neben Propylenoxid insbesondere Butylenoxid in Betracht.
Aber auch weitere Alkylenoxide, bei denen R
2 bzw. R
3 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
2CH
2-CH
3 bzw. CH(CH
3)
2 sind geeignet. Bevorzugte Mittel sind dadurch gekennzeichnet, daß R
2 bzw. R
3 für einen Rest -CH
3, w und x unabhängig voneinander für Werte von 3 oder 4 und y und z unabhängig voneinander
für Werte von 1 oder 2 stehen.
[0167] Zusammenfassend sind zum Einsatz in den erfindungsgemäßen Mitteln insbesondere nichtionische
Tenside bevorzugt, die einen C
9-15-Alkylrest mit 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten, gefolgt von 1 bis 4 Propylenoxideinheiten,
gefolgt von1 bis 4 Ethylenoxideinheiten, gefolgt von1 bis 4 Propylenoxideinheiten
aufweisen.
[0168] Die angegebenen C-Kettenlängen sowie Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade
stellen statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder
eine gebrochene Zahl sein können. Aufgrund der Herstellverfahren bestehen Handelsprodukte
der genannten Formeln zumeist nicht aus einem individuellen Vertreter, sondern aus
Gemischen, wodurch sich sowohl für die C-Kettenlängen als auch für die Ethoxylierungsgrade
bzw. Alkoxylierungsgrade Mittelwerte und daraus folgend gebrochene Zahlen ergeben
können.
[0169] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0170] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester.
[0171] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0172] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel XV,

[0173] in der RCO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
1 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es
sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden
Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung
mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten
werden können.
[0174] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel XVI,

in der R für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R
1 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest
steht, dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder propoxylierte Derivate dieses Restes.
[0175] [Z] wird vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines reduzierten Zuckers erhalten,
beispielsweise Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose.
Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten Verbindungen können dann durch Umsetzung
mit Fettsäuremethylestern in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten
Polyhydroxyfettsäureamide überführt werden.
[0176] Es ist für viele Anwendungen besonders bevorzugt, wenn das Verhältnis von Aniontensid(en)
zu Niotensid(en) zwischen 10:1 und 1:10, vorzugsweise zwischen 7,5:1 und 1:5 und insbesondere
zwischen 5:1 und 1:2 beträgt. Bevorzugt sind dabei erfindungsgemäße Behälter, die
Tensid(e), vorzugsweise anionische(s) und/oder nichtionische(s) Tensid(e), in Mengen
von 5 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 7,5 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt von 10
bis 60 Gew.-% uns insbesondere von 12,5 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht
der umschlossenen Feststoffe, enthalten.
[0177] Wie bereits erwähnt, beschränkt sich der Einsatz von Tensiden bei Reinigungsmitteln
für das maschinelle Geschirrspülen vorzugsweise auf den Einsatz nichtionischer Tenside
in geringen Mengen. Sollen die erfindungsgemäßen Behälter derartige Mittel umschließen,
so enthalten diese Mittel vorzugsweise nur bestimmte nichtionische Tenside, die nachstehend
beschrieben sind. Als Tenside werden in maschinellen Geschirrspülmitteln üblicherweise
lediglich schwachschäumende nichtionische Tenside eingesetzt. Vertreter aus den Gruppen
der anionischen, kationischen oder amphoteren Tenside haben dagegen eine geringere
Bedeutung. Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise
ethoxylierte, insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und
durchschnittlich 1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen
der Alkoholrest linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw.
lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise
in Oxoalkoholresten vorliegen. insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen
Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-,
Talgfett- oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt.
Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0178] Insbesondere bei erfindungsgemäßen wasserlöslichen Behältern für die Portionierung,
Verpackung und Dosierung von Reinigungsmitteln für das maschinelle Geschirrspülen
ist es bevorzugt, daß diese ein nichtionisches Tensid enthalten, das einen Schmelzpunkt
oberhalb Raumtemperatur aufweist, bevorzugt ein nichtionisches Tensid mit einem Schmelzpunkt
oberhalb von 20°C. Bevorzugt einzusetzende nichtionische Tenside weisen Schmelzpunkte
oberhalb von 25°C auf, besonders bevorzugt einzusetzende nichtionische Tenside haben
Schmelzpunkte zwischen 25 und 60°C, insbesondere zwischen 26,6 und 43,3°C.
[0179] Geeignete nichtionische Tenside, die Schmelz- bzw. Erweichungspunkte im genannten
Temperaturbereich aufweisen, sind beispielsweise schwachschäumende nichtionische Tenside,
die bei Raumtemperatur fest oder hochviskos sein können. Werden bei Raumtemperaturhochviskose
Niotenside eingesetzt, so ist bevorzugt, daß diese eine Viskosität oberhalb von 20
Pas, vorzugsweise oberhalb von 35 Pas und insbesondere oberhalb 40 Pas aufweisen.
Auch Niotenside, die bei Raumtemperatur wachsartige Konsistenz besitzen, sind bevorzugt.
[0180] Bevorzugt als bei Raumtemperatur feste einzusetzende Niotenside stammen aus den Gruppen
der alkoxylierten Niotenside, insbesondere der ethoxylierten primären Alkohole und
Mischungen dieser Tenside mit strukturell komplizierter aufgebauten Tensiden wie Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen
(PO/EO/PO)-Tenside. Solche (PO/EO/PO)-Niotenside zeichnen sich darüberhinaus durch
gute Schaumkontrolle aus.
[0181] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das nichtionische
Tensid mit einem Schmelzpunkt oberhalb Raumtemperatur ein ethoxyliertes Niotensid,
das aus der Reaktion von einem Monohydroxyalkanol oder Alkylphenol mit 6 bis 20 C-Atomen
mit vorzugsweise mindestens 12 Mol, besonders bevorzugt mindestens 15 Mol, insbesondere
mindestens 20 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol bzw. Alkylphenol hervorgegangen ist.
[0182] Ein besonders bevorzugtes bei Raumtemperatur festes, einzusetzendes Niotensid wird
aus einem geradkettigen Fettalkohol mit 16 bis 20 Kohlenstoffatomen (C
16-20-Alkohol), vorzugsweise einem C
18-Alkohol und mindestens 12 Mol, vorzugsweise mindestens 15 Mol und insbesondere mindestens
20 Mol Ethylenoxid gewonnen. Hierunter sind die sogenannten "narrow range ethoxylates"
(siehe oben) besonders bevorzugt.
[0183] Das bei Raumtemperatur feste Niotensid besitzt vorzugsweise zusätzlich Propylenoxideinheiten
im Molekül. Vorzugsweise machen solche PO-Einheiten bis zu 25 Gew.-%, besonders bevorzugt
bis zu 20 Gew.-% und insbesondere bis zu 15 Gew.-% der gesamten Molmasse des nichtionischen
Tensids aus. Besonders bevorzugte nichtionische Tenside sind ethoxylierte Monohydroxyalkanole
oder Alkylphenole, die zusätzlich Polyoxyethylen-Polyoxypropylen Blockcopolymereinheiten
aufweisen. Der Alkohol- bzw. Alkylphenolteil solcher Niotensidmoleküle macht dabei
vorzugsweise mehr als 30 Gew.-%, besonders bevorzugt mehr als 50 Gew.-% und insbesondere
mehr als 70 Gew.-% der gesamten Molmasse solcher Niotenside aus.
[0184] Weitere besonders bevorzugt einzusetzende Niotenside mit Schmelzpunkten oberhalb
Raumtemperatur enthalten 40 bis 70% eines Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen-Blockpolymerblends,
der 75 Gew.-% eines umgekehrten Block-Copolymers von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen
mit 17 Mol Ethylenoxid und 44 Mol Propylenoxid und 25 Gew.-% eines Block-Copolymers
von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen, initiiert mit Trimethylolpropan und enthaltend
24 Mol Ethylenoxid und 99 Mol Propylenoxid pro Mol Trimethylolpropan.
[0185] Nichtionische Tenside, die mit besonderem Vorzug eingesetzt werden können, sind beispielsweise
unter dem Namen Poly Tergent® SLF-18 von der Firma Olin Chemicals erhältlich.
[0186] Ein weiter bevorzugtes Tensid läßt sich durch die Formel
R
1O[CH
2CH(CH
3)O]
x[CH
2CH
2O]
y[CH
2CH(OH)R
2]
beschreiben, in der R
1 für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4 bis
18 Kohlenstoffatomen oder Mischungen hieraus steht, R
2 einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen
oder Mischungen hieraus bezeichnet und x für Werte zwischen 0,5 und 1,5 und y für
einen Wert von mindestens 15 steht.
[0187] Weitere bevorzugt einsetzbare Niotenside sind die endgruppenverschlossenen Poly(oxyalkylierten)
Niotenside der Formel
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
x[CH
2]
kCH(OH)[CH
2]
jOR
2
in der R
1 und R
2 für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder aromatische
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen stehen, R
3 für H oder einen Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, iso-Propyl, n-Butyl-, 2-Butyl- oder
2-Methyl-2-Butylrest steht, x für Werte zwischen 1 und 30, k und j für Werte zwischen
1 und 12, vorzugsweise zwischen 1 und 5 stehen. Wenn der Wert x ≥ 2 ist, kann jedes
R
3 in der obenstehenden Formel unterschiedlich sein. R
1 und R
2 sind vorzugsweise lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, wobei Reste
mit 8 bis 18 C-Atomen besonders bevorzugt sind. Für den Rest R
3 sind H, -CH
3 oder -CH
2CH
3 besonders bevorzugt. Besonders bevorzugte Werte für x liegen im Bereich von 1 bis
20, insbesondere von 6 bis 15.
[0188] Wie vorstehend beschrieben, kann jedes R
3 in der obenstehenden Formel unterschiedlich sein, falls x ≥ 2 ist. Hierdurch kann
die Alkylenoxideinheit in der eckigen Klammer variiert werden. Steht x beispielsweise
für 3, kann der Rest R
3 ausgewählt werden, um Ethylenoxid- (R
3 = H) oder Propylenoxid- (R
3 = CH
3) Einheiten zu bilden, die in jedweder Reihenfolge aneinandergefügt sein können, beispielsweise
(EO)(PO)(EO), (EO)(EO)(PO), (EO)(EO)(EO), (PO)(EO)(PO), (PO)(PO)(EO) und (PO)(PO)(PO).
Der Wert 3 für x ist hierbei beispielhaft gewählt worden und kann durchaus größer
sein, wobei die Variationsbreite mit steigenden x-Werten zunimmt und beispielsweise
eine große Anzahl (EO)-Gruppen, kombiniert mit einer geringen Anzahl (PO)-Gruppen
einschließt, oder umgekehrt.
[0189] Insbesondere bevorzugte endgruppenverschlossenen Poly(oxyalkylierte) Alkohole der
obenstehenden Formel weisen Werte von k = 1 und j = 1 auf, so daß sich die vorstehende
Formel zu
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
xCH
2CH(OH)CH
2OR
2
vereinfacht. In der letztgenannten Formel sind R
1, R
2 und R
3 wie oben definiert und x steht für Zahlen von 1 bis 30, vorzugsweise von 1 bis 20
und insbesondere von 6 bis 18. Besonders bevorzugt sind Tenside, bei denen die Reste
R
1 und R
2 9 bis 14 C-Atome aufweisen, R
3 für H steht und x Werte von 6 bis 15 annimmt.
[0190] Bevorzugte erfindungsgemäße Mittel, welche als maschinelle Geschirrspülmittel eingesetzt
werden, enthalten neben den genannten Tensiden zur Verbesserung des Klarspülergebnisses
weiterhin amphotere oder kationische Polymere.
[0191] Erfindungsgemäße Mittel können zur Steigerung der Wasch-, beziehungsweise Reinigungsleistung
Enzyme enthalten, wobei prinzipiell alle im Stand der Technik für diese Zwecke etablierten
Enzyme einsetzbar sind. Hierzu gehören insbesondere Proteasen, Amylasen, Lipasen,
Hemicellulasen, Cellulasen oder Oxidoreduktasen sowie vorzugsweise deren Gemische.
Diese Enzyme sind im Prinzip natürlichen Ursprungs; ausgehend von den natürlichen
Molekülen stehen für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Varianten
zur Verfügung, die entsprechend bevorzugt eingesetzt werden. Erfindungsgemäße Mittel
enthalten Enzyme vorzugsweise in Gesamtmengen von 1 x 10
-6 bis 5 Gewichts-Prozent bezogen auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann
mit Hilfe bekannter Methoden, zum Beispiel dem BCA-Verfahren (Bichinchoninsäure; 2,2'-Bichinolyl-4,4'-dicarbonsäure)
oder dem Biuret-Verfahren bestimmt werden.
[0192] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und 309,
die Alkalische Protease aus
Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren
Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7.
Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter Form unter dem Handelsnamen Alcalase®
von der Firma Novozymes A/S, Bagsveard, Dänemark, erhältlich. Die Subtilisine 147
und 309 werden unter den Handelsnamen Esperase®, beziehungsweise Savinase® von der
Firma Novozymes vertrieben. Von der Protease aus
Bacillus lentus DSM 5483 leiten sich die unter der Bezeichnung BLAP® geführten Varianten ab.
[0193] Weitere brauchbare Proteasen sind beispielsweise die unter den Handelsnamen Durazym®
, Relase® , Everlase® , Nafizym, Natalase® , Kannase® und Ovozymes® von der Firma
Novozymes, die unter den Handelsnamen, Purafect® , Purafect® OxP und Properase® von
der Firma Genencor, das unter dem Handelsnamen Protosol® von der Firma Advanced Biochemicals
Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen Wuxi® von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts
Ltd., China, die unter den Handelsnamen Proleather® und Protease P® von der Firma
Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan, und das unter der Bezeichnung Proteinase
K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan, erhältlichen Enzyme.
[0194] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis, aus
B.
amyloliquefaciens oder aus
B. stearothermophilus sowie deren für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Weiterentwicklungen.
Das Enzym aus
B. licheniformis ist von der Firma Novozymes unter dem Namen Termamyl® und von der Firma Genencor
unter dem Namen Purastar® ST erhältlich. Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase
sind von der Firma Novozymes unter den Handelsnamen Duramyl® und Termamyl® ultra,
von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar® OxAm und von der Firma Daiwa Seiko
Inc., Tokyo, Japan, als Keistase® erhältlich. Die α-Amylase von
B. amyloliquefaciens wird von der Firma Novozymes unter dem Namen BAN® vertrieben, und abgeleitete Varianten
von der α-Amylase aus
B. stearothermophilus unter den Namen BSG® und Novamyl® , ebenfalls von der Firma Novozymes.
[0195] Desweiteren sind für diesen Zweck die α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus
B. agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben; ebenso sind Fusionsprodukte der genannten Moleküle einsetzbar.
[0196] Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen Fungamyl® von der Firma Novozymes
erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase aus
Aspergillus niger und
A.
oryzae geeignet. Ein weiteres Handelsprodukt ist beispielsweise die Amylase-LT® .
[0197] Erfindungsgemäße Mittel können Lipasen oder Cutinasen, insbesondere wegen ihrer Triglyceridspaltenden
Aktivitäten enthalten, aber auch, um aus geeigneten Vorstufen
in situ Persäuren zu erzeugen. Hierzu gehören beispielsweise die ursprünglich aus
Humicola lanuginosa (Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten Lipasen, insbesondere solche mit
dem Aminosäureaustausch D96L. Sie werden beispielsweise von der Firma Novozymes unter
den Handelsnamen Lipolase® , Lipolase® Ultra, LipoPrime® , Lipozyme® und Lipex® vertrieben.
Desweiteren sind beispielsweise die Cutinasen einsetzbar, die ursprünglich aus
Fusarium solani pisi und
Humicola insolens isoliert worden sind. Ebenso brauchbare Lipasen sind von der Firma Amano unter den
Bezeichnungen Lipase CE® , Lipase P® , Lipase B® , beziehungsweise Lipase CES® , Lipase
AKG® , Bacillis sp. Lipase® , Lipase AP® , Lipase M-AP® und Lipase AML® erhältlich.
Von der Firma Genencor sind beispielsweise die Lipasen, beziehungsweise Cutinasen
einsetzbar, deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus
Pseudomonas mendocina und
Fusarium solanii isoliert worden sind. Als weitere wichtige Handelsprodukte sind die ursprünglich
von der Firma Gist-Brocades vertriebenen Präparationen M1 Lipase® und Lipomax® und
die von der Firma Meito Sangyo KK, Japan, unter den Namen Lipase MY-30® , Lipase OF®
und Lipase PL® vertriebenen Enzyme zu erwähnen, ferner das Produkt Lumafast® von der
Firma Genencor.
[0198] Erfindungsgemäße Mittel können, insbesondere wenn sie für die Behandlung von Textilien
gedacht sind, Cellulasen enthalten, je nach Zweck als reine Enzyme, als Enzympräparationen
oder in Form von Mischungen, in denen sich die einzelnen Komponenten vorteilhafterweise
hinsichtlich ihrer verschiedenen Leistungsaspekte ergänzen. Zu diesen Leistungsaspekten
zählen insbesondere Beiträge zur Primärwaschleistung, zur Sekundärwaschleistung des
Mittels (Antiredepositionswirkung oder Vergrauungsinhibition) und Avivage (Gewebewirkung),
bis hin zum Ausüben eines "stone washed"-Effekts.
[0199] Eine brauchbare pilzliche, Endoglucanase(EG)-reiche Cellulase-Präparation, beziehungsweise
deren Weiterentwicklungen werden von der Firma Novozymes unter dem Handelsnamen Celluzyme®
angeboten. Die ebenfalls von der Firma Novozymes erhältlichen Produkte Endolase® und
Carezyme® basieren auf der 50 kD-EG, beziehungsweise der 43 kD-EG aus
H. insolens DSM 1800. Weitere mögliche Handelsprodukte dieser Firma sind Cellusoft® und Renozyme®
. Ebenso ist die 20 kD-EG Cellulase aus
Melanocarpus, die von der Firma AB Enzymes, Finnland, unter den Handelsnamen Ecostone® und Biotouch®
erhältlich ist, einsetzbar. Weitere Handelprodukte der Firma AB Enzymes sind Econase®
und Ecopulp® . Eine weitere geeignete Cellulase aus
Bacillus sp. CBS 670.93 ist von der Firma Genencor unter dem Handelsnamen Puradax® erhältlich.
Weitere Handelsprodukte der Firma Genencor sind "Genencor detergent cellulase L" und
IndiAge® Neutra.
[0200] Erfindungsgemäße Mittel können weitere Enzyme enthalten, die unter dem Begriff Hemicellulasen
zusammengefaßt werden. Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Pektinlyasen
(=Pektinasen), Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen (=Xylanasen), Pullulanasen
und β-Glucanasen. Geeignete Mannanasen sind beispielsweise unter den Namen Gamanase®
und Pektinex AR® von der Firma Novozymes, unter dem Namen Rohapec® B1 L von der Firma
AB Enzymes und unter dem Namen Pyrolase® von der Firma Diversa Corp., San Diego, CA,
USA erhältlich. Die aus
B. subtilis gewonnene β-Glucanase ist unter dem Namen Cereflo® von der Firma Novozymes erhältlich.
[0201] Zur Erhöhung der bleichenden Wirkung können erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittel
Oxidoreduktasen, beispielsweise Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen, Peroxidasen, wie
Halo-, Chloro-, Bromo-, Lignin-, Glucose- oder Mangan-peroxidasen, Dioxygenasen oder
Laccasen (Phenoloxidasen, Polyphenoloxidasen) enthalten. Als geeignete Handelsprodukte
sind Denilite® 1 und 2 der Firma Novozymes zu nennen. Vorteilhafterweise werden zusätzlich
vorzugsweise organische, besonders bevorzugt aromatische, mit den Enzymen wechselwirkende
Verbindungen zugegeben, um die Aktivität der betreffenden Oxidoreduktasen zu verstärken
(Enhancer) oder um bei stark unterschiedlichen Redoxpotentialen zwischen den oxidierenden
Enzymen und den Anschmutzungen den Elektronenfluß zu gewährleisten (Mediatoren).
[0202] Die in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzten Enzyme stammen entweder ursprünglich
aus Mikroorganismen, etwa der Gattungen
Bacillus, Streptomyces, Humicola, oder
Pseudomonas, und/oder werden nach an sich bekannten biotechnologischen Verfahren durch geeignete
Mikroorganismen produziert, etwa durch transgene Expressionswirte der Gattungen
Bacillus oder filamentöse Fungi.
[0203] Die Aufreinigung der betreffenden Enzyme erfolgt günstigerweise über an sich etablierte
Verfahren, beispielsweise über Ausfällung, Sedimentation, Konzentrierung, Filtration
der flüssigen Phasen, Mikrofiltration, Ultrafiltration, Einwirken von Chemikalien,
Desodorierung oder geeignete Kombinationen dieser Schritte.
[0204] Erfindungsgemäßen Mitteln können die Enzyme in jeder nach dem Stand der Technik etablierten
Form zugesetzt werden. Hierzu gehören beispielsweise die durch Granulation, Extrusion
oder Lyophilisierung erhaltenen festen Präparationen oder, insbesondere bei flüssigen
oder gelförmigen Mitteln, Lösungen der Enzyme, vorteilhafterweise möglichst konzentriert,
wasserarm und/oder mit Stabilisatoren versetzt.
[0205] Alternativ können die Enzyme sowohl für die feste als auch für die flüssige Darreichungsform
verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem, vorzugsweise natürlichen Polymer oder in Form von Kapseln, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kern-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-,
Luft- und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
[0206] Weiterhin ist es möglich, zwei oder mehrere Enzyme zusammen zu konfektionieren, so
daß ein einzelnes Granulat mehrere Enzymaktivitäten aufweist.
[0207] Ein in einem erfindungsgemäßen Mittel enthaltenes Protein und/oder Enzym kann besonders
während der Lagerung gegen Schädigungen wie beispielsweise Inaktivierung, Denaturierung
oder Zerfall etwa durch physikalische Einflüsse, Oxidation oder proteolytische Spaltung
geschützt werden. Bei mikrobieller Gewinnung der Proteine und/oder Enzyme ist eine
Inhibierung der Proteolyse besonders bevorzugt, insbesondere wenn auch die Mittel
Proteasen enthalten. Erfindungsgemäße Mittel können zu diesem Zweck Stabilisatoren
enthalten; die Bereitstellung derartiger Mittel stellt eine bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung dar.
[0208] Eine Gruppe von Stabilisatoren sind reversible Proteaseinhibitoren. Häufig werden
Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder Ester
verwendet, darunter vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen, etwa ortho-,meta-
oder para-substituierte Phenylboronsäuren, beziehungsweise deren Salze oder Ester.
Weiterhin sind Peptidaldehyde, das heißt Oligopeptide mit reduziertem C-Terminus geeignet.
Als peptidische Proteaseinhibitoren sind unter anderem Ovomucoid und Leupeptin zu
erwähnen; eine zusätzliche Option ist die Bildung von Fusionsproteinen aus Proteasen
und Peptid-Inhibitoren.
[0209] Weitere Enzymstabilisatoren sind Aminoalkohole wie Mono-, Di-, Triethanol- und -Propanolamin
und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren bis zu C
12, wie Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten Säuren. Auch
endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate sind als Stabilisatoren einsetzbar.
[0210] Niedere aliphatische Alkohole, vor allem aber Polyole, wie beispielsweise Glycerin,
Ethylenglykol, Propylenglykol oder Sorbit sind weitere häufig eingesetzte Enzymstabilisatoren.
Weiterhin schützt auch Di-Glycerinphosphat gegen Denaturierung durch physikalische
Einflüsse. Ebenso werden Calciumsalze verwendet, wie beispielsweise Calciumacetat
oder Calcium-Formiat sowie Magnesiumsalze.
[0211] Polyamid-Oligomere oder polymere Verbindungen wie Lignin, wasserlösliche Vinyl-Copolymere
oder, wie Cellulose-Ether, Acryl-Polymere und/oder Polyamide stabilisieren die Enzym-Präparation
unter anderem gegenüber physikalischen Einflüssen oder pH-Wert-Schwankungen. Polyamin-N-Oxid-enthaltende
Polymere wirken gleichzeitig als Enzymstabilisatoren und als Farbübertragungsinhibitoren.
Andere polymere Stabilisatoren sind die linearen C
8-C
18 Polyoxyalkylene. Alkylpolyglycoside können gemäß den ebenfalls die enzymatischen
Komponenten des erfindungsgemäßen Mittels stabilisieren und sogar in ihrer Leistung
steigern. Vernetzte N-haltige Verbindungen erfüllen eine Doppelfunktion als Soil-release-Agentien
und als Enzym-Stabilisatoren.
[0212] Reduktionsmittel und Antioxidantien wie Natrium-Sulfit oder reduzierende Zucker erhöhen
die Stabilität der Enzyme gegenüber oxidativem Zerfall.
[0213] Bevorzugt werden Kombinatonen von Stabilisatoren verwendet, beispielsweise aus Polyolen,
Borsäure und/oder Borax, die Kombination von Borsäure oder Borat, reduzierenden Salzen
und Bernsteinsäure oder anderen Dicarbonsäuren oder die Kombination von Borsäure oder
Borat mit Polyolen oder Polyaminoverbindungen und mit reduzierenden Salzen. Die Wirkung
von Peptid-Aldehyd-Stabilisatoren kann durch die Kombination mit Borsäure und/oder
Borsäurederivaten und Polyolen gesteigert und gemäß durch die zusätzliche Verwendung
von zweiwertigen Kationen, wie zum Beispiel Calcium-Ionen weiter verstärkt werden.
[0214] Besonders bevorzugt ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung der Einsatz flüssiger
Enzymformulierungen. Hier sind erfindungsgemäße Mittel bevorzugt, die zusätzlich Enzyme
und/oder Enzymzubereitungen, vorzugsweise feste und/oder flüssige Protease-Zubereitungen
und/oder Amylase-Zubereitungen, in Mengen von 1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 1,5
bis 4,5 und insbesondere von 2 bis 4 Gew.-%, jeweils bezogen auf das gesamte Mittel,
enthalten.
[0215] Um den Zerfall der optional in den erfindgungsgemäßen Mitteln umfaßten Feststoffe
wie beispielsweise Tabletten oder Granulate zu erleichtern, können diese Komprimate
Desintegrationshilfsmittel, sogenannte Tablettensprengmittel, enthalten. Unter Tablettensprengmitteln
bzw. Zerfallsbeschleunigern werden gemäß Römpp (9. Auflage, Bd. 6, S. 4440) und Voigt
"Lehrbuch der pharmazeutischen Technologie" (6. Auflage, 1987, S. 182-184) Hilfsstoffe verstanden, die für den raschen Zerfall
von Tabletten in Wasser oder Magensaft und für die Freisetzung der Pharmaka in resorbierbarer
Form sorgen.
[0216] Diese Stoffe, die auch aufgrund ihrer Wirkung als "Spreng"mittel bezeichnet werden,
vergrößern bei Wasserzutritt ihr Volumen, wobei einerseits das Eigenvolumen vergrößert
(Quellung), andererseits auch über die Freisetzung von Gasen ein Druck erzeugt werden
kann, der die Tablette in kleinere Partikel zerfallen läßt. Altbekannte Desintegrationshilfsmittel
sind beispielsweise Carbonat/Citronensäure-Systeme, wobei auch andere organische Säuren
eingesetzt werden können. Quellende Desintegrationshilfsmittel sind beispielsweise
synthetische Polymere wie Polyvinylpyrrolidon (PVP) oder natürliche Polymere bzw.
modifizierte Naturstoffe wie Cellulose und Stärke und ihre Derivate, Alginate oder
Casein-Derivate. Alle genannten Desintegrationshilfsmittel sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0217] Als bevorzugte Desintegrationshilfsmittel werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung
Destintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis, vorzugsweise in granularer, cogranulierter
oder kompaktierter Form, eingesetzt.
[0218] Reine Cellulose weist die formale Bruttozusammensetzung (C
6H
10O
5)
n auf und stellt formal betrachtet ein β-1,4-Polyacetal von Cellobiose dar, die ihrerseits
aus zwei Molekülen Glucose aufgebaut ist. Geeignete Cellulosen bestehen dabei aus
ca. 500 bis 5000 Glucose-Einheiten und haben demzufolge durchschnittliche Molmassen
von 50,000 bis 500,000. Als Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis verwendbar sind
im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Cellulose-Derivate, die durch polymeranaloge
Reaktionen aus Cellulose erhältlich sind. Solche chemisch modifizierten Cellulosen
umfassen dabei beispielsweise Produkte aus Veresterungen bzw. Veretherungen, in denen
Hydroxy-Wasserstoffatome substituiert wurden. Aber auch Cellulosen, in denen die Hydroxy-Gruppen
gegen funktionelle Gruppen, die nicht über ein Sauerstoffatom gebunden sind, ersetzt
wurden, lassen sich als Cellulose-Derivate einsetzen. In die Gruppe der Cellulose-Derivate
fallen beispielsweise Alkalicellulosen, Carboxymethylcellulose (CMC), Celluloseester
und -ether sowie Aminocellulosen.
[0219] Die genannten Cellulosederivate werden vorzugsweise nicht allein als Desintegrationsmittel
auf Cellulosebasis eingesetzt, sondern in Mischung mit Cellulose verwendet. Der Gehalt
dieser Mischungen an Cellulosederivaten beträgt vorzugsweise unterhalb 50 Gew.-%,
besonders bevorzugt unterhalb 20 Gew.-%, bezogen auf das Desintegrationsmittel auf
Cellulosebasis. Besonders bevorzugt wird als Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis
reine Cellulose eingesetzt, die frei von Cellulosederivaten ist. Als weiteres Desintegrationsmittel
auf Cellulosebasis oder als Bestandteil dieser Komponente kann mikrokristalline Cellulose
verwendet werden. Diese mikrokristalline Cellulose wird durch partielle Hydrolyse
von Cellulosen unter solchen Bedingungen erhalten, die nur die amorphen Bereiche (ca.
30% der Gesamt-Cellulosemasse) der Cellulosen angreifen und vollständig auflösen,
die kristallinen Bereiche (ca. 70%) aber unbeschadet lassen. Eine nachfolgende Desaggregation
der durch die Hydrolyse entstehenden mikrofeinen Cellulosen liefert die mikrokristallinen
Cellulosen, die Primärteilchengrößen von ca. 5 µm aufweisen und beispielsweise zu
Granulaten mit einer mittleren Teilchengröße von 200 µm kompaktierbar sind.
[0220] Zusätzlich oder anstelle der Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis können
die erfindungsgemäßen Mittel ein gasfreisetzendes System aus organischen Säuren und
Carbonaten/Hydrogencarbonaten enthalten.
[0221] Als organische Säuren, die aus den Carbonaten/Hydrogencarbonaten in wäßriger Lösung
Kohlendioxid freisetzen, sind beispielsweise die festen Mono-, Oligo- und Polycarbonsäuren
einsetzbar. Aus dieser Gruppe wiederum bevorzugt sind Citronensäure, Weinsäure, Bernsteinsäure,
Malonsäure, Adipinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Oxalsäure sowie Polyacrylsäure.
Organische Sulfonsäuren wie Amidosulfonsäure sind ebenfalls einsetzbar. Kommerziell
erhältlich und als Acidifizierungsmittel im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenfalls
bevorzugt einsetzbar ist Sokalan® DCS (Warenzeichen der BASF), ein Gemisch aus Bernsteinsäure
(max. 31 Gew.-%), Glutarsäure (max. 50 Gew.-%) und Adipinsäure (max. 33 Gew.-%).
[0222] Die genannten Säuren müssen nicht stöchiometrisch zu den in den Komprimaten enthaltenen
Carbonaten bzw. Hydrogencarbonaten eingesetzt werden.
[0223] Eine im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugtes Wasch- und Reinigungsmittelkomprimat
enthält zusätzlich ein Brausesystem.
[0224] Das gasentwickeinde Brausesystem besteht in den erfindungsgemäßen Mitteln neben den
genannten organischen Säuren aus Carbonaten und/oder Hydrogencarbonaten. Bei den Vertretern
dieser Stoffklasse sind aus Kostengründen die Alkalimetallsalze deutlich bevorzugt.
Bei den Alkalimetallcarbonaten bzw. -hydrogencarbonaten wiederum sind die Natrium-
und Kaliumsalze aus Kostengründen gegenüber den anderen Salzen deutlich bevorzugt.
Selbstverständlich müssen nicht die betreffenden reinen Alkalimetallcarbonate bzw.
- hydrogencarbonate eingesetzt werden; vielmehr können Gemische unterschiedlicher
Carbonate und Hydrogencarbonate bevorzugt sein.
[0225] Als Elektrolyte aus der Gruppe der anorganischen Salze kann eine breite Anzahl der
verschiedensten Salze eingesetzt werden. Bevorzugte Kationen sind die Alkali- und
Erdalkalimetalle, bevorzugte Anionen sind die Halogenide und Sulfate. Aus herstellungstechnischer
Sicht ist der Einsatz von NaCl oder MgCl
2 in den erfindungsgemäßen Granulaten bevorzugt.
[0226] Um den pH-Wert von Lösungen der erfindungsgemäßen wasserlöslichen Behälter in den
gewünschten Bereich zu bringen, kann der Einsatz von pH-Stellmitteln angezeigt sein.
Einsetzbar sind hier sämtliche bekannten Säuren bzw. Laugen, sofern sich ihr Einsatz
nicht aus anwendungstechnischen oder ökologischen Gründen bzw. aus Gründen des Verbraucherschutzes
verbietet. Üblicherweise überschreitet die Menge dieser Stellmittel 1 Gew.-% der Gesamtformulierung
nicht.
[0227] Als Parfümöle bzw. Duftstoffe können im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzelne
Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen Produkte vom Typ der Ester, Ether,
Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Riechstoffverbindungen
vom Typ der Ester sind z.B. Benzylacetat, Phenoxyethylisobutyrat, p-tert.-Butylcyclohexylacetat,
Linalylacetat, Dimethylbenzyl-carbinylacetat, Phenylethylacetat, Linalylbenzoat, Benzylformiat,
Ethylmethylphenyl-glycinat, Allylcyclohexylpropionat, Styrallylpropionat und Benzylsalicylat.
Zu den Ethern zählen beispielsweise Benzylethylether, zu den Aldehyden z.B. die linearen
Alkanale mit 8-18 C-Atomen, Citral, Citronellal, Citronellyloxyacetaldehyd, Cyclamenaldehyd,
Hydroxycitronellal, Lilial und Bourgeonal, zu den Ketonen z.B. die Jonone, ∝-lsomethylionon
und Methyl-cedrylketon, zu den Alkoholen Anethol, Citronellol, Eugenol, Geraniol,
Linalool, Phenylethylalkohol und Terpineol, zu den Kohlenwasserstoffen gehören hauptsächlich
die Terpene wie Limonen und Pinen. Bevorzugt werden jedoch Mischungen verschiedener
Riechstoffe verwendet, die gemeinsam eine ansprechende Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle
können auch natürliche Riechstoffgemische enthalten, wie sie aus pflanzlichen Quellen
zugänglich sind, z.B. Pine-, Citrus-, Jasmin-, Patchouly-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl.
Ebenfalls geeignet sind Muskateller, Salbeiöl, Kamillenöl, Nelkenöl, Melissenöl, Minzöl,
Zimtblätteröl, Lindenblütenöl, Wacholderbeeröl, Vetiveröl, Olibanumöl, Galbanumöl
und Labdanumöl sowie Orangenblütenöl, Neroliol, Orangenschalenöl und Sandelholzöl.
[0228] Die allgemeine Beschreibung der einsetzbaren Parfüme (siehe oben) stellt dabei allgemein
die unterschiedlichen Substanzklassen von Riechstoffen dar. Um wahrnehmbar zu sein,
muß ein Riechstoff flüchtig sein, wobei neben der Natur der funktionellen Gruppen
und der Struktur der chemischen Verbindung auch die Molmasse eine wichtige Rolle spielt.
So besitzen die meisten Riechstoffe Molmassen bis etwa 200 Dalton, während Molmassen
von 300 Dalton und darüber eher eine Ausnahme darstellen. Auf Grund der unterschiedlichen
Flüchtigkeit von Riechstoffen verändert sich der Geruch eines aus mehreren Riechstoffen
zusammengesetzten Parfüms bzw. Duftstoffs während des Verdampfens, wobei man die Geruchseindrücke
in "Kopfnote" (top note), "Herz- bzw. Mittelnote" (middle note bzw. body) sowie "Basisnote"
(end note bzw. dry out) unterteilt. Da die Geruchswahrnehmung zu einem großen Teil
auch auf der Geruchsintensität beruht, besteht die Kopfnote eines Parfüms bzw. Duftstoffs
nicht allein aus leichtflüchtigen Verbindungen, während die Basisnote zum größten
Teil aus weniger flüchtigen, d.h. haftfesten Riechstoffen besteht. Bei der Komposition
von Parfüms können leichter flüchtige Riechstoffe beispielsweise an bestimmte Fixative
gebunden werden, wodurch ihr zu schnelles Verdampfen verhindert wird. Bei der nachfolgenden
Einteilung der Riechstoffe in "leichter flüchtige" bzw. "haftfeste" Riechstoffe ist
also über den Geruchseindruck und darüber, ob der entsprechende Riechstoff als Kopf-
oder Herznote wahrgenommen wird, nichts ausgesagt.
[0229] Durch eine geeignete Auswahl der genannten Duftstoffe bzw. Parfümöle kann sowohl
der Geruch der erfindungsgemäßen wasserlöslichen Behälter bzw. der in diesen umschlossenen
Feststoffe (Produktduft) sowie, nach Beendigung des Reinigungs- und Pflegevorgangs,
zusätzlich beispielsweise der Wäscheduft beeinflußt werden. Aufgrund ihrer Gestaltung,
insbesondere aufgrund der in der Außenwand befindlichen Öffnungen, sind erfindungsgemäße
wasserlösliche Behälter im Vergleich zu vollständig verschlossenen Behältern in besonderer
Weise geeignet auch bei Einsatz geringerer Duftstoffmengen einen unverwechselbaren
Produktduft zu gewährleisten, wobei zu diesem Zwecke insbesondere auch leichterflüchtige
Riechstoffe einsetzbar sind, während zur Erzielung eines hinreichenden Wäschedufts
die Verwendung haftfesterer Riechstoffe vorteilhaft ist. Haftfeste Riechstoffe, die
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind, sind beispielsweise die ätherischen
Öle wie Angelikawurzelöl, Anisöl, Arnikablütenöl, Basilikumöl, Bayöl, Bergamottöl,
Champacablütenöl, Edeltannenöl, Edeltannenzapfenöl, Elemiöl, Eukalyptusöl, Fenchelöl,
Fichtennandelöl, Galbanumöl, Geraniumöl, Gingergrasöl, Guajakholzöl, Gurjunbalsamöl,
Helichrysumöl, Ho-Öl, Ingweröl, lrisöl, Kajeputöl, Kalmusöl, Kamillenöl, Kampferöl,
Kanagaöl, Kardamomenöl, Kassiaöl, Kiefernnadelöl, Kopaïvabalsamöl, Korianderöl, Krauseminzeöl,
Kümmelöl, Kuminöl, Lavendelöl, Lemongrasöl, Limetteöl, Mandarinenöl, Melissenöl, Moschuskörneröl,
Myrrhenöl, Nelkenöl, Neroliöl, Niaouliöl, Olibanumöl, Orangenöl, Origanumöl, Palmarosaöl,
Patschuliöl, Perubalsamöl, Petitgrainöl, Pfefferöl, Pfefferminzöl, Pimentöl, Pine-Öl,
Rosenöl, Rosmarinöl, Sandelholzöl, Sellerieöl, Spiköl, Sternanisöl, Terpentinöl, Thujaöl,
Thymianöl, Verbenaöl, Vetiveröl, Wacholderbeeröl, Wermutöl, Wintergrünöl, Ylang-Ylang-Öl,
Ysop-Öl, Zimtöl, Zimtblätteröl, Zitronellöl, Zitronenöl sowie Zypressenöl. Aber auch
die höhersiedenden bzw. festen Riechstoffe natürlichen oder synthetischen Ursprungs
können im Rahmen der vorliegenden Erfindung als haftfeste Riechstoffe bzw. Riechstoffgemische,
also Duftstoffe, eingesetzt werden. Zu diesen Verbindungen zählen die nachfolgend
genannten Verbindungen sowie Mischungen aus diesen: Ambrettolid, α-Amylzimtaldehyd,
Anethol, Anisaldehyd, Anisalkohol, Anisol, Anthranilsäuremethylester, Acetophenon,
Benzylaceton, Benzaldehyd, Benzoesäureethylester, Benzophenon, Benzylalkohol, Benzylacetat,
Benzylbenzoat, Benzylformiat, Benzylvalerianat, Borneol, Bornylacetat, α-Bromstyrol,
n-Decylaldehyd, n-Dodecylaldehyd, Eugenol, Eugenolmethylether, Eukalyptol, Farnesol,
Fenchon, Fenchylacetat, Geranylacetat, Geranylformiat, Heliotropin, Heptincarbonsäuremethylester,
Heptaldehyd, Hydrochinon-Dimethylether, Hydroxyzimtaldehyd, Hydroxyzimtalkohol, Indol,
Iron, Isoeugenol, Isoeugenolmethylether, Isosafrol, Jasmon, Kampfer, Karvakrol, Karvon,
p-Kresolmethylether, Cumarin, p-Methoxyacetophenon, Methyl-n-amylketon, Methylanthranilsäuremethylester,
p-Methylacetophenon, Methylchavikol, p-Methylchinolin, Methyl-β-naphthylketon, Methyl-n-nonylacetaldehyd,
Methyl-n-nonylketon, Muskon, β-Naphtholethylether, β-Naphtholmethylether, Nerol, Nitrobenzol,
n-Nonylaldehyd, Nonylakohol, n-Octylaldehyd, p-Oxy-Acetophenon, Pentadekanolid, β-Phenylethylalkohol,
Phenylacetaldehyd-Dimethyacetal, Phenylessigsäure, Pulegon, Safrol, Salicylsäureisoamylester,
Salicylsäuremethylester, Salicylsäurehexylester, Salicylsäurecyclohexylester, Santalol,
Skatol, Terpineol, Thymen, Thymol, γ-Undelacton, Vanilin, Veratrumaldehyd, Zimtaldehyd,
Zimatalkohol, Zimtsäure, Zimtsäureethylester, Zimtsäurebenzylester. Zu den leichter
flüchtigen Riechstoffen zählen insbesondere die niedriger siedenden Riechstoffe natürlichen
oder synthetischen Ursprung, die allein oder in Mischungen eingesetzt werden können.
Beispiele für leichter flüchtige Riechstoffe sind Alkyisothiocyanate (Alkylsenföle),
Butandion, Limonen, Linalool, Linaylacetat und -Propionat, Menthol, Menthon, Methyl-n-heptenon,
Phellandren, Phenylacetaldehyd, Terpinylacetat, Zitral, Zitronellal.
[0230] Um den ästhetischen Eindruck der erfindungsgemäßen Mittel zu verbessern, können sie
mit geeigneten Farbstoffen eingefärbt werden. Bevorzugte Farbstoffe, deren Auswahl
dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit bereitet, besitzen eine hohe Lagerstabilität
und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen der Mittel und gegen Licht.
Umschließen die erfindungsgemäßen Behälter Wasch- und Reinigungsmitteln zur Textilreinigung
sollten die eingesetzten Farbstoffe weiterhin keine ausgeprägte Substantivität gegenüber
Textilfasern aufweisen, um diese nicht anzufärben.
[0231] Als Hydrotrope oder Lösungsvermittler werden Substanzen bezeichnet, die durch ihre
Gegenwart andere, in einem bestimmten Lösungsmittel praktisch unlösliche Verbindungen
in diesem Lösungsmittel löslich oder emulgierbar machen (Solubilisation). Es gibt
Lösungsvermittler, die mit der schwerlöslichen Substanz eine Molekülverbindung eingehen
und solche, die durch Micell-Bildung wirken. Man kann auch sagen, daß erst Lösungsvermittler
einem sogenannten latenten Lösemittel sein Lösungsvermögen verleihen. Bei Wasser als
(latentem) Lösungsmittel spricht man statt von Lösungsvermittler meist von Hydrotropika,
in bestimmten Fällen besser von Emulgatoren.
[0232] Als Schauminhibitoren, die in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden können,
kommen u.a. Seifen, Öle, Fette, Paraffine oder Silikonöle in Betracht, die gegebenenfalls
auf Trägermaterialien aufgebracht sein können. Als Trägermaterialien eignen sich beispielsweise
anorganische Salze wie Carbonate oder Sulfate, Cellulosederivate oder Silikate sowie
Mischungen der vorgenannten Materialien. Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung bevorzugte
Mittel enthalten Paraffine, vorzugsweise unverzweigte Paraffine (n-Paraffine) und/oder
Silikone, vorzugsweise linear-polymere Silikone, welche nach dem Schema (R
2SiO)x aufgebaut sind und auch als Silikonöle bezeichnet werden. Diese Silikonöle stellen
gewöhnlich klare, farblose, neutrale, geruchsfreie, hydrophobe Flüssigkeiten dar mit
einem Molekulargewicht zwischen 1000-150 000, und Viskositäten zwischen 10 u. 1 000
000 mPa · s.
[0233] Geeignete Antiredepositionsmittel, die auch als soil repellents bezeichnet werden,
sind beispielsweise nichtionische Celluloseether wie Methylcellulose und Methylhydroxypropylcellulose
mit einem Anteil an Methoxygruppen von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropylgruppen
von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf den nichtionischen Celluloseether sowie die
aus dem Stand der Technik bekannten Polymere der Phthalsäure und/oder Terephthalsäure
bzw. von deren Derivaten, insbesondere Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder
Polyethylenglycolterephthalaten oder anionisch und/oder nichtionisch modifizierten
Derivaten von diesen. Insbesondere bevorzugt von diesen sind die sulfonierten Derivate
der Phthalsäure- und Terephthalsäure-Polymere.
[0234] Optische Aufheller (sogenannte "Weißtöner") können den erfindungsgemäßen Mitteln
zugesetzt werden, um Vergrauungen und Vergilbungen der behandelten Textilien zu beseitigen.
Diese Stoffe ziehen auf die Faser auf und bewirken eine Aufhellung und vorgetäuschte
Bleichwirkung, indem sie unsichtbare Ultraviolettstrahlung in sichtbares längerwelliges
Licht umwandeln, wobei das aus dem Sonnenlicht absorbierte ultraviolette Licht als
schwach bläuliche Fluoreszenz abgestrahlt wird und mit dem Gelbton der vergrauten
bzw. vergilbten Wäsche reines Weiß ergibt. Geeignete Verbindungen stammen beispielsweise
aus den Substanzklassen der 4,4'-Diamino-2,2'-stilbendisulfonsäuren (Flavonsäuren),
4,4'-Distyryl-biphenylen, Methylumbelliferone, Cumarine, Dihydrochinolinone, 1,3-Diarylpyrazoline,
Naphthalsäureimide, Benzoxazol-, Benzisoxazol- und Benzimidazol-Systeme sowie der
durch Heterocyclen substituierten Pyrenderivate.
[0235] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in
der Flotte suspendiert zu halten und so das Wiederaufziehen des Schmutzes zu verhindern.
Hierzu sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise
die wasserlöslichen Salze polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethersulfonsäuren
der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose
oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für
diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und andere als
die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, z.B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken
usw. Auch Polyvinylpyrrolidon ist brauchbar. Als Vergrauungsinhibitoren einsetzbar
sind weiterhin Celluloseether wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose,
Hydroxyalkylcellulose und Mischether wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose,
Methylcarboxy-methylcellulose und deren Gemische.
[0236] Da textile Flächengebilde, insbesondere aus Reyon, Zellwolle, Baumwolle und deren
Mischungen, zum Knittern eigen können, weil die Einzelfasern gegen Durchbiegen, Knicken.
Pressen und Quetschen quer zur Faserrichtung empfindlich sind, können die erfindungsgemäßen
Mittel synthetische Knitterschutzmittel enthalten. Hierzu zählen beispielsweise synthetische
Produkte auf der Basis von Fettsäuren, Fettsäureestern. Fettsäureamiden, -alkylolestern,
-alkylolamiden oder Fettalkoholen, die meist mit Ethylenoxid umgesetzt sind, oder
Produkte auf der Basis von Lecithin oder modifizierter Phosphorsäureester. Eine im
besonderen Maße zur Textilausrüstung und Pflege geeignete Substanz ist das Baumwollsamenöl,
welches beispielsweise durch Auspressen der braunen gereinigten Baumwollsamen und
Raffination mit etwa 10%igem Natriumhydroxid oder durch Extraktion mit Hexan bei 60-70°C
hergestellt werden kann. Derartige Baumwollöle enthalten 40 bis 55 Gew.-% Linolsäure,
16 bis 26 Gew.-% Ölsäure und 20 bis 26 Gew.-% Palmitinsäure. Weitere zur Faserglättung
und Faserpflege besonders bevorzugte Mittel sind die Glyceride, insbesondere die Monoglyceride
von Fettsäuren wie beispielsweise Glycerinmonooleat oder Glycerinmonostearat.
[0237] Zur Bekämpfung von Mikroorganismen können die erfindungsgemäßen Mittel antimikrobielle
Wirkstoffe enthalten. Hierbei unterscheidet man je nach antimikrobiellem Spektrum
und Wirkungsmechanismus zwischen Bakteriostatika und Bakteriziden, Fungistatika und
Fungiziden usw. Wichtige Stoffe aus diesen Gruppen sind beispielsweise Benzalkoniumchloride,
Alkylarlylsulfonate, Halogenphenole und Phenolmercuriacetat, wobei bei den erfindungemäßen
Mitteln auch gänzlich auf diese Verbindungen verzichtet werden kann.
[0238] Um unerwünschte, durch Sauerstoffeinwirkung und andere oxidative Prozesse verursachte
Veränderungen an den Wasch- und Reinigungsmitteln und/oder den behandelten Textilien
zu verhindern, können die erfindungsgemäßen Mittel Antioxidantien enthalten. Zu dieser
Verbindungsklasse gehören beispielsweise substituierte Phenole, Hydrochinone, Brenzcatechnine
und aromatische Amine sowie organische Sulfide, Polysulfide, Dithiocarbamate, Phosphite
und Phosphonate.
[0239] Ein erhöhter Tragekomfort kann aus der zusätzlichen Verwendung von Antistatika resultieren,
die den erfindungsgemäßen Mitteln zusätzlich beigefügt werden. Antistatika vergrößern
die Oberflächenleitfähigkeit und ermöglichen damit ein verbessertes Abfließen gebildeter
Ladungen.
[0240] Äußere Antistatika sind in der Regel Substanzen mit wenigstens einem hydrophilen
Molekülliganden und geben auf den Oberflächen einen mehr oder minder hygroskopischen
Film. Diese zumeist grenzflächenaktiven Antistatika lassen sich in stickstoffhaltige
(Amine, Amide, quartäre Ammoniumverbindungen), phosphorhaltige (Phosphorsäureester)
und schwefelhaltige (Alkylsulfonate, Alkylsulfate) Antistatika unterteilen. Lauryl-
(bzw. Stearyl-) dimethylbenzylammoniumchloride eignen sich ebenfalls als Antistatika
für Textilien bzw. als Zusatz zu Waschmitteln, wobei zusätzlich ein Avivageeffekt
erzielt wird.
[0241] Phobier- und Imprägnierverfahren dienen der Ausrüstung von Textilien mit Substanzen,
welche die Ablagerung von Schmutz verhindern oder dessen Auswaschbarkeit erleichtern.
Bevorzugte Phobier- und Imprägniermittel sind perfluorierte Fettsäuren, auch in Form
ihrer Aluminium- u. Zirconiumsalze, organische Silicate, Silicone, Polyacrylsäureester
mit perfluorierter AlkoholKomponente oder mit perfluoriertem Acyl- od. Sulfonyl-Rest
gekoppelte, polymerisierbare Verbindungen. Auch Antistatika können enthalten sein.
Die schmutzabweisende Ausrüstung mit Phobier- und Imprägniermitteln wird oft als eine
Pflegeleicht-Ausrüstung eingestuft. Das Eindringen der Imprägniermittel in Form von
Lösungen oder Emulsionen der betreffenden Wirkstoffe kann durch Zugabe von Netzmitteln
erleichtert werden, die die Oberflächenspannung herabsetzen. Ein weiteres Einsatzgebiet
von Phobier- und Imprgäniermitteln ist die wasserabweisende Ausrüstung von Textilwaren,
Zelten, Planen, Leder usw., bei der im Gegensatz zum Wasserdichtmachen die Gewebeporen
nicht verschlossen werden, der Stoff also atmungsaktiv bleibt (Hydrophobieren). Die
zum Hydrophobieren verwendeten Hydrophobiermittel überziehen Textilien, Leder, Papier,
Holz usw. mit einer sehr dünnen Schicht hydrophober Gruppen, wie längere Alkyl-Ketten
od. SiloxanGruppen. Geeignete Hydrophobiermittel sind z. B. Paraffine, Wachse, Metallseifen
usw. mit Zusätzen an Aluminium- od. Zirconium-Salzen, quartäre Ammonium-Verbindungen
mit langkettigen Alkyl-Resten, Harnstoff-Derivate, Fettsäure-modifizierte Melaminharze,
Chrom-Komplexsalze, Silicone, Zinn-organische Verbindungen und Glutardialdehyd sowie
perfluorierte Verbindungen. Die hydrophobierten Materialien fühlen sich nicht fettig
an; dennoch perlen - ähnlich wie an gefetteten Stoffen - Wassertropfen an ihnen ab,
ohne zu benetzen. So haben z. B. Silicon-imprägnierte Textilien einen weichen Griff
u. sind wasser- u. schmutzabweisend; Flecke aus Tinte, Wein, Fruchtsäften und dergleichen
sind leichter zu entfernen.
[0242] Zu den nichtwässrigen Lösungsmittel, welche in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt
werden können, zählen insbesondere die organischen Lösungsmittel, von denen hier nur
die wichtigsten aufgeführt sein können: Alkohole (Methanol, Ethanol, Propanole, Butanole,
Octanole, Cyclohexanol), Glykole (Ethylenglykol, Diethylenglykol), Ether u. Glykolether
(Diethylether, Dibutylether, Anisol, Dioxan, Tetrahydrofuran, Mono-, Di-, Tri-, Polyethylenglykolether),
Ketone (Aceton, Butanon, Cyclohexanon), Ester (Essigsäureester, Glykolester), Amide
u. a. Stickstoff-Verbindungen (Dimethylformamid, Pyridin, N-Methylpyrrolidon, Acetonitril),
Schwefel-Verindungen (Schwefelkohlenstoff, Dimethylsulfoxid, Sulfolan), Nitro-Verbindungen
(Nitrobenzol), Halogenkohlenwasserstoffe (Dichlormethan, Chloroform, Tetrachlormethan,
Tri-, Tetrachlorethen, 1,2-Dichlorethan, Chlorfluorkohlenstoffe), Kohlenwasserstoffe
(Benzine, Petrolether, Cyclohexan, Methylcyclohexan, Decalin, Terpen-Lösungsmittel,
Benzol, Toluol, Xylole). Alternativ können statt der reinen Lösungsmittel auch deren
Gemische, welche beispielsweise die Lösungseigenschaften verschiedener Lösungsmittel
vorteilhaft vereinigen, eingesetzt werden. Ein derartiges und im Rahmen der vorliegenden
Anmeldung besonders bevorzugtes Lösungsmittelgemisch ist beispielsweise Waschbenzin,
ein zur chemischen Reinigung geeignetes Gemisch verschiedener Kohlenwasserstoffe,
vorzugsweise mit einem Gehalt an C12 bis C14 Kohlenwasserstoffen oberhalb 60 Gew.-%,
besonders bevorzugt oberhalb 80 Gew.-% und insbesondere oberhalb 90 Gew.-%, jeweils
bezogen auf das Gesamtgewicht des Gemischs, vorzugsweise mit einem Siedebereich von
81 bis 110 °C.
[0243] Zur Pflege der Textilien und zur Verbesserung der Textileigenschaften wie einem weicheren
"Griff' (Avivage) und verringerter elektrostatischer Aufladung (erhöhter Tragekomfort)
können die erfindungsgemäßen Mittel Weichspüler enthalten. Die Wirkstoffe in Weichspülformulierungen
sind "Esterquats", quartäre Ammoniumverbindungen mit zwei hydrophoben Resten, wie
beispielsweise das Disteraryldimethylammoniumchlorid, welches jedoch wegen seiner
ungenügenden biologischen Abbaubarkeit zunehmend durch quartäre Ammoniumverbindungen
ersetzt wird, die in ihren hydrophoben Resten Estergruppen als Sollbruchstellen für
den biologischen Abbau enthalten. Derartige "Esterquats" mit verbesserter biologischer
Abbaubarkeit sind beispielsweise dadurch erhältlich, daß man Mischungen von Methyldiethanolamin
und/oder Triethanolamin mit Fettsäuren verestert und die Reaktionsprodukte anschließend
in an sich bekannter Weise mit Alkylierungsmitteln quaterniert. Als Appretur weiterhin
geeignet ist Dimethylolethylenharnstoff.
[0244] Zur Verbesserung des Wasserabsorptionsvermögens, der Wiederbenetzbarkeit der behandelten
Textilien und zur Erleichterung des Bügelns der behandelten Textilien können in den
erfindungsgemäßen Mitteln beispielsweise Silikonderivate eingesetzt werden. Diese
verbessern zusätzlich das Ausspülverhalten der erfindungsgemäßen Mittel durch ihre
schauminhibierenden Eigenschaften. Bevorzugte Silikonderivate sind beispielsweise
Polydialkyl- oder Alkylarylsiloxane, bei denen die Alkylgruppen ein bis fünf C-Atome
aufweisen und ganz oder teilweise fluoriert sind. Bevorzugte Silikone sind Polydimethylsiloxane,
die gegebenenfalls derivatisiert sein können und dann aminofunktionell oder quaterniert
sind bzw. Si-OH-, Si-H- und/oder Si-Cl-Bindungen aufweisen. Weitere bevorzugte Silikone
sind die Polyalkylenoxid-modifizierten Polysiloxane, also Polysiloxane, welche beispielsweise
Polyethylenglycole aufweisen sowie die Polyalkylenoxid-modifizierten Dimetylpolysiloxane.
[0245] Proteinhydrolysate sind auf Grund ihrer faserpflegenden Wirkung weitere im Rahmen
der vorliegenden Erfindung bevorzugte Aktivsubstanzen aus dem Gebiet der Wasch- und
Reinigungsmittel. Proteinhydrolysate sind Produktgemische, die durch sauer, basisch
oder enzymatisch katalysierten Abbau von Proteinen (Eiweißen) erhalten werden. Erfindungsgemäß
können Proteinhydrolysate sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs eingesetzt
werden. Tierische Proteinhydrolysate sind beispielsweise Elastin-, Kollagen-, Keratin-,
Seiden- und Milcheiweiß-Proteinhydrolysate, die auch in Form von Salzen vorliegen
können. Erfindungsgemäß bevorzugt ist die Verwendung von Proteinhydrolysaten pflanzlichen
Ursprungs, z. B. Soja-, Mandel-, Reis-, Erbsen-, Kartoffel- und Weizenproteinhydrolysate.
Wenngleich der Einsatz der Proteinhydrolysate als solche bevorzugt ist, können an
deren Stelle gegebenenfalls auch anderweitig erhaltene Aminosäuregemische oder einzelne
Aminosäuren wie beispielsweise Arginin, Lysin, Histidin oder Pyrroglutaminsäure eingesetzt
werden. Ebenfalls möglich ist der Einsatz von Derivaten der Proteinhydrolysate, beispielsweise
in Form ihrer Fettsäure-Kondensationsprodukte.
[0246] Schließlich können die erfindungsgemäßen Mittel auch UV-Absorber enthalten, die auf
die behandelten Textilien aufziehen und die Lichtbeständigkeit der Fasern verbessern.
Verbindungen, die diese gewünschten Eigenschaften aufweisen, sind beispielsweise die
durch strahlungslose Desaktivierung wirksamen Verbindungen und Derivate des Benzophenons
mit Substituenten in 2-und/oder 4-Stellung. Weiterhin sind auch substituierte Benzotriazole,
in 3-Stellung Phenylsubstituierte Acrylate (Zimtsäurederivate), gegebenenfalls mit
Cyanogruppen in 2-Stellung, Salicylate, organische Ni-Komplexe sowie Naturstoffe wie
Umbelliferon und die körpereigene Urocansäure geeignet.
[0247] Reinigungsmittel für das maschinelle Geschirrspülen können zum Schutze des Spülgutes
oder der Maschine Korrosionsinhibitoren enthalten, wobei besonders Silberschutzmittel
und Glaskorrosionsinhibitoren im Bereich des maschinellen Geschirrspülens eine besondere
Bedeutung haben. Einsetzbar sind die bekannten Substanzen des Standes der Technik.
Allgemein können vor allem Silberschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe der Triazole,
der Benzotriazole, der Bisbenzotriazole, der Aminotriazole, der Alkylaminotriazole
und der Übergangsmetallsalze oder -komplexe eingesetzt werden. Besonders bevorzugt
zu verwenden sind Benzotriazol und/oder Alkylaminotriazol. Man findet in Reinigerformulierungen
darüber hinaus häufig aktivchlorhaltige Mittel, die das Korrodieren der Silberoberfläche
deutlich vermindern können. In chlorfreien Reinigern werden besonders Sauerstoff-
und stickstoffhaltige organische redoxaktive Verbindungen, wie zwei- und dreiwertige
Phenole, z. B. Hydrochinon, Brenzkatechin, Hydroxyhydrochinon, Gallussäure, Phloroglucin,
Pyrogallol bzw. Derivate dieser Verbindungsklassen. Auch salz- und komplexartige anorganische
Verbindungen, wie Salze der Metalle Mn, Ti, Zr, Hf, V, Co und Ce finden häufig Verwendung.
Bevorzugt sind hierbei die Übergangsmetallsalze, die ausgewählt sind aus der Gruppe
der Mangan und/oder Cobaltsalze und/oder -komplexe, besonders bevorzugt der Cobalt(ammin)-Komplexe,
der Cobalt(acetat)-Komplexe, der Cobalt-(Carbonyl)-Komplexe, der Chloride des Cobalts
oder Mangans und des Mangansulfats sowie den Mangankomplexen
[Me-TACN)Mn
IV(m-0)
3Mn
IV(Me-TACN)]
2+(PF
6-)
2,
[Me-MeTACN)Mn
IV(m-0)
3Mn
IV(Me-MeTACN)]
2+(PF
6-)
2,
[Me-TACN)Mn
III(m-0)(m-0Ac)
2Mn
III(Me-TACN)]
2+(PF
6-)
2 und
[Me-MeTACN)Mn
III(m-0)(m-0Ac)
2Mn
III(Me-MeTACN)]
2+(PF
6-)
2, wobei Me-TACN für 1,4,7-trimethyl-1,4,7-triazacyclononan und Me-MeTACN für 1,2,4,7-tetramethyl-1,4,7-triazacyclononan
steht. Ebenfalls können Zinkverbindungen zur Verhinderung der Korrosion am Spülgut
eingesetzt werden.
[0248] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, zusätzlich mindestens ein
Silberschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe der Triazole, der Benzotriazole, der
Bisbenzotriazole, der Aminotriazole, der Alkylaminotriazole, vorzugsweise Benzotriazol
und/oder Alkylaminotriazol, in Mengen von 0,001 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise von 0,01
bis 0,5 Gew.-% und insbesondere von 0,05 bis 0,25 Gew.-%, jeweils bezogen auf das
Gesamtgewicht der in den erfindungsgemäßen wasserlöslichen Behältern umschlossenen
Feststoffe, einzusetzen.
[0249] Neben den zuvor genannten Silberschutzmitteln können erfindungsgemäße Mittel weiterhin
eine oder mehrere Substanzen zur Verringerung der Glaskorrosion enthalten. Im Rahmen
der vorliegenden Anmeldung werden insbesondere Zusätze von Zink und/oder anorganischen
und/oder organischen Zinksalzen und/oder Silikaten, beispielsweise das schichtförmige
kristalline Natriumdisilikat SKS 6 der Clariant GmbH, und/oder wasserlösliche Gläser,
beispielsweise Gläser, welche einen Masseverlust von wenigstens 0,5 mg unter den in
DIN ISO 719 angegebenen Bedingungen aufweisen, zur Verringerung der Glaskorrosion
bevorzugt. Besonders bevorzugte Mittel enthalten mindestens ein Zinksalz einer organischen
Säure, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe Zinkoleat, Zinkstearat, Zinkgluconat,
Zinkacetat, Zinklactat und Zinkcitrat.
Beispiele:
[0250] Handelsübliche Geschirrspülmitteltabletten (V1) in tetragonaler Form mit den Abmessungen
38,60 x 30,50 x 15,50 mm und einem Volumen von 17,80 cm
3 wurden in handelsübliche Geschirrspülmaschinen eingelegt. Erfindungsgemäße Formkörper
E1 bis E3 wurden hergestellt, welche in alle Geschirrspülmaschinen passen, in die
auch die herkömmliche Tablette paßt, sich jedoch durch ein deutlich erhöhtes Volumen
auszeichnen. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 1:
Tabelle 1: Einpaßbarkeit von Formkörpern in Dosierkammern
| |
|
V1 |
E1 |
E2 |
E3 |
| |
Länge [mm] |
38,60 |
38,60 |
38,60 |
38,60 |
| Breiteoben [mm] |
30,50 |
35,80 |
36,10 |
35,80 |
| Breiteunten [mm] |
30,50 |
22,70 |
24,90 |
26,60 |
| |
Höhe/mm |
15,60 |
16,00 |
16,00 |
16,00 |
| |
α[°] |
90 |
50 |
55 |
60 |
| |
Volumen [cm3] |
ca.17,80 |
ca.19,70 |
ca.19,80 |
ca.20,70 |
| Dosiergerät / Geschirrspülermodell - Beispiel |
Mehrvolumen gegenüber V1 [%] |
0 |
10,7 |
11,2 |
16,3 |
| AEG Öko Fav. 80800 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Zanussi-Rex IT 1063 WRD |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Bauknecht GSFP 3988 WS |
passt |
passt |
passt |
passt |
| AEG Öko Fav. 80820 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Miele G 698 SC |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Whirlpool ADG 956 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Indesit DA 62 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Candy CD 475 S |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Bosch SMS 4492 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Bosch SGS 0902 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Fagor VFE-07S |
passt |
passt |
passt |
passt |
[0251] Die Tabelle 1 zeigt, daß sich erfindungsgemäß das Volumen deutlich erhöhen läßt,
ohne auf Paßgenauigkeit zu verzichten.
[0252] Analog wurden neuartige Formkörper (V2) in Form eines befüllten Tiefziehteils in
tetragonaler Form mit den Abmessungen 39,50 x 30,00 x 18,50 mm und einem Volumen von
21,10 cm
3 in handelsübliche Geschirrspülmaschinen eingelegt. Diese Formkörper lassen sich schon
in fünf der Dosierkammern der o.g. Geschirrspülmaschinen nicht mehr einlegen. Es wurden
erfindungsgemäße Formkörper E4 bis E6 hergestellt, welche bei gleichem Volumen in
eine größere Anzahl von Dosierkammern passen sollten oder bei gleicher Paßgenauigkeit
ein größeres Volumen besitzen. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 2:
Tabelle 2: Einpaßbarkeit von Formkörpern in Dosierkammern
| |
|
V2 |
E4 |
E5 |
E6 |
| |
Länge [mm] |
39,50 |
38,60 |
38,80 |
38,80 |
| Breiteoben [mm] |
30,00 |
35,80 |
37,00 |
37,00 |
| Breiteunten [mm] |
30,00 |
26,20 |
27,20 |
26,60 |
| |
Höhe/mm |
18,50 |
16,60 |
17,00 |
18,00 |
| |
α[°] |
90 |
60 |
60 |
60 |
| |
Volumen [cm3] |
ca.21,10 |
ca.21,10 |
ca.22,00 |
ca.23,30 |
| Dosiergerät / Geschirrspülermodell - Beispiel |
Mehrvolumen gegenüber V1[%] |
0 |
0 |
4,3 |
10,4 |
| AEG Öko Fav. 80800 |
passt nicht |
passt |
passt nicht |
passt nicht |
| Zanussi-Rex IT 1063 WRD |
passt nicht |
passt nicht |
passt nicht |
passt nicht |
| Bauknecht GSFP 3988 WS |
passt nicht |
passt |
passt |
passt nicht |
| AEG Öko Fav. 80820 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Miele G 698 SC |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Whirlpool ADG 956 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Indesit DA 62 |
passt nicht |
passt nicht |
passt nicht |
passt nicht |
| Candy CD 475 S |
passt nicht |
passt |
passt nicht |
passt nicht |
| Bosch SMS 4492 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Bosch SGS 0902 |
passt |
passt |
passt |
passt |
| Fagor VFE-07S |
passt |
passt |
passt |
passt |
[0253] Die Tabelle zeigt, daß die erfindungsgemäßen Formkörper entweder bei gleichem Volumen
in deutlich mehr Dosierkammern passen (E4) oder bei deutlich höheren Volumen in die
gleiche Anzahl von Dosierkammern passen (E6) wie das Vergleichsbeispiel Bei geringerfügig
errhöhtem Volumen läßt sich auch eine höhere Paßganeuigkeit verwirklichen (E5).