[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Isolierstoffteil für ein elektrisches Hochspannungs-Gerät,
insbesondere für einen Hochspannungs-Leistungsschalter.
[0002] Ein Isolierstoffteil ist beispielsweise aus der Patentschrift
DE 198 26 202 C2 bekannt. Zur Verringerung des elektrischen Widerstandes in Oberflächenbereichen,
welche einer erhöhten dielektrischen Belastung ausgesetzt sind, werden diese Bereiche
des fertigen Isolierstoffteiles mit Beta- oder Gamma-Strahlung bestrahlt. Durch die
Behandlung mit hochenergetischer Strahlung erfolgt eine Beeinflussung der Teilchenbindungen
des Isolierstoffes. Insbesondere bei Kunststoffen, welche langkettige Verbindungen
aufweisen, tritt durch ein Aufbrechen der Teilchenbindungen eine Versprödung des Materials
ein. Dadurch ist die mechanische Festigkeit vermindert. Um die für die technische
Anwendung geforderte Stabilität zu erzielen, sind die derart behandelten Isolierstoffteile
entsprechend großzügig zu dimensionieren.
[0003] Weiter ist es auf den Patentschriften
CH 652 528 A5 und
CH 653 477 A5 bekannt, eine Düse eines Druckgasschalters, welche einen Isolierstoffkörper aufweist,
mit elektrisch leitenden Pulvern oder Einsätzen zu versehen. Dadurch wird die Abbrandfestigkeit
der Düse verbessert, bzw. ein elektrisches Feld im Bereich der Düse beeinflusst. Elektrisch
leitende Pulver bzw. Einsätze stellen innerhalb des Isolierstoffkörpers Fremdkörper
dar und beeinflussen die mechanische Festigkeit nachteilig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Isolierstoffteil der eingangs genannten
Art derart zu gestalten, dass das Isolierstoffteil eine verbesserte mechanische Festigkeit
aufweist.
[0005] Die Aufgabe wird bei einem Isolierstoffteil der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, das Isolierstoffteil erste aus einem Granulat gefertigte Teilvolumina
und zweite aus einem Granulat gefertigte Teilvolumina aufweist, wobei das Granulat
für die Fertigung der ersten Teilvolumina durch eine Behandlung eine erhöhte elektrische
Leitfähigkeit gegenüber dem Granulat für die Fertigung der zweiten Teilvolumina aufweist
und wobei das Isolierstoffteil zumindest teilweise aus einem Gemisch des behandelten
und unbehandelten Granulats besteht.
[0006] Durch ein Gemisch von behandelten und unbehandelten Teilvolumina ist es ermöglicht,
je nach Mischungsverhältnis der Volumina zueinander eine erhöhte Stabilität bei einer
gegenüber unbehandeltem Material veränderten elektrischen Leitfähigkeit zu erzielen.
So ist es beispielsweise möglich, die unbehandelten Teilvolumina vorzusehen, um die
mechanische Festigkeit zu gewährleisten und die behandelten Teilvolumina zum Beeinflussen
der elektrischen Eigenschaften des Isolierstoffteiles einzusetzen. Eine Behandlung
kann nach verschiedenen Methoden erfolgen. So ist es möglich, Teilvolumina mechanisch,
chemisch oder beispielsweise mit hochenergetischer Strahlung wie Alpha-, Beta- oder
Gamma-Strahlung, zu behandeln.
[0007] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass das Gemisch zumindest
teilweise an der Oberfläche des Isolierstoffteiles liegt.
[0008] Unter einem Gemisch wird hier die statistische Verteilung verschiedener Teilvolumina
innerhalb eines Gesamtvolumens verstanden. Die Eigenschaften der miteinander in Verbindung
tretenden Teilvolumina werden durch die Verbindung nicht verändert.
[0009] Eine Anordnung des Gemisches entlang der Oberfläche des Isolierstoffteiles bewirkt
eine besonders einfache und direkte Beeinflussung der elektrischen Eigenschaften des
Isolierstoffteiles. Es kann auch vorgesehen sein, dass das gesamte Isolierstoffteil
aus einem homogenen Gemisch von behandelten und unbehandelten Teilvolumina gebildet
ist. Eine Anordnung des Gemisches lediglich in bestimmten Oberflächenbereichen des
Isolierstoffteils gestattet eine gezielte Steuerung des elektrischen Verhaltens. So
sind beispielsweise an dem Isolierstoffteil bestimmte Kriechstrompfade zur Ableitung
von Oberflächenladungen gezielt konstruierbar. Die Kriechstrompfade können auch das
Innere des Isolierstoffteiles durchsetzen und beispielsweise zu Elektroden hinführen.
[0010] Weiterhin kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die behandelten Teilvolumina in
den unbehandelten Teilvolumina eingebettet sind.
[0011] Eine Einbettung der behandelten Teilvolumina in die unbehandelten Teilvolumina gestattet
es, Isolierstoffteile zu fertigen, welche bei einer hohen mechanischen Festigkeit
günstige Eigenschaften hinsichtlich eines veränderten elektrischen Widerstandes, insbesondere
an den Oberflächen des Isolierstoffteiles, aufweisen. Die unbehandelten Teilvolumina
sind dabei zur Gewährleistung einer ausreichenden Isolationsfestigkeit sowie mechanischen
Festigkeit des Isolierstoffteiles vorgesehen. Die behandelten Teilvolumina beeinflussen
diese Eigenschaften nur punktuell und führen nicht zu einer substantiellen Schwächung
des Isolierstoffteiles hinsichtlich mechanischer sowie dielektrischer Eigenschaften.
Durch eine Wahl des Mischungsverhältnisses von unbehandelten und behandelten Teilvolumina
ist der Grad der Einbettung leicht beeinflussbar. Ein gegenüber unbehandelten Teilvolumina
verringerter Anteil behandelter Teilvolumina bewirkt bei einer Vermischung der Anteile
eine ausreichende Einbettung. Bei einem großen Anteil behandelter Teilvolumina sind
diese beispielsweise gut einzumischen, um eine ausreichende Einbettung zu gewährleisten.
Der Anteil behandelter Teilvolumina am Gesamtvolumen des Gemisches kann beispielsweise
10, 20, 30, 40 oder 50% betragen.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass die Teilvolumina aus PTFE bestehen.
[0013] Polytetrafluorethylen (PTFE) weist ein sehr hohes Isoliervermögen auf. Nachteil des
sehr hohen Isoliervermögens ist, dass sich auf der Oberfläche eines PTFE-Isolierstoffteiles
elektrische Ladungen sammeln, diese jedoch aufgrund des Isoliervermögens nicht in
ausreichendem Maße abfließen können. Es entstehen so gefährdete Bereiche mit einer
erhöhten elektrischen Feldstärke, die ein Auftreten von elektrischen Überschlägen
oder Teilentladungen verursachen kann. Durch eine erfindungsgemäße Ausgestaltung von
Isolierstoffteilen, welche aus PTFE gebildet sind und die aus behandelten sowie unbehandelten
Teilvolumina bestehen, ist die Gefahr des Auftretens von gefährdeten Bereichen gemindert.
[0014] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfaches und kostengünstiges Verfahren
zur Herstellung eines oben genannten Isolierstoffteiles für ein elektrisches Hochspannungs-Gerät
anzugeben.
[0015] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass behandelte Teilvolumina mit
unbehandelten Teilvolumina vermischt werden und zur Fertigung eines Isolierstoffteiles
eine Formgebung des Gemisches erfolgt.
[0016] Durch ein Vermischen behandelter und unbehandelter Teilvolumina ist es möglich, das
Mischungsverhältnis je nach den gewünschten Eigenschaften des Isolierstoffteiles in
verschiedenen Zusammenstellungen zu erzeugen. Dabei ist es möglich, zur Behandlung
der Teilvolumina verschiedene Methoden zum Einsatz zu bringen.
[0017] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass das Gemisch gesintert wird.
[0018] Häufig liegen die Teilvolumina in Granulatform vor. Die Vielzahl der einzelnen Teilvolumina
bzw. Granulatkörnchen sind durch das Sinterverfahren in geeigneter Weise zu verbinden.
[0019] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in einer Zeichnung
schematisch gezeigt und nachfolgend näher beschrieben.
Dabei zeigt die
[0020]
- Figur 1
- einen Schnitt durch eine Isolierstoffdüse und die
- Figur 2
- eine Prinzipdarstellung eines Verfahrens zur Her- stellung einer Isolierstoffdüse.
[0021] Eine in der Figur 1 dargestellte Isolierstoffdüse 1 wird in Hochspannungs-Leistungsschaltern
eingesetzt, um das Brennen und Löschen eines Schaltlichtbogens zu beeinflussen sowie
das Abströmen von Schaltgasen zu lenken. Die Isolierstoffdüse 1 weist einen Grundkörper
auf, welcher einen durchgehenden Kanal 2 aufweist. Der Grundkörper ist aus einem Isolierstoff,
beispielsweise Polytetrafluorethylen (PTFE), gebildet. Der Kanal 2 ist an einem seiner
Enden im Wesentlichen zylinderförmig gestaltet. An dem anderen Ende erweitert sich
der Kanal 2 trichterförmig. An dem trichterförmig ausgestalteten Ende des Kanals 2
ist die Oberfläche der Isolierstoffdüse 1 teilweise aus einem Gemisch eines ersten
Teilvolumens 3 (⊗) und eines zweiten Teilvolumens 4 (O) gebildet. Das erste Teilvolumen
3 ist aus einer Vielzahl von Teilvolumina (Granulat) gebildet, welches hochenergetischer
Strahlung, beispielsweise Alpha-, Beta- oder Gamma-Strahlung, ausgesetzt war. Das
zweite Teilvolumen 4 ist unbehandelt und ebenfalls aus einer Vielzahl von Teilvolumina
gebildet. Die behandelten Teilvolumina des ersten Teilvolumens 3 sind in die Teilvolumina
des zweiten Teilvolumens 4 eingebettet. Das heißt, die Teilvolumina des zweiten Teilvolumens
4 sind in einer größeren Menge vorhanden als die Teilvolumina des ersten Teilvolumens
3. Neben der in der Figur 1 gezeigten Ausgestaltungsvariante sind auch weitere Oberflächenbereiche
der Isolierstoffdüse 1 mit einem Gemisch aus behandelten Teilvolumina und unbehandelten
Teilvolumina ausbildbar. Die weiteren Oberflächenbereiche können beispielsweise stirnseitig
oder mantelseitig an der Isolierstoffdüse angeordnet sein. Daneben kann weiterhin
vorgesehen sein, die gesamte Isolierstoffdüse 1 aus einem Gemisch behandelter und
unbehandelter Teilvolumina herzustellen.
[0022] Ein Verfahren zur Herstellung einer Isolierstoffdüse, welche in Gänze aus einem Gemisch
behandelter und unbehandelter Teilvolumina besteht, ist in der Figur 2 schematisch
dargestellt. Das erste Teilvolumen 3 wird aus einem ersten Sammelbehälter 5a kommend
an einer Strahlenkanone 6 vorbeigeführt und mit Gamma-Strahlung bestrahlt. Durch Variation
der Zeitdauer bzw. der Intensität der Strahlung können die elektrischen Eigenschaften
in verändertem Umfang beeinflusst werden. Das zweite Teilvolumen 4 wird aus einem
zweiten Sammelbehälter 5b kommend ebenso wie das behandelte erste Teilvolumen 3 einer
Mischvorrichtung 7 zugeführt. In der Mischvorrichtung 7 werden die erforderlichen
Mengen von behandelten und unbehandelten Teilvolumina miteinander vermischt. Das so
gebildete Gemisch wird in einer Form 8 beispielsweise durch ein Pressverfahren zu
einem Formkörper verbunden. Anschließend kann der feste Formkörper zu einem festen
Formkörper versintert werden. Am Ende des Prozesses ist eine aus einem ersten Teilvolumen
3 und einem zweiten Teilvolumen 4 gebildete Isolierstoffdüse gefertigt. Die Isolierstoffdüse
kann nunmehr verbaut oder weiteren Bearbeitungsschritten unterzogen werden.
[0023] Nach diesem Verfahren sind auch Isolierstoffkörper herstellbar, die lediglich partiell
ein Gemisch von behandelten und unbehandelten Teilvolumina aufweisen.
1. Isolierstoffteil (1) für ein elektrisches Hochspannungs-Gerät, insbesondere für einen
Hochspannungs-Leistungsschalter, wobei das Isolierstoffteil (1) erste aus einem Granulat
gefertigte Teilvolumina (3) und zweite aus einem Granulat gefertigte Teilvolumina
(4) aufweist, wobei das Granulat für die Fertigung der ersten Teilvolumina (3) durch
eine Behandlung eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit gegenüber dem Granulat für
die Fertigung der zweiten Teilvolumina (4) aufweist und wobei das Isolierstoffteil
(1) zumindest teilweise aus einem Gemisch des behandelten und unbehandelten Granulats
besteht.
2. Isolierstoffteil (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet , dass die Granulate (3,4) zumindest teilweise an der Oberfläche des Isolierstoffteiles
(1) liegen.
3. Isolierstoffteil (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet , dass das behandelte Granulat (3) in dem unbehandelten Granulat (4) eingebettet sind.
4. Isolierstoffteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet , dass die Granulate (3,4) aus PTFE bestehen.
1. Insulating material piece (1) for an electrical high-voltage device, in particular
for a high-voltage power breaker, the insulating material piece (1) having first subvolumes
(3) produced from granules and second subvolumes (4) produced from granules,
the granules for the production of the first subvolumes (3) having, by means of a
treatment, an increased electrical conductivity compared to the granules for the production
of the second subvolumes (4), and
the insulating material piece (1) at least partially comprising a mixture of treated
and untreated granules.
2. Insulating material piece (1) according to Claim 1,
characterized in that
the granules (3, 4) lie at least partially on the surface of the insulating material
piece (1).
3. Insulating material piece (1) according to Claim 1 or 2,
characterized in that
the treated granules (3) are embedded in the untreated granules (4) .
4. Insulating material piece (1) according to one of Claims 1 to 3,
characterized in that
the granules (3, 4) are made of PTFE.
1. Pièce (1) isolante pour un appareil électrique de haute tension notamment pour un
disjoncteur de haute tension, dans laquelle la pièce (1) isolante a un premier sous-volume
(3) en un granulé et un deuxième sous-volume (4) en un granulé, le granulé pour la
fabrication du premier sous-volume (3) ayant par un traitement, une conductivité électrique
plus grande que le granulé pour la fabrication du deuxième sous-volume (4) et dans
laquelle la pièce (1) isolante est constituée au moins en partie d'un mélange du granulé
traité et non traité.
2. Pièce (1) isolante, selon la revendication 1, caractérisée en ce que les granulés (3, 4) se trouvent au moins en partie à la surface de la pièce (1) isolante.
3. Pièce (1) isolante, selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le granulé (3) traité est incorporé dans le granulé (4) non traité.
4. Pièce (1) isolante, selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les granulés (3, 4) sont en PTFE.