[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Probenträgers
mit einer Vielzahl von MALDI-Matrix-Punkten, ein Flächengebilde erhältlich mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren sowie ein langzeitstabiles Flächengebilde.
[0002] Für die Analyse von Proben beispielsweise in der Wirkstoffchemie oder in der biologischen
Forschung und Produktion hat sich vermehrt die Massenspektrometrie durchgesetzt. Für
die Analyse von in den Proben befindlichen Biomolekülen wird vorzugsweise die Massenspektrometrie
mit Ionisierung durch Matrix-unterstützte Laserdesorption und Ionisierung (MALDI)
eingesetzt.
[0004] Probenträger mit MALDI-Punkten sind beispielsweise aus der
WO 00/67293 bekannt.
[0005] Die MALDI-Matrix-Punkte werden gemäß dem Stand der Technik erzeugt, indem die Matrix-Substanz
als Lösung in Form eines Flüssigkeitstropfens auf einen Probenträger aufgebracht und
dort getrocknet wird. Insbesondere bei Serienversuchen, bei denen teilweise mehr als
200 MALDI-Matrix-Punkte auf den Probenträger aufgebracht werden müssen, ist dieses
Verfahren trotz Automationstechniken sehr aufwendig. Darüber hinaus sind die MALDI-Matrix-Punkte
in ihrer Form nicht gleichmäßig und in sich nicht homogen. Weiterhin ist die Position
der Matrix-Punkte auf dem Probenträger relativ ungenau. Um ein Ineinanderlaufen zweier
benachbarter Punkte zu verhindern, muß deren Abstand entsprechend groß gewählt werden.
[0006] Es stellt sich deshalb die Aufgabe ein Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes
mit einer Vielzahl von MALDI-Matrix-Punkten zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile
des Standes der Technik nicht aufweist.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß mit einem Verfahren zur Herstellung eines
Flächengebildes, vorzugsweise eines Probenträgers, mit einer Vielzahl von MALDI-Matrix-Punkten,
bei dem die MALDI-Matrix-Punkte durch Niederschlag der MALDI-Matrix-Substanz aus der
Gasphase auf den Probenträger aufgetragen werden.
[0008] Es war für den Fachmann überaus erstaunlich und nicht zu erwarten, dass es mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren gelingt, eine beliebige Anzahl von MALDI-Matrix-Punkten
gleichzeitig zu erzeugen. Die MALDI-Matrix-Punkte können eine beliebige Form aufweisen.
Sie sind sehr gut reproduzierbar herstellbar, sehr homogen und weisen eine Oberflächenstruktur
auf, mit der sich sehr gute Massenspektren erzielen lassen.
[0009] Ein Flächengebilde im Sinne der Erfindung ist jeder beliebige Formkörper mit einer
beliebig gestalteten Oberfläche. Vorzugsweise ist das Flächengebilde jedoch eine Platte
mit einer ebenen Oberfläche, ganz besonders bevorzugt ein Probenträger, der jedoch
vorzugsweise keine Einbuchtungen aufweist. Am meisten bevorzugt ist das erfindungsgemäße
Flächengebilde eine Folie.
[0010] Ein MALDI-Matrix-Punkt im Sinne der Erfindung besteht im wesentlichen aus mindestens
einer dem Fachmann geläufigen MALDI-Matrix-Substanz. Bevorzugte MALDI-Matrix-Substanzen
sind 3-Hydroxypicolinsäure, α-Cyano-4-hydroxy-zimtsäure, 2,5-Dihydroxybenzoesäure,
Sinapinsäure, 2,4,6-Trihydroxyacetophenon Nitrobenzylalkohol, Nikotinsäure, Ferulasäure,
Kaffeesäure, 2-Aminobenzoesäure, Picolinsäure, 3-Aminobenzoesäure, 2,3,4-Trihydroxyacetophenon,
6-Aza-2-thiothymidin, Harnstoff, Bernsteinsäure, Adipinsäure, Malonsäure oder deren
Mischung. Ganz besonders bevorzugt ist die MALDI-Matrix-Substanz α-Cyano-4-hydroxyzimtsäure.
[0011] Vorzugsweise wird als MALDI-Matrix-Substanz eine Verbindung gewählt, die auf dem
Flächengebilde sublimiert und für das menschliche Auge sichtbar ist.
[0012] Erfindungsgemäß werden die MALDI-Matrix-Punkte durch Niederschlag der MALDI-Matrix-Substanz
aus der Gasphase erzeugt. Niederschlag aus der Gasphase im Sinne der Erfindung ist
jedes Verfahren, bei dem die MALDI-Matrix-Substanz aus der Gasphase auf das Flächengebilde
übertragen wird. Beispielhaft seien Kondensation oder Sublimation genannt. Vorzugsweise
erfolgt die Auftragung der MALDI-Matrix-Punkte auf das Flächengebilde jedoch durch
Sublimation. Sublimation im Sinne der Erfindung beinhaltet, dass die MALDI-Matrix-Substanz
als Feststoff in die Gasphase überführt und/oder aus der Gasphase auf dem Flächengebilde
feststoffförmig niedergeschlagen wird. Die Sublimation findet vorzugsweise im Vakuum
statt. Besonders bevorzugt wird der Feststoff zur Sublimation erwärmt. Vorzugsweise
werden bei dem Niederschlag aus der Gasphase, besonders bevorzugt der Sublimation,
mehrere MALDI-Matrix-Substanzen besonders bevorzugt parallel oder sequentiell eingesetzt.
Die MALDI-Matrix-Substanzen können zur Herstellung unterschiedlicher MALDI-Matrix-Punkte
eingesetzt werden. Es ist aber auch denkbar, dass ein MALDI-Matrix-Punkt eine Substruktur,
beispielsweise separat voneinander vorliegende Teilpunkte, aufweist, die jeweils aus
einer unterschiedlichen MALDI-Matrix-Substanz aufgebaut sind. Eine Substruktur können
aber auch beispielsweise konzentrische Kreisringe sein, die jeweils aus einer unterschiedlichen
MALDI-Matrix-Substanz bestehen.
[0013] Vorzugsweise wird der Probenträger während des Niederschlags aus der Gasphase, besonders
bevorzugt der Sublimation, von einem Formkörper, einer sogenannten Maske, bedeckt,
die durchgehende Ausnehmungen aufweist. Nur im Bereich dieser Ausnehmungen schlägt
sich die MALDI-Matrix-Substanz auf dem Flächengebilde nieder und bildet dort einen
MALDI-Matrix-Punkt oder Teilpunkt. Diese Maske kann eine beliebige Anzahl von Ausnehmungen
aufweisen, die eine beliebige Form haben können. Beispielsweise können die Ausnehmungen
rund, rechteckig, quadratisch, dreieckig oder oval sein, um nur eine kleine Anzahl
der möglichen Formen zu nennen. Die Form kann zur Unterscheidung der jeweiligen MALDI-Matrix-Substanzen
auf einem Flächengebilde herangezogen werden. Das Flächengebilde kann auch ursprünglich
von mehreren Masken bedeckt sein, die dann nacheinander entfernt werden, um beispielsweise
auf unterschiedliche Bereiche des erfindungsgemäßen Flächengebildes unterschiedliche
MALDI-Matrix-Substanzen aufzutragen.
[0014] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die
Maske weitere Ausnehmungen auf, mit denen Informationen auf das Flächengebilde übertragen
werden können. Im Bereich dieser Ausnehmungen schlägt sich die MALDI-Matrix-Substanz
auf dem Flächengebilde nieder, so dass die Information dort sichtbar wird. Beispiele
für Informationen im Sinne der Erfindung sind die Beschriftung der Reihen und Spalten
eines Rasters, Kürzel für die verwendete MALDI-Matrix-Substanz aber auch Justierpunkte,
die eine exakte Justierung des Flächengebildes in dem entsprechenden Analysegerät
erlauben.
[0015] Vorzugsweise haben die MALDI-Matrix-Punkte eine Fläche von 1µm
2-10 mm
2. Auf einer derartigen Fläche läßt sich ein Flüssigkeitstropfen absetzen und vorzugsweise
so verankern, dass er sich selbst nach unten hängend nicht von dem erfindungsgemäßen
Flächengebilde löst.
[0016] Weiterhin bevorzugt sind die MALDI-Matrix-Punkte entlang eines exakten Rasters angeordnet,
das ein einfaches Ansteuern von Dosier- und/oder Analysierautomaten ermöglicht. Die
MALDI-Matrix-Punkte können eine beliebige Form aufweisen. Beispiele für mögliche Formen
sind rechteckig, quadratisch, dreieckig oder oval. Die Form der MALDI-Matrix-Punkte
kann zu deren Unterscheidung herangezogen werden, weil die Form beispielsweise unter
einem Mikroskop im Massenspektrometer bei der Analyse erkennbar ist. Beispielsweise
kann eine bestimmte Form einer bestimmten MALDI-Matrix-Substanz zugeordnet werden.
Weiterhin bevorzugt weist ein MALDI-Matrix-Punkt eine Substruktur auf. Diese Substruktur
kann aus mehreren von einander isolierten Teilpunkten bestehen, die vorzugsweise jeweils
aus einer unterschiedlichen MALDI-Matrix-Substanz bestehen. Die Substruktur kann aber
auch mehrere konzentrische Kreisringe aufweisen. Insbesondere die Ausführungsform
mit mehreren Teilpunkten hat den Vorteil, dass ein einziger Tropfen einer zu analysierenden
Substanz, der mit dem MALDI-Matrix-Punkt in Kontakt gebracht wird, gleichzeitig mehrere
Teilpunkte benetzt und somit an einem MALDI-Matrix-Punkt Untersuchungen mit mehreren
verschiedenen Matrix-Substanzen durchgeführt werden können.
[0017] Vorzugsweise stellen die MALDI-Matrix-Punkte oder Teilpunkte Bereiche dar, die besser
benetzbar als ihre Umgebung sind und die jeweils von einem schlechter benetzbaren,
vorzugsweise ultraphoben Bereich vollständig umschlossen sind. Durch diese Ausführungsform
ist es möglich, einen Flüssigkeitstropfen an einem ganz bestimmten Ort abzulegen und
dort vergleichsweise fest zu verankern.
[0018] Vorzugsweise weist die kristalline Struktur der MALDI-Matrix-Punkte oder Teilpunkte
eine Kristallit-größe < 1 µm auf. Diese bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung hat beispielsweise den Vorteil, dass die MALDI-Matrix-Punkte von der zu
testenden Substanz sehr gut und gleichmäßig angelöst werden und/oder dass ein sehr
gutes Signal resultiert.
[0019] Ultraphob im Sinne der Erfindung bedeutet, dass der Kontaktwinkel eines Wasser- und/oder
Öltropfens, der auf einer ultraphoben Oberfläche liegt, mehr als 150°, vorzugsweise
mehr als 160° und am meisten bevorzugt mehr als 170° beträgt und/oder der Abrollwinkel
10° nicht überschreitet. Als Abrollwinkel wird der Neigungswinkel einer grundsätzlich
planen aber strukturierten Oberfläche gegen die Horizontale verstanden, bei dem ein
stehender Wasser- und/oder Öltropfen mit einem Volumen von 10 µl aufgrund der Schwerkraft
bei einer Neigung der Oberfläche bewegt wird. Solche ultraphoben Oberflächen sind
zum Beispiel in der
WO 98/23549,
WO 96/04123,
WO 96/21523,
WO 00/39369,
WO 00/39368,
WO 00/39239,
WO 00/39051,
WO 00/38845 und
WO 96/34697 offenbart, die hiermit als Referenz eingeführt werden und somit als Teil der Offenbarung
gelten.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die ultraphoben Bereiche eine Oberflächentopographie
auf, bei der die Ortsfrequenz der einzelnen Fourierkomponenten und deren Amplitude
a (f) ausgedrückt durch das Integral S (log(f)) = a(f).f errechnet zwischen den Integrationsgrenzen
log (f
1/µm
-1) = -3 und log (f
2/µm
-1) = 3 mindestens 0,3 beträgt und die aus einem hydrophoben oder insbesondere oleophoben
Material besteht oder mit einem haltbar hydrophobierten und/oder insbesondere haltbar
oleophobierten Material beschichtet sind. Eine solche ultraphobe Oberfläche ist in
der internationalen
Patentanmeldung WO 99/10322 beschrieben, die hiermit als Referenz eingeführt wird und somit als Teil der Offenbarung
gilt.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zur Herstellung von Flächengebilden,
mit einer Vielzahl von MALDI-Matrix-Punkten. Dieses Flächengebilde ist deshalb ebenfalls
Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Flächengebilde als Einmalartikel gestaltet.
Für diese Ausführungsform ist insbesondere ein mehrschichtiges Flächengebilde mit
einer ersten Schicht mit einer ultraphoben Oberfläche und einer Trägerschicht geeignet,
wobei die erste Schicht auf der Trägerschicht reversibel aufgebracht ist und die maximale
lokale Abweichung des Flächengebildes von der Planheit <100 µm, besonders bevorzugt
< 20 µm auf einer Länge von 100 mm beträgt.
[0023] Dieses Flächengebilde hat den Vorteil, dass die erste Schicht mit der ultraphoben
Oberfläche nach einmaliger oder mehrmaliger Verwendung von der Trägerschicht abgelöst
werden kann und durch eine neue erste Schicht ersetzt werden kann, so dass ausgeschlossen
ist, dass diese erste Schicht durch vorhergehende Experimente kontaminiert worden
ist. Die erste Schicht mit der ultraphoben Oberfläche ist als Einmalartikel besonders
günstig herzustellen. Durch die erfindungsgemäß definierte Planheit ist sichergestellt,
dass das Flächengebilde in allen gängigen massenspektrometrischen und/oder optischen
Analysegeräten einsetzbar ist.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform des Flächengebildes ist die erste Schicht auf
die Trägerschicht aufgeklebt.
[0025] Weiterhin bevorzugt besteht zwischen der ersten Schicht und der Trägerschicht ein
elektrischer Kontakt. Diese Ausführungsform ist insbesondere bei massenspektroskopischen
Analysen von Vorteil.
[0026] Das erfindungsgemäße Flächengebilde ist mannigfaltig einsetzbar, vorzugsweise eignet
es sich jedoch bei massenspektroskopischen und/oder optischen Analysen.
[0027] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispiel 1 und Figur 1 - 5 erläutert.
Diese Erläuterungen sind lediglich beispielhaft und schränken den allgemeinen Erfindungsgedanken
nicht ein.
- Figur 1
- zeigt den Querschnitt eines erfindungsgemäßen mehrschichtigen Flächengebildes.
- Figur 2
- zeigt die Oberfläche eines erfindungsgemäßen Flächengebildes.
- Figur 3
- zeigt eine Maske zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Flächengebildes.
- Figur 4
- zeigt einen MALDI-Matrix-Punkt erhältlich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren.
- Figur 5
- zeigt die Verwendung des erfindungsgemäßen Flächengebildes bei der Kopplung von Flüssigkeitschromatographie
und MALDI-Untersuchungen.
Beispiel 1:
[0028] Ein Probenträger wurde wie folgt hergestellt:
Ein walzpoliertes AI-Blech (99,9%) mit einer Fläche von 26x76mm2 und einer Dicke von 0,15 mm wurde bei Raumtemperatur mit Chloroform (p.a.) anschließend
20s in wässriger NaOH (5g/l) bei 50°C entfettet.
[0029] Danach wurde 20s in H
3PO
4 (100g/l) vorgebeizt, 30s in destilliertem Wasser gespült und 90s in einer Mischung
von HCl/H
3BO
3 (je 4g/l) bei 35°C und 120mA/cm
2 bei 35V Wechselspannung elektrochemisch gebeizt.
[0030] Nach 30s Spülung in Wasser und 30s alkalischer Spülung in wässiger NaOH (5g/l) wurde
erneut 30s in destilliertem Wasser gespült und anschließend 90s in H
2SO
4 (200g/l) bei 25°C mit 30mA/cm
2 bei 50V Gleichspannung anodisch oxidiert.
[0031] Danach wurde 30s in destilliertem Wasser, dann 60s bei 40°C in NaHCO
3 (20 g/l), dann wieder 30s in destilliertem Wasser gespült und 1 Stunde bei 80°C im
Trockenschrank getrocknet.
[0032] Das so behandelte Blech wurde mit einer etwa 50nm dicken Goldschicht durch Kathodenzerstäubung
im Hochvakuum beschichtet. Schließlich wurde die Probe 24 Stunden durch Tauchen in
eine Lösung des Thiols CF
3-(CF
2)
7-(CH
2)
2-SH in Benzotrifluorid (p.a., 1g/l) bei Raumtemperatur in einem geschlossenem Gefäß
mit einer Monolage beschichtet, anschließend mit Benzotrifluorid (p.a.) gespült und
getrocknet.
[0033] Die Oberfläche weist für Wasser einen statischen Randwinkel von 178° auf. Bei einer
Neigung der Oberfläche um < 2° rollt ein Wassertropfen des Volumens 10µl ab.
[0034] Auf den Probenträger wurden Matrix-Punkte wie folgt sublimiert:
In einer Hochvakumverdampfungsanlage (Edwards E306) werden 0,5 g α-Cyano-4-hydroxyzimtsäure
in einen heizbaren Quarztiegel mit einer nach oben gerichteten Öffnung von 10 mm Durchmesser
gefüllt. Im Abstand von 150 mm wird ein Probenträger montiert, der mit einer Maske
gemäß Figur 3 bedeckt ist. Nach Abpumpen auf einen Basisdruck < 10-5 mbar wird der Quarztiegel mit Hilfe von außen liegenden Wicklungen aus Wolframdraht
beheizt.
[0035] Die Temperatur des Feststoffs wird in der Pulverschüttung mit einem Thermoelement
auf 180°C geregelt. Die Schichtdicke des abgeschiedenen Films aus α-Cyano-4-hydroxyzimtsäure
wird mit Hilfe eines Schwingquarz-Schichtdickenmessgerätes bestimmt, das zuvor mit
einer absoluten Schichtdickenbestimmung (z.B. Rasterkraftmikroskop) geeicht wird.
Die Sublimation wird bei einer Schichtdicke von 1 µm abgebrochen.
[0036] Die erhaltenen MALDI-Matrix-Punkte sind beispielhaft in Figur 4 gezeigt. Ein Massenspektrum
dieses MALDI-Matrix-Punkt es wurde wie folgt erhalten:
MALDI Massenspektrum der einfach protonierten Peptide (1-7): Humanes Angiotensin I
und II, Substanz P-methylester, Neurotensin (Aminosäuren 1-11), Neurotensin, ACTH
(Aminosäuren 1-17) und ACTH (Aminosäuren 18 - 39), aufgenommen von einem präpariertem
MALDI-Matrix-Punkt mit einem Durchmesser von 800 µm. Die Peptide wurden für die massenspkektrometrische
Analyse wie folgt präpariert: 0.5µl einer wäßrigen Lösung, die jeweils 5 fmol der
Peptide 1-6, 1 fmol des Peptids 7 sowie ein Volumenprozent Trifluoressigsäure und
1 mM des nichtionischen Detergenz n-Octyl-β-D-glukopyranosid enthielt, wurden auf
den MALDI-Matrix-Punkt aufpipettiert. Nach dem das Lösungsmittels vollständig abgedampft
war, wurde die so präparierte Probe einmal gewaschen. Hierzu wurde der gesamte Probenträger
für 2 Sekunden in eine 0.1 %ige Trifluoressigsäure eingetauscht und unmittelbar danach,
für die Abtrennung verbleibender Flüssigkeitsreste, für 10 Sekunden in einen Stickstoffgasstrom
(2,5 bar) gehalten. Das Massenspektrum positiver Molekülionen wurde in einem MALDI
Flugzeitmassenspektrometer der Firma Bruker Daltonik, Bremen (Scout-MTP Autoflex)
im Reflektorbetriebsmodus und mit zeitlich verzögerter Ionenextraktion (Verzögerungszeit:
70 Nanosekunden) und 20 kV Beschleunigungsspannung aufgenommen. Zur Verbesserung des
Signal/Rausch-Verhältnisses wurden 100 Einzelschussspektren aufsummiert.
[0037] Das Ergebnis ist in der folgenden Graphik dargestellt.

[0038] Im folgenden werden die Figuren 1 bis 5 beschrieben.
[0039] Figur 1 zeigt das Flächengebilde 1, dass aus einer ersten Schicht 2 mit einer ultraphoben
Oberfläche 3 und einer Trägerschicht 4 besteht. Die erste Schicht 2 ist auf der Trägerschicht
mittels einer Klebschicht 5 fixiert. Der Fachmann erkennt, dass die Klebschicht 5
nicht notwendigerweise vorhanden sein muß. Die Klebschicht 5 besteht aus einem elektrisch
leitenden Material, so dass ein elektrischer Kontakt zwischen der ersten Schicht 2
und dem Trägermaterial besteht.
[0040] Figur 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Flächengebilde, auf das mehrere MALDI-Matrix-Punkte 6
rasterförmig sublimiert wurden. Die MALDI-Matrix-Punkte in den jeweiligen Reihen 1-4
weisen unterschiedliche Formen auf, die dem Anwender symbolisieren, dass in jeder
Reihe unterschiedliche MALDI-Marix-Substanzen verwendet wurden. Der MALDI-Matrix-Punkt
2D ist vergrößert dargestellt, so dass erkennbar ist, dass er aus vier Teilpunkten
8 besteht. Diese Teilpunkte 8 sind aus jeweils unterschiedlichen MALDI-Matrix-Substanzen
aufgebaut, so daß an diesem MALDI-Matrix-Punkt vier unterschiedliche Analysen vorgenommen
werden können. Unterhalb des MALDI-Matrix-Punktes 4D ist zusätzlich eine Beschriftung
7 auf das Flächengebilde aufgetragen worden, die den Benutzer über die in dieser Reihe
verwendete MALDI-Matrix-Substanz informiert. Zusätzlich weist das Flächengebilde zwei
Zentrierkreuze 9 auf.
[0041] Die Beschriftung und die Zentrierkreuze werden wie die MALDI-Matrix-Punkte auf das
Flächengebilde sublimiert, indem eine Maske über das Flächengebilde gelegt wird, die
entsprechende Ausnehmungen aufweist. Der Fachmann erkennt, dass die Reihen 1 - 4 des
Rasters nacheinander hergestellt wurden.
[0042] Figur 3 zeigt die Maske mit 8 x 8 Öffnungen 12 im Durchmesser von 0,8 mm mit einem Abstand
der Mittelpunkte von 2,25 mm (nicht maßstabsgetreu).
[0043] Figur 4 zeigt eine lichtmikroskopische Aufnahme eines Matrixspots, der mit der Maske aus
Figur 3 erhalten wurde.
[0044] Die sehr vorteilhafte Verwendung der erfindungsgemäßen Probenträger bei der Kopplung
von Flüssigkeitschromatographie und MALDI Untersuchung (LC-MALDI Kopplung) zeigt die
Figur 5.
[0045] Häufig werden Substanzgemische vor einer MALDI Untersuchung zunächst chromatographisch
getrennt. Beispiel sind Gemische von Peptiden, die durch einen enzymatischen (z.B.
Trypsin) Peptidabbau erzeugt wurden. Nach der chromatographischen Trennung werden
die Fraktionen des Eluates dann auf die MALDI-Matrix-Punkte 6 des Probenträgers 1
aufgebracht.
[0046] In dem vorliegenden Beispiel werden dazu MALDI-Matrix-Punkte 6 verwendet, die sehr
eng aneinander liegen, jedoch noch von einem ultraphoben Bereich vollständig umschlossen
sind. Vorzugsweise betragen die Abstände (gemessen von Mittelpunkt zu Mittelpunkt)
der MALDI-Matrix-Punkte das 1,5 fache von deren Durchmesser.
[0047] Durch Verwendung von MALDI-Matrix-Punkten, die durch Sublimation über Masken erzeugten
wurden, ist deren Ort und deren Größe sehr genau definiert. Auf diese Weise kann erreicht
werden, dass die Flüssigkeit aus der Auftrittsöffnung 11 der LC Säule 10 zum Aufbringen
auf die MALDI-Matrix-Punkte kontinuierlich auslaufen kann. Ein gesondertes Sammeln
der Fraktionen in Gefäßen mit anschließendem Aufpipettieren auf die Matrix-Punkte
oder ein diskontinuierliches Erzeugen von Fraktionen durch Verweilen der Austrittsöffnung
über einem MALDI-Matrix-Punkt und anschließendes schnelles Weiterbewegen zum nächsten
MALDI-Matrix-Punkt entfällt.
[0048] Der Probenträger 1 wird in einer konstanten Geschwindigkeit unter der Austrittsöffnung
11 hinweg bewegt. Jeder MALDI-Matrix-Punkt fängt nun ein konstantes Volumen der Flüssigkeit
ein, die aus der Austrittsöffnung abgegeben wird. Gestartet wird der Prozess am Punkt
A und verläuft mäanderförmig über alle Punkte hinweg zum Punkt E. Die MALDI-Matrix-Punkte
enthalten anschließend das gesamte Eluat der Chromatographie auf den MALDI-Matrix-Punkten
A bis E in Fraktionen, die dem konstanten Volumen entsprechen, das jeder MALDI-Matrix-Punkt
aufnimmt. Durch Änderung der Geschwindigkeit mit der der Träger 1 unter der Auftrittsöffnung
11 verschoben wird, kann dieses Volumen geändert werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes, vorzugsweise eines Probenträgers,
mit einer Vielzahl von MALDI-Matrix-Punkten oder - Teilpunkten (6), wobei ein mehrschichtiges
Flächengebilde mit einer ersten Schicht (2) mit einer ultraphoben Oberfläche (3) und
einer Trägerschicht (4) gebildet wird, wobei die erste Schicht (2) auf der Trägerschicht
(4) reversibel aufgebracht wird und die MALDI-Matrix-Punkte oder -Teilpunkte (6) durch
Niederschlag einer MALDI-Matrix-Substanz aus der Gasphase, vorzugsweise Sublimation,
auf den Probenträger aufgetragen werden, wobei die MALDI-Matrix-Punkte oder -Teilpunkte
(6) hydrophile Bereiche darstellen, die von ultraphoben Bereichen vollständig umschlossen
sind, wobei die maximale lokale Abweichung des Flächengebildes von der Planheit <100
µm, auf einer Länge von 100 mm beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Probenträger während des Niederschlags aus der Gasphase von einer Platte abgedeckt
wird, die durchgehende Ausnehmungen aufweist, deren Querschnittsfläche jeweils der
Querschnittsfläche der MALDI-Matrix-Punkte entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte mindestens eine weitere durchgehende Ausnehmung aufweist, mit der Information
durch Niederschlag der MALDI-Matrix-Substanz aus der Gasphase auf den Probenträger
übertragen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Information die Zusammensetzung der MALDI-Matrix-Substanz und/oder Justierpunkte
sind.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die MALDI-Matrix-Punkte entlang eines Rasters angeordnet sind.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die MALDI-Matrix-Punkte Substrukturen aufweisen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die MALDI-Matrix-Punkte in mehrere vorzugsweise voneinander isolierte Teilpunkte
aufgeteilt sind.
8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf einen Probenträger unterschiedliche MALDI-Matrix-Substanzen aufgetragen werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest mehrere MALDI-Matrix-Punkte oder -Teilpunkte jeweils aus einer MALDI-Matrix-Substanz
aufgebaut sind.
10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine MALDI-Matrix-Substanz α-Cyano-4-hydroxyzimtsäure eingesetzt wird.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schicht (2) auf die Trägerschicht (4) aufgeklebt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten Schicht (2) und der Trägerschicht (4) ein elektrischer Kontakt
hergestellt wird.
1. Method for producing a surface formation, preferably a sample carrier, with a multitude
of MALDI matrix points or sub-points (6), wherein a multilayered surface formation
comprising a first layer (2) with an ultraphobic surface (3) and a carrier layer (4)
is formed, wherein the first layer (2) is reversibly applied on the carrier layer
(4) and the MALDI matrix points or sub-points (6) are applied to the sample carrier
by precipitation of a MALDI matrix substance from the gas phase, preferably sublimation,
wherein the MALDI matrix points or sub-points (6) represent hydrophilic regions that
are completely enclosed by ultraphobic regions, wherein the maximum local deviation
of the surface formation from planarity is <100 µm, over a length of 100 mm.
2. Method according to Claim 1, characterized in that, during the precipitation from the gas phase, the sample carrier is covered by a
plate that has through-holes of which the cross-sectional area respectively corresponds
to the cross-sectional area of the MALDI matrix points.
3. Method according to Claim 2, characterized in that the plate has at least one further through-hole, by which information is transferred
to the sample carrier by precipitation of the MALDI matrix substance from the gas
phase.
4. Method according to Claim 3, characterized in that the information comprises the composition of the MALDI matrix substance and/or adjusting
points.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the MALDI matrix points are arranged along a grid.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the MALDI matrix points have substructures.
7. Method according to Claim 6, characterized in that the MALDI matrix points are divided into a number of sub-points that are preferably
isolated from one another.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that different MALDI matrix substances are applied to a sample carrier.
9. Method according to Claim 8, characterized in that at least a number of MALDI matrix points or sub-points are respectively built up
from a MALDI matrix substance.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that α-cyano-4-hydroxycinnamic acid is used as a MALDI matrix substance.
11. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the first layer (2) is adhesively attached to the carrier layer (4).
12. Method according to Claim 11, characterized in that an electrical contact is established between the first layer (2) and the carrier
layer (4).
1. Procédé de fabrication d'un produit plat, de préférence un porte-échantillons, qui
présente plusieurs points ou points partiels (6) de matrice MALDI,
dans lequel un produit plat en plusieurs couches présentant une première couche (2)
dotée d'une surface ultraphobe (3) et d'une couche de support (4) est formé,
la première couche (2) étant appliquée de manière réversible sur la couche de support
(4) et les points ou points partiels (6) de matrice MALDI étant déposés sur le porte-échantillons
par dépôt d'une substance de matrice MALDI en phase gazeuse, de préférence par sublimation,
les points ou points partiels (6) de matrice MALDI constituant des parties hydrophiles
complètement entourées par des parties ultraphobes et
l'écart local maximum du produit plat par rapport à la planéité étant < 100 µm sur
une longueur de 100 mm.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pendant le dépôt en phase gazeuse, le porte-échantillons est recouvert par une plaque
qui présente des perforations dont la superficie de la section transversale correspond
à la superficie de la section transversale des points de matrice MALDI.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la plaque présente au moins une autre perforation par laquelle une information est
transférée par dépôt de la substance de matrice MALDI en phase gazeuse sur le porte-échantillons.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'information contient la composition de la substance de matrice MALDI et/ou des
points d'ajustement.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les points de matrice MALDI sont disposés suivant un motif.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les points de matrice MALDI présentent des sous-structures.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que les points de matrice MALDI sont divisés en plusieurs points partiels de préférence
isolés les uns des autres.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que différentes substances de matrice MALDI sont appliquées sur un porte-échantillons.
9. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'au moins plusieurs points ou points partiels de matrice MALDI sont formés d'une substance
de matrice MALDI.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la substance de matrice MALDI utilisée est l'acide α-cyano-4-hydroxycinnamique.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première couche (2) est collé sur la couche de support (4).
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'un contact électrique est établi entre la première couche (2) et la couche de support
(4).