[0001] Die Erfindung betrifft den Rotor einer Laborzentrifuge mit den Merkmalen des Oberbegriffes
des Anspruches 1.
[0002] Gattungsgemäße Rotoren sind aus dem Katalog der Anmelderin
Products and Applications for the Laboratory 2003
Seiten 101 - 107
bekannt. Diese Konstruktionsweise ist heute Standard bei allen Zentrifugenherstellern.
[0003] Die gattungsgemäße Konstruktion bietet den Vorteil der ausschwingbaren Behälter,
bei denen bei allen Drehzahlen die Kraftrichtung konstant bleibt. Da die Behälter
aushängbar sind, können sie aus dem Rotor entnommen und bequem außerhalb der Zentrifuge
be- und entladen werden. Wie die vorgenannten Prospektseiten zeigen, sind die Behälter
in unterschiedlichen Bauformen möglich, um Probebehältnisse unterschiedlicher Art
aufnehmen zu können, Dies reicht von großen Flaschen über Proberöhrchen bis hin zu
in einem kastenförmigen offenen Behälter aufgenommenen Stapeln von Mikrotiterplatten
(Seite 107 Mitte rechts).
[0004] Zur Erzeugung sehr hoher, die Zentrifugierzeit verkürzender Kräfte laufen gattungsgemäße
Zentrifugen mit sehr hohen Drehzahlen. Der Rotor mit den Behältern ist dabei sehr
hohen Luftanströmungsgeschwindigkeiten ausgesetzt.
[0005] Wie die oben genannten Prospektseiten zeigen, sind die Behälter hauptsächlich in
Richtung auf ihre Einhängbarkeit zwischen die Gabelarme, in Richtung auf gute Beladbarkeit
sowie mit einer ebenen Standfläche zur sicheren Aufstellung beim Be- und Entladen
ausgebildet. Die Behälter lassen sich daher kaum unter aerodynamischen Gesichtspunkten
optimieren.
[0006] Bei den hohen Luftanströmungsgeschwindigkeiten ergibt dies starke Verwirbelungen
am Rotor und den Behältern. Daraus resultiert bei den erheblichen Drehzahlen des Rotors
ein hoher Luftwiderstand, der zu einer starken Lufterwärmung führt. Der hohe Luftwiderstand
muß mit einem kräftigen, ebenfalls viel Wärme erzeugenden Motor ausgeglichen werden.
Daraus ergibt sich eine hohe Lufterwärmung in dem aus Sicherheitsgründen vorgesehenen,
die gesamte Zentrifuge umgebenden Gehäuse. Diese Erwärmung würde die zu zentrifugierenden
Proben beeinträchtigen und muß mit einer Kühleinrichtung ausgeglichen werden. Durch
diese Maßnahmen erhöhen sich auch wesentlich die Kosten einer Laborzentrifuge. Ferner
entsteht durch die Luftverwirbelung sehr starker Lärm, der durch das umgebende Gehäuse
nur unzulänglich gedämpft werden kann.
[0007] Zur Lösung dieser Probleme sind Windkessel bekannt, wie sie die DE 4027993 A1 zeigt.
Der Windkessel ist ein strömungsgünstig glatt geformtes inneres Gehäuse, das mitlaufend
den Rotor umgibt. Innerhalb des Windkessels läuft die Luft mit dem Motor, so daß an
diesem keine Verwirbelungen entstehen. Nachteilig am Windkessel ist aber die Umschließung
des Rotors und der Behälter, so daß eine Temperierung der Proben auf gewünschte Temperaturen
stark erschwert wird. Die Kosten derartiger Konstruktionen sind ebenfalls sehr hoch.
[0008] Auch die US 2003/0199382 A1 zeigt eine Zentrifuge mit einem Windkessel, der allerdings
sehr flach ist und die schwingbar gelagerten Behälter nur in ausgeschwungenem Zustand
aufnimmt. Die DE 38 03 255 C1 zeigt ebenfalls eine Windkesselkonstruktion, bei der
allerdings die Behälter nicht herausnehmbar gelagert sind und durch einen Ausschnitt
im Deckel des Windkessels beladen werden können.
[0009] Die US 2002/0173415 A1 zeigt einen gattungsgemäßen Rotor, dessen Rotorarme eine auf
Kreisumfang liegende gut aerodynamisch geformte Außenfläche aufweisen, zwischen denen
allerdings die ausgeschwungenen Behälter mit ihren radial außen liegenden Bereichen
weit hervorragen und somit starke Luftstörungen hervorrufen.
[0010] Die DE 24 47 136 A1 zeigt eine Ultrazentrifuge, also eine äußerst hoch drehende Zentrifuge,
deren Rotor grundsätzlich im Vakuum läuft, wodurch sich aerodynamische Betrachtungen
erübrigen.
[0011] Die DE 101 55 955 C2 zeigt einen gattungsgemäßen Rotor, bei dem das aerodynamische
Problem auf völlig andere Weise gelöst wird, nämlich mittels an den Behältern angeordneten
Turbulenzerzeugern, die die erzeugte Wirbelschleppe beeinflussen sollen.
[0012] Schließlich zeigt die DE 25 26 534 A1 aerodynamische Verkleidungsteile an Lastkraftfahrzeugen.
[0013] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen gattungsgemäßen Rotor
zu schaffen, der ohne Windkessel bei hohen Drehzahlen mit geringerer Motorleistung
wenig Wärme und Lärm erzeugt.
[0014] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0015] Erfindungsgemäß sind an jedem Rotorarm und/oder an jedem Behälter eine aerodynamische
Verkleidung vorgesehen, die wenigstens am radial außenliegenden Bereich der Behälter
die Aerodynamik verbessern. Energetische Effekte der Luftanströmung, wie Wärme- und
Lärmerzeugung, wachsen mit der 4. Potenz des radialen Abstandes von der Rotorachse.
Im ausgeschwungenen Zustand, also bei hohen Drehzahlen, überragen die Behälter die
Rotorarme und bilden die radial am weitesten außenliegenden Bereiche, an denen die
höchsten Luftgeschwindigkeiten vorliegen. Wegen der mit der 4. Potenz des Radius ansteigenden
störenden Effekte ist hier eine aerodynamische Verkleidung am wichtigsten. Die aerodynamischen
Verkleidungen verringern an diesen Stellen die Luftverwirbelungen sehr stark. Der
Luftwiderstand wird stark gesenkt, so daß eine wesentlich geringere Motorleistung
zum Antrieb ausreicht. Die durch Luftverwirbelung entstehende Wärme wird ebenfalls
stark verringert, ebenso wie die Lärmerzeugung. Ein Windkessel ist nicht erforderlich,
so daß die Proben in den Behältern durch Heiz- und Kühleinrichtungen im Gehäuse der
Zentrifuge in gewünschter Weise temperiert werden können. Die Behälter selbst können
dabei in ihrer aus anderen Gründen erforderlichen, aerodynamisch ungünstigen Formgebung
bleiben, so daß ihr Gebrauchswert nicht eingeschränkt wird. Die Verkleidungen können
als relativ einfache und kostengünstige Anbauteile vorgesehen sein, die z.B. auch
an bekannten gattungsgemäßen Rotoren nachgerüstet werden können.
[0016] Vorteilhaft sind gemäß Anspruch 2 die Verkleidungen an den Rotorarmen, z.B. an den
Gabelarmen in unmittelbarer Nähe der Behälter befestigt. Sie können hier sicher befestigt
werden, um die hohen einwirkenden aerodynamischen Kräfte und Zentrifugalkräfte aufnehmen
zu können.
[0017] Die Verkleidungen können an die Rotorarme feststehend befestigt sein, wobei sie derart
auszurichten sind, daß sie die in Ausschwingstellung stehenden Behälter abdecken.
Vorteilhaft können sie jedoch auch gemäß Anspruch 3 ausschwingbar gelagert sein, um
mit den Behältern auszuschwingen. Dadurch ist auch bei niedrigen Drehzahlen bereits
eine gute aerodynamische Verkleidung der Behälter erreicht. Vor allem ergibt sich
durch die ausschwenkbaren Verkleidungen, die bei stehender Zentrifuge mit den Behältern
hängen, ein freierer Zugriff von oben zu den Behältern, so daß diese bequem und ohne
Störungen durch die Verkleidungen entnehmbar sind.
[0018] Gemäß Anspruch 4 ist es vorteilhaft auch möglich, die Verkleidung unmittelbar an
den Behältern anzubringen. Die Verkleidungen müssen dann jedoch abnehmbar sein, um
das Herausheben der Behälter zwischen den Gabelarmen zu ermöglichen.
[0019] Die Verkleidungen können z.B. als leichte Vollkörper z.B. aus hochfestem Schaummaterial
ausgebildet sein, sind vorteilhaft jedoch gemäß Anspruch 5 als Schalenkörper ausgebildet.
Sie können dadurch sehr steif und leicht ausgebildet sein, um die mit der Masse der
Verkleidungen steigenden Zentrifugalkräfte zu verringern.
Eine aerodynamische Verkleidung gemäß Anspruch 1 in Fahrtrichtung vor den Behältern
ergibt den größten Effekt. Jedoch kann eine zusätzlich rückwärtige Verkleidung der
Behälter gemäß Anspruch 6, also eine Vollverkleidung, die Luftturbulenzen weiter vorteilhaft
verringern.
[0020] Als vorteilhafte Alternative zu einzelnen Verkleidungen vor und hinter den Behältern
sind die Merkmale des Anspruches 7 vorgesehen. Hierbei sind die Umfangsbereiche zwischen
den Behältern mit kreissektorförmig ausgebildeten Verkleidungen geschlossen, so daß
sich bis auf geringe Spalte am Umfang des Rotors eine ringförmig glatt geschlossene
Konstruktion mit optimaler Aerodynamik ergibt.
[0021] Vorteilhaft sind die Merkmale des Anspruches 8 vorgesehen. Hierdurch ergibt sich
in den kritischen radial äußeren Bereichen der Behälter eine Vollverkleidung mit optimaler
aerodynamischer Verbesserung.
[0022] Vorteilhaft sind die Merkmale des Anspruches 9 vorgesehen. Hierdurch ergibt sich
eine einfach am Behälter befestigbare Konstruktion, die zugleich den ohnehin zum Verschließen
des Behälters benötigten Deckel ausbildet.
[0023] In den Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise und schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf einen Rotor mit Behältern unter Darstellung dreier unterschiedlicher
Ausführungsformen von Verkleidungen,
- Figur 2
- einen Schnitt nach Linie 2 - 2 in Figur 1,
- Figur 3
- einen Schnitt nach Linie 3 - 3 in Figur 1,
- Figur 4
- einen Ausschnitt aus Figur 1 mit einem auf alternative Weise verkleideten Behälter,
- Figur 5
- einen Schnitt nach Linie 5 - 5 in Figur 4 und
- Figur 6
- in Ansicht gemäß Figur 4 eine Variante zu dieser Ausführungsform mit Deckel.
[0024] In Figur 1 ist der Rotor 1 einer Laborzentrifuge in Draufsicht dargestellt. Er weist
im Ausführungsbeispiel vier Rotorarme 2 auf und ist auf einer Welle 3 gelagert, die
lotrecht stehend von einem nicht dargestellten Motor in der mit einem Pfeil dargestellten
Drehrichtung angetrieben wird. Die Gesamtkonstruktion ist von einem nicht dargestellten,
im wesentlichen Sicherungsgründen dienenden Gehäuse verschlossen, welches einen oberen
Deckel aufweist, durch den der Rotor, so wie in Figur 1 dargestellt, von oben zugänglich
ist. Zu Einzelheiten dieser bekannten Konstruktionsweise wird auf die eingangs genannten
Prospektseiten verwiesen.
[0025] Die Rotorarme 2 gehen radial außen in Gabeln mit Gabelarmen 4 über, welche nach innen
ragende Drehzapfen 5 aufweisen, an denen zwischen den Gabelarmen 4 Behälter 6 eingehängt
sind.
[0026] Wie Figur 2 zeigt, haben die im Ausführungsbeispiel dargestellten Behälter 6 einen
im wesentlichen quadratischen Querschnitt und weisen jeweils an ihrer in Fahrtrichtung
nach vom liegenden Stirnfläche sowie der hinteren Stirnfläche 8 Längsnuten 9 auf,
die zur ebenen Bodenfläche 10 des Behälters 6 hin offen und an ihrem oberen Ende unterhalb
des oberen Endes des Behälters 6 verrundet geschlossen sind. Bei Stillstand des Rotors
1 hängen die Behälter 6 mit dem oberen geschlossenen Ende der Nuten 9 auf den Drehzapfen
5 und können nach oben zwischen den Gabelarmen 4 herausgehoben werden, wobei die Drehzapfen
5 sich bis zum unteren Ende durch die Nuten 9 bewegen. Umgekehrt können die Behälter
wieder eingehängt werden und hängen dann pendelnd mit Schwerpunkt unterhalb der Drehzapfen
5 an diesen.
[0027] Figur 1 zeigt den ausgeschwungenen Zustand der Behälter 6 bei höheren Drehzahlen.
Dabei liegen die Behälter 6 waagerecht. Der volle Ausschwingzustand wird schon bei
relativ geringen Drehzahlen erreicht.
[0028] Wie die Figuren 1 und 2 zeigen, sind die Behälter 6 aerodynamisch äußerst ungünstig
geformt. Sie stehen bei der in Figur 1 mit einem Pfeil angedeuteten Drehrichtung im
Uhrzeigersinn der Luftanströmung mit der zur Anströmung senkrecht stehenden vorderen
Stirnfläche 7 entgegen und haben somit einen sehr hohen Luftwiderstandsbeiwert. Die
scharfen Ecken und auch die Nut 9 sorgen für starke Luftverwirbelungen. Andererseits
ist der dargestellte quadratische Querschnitt sehr günstig zur Ausbildung vieler Bohrungen
11, die im schematischen Ausführungsbeispiel zur Aufnahme von Probebehältnissen vorgesehen
sind.
[0029] In anderer Ausführungsform können die Behälter 6 auch mit einem großen Innenraum
zur Aufnahme einer einzigen großen Flasche ausgebildet sein oder als weitgehend offene
Konstruktion, die im wesentlichen nur Wandbereiche im Bereich der Bodenfläche 10 und
der Stirnflächen 7 und 8 aufweist und zur Aufnahme eines Stapels von Mikrotiterplatten
vorgesehen ist.
[0030] Zur aerodynamischen Verbesserung des dargestellten Rotors 1 sind erfindungsgemäß
Verkleidungen vorgesehen, die im Folgenden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele beschrieben
werden.
[0031] In Figuren 1 und 2 ist eine Verkleidung 12 dargestellt, die, wie in Figur 2 mit ausgezogenen
Linien gezeigt, als gebogene Schale mit äußerer Halbzylinderform ausgebildet ist.
Sie ist z.B. mit Befestigungsmittel 13 an einem Gabelarm 4 sicher befestigt und deckt,
wie Figur 4 zeigt, die der Luftanströmung entgegengerichtete vordere Stirnfläche 7
des Behälters 6 ab. Wie Figur 2 zeigt, wird dadurch eine aerodynamisch äußerst günstige
Abdeckung des Behälters in Fahrtrichtung erreicht, wodurch sich eine sehr starke Verringerung
der Luftverwirbelung an diesem Behälter ergibt.
[0032] Wie in den Figuren 1 und 2 gestrichelt dargestellt, kann der radial außenliegende
Bereich der Verkleidung 12 bei 14 verrundet ausgebildet sein und kuppelförmig geschlossen
bis zum Rand 15 (Figur 2) laufen. Dadurch wird im radial äußeren Bereich der Verkleidung
12 die aerodynamische Anpassung an den Behälter 6 weiter verbessert.
[0033] Es ist dabei zu beachten, daß die Luftanströmungseffekte bei gegebener Rotordrehzahl
mit der 4. Potenz des Radius, also des Abstandes von der Achse der Welle 3 ansteigen.
Aerodynamische Maßnahmen sind also in den radial außenliegenden Bereichen der Behälter
6, in der Nähe von deren Bodenflächen 10 am wichtigsten.
[0034] Die beschriebene Verkleidung 12 kann an allen vier Rotorarmen 2 in der dargestellten
Weise vorgesehen sein.
[0035] In einer alternativen, ebenfalls in Figur 1 dargestellten Variante ist eine Verkleidung
16 vorgesehen, die in ihrem radial innenliegenden Endbereich im wesentlichen der Formgebung
der Verkleidung 12 entspricht, wie sie in Figur 2 dargestellt ist. Im äußeren Endbereich
in der Nähe des Bodens 10 des Behälters 6 ist die Verkleidung 16 ebenfalls verrundet
ausgebildet, wie an der Verkleidung 12 bei 14 dargestellt. Sie ist jedoch, wie Figur
1 zeigt, um die unteren Ecken des Behälters 4 bis über den Boden 10 verlaufend ausgebildet
und ergibt somit eine noch bessere aerodynamische Verkleidung.
[0036] Die Verkleidung 16 liegt an ihren radial inneren Enden 17 weiter außen als das radial
innere Ende der Verkleidung 12. Sie ist im wesentlichen nur dort angebracht, wo maximale
aerodynamische Wirkung benötigt wird, nämlich am radial äußeren Bereich des Behälters
6.
[0037] Im Gegensatz zur am Gabelarm 4 befestigten Verkleidung 12 ist die Verkleidung 16
mit Stützen 18 unmittelbar am Behälter 6 auf der vorderen Stirnfläche 7 befestigt.
Die Befestigung mit den Stützen 18 ist abnehmbar gestaltet. Die Stützen 18 können
z.B. in Löcher auf der Stirnfläche 7 des Behälters 6 gesteckt sein. Die Abnehmbarkeit
der Verkleidung 16 ist erforderlich, da die Verkleidung 16 bei Stillstand des Rotors
1, also bei hängendem Behälter 6, unterhalb der Gabelarme 4 hängt und somit das Herausziehen
des Behälters nach oben behindern würde.
[0038] In Figur 1 ist bei der Verkleidung 16 noch eine weitere Befestigungsmöglichkeit angedeutet.
Anstelle der Befestigung am Behälter 6 könnte die Verkleidung 16 mit einem Arm 19
schwenkbar um den Drehzapfen 5 befestigt sein. Sie würde dann mit dem Behälter 6 schwenken,
ohne diesen beim Herausnehmen zu behindern. Eine entsprechende schwenkbare Befestigung
am Gabelarm 4 könnte auch für die Verkleidung 12 vorgesehen sein.
[0039] In Figur 1 ist ferner eine dritte Ausführungsform einer Verkleidung in Form einer
Sektorverkleidung 20 vorgesehen, die, wie Figur 3 zeigt, ebenfalls als Schale ausgebildet
ist, welche nach oben, nach unten, sowie radial außen geschlossen ausgebildet ist.
Die Sektorverkleidung 20 ist an dem vorlaufenden Gabelarm 4 eines Rotorarmes 2 und
dem nachlaufenden Gabelarm 4 des nächsten Rotorarmes 2 mit Befestigungsmitteln 21
befestigt und verkleidet aerodynamisch den Sektor zwischen einem Behälter 6 und dem
nächstfolgenden Behälter 6. Mit vier an einem Rotor vorgesehenen Sektorverkleidungen
20 und den zwischen den Sektorverkleidungen angeordneten Behältern 6 ergibt sich,
bis auf Spalte, eine aerodynamisch perfekte Vollverkleidung.
[0040] Wie Figur 2 zeigt, ist eine Verkleidung 12 in Fahrtrichtung vor der der Anströmung
entgegengesetzten vorderen Stimfiäche 7 des Behälters 6 angeordnet. Symmetrisch dazu
kann eine z.B. identisch ausgebildete Verkleidung auch vor der hinteren Stirnfläche
8 angeordnet sein, um jedem Behälter 6 eine eigene aerodynamische Vollverkleidung
zu geben.
[0041] Die Figuren 4 und 5 zeigen eine Ausführungsvariante, bei der der in der dargestellten
Ausschwingstellung stehende Behälter 6 mit seinen radial außenliegenden Bereichen,
und zwar jenseits der Enden der Gabelarme 4, von einer in Form einer Wanne 25 ausgebildeten
Verkleidungen umgeben ist. Die Wanne 25 ist mit Armen 26 auf einer in Flucht der Zapfen
5 stehenden Achse 27 gelagert, kann jedoch auch, ähnlich wie bei der Verkleidung 16,
unmittelbar auf den Zapfen 5 gelagert sein. Damit ist die Wanne 25 mit dem Behälter
6 ausschwingbar angeordnet.
[0042] In einer Alternative, die in Figur 4 gestrichelt angedeutet ist, kann die Wanne 25
mit Armen 28, die z.B. hakenförmig den oberen Rand des Behälters 6 übergreifen, unmittelbar
an diesem befestigt sein, muß dann jedoch vor Herausnehmen des Behälters aus der Zentrifuge
von diesem gelöst werden.
[0043] Die Wanne 25 kann, wie sich aus den Figuren 4 und 5 ergibt, aerodynamisch äußerst
vorteilhaft gestaltet sein und die kritischen radial außenliegenden Bereiche des Behälters
6 mit hoher aerodynamischer Effektivität verkleiden.
[0044] Die dargestellten Verkleidungen 12, 16, 20 und 25 sind in den Figuren als Schalenkörper
dargestellt. Sie müssen sehr hohe Kräfte ohne Verformung aufnehmen können. Es sind
daher sehr stabile Materialien, wie z.B. Metalle oder äußerst feste, z.B. faserverstärkte
Kunststoffe, zu ihrer Herstellung vorteilhaft. Gegebenenfalls können die Schalen durch
Versteifungsrippen verstärkt werden, vorteilhaft auf ihrer Innenseite. Auch Ausschäumungen
mit Hartschaum können zur Versteifung vorgesehen sein.
[0045] Figur 6 zeigt eine weitere Ausführungsform, die der in den Figuren 4 und 5 ähnlich
ist. Es wurde zu Figur 4 bereits erwähnt, daß die Wanne 25 mit gestrichelt dargestellten
Armen 28 am oberen Rand des Behälters 6 befestigt sein kann. Eine ähnliche Lösung
ist in Figur 6 dargestellt.
[0046] Die Wanne 25 kann im wesentlichen der gemäß Figuren 4 und 5 entsprechen. Sie ist
auf einer Seite, nämlich auf der in Figur 6 zu sehenden Seite des Behälters 6 mit
einer Lasche 30 mit einem Deckel 31 verbunden, der von oben auf der Öffnung des Behälters
6 aufgesteckt und dort z.B. über den gestrichelt dargestellten, in den Behälter eingesteckten
Innenteil 32 gesichert ist. Die Lasche 30 muß sehr zugfest ausgebildet sein, gleichzeitig
aber biegeelastisch, um das Abnehmen des Deckels 31 zu ermöglichen.
[0047] Der Behälter 6 kann vorzugsweise mit seinen gestrichelt dargestellten unteren Konturen
in einer entsprechenden Aufnahme in der aus Vollmaterial ausgebildeten Wanne 25 formschlüssig
aufgenommen sein.
[0048] Vor dem Herausheben des Behälters 6 aus den Gabelarmen 4 muß zunächst der Deckel
31 unter Verbiegung der Lasche 30 vom Behälter abgehoben und zur Seite geklappt werden.
Dann kann die Wanne 25 vom Behälter 6 nach unten abgezogen werden. Das Wiederansetzen
an einen Behälter vor dem Zentrifugiervorgang geschieht in umgekehrter Reihenfolge.
[0049] Hierdurch ergibt sich eine sichere Halterung der Wanne 25 am Behälter 6 unter gleichzeitiger
Ausbildung eines Deckels 31, der ohnehin am Behälter 6 erforderlich ist, um in gut
abgedichteter Ausbildung die zu zentrifugierenden Proben im Behälter 6 vor Luftverwirbelungen
zu schützen, die zu einer Verschleppung der Proben zu anderen Proben und zu einer
Verschmutzung der Zentrifuge führen könnten.
1. Ohne Windkessel in Luft laufender Rotor (1) einer Laborzentrifuge, mit in Gabelarmen
(4) endenden Rotorarmen (2), zwischen denen Behälter (6) auf Achsen (5) ausschwingbar
eingehängt sind, dadurch gekennzeichnet, daß an jedem Rotorarm (2, 4) und/oder an jedem Behälter (6) eine aerodynamisch geformte
Verkleidung (12, 16, 20, 25) in Fahrtrichtung vor wenigstens den radial außenliegenden
Bereichen der der Anströmung zugewandten Bereiche (7) der in Ausschwingstellung stehenden
Behälter (6) angeordnet ist.
2. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidungen (12, 16, 20, 25) an den Rotorarmen (2, 4) befestigt sind.
3. Rotor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungen (19, 26) ausschwingbar ausgebildet sind.
4. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidungen (16) abnehmbar an den in Ausschwingstellung außerhalb der Gabelarme
(4) liegenden Bereichen der Behälter (6) befestigt sind.
5. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidungen (12, 16, 20, 25) als Schalenkörper ausgebildet sind.
6. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Verkleidungen vor den der Anströmung abgewandten Bereichen (8) der Behälter
(6) angeordnet sind.
7. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Verkleidungen (20) kreissektorförmig zwischen aufeinander folgenden Behältern (6)
angeordnet sind.
8. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidungen als die in Ausschwingstellung radial außenliegenden Bereiche der
Behälter (6) umgreifende Wannen (25) ausgebildet sind, die am Behälter (6) abnehmbar
befestigt (28) oder am Rotorarm (4) ausschwenkbar gelagert (26) sind.
9. Rotor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidungen (25) jeweils an einem abnehmbar den Behälter (6) verschließenden
Deckel (31) über eine Zugverbindung (30) gesichert sind.