[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Fahrbahnmarkierung auf der Fahrbahn von öffentlichen
Verkehrswegen, die insbesondere Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien, Leitlinien
und/oder Warnlinien aufweisen.
[0002] Öffentliche Verkehrswege sind insbesondere Kraftfahrstraßen und Autobahnen. Kraftfahrstraßen
wiederum sind Landstraßen und Straßen in Ortschaften. Weiterhin zählen zu den öffentlichen
Verkehrswegen Radwege, Gehwege, Parkplätze usw..
[0003] Insbesondere Straßen, Landstrassen und Autobahnen sind derzeit mit meistens weißen
Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien, Leitlinien und/oder Warnlinien versehen,
um die Fahrbahn seitlich zu begrenzen und/oder in Fahrspuren zu unterteilen. Manchmal
sind die Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien, Leitlinien und/oder Warnlinien
in gelber Farbe ausgeführt, beispielsweise im Bereich von Baustellen oder anderen
Gefahrenstellen. Diese Linien sollen der Orientierung für die Verkehrsteilnehmer dienen.
[0004] Nachteilig hierbei ist, dass diese Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien,
Leitlinien und/oder Warnlinien keinerlei Fahrgeschwindigkeit regulierende Funktion
haben, sondern nur eine reine Orientierungsfunktion. Dennoch ist die Orientierung
für die Verkehrsteilnehmer nicht optimal, da die Blickrichtung des Fahrzeugführers
durch dessen im Rechtsverkehr linke Sitzposition im Fahrzeug nicht mittig auf die
Fahrbahn ausgerichtet. Somit muss der Fahrzeugführer nicht nur die vielen Verkehrsbeschilderungen
sondern auch die seitlichen Fahrbegrenzungsstreifen beobachten und daran sein Fahrverhalten
ausrichten. Dies zwingt den Fahrzeugführer permanent zu erhöhter Aufmerksamkeit. Dadurch
werden andere Verkehrsbegleiterscheinungen, z.B. entgegenkommender Verkehr, Fußgänger,
Radfahrer usw., nicht ausreichend wahrgenommen. Dies führt zu vielen Unfällen.
[0005] Besonders bei Baustellen oder an anderen Gefahrenstellen ist durch sich verengende
Fahrspuren bzw. Fahrabschnitte die Verkehrssicherheit nicht ausreichend gegeben. In
der Regel ist ein leichtes Pendeln zwischen zwei Begrenzungslinien mit verengter Fahrbahn
zu beobachten. Die Fahrzeugführer reagieren ängstlich, da sie fürchten, beispielsweise
mit dem Nebenfahrzeug, z.B. einem großen und breiten Lastkraftwagen, oder Betonabsperrungen
zu kollidieren. Überholvorgänge sind hierbei äußerst gefährlich.
[0006] Für Lastkraftwagen ist die Situation ähnlich, denn diese können sich nur an den beiderseitigen
Begrenzungslinien orientieren, so dass das Fahrzeug beinahe zentimetergenau gelenkt
werden muss. Diese Gefahr verstärkt sich noch, wenn im Baustellenabschnitt verengte
Einmündungen, Auf- und Ausfahrten liegen. Weiterhin wird der Fahrzeugführer durch
Hinweis- und Geschwindigkeit beschränkende und andere Schilder und den jederzeit gefährlichen
Gegenverkehr abgelenkt. Entsprechend hoch sind die Unfallzahlen in solchen Gefahrenstellen.
[0007] Die zuvor beschriebenen Situationen werden von den Verkehrsteilnehmern als belastend
und nervig empfunden und führen bei vielen Verkehrsteilnehmern zu Stress, den viele
nicht bewältigen können und schließlich zu Unfällen führen. Ein entspanntes Fahren
ist mit zunehmender Verkehrsdichte immer seltener möglich.
[0008] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Fahrbahnmarkierung der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit der die Fahrsicherheit im gesamten Straßenverkehr verbessert
wird und zahlreiche Unfälle vermieden werden können. Darüber hinaus soll die Fahrbahnmarkierung
zu einer stressfreien und entspannten Fahrweise beitragen.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass längs zur Fahrtrichtung zwischen
den Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien, Leitlinien und/oder Warnlinien farbige,
mit Richtpfeilspitzen versehene Navigationsleitlinien auf die Fahrbahn aufgebracht
sind.
[0010] Durch die farbliche Gestaltung der Navigationsleitlinien und deren Ausführung mit
Richtpfeilspitzen sind diese leicht von den übrigen, in der Regel weißen Fahrstreifen-
bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien, Leitlinien und Warnlinien zu unterscheiden. Überwiegend
werden sich die Navigationsleitlinien in der freien Fläche zwischen den bekannten
weißen Begrenzungslinien befinden, so dass Fahrzeugführer allein auf die in dieser
Fläche liegenden Navigationsleitlinien achten müssen. Wenn sich die Fahrzeugführer
an diesen Navigationsleitlinien orientieren, brauchen sie kaum noch mit seitlichem
Blickpunkt auf die anderen Begrenzungs- bzw. Leitlinien zu achten. Dies erzeugt zwangsläufig
weniger Unfälle und führt zu einem entspannteren Fahren und damit zu einer erhöhten
Verkehrssicherheit im Straßenverkehr. Die Navigationsleitlinien sollten den heutigen
Herstellungsrichtlinien hinsichtlich ihrer Tagessichtbarkeit, Nachtsichtbarkeit und
Griffigkeit für Fahrzeugreifen entsprechen. Dabei kann die Herstellung der Navigationsleitlinien
kostengünstig und ohne großen Aufwand, wie die derzeit vorhandenen weißen Leit u.
Begrenzungslinien, mittels speziellem Farbauftrag erfolgen. Eine starke Abnutzung
der Navigationsleitlinien findet nicht statt, da auf diesen Linien kaum Fahrzeugräder
rollen.
[0011] Die Richtpfeilspitzen sind, je nach Notwendigkeit, gestaffelt in Abständen von beispielsweise
50m, 100m, 200m oder 300m an den Navigationsleitlinien angebracht, wobei diese Abstände
untereinander auch variieren können, beispielsweise um auf eine besondere Abbiegesituation
hinzuweisen.
[0012] Die farbigen Navigationsleitlinien sind seitlich nach links versetzt zur Fahrbahnmitte
angeordnet. Bevorzugt erfolgt deren Anordnung um etwa 10% der Fahrbahnbreite seitlich
links versetzt zur Fahrbahnmitte. Dadurch sind die Navigationsleitlinien viel näher
an die geradeaus schauende Augen der Fahrzeugführer ausgerichtet. Dabei bilden die
Navigationsleitlinien gewissermaßen Peillinien vom Auge des Fahrzeugführers zum voraus
liegenden Ziel, die Mitte der Fahrbahn.
[0013] Die Navigationsleitlinien dienen neben der neuartigen Fahrbahnorientierung und der
Bestimmung der Fahrgeschwindigkeit in besonderem Maße auch der Leitung des Verkehrs
zum Zwecke der Regulierung des fließenden Verkehrs. Hier sei z.B. auf das so genannte
Reißverschlussprinzip verwiesen, wonach sich Fahrzeuge benachbarter Fahrspuren, bei
Verringerung der Anzahl der Spuren wechselseitig in eine Spur einordnen müssen.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Fahrbahnmarkierung weisen
die Navigationsleitlinien eine geringere Breite als die Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien,
Leitlinien und/oder Warnlinien auf. Durch die farbige Gestaltung der Navigationsleitlinien
ist ohnehin keine besonders große Breite der Linien erforderlich. Dadurch sind die
Navigationsleitlinien noch besser von den an sich bekannten Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien,
Leitlinien und Warnlinien zu unterscheiden, ohne dass die Verkehrsteilnehmer zur Unterscheidung
der Linien besondere Aufmerksamkeit aufbringen müssen.
[0015] Um weitere fahrbahn- und verkehrsbedingte Situationen darzustellen und diese den
Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, weisen die Navigationsleitlinien unterschiedliche
Farben, vorzugsweise die Farben Rot, Gelb bzw. Grün, auf. Damit kann beispielsweise
auf bestimmte Gefahrensituationen, Fahrbahnverhältnisse, Geschwindigkeitsbeschränkungen
usw. aufmerksam gemacht werden, die im Verkehr eben bestehen oder im weiteren Fahrtverlauf
in Kürze eintreten. Die Farben Rot, Gelb, Grün, welche die allen Verkehrsteilnehmern
vertrauten Ampelfarben sind, signalisieren: GRÜN = FREIE FAHRT; GELB = VORSICHT und
ROT = HALT/STOPP, wobei die Farbe Rot beim Menschen immer eine Gefahr signalisiert.
[0016] Eine weitere Möglichkeit der Signalisierung sich ändernder Verkehrsbedingungen besteht
darin, dass die Navigationsleitlinien über eine bestimmte Fahrbahnlänge durchgängig
und/oder unterbrochen ausgebildet sind.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung können die Farben und die Formen der Navigationsleitlinien
unterschiedliche Fahrgeschwindigkeitsbegrenzungen symbolisieren. Durch die Farbgebung
in Verbindung mit der Form der Linien, nämlich durchgezogen oder unterbrochen, können
kurze oder auch lange Fahrtabschnitte in solche mit unterschiedlich zu befahrenden
Geschwindigkeiten eingeteilt werden, somit stehen sechs verschiedene Geschwindigkeitseinteilungen
zur Verfügung.
[0018] Um dies Maßnahme noch zu unterstützen, können die Navigationsleitlinien zusätzlich
die Fahrgeschwindigkeit begrenzende Symbole aufweisen. Die Fahrgeschwindigkeit begrenzenden
Symbole können übliche Verkehrszeichen oder Zahlen sein.
[0019] Schließlich können zur besseren Orientierung für die Verkehrsteilnehmer die Navigationsleitlinien
zusätzlich auf Verkehrsvorschriftszeichen angebracht sein, beispielsweise solchen
Zeichen, die zum Einordnen in Fahrspuren, zum Spurwechsel oder Abbiegen vorgesehen
sind. Dabei können die mit den Richtpfeilspitzen versehenen Navigationsleitlinien
in den Farben Grün, Rot und/oder Gelb gestaltet sein, um auf besondere Umstände beispielsweise
in der jeweiligen Abbiegespur aufmerksam zu machen.
[0020] Eine Fahrt mit einem Personenkraftwagen vom Wohnsitz des Fahrzeugführers von einer
Ortsstraße über eine Landstraße zur Autobahn könnte z.B. wie folgt verlaufen, wenn
die erfindungsgemäßen Navigationsleitlinien auf der Fahrbahn der entsprechenden Straßen
aufgebracht sind:
[0021] In der Ortsstraße befindet sich eine rote, durchgezogene Navigationsleitlinie, die
ein Tempolimit von 50 km/h vorschreibt. Dann geht die rote durchgezogene in eine rote
unterbrochene Navigationsleitlinie über, die ein Tempolimit von 30 km/h vorschreibt,
beispielsweise in einer verkehrsberuhigten Zone. Die roten Navigationsleitlinien signalisieren
dem Fahrer besonders erhöhte Vorsicht. Erreicht der Fahrer die Landstraße, trifft
er auf eine gelbe, unterbrochene Navigationsleitlinie, die ein Tempolimit von 80 km/h
vorschreibt. Nun geht die gelbe unterbrochene in eine gelbe durchgezogene Navigationsleitlinie
über, die ein Tempolimit von 100 km/h vorschreibt. Gemäßigte Vorsicht ist in diesem
Streckenabschnitt geboten. Dann passiert der Fahrer die Auffahrt auf die Autobahn,
die wiederum mit roten unterbrochenen und durchgängigen Navigationsleitlinien zur
Geschwindigkeitsbegrenzung versehen ist, die im Übergangsbereich zur freien Autobahnstrecke
in gelbe Navigationsleitlinien übergehen, um ein umsichtiges Auffahren auf die Autobahn
zu gewährleisten.
[0022] Nach der Auffahrt auf die Autobahn folgt der Fahrer zunächst einer grünen unterbrochenen
Navigationsleitlinie, die ein Tempolimit von max. 130 km/h vorschreibt. Eine bestimmte
Strecke nach der Auffahrt geht die grüne unterbrochene in eine grüne durchgezogene
Navigationsleitlinie über, die ein Tempolimit von max. 180 km/h vorschreibt.
[0023] Umgekehrt erfolgt der Ablauf, wenn die Wegstrecke des Fahrers von der Autobahn über
die Landstraße zur Ortsstraße führt. Selbstverständlich können die durch die farblichen
Navigationsleitlinien signalisierten Geschwindigkeitsbegrenzungen ortsabhängig durch
Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder mit Vorrang anders vorgegeben werden. Somit hat
der Fahrer jederzeit eine genaue "Peillinie" vom Ausgangsblickpunkt zur Fahrbahnmitte.
Diese wirkt derart, als würde der Fahrer in seinem Fahrzeug eine etwa Mittenposition
einnehmen.
[0024] Der Fahrer braucht sich nicht mehr zwischen zwei weißen seitlichen Begrenzungslinien
orientieren durch Augenbewegungen nach links und rechts, wodurch ein gewisses Pendeln
des Fahrzeuges verursacht würde, das häufig zu Unfällen führt, denn den seitlichen
Augenablenkungen folgen unbewusst und instinktiv reflexartige leichte Armbewegungen
am Lenkrad. Vielmehr ist ein entspannteres, konzentriertes und stressfreies Fahren
möglich. Der Fahrer orientiert sich nur noch an der Navigationsleitlinie. Dies trifft
insbesondere auch auf Gefahrenstellen, wie beispielsweise Baustellen zu, in denen
das Pendeln des Fahrzeuges wegen verengter Fahrspuren und dem näheren Verkehrsfluss
und durch große Lastkraftwagen besonders gefürchtet und unfallträchtig ist. Das nahezu
"zentimetergenaue" Fahren der Fahrzeuge in verengten Fahrspuren wird für alle Fahrzeuge
erleichtert. Die Navigationsleitlinien sind besonders hilfreich, wenn noch verengte
Kurvenverläufe der Fahrbahn an Ein- und Ausfahrten zu den Baustellen und Autobahnab-
und -auffahrten hinzukommen.
[0025] Bei Anwendung der erfindungsgemäßen farbigen Navigationsleitlinien - durchgängiger
und/oder unterbrochener Form - mit Richtpfeilspitzen können eine Vielzahl von Verkehrsschildern
und Überbaugestellen hierfür entfallen, die z.B. Geschwindigkeitsvorgaben- und -änderungen,
Überholverbote, Richtungsweisungen usw. signalisieren. Ebenso können viele Ampelanlagen
entfallen. Durch die Umstellung und einfache Anbringung der Navigationsleitlinien
kann darüber hinaus eine einfachere, logische, sichere und sogar kostengünstigere
Straßenverkehrsabwicklung gewährleistet werden.
[0026] Die erfindungsgemäßen Farb-Navigationsleitlinien stellen somit eine zusätzliche Fahrerleichterung/Fahrhilfe
mit Unfallvermeidung dar und erbringen einen besonderen Beitrag zur Verkehrssicherheit.
[0027] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind. Der Rahmen der vorliegenden
Erfindung ist nicht nur durch die Ansprüche definiert.
[0028] Die Erfindung wird in der nachfolgenden Beschreibung anhand von Ausführungsbeispielen,
die in den Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine Fahrbahn einer Straße mit zwei getrennten gegenläufigen Fahrbahnen
mit erfindungsgemäßen Fahrbahnmarkierungen,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine Fahrbahn eines Autobahnabschnittes mit mehreren getrennten
gegenläufigen Fahrbahnen bzw. Fahrspuren mit erfindungsgemäßen Fahrbahnmarkierungen,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf einen Teil einer Fahrbahn eines Autobahnabschnittes mit zwei Fahrbahnen
mit erfindungsgemäßen Fahrbahnmarkierungen und
- Fig. 4 bis 7
- verschiedene Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Fahrbahnmarkierungen.
[0029] Die in Fig. 1 dargestellte Straße 1 wird randseitig, d.h. links und rechts, durch
Fahrbahnbegrenzungslinien 2 begrenzt. Durch mittig dazwischen verlaufende Leitlinien
3 wird die Straße 1 in zwei getrennte, gegenläufige Fahrbahnen 4 unterteilt, auf denen
sich Fahrzeuge 5 bewegen.
[0030] Seitlich zur Fahrbahnmitte 6, die als Strich-Punkt-Strich-Linie dargestellt ist,
befinden sich Navigationsleitlinien 7, die eine neuartige Fahrbahnmarkierung 8 zeigen.
Einige der Navigationsleitlinien 7, die später näher beschrieben werden, weisen Richtpfeilspitzen
9 auf, die eine bestimmte Fahrtrichtung für die Fahrzeuge 5 signalisieren.
[0031] Die Navigationsleitlinien 7 sind farbig, in den Farben "Rot", "Gelb" und "Grün",
ausgebildet. In den Fig. 1 bis 7 werden die Farbe "Grün" durch eine Kreuzschraffur,
die Farbe "Gelb" durch eine Schrägschraffur und die Farbe "Rot" durch eine Vollfläche
wiedergegeben.
[0032] Die Navigationsleitlinien 7 verlaufen seitlich versetzt um den Abstand "a" zur Fahrbahnmitte
6. Dabei beträgt der Abstand "a" etwa 10%, nämlich ca. 30 cm, der Breite "b" der Fahrbahn
4. Dadurch verlaufen die Navigationsleitlinien 7 sehr nahe der Sitzposition 10 des
Fahrers des Fahrzeuges 5 und bilden gewissermaßen eine Peillinie.
[0033] Zur verbesserten Unterscheidbarkeit der Navigationsleitlinien 7 von den Fahrbahnbegrenzungslinien
2 und den Leitlinien 3 weisen die Navigationsleitlinien 7 eine geringere Breite auf.
Darüber hinaus sind die Navigationsleitlinien 7 durchgängig und/oder unterbrochen
ausgebildet. Die Art der Ausbildung in Form, Farbe und Länge ist abhängig von der
jeweils gegebenen örtlichen Verkehrssituation. Die Navigationsleitlinien 7 bestimmen
insbesondere unterschiedliche Fahrgeschwindigkeitsbegrenzungen.
[0034] In der in Fig. 1 gezeigten linken Fahrbahn 4 sind unterbrochene Navigationsleitlinien
7 (Schrägschraffur) gezeigt, die beispielsweise eine Tempobegrenzung von 80 km/h auf
einer Landstraße symbolisieren. Diese Geschwindigkeitsverminderung kann z.B. auf eine
in Fahrtrichtung vorn liegende Baustelle hinweisen.
[0035] Die in der rechten Fahrbahn 4 aufgebrachten Navigationsleitlinie 7 ist von grüner
Farbe (Kreuzschraffur) und symbolisiert beispielsweise eine Geschwindigkeitsbegrenzung
von 130 km/h auf einer freien Strecke.
[0036] Der in Fig. 2 gezeigte Autobahnabschnitt 11 wird ebenfalls seitlich durch Fahrbahnbegrenzungslinien
2 begrenzt und durch einen Mittelstreifen 12 in zwei gegenläufige Fahrbahnen 4 mit
jeweils zwei Fahrspuren 13 unterteilt. Die Fahrspuren 13 sind jeweils durch eine Leitlinie
3 getrennt. In jeder der Fahrspuren 13 ist als zusätzliche Fahrbahnmarkierungen 8
eine Mehrzahl von Navigationsleitlinien 7 aufgebracht, die in Abhängigkeit von ihrer
Farbe und Form unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten vorgeben, die wiederum von den
örtlichen Straßenverkehrsverhältnissen bestimmt werden. Eine solche besondere Verkehrssituation
ist in Fig. 3 dargestellt.
[0037] Fig. 3 zeigt einen Teil einer Fahrbahn 4 eines Autobahnabschnittes 11 mit zwei Fahrspuren
13. Von der rechten Fahrspur 13 führt eine Abfahrt 14 weg bzw. führt eine Zufahrt
15 hin. Die linke Fahrspur 13 weist grüne (Kreuzschraffur) Navigationsleitlinien 7
auf, wobei die unterbrochenen Navigationsleitlinien 7 eine gewisse Richtgeschwindigkeit
von beispielsweise 130 km/h symbolisieren, während die durchgängige und unterbrochene
Navigationsleitlinie 7 für eine geschwindigkeitsangepasste unabhängige Fahrweise steht,
beispielsweise nach dem so genannten "Reißverschlussprinzip".
[0038] Die rechte Fahrspur 13 bedarf erhöhter Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer, da diese
die Abfahrt 14 und die Zufahrt 15 aufweisen. Somit werden durch die gelben (Schrägschraffur)
Navigationsleitlinien 7 eine besondere Aufmerksamkeit des Fahrers und eine Geschwindigkeitsverminderung
auf beispielsweise 80 km/h symbolisiert.
[0039] Da sich bei Abfahrten 14 und Zufahrten 15 die örtlichen Gegebenheiten verändern und
andere Geschwindigkeitsvorgaben gelten, werden diese durch rote (Vollfläche) Navigationsleitlinien
7 für eine Geschwindigkeitsverminderung auf z.B. 50 km/h vorgegeben.
[0040] Die Fig. 4 bis 7 zeigen unterschiedliche Ausgestaltungen der Navigationsleitlinien
7. Fig. 4 stellt eine grüne unterbrochene Navigationsleitlinie 7 mit Richtpfeilspitze
9 dar, die mit einem Fahrgeschwindigkeit begrenzenden Symbol 16, hier 130 km/h, versehen
ist.
[0041] Fig. 5 zeigt eine gelbe durchgängige Navigationsleitlinien 7, die eine gewisse Aufmerksamkeit
des Fahrzeugführers verlangt. Diese Navigationsleitlinien 7 ist ebenfalls mit einem
Fahrgeschwindigkeit begrenzenden Symbol 16 versehen.
[0042] In Fig. 6 ist eine durchgängige Navigationsleitlinie 7 mit Richtpfeilspitze 9 dargestellt,
die aus einer Farbkombination von Grün und Gelb, 130 km/h auf 100 km/h, besteht. Eine
solche Navigationsleitlinie 7 kann beispielsweise ein Hinweis auf eine in Fahrtrichtung
vorn liegende Baustelle oder Abfahrt sein, und somit kann die Geschwindigkeit gleitend
angepasst werden.
[0043] Die in Fig. 7 gezeigte Navigationsleitlinie 7 ist in Durchgangsrichtung von gelber
Farbe 80 km/h und in Abzweigrichtung von roter Farbe 50 km/h. Diese Navigationsleitlinien
7 befinden sich insbesondere an einer Abfahrt 14 an einer Autobahn und gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen
in Geradeausrichtung von 80 km/h und in Abzweigrichtung von 50 km/h vor gemäß dem
bekannten "Reißverschlussprinzip".
[0044] Die Navigationsleitlinien 7 sind selbstverständlich untereinander beliebig kombinierbar.
Geschwindikeitsbegrenzungsschilder haben jedoch immer Vorrang vor der Navigationsleitlinie.
Liste der Bezugszeichen
[0045]
- 1
- Straße
- 2
- Fahrbahnbegrenzungslinie
- 3
- Leitlinie
- 4
- Fahrbahn
- 5
- Fahrzeug
- 6
- Fahrbahnmitte
- 7
- Navigationsleitlinien
- 8
- Fahrbahnmarkierung
- 9
- Richtpfeilspitze
- 10
- Sitzposition
- 11
- Autobahnabschnitt
- 12
- Mittelstreifen
- 13
- Fahrspur
- 14
- Abfahrt
- 15
- Zufahrt
- 16
- Symbol
1. Fahrbahnmarkierung auf der Fahrbahn (4) von öffentlichen Verkehrswegen, die insbesondere
Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien (2), Leitlinien (3) und/oder Warnlinien
aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass längs zur Fahrtrichtung zwischen den Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien
(2), Leitlinien (3) und/oder Warnlinien farbige, mit Richtpfeilspitzen (9) versehene
Navigationsleitlinien (7) auf die Fahrbahn (4) aufgebracht sind.
2. Fahrbahnmarkierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) seitlich versetzt (a) zur Fahrbahnmitte (6) angeordnet
sind.
3. Fahrbahnmarkierung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) um etwa 10% der Fahrbahnbreite (b) seitlich versetzt
zur Fahrbahnmitte (6) angeordnet sind.
4. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) eine geringere Breite als die Fahrstreifen- bzw. Fahrbahnbegrenzungslinien
(2), Leitlinien (3) und/oder Warnlinien aufweisen.
5. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) unterschiedliche Farben, vorzugsweise die Farben Rot,
Gelb bzw. Grün aufweisen.
6. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) über eine bestimmte Fahrbahnlänge durchgängig und/oder
unterbrochen ausgebildet sind.
7. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Farben und die Formen der Navigationsleitlinien (7) unterschiedliche Fahrgeschwindigkeitsbegrenzungen
symbolisieren.
8. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) zusätzlich die Fahrgeschwindigkeit begrenzende Symbole
(16) aufweisen.
9. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrgeschwindigkeit begrenzenden Symbole (16) übliche Verkehrszeichen oder Zahlen
sind.
10. Fahrbahnmarkierung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationsleitlinien (7) zusätzlich auf Verkehrsvorschriftszeichen angebracht
sind.