[0001] Die Erfindung betrifft eine Verriegelungsvorrichtung für ein Schliessystem. Unter
"Schliesssystem" wird hier ein System mit mechanischen Elementen verstanden, welches
den Zutritt oder Zugriff zu einem Objekt ermöglicht oder versperrt, je nach dem ob
eine Berechtigung vorliegt oder nicht. Eine Verriegelungsvorrichtung wird insbesondere
die Betätigung eines Schliesszylinders oder Schlosses durch Drehung eines Schlüssels
oder eines Türknaufs, durch Betätigen eines Türdrückers oder vergleichbarer Mittel,
oder automatisiert, mittels geeigneter Antriebsmittel etc. ermöglichen bzw. verhindern.
[0002] Verriegelungsvorrichtungen mit mechanisch und elektronisch - mechatronisch - gesteuerten
Sperrelementen sind bekannt. Sie besitzen alle Eigenschaften von herkömmlichen rein
mechanischen Verriegelungsvorrichtungen. Die zusätzliche elektronisch gesteuerte Verriegelung
gewährt ausserdem die Möglichkeit, Schlüssel individuell zu aktivieren und zu sperren.
Mit mechatronischen Verriegelungsvorrichtungen kann also zusätzliche Flexibilität
in der Schliessorganisation erreicht werden.
[0003] Die elektronisch gesteuerte Verriegelung basiert auf einer Datenübertragung zwischen
einem schlüsselseitigen Elektronikmodul und einem schlosseitigen Elektronikmodul.
Diese Datenübertragung kann durch Berührung - bspw. mittels elektrischer Kontakte
an Schlüssel und Schloss - oder berührungslos - bspw. mittels elektromagnetischer
Induktion - stattfinden. Daten können in nur eine oder in beide Richtungen übertragen
werden. Im schlosseitigen oder im schlüsselseitigen Elektronikmodul wird anhand der
übertragenen Daten überprüft, ob der eingesteckte Schlüssel zutrittsberechtigt ist.
Wenn dies der Fall ist, so wird ein schlosseitiger Motor aktiviert, welcher elektronisch
gesteuert ein Sperrelement derart bewegt, dass es den Schliesszylinder oder das Schloss
freigibt.
[0004] Ein solche Verriegelungsvorrichtung ist beispielsweise aus der internationalen Offenlegungsschrift
WO 98/28508 oder aus der internationalen Offenlegungsschrift WO 01/21913 bekannt.
[0005] Nachteilig an solchen Verriegelungsvorrichtungen gemäss dem Stand der Technik ist,
dass es bei Manipulationsversuchen reicht, die durch das Sperrelement bewirkte Sperre
des Schliesszylinders zu überwinden. Dies kann durch Schockeinwirkung, mittels Vibrationen,
mit roher Gewalt oder sonstwie geschehen.
[0006] Um trotzdem eine hohe Sicherheit zu gewährleisten, werden solche Verriegelungsvorrichtungen
oft kombiniert mit Elementen einer konventionellen, rein mechanischen Verriegelungsvorrichtung
mit Zuhaltungen. Dies ist beispielsweise ebenfalls in den erwähnten Schriften WO 98/28508
und WO 01/21913 bekannt. Eine solche Kombination bringt eine erhöhte Sicherheit mit
sich, sie schränkt aber die Flexibilität eines Systembetreibers aus dem folgenden
Grund stark ein: Häufig sind die sicherheitsrelevantesten oder die meistfrequentierten
Zugänge zu einem Objekt (bspw. einem Gebäude) mit mechatronisch/mechanischen Schlössern
ausgestattet. Es existieren aber noch weitere, rein mechanisch ausgebildete Schlösser,
bspw. Türen zu einzelnen Räumen im Innern des Gebäudes. Diese sollen - bei Berechtigung
- mit demselben Schlüssel zu öffnen sein wie die mechatronisch/mechanischen Schlösser.
Wenn in einem bestehenden Gebäude Schlösser einer ersten Schliessanlage zugeordnet
sind, ist daher eine Kombination mit mechatronisch/mechanischen Schlössern einer zweiten
Schliessanlage - desselben Herstellers oder eines anderen Herstellers - nicht möglich,
was bspw. dann nachteilig sein kann, wenn gar kein mechatronisch/mechanisches Schliessystem
des ersten Herstellers erhältlich ist. Der gleiche Nachteil existiert, wenn anlagenübergreifende
Zutrittslösungen gefunden werden sollten.
[0007] Generell ist bei bestehenden mechatronischen Systemen ein Mittelweg zwischen den
einander widersprechenden Anforderungen Sicherheit und Flexibilität zu finden. Oft
muss zur Aufrechterhaltung der Zutrittsflexibilität die mechanische Permutationgleichschliessend
ausgeführt werden, was natürlich auf Kosten der Sicherheit geht.
[0008] Mechatronische Verriegelungsvorrichtungen mit von einem Rotor entkoppelten Abtriebselement
werden in den Schriften EP1 030 011, US 5,640,863, EP 0 312 123, FR 2 801 334 und
FR 2 552 809 gezeigt.
[0009] Es wäre wünschenswert, eine über eine Verriegelungsvorrichtung zu verfügen, welche
genügend sicher ist, um eine Entkoppelung von eventuell vorhandenen mechanischen Sicherheitselementen
zu erlauben und eventuell auch ohne zusätzliche Sicherheiten durch mechanische Sicherheitselemente
zu funktionieren.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es also, eine mechatronische Verriegelungsvorrichtung zu
schaffen, welche gegen äussere Fremdeinflüsse, insbesondere gegen Gewalt-,. Vibrations-
und/oder Schockeinwirkungen oder Magneteinwirkungen, resistent ist und ein sicheres
Funktionieren gewährleistet.
[0011] Die Aufgabe wird gelöst durch die Verriegelungsvorrichtung und das Verfahren, wie
sie durch die Patentansprüche definiert sind.
[0012] Die Verriegelungsvorrichtung besitzt ein Kupplungselement und ein mit Riegelmitteln
in Wirkverbindung bringbares Abtriebselement. Sie kann durch elektronisch gesteuerte
Antriebsmittel über Vortriebsmittel, welche das Kupplungselement bewegen, in einen
ersten und einen zweiten Kupplungszustand gebracht werden. Im ersten Kupplungszustand
ist der Rotor - also das durch Schlüssel, Türdrücker oder ähnliches Mittel drehbare
Bauteil des Schlosses - vom Abtriebselement entkoppelt in dem Sinn, dass keine direkte
Kupplung über das Kupplungselement oder andere Kupplungmittel vorhanden ist, die bewirken
würden, dass eine Drehung des Rotors eine Bewegung des Abtriebselements verursacht.
In seiner zweiten Kupplungslage kuppelt das Kupplungselement das Abtriebselement mit
einem Rotor, der durch Schlüssel, Türdrücker, Türknauf oder ein vergleichbares Mittel
oder durch einen elektrischen Antrieb betätigbar ist.
[0013] Dieser Ansatz unterscheidet sich fundamental von bestehenden Ansätzen gemäss dem
Stand der Technik. Dort ist eine Kupplung zwischen Rotor und einem Mitnehmer zum Bestätigen
des Riegels entweder fest vorgesehen oder mit einfachsten Mitteln bewerkstelligbar,
bspw. durch Einschieben eines schlüsselförmigen Gegenstandes. Im verriegelten Normalzustand
ist der Rotor gegenüber dem Gehäuse verriegelt, wohingegen bei Stimmigkeit der mechanischen
und ggf. elektronischen Codierung eine Freigabe des Rotors gegenüber dem Gehäuse erfolgt.
Um das Schloss zu manipulieren, muss man also Rotor und Gehäuse entkoppeln.
[0014] Der erfindungsgemässe Ansatz unterscheidet sich demnach vom Stand der Technik dadurch,
dass man nicht einfach Rotor und Gehäuse entkuppeln muss, sondern das Abtriebselement
mit dem Rotor koppeln muss - und ggf. auch vom Gehäuse entkoppeln muss. Das erlaubt,
die Kupplungsmittel - hier das Kupplungselement - auf sehr einfache Art so zu wählen,
dass die Kupplung nur bei einem einzigen singulären Zustand der Kupplungsmittel zustande
kommt.
Dies ist vorteilhaft aus folgendem Grund:
[0015] Man kann davon ausgehen, dass bei Manipulatiönsversuchen das Kupplungselement oder
Sperrelement von seiner Ruhelage auslenkbar ist, bspw. durch Stösse. Bei einem Manipulationsversuch
wird das ausgenutzt, indem durch eine Vielzahl von Stössen so lange manipuliert wird,
bis sich das Sperrelement in der Freilage befindet. Gleichzeitig wird die Verriegelungsvorrichtung
so beeinflusst, dass das einmal in der Freilage befindliche Sperrelement sofort in
dieser fixiert wird - bspw. durch ein beständig auf den Rotor einwirkendes Drehmoment.
[0016] Die Erfordernis, dass die Kopplung nur bei einem einzigen singulären Zustand zustande
kommt, verringert die Wahrscheinlichkeit, dass das Kupplungselement durch zufällige
Anregungen - Stösse - überhaupt in den zweiten Kupplungszustand kommt. Und wenn das
einmal der Fall sein sollte, wird durch dieselbe zufällige Anregung das Element sofort
wieder aus dieser Lage entfernt. Es steht also nur ein sehr kleines Zeitfenster zur
Verfügung, in welchem manipuliert werden kann. In der statistischen Mechanik wird
die Anzahl aller das Ereignis (erfolgreiche Manipulation) auslösenden Zustände mit
der Anzahl aller möglichen Zustände verglichen, wenn das Verhältnis klein ist, ist
das Ereignis unwahrscheinlich. In der Terminologie der statistischen Mechanik erlaubt
also der erfindungsgemässe Ansatz, dass der für Manipulationsversuche nur sehr wenig
Phasenraum zur Verfügung steht. Ausserdem ist es nicht möglich, das Kupplungselement
durch beständiges Ausüben eines Drehmoments auf den Rotor zu fixieren, sobald es in
der zweiten Kupplungslage ist, da der Rotor nicht über das Abtriebselement mit dem
Gehäuse gekoppelt ist sondern frei drehbar oder mit einem anderen, vom Kupplungselement
unabhängigen Mittel fixiert ist.
[0017] Durch eine rücktreibende Kraft, welche bewirkt, dass das Kupplungselement tendenziell
von der dem zweiten Kupplungszustand entsprechenden zweiten Kupplungslage weg bewegt
wird, kann die Wahrscheinlichkeit, dass das Kupplungselement zufällig in die zweite
Kupplungslage gelangt, weiter verringert werden.
[0018] Die mechanische Entkopplung von Rotor und Abtriebselement im ersten Kupplungszustand
bringt auch den Vorteil mit sich, dass auch durch gewaltsames Drehen des Rotors das
Schloss nicht betätigt werden kann: Der Rotor dreht höchstens leer.
[0019] Gemäss einer Ausführungsform ist im ersten Kupplungszustand das Abtriebselement gegenüber
einem Gehäuse versperrt. Damit wird es noch zusätzlich gegen Drehungen gesperrt.
[0020] Das Kupplungselement kann eine mindestens teilweise sphärische Oberfläche aufweisen
- und beispielsweise als Kugel ausgebildet sein. Dadurch wird die Anzahl der Positionen,
in welcher es kuppelt, minimiert - was wie oben beschrieben vorteilhaft ist. Es besteht
dann das Erfordernis, dass eine Scherlinien zwischen den zu kuppelnden Elementen und
der Äquator des Kupplungselementes aufeinander ausgerichtet sind. Wenn der Äquator
des Kupplungselementes oberhalb oder unterhalb der Scherlinie ist, wird das Kupplungselement
durch Kraftausübung auf eines der zu kuppelnden Elemente von der Kupplungslage weg
geschoben.
[0021] Bevorzugt ist das Kupplungselement weder an das Gehäuse noch an den Rotor gekoppelt.
Das Kupplungselement kann dann in seiner zweiten Kupplungslage bei einer Drehbewegung
des Rotors mitgedreht werden. Es liegt dabei bspw. in einer Öffnung, welche durch
Aussparungen im Rotor und im Abtriebselement gebildet wird. Auch zum Abtriebselement
besteht beispielsweise keine feste mechanische Kopplung wie bspw. ein Scharnier oder
Formschluss sondern höchstens eine Führung durch eine Aussparung in diesem, d.h. auch
wenn das Kupplungselement immer mit dem Abtriebselement mitdrehbar ist, ist es doch
ein mechanisch unabhängiges Element. Es kann vorgesehen sein, dass vor dem Abziehen
des Schlüssels der Rotor in seine ursprüngliche Orientierung zurück gebracht werden
muss, also nur um ganzzahlige Drehungen gedreht werden kann.
[0022] Die Antriebsmittel können bspw. das Kupplungselement zwischen zwei Kupplungslagen
- entsprechend den zwei Kupplungszuständen - verschieben: In der ersten Kupplungslage
koppelt das Kupplungselement Gehäuse und Abtriebselement, während es keine Kopplung
zwischen Rotor und Abtriebselement bewirkt. In der zweiten Kupplungslage koppelt es
Rotor und Abtriebselement, bewirkt aber keine Kopplung zwischen Gehäuse und Abtriebselement.
[0023] Alternativ dazu kann ein als Blockierelement dienendes Vortriebsmittel des Antriebsmittels
das Abtriebselement im ersten Kupplungszustand gegenüber dem Gehäuse versperren. Im
zweiten Kupplungszustand kuppelt das Kupplungselement Rotor und Abtriebshülse. Dabei
sind Blockierelement und Kupplungselement so ausgebildet und angeordnet, dass das
Blockierelement, wenn es vom zweiten zum ersten Kupplungszustand bewegt wird, gleichzeitig
durch direkte oder indirekte Einwirkung das Kupplungselement von der kuppelnden Lage
weg bewegt.
[0024] Eine weitere Alternative sieht vor, dass das Abtriebselement auch im ersten Kupplungszustand
nicht gegen das Gehäuse versperrt wird. Dies ist dann vorteilhaft, wenn das Abtriebselement
bspw. mit einem inneren Türdrücker fest verbunden ist. In dieser Ausführungsform wird
einerseits sichergestellt, dass eine im Innern des zu verschliessenden Objektes befindliche
Person das Objekt_immer verlassen kann. Andererseits stellt diese direkte Kopplung
zwischen Abtriebselement und innerem Türdrücker auch einen gewissen Schutz vor Manipulationen
dar - immerhin muss der innere Türdrücker bei jedem Manipulationsversuch mitbewegt
werden.
[0025] Als Antriebsmittel kann ein Elektromotor mit einer Hubspindel verwendet werden. Elektromotoren
sind im Vergleich zu Magnetstellgliedern relativ sparsame Stromkonsumenten. Zudem
sind sie aufgrund der Bauweise weitgehend vibrations-, schock- und magnetresistent.
[0026] Das Kupplungselement kann durch das Antriebsmittel ,quasi-zwangsgeführt` oder gar
ganz zwangsgeführt verschiebbar sein. Das bedeutet, dass die Position des Kupplungselementes
zwischen der ersten und der zweiten Kupplungslage jederzeit durch das Antriebsmittel
definiert wird, bspw. indem es mit dem Vortriebsmittel des Antriebsmittels verbunden
ist. Im Falle der quasi-Zwangsführung ist diese Verbindung nur durch einen gewissen
Kraftaufwand zu lösen; es kann bspw. sein, dass das Vortriebsmittel und/oder das Kupplungselment
ein permanentes magnetisches Moment aufweist und dadurch das Kupplungselement am Vortriebsmittel
haftet. Im Falle der Zwangsführung ist die Verbindung so fest, dass sie durch normale
Stösse gar nicht lösbar ist. Beispielsweise wird das Kupplungselement durch mechanische
Verbindungen am Vortriebsmittel fixiert; die mechanischen Verbindungen werden bspw.
gelöst, sobald sich das Kupplungsmittel in der zweiten Kupplungslage befindet.
[0027] Die Verriegelungsvorrichtung kann also so ausgebildet sein, dass sich das Kupplungselement
immer auf einer von zwei vorgegebenen Bahnen befindet: auf der ersten Bahn quasi-zwangsgeführt
oder zwangsgeführt zwischen der ersten und der zweiten Kupplungslage, und auf der
zweiten Bahn durch den Rotor mitgedreht und relativ zu diesem in konstanter Position
um eine Achse des Rotors herum.
[0028] Das Antriebsmittel kann mit Federmitteln versehen sein, die so ausgebildet und angeordnet
sind, dass das zwischen der ersten Kupplungslage und der zweiten Kupplungslage befindliche
Kupplungselement durch mechanisches Einwirken entgegen einer Federkraft in Richtung
der ersten Kupplungslage bewegbar ist. Damit kann Schäden durch gewaltsame Manipulationsversuche
und beim Ausfall des Antriebs vorgebeugt werden. Wenn sich das Kupplungselement in
einer - undefinierten - Lage zwischen der ersten und der zweiten Kupplungslage befindet,
und Kraft auf eine Scherlinie ausgeübt wird, weicht das Kupplungselement in Richtung
der ersten Kupplungslage aus, ohne dass Schäden entstehen würden.
[0029] Verriegelungsvorrichtung kann - für den Fall, dass sie mit einem Schliesszylinder
verwendet wird - ein Schlüsselblockierelement aufweisen, das durch Einführen des Schlüssels
in die Schlüsselöffnung von einer ersten Lage zu einer zweiten Lage bewegbar ist,
wobei es in der zweiten Lage ein Herausziehen des Schlüssels nur bei bestimmten, vorgegebenen
Ausrichtungen des Rotors erlaubt. Das erlaubt einerseits dem Benutzer, in an sich
bekannter Art eine Türe zu öffnen, indem er am nicht vertikal ausgerichteten Schlüssel
zieht. Andererseits kann dadurch gewährleistet sein, dass das System bei entferntem
Schlüssel immer in einer definierten Lage ist, in welcher das Kupplungselement zwischen
den zwei Kupplungslagen verschiebbar ist. Es kann ausserdem vorgesehen sein, dass
das Schlüsselblockierelement den Rotor in der ersten Lage gegen Drehungen blockert,
damit dieser nicht durch einen Schraubenzieher oder ähnliche Mittel oder durch zufällig
induzierte Bewegungen von seiner definierten Lage weg bewegt werden kann. Bei Versuchen,
den Rotor mit einem Schraubenzieher o.ä. und mit viel Kraft zu bewegen, wird allenfalls
das Schlüsselblockerelement beschädigt, wegen der mechanischen Entkopplung von Rotor
und Gehäuse aber niemals die für das Betätigen des Riegels wesentlichen Elemente.
[0030] Das Schlüsselblockierelement - zusammen mit dem Kupplungselement - bewirkt, dass
insgesamt drei definierte Zustände vorhanden sind:
- 1. Kein Schlüssel steckt: Erster Kupplungszustand, und das Schlüsselblockierelement
blockiert den Rotor
- 2. Ein unberechtigter Schlüssel steckt: Erster Kupplungszustand, und das Schlüsselblockierelement
gibt den Rotor frei. Der Rotor ist frei drehbar, er bewirkt aber keine Betätigung
des Riegels. Der Schlüssel kann nur in einer definierten Position des Rotors herausgezogen
werden.
- 3. Der berechtigte Schlüssel steckt: Zweiter Kupplungszustand, der Rotor ist drehbar,
und seine Drehung bewirkt ein Betätigen des Riegels.
[0031] Das Schlüsselblockierelement kann bspw. ein Kipphebel sein, der mit einer Feder verbunden
ist, die eine Rückstellkraft hin zur ersten Lage bewirkt.
[0032] Die zusätzliche Sicherheit, welche durch die vorstehenden Elemente bewirkt wird,
hat zur Folge, dass die Verriegelungsvorrichtung bspw. ohne rein mechanisch betätigbare
Zuhaltungen auskommt. Damit kann eine erfindungsgemässe Verriegelungsvorrichtung mit
irgendwelchen bestehenden Schliesssystemen kombiniert werden und anlagenübergreifend
zum Einsatz kommen. Die Verriegelungsvorrichtung erlaubt eine Verbindung von mehreren
Anlagen und einen Einsatz in mehreren Anlagen mit einem systemneutralen Schlüssel.
[0033] Selbstverständlich kann eine erfindungsgemässe Verriegelungsvorrichtung aber auch
zusätzlich noch mechanische Zuhaltungen aufweisen.
[0034] Die erfindungsgemässe Verriegelungsvorrichtung ist in dieser Ausführungsform also
systemneutral: mechanische und mechantronische Systemkomponenten sind vollständig
trennbar.
[0035] Im Folgenden werden noch bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand von Zeichnungen
näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1 schematisch einen Schnitt durch Elemente einer erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtung.
- Figur 2 ebenfalls schematisch einen Schnitt durch Elemente einer weiteren Ausführungsform
einer erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtung.
- Figur 3 schematisch die möglichen Zustände für das Kupplungselement in den Anordnungen
gemäss den Figuren 1 und 2.
- Figur 4 eine Ansicht, teilweise im Schnitt, von Elementen eines Zylinderschlosses
mit einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtungwobei das
Kupplungselement in der ersten Kupplungslage ist.
- Figur 5 die Ansicht gemäss Figur 4, wobei ein Schlüssel in die Schlüsselöffung eingeschoben
ist und sich das Kupplungselement in der zweiten Kupplungslage befindet.
- Figur 6 eine Explosionsdarstellung von Bestandteilen der Antriebsmittel.
- Figuren 7 und 8 schematisch einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform in zwei
Kupplungszuständen.
- Figuren 9 und 10 einen Querschnitt und einen Längsschnitt (schematisch) durch ein
-Schloss mit einer erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtung, in zwei Kupplungszuständen
- Figur 11 einen weiteren Querschnitt durch das Schloss gemäss Figuren 9 und 10.
[0036] Ein einer Ausführungsform der Erfindung zugrunde liegendes Prinzip ist in der Figur
1 gezeigt. Sehr schematisch sind ein durch einen Schlüssel drehbarer Rotor 2 und ein
mit einem bspw. direkt in eine Türe eingebauten Gehäuse verbundenen und daher nicht
drehbaren Stator 3. Zwischen Rotor 2 und Stator 3 befindet sich ein als Abtriebshülse
ausgebildetes Abtriebselement 4. Dieses ist mindestens Teilweise um die Drehachse
des Rotors drehbar und ist mit einem Mitnehmer in Wirkverbindung bringbar, welcher
zum Betätigen von Riegelelementen ausgebildet ist, so, dass der Riegel - gegebenenfalls,
wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind - durch drehen des Abtriebselementes 4 betätigt
werden kann. Sowohl der Rotor als auch der Stator besitzen je eine Aussparung 2.1,
3.1, welche in der gezeichneten Anordnung mit einer Aussparung 4.1 im Abtriebselement
fluchten. Ein Kupplungselement 5 befindet sich in der Öffnung, welche durch diese
Aussparungen gebildet wird. In der Figur ist das Kupplungselement 5 Kugel ausgebildet.
Es könnte aber auch eine andere Form haben und beispielsweise ein Zapfen mit einer
teilweise sphärischen Oberfläche oder ein Stift sein. Das Funktionsprinzip ist das
Folgende: Das Kupplungselement ist durch nicht dargestellte Antriebsmittel der Öffnung
verschiebbar. Es nimmt eine erste Kupplungslage - oder Sperrlage - ein, wenn es sich
auf der Scherlinie S1 befindet, welche zwischen dem Stator 3 und den Abtriebselement
gebildet wird. Dieser Zustand entspricht dem ersten Kupplungszustand. In seiner ersten
Kupplungslage kuppelt das Kupplugselement das Abtriebselement mit dem Stator. Es verhindert
ein Drehen des Abtriebselements und damit ein Betätigen des Riegels. Das Kupplungselement
bewirkt aber keine Kupplung zwischen Rotor und Abtriebselement, wenn es in der ersten
Kupplungslage ist. Rotor und Abtriebselement und damit auch Rotor und Riegel sind
also entkoppelt, wenn das Kupplungselement in der Sperrlage befindet. Dies ist ein
Unterschied zum Stand der Technik, wo eine Sperrung dadurch bewirkt wird, dass der
Rotor gegenüber dem Stator gesperrt wird.
[0037] In einer zweiten Kupplungslage - oder Freilage - ist das Kupplungselement 5, wenn
es sich auf der Scherlinie S2 zwischen dem Rotor und dem Abtriebselement befindet.
Dies ist der zweite Kupplungszustand.
[0038] Die in der Figur gezeigte Anordnung ist ein Beispiel für eine Verriegelungsvorrichtung
mit einem Kupplungselement 5, das elektronisch gesteuert zwischen einer ersten und
einer zweiten Kupplungslage - entsprechend dem ersten und zweiten Kupplungszustand
-verschiebbar ist, wobei das Kupplungselement 5, 5` in einer ersten Kupplungslage
das Abtriebselement 4 gegenüber dem Gehäuse sperrt und in einer zweiten Kupplungslage
das Abtriebselement 4 mit dem Rotor 2 kuppelt, wobei der Rotor 2 nicht mit dem Abtriebselement
4 gekuppelt ist, wenn sich das Kupplungselement in seiner ersten Kupplungslage befindet.
[0039] Figur 2 zeigt eine Variante des in Figur 1 gezeigten Prinzips, wo das Kupplungselement
5' nicht kugelförmig ist, sondern eine nur teilweise sphärische Oberfläche besitzt.
Die Aussparung 2.1 im Rotor ist in dieser Ausführungsform bspw. so begrenzt, dass
das Kupplungselement den Rotor 2 und das Abtriebselement 4 nur kuppelt, wenn es bis
zum Anschlag in die Öffnung eingeführt ist. Ist das Kupplungselement etwas zurückgezogen,
wird es bei einem Drehmoment auf den Rotor aufgrund seiner teilweise sphärischen Oberfläche
zurück in Richtung seiner ersten Kupplungslage gestossen.
[0040] Anstelle des halbkugelförmigen Oberflächenabschnittes der Figur 2 kann auch eine
andere Oberflächenform vorgesehen sein, welche ein solche Zurückstossen bewirkt -
bspw. eine Kegelform etc. Die eigentlich in dieser Ausführungsform zu erfüllende Bedingung
ist, dass die Form des Kupplungselementes so ist, dass es einen Bereich aufweist,
in welchem es sich stetig verjüngt.
[0041] Natürlich kann das Merkmal, dass die Tiefe der Aussparung 2.1 im Rotor so begrenzt
ist, dass das Kupplungselement in seiner zweiten Kupplungslage gleichzeitig auch an
einem Anschlag oder fast an einem Anschlag ist, auch bei einem kugelförmigen Kupplungselement
vorhanden sein.
[0042] Anhand von Figur 3 wird nun dargestellt, wie die Ausführungsformen gemäss Figuren
1 und 2 dazu beitragen, dass bei Manipulationsversuchen mit zufälligen Bewegungen
des Kupplungselement die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Öffnen des Schlosses
sehr gering ist und gegen 0 geht.
[0043] Die Figur 3 stellt sehr schematisch die Menge aller Zustände 11 dar. In der Anordnung
der Figuren 1 und 2 wird das Kupplungselement durch die genannten Aussparungen geführt
und ist nur in einer Richtung x verschiebbar; die Zustände können also durch die Position
in dieser Richtung x charakterisiert werden. Das obere Diagramm der Figur zeigt die
Situation für die Anordnung gemäss Figur 1. Die Untermenge derjenigen Zustände, in
welcher das Kupplungselement in seiner zweiten Kupplungslage ist und das Öffnen des
Schlosses ermöglicht ist in der Figur mit dem Bezugszeichen 12 versehen. Aufgrund
der sphärischen Oberfläche des Kupplungselementes muss seine Position sehr präzis
so gewählt sein, dass sich sein Äquator auf der Scherlinie S2 befindet. Andernfalls
wird das Kupplungselement bei einem auf den Rotor wirkenden Drehmoment in die eine
oder andere Richtung weggestossen. Diese Tatsache wirkt sich so aus, dass die Untermenge
12 der Zustände, in welcher eine Freigabe erfolgt, sehr klein ist. Bei zufälligen
Bewegungen verschwindet die Wahrscheinlichkeit fast, dass das Kupplungselement in
die Freigabe-Lage (die zweite Kupplungslage) gerät.
[0044] Das untere Diagramm der Figur 3 bezieht sich auf den Aufbau gemäss Figur 2. Dieser
unterscheidet sich von demjenigen von Figur 1 dadurch, dass das Kupplungselelement
in seiner zweiten Kupplungslage gleichzeitig auch an einem Anschlag ist. Die Untermenge
12 der Zustände, in welcher eine Freigabe erfolgt, ist daher ganz am Rand eingetragen.
Auch in diesem Fall ist sie klein im Vergleich zur Menge aller Zustände, da das Kupplungelement
ebenfalls bei einem Drehmoment auf den Rotor von der Kupplungslage weggedrückt wird,
wenn es nicht exakt in der Kupplunslage positioniert ist.
[0045] Die Figur 3 erklärt also, wie durch die beschriebenen Massnahmen die Erfolgswahrscheinlichkeit
bei Manipulationsversuchen schon durch reine Statistik auf einen sehr kleinen Wert
gebracht wird. Zusätzliche Massnahmen können diese Erfolgswarscheinlichkeit weiter
verringern.
- 1. Es wird dafür gesorgt, dass bei Anregungen des Kupplungselements durch Stösse die
Geschwindigkeit des Kupplungselementes immer gross ist, wenn es in derjenigen Position
ist, die der zweiten Kupplungslage entspricht. In den hier beschriebenen Beispielen
geschieht das dadurch, dass das Kupplungelement in seiner ersten Kupplungslage mit
einer gewissen Kraft fixiert ist - es klebt quasi in der ersten Kupplungslage. Es
kann dann nur durch einen sehr massiven Stoss überhaupt von dieser entfernt werden,
bei einem solchen ist dann die Geschwindigkeit des sich lösenenden Kupplungelementes
sehr gross. In der Ausführungsform gemäss Figur 2 wird es ausserdem am Anschlag sofort
reflektiert und schnellt in Richtung erste Kupplungslage zurück. Die Heftwirkung,
mit welcher das Kupplungselement in der ersten Kupplungslage quasi fixiert wird, kann
bspw. durch einen Ferromagneten bewirkt werden, es können aber auch andere Mittel
benutzt werden, bspw. ein Klemmen oder Kleben oder klettverschlussähnliche Mechanismen.
Weitere Mechanismen sind denkbar, wie bspw. die im US-Patent 4 103 526 für mechanischen
Zuhaltungen beschriebenen T-Nuten oder schwalbenschanzförmigen Nuten.
- 2. Eine rücktreibende Kraft, wie sie bspw. in der bereits erwähnten Publikation WO
98/28508 beschrieben ist. Bezüglich deren Effekt sei auf diese Publikation verwiesen.
Die Quelle der rücktreibenden Kraft kann bspw. ebenfalls ein Ferromagnet sein.
[0046] Das in den Figuren 4 und 5 teilweise dargestellte Zylinderschloss besitzt einen doppelten
Schliesszylinder 1 mit einem ersten, für einen Türaussenseite vorgesehenen Teilzylinder
1.1 und einem zweiten, für eine Türinnenseite vorgesehenen Teilzylinder 1.2 (optional).
Der zweite Teilzylinder 1.2 ist in der Figur lediglich schematisch dargestellt. Der
erste Teilzylinder 1.1 besitzt einen Rotor 2 und einen diesen umgebenden Stator 3.
Der Rotor ist mit einer Schlüsselöffnung 2.2 versehen. Ebenfalls dargestellt ist ein
Mitnehmer 21, welcher mit nicht dargestellten Riegelemenenten in Verbindung bringbar
ist. Der Mitnehmer 21 kann in noch darzustellender Weise über ein durch Einführen
eines Schlüssels 30 einzuschiebendes Flügelelement 22 über das Abtriebselement 4 gekoppelt
werden; eine analoge Einrichtung kann auch für den eventuell vorhandenen zweiten Teilzylinder
1.2 vorgesehen sein. Das Flügelelement 22 ist mechanisch mit einem Abtriebselement
4 gekoppelt. Dieses kann in bereits erläuterter Weise entweder mit Gehäuseteilen bzw.
dem Stator 3 oder mit dem Rotor gekoppelt werden. Das dazu dienende Kupplungselement
5 ist im dargestellten Beispiel kugelförmig ausgebildet. Das Kupplungelement ist durch
Antriebsmittel 23 zwischen der ersten Kupplungslage (Figur 4) und der zweiten Kupplungslage
(Figur 5) verschiebbar. In der ersten Kupplungslage befindet sich der Äquator des
Kupplungelements auf der Scherlinie zwischen Abtriebselement und Stator, in der zweiten
Kupplungslage auf der Scherlinie zwischen Abtriebselement und Rotor.
[0047] Die Antriebsmittel werden elektronisch gesteuert. Für die Steuerung besitzt das Zylinderschloss
ein nicht dargestelltes Elektronikmodul und Kommunikationsmittel zur Kommunikation
mit einem Datenträger des Schlüssels 30. Die Kommunikationsmittel für die Kommunikation
zwischen Datenträger und Elektronikmodul können in an sich bekannter Art für eine
berührungslose Kommunikation via elektromagnetischer Strahlung ausgebildet sein, oder
der Schlüssel kann auch über Kontakte verfügen, welche über Kontaktstifte des Zylinderschlosses
kontaktierbar sind. Weitere Kommunikationsmöglichkeiten sind denkbar. Das Elektronikmodul
bestimmt - bspw. ebenfalls in an sich bekannter Art - anhand von mit dem Datenträger
des Schlüssels ausgetauschten Daten, ob der Schlüssel zum Zutritt zum verschlossenen
Objekt berechtigt. Bei einer Berechtigung steuert das Elektronikmodul die Antriebsmittel
so, dass diese das Kupplungselement in die zweite Kupplungslage bringen und das Schloss
freigeben (Figur 5). Der Schlüsselinhaber kann dann mit einer Drehung des Schlüssels
eine Drehung des Abtriebselementes 4 bewirken, wobei sich das Kupplungselement in
der Öffnung, welche durch Aussparungen 2.1, 4.1 des Rotors und des Abtriebselementes
bilden, mitdreht. Das Abtriebselement 4 bewirkt über Flügelelement 22 und Mitnehmer
21 eine Betätigung von Riegelemententen.
[0048] Nahe bei der Schlüsselöffnung 2.2 ist noch ein als Kipphebel ausgebildetes, zwischen
einer ersten Lage (Figur 4) und einer zweiten Lage (Figur 5) bewegbares Schlüsselblockierelement
24 dargestellt. Dieses ist in der Figur durch einen Drehzapfen 25 am Rotor 2 gelagert
und wird mit Federmitteln 26 in seiner ersten Lage gehalten, wenn keine weiteren Kräfte
einwirken. In der ersten Lage blockiert es durch Anstehen am Stator 3 den Rotor 2
in einer Standardorientierung gegen Drehungen. Durch Einschieben eines Schlüssels
kann es entgegen der Federkraft in seine zweite Lage gebracht werden. Dadurch löst
sich die Blockierung des Rotors, und dieser kann frei gedreht werden. Sobald der Rotor
nicht mehr in seiner Standardorientierung ist, wird durch Anstehen eines ersten Fortsatzes
24.1 an einer Stirnfläche 3.2 des Stators verhindert, dass das Schlüsselblockierelement
24 zurück in seine erste Lage gelangen kann. Gleichzeitig verhindert ein zweiter Fortsatz
24.2 des Schlüsselblockerelements 24, im Zusammenspiel mit einem Vorsprung 30.1 des
Schlüssels 30, dass dieser herausgezogen werden kann.
[0049] Selbstverständlich kann auch auf andere Weise sichergestellt werden, dass die Kupplungsachse
synchronisiert wird, bspw. - in an sich bekannter Art - durch mechanische Zuhaltungen.
[0050] Anhand der Figur 6 wird noch das Antriebsmittel 23 genauer beschrieben. Es besitzt
einen Elektromotor 40, durch welchen eine Antriebswelle 41 in Drehung versetzt werden
kann. Auf die Antriebswelle 41 ist eine Hubspindel 42 entlang dieser linear verschiebbar
aufgesetzt. In der Zeichnung ist noch ein zwischen Antriebswelle 41 und Hubspindel
42 vorhandenes Zwischeriteil 43 gezeichnet. Im Schraubelement eingebracht ist ein
Pernanentmagnet 45. Auf dem Elektromotor 40 mit einer Feder 46 gelagert ist eine Votriebshülse
47 mit durch Schlitzen der Vortriebshülse in Schraubnuten der Hubspindel 42 hineinragenden
Führelementen 48. Der Elektromotor mit der Hubspindel 42 und die Vortriebshülse 47
sind von einer Lagerhülse 49 umgeben und gehalten. Die Feder 46 drückt die Vortriebshülse
47 gegen eine Anschlagsfläche 49.1 der Lagerhülse.
[0051] Wenn die Hubspindel 42 durch die Antriebswelle in Drehung versetzt wird, wirkt aufgrund
der in die Schraubnuten hineinragenden Führelemente 48 ein Vortrieb (oder Rücktrieb)
auf die Hubspindel 42. Die Hubspindel kann zwischen einer ersten, zurückgezogenen
Positionen und einer zweiten Position verschoben werden, in der es bspw. teilweise
aus der Lagerhülse und der Vortriebshülse 47 herausragt. Dadurch wird das Kupplungselement
5 geführt zwischen seiner ersten und seiner zweiten Kupplungslage verschoben. Wenn
auf das Kupplungselement eine Kraft in Richtung seiner ersten Kupplungslage - also
in der Figur gegen unten - wirkt, so weichen Kupplungselement 5, Hubspindel 42 und
Vortriebshülse 47 aufgrund der Wirkung der Feder 46 entgegen der Federkraft nach unten
aus. Wie bereits erläutert kann eine solche Kraft aufgrund eines auf den Rotor wirkenden
Drehmoments zustande kommen, wenn es dann wirkt, wenn das Kupplungselement zwischen
den beiden Kupplungslagen ist.
[0052] In der Figur sind noch Stromversorgungskabel 51 zum elektronisch gesteuerten Versorgen
des Elektromotors mit elektrischer Energie gezeigt, ebenso eine diese und eventuell
elektronische Informationsübertragungskanäle führende Grundplatte 50.
[0053] Selbstverständlich ist der hier beschriebene Mechanismus zum Ausüben eines Vortriebs
nicht die einzige mögliche Art, elektronisch gesteuert einen Vortrieb zu bewirken.
Die Fachperson wird viele weitere Möglichkeiten erkennen, wie eine Drehbewegung eines
Elektromotors in eine Vortriebsbewegung umgesetzt wird, bspw. wie im vorliegenden
Fall mittels eines Schraubengetriebes. Auch sind Varianten ohne Elektromotor denkbar,
bspw. ein magnetisches Stellglied.
[0054] Hier soll noch kurz die Rolle des Permanentmagneten 45 erläutert werden. Wenn ein
magnetisierter Körper in direktem Kontakt mit ferromagnetischem Material ist, bilden
sich die ferromagnetischen Domänen im ferromagnetischen Material so aus, dass das
Magnetfeld im Übergang zwischen dem magnetisierten Körper und dem ferromagnetischen
Material stetig verläuft. Wenn das Material und der Körper um auch nur eine kurze
Distanz getrennt werden, ist ein solcher stetiger Verlauf nicht mehr möglich, daher
muss Energie aufgewendet werden, um Material und Körper zu trennen. Das bewirkt so
etwas wie eine ,Klebwirkung`, diese ist jedermann bekannt, der einmal mit Permanentmagneten
gespielt hat. Diese Wirkung wird im vorliegenden Fall ausgenutzt, um eine quasi-Zwangsführung
zu bewirken: Das - bspw. eisen- kobalt- und/oder nickelhaltige - Kupplungselement
5 lässt sich nur durch massive Stösse überhaupt vom Permanentmagneten lösen, einmal
gelöst hat es i.A. eine hohe Geschwindigkeit. Diese ,Klebwirkung' wird noch verstärkt,
wenn das Kupplungselement eine flache Oberfläche hat, wie in der Figur 2 gezeichnet.
Eine zweite Wirkung ist die Fernwirkung: der Permanentmagnet übt eine gewisse Anziehungskraft
auf das Kupplungselement 5 aus, wodurch eine rücktreibende Kraft entsteht, deren Vorteile
vorstehend schon andiskutiert wurden.
[0055] Der Permanentmagnet erlaubt auch eine im Vergleich zur dargestellten Ausführungsform,
bspw. um 180°, gedrehte Zylindereinbaulage.
[0056] Die in den Figuren 7 und 8 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen
der Figuren 1-2 und 4-5 dadurch, dass das Kupplungselement im ersten Kupplungszustand
im Innern des Rotors liegt. Die Blockierung des Abtriebselements 4 gegenüber dem Gehäuse
wird durch ein Blockierelement bewirkt, welches einem Vortriebsmittel 42 - bspw. einer
Hubspindel 42 wie in Figur 6 dargestellt - entspricht und im ersten Kupplungszustand
in eine Öffnung im Abtriebselement eingefahren ist. Dieser erste Kupplungszustand
ist in der Figur 8 dargestellt. Das Kupplungselement 5 befindet sich vollständig innerhalb
einer Umfangslinie des Rotors 2. Im in der Figur 7 gezeigten ersten Kupplungszustand
ist das Kupplungselement so plaziert, dass sein Aequator sich auf der Scherlinie zwischen
Rotor und Abtriebselement 4 befindet und also Rotor und Abtrielbselement koppelt (zweite
Kupplungslage). Die Hubspindel 42 ist in diesem zweiten Kupplungszustand zurückgezogen,
so dass das Abtriebselement drehbar ist. Gezeichnet sind noch ein inneres und ein
äusseres Halteelement 52, welche bewirken, dass das Kupplungselement auch dann in
der zweiten Kupplungslage verbleibt, wenn der Rotor gedreht wird und bspw. die Schwerkraft
(bei einer Drehung um 180°) das Kupplungselement gegen das Rotorinnere bewegen würde.
[0057] Die Funktionsweise dieser Ausführungsform ist die Folgende: Im ersten Kupplungszustand
(Figur 8) blockiert die Hubspindel 42 das Abtriebselement 4 gegen das Gehäuse. Das
Kupplungselement verhindert keine Drehung des Rotors, wenn nicht andere Mittel (Schlüsselblockierelement
o.ä.) eine Drehung des Rotors verhindern, ist dieser frei drehbar, aber ohne Wirkung
(Fig. 8, unteres Bild). Ein Übergang in den zweiten Kupplungszustand ist bspw. nur
möglich, wenn das System in der ausgerichteten Orientierung gemäss Figur 8, oberes
Bild ist, was wieder durch ein Schlüsselblockierelement bewirkt werden kann. Beim
Übergang wird die Hubspindel elektronisch gesteuert zurückgezogen, wodurch bewirkt
wird, dass das Kupplungselement in die zweite Kupplungslage bewegt wird, bspw. durch
die Schwerkraft, eine magnetische Kraft wie gemäss den vorhergehenden Beispielen und/oder
durch eine auf das äussere der Halteelmente 52 wirkende und von diesem über das innere
Halteelement 52 weitergegebene Federkraft. Im zweiten Kupplungszustand ist der Rotor
drehbar, und das Abtriebselement mit ihm gekuppelt: der Riegel kann betätigt werden.
Das äussere Halteelement 52 befindet sich - bspw. anfangs durch eine Federkraft hineingedrückt
- innerhalb einer äusseren Umfangslinie des Abtriebselements und wird, wenn das Abtriebselement
weggedreht ist, durch Gehäuse - bzw. Stator - innerhalb dieser äusseren Umfangslinie
gehalten. Dadurch bewirkt es über das innere Halteelement 52, dass das Kupplungselement
5 gegen Innen wegrutscht.
[0058] Der Übergang vom zweiten in den ersten Kupplungszustand ist nur in der im oberen
Bild der Figur 7 gezeichneten ausgerichteten Orientierung möglich. Die Hubspindel
drückt das Kupplungselement ins Rotorinnere und blockiert dabei das Abtriebselement
gegen das Gehäuse. Die Halteelemente 52 werden nach aussen verdrängt, wobei in dieser
Orientierung für das äussere Halteelement eine ensprechende Ausnehmung vorhanden ist,
wo es bspw. entgegen die erwähnte Federkraft hineingedrückt wird.
[0059] Anstelle der gezeichneten Halteelemente sind auch andere Mechanismen denkbar, die
ein Hineingleiten des Kupplungselementes ins Rotorinnere verhindern.
[0060] Obwohl in den Figuren 4 und 5 gezeigt ist, wie die Verriegelungsvorrichtung ein Zylinderschloss
eingebaut ist, versteht sich, dass das Prinzip auch in anders gearteten Schlössern
eingesetzt werden kann. Ein Beispiel ist sehr schematisch in den Figur 9, 10 und 11
gezeichnet. Elemente, welche bereits anhand der Figuren 1, 2, 4 und 5. beschrieben
worden sind, haben dieselben Bezugszeichen und werden hier nicht noch einmal beschrieben;
bereits beschriebene Wirkungsweisen werden ebenfalls nicht noch einmal erklärt.
[0061] Der Rotor 2 ist direkt mit einem Türdrücker oder einem wirkungsänhnlichen Mittel
oder einem Türknauf verbunden, bspw. indem ein Schaft 61 des Türdrückers oder Türknaufs
als Vierkant ausgebildet ist und in eine entsprechende Öffnung im Rotor eingreift.
Das Abtriebselement ist häufig auf einer Achse angebracht, welche im eingebauten Zustand
über einer Achse eines Schliesszylinders und über den Riegelmitteln liegt. Es sind
dann entsprechende (nicht gezeichnete) Kupplungsmittel vorhanden, welche das Abtriebselement
mit darunter liegenden Riegelmitteln kuppeln. Andererseits entspricht die Achse eines
Türknaufs häufig der Achse des durch den Türknauf ersetzten Schliesszylinders.
[0062] In Figur 9 ist die Verriegelungsvorrichtung im zweiten Kupplungszustand gezeichnet:
Das Kupplungselement 5 ragt in eine Aussparung im Rotor hinein und kuppelt dadurch
Rotor und Abtriebselement.
[0063] Das Abtriebselement 4 kann direkt mit einem innenseitigen Türdrücker oder wirkungsähnlichen
Mittel (nur ein Vierkant-Schaft 62 gezeichnet) verbunden sein. Fallweise ist. das
Abtriebselement im ersten Kupplungszustand ans Gehäuse 3 gekoppelt, was zu einer Sperrung
des innenseitigen Türdrückers führt. Alternativ ist wie im gezeichneten Beispiel im
Gehäuse eine Rinne 3.3 vorgesehen, welche eine Kulisse bildet und in welcher sich
das im ersten Kupplungszustand befindliche Kupplungselement 5 zusammen mit dem Abtriebselement
4 zwischen zwei Anschlägen bewegen kann, ohne dass der Rotor mitdreht (Fig. 10). Alternativ
dazu kann im ersten Kupplungszustand das Kupplungselement 5 bspw. so liegen, dass
es das Abtriebselement nicht mit dem Gehäuse kuppelt beispielsweise indem es so weit
zurückgezogen ist, dass es nicht mehr in die Öffnung des Abtriebselementes hineinragt.
Durch diese optionalen Kupplungsvarianten von Abtriebselement und innerem Türdrücker
bei gleichzeitiger Entkopplung vom Gehäuse kann sichergestellt werden, dass eine im
Inneren eines zu verschliessenden Objekts befindliche Person unter allen Umständen
das Objekt verlassen kann. Ausserdem stellt die Kupplung von innerem Türdrücker an
Abtriebselement ebenfalls ein gewisses Hindernis bei Manipulationsversuchen von aussen
dar.
[0064] In der gezeichneten Ausführungsform ist das Kupplungselement 5 nicht kugelförmig
sondern zapfenartig ausgebildet. Es ist hier nicht als ganzes magnetisch sondern besitzt
an seiner Unterseite einen Einsatz 5.1 aus ferromagnetischem Material, bspw. aus permanent
magnetischem Material. Zwischen der Hubspindel 42 (bzw. dem Permanentmagneten 45)
und dem Kupplungselement 5 befindet sich ein hier kugelförmiges Zwischenelement 65
aus magnetischem Material. Das Zwischenelement 65 hat folgende Funktionen: Durch seine
mindestens bereichsweise sphärische Oberfläche und die dadurch nur .punktuellen Auflageflächen
verhindert es, dass Drehbewegungen von der Hubspindel an das Kupplungselement übertragen
werden, wodurch Reibungsverluste entstehen würden. Ausserdem können in der gezeichneten
Ausführungsform die Antriebsmittel auch dann in den zweiten Kupplungszustand gebracht
werden, wenn Abtriebselement und Kupplungsmittel nicht in der Ausgangsstellung sind,
bspw. aufgrund einer teilweisen Betätigung des inneren Türdrückers oder wirkungsähnlichen
Mittels. Dies ist in Fig. 10 dargestellt. Bei einer Rückbewegung von Abtriebelement
und Kupplungsmittel in die Ausgangsstellung, bspw. aufgrund der Wirkung einer Feder,
bewirken die Oberflächen von Zwischenelement 65 und Kupplungselement 5, dass das Kupplungselment
5 nach oben verschoben wird und in die Aussparung 2.1 des Rotors eingreift, also direkt
in die zweite Kupplungslage verschoben wird.
[0065] Die erfindungsgemässe Verriegelungsvorrichtung ist bei einer direkten Wirkverbindung
zwischen Türdrücker oder Türknauf und Rotor besonders vorteilhaft, da durch diese
Mittel besonders grosse Drehmomente ausgeübt werden können. Die erfindungsgemässe
Entkoppelung von Rotor 2 und Abtriebselement 4 im ersten Kupplungszustand ist daher
hier besonders vorteilhaft.
[0066] In Figur 11 ist noch Schnitt durch die Linie (XI-XI) in Figur 9 gezeichnet. Erkennbar
ist eine Feder 66 zum Rückstellen des Abtriebselementes (und ggf. des inneren Türdrückers
oder wirkungsähnlichen Elements) und ein Anschlagselement 67, welches als einfaches
Einlegeteil ausgebildet ist und eine Umstellung zwischen einer Betriebsart mit Drehung
nach links und einer Betriebsart mit Drehung nach rechts erlaubt.
[0067] Zusätzlich zur Verriegelungsvorrichtung für Türdrücker oder Türknauf kann optional
noch ein - eventuell konventionell mechanisch funktionierender - Schliesszylinder
vorhanden sein.
1. Verriegelungsvorrichtung
mit einem Gehäuse
und mit Verriegelungs- und Kupplungsmitteln,
welche ein Kupplungselement (5, 5') und mit dem Gehäuse verbundene, elektronisch gesteuerte
Antriebsmittel (23) mit Vortriebsmitteln (42) zum Bewegen des Kupplungselementes (5,
5') aufweisen,
so, dass die Verriegelungs- und Kupplungsmittel in einen ersten und einen zweiten
Kupplungszustand bringbar sind,
und mit einem Abtriebselement (4), welches zum Betätigen von Riegelmitteln ausgebildet
ist,
wobei im ersten Kupplungszustand das Kupplungselement (5, 5') so positioniert ist,
dass ein Rotor (2) nicht mit dem Abtriebselement (4) gekuppelt ist,
wobei im zweiten Kupplungszustand das Kupplungselement (5, 5') so positioniert ist,
dass es das Abtriebselement (4) mit dem Rotor (2) kuppelt,
und wobei das Kupplungselement (5, 5') so von den Vortriebsmitteln (42) entkoppelbar
ist, dass es im zweiten Kupplungszustand durch eine Drehbewegung des Rotors (2) von
den Vortriebsmitteln (42) weg bewegt werden kann.
2. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (5, 5') eine mindestens teilweise sphärische Oberfläche besitzt
und bspw. als Kugel ausgestaltet ist.
3. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (5, 5') weder fest an das Gehäuse noch fest an den Rotor (2)
gekoppelt ist.
4. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement in seiner zweiten Kupplungslage bei einer Drehbewegung des Rotors
(2) in einer Öffnung mitgedreht wird, welche durch Aussparungen (2.1, 4.1) im Rotor
(2) und im Abtriebselement (4) gebildet wird.
5. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement durch das Antriebsmittel quasi-zwangsgeführt verschiebbar ist,
bspw. durch Kopplung an einen mit dem Vortriebsmittel (42) verbundenen Permanentmagneten
(45).
6. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Antriebsmittel
einen Drehantrieb und eine Hubspindel (42) aufweist.
7. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmittel mit Federmitteln (46) versehen ist, die so ausgebildet und angeordnet
sind, dass das sich zwischen der ersten Kupplungslage und der zweiten Kupplungslage
befindliche Kupplungselement (5, 5') durch mechanisches Einwirken entgegen einer Federkraft
in Richtung der ersten Kupplungslage bewegbar ist.
8. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Kupplungszustand das Abtriebselement (4) gegenüber dem Gehäuse versperrt
ist und im zweiten Kupplungszustand das Abtriebselement (4) nicht mit dem Gehäuse
gekuppelt ist
9. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Kupplungslage das Kupplungselement (5, 5') das Abtriebselement (4)
gegenüber dem Gehäuse sperrt.
10. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Kupplungslage ein Blockierelement (42) das Abtriebselement (4) gegenüber
dem Gehäuse versperrt, wobei das Blockierelement und das Kupplungselement (5, 5')
so angeordnet sind, dass eine Bewegung des Blockierelements beim Übergang zwischen
dem ersten und dem zweiten Zustand eine Bewegung des Kupplungselements (5, 5') verursacht.
11. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, zur Verwendung in
einem Schliesszylinder, dadurch gekennzeichnet, dass sie frei von rein mechanisch betätigbaren Zuhaltungen ist.
12. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, zur Verwendung in einem
Schliesszylinder gekennzeichnet durch mechanische Zuhaltungen zum Eingreifen in Vertiefungen eines Schlüssels.
13. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, zur Verwendung in einem
Schliesszylinder, gekennzeichnet durch ein Schlüsselblockierelement (24), das durch Einführen eines Schlüssels (30) in eine Schlüsselöffnung (2.2) von einer ersten Lage
zu einer zweiten Lage bewegbar ist, wobei es so ausgebildet und angeordnet ist, dass
es in der zweiten Lage ein Herausziehen des Schlüssels nur bei bestimmten, vorgegebenen
Ausrichtungen des Rotors (2) erlaubt.
14. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlüsselblockierelement so ausgebildet und angeordnet ist, dass es in seiner
ersten Lage den Rotor (2) gegen Drehungen sperrt.
15. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zur Verwendung mit einem
Türdrücker oder einem wirkungsähnlichen Mittel, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (2) mit einem äusseren Türdrücker oder wirkungsähnlichen Mittel koppelbar
ist, dass das Abtriebselement (4) mit einem inneren Türdrücker oder wirkungsänhnlichen
Mittel koppelbar ist, und dass das Kupplungselement im ersten Kupplungszustand so
angeordnet ist, dass das Abtriebselement (4) nicht versperrt ist.
16. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass in einem das Abtriebselement (4) führenden Bereich des Gehäuses (3) eine Rinne (3.3)
ausgebildet ist, in welcher das Kupplungselement (5) durch eine Drehung des Abtriebselements
bewegbar ist, wenn es sich im ersten Kupplungszustand befindet.
17. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein zwischen den Vortriebsmitteln und dem. Kupplungselement angeordnetes Zwischenelement
(65) mit mindestens teilweise sphärischer Oberfläche.
18. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungslement einen Einsatz (5.1) aus einem ferromagnetischen, vorzugwseise
permanent magnetisierten Material aufweist.
1. A locking device
with a housing
and with locking and coupling means
which comprise a coupling element (5, 5') and electronically controlled drive means
(23), connected to the housing, with advance means (42) for moving the coupling element
(5, 5'),
so that the locking and coupling means may be brought into a first and into a second
coupling condition
and with a drive-off element (4) which is designed for actuating bar means,
wherein in the first coupling condition, the coupling element (5, 5') is positioned
such that a rotor (2) is not coupled to the drive-off element (4),
wherein in the second coupling condition, the coupling element (5, 5') is positioned
such that it couples the drive-off element (4) to the rotor (2),
and wherein the coupling element (5, 5') may be decoupled from the advance means (42)
in a manner such that in the second coupling condition it may be moved away from the
advance means (42) by way of a rotational movement of the rotor (2).
2. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the coupling element (5, 5') has an at least partly spherical surface and for example
is designed as a ball.
3. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the coupling element (5, 5') is neither fixedly coupled to the housing nor fixedly
coupled to the rotor (2).
4. A locking device according to claim 3, characterised in that the coupling element in its second coupling position given a rotational movement
of the rotor (2) is rotated with this in an opening which is formed by recesses (2.1,
4.1) in the rotor (2) and in the drive-off element (4).
5. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the coupling element is displaceable in a quasi forcibly guided manner by the drive
means, for example by way of coupling to a permanent magnet (45) which is connected
to the advance means (42).
6. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the drive means comprises a rotational drive and a travel spindle (42).
7. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the drive means is provided with spring means (46) which are designed and arranged
such that the coupling element (5, 5') located between the first coupling position
and the second coupling position may be moved against a spring force in the direction
of the first coupling position by way of mechanical action.
8. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that in the first coupling condition the drive-off element (4) is blocked with respect
to the housing and in the second coupling condition the drive-off element (4) is not
coupled to the housing.
9. A locking device according to claim 8, characterised in that in the first coupling position the coupling element (5, 5') blocks the drive-off
element (4) with respect to the housing.
10. A locking device according to claim 8, characterised in that in the first coupling position a blocking element (42) blocks the drive-off element
(4) with respect to the housing, wherein the blocking element and the coupling element
(5, 5') are arranged such that a movement of the blocking element on transition between
the first and the second condition causes a movement of the coupling element (5, 5').
11. A locking device according to one of the preceding claims, for use in a lock cylinder,
characterised in that it is free of purely mechanically actuatable tumblers.
12. A locking device according to one of the claims 1 to 10, for use in a lock cylinder,
characterised by mechanical tumblers for engaging into recesses of a key.
13. A locking device according to one of the claims 1 to 11, for use in a lock cylinder,
characterised by a key-blocking element (24) which by way of introduction of a key (30) into a key
opening (2.2) may be moved from a first position into a second position, wherein it
is designed and arranged such that in the second position it permits a withdrawal
of the key only at certain defined alignments of the rotor (2).
14. A locking device according to claim 13, characterised in that the key-blocking element is designed and arranged such that in its first position
it blocks the rotor (2) against rotation.
15. A locking device according to one of the claims 1 to 7 for use with a door handle
or a means having a similar effect, characterised in that the rotor (2) may be coupled to an outer door handle or means having a similar effect,
that the drive-off element (4) may be coupled to an inner door handle or means having
a similar effect and that the coupling element in a first coupling condition is arranged
such that the drive-off element (4) is not blocked.
16. A locking device according to claim 15, characterised in that a channel (3.3) is formed in a region of the housing (3) which guides the drive-off
element (4), in which the coupling element (5) is movable by way of a rotation of
the drive-off element when it is located in the first coupling condition.
17. A locking device according to one of the preceding claims, characterised by an intermediate element (65) with an at least partly spherical surface, which is
arranged between the advance means and the coupling element.
18. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the coupling element comprises an insert (5.1) of a ferromagnetic, preferably permanently
magnetised material.
1. Dispositif de verrouillage, comprenant :
- un boîtier ; et
- des moyens de verrouillage et d'accouplement qui présentent un élément d'accouplement
(5, 5') et un moyen d'entraînement (23) relié au boîtier et commandé électroniquement,
comportant des moyens d'avancement (42) pour déplacer l'élément d'accouplement (5,
5'), de sorte que les moyens de verrouillage et d'accouplement peuvent être amenés
dans un premier et dans un second état d'accouplement ; et
- un élément mené (4) qui est réalisé pour actionner des moyens à pêne,
dans lequel :
- l'élément d'accouplement (5, 5') est positionné dans le premier état d'accouplement
de sorte qu'un rotor (2) n'est pas accouplé à l'élément mené (4) ;
- l'élément d'accouplement (5, 5') est positionné dans le second état d'accouplement
de sorte qu'il accouple l'élément mené (4) au rotor (2) ; et
- l'élément d'accouplement (5, 5') peut être découplé des moyens d'avancement (42)
de manière à pouvoir être déplacé à l'écart des moyens d'avancement (42) par un mouvement
de rotation du rotor (2) dans le second état d'accouplement.
2. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (5, 5') possède une surface au moins partiellement sphérique
et est réalisé par exemple comme bille.
3. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (5, 5') n'est accouplé fermement, ni au boîtier, ni au rotor
(2).
4. Dispositif de verrouillage selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement est tourné simultanément dans sa seconde position d'accouplement
en cas d'un mouvement de rotation du rotor (2) dans une ouverture, laquelle est formée
par des évidements (2.1, 4.1) dans le rotor (2) et dans l'élément mené (4).
5. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement peut être déplacé par guidage quasiment forcé par le moyen
d'entraînement, par exemple par couplage à un aimant permanent (45) relié au moyen
d'avancement (42).
6. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le moyen d'entraînement présente un entraînement rotatif et une broche de levée (42).
7. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen d'entraînement est muni de moyens faisant ressort (46) qui sont réalisés
et agencés de sorte que l'élément d'accouplement (5, 5') se trouvant entre la première
position d'accouplement et la seconde position d'accouplement peut être déplacé par
action mécanique à l'encontre d'une force de ressort en direction de la première position
d'accouplement.
8. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément mené (4) est bloqué par rapport au boîtier dans le premier état d'accouplement
et en ce que l'élément mené (4) n'est pas accouplé au boîtier dans le second état d'accouplement.
9. Dispositif de verrouillage selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (5, 5') bloque l'élément mené (4) par rapport au boîtier
dans la première position d'accouplement.
10. Dispositif de verrouillage selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'un élément de blocage (42) bloque l'élément mené (4) par rapport au boîtier dans la
première position d'accouplement, l'élément de blocage et l'élément d'accouplement
(5, 5') étant agencés de sorte qu'un mouvement de l'élément de blocage provoque un
mouvement de l'élément d'accouplement (5, 5') au niveau de la transition entre le
premier état et le second état.
11. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, pour l'utilisation
dans un cylindre de fermeture, caractérisé en ce qu'il est exempt d'arrêts de gâchette pouvant être actionnés de manière purement mécanique.
12. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications 1 à 10, pour l'utilisation
dans un cylindre de fermeture, caractérisé par des arrêts de gâchette mécaniques pour l'engagement dans des renfoncements d'une
clé.
13. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications 1 à 11, pour l'utilisation
dans un cylindre de fermeture, caractérisé par un élément de blocage de clé (24) qui peut être déplacé depuis une première position
vers une seconde position par l'introduction d'une clé (30) dans une ouverture de
clé (2.2), ledit élément étant réalisé et agencé de manière à permettre une extraction
de la clé dans la seconde position seulement pour certaines orientations prescrites
du rotor (2).
14. Dispositif de verrouillage selon la revendication 13, caractérisé en ce que l'élément de blocage de clé est réalisé et agencé de manière à bloquer, sans sa première
position, le rotor (2) contre des rotations.
15. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications 1 à 7, pour l'utilisation
avec une poignée de porte ou un moyen à action similaire,
caractérisé en ce que :
- le rotor (2) peut être couplé à une poignée de porte extérieure ou à un moyen à
action similaire ;
- l'élément mené (4) peut être couplé à une poignée de porte intérieure ou à un moyen
à action similaire ; et
- l'élément d'accouplement est agencé dans le premier état d'accouplement de sorte
que l'élément mené (4) n'est pas loqué.
16. Dispositif de verrouillage selon la revendication 15, caractérisé en ce qu'un conduit (3.3) dans lequel l'élément d'accouplement (5) peut être déplacé par une
rotation de l'élément mené lorsqu'il se trouve dans le premier état d'accouplement,
est réalisé dans une zone du boîtier (3), laquelle guide l'élément mené (4).
17. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par un élément intermédiaire (65) qui est agencé entre les moyens d'avancement et l'élément
d'accouplement, et qui présente une surface au moins partiellement sphérique.
18. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement présente un insert (5.1) constitué d'un matériau ferromagnétique,
de préférence magnétisé en permanence.