(19)
(11) EP 1 577 028 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.09.2005  Patentblatt  2005/38

(21) Anmeldenummer: 05000001.7

(22) Anmeldetag:  03.01.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B21B 31/08, D21G 1/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30) Priorität: 15.03.2004 DE 102004012532

(71) Anmelder: Eduard Küsters Maschinenfabrik GmbH & Co. KG
47805 Krefeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Mark, Wolfgang
    40668 Meerbusch (DE)
  • Prey, Jörg
    47918 Tönisvorst (DE)
  • Diepers, Bernd
    47661 Issum (DE)

(74) Vertreter: Sparing Röhl Henseler Patentanwälte European Patent Attorneys 
Postfach 14 04 43
40074 Düsseldorf
40074 Düsseldorf (DE)

   


(54) Walzenwechselwerkzeug


(57) Walzenwechselwerkzeug mit einer Hubvorrichtungshalterung (9) und einer Walzenaufnahme (6) für jeden Walzenzapfen einer Walze (4), wobei die Walzenaufnahme (6) an einem Ende eines Winkelhebels (3) vorgesehen ist, der an einer Ausbauvorrichtung (2) derart drehbar angeordnet ist, daß sich die Walzenaufnahme (6) nach einer Schwenkbewegung im Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung (2) befindet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Walzenwechselwerkzeug mit einer Hubvorrichtungshalterung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Aus der DE 196 33 668 C1 ist ein derartiges Walzenwechselwerkzeug bekannt, das die jeweils zu wechselnde Walze auf einer Führungsbahn aus dem Walzenstapel entfernt. Dazu muß die Walze auf der Führungsbahn in eine Walzenaufnahme hineinrollen. Eine direkte Bewegungssteuerung der Walze auf der Führungsbahn ist hierbei nicht möglich, weil die Bewegung durch die Schwerkraftwirkung verursacht wird. Darüberhinaus bedingt die Führungsbahn einen langen Hebel, damit die Walze aus der Walzenebene des Walzenstapels herausbewegt wird. Nur in Verbindung mit einem Gegengewicht an der Walzenaufnahme kann sichergestellt werden, daß in allen Fällen der Schwerpunkt des Walzenwechselwerkzeuges unterhalb der Hubvorrichtungs-Halterung angeordnet ist. Dadurch hat der Hebel immer eine Ausrichtung im wesentlichen in horizontaler Richtung, wenn das Walzenwechselwerkzeug am Walzenwechselkran hängt. Ein solches Walzenwechselwerkzeug hat den Nachteil, daß ein großer Hebelarm erforderlich ist, der nicht nur mit einem Gegengewicht belastet ist, sondern durch eine Rollbewegung der Walze auch eine zusätzliche. Belastung erfährt.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Walzenwechselwerkzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, das einen einfachen und platzsparenden Walzenwechsel ermöglicht.

[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.

[0005] Hierdurch wird ein Walzenwechselwerkzeug geschaffen, das eine zu wechselnde Walze mittels drehbar gelagerter Walzenaufnahmen aus der Walzenebene eines Walzenstapels geschwenkt wird. Die Bewegungssteuerung der Walze ist direkt. Die Ausbauvorrichtung ist kompakt, so daß auf Gegengewichte verzichtet werden kann.

[0006] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.

[0007] Die Erfindung wird nachstehend anhand des in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Fig. 1 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Walzenwechselwerkzeuges beim Ausbau einer Walze mit einer abgestützten Ausbauvorrichtung,

Fig. 2 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Walzenwechselwerkzeuges beim Ausbau einer Walze mit einem geschlossenen Aufnahmehebel,

Fig. 3 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Walzenwechselwerkzeuges beim Ausbau einer Walze mit geschwenktem Winkelhebel.



[0008] Die Erfindung betrifft ein Walzenwechselwerkzeug 1 mit einer Ausbauvorrichtung 2, an der für die beiden Walzenzapfen 4 einer Walze 5 jeweils ein Winkelhebel 3 drehbar gelagert ist. Der Winkelhebel 3 weist an einem Ende eine Walzenaufnahme 6 auf. Das andere Ende ist verbunden mit einer Betätigungseinrichtung 7 zum Schwenken des Winkelhebels 3. Der Winkelhebel ist dabei derart drehbar an der Ausbauvorrichtung gelagert, daß sich die Walzenaufnahme 6 nach einer Schwenkbewegung im Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung 2 befindet.

[0009] Die Ausbauvorrichtung 2 umfaßt vorzugsweise für jedes Walzenende einen L-förmigen Träger 8, wobei die zwei Träger 8 miteinander verbindbar sind.

[0010] Jeder Träger 8 weist eine Hubvorrichtungshalterung 9 für einen nicht dargestellten Walzenwechselkran auf. Die Hubvorrichtungshalterung 9 ist derart angeordnet, daß in Schwerkraftrichtung unterhalb der Hubvorrichtungshalterung 9 der Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung 2 bzw. des Trägers 8 liegt. Der Querschenkel des L-förmigen Trägers 8 weist an seinem Ende eine Hakenöffnung 10 auf, mit der die Ausbauvorrichtung 2 in einer Walzenmaschine abgestützt werden kann. An dem Querschenkel des L-förmigen Trägers 8 ist eine Lagerung 11 für den Winkelhebel 3 vorgesehen, mit einer Drehachse senkrecht zum Quererstreckung der Ausbauvorrichtung 2. Hierdurch wird eine Drehachse des Winkelhebels 3 parallel zur Walzenachse bei eingehängtem Walzenwechselwerkzeug ausgebildet.

[0011] Der Längsschenkel des L-förmigen Trägers 8 weist an seinem Ende die Hubvorrichtungshalterung 9 auf. An dem Längsschenkel des L-förmigen Trägers 8 ist eine Lagerung 12 für die Betätigungseinrichtung 7 vorgesehen. Die Betätigungseinrichtung 7 besteht vorzugsweise aus einem Hubzylinder, wobei ein Arbeitsende 13 eines Hubkolbens 14 an das andere Ende des Winkelhebels 3 drehbar angelenkt ist. Der Winkelhebel 3 ist somit einerseits an der Ausbauvorrichtung 2 und andererseits an der Betätigungseinrichtung 7 gelagert. Aus Sicherheitsgründen kann für das Schwenken ein Spindelhubelement Verwendung finden.

[0012] Der Winkelhebel 3 besitzt vorzugsweise Hebelarme, deren Armlängen einander angenähert sind. Die Walzenaufnahme 6 kann von einer klauenartigen Ausbildung des einen Endes des Winkelhebels 3 gebildet werden. Für eine Betätigung als Wechselzange kann ein Aufnahmehebel 15 als Klaue ausgeführt sein mit einem Paar klauenartiger Backen 16, die eine Verriegelungseinrichtung 17 tragen können. Die Lagerung 11 des Winkelhebels 3 ist ferner vorzugsweise in einem mittigen Bereich einer Quererstreckung der Ausbauvorrichtung 2 vorgesehen.

[0013] Fig. 1 bis 3 verdeutlichen, wie ein Walzenwechsel abläuft. Dargestellt ist der Ausbau einer Walze 5. Das zu einem Walzenstapel gefahrene und eingehängte Walzenwechselwerkzeug 1 gemäß Fig. 1 nimmt beide Walzenzapfen 4 in jeweils einer Walzenaufnahme 6 auf. Zum Wechseln der Walze 5 wird der Winkelhebel 3 durch Ausfahren des Kolbens 14 der Betätigungseinrichtung 7 in den Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung 2 geschwenkt. Anschließend kann die Ausbauvorrichtung 2 aus der Hakenöffnung 10 ausgehängt und durch einen Walzenwechselkran angehoben werden. Beim folgenden Transport des Walzenwechselwerkzeuges 1 mit der Walze hängt das Walzenwechselwerkzeug praktisch immer waagerecht, so daß ein Aus- und Einfädeln des Walzenwechselwerkzeuges 1 in den Walzenstapel ohne Hilfsmaßnahmen möglich ist.


Ansprüche

1. Walzenwechselwerkzeug mit einer Hubvorrichtungshalterung (9) und einer Walzenaufnahme (6) für jeden Walzenzapfen einer Walze (4), dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenaufnahme (6) an einem Ende eines Winkelhebels (3) vorgesehen ist, der an einer Ausbauvorrichtung (2) derart drehbar angeordnet ist, daß sich die Walzenaufnahme (6) nach einer Schwenkbewegung im Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung (2) befindet.
 
2. Walzenwechselwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das andere Ende des Winkelhebels (3) an einer Betätigungseinrichtung (7) zum Schwenken des Winkelhebels (3) angreift, wozu die Betätigungseinrichtung (3) an der Ausbauvorrichtung (2) gelagert ist.
 
3. Walzenwechselwerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (7) als Hubzylinder ausgebildet ist.
 
4. Walzenwechselwerkzeug nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (7) benachbart dem Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung (2) an dieser gelagert ist.
 
5. Walzenwechselvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbauvorrichtung (2) für jeden Walzenzapfen einer Walze (5) einen L-förmigen Träger (8) umfaßt, die vor dem Ausbau der Walze (5) in einen Walzenstapel einsetzbar sind.
 
6. Walzenwechselwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenaufnahme (6) jeweils ein Paar klauenartiger Backen (16) umfaßt, mit dem die Walzenzapfen zangenartig greifbar sind.
 
7. Walzenwechselwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse einer Lagerung (11) des Winkelhebels (3) an der Ausbauvorrichtung (2) senkrecht zu einer Quererstreckung der Ausbauvorrichtung (2) liegt.
 
8. Walzenwechselwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lagerung (11) des Winkelhebels (3) in einem mittigen Bereich einer Quererstreckung der Ausbauvorrichtung (2) vorgesehen ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht