[0001] Die Erfindung betrifft ein Walzenwechselwerkzeug mit einer Hubvorrichtungshalterung
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE 196 33 668 C1 ist ein derartiges Walzenwechselwerkzeug bekannt, das die
jeweils zu wechselnde Walze auf einer Führungsbahn aus dem Walzenstapel entfernt.
Dazu muß die Walze auf der Führungsbahn in eine Walzenaufnahme hineinrollen. Eine
direkte Bewegungssteuerung der Walze auf der Führungsbahn ist hierbei nicht möglich,
weil die Bewegung durch die Schwerkraftwirkung verursacht wird. Darüberhinaus bedingt
die Führungsbahn einen langen Hebel, damit die Walze aus der Walzenebene des Walzenstapels
herausbewegt wird. Nur in Verbindung mit einem Gegengewicht an der Walzenaufnahme
kann sichergestellt werden, daß in allen Fällen der Schwerpunkt des Walzenwechselwerkzeuges
unterhalb der Hubvorrichtungs-Halterung angeordnet ist. Dadurch hat der Hebel immer
eine Ausrichtung im wesentlichen in horizontaler Richtung, wenn das Walzenwechselwerkzeug
am Walzenwechselkran hängt. Ein solches Walzenwechselwerkzeug hat den Nachteil, daß
ein großer Hebelarm erforderlich ist, der nicht nur mit einem Gegengewicht belastet
ist, sondern durch eine Rollbewegung der Walze auch eine zusätzliche. Belastung erfährt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Walzenwechselwerkzeug nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 zu schaffen, das einen einfachen und platzsparenden Walzenwechsel
ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Hierdurch wird ein Walzenwechselwerkzeug geschaffen, das eine zu wechselnde Walze
mittels drehbar gelagerter Walzenaufnahmen aus der Walzenebene eines Walzenstapels
geschwenkt wird. Die Bewegungssteuerung der Walze ist direkt. Die Ausbauvorrichtung
ist kompakt, so daß auf Gegengewichte verzichtet werden kann.
[0006] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung
und den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Die Erfindung wird nachstehend anhand des in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Walzenwechselwerkzeuges beim Ausbau
einer Walze mit einer abgestützten Ausbauvorrichtung,
Fig. 2 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Walzenwechselwerkzeuges beim Ausbau
einer Walze mit einem geschlossenen Aufnahmehebel,
Fig. 3 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Walzenwechselwerkzeuges beim Ausbau
einer Walze mit geschwenktem Winkelhebel.
[0008] Die Erfindung betrifft ein Walzenwechselwerkzeug 1 mit einer Ausbauvorrichtung 2,
an der für die beiden Walzenzapfen 4 einer Walze 5 jeweils ein Winkelhebel 3 drehbar
gelagert ist. Der Winkelhebel 3 weist an einem Ende eine Walzenaufnahme 6 auf. Das
andere Ende ist verbunden mit einer Betätigungseinrichtung 7 zum Schwenken des Winkelhebels
3. Der Winkelhebel ist dabei derart drehbar an der Ausbauvorrichtung gelagert, daß
sich die Walzenaufnahme 6 nach einer Schwenkbewegung im Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung
2 befindet.
[0009] Die Ausbauvorrichtung 2 umfaßt vorzugsweise für jedes Walzenende einen L-förmigen
Träger 8, wobei die zwei Träger 8 miteinander verbindbar sind.
[0010] Jeder Träger 8 weist eine Hubvorrichtungshalterung 9 für einen nicht dargestellten
Walzenwechselkran auf. Die Hubvorrichtungshalterung 9 ist derart angeordnet, daß in
Schwerkraftrichtung unterhalb der Hubvorrichtungshalterung 9 der Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung
2 bzw. des Trägers 8 liegt. Der Querschenkel des L-förmigen Trägers 8 weist an seinem
Ende eine Hakenöffnung 10 auf, mit der die Ausbauvorrichtung 2 in einer Walzenmaschine
abgestützt werden kann. An dem Querschenkel des L-förmigen Trägers 8 ist eine Lagerung
11 für den Winkelhebel 3 vorgesehen, mit einer Drehachse senkrecht zum Quererstreckung
der Ausbauvorrichtung 2. Hierdurch wird eine Drehachse des Winkelhebels 3 parallel
zur Walzenachse bei eingehängtem Walzenwechselwerkzeug ausgebildet.
[0011] Der Längsschenkel des L-förmigen Trägers 8 weist an seinem Ende die Hubvorrichtungshalterung
9 auf. An dem Längsschenkel des L-förmigen Trägers 8 ist eine Lagerung 12 für die
Betätigungseinrichtung 7 vorgesehen. Die Betätigungseinrichtung 7 besteht vorzugsweise
aus einem Hubzylinder, wobei ein Arbeitsende 13 eines Hubkolbens 14 an das andere
Ende des Winkelhebels 3 drehbar angelenkt ist. Der Winkelhebel 3 ist somit einerseits
an der Ausbauvorrichtung 2 und andererseits an der Betätigungseinrichtung 7 gelagert.
Aus Sicherheitsgründen kann für das Schwenken ein Spindelhubelement Verwendung finden.
[0012] Der Winkelhebel 3 besitzt vorzugsweise Hebelarme, deren Armlängen einander angenähert
sind. Die Walzenaufnahme 6 kann von einer klauenartigen Ausbildung des einen Endes
des Winkelhebels 3 gebildet werden. Für eine Betätigung als Wechselzange kann ein
Aufnahmehebel 15 als Klaue ausgeführt sein mit einem Paar klauenartiger Backen 16,
die eine Verriegelungseinrichtung 17 tragen können. Die Lagerung 11 des Winkelhebels
3 ist ferner vorzugsweise in einem mittigen Bereich einer Quererstreckung der Ausbauvorrichtung
2 vorgesehen.
[0013] Fig. 1 bis 3 verdeutlichen, wie ein Walzenwechsel abläuft. Dargestellt ist der Ausbau
einer Walze 5. Das zu einem Walzenstapel gefahrene und eingehängte Walzenwechselwerkzeug
1 gemäß Fig. 1 nimmt beide Walzenzapfen 4 in jeweils einer Walzenaufnahme 6 auf. Zum
Wechseln der Walze 5 wird der Winkelhebel 3 durch Ausfahren des Kolbens 14 der Betätigungseinrichtung
7 in den Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung 2 geschwenkt. Anschließend kann die Ausbauvorrichtung
2 aus der Hakenöffnung 10 ausgehängt und durch einen Walzenwechselkran angehoben werden.
Beim folgenden Transport des Walzenwechselwerkzeuges 1 mit der Walze hängt das Walzenwechselwerkzeug
praktisch immer waagerecht, so daß ein Aus- und Einfädeln des Walzenwechselwerkzeuges
1 in den Walzenstapel ohne Hilfsmaßnahmen möglich ist.
1. Walzenwechselwerkzeug mit einer Hubvorrichtungshalterung (9) und einer Walzenaufnahme
(6) für jeden Walzenzapfen einer Walze (4), dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenaufnahme (6) an einem Ende eines Winkelhebels (3) vorgesehen ist, der an
einer Ausbauvorrichtung (2) derart drehbar angeordnet ist, daß sich die Walzenaufnahme
(6) nach einer Schwenkbewegung im Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung (2) befindet.
2. Walzenwechselwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das andere Ende des Winkelhebels (3) an einer Betätigungseinrichtung (7) zum Schwenken
des Winkelhebels (3) angreift, wozu die Betätigungseinrichtung (3) an der Ausbauvorrichtung
(2) gelagert ist.
3. Walzenwechselwerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (7) als Hubzylinder ausgebildet ist.
4. Walzenwechselwerkzeug nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (7) benachbart dem Schwerpunkt der Ausbauvorrichtung (2)
an dieser gelagert ist.
5. Walzenwechselvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbauvorrichtung (2) für jeden Walzenzapfen einer Walze (5) einen L-förmigen
Träger (8) umfaßt, die vor dem Ausbau der Walze (5) in einen Walzenstapel einsetzbar
sind.
6. Walzenwechselwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenaufnahme (6) jeweils ein Paar klauenartiger Backen (16) umfaßt, mit dem
die Walzenzapfen zangenartig greifbar sind.
7. Walzenwechselwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse einer Lagerung (11) des Winkelhebels (3) an der Ausbauvorrichtung (2)
senkrecht zu einer Quererstreckung der Ausbauvorrichtung (2) liegt.
8. Walzenwechselwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lagerung (11) des Winkelhebels (3) in einem mittigen Bereich einer Quererstreckung
der Ausbauvorrichtung (2) vorgesehen ist.