[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine visuelle Kontrolleinrichtung auf belichteten
Druckplatten für Druckmaschinen, welche beim Belichten der Druckplatte in Form wenigstens
einer Kontrollmarkierung auf der Druckplatte aufgebracht wird.
[0002] Der Druckprozess gliedert sich grundsätzlich in Druckvorstufe, Druckmaschine und
Druckweiterverarbeitung. Das Ziel eines jeden Druckprozesses ist es, Druckprodukte
zu produzieren, welche möglichst exakt einer Druckvorlage entsprechen. Die Druckvorlage
kann einmal dinglich als Vorlagedruck vorliegen, sie kann aber auch digital als Bilddatei
vorliegen. Eine Druckvorlage als Bilddatei wird digital in der Druckvorstufe mittels
eines Rasterimageprozessors für den Druck aufbereitet, so dass die danach vorliegenden
Daten zur Belichtung einer Druckplatte für Offsetdruckmaschinen geeignet sind. Neben
dem eigentlichen Druckbild werden auf der Druckplatte auch noch verschiedene Markierungen
und Kontrollbereiche aufgebracht, welche sich in den Randbereichen der Druckplatte
befinden und z. B. Tonwertkeile auf Druckplatten in nicht druckenden Bereichen sowie
Druckkontrollstreifen und Registermarken in druckenden Bereichen umfassen. Bei jedem
Druckprozess muss das Druckpersonal sicherstellen, dass das fertige Druckprodukt auch
dem Original entspricht. Falls Abweichungen auftreten, muss der Druckprozess korrigiert
werden, d. h. es müssen die Einstellungen in der Druckvorstufe und/oder an der Druckmaschine
verändert werden. Wenn die Druckqualität des fertigen Druckprodukts nicht ausreichend
ist, muss dieses Druckprodukt als Makulatur aussortiert werden, was aufgrund der zusätzlichen
Kosten nicht wünschenswert ist. Aus diesem Grund möchte das Bedienpersonal in Druckereien
möglichst früh im gesamten Druckprozess auch etwaige Prozessabweichungen von den vorgenommenen
Einstellungen erkennen können. Solche Prozessabweichungen können schon bei der Verarbeitung
der Daten der Druckvorlage in der Druckvorstufe entstehen, weswegen Druckplatten Kontrolleinrichtungen
in Form von Tonwertkeilen aufweisen. Eine solche Kontrolleinrichtung wie in Fig. 1
ist an sich aus dem Stand der Technik bekannt, wobei hier in einem ersten länglichen
Streifen die Vorlagetonwerte in einem festen Raster z.B. 200 lines/inch bei einem
Winkel von 45 ° gegenüber der Druckplattenvorderkante schräg versetzt in einem Bereich
von 1 bis 100 % dargestellt sind, während in einem parallel dazu verlaufenden zweiten
Streifen die Tonwerte nach der Prozesskalibrierung im RIP (Raster Image Processor)
der Druckvorstufe aufgetragen sind. Die Vorlagetonwerte sind vom RIP unbeeinflusst
und stellen eine Referenz dar. Anhand der jeweils zugehörigen übereinander angeordneten
Tonwerte für bestimmte Prozentwerte ist ein Vergleich für das Druckpersonal durch
visuelle Begutachtung möglich und die Abweichungen können grob quantitativ im Rahmen
der mit Prozentwerten versehenen Skala eingeschätzt werden.
[0003] Insbesondere bei der digitalen Belichtung von Druckplatten (CtP), d.h. Computer to
Plate, in der Druckvorstufe ist es jedoch enorm wichtig, dass sich die Abweichungen
in engen Toleranzbereichen halten. Bei den herkömmlichen Kontrolleinrichtungen wie
bei einem Kontrollkeil in Fig. 1 ist nur eine Kontrolle der Differenzen zwischen unbeeinflussten
und beeinflussten Einstellungen visuell möglich. So fehlt eine Gegenüberstellung der
Vorlagetonwerte und sogenannter linearisierter Tonwerte, welche bei manchen Belichtungsvorgängen
verwendet werden. Es ist ebenfalls nicht möglich, die Differenz in der Abweichung
bei dem wichtigen 50%-Tonwert zwischen unkalibriertem und kalibriertem Zustand visuell,
quantitativ zu erkennen.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine visuelle Kontrolleinrichtung auf belichteten
Druckplatten zu schaffen, welche eine bessere visuelle quantitative Einschätzung der
Differenzen im Resultat des Belichtungsprozesses ermöglicht.
[0005] Die vorliegende Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Patentansprüche 1, 6 und 11 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsformen sind den Unteransprüchen und den Zeichnungen
zu entnehmen. Gemäß den Patentansprüchen 1 und 6 wird beim Belichten einer Druckplatte
in der Druckvorstufe neben dem Druckbild auch eine Kontrollmarkierung auf der Druckplatte
insbesondere im nichtdruckenden Bereich aufgebracht, welche aus zwei weitgehend parallel
verlaufenden Streifen besteht. Bei der Lösung gemäß Anspruch 1 stellt ein Streifen
einen unkalibrierten Tonwertverlauf um einen bestimmten Rastertonwert herum vergrößert
dar, d. h. die Tonwerte dieses Streifens befinden sich im unbeeinflussten Zustand,
während der zweite Streifen den durch die Kalibrierung im RIP veränderten bestimmten
Rastertonwert zeigt. Dabei zeigt die Kontrollmarkierung im ersten Streifen einen Ausschnitt
aus dem unkalibrierten Tonwertverlauf in Fig. 1 fein gestuft aufgelöst, wobei der
Ausschnitt so gewählt sein sollte, dass ein Überschneidungsbereich der beiden Streifen
sichtbar ist. Unter der Überschneidung ist der Tonwert zu verstehen, bei dem die parallel
verlaufenden Streifen optisch den gleichen Tonwert zeigen, d.h. der durchgehende Tonwert
des zweiten Streifens einer Tonwertstufe des ersten Streifens gleicht. Die Streifen
sind dabei vorzugsweise in einer Grauwertedarstellung dargestellt, was im Überschneidungsfall
bedeutet, dass die übereinander liegenden Tonwerte den gleichen Grauwert zeigen. Befindet
sich der Überschneidungswert nicht genau unter der Nullmarkierung, so gibt es eine
Abweichung in der Belichtung zwischen den unbeeinflussten Referenzwerten und den bei
der Herstellung der Druckplatte kalibrierten Werten. Wenn diese Abweichung nicht mit
der vom Personal eingestellten oder gewollten Abweichung übereinstimmt, so muss der
Belichtungsprozess geändert werden. Der große Vorteil der visuellen Beurteilung auf
der Druckplatte liegt vor allen Dingen darin, dass nicht erst Makulatur in der Druckmaschine
anfallen muss, sondern dass schon auf der Druckplatte ungewollte Abweichungen erkannt
werden können und die Druckplatte gegebenenfalls gegen eine verbesserte ausgetauscht
wird, bevor der Druckvorgang in der Druckmaschine gestartet wird.
[0006] In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der unkalibrierte
Tonwertverlauf stufenförmig in seinen Tonwerten zu- bzw. abnimmt. Um eine exakte Beurteilung
durch das Druckpersonal zu ermöglichen, ist der Tonwertverlauf gestuft ausgeführt,
da dann in der Gegenüberstellung des unkalibrierten Tonwertverlaufs auch kleinste
Abweichungen gut sichtbar sind und so der Überschneidungswert visuell zuverlässig
in einem relativ geringen Bereich mit geringen Abweichungen erkannt werden kann. Die
Stufen sind dabei ausreichend fein aber nicht zu feingewählt, so dass sie optisch
noch wahrnehmbar sind, aber auch geringe Abweichungen zeigen, welche nicht mehr tolerabel
sind.
[0007] Es ist des weiteren vorgesehen, dass der bestimmte Rastertonwert der 50%-Tonwert
ist. Der 50%-Rastertonwert spielt bei der visuellen Begutachtung von Druckerzeugnissen
eine wichtige Rolle, da bei diesem Rastertonwert die größte Dynamik im Herstellungsprozess
von Druckplatten und im gesamten Druckprozess auftritt. Aus diesem Grund ist es für
das Druckpersonal besonders wichtig, Abweichungen im Bereich des 50%-Tonwertes erkennen
zu können. Daher stellt die Kontrolleinrichtung vergrößert den Bereich um den 50%-Tonwert
dar, so dass das Druckpersonal diesen genau beurteilen kann.
[0008] Weiterhin ist vorgesehen, dass auf der Kontrollmarkierung parallel zu den beiden
Streifen eine Anzeigeskala mit zugehörigen Prozentwerten vorhanden ist. Die aufgetragenen
Prozentwerte parallel zu den Streifen ermöglichen es, die Differenz zwischen den Tonwerten
rein visuell, quantitativ beurteilen zu können. Befindet sich der Überschneidungspunkt
mit gleichen Tonwerten z. B. bei Minus 7 %, so bedeutet das, dass bei einem Rastertonwert
von 50 % eine Reduktion durch die Prozesskalibrierung in der Druckvorstufe auf 43
% vorgenommen worden ist. Mittels dieses abgelesenen Wertes kann das Bedienpersonal
den Herstellungsprozess der Druckplatte dahingehend kontrollieren , ob die Einstellungen
korrekt umgesetzt wurden. Wenn die Einstellungen eine Reduktion des Rastertonwerts
von 50 % auf 43 % ergeben sollten, dann ist der Herstellungsprozess für diesen Rastertonwert
optimal eingestellt worden. Wenn die Reduktion in diesem Beispiel aber weniger oder
mehr als 7 % hätte betragen sollen, z.B. nur 6% so kann das Personal auf der Druckplatte
erkennen, dass der Herstellungsprozess noch verbessert werden muss, da die gewünschten
Einstellungen nicht erreicht wurden. Da meist die Differenzen eher im negativen Bereich
liegen, ist es vorteilhaft, wenn die Anzeigeskala von Minus 15 % bis Plus 3 % reichen.
Mit einer solchen Skala ist normalerweise der Überschneidungswert immer zu erkennen.
Sollte allerdings diese Tonwertgleichheit des Überschneidungswertes nicht zu erkennen
sein, so heißt dies im Gegenzug, dass die Tonwertveränderung größer als 3 % oder kleiner
als Minus 15 % ist und damit außerhalb des Anzeigebereiches des Kontrollelements liegt.
[0009] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
dass vom Druckprozess unbeeinflussbare Bezugstonwerte in einem länglichem Streifen
gestuft zu- oder abnehmen, dass ein bestimmter Rastertonwert innerhalb desselben Streifens
mehrfach feinaufgelöst dargestellt ist und dass der bestimmte Rastertonwert innerhalb
desselben Streifens jeweils durch Vielecke begrenzt wird. Auch diese Art der Darstellung
einer Kontrolleinrichtung bezieht sich immer auf einen bestimmten Rastertonwert wie
z. B. den 50%-Tonwert. Bei dieser Kontrolleinrichtung sucht das Bedienpersonal den
Bereich der Kontrolleinrichtung, bei dem die unbeeinflussbaren Bezugstonwerte des
Hintergrunds im Streifen und die konstanten feinaufgelösten Rastertonwerte der sich
darin befindlichen Vielecke übereinstimmen. Aufgrund der vieleckigen Ausgestaltung
lassen sich auch geringe Abweichungen in den Tonwerten noch visuell beurteilen. Hier
ist ein optimaler Herstellungsprozess dann erreicht, wenn der Tonwert der Vielecke
und der Tonwert des Hintergrunds des länglichen Streifens im Nullabschnitt der Kontrollmarkierung
übereinstimmen. Bei einer Abweichung um ein Feld nach links oder rechts ergibt sich
je nach Bezugsraster und dem bestimmten Rastertonwert eine entsprechend abzulesende
Abweichung. Wenn sich die Tonwertgleichheit im Nullabschnitt einstellt, bedeutet dies,
dass die Belichtungsenergie und der chemische Entwicklungsprozess bei der Druckplattenherstellung
korrekt eingestellt sind.
[0010] Ergänzend ist vorgesehen, dass die Vielecke im wesentlichen durch eine Rautenform
umhüllt werden. Auch können die Vielecke rechtwinklige Ecken aufweisen. Diese beiden
Ausgestaltungen der Vielecke haben sich in der Praxis als besonders geeignet zur Erkennung
und Unterscheidung auch geringer Veränderungen zwischen den beiden Tonwerten erwiesen.
Aufgrund der Rautenform und der rechtwinkligen Ecken lassen sich auch geringste Abweichungen
noch rein visuell erkennen und es kann so zuverlässig der Überschneidungspunkt der
Tonwertgleichheit auf der Kontrollmarkierung erkannt werden.
[0011] Es erweist sich weiterhin als vorteilhaft, dass parallel zu den Streifen eine Tonwertskala
mit numerisch angegebenen Tonwertveränderungen vorhanden ist. Diese Tonwertskala ermöglicht
eine quantitative Beurteilung der Abweichung der beiden Tonwertverläufe zueinander.
In der Praxis reichen die numerisch angegebenen Tonwertveränderungen von Minus 5 bis
Plus 5. Dies ist ein ausreichend großer Bereich, welcher die Tonwertgleichheit im
Überschneidungspunkt enthält.
[0012] In einer weiteren alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung der Erfindung ist
eine visuelle Kontrolleinrichtung auf belichteten Druckplatten für Druckmaschinen
vorgesehen, bei welcher in wenigstens einem ersten länglichem Streifen der gesamte
Tonwertverlauf als Referenzwerte aufgetragen ist, dass in wenigstens einem dazu weitgehend
parallel verlaufenden zweiten Streifen der gesamte Tonwertverlauf kalibriert aufgetragen
ist und dass in wenigstens einem dritten weitgehend parallel verlaufenden länglichen
Streifen ein linearisierter Tonwertverlauf aufgetragen ist. Neben den schon aus dem
Stand der Technik gemäß Fig. 1 bekannten Gegenüberstellungen von unbeeinflussten und
unkalibrierten Referenzwerten und der Belichtung mit Prozesskalibrierung zeigt diese
Ausgestaltung der Erfindung über den gesamten Tonwertbereich von 1 bis 100 % noch
zusätzlich einen linearisierten Tonwertverlauf. Da bei einigen Druckplatten bei der
Belichtung der Druckplatte in der Druckvorstufe die Basisbelichtung linearisiert wird,
ermöglicht eine solche Kontrollmarkierung auch die Gegenüberstellung von Basisbelichtung,
Linearisierung und Prozesskalibrierung, wobei die Prozesskalibrierung auch die Linearisierung
enthält. Parallel zu den drei Tonwertverläufen ist hier eine Tonwertskala aufgetragen,
welche die Tonwerte in Prozent angibt und an den beiden Enden jeweils gespreizt ist.
Dies ist erforderlich, da in den Randbereichen, d. h. bei 1 und 100 % die Auflösung
zur Erkennung von Unterschieden größer sein muss.
[0013] Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich dadurch, dass eine
Druckplatte mehrere oder alle erfindungsgemäßen Kontrollmarkierungen aufweist. In
diesem Fall ist der Herstellungsprozess von Druckplatten umfassend visuell durch das
Bedienpersonal kontrollierbar.
[0014] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben
und erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Kontrolleinrichtung nach dem Stand der Technik,
- Fig. 2:
- eine Kontrolleinrichtung mit zusätzlich visualisiertem, linearisiertem Tonwertverlauf,
- Fig. 3:
- eine Kontrolleinrichtung zur Beurteilung der Belichtungsenergie und des Chemischen
Entwicklungsprozesses bezogen auf einen bestimmten Rastertonwert und
- Fig. 4:
- eine Kontrolleinrichtung zur Beurteilung der Prozesskalibrierung eines bestimmten
Rastertonwertes.
[0016] In Fig. 1 ist eine herkömmliche Kontrollmarkierung 1 abgebildet, welche nach der
Belichtung einer Druckplatte 5 in der Druckvorstufe auf der selben zu sehen ist. Diese
Kontrollmarkierung 1 wird auch als Tonwertkeil bezeichnet und dient zur Kontrolle
der Prozesskalibrierung in der Druckvorstufe über den gesamten Tonwertverlauf von
1 bis 100 %. Die Tonwerte sind dazu in Graustufen dargestellt, wobei der obere Streifen
11 die Referenztonwerte unbeeinflusst von Vorstufenprozessen darstellt, während der
untere dazu parallel verlaufende Streifen kalibrierte Tonwerte 12 zeigt. Im oberen
Bereich ist weiterhin eine Tonwertskala 10 vorhanden, welche die Tonwerte in Prozentwerten
angibt. Dabei sind die Tonwerte im Bereich von 10 % bis 90 % in 10%-Schritten angegeben,
während die Werte im Bereich von 1 % bis 10 % und die Werte im Bereich von 90 % bis
100 % auseinander gezogen sind, um die dort geringeren optischen Unterschiede trotzdem
visuell erkennbar zu machen.
[0017] In Fig. 2 ist eine modifizierte Kontrollmarkierung 4 abgebildet, welche sich von
der Kontrollmarkierung 1 in Fig. 1 durch einen zusätzlichen Streifen 41 mit linearisierten
Tonwerten unterscheidet. Auch hier reicht die Tonwerteskala 10 von 1 bis 100 %, welche
es so ermöglicht nicht nur Veränderungen, welche durch die Prozesskalibrierung der
Vorstufe bedingt sind, im Vergleich zu den Referenztonwerten 11 zu erkennen, sondern
auch noch zusätzliche Veränderungen im linearisierten Bereich durch den Vergleich
von linearisierten Tonwerten 41 und Referenztonwerten 11 visuell zu erkennen. Da bei
einigen Druckplatten bei der Belichtung einer solche Linearisierung vorgenommen wird,
ist es für diesen Fall erforderlich, auch diese linearisierten Tonwerte 41 im Vergleich
zu den Vorlagewerten 11 beurteilen zu können, was die Kontrollmarkierung 1 in Fig.
1 nicht ermöglicht.
[0018] Mit der feinauflösenden Kontrollmarkierung 2 in Fig. 3 ist es zusätzlich möglich,
Qualität und Konstanz bei der Druckplattenherstellung in der Vorstufe auch bei engen
Toleranzen visuell beurteilen zu können. Dazu sind unbeeinflussbare Bezugstonwerte
22 der Vorlage in einem länglichen Streifen als Graustufen dargestellt, wobei sich
innerhalb dieser unbeeinflussbaren Bezugstonwerte 22 geometrisch begrenzte Flächen
eines feinaufgelösten bestimmten Rastertonwerts 23 befinden, welche die unbeeinflussbaren
Bezugstonwerte 22 an diesen Stellen überdecken. Während die unbeeinflussbaren Bezugstonwerte
22 von links nach rechts zunehmen, bleibt der feinaufgelöste bestimmte Rastertonwert
23 konstant. Der feinaufgelöste bestimmte Rastertonwert 23 weist eine Rasterung von
30 µm x 30 µm auf. In Fig. 3 ist die Kontrollmarkierung 2 für einen 50%-Rastertonwert
dargestellt, wobei nach oben und nach unten eine Abweichung von Plus/ Minus 5 gezeigt
wird, was bei einem Bezugsraster von 80 Lines/Zentimeter pro Stufe eine Abweichung
von ca. 0,7 % von einem 50%-Rastertonwert bedeutet. Mittels der Kontrollmarkierung
3 lässt sich so der Einfluss der Belichtungsenergie und der chemischen Entwicklung
d.h. die Gesamteinwirkung des Herstellungsprozesses und die dadurch bedingte Abweichung
des feinaufgelösten bestimmten Rastertonwerts 23 von unbeeinflussbaren Bezugstonwerten
22 in einem engen Toleranzbereich rein visuell, quantitativ beurteilen. In dem Bereich,
in welchem visuell kein Unterschied mehr zwischen einer Graustufe der unbeeinflussbaren
Bezugstonwerte 22 und dem feinaufgelösten bestimmten Rastertonwert 23 zu erkennen
ist, herrscht Tonwertgleichheit. Idealer Weise sollte dieses Feld am Nullwert der
Tonwertskala 21 liegen, da in diesem Fall ein optimaler Herstellungsprozess in der
Vorstufe eingehalten wird. Die schwarzen Umrandungen der Vieleckflächen in Fig. 3
sind in der Praxis nicht vorhanden, sie sind nur zur besseren Erkennbarkeit auf der
Zeichnung angebracht. In der Praxis sind die Kontraste der Graustufen der Kontrollmarkierung
2 auf der Druckplatte 5 ausreichend, um die Vielecke des feinaufgelösten bestimmten
Rastertonwerts 23 von dem Hintergrund der unbeeinflussbaren Bezugstonwerte 22 unterscheiden
zu können. Die feinaufgelösten bestimmten Rastertonwerte 23 sind in Fig. 3 als rautenförmige
Vielecke dargestellt, wobei diese Vielecke rechtwinklige Treppenstufen aufweisen,
wodurch sie sich schärfer von den darum unbeeinflussbaren Bezugstonwerten 22 abgrenzen
lassen. Durch diese spezielle geometrische Gestaltung der feinaufgelösten bestimmten
Rastertonwerte 23 werden die visuelle Beurteilung durch das Bedienpersonal wesentlich
erleichtert und auch geringe Abweichungen im engen Toleranzbereich sichtbar gemacht.
[0019] Zusätzlich weist die feinauflösende Kontrollmarkierung 2 noch ein Messfeld 24 für
die Vermessung mittels eines Densitometers auf. Das Messfeld 24 besteht dabei aus
einer fest definierten Rasterfläche des 50%-Tonwerts und weist im Inneren einen kreisförmigen
Fleck eines 100 % Volltons 25 auf. Die Volltonfläche 25 dient dem Dichteabgleich eines
Densitometers.
[0020] Mit der Kontrollmarkierung zur Überprüfung der Kalibrierung 3 gemäß Fig. 4 lassen
sich die durch die Kalibrierung erzeugten Differenzen zwischen unkalibrierten Tonwerten
32 und einem bestimmten Rastertonwert 33 erkennen. In Fig. 4 ist der Bereich für ein
50%-Rastertonwert aufgetragen, wobei die unkalibrierten Tonwerte 32 in einem länglichen
Streifen von links nach rechts zunehmend und der bestimmte Rastertonwert 33 in einem
parallel dazu verlaufenden Streifen konstant aufgetragen sind. Der Tonwertverlauf
32 verläuft dabei gestuft z.B. in 1%-Schritten von links nach rechts zunehmend, so
dass auch kleinste Differenzen zu erkennen sind. Parallel zu den Streifen 32, 33 verläuft
eine Tonwertskala 31 mit aufgetragenen Prozentwerten im Bereich von Minus 15 bis Plus
3 %. Hierbei ist der Schnittpunkt zu suchen, bei dem eine Graustufe der unkalibrierten
Tonwerte 32 und der bestimmte Rastertonwert 33 gleich sind. Liegt dieser Schnittpunkt
bei Null(none), so liegt beim bestimmten Rastertonwert 33 keine Differenz vor, das
heißt der bestimmte Rastertonwert 33 ist unkalibriert. Liegt der Schnittpunkt aber
z. B. bei minus 7, so bedeutet dies eine Reduktion von 7 % nach unten, d. h. in der
Druckvorstufe wurde bei der Prozesskalibrierung der bestimmte Tonwert 33 von 50 %
auf 43 % reduziert. Falls die Reduktion von 7% beabsichtigt und eingestellt war, ist
der Herstellungsprozess soweit in Ordnung. War aber eine andere Reduktion oder gar
eine Anhebung beabsichtigt, so muss der Herstellungsprozess überprüft werden.
[0021] Es ist dabei allerdings zu berücksichtigen, dass auch dann wenn der Schnittpunkt
6 mit der Tonwertgleichheit bei Null liegt, dies nicht bedeutet, dass für sämtliche
Rastertonwerte keine Kennlinie benutzt wurde. Es kann nämlich auch eine Kennlinie
verwendet worden sein, die genau beim 50%-Rastertonwert keine Veränderung aufweist.
Dies kann jedoch mittels der Kontrollmarkierungen 1 oder 4 überprüft werden, welche
sämtliche Tonwerte von 1 bis 100 % zeigen. Für den wichtigen 50%-Rastertonwert ist
jedoch mittels der 50 % Kontrollmarkierung 3 eine sehr exakte visuelle Kontrolle durch
das Druckpersonal möglich. Bevor die Druckplatte 5 in einer Druckmaschine eingesetzt
wird, können so falsch belichtete Druckplatten 5 vor dem Drucken aussortiert werden
und somit unnötige Makulatur vermieden werden. Für Fig. 4 gilt ebenfalls, dass die
schwarzen Begrenzungen der Tonwerte 32, 33 zur Verdeutlichung in der Praxis nicht
vorhanden sind. Sie sind nur zur besseren Erkennbarkeit auf der Zeichnung angebracht.
In der Praxis sind auch hier die Kontraste der Graustufen der Kontrollmarkierung 3
auf der Druckplatte 5 ausreichend, um den bestimmten Rastertonwerts 33 bezüglich der
unkalibrierten Tonwerte 32 beurteilen zu können.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Kontrollmarkierung
- 10
- Tonwertskala
- 11
- Referenzwerte
- 12
- kalibrierte Tonwerte
- 2
- feinauflösende Kontrollmarkierung
- 21
- Prozessabweichungsskala
- 22
- unbeeinflussbare Bezugstonwerte
- 23
- feinaufgelöster bestimmter Rastertonwert
- 24
- Messfeld
- 25
- Volltonfläche
- 3
- Kontrollmarkierung für Kalibrierung
- 31
- Tonwertabweichungsskala in Prozentwerten
- 32
- unkalibrierter Tonwertverlauf
- 33
- bestimmter Rastertonwert kalibriert
- 4
- modifizierte Kontrollmarkierung
- 41
- linearisierte Tonwerte
- 5
- Druckplatte
- 6
- Schnittpunkt
1. Visuelle Kontrolleinrichtung auf belichteten Druckplatten (5) für Druckmaschinen,
welche beim Belichten der Druckplatte (5) in Form wenigstens einer Kontrollmarkierung
(1, 2, 3, 4) auf der Druckplatte (5) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontrollmarkierung (3) aus wenigstens zwei weitgehend parallel verlaufenden Streifen
(32, 33) besteht, dass ein Streifen den unkalibrierten Tonwertverlauf (32) um einen
bestimmten Rastertonwert herum zeigt, während ein anderer Streifen den im Druckprozess
kalibrierten bestimmten Rastertonwert (33) zeigt, und dass auf der Kontrollmarkierung
(3) zumindest der Bereich dargestellt ist, in dem unkalibrierter Tonwertverlauf (32)
und kalibrierter bestimmter Rastertonwert (33) visuell farblich übereinstimmen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der unkalibrierte Tonwertverlauf (32) stufenförmig in seinen Tonwerten zu- bzw. abnimmt.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der bestimmte Rastertonwert (33) der 50% Tonwert ist
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Kontrollmarkierung (3) parallel zu den beiden Streifen (32, 33) eine Anzeigeskala
(31) mit zugehörigen Prozentwerten vorhanden ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzeigeskala (31) von Minus 15 % bis Plus 3 % reicht.
6. Visuelle Kontrolleinrichtung auf belichteten Druckplatten (5) für Druckmaschinen,
welche beim Belichten der Druckplatte (5) in Form wenigstens einer Kontrollmarkierung
(1, 2, 3, 4) auf der Druckplatte (5) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass vom Druckprozess unbeeinflussbare Bezugstonwerte (22) in einem länglichem Streifen
gestuft zu- oder abnehmen, dass ein bestimmter Rastertonwert (23) innerhalb desselben
Streifens mehrfach feinaufgelöst dargestellt ist und dass der bestimmte Rastertonwert
(23) innerhalb desselben Streifens (22) jeweils durch Vielecke begrenzt wird.
7. Einrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vielecke im wesentlichen durch eine Rautenform umhüllt werden.
8. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vielecke rechtwinklige Ecken aufweisen.
9. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass parallel zu den Streifen (22, 23) eine Prozessabweichungsskala mit numerisch angegebenen
Tonwertveränderungen vorhanden ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die numerisch angegebenen Prozessanweichungen von Minus 5 bis Plus 5 reichen.
11. Visuelle Kontrolleinrichtung auf belichteten Druckplatten (5) für Druckmaschinen,
welche beim Belichten der Druckplatte (5) in Form wenigstens einer Kontrollmarkierung
(1, 2, 3, 4) auf der Druckplatte (5) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass in wenigstens einem ersten länglichem Streifen (11) der gesamte Tonwertverlauf als
Referenzwerte aufgetragen ist, dass in wenigstens einem dazu weitgehend parallel verlaufenden
zweiten Streifen (12) der gesamte Tonwertverlauf kalibriert aufgetragen ist und dass
in wenigstens einem dritten weitgehend parallel verlaufenden länglichen Streifen (41)
ein linearisierter Tonwertverlauf aufgetragen ist.
12. Einrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass parallel zu den länglichen Streifen (11, 12, 41) eine Tonwertskala (10) aufgetragen
ist.
13. Druckplatte (5) mit wenigstens einer Kontrolleinrichtung (1, 2, 3, 4) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche.
14. Druckplatte (5) mit wenigstens zwei unterschiedlichen Kontrolleinrichtungen (1, 2,
3, 4) nach einem der Ansprüche 1 bis 13.