[0001] Die Erfindung betrifft eine Blasvorrichtung für eine Falztasche gemäß des Oberbegriffs
des Anspruchs 1.
[0002] Typischerweise werden derartige Blasvorrichtungen zur Unterstützung für den einlaufenden
Bogen in eine Falztasche, insbesondere für dünne, labile Papierbogen, verwendet. Die
gebräuchlichen Falztaschen für Falzmaschinen bestehen aus einem Ober-und Unterrahmen,
die längs zur Bogenlaufrichtung mit Führungselementen ausgerüstet sind. Ober- und
Unterrahmen sind zueinander in Abstand distanziert, so dass der einlaufende Bogen,
getrieben durch die Falzwalzen, ungehindert in die Falztasche einlaufen kann. Quer
zu diesen Führungselementen ist ein Bogenanschlag angebracht, dessen Anschlagfinger
zwischen den Führungselementen vom oberen in den unteren Rahmen ragen. Der Bogenanschlag
ist auf die gewünschte Bogeneinlauflänge einstellbar.
[0003] Erreicht der einlaufende Bogen den Bogenanschlag, so wird dieser vordere Bogenteil
am Weiterlauf gehindert, der hintere Bogenteil jedoch weitergeführt. Hierdurch knickt
der Bogen in seiner beabsichtigten Falzlinie aus und wird von den dazugehörigen Falzwalzen
erfasst und gefalzt.
[0004] Während des Einlaufens des vorderen Bogenteils in die Falztasche, die in der Regel
einen Winkel von 45° bis 65° zur Normalen aufweist, wirken folgende Kräfte gegen den
Bogenlauf:
- Eine Gewichtskomponente, die sich aus der Schrägstellung der Falztasche und dem Flächengewicht
des Bogens ergibt,
- Eine Reibungskomponenten, die sich aus der Reibung zwischen den Führungselementen,
insbesondere dem unteren Führungselement, und dem Flächengewicht des Bogens ergibt.
Diese Komponenten schließt Adhäsionskräfte ein.
- Eine Reibungskomponente, die sich durch elektrostatische Aufladung des Papierbogens
während des Bogentransports und des Falzvorgangs ergibt.
[0005] Übertrifft nun die Summe der drei bewegungshemmenden Komponenten die Knickfestigkeit
des zu falzenden Bogens, so wird der vordere Bogenteil nicht bis zum Bogenanschlag
laufen, sondern der Bogen wird bereits vorher ausknicken, d. h. an einer unbeabsichtigten
Stelle gefalzt werden. Dieser Effekt kommt besonders bei leichtgewichtigen Papierbogen
vor.
[0006] Um diesem Fehlfalz zu begegnen sind in der deutschen Gebrauchsmusteranmeldung DE
89 06 505 U in der Falztasche im unteren Rahmen der Falztasche Blasrohre angeordnet.
Durch Einblasen von Luft gegen die untere einlaufende Bogenfläche wird der Bogen teilweise
leicht angehoben und der Reibwert somit reduziert, so dass der Bogen ungehindert bis
zum Bogenanschlag laufen kann.
[0007] Die Blasrohre haben Luftaustrittsbohrungen, die in Abständen in Blasrohr-Längsrichtung
verteilt angeordnet und zur unteren Bogenfläche hin gerichtet sind. In einer Ausführungsform
wird zudem auch Luft von der oberen Seite auf die Bogen geblasen, so dass die Bogen
zwischen zwei Luftpolstern bis zum Anschlag geleitet werden. Dadurch kann die Reibungskraft
erheblich reduziert werden, und es wird vermieden, dass der Bogen durch die einseitige
Blasluft gegen die andere Falztwachengewäusewand gedrückt wird. Diese Vorrichtung
hat aber den Nachteil, dass die Lage des Bogens zwischen zwei Luftströmen, die von
oben und unten auf den Bogen strömen, nur sehr schwer einzustellen ist. Daher kann
durch diese Anordnung immer noch nicht gewährleistet werden, dass der Bogen tatsächlich
an den Anschlag am Ende der Tasche anstößt, so dass sich der Falz an der gewünschten
Stelle bilden kann.
[0008] Zum Thema Luftpolster ist es bekannt, in bogenverarbeitenden Vorrichtungen sogenannte
Venturidüsen zu verwenden, die eine Strömungskomponente in Bogenlaufrichtung aufweisen,
um den Bogen zu führen und in Bewegungsrichtung voran zu treiben. Derartige Vorrichtungen
sind beispielsweise aus den deutschen Patentanmeldungen DE 11 86 473, DE 197 21 390,
DE 198 22 059 und DE 10157 082 bekannt.
[0009] Es wäre wünschenswert, in einer Falztasche die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten
von Fehlfalzen, die von den oben genannten Effekten herrühren können, zu verringern.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Blasvorrichtung zu schaffen,
mit der es gelingt, den Effekt des unbeabsichtigten Ausknickens eines in eine Falztasche
einlaufenden Bogens zu verhindern, um zu gewährleisten, dass die Vorderkante des Bogens
tatsächlich den Anschlag erreicht, so dass das Einknicken des Bogens an der richtigen
Stelle in definierter Weise erfolgt. Diese Aufgabe wird mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Blasvorrichtung für eine Falztasche mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0010] Dieser Luftstrom der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung bewirkt eine zusätzliche Kraft,
die den Bogen in Richtung des Anschlages der Falztasche treibt. Dadurch wird erreicht,
dass die Kraft, die von dem Anschlag aus auf den Bogen wirkt, diejenige Kraft ist,
die bewirkt, dass der Bogen an der gewünschten Stelle von den Falzwalzen ergriffen
und gefalzt wird.
[0011] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Blasvorrichtung ist die Blasluftdüse derart
ausgestaltet, dass der Luftstrom im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung eines
einlaufenden Bogens erfolgt. Durch den Luftstrom, der parallel zum Bogen erfolgt,
entsteht ein Unterdruck, der den Bogen in Richtung der Blasvorrichtung ansaugt, so
dass der Bogen entlang des Luftstroms auf einem Luftpolster gehalten wird. Gleichzeitig
wird dadurch der Bogen von der anderen Seite der Falztasche abgehoben, so dass auch
auf dieser Seite der Reibungswiderstand deutlich verringert ist. Besonders vorteilhaft
handelt es sich bei der Blasluftdüse um eine Venturidüse.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
weist die Blasluftdüse einen Düsenkörper auf, wobei der Düsenkörper eine Blasluftzuleitung
umfasst, durch die Blasluft in eine Düsenkammer strömt, um durch eine schlitzförmige
Austrittsöffnung auszutreten. Vorteilhafterweise ist die Düsenkammer im Wesentlichen
halbkreisförmig ausgestaltet, wodurch sich ein guter Düseneffekt und eine gleichmäßige
Blasluftverteilung entlang der Düsenöffnung erzielen lässt.
[0013] In Weiterbildung dieser vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
wird die Düsenkammer zum Teil durch den Düsenkörper und zum Teil durch eine separate
Platte gebildet, wobei die separate Platte an dem Düsenkörper befestigt ist, insbesondere
angeklebt ist. Auf diese Weise lässt sich der Hohlraum innerhalb der Blasluftdüse
auf einfache Weise fertigen. Neben dem Kleben sind natürlich auch andere dem Fachmann
bekannte Verbindungsmethoden anwendbar.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform dieser erfindungsgemäßen Blasvorrichtung wird die
schlitzförmige Austrittsöffnung zum Teil durch den Düsenkörper und zum Teil durch
diese separate Platte gebildet. Da es sich bei der schlitzförmigen Austrittsöffnung
um einen im Wesentlichen rechteckigen Schlitz handelt, wird durch diese Anordnung
eine kostengünstige Herstellung der schlitzförmigen Austrittsöffnung erzielt. Wird
beispielsweise der Düsenkörper in einem geeigneten Abformverfahren, z. B. Spritzguss
aus Kunststoff erzeugt, lassen sich durch die separate Platte besonders für den Spritzguss
ungeeignete Formen auf einfache Weise erzeugen.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
weist die Blasvorrichtung einen Düsenbalken auf, wobei der Düsenbalken eine Mehrzahl
an Düsenkörpern umfasst. Vorteilhafterweise sind die Mehrzahl an Düsenkörpern in einer
Reihe angeordnet, wobei die schlitzförmigen Austrittsöffnungen im Wesentlichen einen
Luftstrom erzeugen, der für alle Blasluftdüsen eine im Wesentlichen gleiche Richtung
und Größe aufweist.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
ist der Düsenbalken einstückig abgeformt. Dadurch werden sowohl Montagekosten als
auch Stückkosten der Düsen vorteilhafterweise verringert und eine einzelne Ausrichtung
einer Mehrzahl von Düsen entfällt ebenfalls.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
ist die Blasvorrichtung in einer Falztasche oberhalb des Transportpfades angebracht.
Dadurch strömen die Blasluftdüsen den einlaufenden Druckbogen von oben an. Wie bereits
beschrieben, entsteht dadurch ein Unterdruck oberhalb des Bogen, der den Bogen zur
oberen Begrenzung der Falztasche hin anzieht, und gleichzeitig nach vorne in Richtung
des Falztaschenanschlages treibt. Durch den Unterdruck wird gleichzeitig der Bogen
von der unteren Falztasche, an die der Bogen vornehmlich anstoßen würde und dort die
größten Reibungskräfte zwischen Bogen und Falztaschenbegrenzung auftreten, weggezogen,
so dass der Bogen im Prinzip berührungslos durch die Falztasche entlang des Luftpolsters
zwischen oberer Falztaschenbegrenzung und Bogen bis zum Anschlag gleitet.
[0018] In einer weitere vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
ist eine Vorrichtung zur Ionisierung der Blasluft mit der Blasvorrichtung verbunden.
Durch die ionisierte Luft, mit der die Bogen angeblasen werden, kann eine elektrostatische
Aufladung der Bogen verringert werden, so dass diese eine geringere Neigung haben,
aufgrund von elektrostatischen Kräften an den seitlichen Begrenzungen der Falztasche
anzuhaften, was zu großen Reibungskräften führen würde.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung
sind eine Mehrzahl an Blasluftdüsen quer zur Einlaufrichtung entlang einer Falztasche
angeordnet.
[0020] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Unterstützung von einlaufenden
Bogen in einer Falztasche mit den Schritten
- Bereitstellen einer Blasluftvorrichtung am Eingang einer Falztasche
- Erzeugen eines Luftstromes im Wesentlichen parallel zur Einlaufrichtung der Bogen
in die Falztasche.
[0021] Außerdem betrifft die Erfindung eine Falztasche mit einer entsprechenden Blasluftvorrichtung
sowie eine Falzmaschine mit einer solchen Falztasche.
[0022] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden im folgenden
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen im einzelnen näher beschrieben. Es zeigen in
schematischer Darstellung
- Fig. 1
- das Falzprinzip einer Taschenfalzmaschine;
- Fig. 2
- Kräfte, die zur Bildung des Falzes auf den Bogen in der Falztasche einwirken sowie
die vektorielle Darstellung dieser Kräfte;
- Fig. 3
- eine Falztasche mit der erfindungsgemäßen Blasvorrichtung;
- Fig. 4
- eine Ausführungsform mit einer Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Blasluftdüsen.
[0023] In Figur 1 ist ein Bogen 8 gezeigt, der gerade zwischen den Falzwalzen 3, 6, gefalzt
wird. Zuvor wurde der Bogen von den Förderwalzen 1 zur oberen Zuführwalze 2 und unteren
Zuführwalze 3, die gleichzeitig als Falzwalzen 3 arbeitet, zugeführt. Die Vorderkante
des einlaufenden Bogens 8 neigt sich aufgrund der Schwerkraft G nach unten, wird aber
nach dem Abstand L von einem Vorsprung der Falztaschenunterseite 4 nach oben in die
Falztasche 20 geleitet. Die Falztasche steht unter einem Winkel α zur Horizontalen.
Der Bogen 8 gleitet entlang der Falztaschenunterseite 4 und Falztaschenoberseite 7
die Falztasche 20 hinauf, getrieben von der oberen Zuführwalze 2 und der unteren Zuführwalze
3 bis zu dem Anschlag 5. Wenn der Bogen 8 den Anschlag erreicht hat, schieben die
Zuführwalzen 2, 3 den Bogen weiter, so dass sich ein Stauch im Stauchraum zwischen
den drei Walzen 2, 3, 6 bildet, der durchhängt und schließlich durch das Falzwalzenpaar
3, 6 erfasst wird.
[0024] In Figur 2 sind die Kräfte, die auf den Bogen 8 dabei wirken, gezeigt. Diese setzen
sich zusammen aus der Gewichtskraft G, der Reibungskraft F
4, die zwischen dem Bogen 8 und der Falztaschenunterseite 4 auftritt, und insbesondere
abhängig ist von den Materialeigenschaften des Bogens sowie dessen elektrostatischer
Aufladung, der Normalenkraft N
4, die auf den Bogen in der Falztasche 20 wirkt, die insbesondere von dem Winkel α
der Falztasche 20 abhängt, und der Gegenkraft am Anschlag N
5. Diese Gegenkraft N
5 wächst mit den Schubkräften P
2, P
3der Zuführwalzen 2, 3. Aus diesen Kräften ergibt sich eine resultierende R, dessen
Größe und Richtung entsprechend von den genannten Kräften abhängt.
[0025] Der Widerstand des Bogens 8 gegen das Falzen verringert sich und die Gewichtskraft
G des Bogenteils zwischen den Falzwalzen 2, 3 und der Falztasche 20 vergrößert sich
bei Vergrößerung des Abstandes L. Aus diesem Grund weisen Falzmaschinen typischerweise
eine Möglichkeit zur Versetzung der Taschenstellung auf. Bei Vergrößerung der Dicke
und Dichte des Papiers vergrößert man den Abstand L, um den Bogenwiderstand zu verringern,
bei dünnem und weichem Papier aber verringert man den Abstand L, damit der Bogen nicht
durchhängt und zerknüllt, sondern normal in die Tasche läuft. Bei Vergrößerung des
Neigungswinkels α der Falztasche 20 wachsen die Widerstände an der Taschenwand N
4 und die Reibungskraft F
4. Folglich verschlechtern sich auch die Bedingungen der Bogeneinführung in die Tasche
und der Wert der Resultierenden R verringert sich. Bei Verringerung des Neigungswinkels
α der Falztasche 20 wachsen die Werte der Kräfte der Zuführwalzen P
2, P
3 und die Gegenkraft am Anschlag N
5 stark an, die erforderlich sind, um den nötigen Wert der Resultierenden R zu erzielen,
die für den Beginn der Bildung eines Falzes am Bogen erforderlich ist. Dabei vergrößern
sich die Deformierungen des Bogens 8 in der Falztasche 20 und die Stelle der Bildung
der Falzkante des Bogens 8 wird ungenau. Dadurch verringert sich die Falzgenauigkeit.
[0026] Außerdem ist der Zustand der Oberfläche der Falztasche 20 sehr wichtig, da davon
die Reibungszahl des Papiers auf der Tasche abhängt und folglich auch der Wert der
Reibungskraft F
4. Der Neigungswinkel α der Falztasche 20 wird rechnerisch so gewählt, dass einerseits
der Widerstand beim Einführen des Bogens 8 in die Falztasche 20 nicht zu groß ist
und andererseits die Verteilung der Kräfte F
4, G, N
4, N
5, P
2, P
3, so günstig wie möglich ist. Am gebräuchlichsten sind Neigungswinkel α von 30° bis
45°.
[0027] Läuft in die Falztasche 20 ein Bogen 8 aus besonders dünnem und weichem oder statisch
geladenen Papier ein, kommt es vor, dass der Winkel der Resultierenden R, der für
den Beginn der Bildung eines Falzes am Bogen 8 erforderlich ist, früher erreicht wird
als der Bogen 8 den Anschlag 5 erreicht. Dadurch bildet sich der Stauch zu früh und
die Bildung der Falzkante erfolgt an der falschen Stelle. Um den Einlauf des Bogens
8 in die Falztasche 20 zu unterstützen, gibt es zwei Möglichkeiten, einerseits die
Reibungszahl des Papiers auf der Falztaschenunterseite 4 zu reduzieren, andererseits
eine zusätzliche Kraft zu erzeugen, die in der Falztasche 20 auf den Bogen 8 in Laufrichtung
wirkt. Beide dieser Möglichkeiten kann man durch den Venturieffekt erreichen.
[0028] Wie in Figur 3 gezeigt, befindet sich eine solche Venturidüse 10 oberhalb des Bogens
8, an der Falztaschenoberseite 7, und erzeugt einen Luftstrom 31, der im Wesentlichen
parallel zur Bogenlaufrichtung erfolgt. Einerseits wird durch den Luftstrom 31 durch
Reibung mit der Bogenoberseite eine Kraft F
B erzeugt, die den Bogen 8 in Richtung des Anschlages 5 treibt. Andererseits erzeugt
der Luftstrom 31 oberhalb des Bogens 8 einen Druck P
o, der niedriger ist, als der Luftdruck unterhalb des Bogens P
u. Dieser Unterdruck oberhalb des Bogens P
o erzeugt einen Sog, der den Bogen 8 in Richtung der Falztaschenoberseite 7 zieht.
Der Bogen 8 wird aber von dem Luftstrom 31 gleichzeitig auch daran gehindert, die
Falztaschenoberseite 7 zu erreichen. Entsprechend bildet sich also ein Luftpolster
zwischen Falztaschenoberseite 7 und Bogen 8, durch den Luftstrom 31. Dadurch kommt
der Bogen 8 nicht mehr in Kontakt mit der Falztascheunterseite 4, so dass die Reibungskraft
F
4 an dieser Stelle erheblich reduziert ist.
[0029] Vorteilhafterweise sind eine Mehrzahl an Venturidüsen 10 entlang der Einlaufkante
der Falztaschenoberseite 7 angeordnet, so dass das Luftpolster gleichmäßig über die
Bogenbreite wirkt. Eine solche Anordnung von mehreren Blasluftdüsen 10 ist in Figur
4 gezeigt. Dort ist ein Düsenbalken 11, der beispielsweise einstückig abgeformt werden
kann, gezeigt. Der Düsenbalken 11 besteht aus einer Mehrzahl an Düsenkörpern 12, die
baugleich nebeneinander angeordnet sind und eine gemeinsame Blasluftzuleitung 19 aufweisen,
durch die Luft eingeblasen wird. In dem Düsenkörper 12 ist eine halbkreisförmige Düsenkammer
14 angeordnet. Die halbkreisförmige Düsenkammer 14 verjüngt sich in ihrer Höhe zur
Austrittsöffnung 16 hin. Im Boden der Düsenkammer 14 ist eine Verbindung mit der Blasluftzuleitung
19 vorgesehen. Den Deckel der Düsenkammer 14 bildet eine separate Platte 18, die mit
geeigneten Befestigungsmitteln, z. B. Klebstoff, auf dem Düsenkörper 12 befestigt
ist. Die separate Platte 18 bildet dabei gleichzeitig auch einen Teil der Austrittsöffnung
16, durch den ein Luftstrom 31 austritt.
[0030] Vorteilhafterweise wird ein solcher Düsenbalken 11 in jede Falztasche 20 einer Falzmaschine
eingesetzt. Es ist aber auch denkbar, z. B. nur die erste Falztasche mit einer solchen
Blasluftvorrichtung 10 auszustatten. Ebenfalls ist es denkbar, einzelne Düsenkörper
12 nebeneinander vorzusehen. Ebenfalls ist es denkbar, die äußersten Blasluftdüsen
derart zu gestalten, dass sie eine zusätzliche seitlich wirkende Kraftkomponenten
aufweisen, was den Bogen 8 zusätzlich stabilisieren kann.
Liste der Bezugszeichen
[0031]
- 1
- Förderwalze
- 2
- obere Zuführwalze
- 3
- untere Zuführwalze, Falzwalze
- 4
- Falztaschenunterseite
- 5
- Anschlag
- 6
- Falzwalze
- 7
- Falztaschenoberseite
- 8
- Bogen
- 10
- Blasluftvorrichtung
- 11
- Düsenbalken
- 12
- Düsenkörper
- 14
- Düsenkammer
- 16
- Austrittsöffnung
- 18
- Platte
- 19
- Blasluftzuleitung
- 20
- Falztasche
- 30
- Luftstrom
- 31
- Luftstrom aus der Blasluftdüse
- α
- Winkel der Falztasche
- F4
- Reibungskraft
- FB
- Blasluftkraft
- G
- Gewichtskraft
- L
- Entfernung zwischen Zuführwalzen und Tascheneingang
- N4
- Normalenkraft des Bogens in der Tasche
- N5
- Gegenkraft am Anschlag
- P2, P3
- Kraft der Zuführwalze 2 bzw. 3
- Po,u
- Luftdruck oberhalb, bzw. unterhalb des Bogens
- R
- Resultierende Kraft
1. Blasvorrichtung für eine Falztasche (20), mit wenigstens einer Blasluftdüse (12, 14,
16, 18)
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) derart ausgestaltet ist, dass damit
ein Luftstrom (31) erzeugbar ist, der im Wesentlichen in Einlaufrichtung der Falztasche
(20) verläuft.
2. Blasvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) derart ausgestaltet ist, dass der Luftstrom (31)
im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung eines einlaufenden Bogens (8) erfolgt.
3. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) um eine Venturidüse (12, 14, 16, 18)
handelt.
4. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) einen Düsenkörper (12) aufweist, wobei der Düsenkörper
(12) eine Blasluftzuleitung (19) umfasst, durch die Blasluft in eine Düsenkammer (14)
strömt, um durch eine schlitzförmige Austrittsöffnung (16) auszutreten.
5. Blasvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Düsenkammer (14) im Wesentlichen halbkreisförmig ausgestaltet ist.
6. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Düsenkammer (14) zum Teil durch den Düsenkörper (12) und zum Teil durch eine
separate Platte (18) gebildet wird, wobei die separate Platte (18) an dem Düsenkörper
(12) befestigt ist, insbesondere angeklebt ist.
7. Blasvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die schlitzförmige Austrittsöffnung (18) zum Teil durch den Düsenkörper (12) und
zum Teil durch die separate Platte (18) gebildet wird.
8. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Blasvorrichtung (10) einen Düsenbalken (11) aufweist, wobei der Düsenbalken (11)
eine Mehrzahl an Düsenkörpern (12) umfasst.
9. Blasvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenbalken (11) einstückig abgeformt ist.
10. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Blasvorrichtung (10) in einer Falztasche (20) oberhalb des Transportpfades angebracht
ist.
11. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Blasvorrichtung zur Ionisierung der Blasluft (31) mit der Blasvorrichtung (10)
verbunden ist.
12. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl an Blasluftdüsen (12, 14, 16, 18) quer zur Einlaufrichtung entlang
einer Falztasche (20) angeordnet sind.
13. Verfahren zur Unterstützung von einlaufenden Bogen (8) in eine Falztasche (20) mit
den Schritten:
- Bereitstellen einer Blasluftvorrichtung (10) am Eingang einer Falztasche (20)
- Erzeugen eines Luftstroms (31) im Wesentlichen parallel zur Einlaufrichtung der
Bogen (8) in die Falztasche (20)
14. Falztasche (20) mit einer Blasvorrichtung (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12.
15. Falzmaschine mit einer Falztasche (20) gemäß Anspruch 14.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Blasvorrichtung für eine Falztasche (20), mit wenigstens einer Blasluftdüse (12,
14, 16, 18), wobei die Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) in einer Falztaschenseite (4,
7) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens eine Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) derart ausgestaltet ist, dass damit
ein Luftstrom (31) erzeugbar ist, der im Wesentlichen in Einlaufrichtung der Falztasche
(20) verläuft.
2. Blasvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) derart ausgestaltet ist, dass der Luftstrom (31)
im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung eines einlaufenden Bogens (8) erfolgt.
3. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich bei der Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) um eine Venturidüse (12, 14, 16, 18)
handelt.
4. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasluftdüse (12, 14, 16, 18) einen Düsenkörper (12) aufweist, wobei der Düsenkörper
(12) eine Blasluftzuleitung (19) umfasst, durch die Blasluft in eine Düsenkammer (14)
strömt, um durch eine schlitzförmige Austrittsöffnung (16) auszutreten.
5. Blasvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Düsenkammer (14) im Wesentlichen halbkreisförmig ausgestaltet ist.
6. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Düsenkammer (14) zum Teil durch den Düsenkörper (12) und zum Teil durch eine separate
Platte (18) gebildet wird, wobei die separate Platte (18) an dem Düsenkörper (12)
befestigt ist, insbesondere angeklebt ist.
7. Blasvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die schlitzförmige Austrittsöffnung (18) zum Teil durch den Düsenkörper (12) und zum
Teil durch die separate Platte (18) gebildet wird.
8. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasvorrichtung (10) einen Düsenbalken (11) aufweist, wobei der Düsenbalken (11)
eine Mehrzahl an Düsenkörpern (12) umfasst.
9. Blasvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Düsenbalken (11) einstückig abgeformt ist.
10. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasvorrichtung (10) in einer Falztasche (20) oberhalb des Transportpfades angebracht
ist.
11. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasvorrichtung zur Ionisierung der Blasluft (31) mit der Blasvorrichtung (10)
verbunden ist.
12. Blasvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Mehrzahl an Blasluftdüsen (12, 14, 16, 18) quer zur Einlaufrichtung entlang einer
Falztasche (20) angeordnet sind.
13. Verfahren zur Unterstützung von einlaufenden Bogen (8) in eine Falztasche (20) mit
den Schritten:
- Bereitstellen einer Blasluftvorrichtung (10) am Eingang einer Falztasche (20)
- Erzeugen eines Luftstroms (31) im Wesentlichen parallel zur Einlaufrichtung der
Bogen (8) in die Falztasche (20)
14. Falztasche (20) mit einer Blasvorrichtung (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12.
15. Falzmaschine mit einer Falztasche (20) gemäß Anspruch 14.