[0001] Die Erfindung betrifft Dachbahnen aus gebundenen Faservliesen, die beidseitig mit
Bitumen beschichtet sind.
[0002] Aus der DE-A-27 42 208 sind Faservliese bekannt, die mit Hilfe eines Binders verfestigt
sind, der aus einer Mischung eines Emulsionspolymeren und eines inerten verstärkenden
Füllstoffs besteht. Das Polymer wird in Mengen von 2 bis 400 Gew.-%, bezogen auf das
Faservlies, und der Füllstoff in Mengen von 5 bis 80 Gew.% angewendet. Als Füllstoffe
werden Ton, Calciumcarbonat, Talkum, gefälltes Bariumsulfat, Aluminiumoxidhydrat,
Pyrite, Gips, Magnesiumsilikat, Magnesiumcarbonat, Glimmer und Siliziumdioxid genannt.
Diese Füllstoffe dienen im Wesentlichen dazu, die Kosten des gebundenen Faservlieses
zu senken. Die Vliese werden beispielsweise auf dem Bekleidungssektor, als Reinigungstücher,
zum Ausfüttern von Packungen, als Filter und Packungen und Dichtungen von Maschinen
eingesetzt.
[0003] In der EP-A-0 442 370 werden Vliesstoffe beschrieben, die als Bindemittel ein Polymer
enthalten, das Carboxylgruppen aufweist und als wässrige Dispersion mit einer mittleren
Teilchengröße von 20 bis 400 nm vorliegt und das mit Hilfe von Magnesium, Calcium
oder Zink in Form der Oxide, Hydroxide, Carbonate oder Hydrogencarbonate sowie deren
Mischungen vernetzt ist. Das Bindemittel kann gegebenenfalls zusätzlich noch ein Resol
oder ein Aminoplast enthalten. Die gebundenen Faservliese werden in bituminierter
Form als Dachbahnen verwendet.
[0004] Außerdem sind formaldehydfreie polymere Bindemittel für die Verfestigung von Faservliesen
bekannt. So werden beispielsweise in der US-A-4 076 917 Bindemittel beschrieben, die
Carbonsäure- oder Anhydridgruppen aufweisende Polymerisate und β-Hydroxyalkylamide
als Vernetzer enthalten.
[0005] Aus der EP-A-0 445 578 sind Platten aus feinteiligen Materialien wie Glasfasern,
bekannt, die mit Hilfe von Bindemittelmischungen aus hochmolekularen Polycarbonsäuren
und mehrwertigen Alkoholen, Alkanolaminen oder mehrwertigen Aminen verfestigt sind.
[0006] Weitere formaldehydfreie, wässrige Bindemittel zur Herstellung von verfestigten Faservliesen,
insbesondere Vliesen aus Glasfasern, sind aus der EP-A-0 583 086 bekannt. Die Bindemittel
enthalten eine Polycarbonsäure mit mindestens zwei Carboxyl- oder Anhydridgruppen,
mindestens ein Polyol und eine Phosphorverbindung als Reaktionsbeschleuniger. Gemäß
der Lehre der EP-A-0 651 088 werden solche Bindemittelmischungen zum Verfestigen von
Cellulosesubstraten verwendet.
[0007] Aus der WO-A-97/31036 sind formaldehydfreie, wässrige Bindemittel für Faservliese,
insbesondere für Vliese aus Glasfasern, bekannt. Die Bindemittel enthalten (A) ein
Polymerisat, das zu 5 bis 100 Gew.-% aus einem ethylenisch ungesättigtem Säureanhydrid
oder einer ethylenisch ungesättigten Dicarbonsäure, deren Carboxylgruppen eine Anhydridgruppe
bilden können, besteht und (B) ein Alkanolamin mit mindestens zwei Hydroxylgruppen
sowie eine Phosphorverbindung als Reaktionsbeschleuniger. Aus den gebundenen Faservliesen
werden beispielsweise Dachbahnen, Dämmaterialien, Fußbodenbeläge und Topfreiniger
hergestellt.
[0008] Aus der DE-A-196 21 573 sind thermisch härtbare, wässrige Zusammensetzungen bekannt,
die ein hydroxyalkyliertes Polyamin und ein durch radikalische Polymerisation erhältliches
Polymer enthalten, das zu 5 bis 100 Gew.-% aus wenigstens einer ethylenisch ungesättigten
Mono- oder Dicarbonsäure aufgebaut ist. Solche Mischungen werden u.a. als Bindemittel
für Faservliese verwendet.
[0009] Aus der EP-A-0 976 866 sind textile Flächengebilde bekannt, die ein Gefüge von Fasern
umfassen, die mittels eines polymeren Bindemittels miteinander verbunden sind. Das
textile Flächengebilde enthält außerdem 1 bis 20 Gew.-% eines Oxids und/oder Hydroxids
von Al, B, Si, Mg, Ti und/oder Zn in kolloiddisperser Verteilung sowie ein Sulfosuccinat
oder Sulfosuccinamat als Netzmittel. Die Zusatzstoffe verbessern die Wasseraufnahmeeigenschaften
der textilen Flächengebilde, wobei die Hydrophilie der Flächengebilde auch nach mehrmaligem
Auswaschen erhalten bleibt.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Dachbahnen zur Verfügung zu
stellen, die ein gebundenes Faservlies enthalten und die gegenüber bekannten Dachbahnen
eine verbesserte Wärmestandfestigkeit und Trockenreißfestigkeit besitzen.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit Dachbahnen auf Basis von gebundenen Faservliesen,
die beidseitig mit Bitumen beschichtet sind, wenn das Faservlies mit einer Mischung
aus mindestens einem polymeren Bindemittel und einem Aluminiumhydroxid verfestigt
ist.
[0012] Die Faservliese können aus natürlichen und/oder synthetischen Fasern bestehen. Beispiele
für natürliche Fasern sind Cellulosefasern unterschiedlicher Herkunft wie Zellstoff
und Zellwolle sowie Fasern aus Baumwolle, Hanf, Jute, Sisal und Holz, Wolle oder Viskose
sowie Mischungen aus mindestens zwei der genannten Faserarten. Bevorzugt eingesetzte
Fasern aus dieser Gruppe sind Fasern aus Jute, Sisal und Holz. Beispiele für synthetische
Fasern sind Polyester-, Polyamid-, Polypropylen-, Polyethylen-, Polyacrylnitril- und
Polyvinylchloridfasern sowie Kohlenstofffasem, Glasfasern, Keramikfasern und Mineralfasern
sowie Mischungen aus mindestens zwei der genannten Faserarten. Vorzugsweise verwendet
man zur Herstellung der gebundenen Faservliese Polyesterfasern sowie Mischungen aus
Polyesterfasern und Glasfasern. Polyesterfasern können auch aus recyceltem Material
durch Schmelzspinnen gewonnen und für die Herstellung eines Trägervlieses eingesetzt
werden. Die Vliese können z.B. aus Stapelfasern oder aus gesponnenen Fasern sowie
Mischungen dieser Faserarten bestehen. Sie werden bekanntlich mechanisch durch Vernadelung
oder Wasserstrahlverfestigung eines naß- bzw. luftgelegten Vlieses und durch chemische
Verfestigung mit polymeren Bindemitteln hergestellt. Zur Herstellung von gebundenen
Faservliesen wird beispielsweise mindestens ein Bindemittel in einer Menge von 0,5
bis 30, vorzugsweise 15 bis 20 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt der Bindemittel
und flächenförmiges Fasergebilde wie Vliese, eingesetzt. Das Bindemittel dient zur
Verfestigung der Vliese. Es kann beispielsweise durch Sprühen, Tauchen, Imprägnieren
oder Pflatschen oder durch Behandeln des Fasergebildes mit einem Schaum angewendet
werden.
[0013] Die Vliese haben beispielsweise ein Flächengewicht von 50 bis 2000 g/m
2, vorzugsweise von 50 bis 1600 g/m
2. Meistens beträgt das Flächengewicht der noch nicht verfestigten Vliese 80 bis 300
g/m
2.
[0014] Polymere Bindemittel für die Verfestigung von Vliesen - bzw. anders ausgedrückt -
zur Herstellung von gebundenen Faservliesen, sind bekannt. So werden beispielsweise
thermisch härtbare Bindemittel für die Verfestigung von Faservliesen in folgenden
Druckschriften beschrieben, die hiermit durch Bezugnahme zum Offenbarungsgehalt der
vorliegenden Erfindung gemacht werden: US 4 076 917, EP-A-0 445 578, EP-A-0 583 086,
EP-A-0 651 088, WO-A-97/31036, Seite 4, Zeile 12 bis Seite 12, Zeile 14, WO-A-97/31059,
Seite 2, Zeile 22 bis Seite 12, Zeile 5, WO-A-97/31060, Seite 3, Zeile 8 bis Seite
12, Zeile 36, DE-A-199 49 591, Seite 3, Zeile 5 bis Seite 7, Zeile 38, WO-A-01/27163,
Seite 5, Zeile 34 bis Seite 22, Zeile 2 sowie die aus DE-A-199 17 965 bekannten strahlungshärtbaren
Bindemittel.
[0015] Als thermisch härtbare Bindemittel kommen außer den Bindemitteln, die in den obengenannten
Druckschriften beschrieben sind, sämtliche härtbaren Bindemittel in Betracht, die
zur Verfestigung von Faservliesen in der Literatur beschrieben sind und/oder die für
diesen Zweck in der Praxis verwendet werden wie thermisch härtbare Harze auf Basis
von Phenol und Formaldehyd, Melamin-Formaldehyd-Harze, Harnstoff-Formaldehyd-Harze,
Ein- und Zweikomponentensysteme auf Basis von Epoxidharzen oder Polyurethanen, Polyacrylate,
Polymethacrylate, Polyvinylacetate, Styrol-AcrylatCopolymerisat-Dispersionen, Styrol-Methacrylat-Copolymerisat-Dispersionen,
StyrolButadien-(Meth)Acrylsäure-Copolymerisat-Dispersionen sowie Mischungen aus den
genannten Dispersionen mit einer Mischung aus einer Polycarbonsäure und einem mehrwertigen
Alkohol als Vernetzungskomponente.
[0016] Beispiele für bevorzugt in Betracht kommende thermisch härtbare Bindemittel sind
Mischungen aus
(a) einem Polymerisat, das durch radikalische Polymerisation erhältlich ist und das
zu 5 bis 100 Gew.-% eines ethylenisch ungesättigten Carbonsäureanhydrids oder einer
ethylenisch ungesättigten Dicarbonsäure, deren Carbonsäuregruppen eine Anhydridgruppe
bilden können, einpolymerisiert enthält und
(b) mindestens einem Alkanolamin, das mindestens zwei Hydroxylgruppen im Molekül enthält.
[0017] Spezifische Beispiele für solche Mischungen sind ca. 40 bis 60 Gew.-% Feststoffe
enthaltende wässrige Lösungen eines Copolymerisates aus 80 Gew.-% Acrylsäure und 20
Gew.-% Maleinsäure einer Molmasse M
w von 15 000 bis 900 000 in Kombination mit Triethanolamin oder wässrige Lösungen eines
Copolymerisates aus 55 Gew.-% Acrylsäure und 45 Gew.-% Maleinsäure in Kombination
mit Triethanolamin. Diese Bindemittel können gegebenenfalls einen Veresterungskatalysator
und/oder eine gebundenen Phosphor enthaltende Verbindung wie hypophosphorige Säure
als Reaktionsbeschleuniger.
[0018] Das oben beschriebene Copolymerisat (a) kann beispielsweise auch aufgebaut sein aus
- 50 bis 99,5 Gew.-% mindestens einer ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure,
- 0,5 bis 50 Gew.-% wenigstens einer ethylenisch ungesättigten Verbindung aus der Gruppe
der Ester von ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäuren und den Monoestern und den
Diestern ethylenisch ungesättigter Dicarbonsäuren mit einem mindestens eine Hydroxylgruppe
aufweisenden Amin und
- bis zu 20 Gew.% eines anderen Monomeren.
[0019] Thermisch härtbare, wässrige Zusammensetzungen, die mindestens ein Copolymerisat
(a) und mindestens ein Alkanolamin bzw. höherfunktionelles β-Hydroxyalkylamin enthalten,
können gegebenenfalls noch zusätzlich mindestens ein Tensid enthalten.
[0020] Weitere thermisch härtbare Bindemittel basieren auf wässrigen Mischungen von
- Polycarbonsäuren wie Polyacrylsäure, Polymethacrylsäure, Copolymerisaten aus Acrylsäure
und Maleinsäure, Copolymerisaten aus Methacrylsäure und Maleinsäure, Copolymerisaten
aus Ethylen und Maleinsäure, Styrol und Maleinsäure, oder Copolymerisaten aus Acrylsäure
oder Methacrylsäure und Estern von Acryl-oder Methacrylsäure mit vorzugsweise einwertigen
1 bis 24 C-Atome enthaltenden Alkoholen, wobei die Polycarbonsäuren einen K-Wert von
50 bis 100 (gemessen in nicht neutralisierter Form der Polycarbonsäuren nach H. Fikentscher
in Dimethylformamid bei 25°C und einer Polymerkonzentration von 0,1 Gew.-%)
- mehrwertigen Alkoholen wie Trimethylolpropan, Glycerin, 2-Hydroxymethylbutandiol-1,4
oder Polyvinylalkohol und/oder mehrwertigen Aminen und/oder Alkanolaminen.
[0021] Polycarbonsäuren, mehrwertige Alkohole, Alkanolamine und mehrwertige Amine werden
bevorzugt in solchen Mengen eingesetzt, dass die Anzahl der Säurefunktion der Gesamtzahl
aus alkoholischen Hydroxyl- und Aminfunktionen äquivalent ist, vgl. EP-A-0 445 578.
Außerdem eignen sich Binder, die aus einer wässrigen Lösung einer Polycarbonsäure
(Homo- oder Copolymerisat) vorzugsweise mit einer Molmasse M
w von 10000 oder darunter und einem Polyol wie Triethanolamin bestehen und bei denen
das Verhältnis der Äquivalente von Hydroxylgruppen zu Äquivalenten von Carboxylgruppen
in dem Bereich von 0,4 : 1 bis 1,0 : 1 beträgt, vgl. EP-A-0 990 727.
[0022] Vorteilhaft sind auch die aus der EP-A-0 442 370, Seite 2, Zeile 55 bis Seite 17,
Zeile 47 bekannten Bindemittel, die ein Polymer enthalten, das Carboxylgruppen aufweist
und als wässrige Dispersion mit einer mittleren Teilchengröße von 20 bis 400 nm vorliegt
und das mit Hilfe von Magnesium, Calcium oder Zink in Form der Oxide, Hydroxide, Carbonate
oder Hydrogencarbonate sowie deren Mischungen vernetzt ist. Diese Bindemittel können
gegebenenfalls zusätzlich noch ein Phenol-Formaldehyd-Kondensat, ein Melamin-Formaldehyd-Harz
oder ein Harnstoff-Formaldehyd-Harz enthalten.
[0023] Vorzugsweise setzt man als polymeres Bindemittel eine wässrige Dispersion eines thermisch
vernetzbaren Copolymerisates aus Acrylsäureestern, Styrol und Acrylnitril ein, das
unter Acronal® S 888 S von BASF Aktiengesellschaft erhältlich ist. Besonders bevorzugt
verwendet man als polymere Bindemittel ein thermisch vernetzbares Copolymerisat aus
Acrylsäureestern, Styrol und Acrylnitril in Kombination mit einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz
und/oder einem Melamin-Formaldehyd-Harz. Solche Mischungen enthalten beispielsweise
4 bis 20, vorzugsweise 6 bis 16 Gew.% mindestens eines Harzes.
[0024] Weitere geeignete Bindemittel für die Verfestigung von Vliesen sind die Produkte,
die unter dem Warenzeichen Acrodur® von BASF Aktiengesellschaft vertrieben werden.
So ist beispielsweise Acrodur® DS 3558 X ein formaldehydfreies Bindemittel für Fasern
und körnige Materialien. Es besteht aus einer wässrigen Styrol-Acrylat-Dispersion,
die mit einer Polycarbonsäure und einem mehrwertigen Alkohol als Vernetzungskomponente
modifiziert ist. Es vernetzt bereits bei einer Temperatur von 130°C. Um jedoch hohe
Produktionsgeschwindigkeiten zu erzielen, führt man die Vernetzung bevorzugt bei Temperaturen
von 180 bis 200°C durch. Ein weiteres formaldehydfreies Bindemittel für Holzfasern,
Naturfasern und Kork, das sich auch zur Verfestigung von Glas- und Mineralfasern eignet,
ist Acrodur® 950 L, das als farblose bis leicht gelbliche, klare, wässrige Lösung
einer modifizierten Polycarbonsäure mit einem mehrwertigen Alkohol als Vernetzungskomponente
im Handel erhältlich ist. Es vernetzt bei Trocknungstemperaturen von ca. 160 bis 180°C.
Um eine hohen Vernetzungsgrad zu erzielen, wird empfohlen, die Produktionsgeschwindigkeit
in Abhängigkeit von Vernetzungszeit und Vernetzungstemperatur zu optimieren.
[0025] Als Bindemittel setzt man vorzugsweise formaldehydarme oder formaldehydfreie thermisch
härtbare Produkte ein. Unter formaldehydarm soll im vorliegenden Zusammenhang verstanden
werden, dass die Bindemittel keine wesentlichen Mengen an freiem Formaldehyd enthalten
und dass auch beim Trocknen bzw. Härten der mit den Bindemitteln behandelten Materialien
keine wesentlichen Mengen an Formaldehyd freigesetzt werden. Im Allgemeinen enthalten
solche Bindemittel < 100 ppm Formaldehyd.
[0026] Besonders bevorzugt sind formaldehydfreie Bindemittel, die mindestens eine Polycarbonsäure
und mindestens einen mehrwertigen Alkohol und/oder Alkanolamin oder mehrwertiges Amin
enthalten. Zusammensetzungen, die diese Bindemittel enthalten, können gegebenenfalls
noch weitere formaldehydfreie Bindemittel enthalten, z.B. Polyacrylate, die unter
dem Warenzeichen Acronal® von BASF Aktiengesellschaft vertrieben werden.
[0027] Sämtliche härtbaren Bindemittel, die für das Binden von Faservliesen bekannt sind
und auf die oben hingewiesen wird, können als Bindemittel für Faservliese eingesetzt
werden. Außerdem können auch Mischungen aus mindestens einem härtbaren Bindemittel
und wenigsten einem anderen Bindemittel verwendet werden.
[0028] Um die Reißkraft und die Wärmestandfestigkeit von Vliesen zu erhöhen, verwendet man
erfindungsgemäß eine Mischung aus einem polymeren Bindemittel und mindestens einem
Aluminiumhydroxid. Die Mischung enthält beispielsweise auf 100 Gewichtsteile eines
polymeren Bindemittels (gerechnet 100%ig) 10 bis 100, vorzugsweise 15 bis 50 Gewichtsteile
Aluminiumhydroxyd (gerechnet 100%ig). Als Aluminiumhydroxid kommen beispielsweise
Hydrargillit (α-Al(OH)
3), Bayerit (β-Al(OH)
3), Nordstrandit (γ-Al(OH)
3), und Oxidhydroxide wie Böhmit (α-AlO(OH)) und Diaspor (β-AlO(OH)) sowie Mischungen
dieser Aluminiumhydroxide in Betracht. Mit Vorteil kann auch aus wasserlöslichen Aluminiumsalzen
gefälltes Aluminiumhydroxid eingesetzt werden. Der mittlere Korndurchmesser der Aluminiumhydroxide
liegt beispielsweise in dem Bereich von 0,5 bis 50 µm, vorzugsweise 0,9 bis 5 µm.
Es ist selbstverständlich möglich, eine Mischung verschiedener Aluminiumhydroxide
zu verwenden.
[0029] Um gelegte Vliese zu verfestigen, behandelt man sie beispielsweise mit einer Mischung
aus einem polymeren Bindemittel und einem Aluminiumhydroxid oder man behandelt ein
Vlies zunächst mit einem Bindemittel, trocknet es gegebenenfalls und bringt dann das
Aluminiumhydroxid auf und erhitzt das so behandelte Vlies zur Verfestigung auf eine
Temperatur in dem bereich von 180 bis 230°C. Man kann jedoch auch zunächst die Aluminiumverbindung
und anschließend das polymere Bindemittel auftragen und das imprägnierte Vlies dann
trocknen und das Bindemittel anschließend vernetzen.
[0030] Die mit einem Bindemittel imprägnierten Vliese werden zur Verfestigung auf Temperaturen
in dem Bereich von 180 bis 230°C, vorzugsweise 190 bis 210°C erhitzt. Die Dauer des
Erhitzens hängt im Wesentlichen von der Temperatur, dem Wassergehalt und der jeweiligen
Faser ab, aus dem das Vlies besteht. Meistens trocknet man die mit mindestens einem
Bindemittel imprägnierten bzw. beschichteten Vliese 0,5 bis 5, vorzugsweise 1,3 bis
3 Minuten bei einer Temperatur in dem oben angegebenen Temperaturbereich. Während
des Erhitzens entweicht zunächst Wasserdampf, gleichzeitig damit oder anschließend
wird das thermisch härtbare Blndemittel vernetzt.
[0031] Gegenstand der Erfindung ist außerdem die Verwendung von gebundenen Faservliesen,
die mit einer Mischung aus mindestens einem polymeren Bindemittel und mindestens einem
Aluminiumhydroxid verfestigt sind, als Trägermaterial für bituminierte Dachbahnen.
[0032] Die Dachbahnen werden erhalten, indem man die oben beschriebenen verfestigten Vliese
mit Bitumen beidseitig beschichtet bzw. imprägniert. Beispielsweise führt man eine
Bahn aus einem in Betracht kommenden Vlies durch eine Bitumenschmelze und presst die
auf diese Weise imprägnierte Bahn ab. Dieser Vorgang kann ein- oder auch mehrmals
wiederholt werden. Der Bitumenauftrag, bezogen auf das verfestigte Vlies, beträgt
beispielsweise 1000 bis 3500, vorzugsweise 1700 bis 2800 Gew.-%. Die Dachbahnen umfassen
auch Verbunde von Faservliesen, die mit einer Mischung aus mindestens einem polymeren
Bindemittel und mindestens einem Aluminiumhydroxid verfestigt sind. Solche Verbunde
erhält man, wenn man beispielsweise zwei jeweils mit Bitumen beschichtete Vliese miteinander
verschweißt und dabei gegebenenfalls ein Vlies als Zwischenlage verwendet, das mit
einer Mischung aus mindestens einem polymeren Bindemittel und mindestens einem Aluminiumhydroxid
verfestigt ist.
[0033] Die erfindungsgemäßen Dachbahnen haben gegenüber den bekannten Dachbahnen überraschenderweise
eine höhere Wärmestandfestigkeit und eine höhere Reißkraft. Sie sind außerdem flammfest
ausgerüstet stehen preisgünstiger ein als Dachbahnen, die als Trägervlies ein ausschließlich
mit einem polymeren Bindemittel verfestigtes Vlies enthalten.
[0034] Die Prozentangaben in den Beispielen bedeuten Gewichtsprozent, die Teile sind Gewichtsteile.
Beispiele
[0035] Folgende Einsatzstoffe wurden verwendet:
- Binder A:
- Mischung aus 80 Teilen einer 49,5 %igen wässrigen Dispersion eines thermisch vernetzbaren
Copolymerisates aus Acrylsäureestern, Styrol und Acrylnitril (Acronal S 888 S) und
20 Teilen eines 40%igen wässrigen Harnstoff-Formaldehyd-Harzes (Urecoll® A)
- Binder 1:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 5 Teilen eines Aluminiumhydroxids (Hydrargillit)
mit einem mittleren Korndurchmesser von 1,2 µm (Apyral® 60 D, Fa. Nabaltec)
- Binder 2:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 10 Teilen Aluminiumhydroxid (Apyral® 60 D)
- Binder 3:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 15 Teilen Aluminiumhydroxid (Apyral® 60 D)
- Binder 4:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 20 Teilen Aluminiumhydroxid (Apyral® 60 D)
- Binder 5:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 25 Teilen Aluminiumhydroxid (Apyral® 60 D)
- Binder 6:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 10 Teilen Calciumcarbonat (Omyacarb® Extra CL)
- Binder 7:
- Mischung aus 100 Teilen Binder A und 10 Teilen Kaolin (Speswhite®)
Beispiele 1 bis 5
[0036] Ein Trägervlies mit einem Flächengewicht von 150 g/m
2 wurde jeweils mit den in der Tabelle angegebenen Bindemittelmischungen imprägniert.
Der Auftrag an polymerem Bindemittel und Aluminiumhydroxid betrug immer 20 %, bezogen
auf die Feststoffe der Bindemittelmischung und auf das trockene Faservlies. Die Flottenkonzentration
der Bindemittelpräparationen wurde jeweils auf 10 % eingestellt. Die imprägnierten
Vliese wurden 3 Minuten bei einer Temperatur von 200°C getrocknet. Danach bestimmte
man die Reißkraft der gebundenen Vliese bei Raumtemperatur nach DIN 52 123 und die
Wärmestandfestigkeit bei 200°C nach DIN 18 192 mit einer Gewichtsbelastung von 4 kg.
Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle angegeben wie auch die Ergebnisse
der im Folgenden beschriebenen Vergleichsbeispiele.
Vergleichsbeispiel 1
[0037] Beispiel 1 wurde mit der einzigen Ausnahme wiederholt, dass man den polymeren Binder
ohne weiteren Zusatz verwendete.
Vergleichsbeispiel 2
[0038] Beispiel 2 wurde mit der einzigen Ausnahme wiederholt, dass man anstelle von Aluminiumhydroxid
jetzt 10 Teile Calciumcarbonat einsetzte.
Vergleichsbeispiel 3
[0039] Beispiel 2 wurde mit der einzigen Ausnahme wiederholt, dass man anstelle von Aluminiumhydroxid
10 Teile Kaolin einsetzte.

1. Dachbahnen auf Basis von gebundenen Faservliesen, die beidseitig mit Bitumen beschichtet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Faservlies mit einer Mischung aus mindestens einem polymeren Bindemittel und
einem Aluminiumhydroxid verfestigt ist.
2. Dachbahnen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Faservlies aus natürlichen und/oder synthetischen Fasern besteht.
3. Dachbahnen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Faservlies mindestens eine Naturfaser aus der Gruppe Zellstoff und Zellwolle
sowie Fasern aus Baumwolle, Hanf, Jute, Sisal und Holz, Wolle oder Viskose sowie Mischungen
aus mindestens zwei der genannten Faserarten enthält.
4. Dachbahnen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Faservlies mindestens eine synthetische Faser aus der Gruppe Polyester-, Polyamid-,
Polypropylen-, Polyethylen-, Polyacrylnitril- und Polyvinylchloridfasern sowie Kohlenstofffasern,
Glasfasern, Keramikfasern und Mineralfasern sowie Mischungen aus mindestens zwei der
genannten Faserarten enthält.
5. Dachbahnen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Aluminiumhydroxid Hydrargillit, Bayerit, Nordstrandit, Böhmit, Diaspor und/oder
aus wasserlöslichen Aluminiumsalzen gefälltes Aluminiumhydroxid.
6. Dachbahnen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das gebundene Vlies mit einer Mischung verfestigt ist, die auf 100 Gewichtsteile
mindestens eines polymeren Bindemittels 10 bis 100 Gewichtsteile mindestens eines
Aluminiumhydroxids enthält.
7. Dachbahnen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Faservlies aus Polyesterfaser oder aus einer Mischung aus Polyesterfasern und
Glasfasern besteht.
8. Dachbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass man als polymeres Bindemittel ein thermisch vemetzbares Copolymerisat aus Acrylsäureestern,
Styrol und Acrylnitril in Kombination mit einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz und/oder
einem Melamin-Formaldehyd-Harz einsetzt.
9. Verwendung von gebundenen Faservliesen, die mit einer Mischung aus mindestens einem
polymeren Bindemittel und mindestens einem Aluminiumhydroxid verfestigt sind, als
Trägermaterial für bituminierte Dachbahnen.