[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Bodenablauf für den Sanitärbereich, der in eine
Kernbohrung einer Betondecke eines Gebäudes einsetzbar ist, mit einem dem Fußbodenbelag
des sanitären Raumes zugeordneten Aufsatz und mit einer den Aufsatz aufnehmenden Ablaufglocke,
deren Auslaufstutzen mit einem Abflußrohr strömungsfähig verbindbar ist.
[0002] Die Kernbohrung wird mittels eines geeigneten Werkzeuges in die Betondecke eingegossen
und ist demzufolge maßgenau. Es ist jedoch auch möglich, dass der Bodenablauf in einen
Durchbruch eingesetzt wird. Ferner besteht auch die Möglichkeit, dass im Zuge einer
Sanierung eines Gebäudes der Bodenablauf in ein vorhandenes Rohr eingesetzt wird,
welches vermörtelt ist.
[0003] Der in Rede stehende Bodenablauf ist insbesondere für Naßzellen eines Gebäudes geeignet.
Er soll verhindern, daß beispielsweise aus einer Versorgungsleitung ausströmendes
Wasser in die angrenzenden Räume des Gebäudes gelangt. Der Auslaufstutzen ist mit
dem Abflußrohr verbunden, welches Teil eines geschlossenen Rohrsystems ist, welches
an den Abwasserkanal angeschlossen ist. Die Ablaufglocke ist so ausgelegt, daß eine
gewisse Menge Wasser darin stehenbleibt, um den sogenannten Geruchverschluß zu bilden.
Der Aufsatz des Bodenablaufs liegt zum größten Teil oberhalb der oberen Fläche der
Betondecke und wird beim Verlegen des Estriches und des Fußbodenbelages sinngemäß
eingemauert. Damit der Bodenablauf kein Loch im Fußboden bildet, ist der Ablauf an
der oberen Seite durch ein Rost abgedeckt. Dadurch wird auch der eigentliche Bodenablauf
zugänglich, beispielsweise um Verstopfungen zu beseitigen.
[0004] Die Durchbrüche in einer Betondecke werden heutzutage nicht mehr durch Einsetzen
eines Styroporklotzes in die Schalung erstellt, sondern die Betondecke wird öffnungsfrei
vergossen und es werden anschließend mittels geeigneter Werkzeuge die Durchbrüche
erstellt. Der Zwischenraum zwischen der Innenfläche der Kernbohrung und des Bodenablaufes
wird anschließend mit Mörtel verfüllt. Dies sind für den den Bodenablauf einsetzenden
Installateur artfremde Arbeiten, so daß der zuständige Fachmann im Anschluß diese
Arbeiten verrichten muß. Naturgemäß werden jedoch diese Arbeiten nicht immer fachmännisch
durchgeführt. Es ist jedoch einschlägig vorgeschrieben, daß ein Bodenablauf im Brandfall
über einen vorgeschriebenen Zeitraum rauch- und feuerdicht sein muß. Das Verfüllen
mit Mörtel ist deshalb äußerst gewissenhaft durchzuführen. Daraus ergibt sich, daß
es auch sehr zeit- und somit kostenaufwendig ist. Um die Sicherheit zu erhöhten ist
es bekannt, ein Dichtelement in den Zwischenraum einzusetzen, welches bei einer Wärmeeinwirkung
von beispielsweise 100 °C aufquillt. Diese bekannten Bodenabläufe haben sich zwar
bestens bewährt, jedoch ist deren Einsetzen in die Durchbrüche der Betondecke recht
aufwendig.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bodenablauf der eingangs näher beschriebenen
Art so zu gestalten, daß er vom Installateur in äußerst kurzer Zeit in die Kernbohrung
eingesetzt werden kann, und daß darüber hinaus auf das aufwendige Verfüllen des Zwischenraumes
zwischen dem Bodenablauf und der Innenfläche der Kernbohrung mit Mörtel verzichtet
werden kann.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird gelöst, indem der Bodenablauf zur Zentrierung innerhalb
der Kernbohrung im äußeren Bereich mit mindestens drei Federkrallen versehen ist,
und daß der Bodenablauf im unteren, dem Aufsatz abgewandten Bereich mit einer eine
Rauchbremse bildenden Dichtanordnung versehen ist.
[0007] Die Federkrallen sind so ausgelegt, daß sie sich sehr stark verformen können bzw.
daß der Federweg quer zur Durchflußrichtung des Bodenablaufes relativ groß ist, so
daß in allen Fällen sichergestellt ist, daß sie noch eine gewisse Kraft auf die Innenfläche
der Kernbohrung im eingesetzten Zustand ausüben. Sinngemäß wird durch die Federkrallen
eine Selbstzentrierung des Bodenablaufes erreicht. Da sie aus einem Federwerkstoff
bestehen, beispielsweise aus Federstahl, sind sie extrem hitzebeständig. Die Dichtanordnung
im unteren Bereich ist so ausgelegt, daß zumindest über den vorgeschriebenen Zeitraum
verhindert wird, daß Rauch durch den Ringraum zwischen dem Bodenablauf und der Innenfläche
der Kernbohrung durchströmen kann. Dadurch kann auf das zeit- und kostenintensive
Verfüllen des Ringraumes mit Mörtel verzichtet werden. Der Bodenablauf kann aufgrund
seiner Auslegung in äußerst kurzer Zeit von einem Installateur in die Kernbohrung
eingesetzt werden, so daß die Montage kostengünstig erfolgen kann.
[0008] Die Dichtanordnung kann aus mehreren Dichtelementen bestehen. So enthält sie beispielsweise
eine die Innenfläche der Kernbohrung kontaktierende Lippendichtung, die in der Projektion
gesehen, ringförmig gestaltet ist. Die Lippendichtung ist aus einem wärmebeständigen
Material, so daß sie im Brandfall über einen ausreichenden Zeitraum die Funktion aufrecht
erhalten wird. Diese Lippendichtung ist zweckmäßigerweise an eine Scheibe angesetzt,
die in bevorzugter Ausführung aus Stahl besteht. Die Lippendichtung könnte beispielsweise
an die Scheibe anvulkanisiert sein. Die Dichtanordnung enthält außerdem eine Flanschhülse,
die ein unter Wärmeeinwirkung aufquellbares Material enthält. Die ist so in den unteren
Bereich des Bodenablaufes eingesetzt, daß der rohrförmige Bereich das Abflußrohr umgreift,
während der Flansch dem Aufsatz zugewandt liegt. Die Scheibe mit der angesetzten Lippendichtung
kontaktiert den Flansch an der dem Aufsatz abgewandten Seite. Dadurch wird eine intensive
Schutzwirkung erreicht. Damit die Wirkung der Lippendichtung voll gegeben ist, ist
der Durchmesser des Flansches der Flanschhülse etwa genauso groß wie der Innendurchmesser
der Lippendichtung. In bevorzugter Ausführung ist der Durchmesser ein klein wenig
größer. Die Federkrallen sind in bevorzugter Ausführung aus einem Flachstab gefertigt
und verlaufen bogenförmig, wobei der mittlere Bereich den größten Durchmesser aufweist.
Im nicht eingesetzten Zustand ist der größte Durchmesser der durch die Federkrallen
im mittleren Bereich gebildet wird, größer als der Innendurchmesser der Kernbohrung,
so daß die Federkrallen beim Einsetzen verformt werden, so daß die Rückstellkräfte
auf die Innenfläche der Kernbohrung drücken, so daß der Bodenablauf kraftschlüssig
in der Kernbohrung gehalten wird. Die Sicherung gegen eine Verschiebung des Bodenablaufes
innerhalb der Kernbohrung wird noch erhöht, wenn die Federkrallen im mittleren Bereich
nach außen gerichtete Zähne aufweisen, die beispielsweise sägezahnförmig gestaltet
sind, wobei die Spitzen nach außen zeigen. Die Spitzen kontaktieren dann die Innenfläche
der Kernbohrung. Die Federkrallen sind lose mit dem Körper des Bodenablaufes verbunden,
d.h. die Enden greifen in Taschen oder Nuten ein. Die Länge der noch nicht angesetzten
Federkrallen ist so ausgelegt, daß sie beim Ansetzen an den Körper des Bodenablaufes
die bogenförmige Form bilden.
[0009] Anhand der beiliegenden Zeichnung wird die Erfindung noch näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- einen erfindungsgemäßen Bodenablauf in Schnittdarstellung.
[0010] Der in der Figur 1 dargestellte Bodenablauf 10 besteht im wesentlichen aus einem
Aufsatz 11 und einer Ablaufglocke 12, in die der Aufsatz 11 eingesteckt ist. Der Aufsatz
11 wird im fertiggestellten Zustand des Gebäudes von dem Estrich und dem Fußbodenbelag
umgeben. Die Ablaufglocke 12 enthält einen Flansch 11, der an der oberen Seite angeordnet
ist und innerhalb einer vergrößerten Aussparung liegt. Die Ablaufglocke 12 ist in
an sich bekannter Weise als Geruchverschluß gestaltet. Die Ablaufglocke 12 und somit
der gesamte Bodenablauf 10 ist durch drei im Winkelabstand zueinander angeordnete
Federkrallen 13 innerhalb des Durchbruches gehalten. Der Flansch der Ablaufglocke
12 enthält eine umlaufende Nut, in die die oberen Ränder der Federzungen 13 eingreifen.
Die unteren Enden liegen in Taschen einer noch näher erläuterten Flanschhülse 15 ein.
Die Federkrallen 13 bestehen aus einem elastisch verformbaren Material, beispielsweise
aus Federstahl. Sie sind im Querschnitt flach gehalten und werden beim Ansetzen an
die Ablaufglocke 12 bogenförmig verformt. Beim Einschieben in die Kernbohrung werden
sie unter Bildung von Rückstellkräften verformt, so daß sie flächig an der Innenfläche
19 der Kernbohrung anliegen. Durch die aufgebrachten Rückstellkräfte erfolgt demzufolge
eine kraftschlüssige Festlegung der Ablaufglocke 12 bzw. des Bodenablaufes 10. Der
Auslaufstutzen der Ablaufglocke 12 greift in die Muffe eines Abflußrohres 14 ein.
Dieses Abflußrohr wird mit dem als geschlossen anzusehenden Rohrleitungssystem eines
Gebäudes verbunden. Im unteren Bereich ist der Bodenablauf 10 noch mit einer Dichtanordnung
ausgestattet, die im Brandfall verhindern soll, daß innerhalb einer vorgegebenen Zeit
Rauch durch den Ringraum zwischen der Ablaufglocke 12 und der Innenfläche 19 des Durchbruches
strömen kann. Die Dichtanordnung enthält eine Flanschhülse 15, die aus einem das Abflußrohr
14 umgebenden Rohrstück 15a und einem Flansch 15b besteht. Der Durchmesser des Flansches
15b ist kleiner als der Durchmesser des Durchbruches, so daß der äußere Rand gegenüber
der Innenfläche 19 des Durchbruches verspringt. An der dem Aufsatz 11 abgewandten
Seite ist an den Flansch 15b eine Scheibe 16 festgesetzt, die aus Stahl besteht. An
den freien Rand ist eine Lippendichtung 17 beispielsweise durch Vulkanisation angesetzt,
die die Innenfläche 19 des Durchbruches kontaktiert. Der Außendurchmesser des Flansches
15b ist im dargestellten Ausführungsbeispiel ein klein wenig größer als der Außendurchmesser
der Scheibe 16. Durch die Lippendichtung 17 wird der Ringspalt zwischen dem Flansch
15b und der Innenfläche 19 des Durchbruches abgedeckt. Die Flanschhülse 15 enthält
ein bei Wärmeeinwirkung aufquellendes Material, so daß in einem Brandfall im unteren
Bereich des Bodenablaufes ein nicht näher zu definierender Dichtkörper entsteht.
[0011] In der Figur 1 ist durch das Bezugszeichen 18 die Betondecke gekennzeichnet. Der
Aufsatz 11 des Bodenablaufes 10 ist noch durch ein metallisches Rost 19 abgedeckt,
damit kein Loch im Fußboden eines sanitären Raumes entsteht.
[0012] In nicht näher dargestellter Weise ist die Ablaufglocke 12 im oberen Bereich noch
von einer Scheibe 20 umgeben, gegen deren äußeren Rand sich die Federkrallen 13 abstützen.
In nicht dargestellter Weise sind die Federkrallen im mittleren Bereich sägezahnförmig
an den Randkanten verzahnt, wobei die Spitzen die Innenfläche 19 kontaktieren.
[0013] In nicht näher dargestellter Weise kann der Bodenablauf auch in ein Altrohr eingesetzt
werden, welches mit Mörtel verfüllt wurde. Das vorhandene Rohr ist ebenfalls äußerst
maßgenau, so dass der Bodenablauf in gleicher Weise wie in eine Kembohrung eingesetzt
werden kann. Das Altrohr kann aus Polypropylen oder aus Polyvinylchlorid (PVC) bestehen.
[0014] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Wesentlich
ist, daß die Ablaufglocke 12 und somit der gesamte Bodenablauf 10 durch die Federkrallen
13 kraftschlüssig in dem Durchbruch gehalten ist und daß im unteren Bereich eine Dichtanordnung
vorgesehen ist, die eine Dichtlippe 17 enthält, die die Innenfläche 19 des Durchbruches
kontaktiert.
1. Bodenablauf (10) für den Sanitärbereich, der in eine Kernbohrung einer Betondecke
(18) eines Gebäudes einsetzbar ist, mit einem den Fußbodenbelag des sanitären Raumes
zugeordneten Aufsatz (11) und mit einer den Aufsatz (11) aufnehmenden Ablaufglocke
(12), deren Auslaufstutzen mit einem Abflußrohr (14) strömungsfähig verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenablauf (10) zur Zentrierung innerhalb des Durchbruches der Betondecke (18)
im äußeren Bereich mit mindestens drei Federkrallen (13) versehen ist, und daß der
Bodenablauf (10) im unteren, dem Aufsatz (11) abgewandten Bereich mit einer eine Rauchbremse
bildenden Dichtanordnung (15, 17) versehen ist.
2. Bodenablauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtanordnung eine die Innenfläche (19) des Durchbruches kontaktierende Lippendichtung
(17) aufweist, die, in der Projektion gesehen, ringförmig gestaltet ist.
3. Bodenablauf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lippendichtung (17) an einer Scheibe aus einem metallischen Werkstoff angesetzt,
vorzugsweise durch Vulkanisation angesetzt ist.
4. Bodenablauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtanordnung eine Flanschhülse (15) enthält, die ein bei Wärmeeinwirkung aufquellendes
Material enthält.
5. Bodenablauf nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Flanschhülse (16) einen das Abflussrohr (14) umgreifenden Rohrstutzen (15a) und
einen Flansch (15b) enthält, der dem Aufsatz (11) des Bodenablaufes (10) zugewandt
liegt.
6. Bodenablauf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des Flansches (15b) der Flanschhülse (15) kleiner ist als der Innendurchmesser
des Durchbruches, und dass die Lippendichtung (17) den gebildeten Ringspalt abdeckt.
7. Bodenablauf nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe (16) und die Lippendichtung (17) an der dem Aufsatz (11) abgewandten
Seite des Flansches (15b) der Flanschhülse (15) angeordnet sind.
8. Bodenablauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkrallen (13) aus einem Flachmaterial gefertigt sind und im nicht eingesetzten
Zustand bogenförmig an die Ablaufglocke (12) angesetzt sind, so dass sie unter Bildung
von Rückstellkräften im eingesetzten Zustand die Innenfläche (19) der Kernbohrung
flächig kontaktieren.
9. Bodenablauf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkrallen im mittleren Bereich sägezahnförmig verzahnt sind, und dass die
Spitzen die Innenfläche (19) der Kernbohrung kontaktieren.
10. Bodenablauf nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkrallen (13) in Taschen der Flanschhülse (15) und in Nuten der Ablaufglocke
(12) mit ihren Enden eingreifen.