[0001] Die Erfindung betrifft einen Schlüssel für einen eine Reihe von Stiftzuhaltungen
aufweisenden Schließzylinder mit einem Schaft, mit einer Reihe von in dem Schaft angeordneten,
mit den Stiftzuhaltungen zusammenwirkenden Schließausnehmungen, wobei die Schließausnehmungen
in einem vorgesehenen Rastermaß zueinander beabstandet sind, und mit einer an seinem
freien Ende angeordneten, eine Einführschräge aufweisenden Schlüsselspitze.
[0002] Ein solcher Schlüssel ist beispielsweise aus der DE 35 17 660 A1 bekannt. Die Schließausnehmungen
bergen mit einem Stufenmaß ein Schließgeheimnis, welches dem der Reihe der Stiftzuhaltungen
des Schlüssels entspricht. Die an der Schlüsselspitze angeordnete Einführschräge drückt
beim Einführen des Schlüssels in einen Schließkanal des Schließzylinders die Stiftzuhaltungen
aus dem Schließkanal. Hierdurch weist der Schlüssel einen hohen Schließkomfort beim
Einführen des Schlüssels in den Schließzylinder auf. Bei in den Schließzylinder eingeführtem
Schlüssel gelangen die Schließausnehmungen auf die Höhe der Stiftzuhaltungen. Bei
einem zum Schließen des Schließzylinders berechtigten Schlüssel werden Gehäusestifte
der Stiftzuhaltungen vollständig in ein Gehäuse gedrückt, während Kernstifte der Stiftzuhaltungen
bleiben in einem Kern des Schließzylinders verbleiben. Damit liegen sämtliche Trennebenen
der Kernstifte und der Gehäusestifte in der Trennebene zwischen Gehäuse und Kern,
so dass sich der Kern gegenüber dem Gehäuse bewegen lässt. Der Schließkanal zur Aufnahme
des Schlüssels ist bis zum Mantel des Kerns hin offen. Bei einer Drehung des Kerns
mit dem vollständig eingeschobenen Schlüssel verhindert der Schlüsselrücken, dass
die Gehäusestifte in den Schließkanal gelangen.
[0003] Nachteilig bei dem bekannten Schlüssel ist, dass die Einführschräge an der Schlüsselspitze
eine der Stiftzuhaltungen in die Trennebene zwischen Gehäuse und Kern bewegen kann.
Im ungünstigsten Fall können bei dem bekannten Schlüssel die am tiefsten im Schließkanal
angeordnete Stiftzuhaltung von der Einführschräge und die übrigen Stiftzuhaltungen
von den falschen Schließausnehmungen in die den Schließzylinder entriegelnde Stellung
bewegt werden. Damit wird der Schließzylinder entriegelt, ohne dass der Schlüssel
vollständig eingeschoben ist. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn einander
benachbarte Stiftzuhaltungen dasselbe Stufenmaß oder einander wiederholende Stufenmaßfolgen
aufweisen und die letzte, am tiefsten in dem Schließkanal angeordnete Stiftzuhaltung
zufällig ein der Schlüsselspitze entsprechendes Stufenmaß hat. In diesem Fall geben
die Stiftzuhaltungen die Bewegung des Kerns gegenüber dem Gehäuse frei, obwohl der
Schlüssel nicht vollständig in den Schließkanal eingeschoben ist. Der Kern lässt sich
anschließend geringfügig verdrehen und blockiert, weil der Gehäusestift der letzten
Stiftzuhaltung auf der Seite des Schlüsselrückens in den Schließkanal eindringt. Nach
der Blockierung lässt sich der Schließzylinder nicht mehr betätigen und der Schlüssel
auch nicht aus dem Schließkanal herausziehen.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schlüssel der eingangs genannten
Art so zu gestalten, dass er erst nach einem vollständigen Einschieben in den Schließkanal
eine Entriegelung des Schließzylinders ermöglicht.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Einführschräge der Schlüsselspitze
außerhalb des Rastermaßes der Schließausnehmungen angeordnet ist.
[0006] Durch diese Gestaltung wird vermieden, dass die Schlüsselspitze eine der Stiftzuhaltungen
betätigt, wenn der erfindungsgemäße Schlüssel um ein Rastermaß zu wenig in den Schließzylinder
eingeschoben ist. Wird der Schlüssel jedoch nur soweit in den Schließzylinder eingeschoben,
dass die Einführschräge eine der Schließzuhaltungen betätigt, befinden sich die Schließausnehmungen
außerhalb des Rastermaßes der Stiftzuhaltungen. In diesem Fall verhindern die übrigen,
von der Schlüsselspitze nicht betätigten Stiftzuhaltungen eine Entriegelung des Schließzylinders.
Damit ist dank der Erfindung die Entriegelung des Schließzylinders nur möglich, wenn
der erfindungsgemäße Schlüssel vollständig in den Schließzylinder eingeschoben ist.
[0007] Bei nicht vollständig in den Schließkanal eingeschobenem, erfindungsgemäßem Schlüssel
wird eine Betätigung der letzten Stiftzuhaltung durch die Schlüsselspitze zuverlässig
vermieden, wenn ein Vollprofilabschnitt des Schaftes zwischen der Schlüsselspitze
und der letzten Schließausnehmung bis zu einem um das Rastermaß a von der letzten
Schließausnehmung beabstandeten Stelle geführt ist. Hierdurch gelangt die am tiefsten
im Schließkanal angeordnete Stiftzuhaltung auf den Vollprofilabschnitt, wenn der erfindungsgemäße
Schlüssel um ein Rastermaß zu wenig in den Schließzylinder eingeführt ist. Da der
Vollprofilabschnitt des erfindungsgemäßen Schlüssels sich dadurch auszeichnet, keine
Schließausnehmung aufzuweisen, hält die am tiefsten im Schließkanal angeordnete Stiftzuhaltung
den Schließzylinder in seiner verriegelten Stellung.
[0008] Alternativ dazu lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
eine Betätigung der letzten Schließausnehmung durch die Schlüsselspitze zuverlässig
vermeiden, wenn der Abstand des freien Endes der Schlüsselspitze von der nächsten
Schließausnehmung kleiner ist als das Rastermaß der Schließausnehmungen. Hierdurch
wird vermieden, dass die am tiefsten im Schließkanal angeordnete Stiftzuhaltung überhaupt
betätigt wird, wenn der erfindungsgemäße Schlüssel um ein Rastermaß zu wenig in den
Schließkanal eingeführt wurde.
[0009] Ein leichtgängiges Einführen des erfindungsgemäßen Schlüssels in den Schließkanal
lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Erfindung einfach erreichen, wenn die
Einführschräge eine von den Schließausnehmungen abweichende Kontur hat. Gleichzeitig
wird hierdurch die Gefahr einer Betätigung einer Schließausnehmung durch die Schlüsselspitze
verringert.
[0010] Zur weiteren Vereinfachung des Einführens des erfindungsgemäßen Schlüssels in den
Schließkanal und zur weiteren Verringerung der Gefahr der Betätigung einer Stiftzuhaltung
durch die Schlüsselspitze trägt es bei, wenn die Einführschräge einen in Längsrichtung
des Schaftes stark geneigten ersten Abschnitt und einen sich an den stark geneigten
ersten Abschnitt anschließenden gering geneigten zweiten Abschnitt hat.
[0011] Der erfindungsgemäße Schlüssel vermeidet bei Schließzylindern mit mehreren Reihen
von Schließzuhaltungen zuverlässig die gleichzeitige Betätigung der letzten Stiftzuhaltungen,
wenn bei zwei einander gegenüberliegenden Reihen von Schließausnehmungen einander
gegenüberliegende Einführschrägen zueinander versetzt sind.
[0012] Der erfindungsgemäße Schlüssel gestaltet sich konstruktiv besonders einfach, wenn
bei mehreren Reihen von Schließausnehmungen nur eine der Einführschrägen außerhalb
des Rastermaßes a angeordnet ist.
[0013] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips sind mehrere davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- einen Teilschnitt durch einen Schließzylinder mit einem erfindungsgemäßen Schlüssel,
- Fig. 2
- eine stark vergrößerte Schnittdarstellung durch den Schließzylinder aus Figur 1 mit
dem erfindungsgemäßen Schlüssel entlang der Linie II - II,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung entsprechend der Figur 2 mit einem um das Rastermaß a zu wenig
eingeschobenen Schlüssel,
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schlüssels,
- Fig. 5
- eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schlüssels,
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung durch den Schließzylinder aus Figur 2 mit einem Schlüssel
nach dem Stand der Technik.
[0014] Figur 1 zeigt im Teilschnitt einen als Doppelprofil-Schließzylinder ausgebildeten
Schließzylinder mit einem in einem Gehäuse 1 drehbaren Kern 2. Der Kern 2 hat einen
Schließkanal 3 zum Einführen eines Schlüssels 4 und ist mit einem Schließbart 5 drehfest
koppelbar. Der Schließkanal 3 ist an einer Seite mit einer Ausnehmung 6 bis zu dem
Gehäuse 1 des Schließzylinders geführt.
[0015] Figur 2 zeigt stark vergrößert einen Teilschnitt durch den Schließzylinder mit dem
Schlüssel 4 aus Figur 1 entlang der Linie II - II. Der Schließzylinder hat zwei einander
gegenüberstehende Reihen von Stiftzuhaltungen 7, 7'. Die Stiftzuhaltungen 7, 7' weisen
jeweils einen von einem Federelement 8 gegen einen Kernstift 9 vorgespannten Gehäusestift
10 auf und wirken mit in einem Schaft 11 des Schlüssels 4 angeordneten Schließausnehmungen
12 zusammen. In der dargestellten Lage sind die Trennebenen der Kernstifte 9 und der
Gehäusestifte 10 jeweils in der Trennebene zwischen Gehäuse 1 und Kern 2 angeordnet.
Damit befindet sich der Schließzylinder in der entriegelten Stellung.
[0016] Der Schlüssel ist in Figur 2 vollständig in den Schließkanal 3 eingeführt, so dass
ein Absatz 13 des Schlüssels 4 an einem Absatz 14 des Kerns 2 anstößt. Eine Schlüsselspitze
15 des Schlüssels 4 hat den Reihen der Stiftzuhaltungen 7 zugewandte Einführschrägen
16. Die Stiftzuhaltungen 7, 7' und damit auch die Schließausnehmungen 12 sind um ein
vorgesehenes Rastermaß a voneinander beabstandet. Die Schlüsselspitze 15 weist von
der nächsten Schließausnehmung 7, 7' einen kleineren Abstand auf als das Rastermaß
a.
[0017] Führt man daher den Schlüssel 4 aus Figur 2 um das Rastermaß a zu wenig in den Schließkanal
3 ein, wie es in Figur 3 dargestellt ist, werden die dem offenen Ende des Kerns 2
am nächsten angeordneten Stiftzuhaltungen 7 in die den Schließzylinder entriegelnde
Stellung bewegt. Jedoch gelangt die Schlüsselspitze 15 mit den Einführschrägen 16
nicht bis zu den am tiefsten im Schließkanal 3 angeordneten Stiftzuhaltungen 7'. Daher
blockieren die am tiefsten im Schließkanal 3 angeordneten Stiftzuhaltungen 7' die
Bewegung des Kerns 2 gegenüber dem Gehäuse 1.
[0018] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schlüssels 4, bei
dem zwischen einer Schlüsselspitze 17 und der nächsten Schließausnehmung 12 ein Vollprofilabschnitt
18 angeordnet ist. Der Vollprofilabschnitt 18 zwischen der Schlüsselspitze 17 und
der letzten Schließausnehmung 12 ist bis zu einer um das Rastermaß a von der letzten
Schließausnehmung 12 beabstandeten Stelle geführt. Wenn man den Schlüssel 4 aus Figur
4 um das Rastermaß a zu wenig in den Schließkanal 3 des Schließzylinders nach Figur
2 einführt, gelangt die am tiefsten im Schließkanal 3 angeordnete Stiftzuhaltung 7'
auf den Vollprofilabschnitt 18. Hierdurch kann die am tiefsten im Schließkanal 3 angeordnete
Stiftzuhaltung 7' die Bewegung des Kerns 2 nicht freigeben. Damit verhindern die am
tiefsten im Schließkanal 3 angeordneten Stiftzuhaltungen ' die Entriegelung des Schließzylinders.
[0019] Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsform des Schlüssels 4, bei dem eine erste Einführschräge
19 einen in Längsrichtung des Schaftes 11 stark geneigten ersten Abschnitt 20 und
einen sich an den ersten Abschnitt 20 anschließenden gering geneigten zweiten Abschnitt
21 aufweist. Eine zweite Einführschräge 22 ist zudem gegenüber der ersten Einführschräge
19 versetzt angeordnet. Jedoch liegen beide Einführschrägen 19, 22 außerhalb des Rastermaßes
a.
[0020] In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform kann bei zwei Reihen von
Stiftzuhaltungen 7 zugeordneten Schließausnehmungen 12 nur eine der Einführschrägen
19, 22 außerhalb des Rastermaßes a angeordnet sein.
[0021] Figur 6 zeigt einen in den Schließzylinder nach Figur 2 eingeführten Schlüssel 23
nach dem Stand der Technik. Der Schlüssel 23 hat dieselbe Anordnung von Schließausnehmungen
12 wie die Schlüssel 4 nach den Figuren 1 bis 5 und vermag im vollständig in den Schließkanal
3 eingeführten Zustand den Schließzylinder zu schließen. Der Schlüssel 23 nach dem
Stand der Technik ist in Figur 6 um das Rastermaß a zu wenig in den Schließkanal 3
eingeführt und Einführschrägen 24 einer Schlüsselspitze 25 sind genau um das Rastermaß
a von der nächsten Schließausnehmung 12 beabstandet. Hierbei ist zu erkennen, dass
die am tiefsten im Schließkanal 3 angeordneten Stiftzuhaltungen 7' von der Schlüsselspitze
25 in die die Bewegung des Kerns 2 freigebende Stellung bewegt sind. Die übrigen Stiftzuhaltungen
7 werden von den "falschen" Schließausnehmungen 12 des Schlüssels 23 in die die Bewegung
des Kerns 2 freigebende Stellung bewegt. Hierdurch lässt sich der Kern 2 gegenüber
dem Gehäuse 1 verdrehen. Da jedoch der Schließkanal 3, wie in Figur 1 dargestellt,
nach einer Seite zum Gehäuse 1 hin offen ist, können bei der Drehung des Kerns 2 die
Gehäusestifte 10 der am tiefsten im Schließkanal 3 angeordneten Stiftzuhaltungen 7'
in den Schließkanal 3 eindringen und den Schließzylinder blockieren. Anschließend
lässt sich der Schlüssel 23 nicht mehr abziehen und der Kern 2 nicht mehr bewegen.
1. Schlüssel für einen eine Reihe von Stiftzuhaltungen aufweisenden Schließzylinder mit
einem Schaft, mit einer Reihe von in dem Schaft angeordneten, mit den Stiftzuhaltungen
zusammenwirkenden Schließausnehmungen, wobei die Schließausnehmungen in einem vorgesehenen
Rastermaß zueinander beabstandet sind, und mit einer an seinem freien Ende angeordneten,
eine Einführschräge aufweisenden Schlüsselspitze, dadurch gekennzeichnet, dass die Einführschräge (16, 19, 22) der Schlüsselspitze (15, 17) außerhalb des Rastermaßes
(a) der Schließausnehmungen (12) angeordnet ist.
2. Schlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vollprofilabschnitt (18) des Schaftes (11) zwischen der Schlüsselspitze (17)
und der letzten Schließausnehmung (12) bis zu einem um das Rastermaß (a) von der letzten
Schließausnehmung (12) beabstandeten Stelle geführt ist.
3. Schlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des freien Endes der Schlüsselspitze (15) von der nächsten Schließausnehmung
(12) kleiner ist als das Rastermaß (a) der Schließausnehmungen (12).
4. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einführschräge (19) eine von den Schließausnehmungen (12) abweichende Kontur
hat.
5. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einführschräge (19) einen in Längsrichtung des Schaftes (11) stark geneigten
ersten Abschnitt (20) und einen sich an den stark geneigten ersten Abschnitt (20)
anschließenden gering geneigten zweiten Abschnitt (21) hat.
6. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei zwei einander gegenüberliegenden Reihen von Schließausnehmungen (12) einander
gegenüberliegende Einführschrägen (19, 22) zueinander versetzt sind.
7. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Reihen von Schließausnehmungen (12) nur eine der Einführschrägen (16,
19, 22, 24) außerhalb des Rastermaßes (a) angeordnet ist.