[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Tür mit einem im Bodenbereich der Tür angeordneten
Bremselement, das verstellbar in der Tür geführt und über einen durch die Türbewegung
betätigten Stelltrieb aus einer bei geschlossener Tür zurückgezogenen Grundstellung
in seine bei geöffneter Tür die Türunterkante überragende Bremsstellung vorbewegbar
ist.
[0002] Bei einer derartigen Tür besteht der Stelltrieb beispielsweise aus einer entlang
der Türunterkante schiebeverstellbar gelagerten Kulisse zur Schwenkverstellung des
in Längsrichtung unverschiebbar geführten Bremselementes und aus einem Gestänge zur
Anlenkung der Kulisse am Türstock oder am Fußboden (AT 407 892 B). Dabei wird durch
ein Zusammenwirken von Bremselement und Stelltrieb das Bremselement in Abhängigkeit
von der Öffnungsweite der Tür aus seiner Grundstellung in seine Bremsstellung bzw.
aus seiner Bremsstellung in die Grundstellung verschwenkt und damit die Tür entweder
in der vorbestimmten Offenstellung gebremst oder die Bewegung der Tür freigegeben.
Das Bremselement und der Stelltrieb bleiben wegen ihrer Anordnung im Unterkantenbereich
der Tür weitgehend unsichtbar, insbesondere da es keinen am Boden oder an einer Wand
fest montierten Anschlag gibt. Von Nachteil ist bei dieser bekannten Vorrichtung allerdings
die aufwendige Ausgestaltung des Stelltriebes in Form einer Kulissenführung, die einen
erheblichen Platzbedarf hat, kostenintensiv anzufertigen und aufgrund des Gestänges
umständlich zu montieren ist.
[0003] Zum Feststellen von Türen ist weiter bekannt (WO 92/03630 A), am Türblatt im Bereich
der Türunterkante montierte Feststellelemente vorzusehen, mit denen eine Tür in beliebigen
Öffnungswinkeln durch Verkeilen der Tür mit dem Boden festgestellt werden kann. Das
Verkeilen oder Lösen der Tür erfolgt durch manuelles Absenken bzw. Anheben einer Exzenterrolle,
wobei diese Verstellelemente zur Begrenzung des Öffnungswinkels einer Tür ungeeignet
sind und sich auch nicht in ein Türblatt integrieren lassen.
[0004] Ein Anschlagen von Türen an Wänden, Einrichtungsgegenständen oder anderen Hindernissen
kann beispielsweise mittels Brems- oder Anschlagelementen aus Gummi bzw. Kunststoff
verhindert werden, die am Boden, an einer Wand oder an den Einrichtungsgegenständen
zu befestigen sind. Derartige Bremsstopper sind fest montiert und erlauben somit keine
variable Begrenzung des Öffnungswinkels einer Tür sowie erschweren mit ihren fest
montierten Stopperkörpern eine Bodenreinigung.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Tür der eingangs geschilderten
Art mit einem im Bodenbereich der Tür angeordneten Bremselement zu schaffen, deren
Begrenzung des Öffnungswinkels mit möglichst einfachen Mitteln möglich ist und die
sich durch ihre Funktionssicherheit sowie ihre einfache Montage und Ausgestaltung
auszeichnet.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der Stelltrieb wenigstens ein im Bereich
der Türunterkante angeordnetes, einerends an einem Türstock oder am Fußboden von der
Schwenkachse der Tür beabstandet angreifendens Zugmittel umfaßt, das andernends an
einer Verlagerungseinrichtung zur Hubverstellung des Bremselementes senkrecht gegen
den Fußboden aus seiner zurückgezogenen Grundstellung in seine gegen den Fußboden
ausgefahrene Bremsstellung angreift.
[0007] Durch das Vorsehen eines mit der in der Tür angeordneten Verlagerungseinrichtung
zusammenwirkenden Zugmittels, beispielsweise eines Drahtoder Kunststoffseiles, wird
bei einfachem Aufbau und einfacher Montagemöglichkeit des Bremselementes im Bereich
der Türunterkante eine sichere Funktion der Bremse für die Türbewegung gewährleistet.
Es muß lediglich eine Ausnehmung für die Verlagerungseinrichtung zur Hubverstellung
des Bremselementes der Tür vorgesehen werden. Das Zugmittel kann wahlweise im Bereich
zwischen Türunterkante und Fußboden oder in einer im Bereich der Türunterkante vorgesehenen
Nut von der Verlagerungseinrichtung bis zu ihrem Angriffspunkt am Türstock oder Fußboden
geführt werden. Es muß somit weder eine aufwendige Kulissenführung vorgesehen noch
müssen die dafür erforderlichen aufwendigen Einstellarbeiten vorgenommen werden. Zum
Einstellen des Bremsstoppers der erfindungsgemäßen Tür wird lediglich die Verlagerungseinrichtung
in eine in der Tür vorgesehene Ausnehmung eingesetzt und das Zugmittel anschließend
am gewünschten Befestigungspunkt am Fußboden oder am Türstock in Abhängigkeit des
gewünschten Öffnungswinkels der Tür mit der erforderlichen Vorspannung befestigt.
[0008] Besonders einfache Montageverhältnisse ergeben sich für das Bremselement, wenn dieses
samt Verlagerungseinrichtung in einem Gehäuse im Bereich der Türunterkante angeordnet
ist, da somit zur Montage bzw. zur Wartung lediglich das Gehäuse in eine im Bereich
der Türunterkante vorgesehene Öffnung der Tür eingesetzt bzw. aus dieser herausgenommen
werden muß. Das Gehäuse bildet dabei mit dem Bremselement vorzugsweise eine in eine
beliebige Tür einsetzbare, vorfertigbare Baueinheit, die nach Anfertigen einer entsprechenden
Ausnehmung jederzeit in eine bestehende Tür nachgerüstet werden kann.
[0009] Um stets eine sichere Rückführung des Bremselementes in seine Grundstellung zu gewährleisten,
empfiehlt es sich, wenn das Bremselement mit Hilfe des Zugmittels gegen Federkraft
in Richtung seiner gegen den Fußboden ausgefahrenen Bremsstellung verlagerbar ist.
[0010] Eine einfache und wenig Platzbedarf aufweisende Konstruktion ergibt sich, wenn das
Bremselement an einem um seine Verstellachse drehfest gelagerten, aber zur Hubverstellung
axial im Gehäuse verschiebbaren Träger befestigt ist und die Verlagerungseinrichtung
für den Träger einen den Träger in Abhängigkeit vom Öffnungswinkel der Tür gegen den
Fußboden verlagernden Gewindetrieb umfaßt. Das Bremselement kann dabei im Träger um
eine zur Türunterkante parallele Achse, vorzugsweise anschlagbegrenzt und gegen Federkraft
schwenkverstellbar gelagert sein, wodurch sich einerseits eine sichere Bremswirkung
für die Tür im Bremsbereich beim Öffnen der Tür ergibt und anderseits ein leichtes
Schließen der Tür mit geringem Kraftaufwand jederzeit möglich ist. Dies ist insbesondere
dann der Fall, wenn das Bremselement exzenterförmig ausgebildet ist.
[0011] Eine besonders vorteilhafte, weil platzsparende Konstruktion ergibt sich für den
in der Tür angeordneten Bremsstopper, wenn der Gewindetrieb einen im Gehäuse um die
Verstellachse des Trägers drehbar gelagerten, eine gewindeförmige Nut an seinem Umfang
tragenden Drehkörper umfaßt, wobei die Nut mit einem vom Träger ausgebildeten Gewinde
zusammenwirkt und das Zugmittel an einer Umfangsfläche des Drehkörpers seiltrommelartig
angreift. Das in die Nut eingreifende Gewinde kann zu wenigstens einem Gewindezapfen
reduziert sein.
[0012] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles schematisch
dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Tür mit einem Bremselement in teil geschnittener Vorderansicht,
- Fig. 2 und 3
- die Tür aus Fig. 1 im Schnitt nach der Linie II-II bzw. III-III,
- Fig. 4
- die Tür aus Fig. 1 bis 3 mit in seine Grundstellung zurückgezogenem Bremselement und
- Fig. 5
- eine Konstruktionsvariante eines Bremsstoppers.
[0013] Eine erfindungsgemäße Tür 1 weist einen im Bodenbereich der Tür 1 angeordneten Bremsstopper
2 mit einem Bremselement 3 auf, das verstellbar in einem im Bereich der Türunterkante
4 angeordneten Gehäuse 5 in der Tür 1 geführt ist. Das Bremselement 3 ist dabei mittels
eines durch die Türbewegung betätigten Stelltriebes in Form eines Zugmittels 6 (eines
Seilzuges) aus einer bei geschlossener Tür zurückgezogenen Grundstellung (Fig. 4)
in seine bei geöffneter Tür 1 die Türunterkante 4 überragende Bremsstellung vorbewegbar.
Das Zugmittel 6 ist im Bereich der Türunterkante 4 in einer Nut 7 angeordnet und einerends
am Türstock 8 mittels einer Schraube 9 von der Schwenkachse 10 der Tür 1 beabstandet
befestigt und greift andernends an einer Verlagerungseinrichtung 11 zur Hubverstellung
des Bremselementes 3 senkrecht gegen den Fußboden 12 aus seiner in die Tür 1 zurückgezogenen
Grundstellung in seine gegen den Fußboden 12 ausgefahrene Bremsstellung an.
[0014] Das Bremselement 3 ist an einem um seine Verstellachse 14 drehfest gelagerten, aber
zur Hubverstellung axial im Gehäuse 5 verschiebbaren Träger 13 befestigt. Die Verlagerungseinrichtung
11 für den Träger 13 weist einen den Träger 13 in Abhängigkeit vom Öffnungs- bzw.
Schließwinkel der Tür 1 gegen den Fußboden 12 verlagernden Gewindetrieb auf. Der Gewindetrieb
umfaßt einen im Gehäuse 5 um die Verstellachse 14 des Trägers 13 drehbar gelagerten,
eine gewindeförmige Nut 17 an seinem Umfang tragenden Drehkörper 16, wobei die Nut
17 mit einem vom Träger 13 ausgebildeten Gewindezapfen 15 zusammenwirkt und das Zugmittel
6 an einem zylindrischen Abschnitt der Umfangsfläche 18 des Drehkörpers 16 seiltrommelartig
angreift. Der Drehkörper 16 ist dabei gegenüber dem Gehäuse 5 mittels einer Spiralfeder
19 derart mittels Federkraft vorbelastet, daß die Spiralfeder 19 beim Schließen der
Tür 1 für eine Rückstellung des Bremselementes 3 aus der Bremsstellung in seine Grundstellung
sorgt und dabei das Zugmittel 6 am zylindrischen Abschnitt 18 des Drehkörpers 16 seiltrommelartig
aufwickelt. Wird die Tür aus ihrer Schließstellung in die Offenstellung verschwenkt,
wickelt sich das Zugmittel 6 vom zylindrischen Abschnitt 18 des Drehkörpers 16 ab
und verdreht dabei den Drehkörper 16 im Gehäuse 5, wodurch der Träger 13 samt Bremselement
3 mittels des Gewindetriebes aus seiner in die Tür 1 zurückgezogenen Grundstellung
in seine gegen den Fußboden 12 ausgefahrene Bremsstellung verlagert wird.
[0015] Das Bremselement 3 ist im Träger 13 um eine zur Türunterkante 4 parallele Achse 20
anschlagbegrenzt gegen die Kraft einer Feder 21 schwenkverstellbar gelagert und gemäß
dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 4 exzenterförmig ausgebildet, wobei das
Bremselement 3 in seiner Bremsstellung (Fig. 3) eine dem Fußboden 12 zugewandte Aufstandsfläche
aufweist, die unter anderem dafür sorgt, daß die geöffnete Tür 1 sicher in ihrer Offenstellung
gehalten wird und zum Schließen der Tür ein gewisser Kraftaufwand erforderlich ist.
Eine Konstruktionsvariante eines Bremselementes 3 ist Fig. 5 zu entnehmen. Das Bremselement
3 könnte allerdings auch lediglich ein in den Träger 13 eingesetzter Bremsstoppel
sein. Außerdem besteht die Möglichkeit mehrere Bremsstopper 2 in einer Tür 1 anzuordnen,
was beispielsweise für den Fall besonders schwerer Türen von Interesse sein könnte.
1. Tür mit einem Bremsstopper, mit einem im Bodenbereich der Tür angeordneten Bremselement,
das verstellbar in der Tür geführt und über einen durch die Türbewegung betätigten
Stelltrieb aus einer bei geschlossener Tür zurückgezogenen Grundstellung in seine
bei geöffneter Tür die Türunterkante überragende Bremsstellung vorbewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stelltrieb ein im Bereich der Türunterkante (4) angeordnetes, einerends an einem
Türstock (8) oder am Fußboden von der Schwenkachse (10) der Tür (1) beabstandet angreifendens
Zugmittel (6) umfaßt, das andernends an einer Verlagerungseinrichtung (11) zur Hubverstellung
des Bremselementes (3) senkrecht gegen den Fußboden (12) aus seiner zurückgezogenen
Grundstellung in seine gegen den Fußboden (12) ausgefahrene Bremsstellung angreift.
2. Tür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement (3) samt Verlagerungseinrichtung in einem Gehäuse (5) im Bereich
der Türunterkante (4) angeordnet ist.
3. Tür nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement (3) mit Hilfe des Zugmittels (6) gegen Federkraft in Richtung seiner
gegen den Fußboden (12) ausgefahrenen Bremsstellung verlagerbar ist.
4. Tür nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement (3) an einem um seine Verstellachse (14) drehfest gelagerten aber
zur Hubverstellung axial im Gehäuse (5) verschiebbaren Träger (13) befestigt ist und
die Verlagerungseinrichtung (11) für den Träger (13) einen den Träger (13) in Abhängigkeit
vom Öffnungswinkel der Tür (1) gegen den Fußboden (12) verlagernden Gewindetrieb umfaßt.
5. Tür nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement (3) im Träger (13) um eine zur Türunterkante (4) parallele Achse
(20), vorzugsweise anschlagbegrenzt und gegen Federkraft schwenkvberstellbar gelagert
ist.
6. Tür nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement exzenterförmig ausgebildet ist.
7. Tür nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Gewindetrieb einen im Gehäuse (5) um die Verstellachse (14) des Trägers drehbar
gelagerten, eine gewindeförmige Nut (17) an seinem Umfang tragenden Drehkörper (16)
umfaßt, wobei die Nut (17) mit einem vom Träger (13) ausgebildeten Gewinde (15) zusammenwirkt
und das Zugmittel an einer Umfangsfläche (18) des Drehkörpers (16) seiltrommelartig
angreift.