[0001] Die Erfindung betrifft ein Ecklager für einen Dreh-Kipp-Beschlag eines Fensters,
einer Fenstertür oder dergleichen, mit einem in einer vorgesehenen Schließstellung
des Beschlags vertikalen Lagerbolzen einer Drehlagerung des Beschlags und mit einer
eine horizontale Lagerachse aufweisenden Kipplagerung des Beschlags und mit einem
Haltebock der Kipplagerung zur Abstützung des Lagerbolzens.
[0002] Solche Ecklager dienen zur Abstützung eines Flügels gegenüber einem Rahmen eines
mit dem Beschlag ausgestatteten Fensters. In der Drehstellung lässt sich der Flügel
um den Lagerbolzen drehen. Der Lagerbolzen verbleibt dabei in seiner vertikalen Stellung.
In Kippstellung wird der Flügel um die horizontale Lagerachse der Kipplagerung gekippt.
[0003] Ein Ecklager für einen Dreh-Kipp-Flügel eines Fensters ist beispielsweise aus der
DE 93 08 673 U bekannt. Hierbei ist der Lagerbolzen einstückig mit dem Haltebock gefertigt.
Eine Grundplatte des Ecklagers weist den Haltebock umgreifende Laschen auf. Die Lagerachse
der Kipplagerung durchdringt die Laschen und den Haltebock und ermöglicht damit ein
Verschwenken des Lagerbolzens um die Lagerachse der Kipplagerung. Die Grundplatte
bildet damit einen Quersteg zur Halterung der Laschen.
[0004] Nachteilig bei dem bekannten Ecklager ist, dass die Lagerachse der Kipplagerung von
den Laschen der Grundplatte auf ein festgelegtes Maß von dem Rahmen beabstandet wird.
Dies führt zu einem sehr großen Abstand.
[0005] Man hat bereits daran gedacht, die Laschen auf einem Quersteg anzuordnen und den
Quersteg mit einer Längsführung zu verbinden. Die Längsführung ermöglicht in der Spaltlüftungsstellung
die Entfernung des Flügels von dem Rahmen im Wesentlichen senkrecht zu seiner Ebene.
Nachteilig hierbei ist jedoch, dass der Quersteg einen besonders großen Abstand der
Lagerachse von der an dem Rahmen zu befestigenden Grundplatte erzeugt. Wenn aus Gründen
der Stabilität besonders starkes Blech für die Laschen und damit auch den Quersteg
eingesetzt wird, führt dies im montierten Zustand des Ecklagers zu einer Vergrößerung
des Abstandes der Lagerachse von dem Rahmen.
[0006] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Ecklager der eingangs genannten Art
so weiterzubilden, dass sich die Lagerachse im an dem Fenster montierten Zustand des
Ecklagers besonders nahe an Rahmen anordnen lässt.
[0007] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Lagerbolzen mit den
Haltebock seitlich umgreifenden Laschen verbunden ist, und dass ein Quersteg zur Verbindung
der Laschen von der Lagerachse aus gesehen auf der Seite des Lagerbolzens angeordnet
ist.
[0008] Durch diese Gestaltung wird der Abstand der Lagerachse der Kipplagerung ausschließlich
von den Abmessungen des Haltebocks festgelegt. Eine zusätzliche Beabstandung der Lagerachse
von dem Rahmen durch den Quersteg wird dank der Erfindung vermieden. Weiterhin können
die Laschen und damit der Quersteg aus einem sehr starken Blech gefertigt werden,
ohne dass der Abstand der Lagerachse ansteigt. Die Lagerachse kann daher besonders
nahe an dem Rahmen angeordnet werden. Eine den Haltebock abstützende Grundplatte kann
im Bereich der Laschen eine Ausnehmung haben. Dies trägt zur weiteren Verringerung
des Abstandes der Lagerachse von dem Rahmen im montierten Zustand des erfindungsgemäßen
Ecklagers bei.
[0009] Eine Spaltlüftungsstellung des Beschlags erfordert gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung einen besonders geringen baulichen Aufwand, wenn eine
zu dem Lagerbolzen der Drehlagerung und der Lagerachse der Kipplagerung abgewinkelte
Längsführung eine mit einer Grundplatte verbundene Hülse hat und wenn der Haltebock
mit einem in der Hülse geführten Bolzen verbunden ist. Durch die Verbindung des Haltebocks
mit dem Bolzen lässt sich die Lagerachse besonders nahe an dem Rahmen anordnen.
[0010] Eine Bewegung der Längsführung bei der Verstellung des Beschlags in eine Kippstellung
lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden,
wenn die Laschen an ihrer der Grundplatte zugewandten Seite einen Radius mit dem Ursprung
in der Lagerachse aufweisen und sich auf der Grundplatte abstützen. Der Radius ermöglicht
ein unmittelbares Entlanggleiten der Laschen auf der Grundplatte. Ein weiterer Vorteil
dieser Gestaltung besteht darin, dass Reibungsverluste des Ecklagers bei der Betätigung
des Beschlags besonders gering gehalten werden.
[0011] Eine Rasterung zur Halterung des Lagerbolzens in der vertikalen Lage erfordert gemäß
einer anderen vorteilhaften Ein zuverlässiges Schließen des mit dem erfindungsgemäßen
Ecklager ausgestatteten Beschlages lässt sich einfach sicherstellen, wenn die Längsführung
ein Federelement zur Vorspannung des Bolzens in die am tiefsten in der Hülse befindliche
Position hat.
[0012] Für die Längsführung ist in einem den Beschlag aufnehmenden Fenster eine Aufnahmebohrung
anzuordnen. Bei der Montage des erfindungsgemäßen Ecklagers an dem Fenster lässt sich
einfach feststellen, ob die Aufnahmebohrung ausreichend tief ist, wenn die Hülse der
Längsführung kürzer ist als der in der Hülse geführte Bolzen, wenn ein Anschlag mit
der Hülse verbunden ist und wenn der Anschlag bei einem Anliegen der Laschen an der
Grundplatte bis zu dem freien Ende des Bolzens geführt ist. Die geringe Länge der
Hülse hat den Vorteil, dass die Längsführung einfach zu montieren ist und dass möglicher
Schmutz aus der Längsführung einfach entfernt werden kann.
[0013] Ein Endanschlag der Längsführung und eine mögliche Abstützung des Federelementes
erfordert gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen besonders
geringen baulichen Aufwand, wenn der in der Hülse geführte Bolzen an seinem freien
Ende eine radiale Verbreiterung aufweist.
[0014] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips sind zwei davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- ein Fenster mit einem ein erfindungsgemäßes Ecklager aufweisenden Dreh-Kipp-Beschlag
in Kippstellung.
- Fig. 2
- einen Teilschnitt durch das Fenster aus Figur 1 entlang der Linie II - II in Schließstellung,
- Fig. 3
- das Fenster aus Figur 2 in Spaltlüftungsstellung,
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen Ecklagers aus Figur 1,
- Fig. 5
- das erfindungsgemäße Ecklager in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 6
- eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ecklagers.
[0015] Figur 1 zeigt ein Fenster mit einem an einem Rahmen 1 gelagerten Flügel 2 und mit
einem Treibstangenbeschlag 3. Der Flügel 2 ist in einer Kippstellung um eine Kippachse
4 gekippt dargestellt und wird von einer Ausstellschere 5 gehalten. Der Flügel 2 lässt
sich gegen den Rahmen 1 bewegen und in eine Schließstellung bringen, in der er in
dem Rahmen 1 verriegelt ist. Weiterhin lässt sich der Flügel 2 um eine Drehachse 6
drehen. Im Schnittpunkt der Achsen 4, 6 hat das Fenster ein Ecklager 7. Die Ausstellschere
5 ist an einem Drehlager 8 gehalten, während auf der Kippachse 4, von dem Ecklager
7 entfernt, ein Kipplager 9 angeordnet ist. Im Bereich des Kipplagers 9 kann selbstverständlich
ein nicht dargestellter Flügelheber angeordnet sein, der Setzungen des Flügels 2 ausgleicht.
[0016] Der Treibstangenbeschlag 3 weist eine in einer Nut des Flügels 2 angeordnete, längsverschiebliche
Treibstange auf. Auf der Treibstange sind mehrere Schließzapfen 10 angeordnet. Die
Schließzapfen 10 stehen rahmenfesten Schließblechen 11 gegenüber. Eines der Schließbleche
11' ist auf einem Scherenarm 12 der Ausstellschere 5 angeordnet.
[0017] Die Treibstange des Treibstangenbeschlages 3 lässt sich von einer Handhabe 13 antreiben
und die Schließzapfen 10, 10' verschieben. In der dargestellten Stellung befindet
sich die Handhabe 13 in der mit K gekennzeichneten Kippstellung. Bewegt man die Handhabe
13 in die mit D gekennzeichnete Stellung, befindet sich der Treibstangenbeschlag 3
in einer Drehstellung, in der sich der Flügel 2 um die vertikale Achse 6 drehen lässt.
In der mit Z, L gekennzeichneten Stellung der Handhabe 13 befindet sich der Flügel
2 wahlweise in der Schließstellung Z, in der er mit dem Rahmen 1 verriegelt ist oder
in einer Spaltlüftungsstellung L, in der er einen Spalt weit von dem Rahmen 1 entfernt
ist. Weiterhin hat der Treibstangenbeschlag am Kipplager 9 und am Ecklager 7 angeordnete
Schließbleche 14, 14'.
[0018] Figur 2 zeigt vergrößert in einer Schnittdarstellung entlang der Linie II - II das
Fenster aus Figur 1 im Bereich des Ecklagers 7. Im Gegensatz zu Figur 1 ist das Fenster
in der Schließstellung dargestellt, in der der Flügel 2 in dem Rahmen 1 liegt. Das
Ecklager 7 hat einen in der Drehachse 6 liegenden vertikalen Lagerbolzen 15 einer
Drehlagerung und eine senkrecht zur Zeichenebene angeordnete Lagerachse 16 einer Kipplagerung.
An dem Flügel 2 ist ein Lagerteil 17 befestigt, welches den Lagerbolzen 15 aufnimmt.
Mit dem Rahmen 1 ist eine Grundplatte 18 verschraubt, welche mit einer Hülse 19 verbunden
ist. Zur Aufnahme der Hülse 19 weist der Rahmen 1 eine Bohrung 20 auf. Weiterhin hat
die Hülse 19 einen in die Bohrung 20 des Rahmens hineinragenden Anschlag 21.
[0019] Figur 3 zeigt das Fenster aus Figur 2 in einer Spaltlüftungsstellung, in der der
Flügel 2 in seiner Ebene von dem Rahmen 1 um einen Spalt a beabstandet ist. Diese
Spaltlüftungsstellung lässt sich erreichen, wenn der Flügel 2 von Hand oder durch
Antrieb mittels des in Figur 1 dargestellten Treibstangenbeschlages 3 in seiner Ebene
von dem Rahmen 1 entfernt wird.
[0020] Figur 4 zeigt stark vergrößert das Ecklager 7 in einer perspektivischen Darstellung.
Hierbei ist zu erkennen, dass der Lagerbolzen 15 auf einem Quersteg 22 angeordnet
ist. Der Lagerbolzen 15 ist über einen Haltebock 23 mit der Lagerachse 16 der Kipplagerung
verbunden. Der Haltebock 23 wird von mit der Lagerachse 16 verbundenen Laschen 24
seitlich umschlossen. Der Haltebock 23, die Lagerachse 16 und die über den Quersteg
22 verbundenen Laschen 24 bilden damit die Kipplagerung des Ecklagers 7 für das in
Figur 1 dargestellte Fenster.
[0021] Figur 5 zeigt in einer Schnittdarstellung durch das Ecklager 7 aus Figur 4, dass
der Haltebock 23 einstückig mit einem Bolzen 25 einer Längsführung 26 gefertigt ist.
Der Bolzen 25 ist axialverschieblich in der mit der Grundplatte 18 verbundenen Hülse
19 geführt. Die Längsführung 26 ermöglicht die Entfernung des Haltebocks 23 von der
Grundplatte 18 um das in Figur 3 genannte Maß a und damit die Abstellung des Flügels
2 in die Spaltlüftungsstellung. An seinem freien Ende hat der Bolzen 25 eine radiale
Verbreiterung 27. Die Laschen 24 weisen einen Radius r mit einem der Lagerachse 16
entsprechenden Ursprung auf. In Fig. 5 ist ebenfalls erkennbar, dass das Ecklager
ohne ein Federelement ausgeführt sein kann, da die Abstell-und auch Anzugbewegung
des Flügelrahmens gegenüber dem Blendrahmen durch die Elemente des Treibstangenbeschlages
erfolgt und das Ecklager lediglich den erforderlichen Freiheitsgrad zur Verfügung
stellt.
[0022] Figur 6 zeigt eine weitere Ausführungsform des Ecklagers 7, welches für einen Dreh-Kipp-Beschlag
ohne Spaltlüftungsstellung vorgesehen ist. Hierbei ist ein Haltebock 30 unmittelbar
auf der Grundplatte 18 befestigt. Mit über einen Quersteg 31 verbundenen, den Haltebock
30 seitlich umgreifenden Laschen 32 und einer die Laschen 32 mit dem Haltebock 30
verbindenden Lagerachse 33 wird eine Kipplagerung erzeugt. Der Quersteg 31 ist mit
dem Lagerbolzen 15 der Drehlagerung verbunden.
1. Ecklager für einen Dreh-Kipp-Beschlag eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen,
mit einem in einer vorgesehenen Schließstellung des Beschlags vertikalen Lagerbolzen
einer Drehlagerung des Beschlags und mit einer eine horizontale Lagerachse aufweisenden
Kipplagerung des Beschlags und mit einem Haltebock der Kipplagerung zur Abstützung
des Lagerbolzens, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerbolzen (15) mit den Haltebock (23, 30) seitlich umgreifenden Laschen (24,
32) verbunden ist, und dass ein Quersteg (22, 31) zur Verbindung der Laschen (24,
32) von der Lagerachse (16, 33) aus gesehen auf der Seite des Lagerbolzens (15) angeordnet
ist.
2. Ecklager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine zu dem Lagerbolzen (15) der Drehlagerung und der Lagerachse (16) der Kipplagerung
abgewinkelte Längsführung (26) eine mit einer Grundplatte (18) verbundene Hülse (19)
hat und dass der Haltebock (23) mit einem in der Hülse (19) geführten Bolzen (25)
verbunden ist.
3. Ecklager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Federelement (28) der Längsführung (26) den Haltebock (23) in Richtung Grundplatte
(18) und die mit dem Lagerbolzen (15) verbundenen Laschen (24) gegen die Grundplatte
(18) vorspannt.
4. Ecklager nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laschen (24) an ihrer der Grundplatte (18) zugewandten Seite einen Radius (r)
mit dem Ursprung in der Lagerachse (16) aufweisen und sich auf der Grundplatte (18)
abstützen.
5. Ecklager nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (19) der Längsführung (26) kürzer ist als der in der Hülse (19) geführte
Bolzen (25), dass ein Anschlag (21) mit der Hülse (19) verbunden ist und dass der
Anschlag (21) bei einem Anliegen der Laschen (24) an der Grundplatte (18) bis zu dem
freien Ende des Bolzens (25) geführt ist.
6. Ecklager nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Hülse (19) geführte Bolzen (25) an seinem freien Ende eine radiale Verbreiterung
(27) aufweist.