[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Steuerventil für ein Einspritzsystem, insbesondere
für Verbrennungskraftmaschinen.
[0002] Aus der DE 101 03 089 ist ein 3/2-Wegeventil zur Steuerung der Einspritzung von Kraftstoff
in einem Common-Rail-Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine bekannt, bei dem in
einer ersten Schaltstellung, in der eine Einspritzdüse mit einem Kraftstoffrücklauf
in Verbindung steht, und einer zweiten Schaltstellung, in der die Einspritzdüse mit
einem Kraftstoffhochdruckspeicher in Verbindung steht. Dadurch kann mit dem Ventil
wahlweise eine Einspritzung vorgenommen werden oder von dem Kraftstoffspeicher wird
der Kraftstoff zu dem Rücklauf geleitet. Nachteil ist hier, dass das Schaltventil
im Haupteinspritzstrom liegt und damit große Einspritzmengen nur durch große Schalthübe
erreicht werden können.
[0003] Ferner gibt es Steuerventile für Einspritzventile, bei denen mittels eines Solenoids
ein Ventilkörper geschaltet wird, um die Bewegung einer Einspritzventilnadel über
einen benachbart zu einem Steuerkolben einer Einspritzventilnadel angeordneten Druckraum
zu steuern. Mittels des Steuerventils wird der Druck in dem Druckraum kurzzeitig vermindert,
sodass die Einspritzventilnadel mittels des Steuerventils in die geöffnete Stellung
bewegt wird. Dabei ist zwischen dem Hochdruckanschluss und dem Druckraum eine Drossel
vorgesehen, um einen kurzfristigen Druckabfall in der Druckkammer gewährleisten zu
können. Dadurch ist die Öffnungsbewegung und die Schließbewegung nicht frei einstellbar
und kann für den Verbrennungsprozess nicht optimiert werden.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Steuerventil für ein Einspritzventil
zu schaffen, dass für Hochdruckanwendungen geeignet ist und bei dem der Schaltvorgang
hinsichtlich der Schaltzeit und der Schaltdauer möglichst optimiert eingestellt werden
kann und weiterhin auch für große Einspritzmengen geeignet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Steuerventil für ein Einspritzventil mit den Merkmalen
des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Gemäß der Erfindung umfasst das Steuerventil ein Gehäuse, an dem ein mit einem Einspitzventil
und dem Steuerventil verbundener Hochdruckanschluss vorgesehen ist, der sowohl das
Einspritzventil als auch das zugehörige Steuerventil mit unter hohem Druck stehendem
Fluid versorgt. Das Steuerventil umfast dabei einen in dem Gehäuse angeordneten in
eine axiale Richtung bewegbaren Ventilkörper, der in einer ersten Stellung den Hochdruckanschluss
mit einem Druckraum zur Steuerung der Bewegung des Einspritzventils und in einer zweiten
Stellung den Druckraum mit einem Absteueranschluss verbindet. Dadurch ist es nicht
erforderlich, in der Verbindung zwischen Ventilkörper und Hochdruckanschluss eine
Drossel vorzusehen, die die erforderliche Schaltzeit verlängert und damit auch die
maximale Schaltfrequenz begrenzt. Da der Ventilkörper mit geringen Kräften zwischen
zwei Stellungen bewegbar ist, in denen das Fluid wahlweise zu dem Druckraum strömt
oder von dort abströmt, kann die benötigte Schaltzeit sehr kurz gehalten werden. Entsprechend
kann mit dem Steuerventil dann die Einspritzventilnadel eines Einspritzventils für
eine intermittierende Flüssigkeitseinspritzung bewegt werden.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung heben sich die durch das Fluid
auf den Ventilkörper wirkenden Druckkräfte in axialer Richtung in der ersten und zweiten
Stellung im Wesentlichen auf. Dann ist das Steuerventil besonders gut für hohe Drücke
von beispielsweise über 1500 bar einsetzbar, da ansonsten bei axialen Druckkräften
durch das Fluid sich die für den Schaltvorgang erforderlichen Schaltkräfte negativ
auswirken können.
[0008] Für die Ausbildung des Steuerventils als 3/2-Wegeventil umgibt vorzugsweise ein mit
dem Hochdruckanschluss verbundner ringförmiger Kanal den Ventilkörper und in einer
ersten Stellung ist der Kanal mit einer am Ventilkörper angeordneten Schaltkammer
in Verbindung und in der zweiten Stellung ist der Kanal von der Schaltkammer getrennt.
Ferner kann der Ventilkörper in der ersten Stellung eine Schaltkammer von dem Absteueranschluss
trennen und in der zweiten Stellung die Schaltkammer mit dem Absteueranschluss verbinden.
Während der ersten und der zweiten Stellung ist dann die Schaltkammer jeweils mit
dem Druckraum zur Steuerung der Bewegung des Einspritzventils verbunden.
[0009] Um bei einer Bewegung des Ventilkörpers auftretende Axialkräfte durch Druckunterschiede
zu vermeiden, ist vorzugsweise in dem Ventilkörper eine in axiale Richtung sich erstreckende
Entlastungsleitung vorgesehen. Die Entlastungsleitung kann dabei an einer Seite mit
dem Absteueranschluss und auf der anderen Seite mit einer Kammer benachbart zu der
Stirnfläche des Ventilkörpers in Verbindung stehen.
[0010] Für eine definierte Gestaltung des Schaltvorganges und der Schaltzeit kann an dem
Ventilkörper eine Drossel zur Verringerung der Menge an strömendem Fluid beim Öffnen
und/oder Schließen des Steuerventils vorgesehen sein. Es können auch mehrere Drosseln
am Ventilkörper oder an den Kanälen zu dem Ventilkörper vorgesehen sein.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine geschnittene Detailansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Steuerventils, und
- Figur 2
- eine grafische Darstellung des Schaltvorgangs des Steuerventils der Figur 1.
[0012] Das dargestellte Steuerventil dient zur Steuerung eines Einspritzsystems zur Kraftstoffeinspritzung
in den Brennraum einer Verbrennungskraftmaschine, wobei das Einspritzsystem ein Einspritzventil
10 für die Flüssigkeitseinspritzung, insbesondere für Verbrennungskraftmaschinen wie
Dieselmotoren, bei denen der Kraftstoff mit Einspritzdrucken von z.B. mehr als 1.500
bar erfolgt, um die Schadstoffemissionen gering zu halten. Das Einspritzventil 10
umfasst eine axial bewegliche Einspritzventilnadel, mittels der ein oder mehrere Einspritzöffnungen
verschließbar sind. Ferner umfasst das Einspritzsystem ein Steuerventil mittels der
die Bewegung der Einspritzventilnadel gesteuert wird.
[0013] Das Steuerventil umfasst einen durch elektrische Impulse gesteuerten Magneten 1,
mittels dem ein durch eine Feder 2 vorgespannter Ventilkörper 3 bewegbar ist. Der
Ventilkörper 3 ist im Wesentlichen bolzenförmig ausgebildet und für einen Schaltvorgang
geringfügig in axiale Richtung bewegbar. Der Ventilkörper 3 ist dabei innerhalb eines
Gehäuses 20 des Steuerventils aufgenommen.
[0014] An dem Steuerventil ist ein Hochdruckanschluss 6 vorgesehen, der einerseits mit dem
Steuerventil und andererseits mit dem Einspritzventil in Verbindung steht. Das Einspritzventil
ist durch eine Ventilnadel steuerbar, um eine intermittierende Flüssigkeitseinspritzung
in einen Raum einer Verbrennungskraftmaschine vorzunehmen. Die Ventilnadel ist dabei
über einen Steuerkolben 9 in axiale Richtung bewegbar, dessen Bewegung durch das Steuerventil
gesteuert wird. Die Rückstellung erfolgt durch eine Düsennadelfeder 16.
[0015] Hierfür ist an dem Ventilkörper eine Schaltkammer 7 ausgebildet, die ringförmig eine
Aussparung an dem Ventilkörper 3 umgibt und nach außen hin von einer Innenwand des
Gehäuses 20 begrenzt wird.
[0016] In einer ersten Stellung verbindet das Steuerventil den Hochdruckanschluss 6 mit
einem Druckraum 23, der benachbart zu einer Stirnfläche des Steuerkolbens 9 für das
Einspritzventil angeordnet ist. Hierfür ist der Hochdruckanschluss 6 mit einer ringförmigen
Kammer 22 um den Ventilkörper 3 in Verbindung und in der in Figur 1 dargestellten
Position ist eine Hochdruckschaltseite 5 geöffnet, d.h. ein Spalt ist zwischen der
ringförmigen Kammer 22 und der Schaltkammer 7 ausgebildet. Die Schaltkammer 7 ist
über eine Steuerleitung 8 mit der Druckkammer 23 in Verbindung. Eine Absteuerseite
4 ist verschlossen, wobei zwischen dem Gehäuse 20 und einer Aufweitung an dem Ventilkörper
3 ein entsprechender Ventilsitz ausgebildet ist. Die Absteuerseite 4 trennt in dieser
Position die Schaltkammer 7 von einem Absteueranschluss 11, der mit einer Rückführleitung
zu dem Speicher für das Fluid verbunden sein kann. Durch die Verbindung des Hochdruckanschlusses
6 mit der Druckkammer 23 wird die Ventilnadel über den Steuerkolben 9 in die geschlossene
Position gedrückt.
[0017] Wird der Steuermagnet 1 bestromt bewegt sich der Ventilkörper 3 mit einer Zugkraft
eines Ankers 21 gegen die Kraft der Feder 2 nach oben, wodurch die Hochdruckschaltseite
5 verschlossen wird, d.h. es ist kein Spalt mehr zwischen der Kammer 22 und der Schaltkammer
7 ausgebildet. Im oberen Bereich wird die Absteuerseite 4 hingegen geöffnet und eine
Verbindung zwischen der Schaltkammer 7 und dem Absteueranschluss 11 hergestellt. Dadurch
kann das Fluid von der Druckkammer 23, die Steuerleitung 8, die Schaltkammer 7 zu
dem Absteueranschluss 11 strömen und somit kann der Druck in der Druckkammer 23 abgebaut
werden, wodurch sich der Steuerkolben 9 mit der Ventilnadel des Einspritzventils nach
oben bewegt um die Einspritzdüse 10 zu öffnen.
[0018] Zum Schließen des Steuerventils wird der Steuermagnet 1 stromlos geschaltet. Die
Feder 2 bewegt den Ventilkörper 3 wieder in die Ausgangslage zurück und die Druckkammer
23 ist wieder mit dem Hochdruckanschluss 6 verbunden und durch den entsprechenden
Druckanstieg schließt die Ventilnadel wieder die Einspritzdüse 10.
[0019] Das so dargestellte Steuerventil arbeitet nach dem 3/2-Schaltprinzip, das jeweils
zwei von drei Anschlüssen miteinander verbindet. Als Hydraulikmedium wird vorzugsweise
der bereits unter hohem Druck zur Verfügung stehende Kraftstoff verwendet, wobei optional
auch ein Steueröl, beispielsweise Motorschmieröl einsetzbar ist.
[0020] Um keine Druckkräfte in axiale Richtung auf den Ventilkörper 3 einwirken zu lassen,
ist in dem Ventilkörper eine Entlastungsleitung 13 ausgespart, die auf einer Seite
über Querbohrungen mit dem Absteueranschluss 11 verbunden ist und auf der anderen
Seite mit einer benachbart zu einer Stirnfläche des Ventilkörpers 3 angeordneten Kammern
24 in Verbindung steht. Dadurch wirken auf den Ventilkörper 3 in beiden Endstellungen
an den axialen Stirnseiten nur Druckkräfte, die an dem Absteueranschluss 11 herrschen.
[0021] Optional ist zwischen Schaltkammer 7 und Absteuerseite 4 eine Drossel 12 vorgesehen.
Diese beeinflusst je nach Drosselquerschnitt die Geschwindigkeit der Öffnungsbewegung
der Einspritzdüse 10 und damit auch den Druckanstieg im Brennraum bei Verbrennungsbeginn.
Wie in Figur 2 zu sehen ist, kann ein Schaltvorgang grafisch über die Zeit t und das
Volumen Q an eingespritzem Fluid über die Zeit dargestellt werden. Bei dem Schaltvorgang
14 ist die Schaltzeit beim Öffnen und Schließen des Einspritzventils minimiert. Mittels
einer Drossel 12 ist es möglich, eine Flanke des Einspritzverlaufes zu modifizieren,
beispielsweise wenn der Druckanstieg bei Verbrennungsbeginn etwas langsamer ausgestaltet
werden soll. Dann kann durch eine Drossel 12 ein Schaltverlauf erzeugt werden, wie
er mit der gestrichelten Linie 15 dargestellt ist. Durch die Ausbildung des Steuerventils
und der Geometrie von ein oder mehreren Drosseln kann somit ein optimales Einspritzverhalten
erzeugt werden.
[0022] Bei dem Ventilkörper ist in der ersten und zweiten Position nur eine geringe Schaltkraft
erforderlich, um diesen zu bewegen. Denn auch bei den hohen Druckkräften des Fluides
ist sichergestellt, dass die in axiale Richtung wirkenden Druckkräfte sich im Wesentlichen
aufheben. Aufgrund der geringen Schaltkräfte und der kurzen Ansprechzeit des Steuerventils
werden exakte und schnelle Schaltbewegungen der Einspritzdüse 10 erreicht und somit
kann der Verbrennungsvorgang, das Emissionsverhalten und der Kraftstoffverbrauch optimiert
werden. Ferner kann auch bei einer optimierten Schaltstellung die Geräuschentwicklung
und der NOx-Ausstoß des Verbrennungsmotors minimiert werden.
[0023] Nachdem der Ventilkörper 3 die Verbindung zu dem Hochdruckanschluss in der zweiten
Schaltstellung trennt, wird verglichen mit Einspritzventilen, beim Steuerventil lediglich
eine Drossel zwischen der Druckkammer und dem Hochdruckanschluss vorgesehen ist, der
Wirkungsgrad verbessert.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Beispielsweise
kann die Drossel 12 je nach Bedarf auch eine andere Geometrie aufweisen oder es können
mehrere Drosseln an dem Ventilkörper 3 ausgebildet sein. Ferner ist es möglich, auch
in der Steuerleitung 8 bei Bedarf eine Drossel vorzusehen.
1. Steuerventil für ein Einspritzsystem, insbesondere für Verbrennungskraftmaschinen,
mit einem Gehäuse (20), an dem ein mit einem Einspritzventil und dem Steuerventil
verbundener Hochdruckanschluss (6) vorgesehen ist, und einem in dem Gehäuse angeordneten
in eine axiale Richtung bewegbaren Ventilkörper (3), der in einer ersten Stellung
den Hochdruckanschluss (6) mit einem Druckraum (23) zur Steuerung der Bewegung des
Einspritzventils (10) und in einer zweiten Stellung den Druckraum (23) mit einem Absteueranschluss
(11) verbindet.
2. Steuerventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch das Fluid auf den Ventilkörper (3) wirkenden Druckkräfte in axiale Richtung
sich in der ersten und zweiten Stellung im Wesentlichen aufheben.
3. Steuerventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit dem Hochdruckanschluss (6) verbundener ringförmiger Kanal (22) den Ventilkörper
(3) umgibt und in der ersten Stellung der Kanal (22) mit einer am Ventilkörper (3)
angeordneten Schaltklammer (7) in Verbindung steht und in der zweiten Stellung der
Kanal (22) von der Schaltkammer (7) getrennt ist.
4. Steuerventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilkörper (3) in der ersten Stellung eine Schaltkammer (7) von dem Absteueranschluss
(11) trennt und in der zweiten Stellung die Schaltkammer (7) mit dem Absteueranschluss
(11) verbindet.
5. Steuerventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Ventilkörper (3) eine in axiale Richtung sich erstreckende Entlastungsleitung
(13) vorgesehen ist.
6. Steuerventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlastungsleitung (13) an einer Seite mit dem Absteueranschluss (11) in Verbindung
steht und auf der anderen Seite mit einer Kammer (24) benachbart zur Stirnfläche des
Ventilkörpers (3) in Verbindung steht.
7. Steuerventil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Schaltkammer (7) und Absteuerseite (4) eine Drossel (12) zur Verringerung
der Menge an strömendem Fluid bei einem Schaltvorgang zum Öffnen und/oder Schließen
des Steuerventils vorgesehen ist.
8. Steuerventil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drossel (12) in einer Schaltkammer (7) des Ventilkörpers (3) angeordnet ist und
nur beim Öffnen des Einspritzventils wirksam ist.
9. Steuerventil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Steuerventils eine intermittierende Flüssigkeitseinspritzung bei Drücken
von mehr als 1500 bar steuerbar ist.