[0001] Die Erfindung betrifft eine Ausgabeeinheit für Waren, insbesondere Backwaren, wie
Brötchen, Baguettes und Brote, welche unter Zwischenlagerung von einer Produktionsstelle
zu einer Verbraucherstelle zu transportieren sind.
[0002] In Bäckereien beispielsweise tritt die Situation auf, daß Brötchen aus einem Ofen
kommend zwischengelagert werden müssen, bevor sie verkauft oder anderweitig verbraucht
werden. Es sind Systeme bekannt, bei denen die Brötchen von Hand in einen Behälter
umgefüllt werden, aus dem sie durch eine Ausgaberinne entnommen werden können. Hierbei
tritt oftmals das Problem auf, daß die Brötchen mit ihrer unregelmäßigen und zerklüfteten
Form ineinander verkanten, so daß das Entnehmen schwierig wird.
[0003] Aus der DE 68 11 706 U1 ist eine Vorrichtung zum Ausgeben von kleinen Flaschen bekannt.
Dort ist ein Drehstab vertikal in einer Säule angeordnet, dessen Flügel in einen oberen
und in einen unteren Gehäuseraum hineinreichen.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Ausgabeeinheit für Waren bereit zu stellen,
bei der die Waren vereinzelt entnommen werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Ausgabeeinheit nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß bei der Ausgabeeinheit mindestens eine Säule
vorgesehen ist, in der zumindest ein Drehkreuz angeordnet ist, welches eine Mehrzahl
von getrennten Fächern in der Säule definiert, wobei die Waren von einem Fach in ein
nachfolgendes Fach übergeben werden, indem sich das Drehkreuz um einen Winkelbetrag
dreht, der der Größe eines Faches entspricht, wenn das in Drehrichtung letzte Fach
als leer festgestellt wird. Die Drehkreuze, die eine entsprechend der Anzahl parallel
zu transportierender Waren Längsabmessung haben, stellen sicher, daß die Vereinzelung
während des gesamten Transportweges durch die Säule beibehalten wird. Die Fächer bilden
dabei Lagerstellen für die Waren, so daß nach einer bevorzugten Ausführungsform jede
Säule mehrere Drehkreuze entsprechend der Anzahl der benötigten Lagerstellen aufweist.
[0007] Weiter vorteilhaft sind in einer Säule die Drehkreuze vertikal übereinander angeordnet,
so daß der Transport der Waren mit Hilfe der Schwerkraft geschieht.
[0008] Um ein Verkanten zu verhindern, kann die Übergabe vom letzten Fach eines Drehkreuzes
in das erste Fach des nachfolgenden Drehkreuzes über eine schiefe Ebene erfolgen,
wobei, je nach Art der Ware, eine Neigung im Bereich zwischen 20° und 35° bei der
schiefen Ebene bevorzugt ist, bei Brötchen liegt die Neigung bevorzugt im Bereich
zwischen 22° und 30°. Hierdurch wird ein Taumeln der Brötchen verhindert.
[0009] Vorzugsweise ist in jedem Fach ein Sensor zum Feststellen der Belegung des Faches
vorgesehen, beispielsweise ein optoelektronischer Sensor einer Lichtschranke, so daß
die Drehung des entsprechenden Drehkreuzes entsprechend ausgelöst werden kann.
[0010] Vorteilhaft ist jedes Drehkreuz von einem Motor angetrieben, der beispielsweise ein
Schrittmotor sein kann.
[0011] Wesentlich ist auch, daß die Stillstandsposition des Drehkreuzes festgelegt ist,
um die Fächer genau zu definieren. Dies kann durch eine Lichtschrankensteuerung geschehen,
die die Position eines Flügels des Drehkreuzes feststellt.
[0012] Zusätzliche Lagerstellen können geschaffen werden, indem auf einem Transportband,
welches die Waren aus der bzw. den Säulen abfördert, Noppen vorgesehen sind, die Kammern
definieren.
[0013] Für den Einsatz der Ausgabeeinheit bei Backwaren sollte das Drehkreuz bzw. die Drehkreuze
aus Drahtgitter, Maschendraht oder gelochtem Metallblech aufgebaut sein, um die Qualität
der Backwaren sicherzustellen. Es hat sich gezeigt, daß bei Verwendung von Kunststoff
der Feuchtigkeitsgehalt in Brötchen zu hoch verbleibt, während sie zu schnell aushärten,
wenn sie auf Metallplatten und dergleichen transportiert werden.
[0014] Die Ausgabeeinheit weist den Vorteil der Hygiene auf, da Waren, die das letzte Fach,
also das untere Fach der Weiterleitungskette, verlassen haben, nicht von einem Kunden
in das Fach zurückgelegt werden können.
[0015] Im folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert
werden. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Schnittansicht durch eine Ausgabeeinheit gemäß einer ersten Ausführungsform der
Erfindung; und
- Figur 2
- eine Schnittansicht durch eine Ausgabeeinheit gemäß einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung.
[0016] Obwohl die Erfindung in bezug auf Backwaren, wie Brötchen, Baguettes und auch Brote
beschrieben wird, sollte deutlich sein, daß diese immer dann eingesetzt werden kann,
wenn Waren vereinzelt übergeben und transportiert bzw. ausgegeben werden sollen.
[0017] Die Ausgabeeinheit, die in Fig. 1 darstellt ist, weist zwei Säulen 100, 200 auf,
wobei in jeder der Säulen 100, 200 jeweils drei Drehkreuze übereinanderliegend angeordnet
sind. Die Lage der Säulen ist strichliert angedeutet. Jedes Drehkreuz, wie beispielhaft
für das Drehkreuz 210 dargestellt, definiert drei Fächer 222, 224, 226 durch seine
Flügel 212, 214, 216 und 218. Das Drehkreuz 210 ist durch einen nicht dargestellten
Motor im Gegenuhrzeigersinn bewegbar.
[0018] Die nicht besonders durch Bezugsziffern gekennzeichneten Drehkreuze in den Säulen
100, 200 sind bei dieser Ausführungsform der Erfindung identisch aufgebaut. Es versteht
sich, daß die Konfiguration jedes Drehkreuzes, wie 210, nicht auf vier Flügel beschränkt
ist, es können auch weniger oder mehr Flügel vorgesehen sein, abhängig von der Ware,
die transportiert werden soll. Es hat sich herausgestellt, daß für Backwaren, wie
Brötchen, ein Drehkreuz mit vier Flügeln besonders geeignet ist, da dann hinreichend
Flexibilität verbleibt, um an unterschiedliche Größen der Backwaren angepaßt zu sein.
[0019] Jeder Motor ist über drei Schrauben, angedeutet durch Bohrlochkreise 232, 234, 236,
mit dem jeweiligen Drehkreuz verbunden, und zwar derart, daß die Motorwelle konzentrisch
zu der Achse des Drehkreuzes ist.
[0020] In jedem der Fächer ist ein Sensor 242, 244 und 246, beispielsweise als Lichtschranke
ausgeschaltet, vorgesehen. Dieser Sensor stellt jeweils fest, ob das jeweilige Fach
belegt ist oder nicht. Abhängig von dem Ergebnis der Überprüfung wird der Motor angesteuert,
um das Drehkreuz 210 in Richtung in den Uhrzeigersinn um 90° weiter zu drehen. Die
Drehung um 90° entspricht der Ausgestaltung des Drehkreuzes 210 mit vier Flügeln 212,
214, 216, 218. Wird ein Drehkreuz mit einer anderen Anzahl von Flügeln eingesetzt,
ändern sich die Winkelbeträge entsprechend.
[0021] Die Backwaren 110, beispielsweise Brötchen, werden vom Ofen über ein Endlosband 120
an die Ausgabeeinheit herangeführt. Üblicherweise werden mehrere Brötchen 110 gleichzeitig
transportiert, z. B. zehn oder auch mehr, abhängig von der Größe des Ofens bzw. der
Ausgabeeinheit. Jede Säule 100, 200 weist an ihrer Oberseite eine Klappe 102, 202
auf, die abhängig vom Beladezustand der Säule 100, 200 geöffnet oder geschlossen werden
kann. Wenn die Ausgabeeinheit leer ist, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel,
können beide Klappen 102, 202 offen sein. Die Brötchen 110 werden dann mit Hilfe einer
bewegbaren Klappe 112 in Richtung auf die Säule 100 geschoben und fallen durch die
geöffnete Klappe 102 in das erste Fach 122. Der jeweilige Sensor erkennt, daß das
Fach 122 befüllt ist, das Fach 124 jedoch leer, und veranlaßt die Drehung des Drehkreuzes
um 90°. Die Brötchen 110 werden dann in ihrer vereinzelten Form in das Fach 124 transportiert,
das Fach 122 ist für die Aufnahme neuer Brötchen 110 bereit. Durch weitere Drehung
des Drehkreuzes um 90° wird das Fach 126 mit den Brötchen aus Fach 124 befüllt, Fach
122 wird neu versorgt. Im Fach 126 ruhen die Waren auf einer schiefen Ebene 128 und
werden dadurch in Richtung auf eine Übergabeöffnung 130 gezwungen. Die schiefe Ebene
128 hat eine Neigung, die für die Übergabe von Brötchen bevorzugt im Bereich von 22°
bis 30° liegt, um zu verhindern, daß sich die Brötchen drehen. Wenn andere Waren mit
einem unterschiedlichen Taumelungsverhalten transportiert werden sollen, können andere
Neigungen erforderlich bzw. angebracht sein. Durch die Übergabeöffnung 130 gelangen
die Brötchen dann in den Wirkungsbereich des nächsten Drehkreuzes und werden dort
wie eben beschrieben transportiert. Anschließend gelangen sie in den Wirkungsbereich
des dritten Drehkreuzes der Säule 100 und von dort aus auf ein Transportband 140,
das sie zu einem Längsförderer 150 führt, von dem sie dann vom Verbraucher entnommen
werden können.
[0022] Wenn die Säule 100 vollständig befüllt ist, schließt sich die Klappe 102, und die
Brötchen 110 werden durch die Klappe 112 zur Säule 200 transportiert, in der dann
ein Ablauf wie oben beschrieben stattfindet.
[0023] Bei zwei Säulen 100, 200 können insgesamt achtzehn Fächer mit vereinzelt durchlaufenden
Waren befüllt werden. Wenn beispielsweise zehn Brötchen 110 gleichzeitig von der Klappe
112 transportiert werden, ergibt sich eine Lagerungskapazität von 180 Brötchen.
[0024] Durch entsprechende Ausgabeöffnungen aus den Säulen 100 bzw. 200 wird sichergestellt,
daß die zuerst gebackenen Brötchen auch zuerst verkauft werden. Wenn sich eine Säule
entsprechend geleert hat, wird sie erneut beschickt.
[0025] Die Stellung der Drehkreuze 210 wird dadurch gesichert, daß hinter einem Langloch
220 Lichtschranken angeordnet sind, so daß, wenn beispielsweise das vertikal Stehen
des Flügels 212 festgestellt wird, der Motor für das Drehkreuz 210 angehalten wird.
Als Motor kann auch ein Schrittmotor vorgesehen sein, der nach einer vorbestimmten
Anzahl von Schritten anhält.
[0026] Jedes Drehkreuz 210 ist bevorzugt aus einem Drahtgitter, Maschendraht oder gelochtem
Blech hergestellt, weil dann sichergestellt ist, daß die Backwaren gut abdampfen und
nicht frühzeitig aushärten. Bei anderen Waren kann auch an andere Materialien gedacht
werden, beispielsweise an Kunststoff oder Metallbleche, mit oder ggf. auch ohne Öffnungen.
[0027] Eine zweite Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 2 dargestellt. Hier können
verschiedene Arten von Waren, beispielsweise Schnittbrötchen, Vollkornbrötchen und
Baguettes transportiert und zwischengelagert werden. Es sind vier Säulen 100, 200,
300, 400 vorgesehen, wobei die Säulen 100, 200 für Schnittbrötchen, die erfahrungsgemäß
am meisten verkauft werden, gedacht sind. Dementsprechend umfassen sie fünf Drehkreuze,
beispielsweise 210, die entsprechend der Ausführungsform nach Fig. 1 Fächer definieren
und über entsprechende schiefe Ebenen und Übergabeöffnungen für den Weitertransport
der Waren sorgen. Vollkornbrötchen, mit einem geringeren Verkaufsvolumen, werden in
einer Säule 300 mit vier Drehkreuzen transportiert, Baguettes wiederum in einer Säule
400 mit fünf Drehkreuzen, wobei aber die Flügellänge geringer ist als bei den Drehkreuzen
der Säulen 100, 200, 300. Mit der Erfindung ist es nämlich möglich, für eine optimale
Anpassung an Durchsatz an Warengröße zu sorgen.
[0028] Die Baguettes aus der Säule 400 werden an eine Ausgabeöffnung 410 gegeben und können
dort direkt entnommen und ggf. einsortiert werden. Die Brötchen, sowohl die Schnittbrötchen
aus den Säulen 100, 200, als auch die Vollkornbrötchen aus der Säule 300, gelangen
auf ein Querförderband 140 bzw. 340, wobei jedes der Querförderbänder 140, 340 mit
einer Vielzahl von Noppen 142 bzw. 342 versehen ist, die die Transportseite des Querförderers
140, 340 wiederum in Kammern unterteilen, welche eine weitere Lagerungsmöglichkeit
für die transportierten Waren darstellt.
[0029] Insgesamt ist es mit der Erfindung möglich, Waren von einer Produktionsstelle bis
zu einer Verbraucherstelle vereinzelt durchzureichen, ohne daß die Gefahr von Verkanten,
Verstopfungen und dergleichen besteht.
[0030] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination
für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.
1. Ausgabeeinheit für Waren, insbesondere Backwaren, wie Brötchen, Baguettes und Brote,
welche unter Zwischenlagerung von einer Produktionsstelle zu einer Verbraucherstelle
zu transportieren sind, mit mindestens einer Säule (100, 200, 300, 400), in der zumindest
ein Drehkreuz (210) angeordnet ist, welches eine Mehrzahl von getrennten Fächern (222,
224, 226) in der Säule definiert, wobei die Waren von einem Fach (z. B. 222) in ein
nachfolgendes Fach (z. B. 224) übergeben werden, indem sich das Drehkreuz (210) um
einen Winkelbetrag dreht, der der Größe eines Faches (222, 224, 226) entspricht, wenn
das in Drehrichtung letzte Fach (226) als leer festgestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse des mindestens einen Drehkreuzes (210) horizontal ausgerichtet ist.
2. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Säule (100, 200, 300, 400) mehrere Drehkreuze (210) entsprechend der Anzahl
der benötigten Lagerstellen aufweist.
3. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Säule (100, 200, 300, 400) die Drehkreuze vertikal übereinander angeordnet
sind.
4. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Übergabe vom letzten Fach (226) eines Drehkreuzes (210) in das erste Fach des
nachfolgenden Drehkreuzes über eine schiefe Ebene (128) erfolgt.
5. Ausgabeeinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der schiefen Ebene (128) im Bereich zwischen 22° und 35°, bevorzugt zwischen
22° und 30°, liegt.
6. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Fach (222, 224, 226) ein System mit einem Sensor (242, 244, 246) zum Feststellen
der Belegung des Faches vorgesehen ist.
7. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Drehkreuz (210) von einem Motor angetrieben ist.
8. Ausgabeeinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor ein Schrittmotor ist.
9. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stillstandsposition des Drehkreuzes (210) durch eine Lichtschrankensteuerung
festgelegt ist.
10. Ausgabeeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das warenmäßig stromabwärts liegende Ende der Säule (100, 200, 300) die jeweiligen
Waren auf ein Transportband (140, 340) fördert, welches durch Noppen (142, 342) in
Kammern unterteilt ist.
11. Ausgabeeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehkreuz (210) bzw. die Drehkreuze aus Drahtgitter, Maschendraht oder gelochtem
Metallblech aufgebaut sind.