[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Zugimpulses
zwischen mehreren elektrisch leitfähigen Strukturen.
[0002] Bekannte elektromagnetische Wandler, bestehend aus einer Spulenstruktur und einer
leitfähigen Membranstruktur, wie sie beispielsweise in Stoßwellenquellen zur Nierensteinzertrümmerung
eingesetzt werden, erzeugen beim Aufschalten von Stromimpulsen stets Druckimpulse.
Wenn in einer Anwendung jedoch Zugimpulse erforderlich sind, so werden üblicherweise
Zugimpulse in Fluiden oder Festkörpern dadurch erzeugt, dass ein Druckimpuls, der
in dem Fluid oder Festkörper erzeugt worden ist, durch Reflexion an einer akustisch
weichen Grenzfläche in einen Zugimpuls verwandelt wird. Piezoelektrische Wandler (Transducer)
hingegen können theoretisch so geschaltet werden, dass sie zur Erzeugung von Zugimpulsen
dienen. Die Ankopplung an einen Prüfling erfordert dabei fluide Koppelmedien. Anwendung
findet dieses Verfahren in der zerstörungsfreien Materialprüfung, mit der insbesondere
kleine Störstellen in Materialien oder Delaminationen detektiert werden können.
[0003] Die Benutzung piezoelektrischer Transducer zur Erzeugung von Zugimpulsen hat jedoch
folgende Nachteile: bei hohen Zugimpulsamplituden kann es zur Entstehung von Kavitation
im Ankoppelmedium kommen, wodurch starke Verluste entstehen. Außerdem beruht der piezoelektrische
Effekt auf Festkörpereigenschaften des benutzten piezoelektrischen Materials, wodurch
es zur Einschränkung in der maximalen Amplitude und zu einer Begrenzung der Schnelligkeit
der Vorrichtung kommt. Weitere Probleme piezokeramischer Materialien sind Depolarisation
und mechanische Zerrüttung bei hohen Zugamplituden.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, das
diese Nachteile überwindet, d.h., das Zugimpulse mit verbesserter Effizienz und höheren
Amplituden herstellen kann. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung
bereitzustellen, mit der das verbesserte Verfahren durchgeführt werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren nach Anspruch 1 als auch mit der Vorrichtung
nach Anspruch 16 gelöst.
[0006] Danach wird ein Verfahren zur Erzeugung von attraktiven Kräften zwischen elektrisch
leitfähigen Strukturen bereitgestellt, das die folgenden Schritte umfasst: a) Bereitstellen
von drei gegeneinander isolierten, nebeneinanderliegenden und elektrisch leitfähigen
Strukturen, b) Erzeugen eines Magnetfelds mit einer der beiden äußeren leitfähigen
Strukturen, der ersten leitfähigen Struktur, derart, dass dessen Magnetflusslinien
die zweite und dritte leitfähige Struktur durchdringen und c) Abschalten des Magnetfelds,
wobei in der zweiten und dritten leitfähigen Struktur jeweils ein im Wesentlichen
gleichsinniger Strom induziert wird, der zur Ausbildung einer Anziehungskraft zwischen
mindestens der zweiten und dritten leitfähigen Struktur führt.
[0007] Im Gegensatz zur Erzeugung von Zugimpulsen mit Hilfe piezoelektrischer Transducer
wird im erfindungsgemäßen Verfahren somit ein elektromagnetisches Prinzip benutzt,
nämlich die Ausbildung induzierter Ströme in benachbarten leitfähigen Strukturen nach
dem Lenz'schen Prinzip und der daraus resultierenden attraktiven Kraft zwischen den
beteiligten Strukturen. Die Kräfte des Zugimpulses greifen also direkt in den leitfähigen
Strukturen an. Dadurch ist einerseits das Vorhandensein eines Koppelmediums nicht
mehr zwingend erforderlich und andererseits kann der Zugimpuls ohne Reflexion eines
Druckimpulses erzeugt werden. Weiterhin hängt die Stärke und/oder die Dauer des Zugimpulses
weniger von Festkörpereigenschaften als von der Stärke des Magnetfelds und/oder der
Magnetfeldabschaltdauer, der Kommutierungszeit, ab.
[0008] Das Verfahren lässt sich außerdem auch auf mehr als drei elektrisch leitfähige gegeneinander
isolierte Strukturen erweitem, wobei es zur Ausbildung von attraktiven Kräften in
den Strukturen kommt, die vom Magnetfeld durchdrungen werden.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform kann die Dicke der mittleren der drei leitfähigen
Strukturen, die zweite leitfähige Struktur, kleiner oder gleich einer Eindringtiefe,
die sich aus der Zeit, in der das Magnetfeld abgeschaltet wird, ergibt, gewählt werden.
Die Eindringtiefe eines induzierten Stroms ergibt sich dabei durch die Skintiefe,
die sich unter anderem aus der Frequenz eines Stroms ergibt. Hier lässt sich die Frequenz
als Kehrwert der Kommutierungszeit ermitteln, wodurch somit die Eindringtiefe berechnet
werden kann. Wählt man die Dicke der zweiten leitfähigen Struktur dünner als diese
Eindringtiefe, so kommt es bereits während der Kommutierungszeit zu einer Durchflutung
(magnetische Durchdringung) auch der mittleren leitfähigen Struktur. Das heißt, dass
die mittlere elektrisch leitfähige Struktur den Abschaltvorgang nicht vollständig
abschirmt. Die Kombination von "Kraftwirkung infolge des Abschaltens der primären
stromführenden Struktur" mit der "Kraftwirkung infolge des Zerfalls einer sekundären,
induzierten Stromdichteverteilung in der mittleren leitfähigen Struktur" erlaubt somit
eine Effizienzoptimierung des Verfahrens. Daher kann nicht allgemein gültig gesagt
werden, dass eine schnellstmögliche, also kürzeste Kommutierungszeit die maximalen
Zugamplituden zur Folge hat.
[0010] Vorteilhafterweise können die zweite und/oder dritte leitfähige Struktur aus nichtmagnetischem
und nichtferritischem Material bestehen. Im Gegensatz zur Permeabilität hat die Leitfähigkeit
keine Sättigung, die die Ausbildung hoher Impulsleistungen einschränken könnten.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann im Schritt c) die aus der Anziehungskraft
entstehende Beschleunigung der dritten leitfähigen Struktur dadurch verstärkt werden,
dass die erste und die zweite leitfähige Struktur über eine Isolierung starr miteinander
verbunden, insbesondere verklebt, sind und somit einen einzelnen großen Massekörper
darstellen. Dank der Trägheit dieses großen Massekörpers wird somit die Beschleunigung
im Wesentlichen auf die dritte leitfähige Struktur beschränkt.
[0012] Vorteilhafterweise kann im Schritt a) zwischen der zweiten und dritten leitfähigen
Struktur ein inhomogenes, kompressibles Medium bereitgestellt werden. Dieses Medium
lässt sich leicht komprimieren und erfüllt gleichzeitig die elektrisch isolierende
Funktion.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform kann im Schritt b) das Magnetfeld durch eine
Spule, insbesondere eine einlagige, flächenhafte Spule mit runden oder rechteckigen
Drahtquerschnitten, die mit einem Stromkreis verbunden ist, erzeugt werden. Durch
ein der Anwendung entsprechendes Design kann somit ein Magnetfeld bereitgestellt werden,
das die entsprechende Feldgeometrie und Magnetfeldstärke aufweist, wobei die Magnetfeldstärke
durch die Stromstärke im Stromkreis einstellbar ist.
[0014] Günstigerweise kann im Schritt b) der durch die erste leitfähige Struktur aufgeschaltete
Strom mindestens etwa achtfach, insbesondere mindestens etwa zehnfach, langsamer ansteigen
als er abfällt, damit die beim Einschalten entstehenden abstoßenden Kräfte auf die
zweite und dritte leitfähige Struktur gering bleiben. Da es bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren um Zugimpulse geht, kann durch das langsame Ansteigen eine unnötige Ausbildung
von Druckimpulsen auf einfache Weise vermindert werden.
[0015] Zweckmäßigerweise kann im Schritt b) der durch die erste leitfähige Struktur fließende
Strom so geregelt werden, dass der Strom im Wesentlichen linear ansteigt. Dadurch
werden bei dem langsamen Ansteigen des Stroms die vorhandenen Abstoßungskräfte im
Wesentlichen konstant gering gehalten.
[0016] Vorzugsweise kann im Schritt c) der durch die erste leitfähige Struktur fließende
Strom mit mindestens etwa 0,8 kA/µs, insbesondere mit etwa 1 kA/µs unterbrochen werden.
Die gewählte Abschaltzeit bzw. Kommutierungszeit bestimmt dabei die Eindringtiefe
des Induktionsstroms (Wirbelstrom, Skin-Effekt) und somit die zu wählenden Dicken
der leitfähigen Strukturen.
[0017] Vorteilhafterweise ermöglichen dabei öffnungsschalter auf Halbleiterbasis solche
Abschaltzeiten. Dabei können Abschaltströme von bis zu 6 kA, insbesondere 3 bis 4
kA, innerhalb weniger Mikrosekunden realisiert werden, wodurch man starke Zugimpulse
mit Pulsdauem im Mikrosekundenbereich generieren kann. Geeignete Öffnungsschalter
sind dabei Halbleiterstrukturen wie beispielsweise Abschalt- oder Gate-Turn-Off-Thyristoren
(GTO) und Integrated-Gate-Commutated-Thyristoren (IGCT).
[0018] Günstigerweise kann im Schritt b) der durch die erste leitfähige Struktur fließende
Strom so geregelt werden, dass der Strom bis auf maximal etwa 5 kA, insbesondere etwa
3 bis 4 kA ansteigt. Ausgehend von einer guten elektromagnetischen Kopplung zwischen
den beteiligten Strukturen lassen sich in den zweiten und dritten Strukturen dabei
ähnlich große Ströme und Stromänderungen erzielen. Insgesamt ergibt sich der maximale
Stromwert dabei aus dem für den benutzten Öffnungsschalter maximal zulässigen Abschaltwert.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform kann entweder die zweite oder die dritte leitfähige
Struktur, insbesondere die äußere leitfähige Struktur, ein Material umfassen, das
durch den erzeugten Zugimpuls zerstörungsfrei geprüft wird und wobei das zu prüfende
Material elektrisch leitfähig ist oder eine mit dem zu prüfenden Material fest verbundene
elektrisch leitfähige Schicht aufweist.
[0020] Wie oben erwähnt, können Zugimpulse dazu benutzt werden, Materialien zu untersuchen,
wobei insbesondere Störstellen im Material oder Delaminationen in homogenen Werkstoffen
oder in Verbundstoffen detektiert werden können. Mit ausreichend starken Anregungsimpulsen
ist es denkbar auch nichtlineare Effekte im Festkörper oder in einem Fluid anzuregen
und zu untersuchen. Stellt eine der zweiten und dritten leitfähigen Strukturen, insbesondere
die außenliegende Struktur, ein zu untersuchendes Material dar, so kann mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren ein je nach Magnetfeldstärke und Kommutierungszeit beliebig starker Zugimpuls
in dem Material erzeugt werden. Dabei ist die Anwendung jedoch nicht auf elektrisch
leitfähige Materialien beschränkt, da es auch möglich ist, auf nichtelektrisch leitfähige
Materialien eine elektrisch leitfähige Schicht anzubringen. Diese Schicht sollte dann
allerdings mit dem zu untersuchenden Material fest verbunden sein. Auch in einer solchen
Struktur lassen sich dann die Zugimpulse nach dem elektromagnetischen Prinzip vorteilhaft
erzeugen.
[0021] In einer Variante kann das Verfahren femer den Schritt umfassen: d) Ankoppeln der
dritten leitfähigen Struktur an ein Fluid zur Erzeugung von Kavitationen im Fluid.
Somit ließe sich zur Herstellung von Kavitation die Benutzung von piezoelektrischen
Transducem, die aufgrund ihrer Festkörpereigenschaften nur beschränkte Zugimpulse
erzielen können, ersetzt werden. In einer praktischen Anwendung der Vorrichtung könnten
Moleküle, beispielsweise die Moleküle eines Medikaments, durch die erzeugten Kavitationen
in eine lebende Zelle eingebracht und so das Medikament zielgerichtet verabreicht
werden.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform können die Schritte b) und c) beliebig
oft wiederholt werden. Dadurch lässt sich eine Zugimpulsfolge realisieren, die sowohl
regelmäßig als auch unregelmäßig ausgebildet sein kann.
[0023] Günstigerweise kann dabei das im Schritt b) erzeugte Magnetfeld oder die Dauer des
Abschaltvorgangs des Schritts c) veränderbar sein, um Pulsfolgen mit veränderlichen
Zugimpulsamplituden und/oder Zugimpulsdauem auszubilden. Somit ließe sich die Erfindung
auch als Ultraschalltransducer benutzen, bei dem der piezoelektrische Effekt durch
den elektrodynamischen Effekt ersetzt wird. Je nach Anwendung lässt sich dabei der
Spulenstrom so einstellen, dass die Zugimpulsamplitude der gewünschten Art, ohne dabei
durch Festkörpereigenschaften eingeschränkt zu sein, realisiert werden kann.
[0024] Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 16 gelöst.
[0025] Demgemäß umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung von Zugimpulsen drei
gegeneinander isolierte, nebeneinanderliegende und elektrisch leitfähige Strukturen,
ein Mittel zum Erzeugen eines Magnetfelds mit einer der äußeren leitfähigen Strukturen,
der ersten leitfähigen Struktur, wobei die Magnetfeldlinien die zweite und die dritte
leitfähige Struktur durchdringen, und ein Mittel zum Abschalten des Magnetfelds, wobei
beim Abschalten in der zweiten und dritten leitfähigen Struktur jeweils ein im Wesentlichen
gleichsinniger Strom induziert wird, wodurch es mindestens zwischen der zweiten und
dritten Struktur zur Ausbildung einer Anziehungskraft kommt.
[0026] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt die Erzeugung von Zugimpulsen nach
dem elektromagnetischen Prinzip, nämlich durch die Ausbildung induzierter Ströme in
der zweiten und dritten leitfähigen Struktur nach dem Lenz'schen Prinzip und der daraus
resultierenden attraktiven Kraft zwischen den beteiligten Strukturen, während der
Kommutierungszeit zwischen allen dreien Strukturen und nach dem Abschalten des ursprünglichen
Magnetfelds zwischen der zweiten und der dritten Struktur. Der Zugimpuls wird also
elektromagnetisch direkt in den Werkstoffen der zweiten und dritten leitfähigen Struktur
erzeugt. Dadurch ist einerseits das Vorhandensein eines Koppelmediums nicht zwingend
erforderlich und kann andererseits der Zugimpuls auch ohne Reflexion eines Druckimpulses
erzeugt werden. Weiterhin hängt die erzielbare Stärke des Impulses weniger von Festkörpereigenschaften
wie Polarisation (bei piezoelektrischem Prinzip) oder Permeabilität (bei ferromagnetischem
Prinzip) als von der Größe des Magnetfelds, von der Güte der elektromagnetischen Kopplung
bzw. der Geometrie und von der Optimierung der Parameter Leitfähigkeit und Kommutierungszeit
ab und unterliegt somit kaum Sättigungseffekten. Die Vorrichtung muss dabei nicht
auf drei elektrisch leitfähige Strukturen beschränkt sein, sondem solange das Magnetfeld
auch noch weitere elektrisch leitfähige Strukturen durchdringen kann, tritt der Effekt
auch bei mehr als drei elektrisch leitfähigen Strukturen auf.
[0027] Vorzugsweise kann die erste leitfähige Struktur einer Spule, insbesondere eine einlagige
flächenhafte Spule sein. Durch ein der Anwendung entsprechendes Design kann somit
ein Magnetfeld bereitgestellt werden, das die entsprechende Feldgeometrie und Magnetfeldstärke
aufweist, wobei die Magnetfeldstärke durch die Stromstärke im Stromkreis einstellbar
ist.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform kann das Mittel zum Abschalten des Magnetfelds
ein Halbleiter-Öffnungsschalter sein. Derartige Öffnungsschalter ermöglichen Stromstärkeänderungen
von 3 bis 4 kA/µs, wodurch man starke Zugimpulse generieren kann.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann die mittlere leitfähige Struktur, bezeichnet
als die zweite leitfähige Struktur, eine Dicke aufweisen die kleiner oder gleich einer
Eindringtiefe ist, wobei sich die Eindringtiefe aus der Kommutierungszeit, der Zeit
in der das Magnetfeld abgeschaltet wird, ergibt. Die Induktionsstromeindringtiefe
lässt sich dabei mit Hilfe der Kommutierungszeit, wie oben dargestellt, berechnen.
Dank der dünnen zweiten leitfähigen Struktur kommt es zu einer Durchflutung der zweiten
leitfähigen Struktur bereits während der Kommutierungszeit. Das heißt, dass die zweite
Struktur den Abschaltvorgang nicht vollständig vor der dritten Struktur abschirmt.
Dadurch erzielt man eine Effizienzoptimierung des Verfahrens.
[0030] Zweckmäßigerweise kann die erste und zweite leitfähige Struktur über eine Isolierung
starr miteinander verklebt sein. Dadurch lässt sich eine möglichst große Beschleunigung
der dritten leitfähigen Struktur erzielen, da durch die Verklebung, insbesondere eine
glasharte Verklebung, die Masse der verklebten Struktur im Vergleich zur dritten Struktur
größer wird.
[0031] Günstigerweise kann zwischen der zweiten und dritten leitfähigen Struktur ein inhomogenes,
kompressibles Medium angeordnet sein. Zweckmäßigerweise sind diese Materialien elektrisch
isolierende, faserartige, Hohlräume enthaltende Folien wie beispielsweise Nomex, ein
synthetisches Papier auf Polyarylamidfaserbasis. Dadurch ist eine große Kompressibilität
sichergestellt, wodurch die gewünschte mechanische Relativbewegung ermöglicht wird,
jedoch gleichzeitig die elektrische Isolierung beibehalten wird.
[0032] Die oben beschriebene Vorrichtung zur Erzeugung von Zugimpulsen eignet sich in besonderem
Maße zur Erzeugung von Kavitation in einem Fluid. Da die Zugimpulsamplitude weniger
von Festkörpereigenschaften, wie dies im Falle der piezoelektrischen Transducer der
Fall ist, als von den Magnetfeldeigenschaften abhängt, lässt sich somit der Anwendung
entsprechend die Energie in das Fluid übertragen, die benötigt wird um die Kavitation
zu erzeugen. Bei piezoelektrischen Transducem lassen sich große Amplituden nur durch
Hintereinanderschalten von mehreren Einheiten erzielen, was zu unnötiger Komplexität
und relativ großen Vorrichtungen führt. In einer praktischen Anwendung der Vorrichtung
könnten Moleküle, beispielsweise die Moleküle eines Medikaments, durch die erzeugte
Kavitation in eine lebende Zelle eingebracht werden.
[0033] Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Verwendung der oben dargestellten Vorrichtung
lassen sich die erzeugten Zugimpulse zum Prüfen von Materialeigenschaften benutzen,
wobei das zu prüfende Material elektrisch leitfähig ist oder eine mit dem zu prüfenden
Material fest verbundene elektrisch leitfähige Schicht aufweist und als dritte leitfähige
Struktur dient.
[0034] Dabei lassen sich insbesondere Störstellen im Material oder Delaminationen in homogenen
Werkstoffen oder in Verbundstoffen detektieren. Mit ausreichend starken Anregungsimpulsen
ist es auch denkbar, nichtlineare Effekte im Festkörper oder in einem Fluid anzuregen
und zu untersuchen. Stellt entweder die zweite oder die dritte leitfähige Struktur,
insbesondere die außenliegende Struktur, ein zu untersuchendes Material dar, so kann
mit der Vorrichtung je nach Magnetfeldstärke und Kommutierungszeit ein beliebig starker
Zugimpuls in dem Material erzeugt werden.
[0035] Für die erfindungsgemäße Verwendungen kann auch eine allgemeinere Ausführungsform
der Vorrichtung zur Erzeugung eines Zugimpulses hergenommen werden. Eine solche allgemeinere
Vorrichtung umfasst mindestens zwei gegeneinander isolierte, nebeneinanderliegende
und elektrisch leitfähige Strukturen, ein Mittel zum Erzeugen eines Magnetfelds mit
einer ersten der leitfähigen Strukturen, wobei die Magnetfeldlinien mindestens eine
der mindestens einen weiteren leitfähigen Struktur durchdringen, und weiterhin ein
Mittel zum Abschalten des Magnetfelds, wodurch in mindestens einer der mindestens
einen weiteren leitfähigen Struktur jeweils ein Strom induziert wird, wodurch es mindestens
zwischen der ersten und der mindestens einen der mindestens einen weiteren leitfähigen
Struktur zur Ausbildung einer Anziehungskraft kommt. Diese Vorrichtung kann dann auch
zur Erzeugung von Kavitation in einem Fluid bzw. zur Prüfung von Materialeigenschaften
wie oben beschrieben benutzt werden.
[0036] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
nachstehend erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt des Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2a-c
- die Verfahrensschritte a, b, c des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 3
- einen typischen Stromstärkenverlauf in der ersten leitfähigen Struktur der erfindungsgemäßen
Vorrichtung der Fig. 1, sowie den zeitlichen Verlauf der in der zweiten und dritten
leitfähigen Struktur induzierten Ströme,
- Fig. 4
- zeigt den zeitlichen Verlauf des negativen Drucks in einer angekoppelten Flüssigkeit
(Wasser) in Abhängigkeit von der Zeit für drei verschiedene Kommutierungszeiten T1
= 0,1 µs, T2 = 1 µs und T3 = 10 µs.
[0037] Fig. 1 stellt eine Querschnittsansicht einer Vorrichtung 1 zur Erzeugung eines Zugimpulses
zwischen zwei elektrisch leitfähigen Strukturen gemäß der vorliegenden Erfindung dar.
Die Vorrichtung 1 umfasst drei nebeneinanderliegende elektrisch leitfähige Strukturen
I bis III, wobei die elektrisch leitfähigen Strukturen I und II durch eine Isolationsschicht
5 und die elektrisch leitfähigen Strukturen II und III durch eine Isolationsschicht
7 gegeneinander isoliert sind. Dabei kann die Isolationsschicht 7 aus einem kompressiblen
Medium, insbesondere einem inhomogenen Medium, hergestellt sein. Außerdem kann die
Isolierschicht 5 so ausgebildet sein, dass die elektrisch leitfähige Struktur I starr
mit der elektrisch leitfähigen Struktur II verbunden ist. Insbesondere können die
beiden Schichten glashart miteinander verklebt sein. Die Achse 3 stellt eine Rotationsachse
dar, um die die Vorrichtung 1 rotationssymmetrisch ist.
[0038] Wenn die Achse 3' die Rotationsachse ist, dann entsteht eine Ausführungsform der
Erfindung, die sich z. B. in Rohre zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung einführen
lässt. Dabei stellt dann die elektrisch leitfähige Struktur III das Rohr dar.
[0039] Wenn die Achse 3" die Rotationsachse ist, dann kann die Zugimpulserzeugungseinheit
über ein Rohr, das der elektrisch leitfähigen Struktur III entspricht, geschoben werden
, um z. B. in einem Fluid innerhalb des Rohrs Kavitation zu erzeugen.
[0040] Die daraus resultierende Form der elektrisch leitfähigen Struktur I bis III stellt
jedoch keine Einschränkung der Erfindung dar, sondern dient nur zur Illustration der
Erfindung. Andere Formen der Strukturen I bis III sind daher auch möglich.
[0041] In der gezeigten Ausführungsform entspricht der elektrisch leitfähigen Struktur I
eine Spule, insbesondere eine einlagige flächenhafte Spule, die mit einem Stromkreis
9 verbunden ist. Der Stromkreis 9 umfasst eine Stromquelle 11 und einen geregelten
Schließ- und Öffnungsschalter 13. Die Spule I dient dazu, mit Hilfe des Stromkreises
9 ein magnetisches Feld aufzubauen, dessen Magnetflusslinien die elektrisch leitfähigen
Strukturen II und III durchdringen. Beim Abschalten des Magnetfelds bilden sich dann
attraktive Kräfte zwischen der elektrisch leitfähigen Struktur I und II bzw. III aus.
Zwischen den elektrisch leitfähigen Strukturen II und III existieren diese Kräfte
solange noch während der Kommutierungsphase ein sich ändernder Strom durch den Stromkreis
9 fließt. Attraktive Kräfte zwischen den Strukturen II und III sind aufgrund der induzierten
Ströme weiterhin vorhanden, wenn im Stromkreis 9 bereits kein Strom mehr fließt.
[0042] Als Öffnungsschalter können dabei beispielsweise Abschalt- bzw. Gate-Turn-Off Thyristoren
(GTO) oder Integrated Gate Commutated Thyristoren (IGCT) oder andere Schalter auf
Halbleiterbasis benutzt werden. Mit solchen Bauteilen lassen sich Abschaltströme von
mehreren Kiloampere in wenigen Mikrosekunden realisieren und sind daher in besonderem
Masse für diese Anwendung geeignet.
[0043] In Fig. 1 ist die elektrisch leitfähige Struktur II wesentlich dünner ausgebildet
als die elektrisch leitfähige Struktur III. Dies soll symbolisieren, dass die mittlere
der drei leitfähigen Strukturen dünner ist als die Eindringtiefe des Induktionsstroms,
der sich aus der Kommutierungsdauer ergibt. Dadurch kommt es bereits während der Kommutierungszeit
zu einer Durchflutung (magnetische Durchdringung) der mittleren leitfähigen Struktur
II. Damit wird ermöglicht, dass die mittlere elektrisch leitfähige Struktur II den
Abschaltvorgang nicht vollständig abschirmt, wodurch es zu einer Optimierung der Effizienz
des Verfahrens kommt.
[0044] Bevorzugt werden für die elektrisch leitfähigen Strukturen II und III bzw. auch für
die Magnetfeld erzeugende Struktur I hochleitfähige nichtmagnetische bzw. nichtferritische
Materialien, wie beispielsweise Kupfer oder Aluminium oder Silber benutzt. Es ist
auch denkbar, dass eine oder beide der elektrisch leitfähigen Strukturen II und III
elektrisch leitfähige Fluide, wie etwa Quecksilber, sind. Außerdem können die Isolationsschichten
5 und 7, falls die Relativbewegung erwünscht ist, aus elektrisch isolierenden faserartigen
Hohlräume enthaltenden Folien, wie beispielsweise Nomex ausgebildet sein. Dies schließt
jedoch die Anwendung anderer geeigneter Materialien nicht aus. Wird eine mechanische
Relativbewegung nicht erwünscht, so kann ein glashart aushärtender Epoxydkleber benutzt
werden, der ebenfalls die Isolierung zwischen elektrisch leitfähigen Strukturen garantiert.
[0045] Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung 1 zum Erzeugen von Zugimpulsen ist gemäß der Erfindung
auch bei der berührungslosen Materialprüfung verwendbar. Hierzu ist die Vorrichtung
vorzugsweise so ausgelegt, dass die elektrisch leitfähige Struktur III das zu prüfende
Material umfasst. Um auch verschiedene nichtleitende Materialien prüfen zu können,
kann die elektrisch leitfähige Struktur III galvanisch oder durch Aufdampfen oder
durch Plattieren auf das zu prüfende Material aufgebracht werden.
[0046] Außerdem ist die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung 1 zum Erzeugen von Zugimpulsen auch
geeignet Kavitation in einem an die dritte leitfähige Struktur III angrenzenden Fluid
zu erzeugen. Eine solche Vorrichtung 1 ließe sich dann beispielsweise beim Transport
von Molekülen, wie beispielsweise von Molekülen von Medikamenten, in eine Zelle vorteilhaft
benutzen.
[0047] Die genannten Anwendungen lassen sich eventuell auch unter Ausnutzung einer Vorrichtung
mit nur zwei elektrisch leitfähigen Strukturen erzielen. Eventuell denkbar wäre auch
das Benutzen von mehr als drei elektrisch leitfähigen Strukturen.
[0048] In den Fig. 2a bis 2c wird eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Erzeugung eines Zugimpulses zwischen zwei elektrisch leitfähigen Strukturen illustriert.
Die Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens nutzt hierzu die erfindungsgemäße
Vorrichtung wie in Fig. 1 gezeigt, wobei dies jedoch nur als ein Beispiel anzusehen
ist. Die in Verbindung mit der Beschreibung der Fig. 1 gemachten Aussagen über die
Merkmale und Eigenschaften dieser Vorrichtung treffen daher auch auf die für das Verfahren
benutzte Vorrichtung zu und werden nicht mehr im Detail wiederholt. Gleiche Bezugszeichen
in den Fig. 1 und 2 beziehen sich auf gleiche Bauteile und besitzen daher gleiche
Eigenschaften.
[0049] Fig. 2a illustriert den im Anspruch 1 definierten Verfahrensschritt a) und zeigt
die drei gegeneinander isolierten, nebeneinanderliegenden und elektrisch leitfähigen
Strukturen I, II und III, wobei die elektrisch leitfähige Struktur I eine Spule darstellt,
durch die im Verfahrensschritt a) noch kein Strom fließt und somit auch noch kein
Magnetfeld ausgebildet ist.
[0050] Fig. 2b illustriert den Verfahrensschritt b) gemäß Anspruch 1. Ein elektrischer Strom
fließt durch die Flachspule I und erzeugt ein Magnetfeld B
Spule, das die beiden anderen elektrisch leitfähigen Strukturen II und III durchflutet.
Der zeitliche Anstieg des Stroms dl/dt ist so klein gewählt, dass die dadurch entstehende
abstoßende Kraft zwischen der zweiten Struktur II und der Flachspule I und die abstoßende
Kraft zwischen der dritten Struktur III und der Flachspule I gering ausfällt und somit
der daraus resultierende positive Druckimpuls vemachlässigbar klein ist. Ein Beispiel
des Verlaufs der Stromstärke in der Spule wird im Zusammenhang mit der Fig. 3 gezeigt
und näher erläutert.
[0051] Fig. 2c illustriert den Verfahrensschritt c) gemäß Anspruch 1. Das Magnetfeld B
Spule wird durch den in Fig. 1 gezeigten Öffnungsschalter 13 abgeschaltet, wodurch es zu
einer starken zeitlichen Stromstärkenänderung in der Spule kommt. Entsprechend nimmt
auch das Magnetfeld B
Spule stark ab. Als Folge davon entstehen in der Struktur II und in der Struktur III jeweils
ein Induktionsstromstoß I
indII und I
indIII, wobei beide induzierten Stromstöße gleichsinnig sind. Aufgrund dieser Stromstöße
entsteht ein induzierte Magnetfeld B
ind, und nach der Lenz'schen Regel versucht dieses induzierte Magnetfeld B
ind das ursprüngliche Magnetfeld B
Spule aufrecht zu halten. Da die Induktionsströme I
indII und I
indIII gleichsinnig sind, kommt es femer zur Ausbildung der anziehenden Kräfte F. Dadurch
entsteht der Zugimpuls zwischen den zwei elektrisch leitfähigen Strukturen II und
III. Diese Kräfte können auch noch weiter wirken, wenn der Strom in der Flachspule
I bereits auf Null abgeschaltet ist.
[0052] Gemäß der Erfindung lassen sich die Schritte a) bis c) beliebig oft wiederholen und
durch variable Magnetfeldamplituden und/oder variable Kommutierungszeiten lassen sich
Impulsfolgen mit unterschiedlichen Amplituden und Impulsdauern erzeugen.
[0053] Fig. 3 zeigt ein Beispiel für den zeitlichen Stromverlauf innerhalb der Spule I und
den in den Strukturen II und III induzierten Strömen I
indII und I
indIII. Vom Zeitpunkt t
0 an steigt die Stromstärke in der Spule langsam linear an, wodurch wie oben erwähnt,
die Ausbildung starker Abstoßungskräfte verhindert wird, und erreicht zum Zeitpunkt
t
1 ihr Maximum. Zu schnelle Stromstärkenanstiege würden zur Ausbildung starker Abstoßungskräfte
führen, die in dieser Anwendung verhindert werden sollen. Zum Zeitpunkt t
1 wird dann der Öffnungsschalter 13 geöffnet und der Strom in der Spule I fällt mit
der Kommutierungszeit T = t
2 - t
1 auf Null zurück. Während des Stromabfalls in der Spule werden gleichzeitig in den
elektrisch leitfähigen Strukturen II und III die Induktionsstromstöße I
indII und I
indIII erzeugt, die je nach Größe der Ohm'schen Dämpfung schnell oder vergleichsweise langsam
wieder abfallen. Wie aus der Fig. 3 erkennbar, schirmt die elektrisch leitfähige Struktur
II die elektrisch leitfähige Struktur III nicht vollständig magnetisch ab, da es auch
in der dritten elektrisch leitfähigen Struktur III zur Ausbildung eines Induktionsstroms
kommt. Wie weiter erkenntlich ist, existieren die Induktionsströme I
indII und I
indIII über die Kommutierungszeit T hinweg weiter. Der Induktionsstrom ist jedoch nur schemenhaft
gezeichnet, da der exakte Verlauf von der Geometrie, d.h. den gegenseitigen Induktivitäten
der Vorrichtung 1 und den elektrischen Leitfähigkeiten der Strukturen II und III abhängt.
[0054] Unter Nutzung der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung, deren elektrisch leitfähige
Struktur III an ein Fluid, wie beispielsweise Wasser, angekoppelt wird, ergeben sich
in dem Fluid Zugimpulsverläufe wie sie in der Fig. 4 dargestellt sind. Fig. 4 zeigt
dabei den zeitlichen Verlauf des Drucks, der sich im Fluid ausbildet, in Abhängigkeit
von der Zeit für drei verschiedene, beispielhafte Kommutierungszeiten T1 = 0,1 µs,
T2 = 1 µs und T3 = 10 µs. Es lässt sich deutlich erkennen, dass mit verlängerter Kommutierungszeit
auch die Zugimpulsdauer länger wird und bei größeren Kommutierungszeiten eine Drucksteigerung
zu beobachten ist, die auf eine bessere magnetische Kopplung der dritten leitfähigen
Struktur III zurückzuführen ist, da bei größerer Abschaltzeit die elektrisch leitfähige
Struktur II eine geringe Schirmwirkung hat. Dabei lassen sich im Fluid Drücke in einem
Bereich von bis zu 10MPa erzielen.
1. Verfahren zur Erzeugung eines Zugimpulses zwischen elektrisch leitfähigen Strukturen
(I, II,III), das die Schritte umfasst:
a) Breitstellen von drei gegeneinander isolierten, nebeneinanderliegenden und elektrisch
leitfähigen Strukturen (I, II, III),
b) Erzeugen eines Magnetfelds (BSpule) mit einer der beiden äußeren leitfähigen Strukturen, der ersten leitfähigen Struktur
(I), derart, dass dessen Magnetflusslinien die zweite und dritte leitfähige Struktur
(II, III) durchdringen, und
c) Abschalten des Magnetfelds (BSpule), wobei in der zweiten und dritten leitfähigen Struktur (II,III) jeweils ein im wesentlichen
gleichsinniger Strom (IindII, IindIII) induziert wird, der zur Ausbildung einer Anziehungskraft zwischen mindestens der
zweiten und dritten leitfähigen Struktur (II,III) führt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Dicke der mittleren (II) der drei leitfähigen
Strukturen (I, II, III), also die zweite leitfähige Struktur (II), kleiner oder gleich
einer Eindringtiefe, die sich aus der Zeit, in der das Magnetfeld (BSpule) abgeschaltet wird, ergibt, gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die zweite und/oder dritte leitfähige Struktur
(II,III) aus nichtmagnetischem und nichtferritischem Material besteht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei im Schritt c) die aus der Anziehungskraft
entstehende Beschleunigung der dritten leitfähigen Struktur (III) dadurch verstärkt
wird, dass die erste und die zweite leitfähige Struktur (I, II) über eine Isolierung
starr miteinander verbunden, insbesondere verklebt, sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei im Schritt a) zwischen der zweiten
und dritten leitfähigen Struktur (II, III) ein inhomogenes, kompressibles Medium bereitgestellt
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei im Schritt b) das Magnetfeld (BSpule) durch eine Spule, insbesondere eine einlagige, flächenhafte Spule mit runden oder
rechteckigen Drahtquerschnitten, die mit einem Stromkreis (4) verbunden ist, erzeugt
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei im Schritt b) der durch die erste leitfähige Struktur
(I) aufgeschaltete Strom mindestens etwa achtfach, insbesondere mindestens etwa zehnfach,
langsamer ansteigt als er abfällt, damit die beim Einschalten entstehenden abstoßenden
Kräfte auf die zweite und dritte leitfähige Struktur (II,III) gering bleiben.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei im Schritt b) der durch die erste
leitfähige Struktur (I) fließende Strom so geregelt wird, dass der Strom im wesentlichen
linear ansteigt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei im Schritt c) der durch die erste
leitfähige Struktur (I) fließende Strom mit mindestens etwa 0,8 kA/µs abgeschaltet,
insbesondere mit etwa 1 kA/µs, abgeschaltet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei im Schritt c) der Strom durch einen
Öffnungsschalter (6) auf Halbleiterbasis abgeschaltet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei im Schritt b) der durch die erste
leitfähige Struktur (I) fließende Strom so geregelt wird, dass der Strom bis auf maximal
etwa 6 kA, insbesondere etwa 3-4 kA ansteigt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei entweder die zweite oder die dritte
leitfähige Struktur (II, III), insbesondere die äußere leitfähigen Struktur (III),
ein Material umfasst, das durch den erzeugten Zugimpuls zerstörungsfrei geprüft wird
und wobei das zu prüfende Material elektrisch leitfähig ist oder eine mit dem zu prüfenden
Material festverbundene elektrisch leitfähige Schicht aufweist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, das femer den Schritt umfasst:
d) Ankoppeln der dritten leitfähigen Struktur (III) an ein Fluid zur Erzeugung von
Kavitation im Fluid.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die Schritte b) und c) beliebig
oft wiederholt werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei die Magnetfeldstärke des im Schritt b) erzeugten
Magnetfelds und/oder die Dauer des Abschaltvorgangs des Schritt c) veränderbar sind
um Pulsfolgen mit veränderlichen Zugimpulsamplituden und/oder Zugimpulsdauem auszubilden.
16. Vorrichtung zur Erzeugung von Zugimpulsen, die umfasst:
- drei gegeneinander isolierte, nebeneinanderliegende und elektrisch leitfähige Strukturen
(I, II, III),
- ein Mittel zum Erzeugen (4) eines Magnetfelds mit einer der äußeren leitfähigen
Strukturen, der ersten leitfähigen Struktur (I), und wobei die Magnetfeldlinien die
zweite und dritte leitfähige Struktur (II, III) durchdringen, und
- ein Mittel zum Abschalten (6) des Magnetfelds, wobei beim Abschalten in der zweiten
und dritten leitfähigen Struktur (II, III) jeweils ein im wesentlichen gleichsinniger
Strom induziert wird, wodurch es mindestens zwischen der zweiten und dritten Struktur
(II, III) zu Ausbildung einer Anziehungskraft kommt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, wobei die erste leitfähige Struktur (I) eine Spule,
insbesondere eine flächenhafte Spule, ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, wobei das Mittel zum Abschalten (6) des Magnetfelds
einen Öffnungsschalter umfasst.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, wobei die Dicke der mittlere leitfähige
Struktur (II), also die zweite leitfähige Struktur (II), kleiner oder gleich einer
Eindringtiefe ist, die sich aus der Zeit, in der das Magnetfeld (BSpule) abgeschaltet wird, ergibt.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 19, wobei die erste und die zweite leitfähige
Struktur (II,III) über eine Isolierung starr miteinander verbunden, insbesondere verklebt,
sind.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 20, wobei zwischen der zweiten und dritten
leitfähigen Struktur (II, III) ein inhomogenes, kompressibles Medium angeordnet ist.
22. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 21 zum Erzeugen von Kavitation
in einem Fluid.
23. Verwendung einer Vorrichtung zur Erzeugung eines Zugimpulses, mit
- mindestens zwei gegeneinander isolierten, nebeneinanderliegenden und elektrisch
leitfähigen Strukturen (I, II, III),
- einem Mittel zum Erzeugen (4) eines Magnetfelds mit einer ersten der leitfähigen
Strukturen (I), und wobei die Magnetfeldlinien mindestens eine der mindestens einen
weiteren leitfähigen Struktur (II, III) durchdringen, und
- einem Mittel zum Abschalten (6) des Magnetfelds, wodurch in mindestens einer der
mindestens einen weiteren leitfähigen Struktur (II, III) jeweils ein Strom induziert
wird, wodurch es mindestens zwischen der ersten und der mindestens einen der mindestens
einen weiteren leitfähigen Struktur (II, III) zu Ausbildung einer Anziehungskraft
kommt,
zum Erzeugen von Kavitation in einem Fluid.
24. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 21 zum Prüfen von Materialeigenschaften,
wobei das zu prüfende Material elektrisch leitfähig ist oder eine mit dem zu prüfenden
Material festverbundene elektrisch leitfähige Schicht aufweist und als dritte leitfähige
Struktur (III) dient.
25. Verwendung einer Vorrichtung zur Erzeugung eines Zugimpulses, mit
- mindestens zwei gegeneinander isolierten, nebeneinanderliegenden und elektrisch
leitfähigen Strukturen (I, II, III),
- einem Mittel zum Erzeugen (4) eines Magnetfelds mit einer ersten der leitfähigen
Strukturen (I), und wobei die Magnetfeldlinien mindestens eine der mindestens einen
weiteren leitfähigen Struktur (II, III) durchdringen, und
- einem Mittel zum Abschalten (6) des Magnetfelds, wodurch in mindestens einer der
mindestens einen weiteren leitfähigen Struktur (II, III) jeweils ein Strom induziert
wird, wodurch es mindestens zwischen der ersten und der mindestens einen der mindestens
einen weiteren leitfähigen Struktur (II, III) zu Ausbildung einer Anziehungskraft
kommt,
zum Prüfen von Materialeigenschaften, wobei das zu prüfende Material elektrisch leitfähig
ist oder eine mit dem zu prüfenden Material festverbundene elektrisch leitfähige Schicht
aufweist und als dritte leitfähige Struktur (III) dient.