[0001] Die Erfindung betrifft einen Verseilverband für ein längswasserdichtes Nachrichtenkabel
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Verseilverbandes
für ein längswasserdichtes Nachrichtenkabel nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
[0002] Aus dem GM 81 30 044 ist ein Sternvierer bekannt, bei dem als zentrales Blindelement
eine Kordel aus Papier benutzt wird. Damit der Sternvierer gegen Längswasser dicht
ist, ist die Kordel mit einem beim Zutritt von Wasser aufquellenden Pulver versehen.
[0003] Aus der DE-OS 22 21 619 ist es bekannt, insbesondere größere Zwickel durch mit Dichtmasse
beschichtete und getränkte, zugfeste Fäden längswasserdicht zu machen.
[0004] Aus der DE-PS 33 06 077 ist ein mehradriger Verseilverband für ein längswasserdichtes
Nachrichtenkabel mit einem beflochtenen Kunststoffträgerfaden als zentrale Blindader
bekannt, der auf seiner gesamten Oberfläche derart mit kurzen Fäden beflockt ist,
daß diese aufrecht stehen und somit als Blindader ein samtartiges Garn vorliegt. Zusätzlich
kann der beflochtete Kunststoffträgerfaden mit einem Pulver versehen sein, welches
bei Anwesenheit von Wasser sein Volumen vergrößert.
[0005] Diese bekannten Lösungen konnten aber das Problem der Längswasserdichtigkeit nicht
vollends lösen.
[0006] In der Technik der Nachrichtenkabel hat sich eine Lösung durchgesetzt, bei welcher
die zentrale Blindader aus einem sogenannten Quellgarn besteht. Zusätzlich ist eine
Umspinnung des Verseilverbandes mit einem Quellgarn vorgesehen. Ein Nachrichtenkabel
mit nach dieser Methode hergestellten Verseileinheiten ist absolut längswasserdicht
und besteht die vorgeschriebenen Tests für die Längswasserdichtigkeit.
[0007] Ein gravierender Nachteil besteht jedoch darin, daß die verwendeten Quellgarne sehr
teuer sind. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß durch die Umspinnung des Verseilverbandes
mit dem Quellgarn die Fertigungsgeschwindigkeit drastisch verringert wird.
[0008] Ausgehend von dieser Problematik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen Verseilverband anzugeben, welcher wesentlich kostengünstiger herstellbar ist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen der Ansprüche 1 und 7 angeführten Merkmale
gelöst.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen erfaßt.
[0011] Die Erfindung ist anhand der in den Figuren 1 und 2 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
Es zeigen:
[0012] Figur 1 einen Schnitt durch einen Verseilverband nach der Lehre der Erfindung.
[0013] Figur 2 eine seitliche Ansicht einer Vorrichtung, mit welcher das Verfahren nach
der Lehre der Erfindung durchführbar ist.
[0014] Die Figur 1 zeigt einen Sternvierer, der aus vier Adern aufgebaut ist. Jede Ader
weist einen elektrischen Leiter 1 sowie eine Schicht 2 aus einem Isoliermaterial z.
B. Polyethylen auf.
[0015] Die vier Adern sind miteinander verseilt, um die Übertragungseigenschaften des Sternvierers
zu verbessern.
[0016] Eine Vielzahl der in Figur 1 dargestellten Sternvierer sind zu einem Fernmeldekabel
zusammengefaßt, wobei die Sternvierer miteinander zu Lagen und Bündeln verseilt werden.
[0017] Die vier Adern sind von einem Band 3 umhüllt, dessen einer Bandkantenbereich 3a in
den durch die vier Adern im Innern des Sternvierers gebildeten Zwickel hineinragt.
Das Band 3 besteht aus einem bei Zustritt von Wasser quellendem Material und dichtet
im Falle eines Wassereintritts in das Fernmeldekabel den Zwickelbereich und die zwischen
den Adern außen gelegenen Zwickel ab.
[0018] Als Material eignet sich ein Quellvlies. Als besonders vorteilhaft hat sich jedoch
ein in der Kabeltechnik bekanntes Isolierpapier erwiesen.
[0019] Das Band 3 erstreckt sich über die gesamte Länge des Sternvierers.
[0020] Die Herstellung des Sternvierers soll anhand der Figur 2 näher erläutert werden.
[0021] Die Adern 4, 5, 6 und 7 werden von den Spulen 8, 9, 10 und 11 kontinuierlich abgezogen
und einem Nippel 12 zugeführt.
[0022] Der Innendurchmesser des Nippels 12 ist so bemessen, daß jede der Adern 4 bis 7 die
Bohrung berührt. Nach dem Austritt aus dem Nippel 12 werden die Adern 4 bis 7 auf
eine Trommel 13 aufgewickelt, die in Richtung des Pfeiles 14 von einem nicht dargestellten
Motor angetrieben wird.
[0023] Die Trommel 13 wird um die Achse x gedreht, wodurch die vier Adern miteinander verseilt
werden (s. Pfeil 15).
[0024] Vor dem Nippel 12 ist eine Formvorrichtung 16 angeordnet. Dieser Formvorrichtung
16 wird das von einer Spule 17 abgezogene Band 3 zugeführt, in welcher ein Randbereich
3a des Bandes 3 um ca. 90° abgekantet wird.
[0025] Die Adern werden dem Nippel 12 so zugeführt, daß der Randbereich 3a zwischen zwei
Adern zu liegen kommt, wie es in der Figur 1 dargestellt ist. Der verbleibende Bereich
des Bandes 3 wird vor dem Nippel 12 oder im Nippel 12 um das Aderbündel herumgelegt.
Das Band 3 nimmt also an der Verseilung teil.
[0026] Wird die Schlaglänge des Sternvierers 18 nicht zu groß gewählt, ist eine Fixierung
des Bandes 3 auf der Oberfläche des Sternvierers 18 nicht erforderlich.
[0027] Bei einer großen Schlaglänge ist es vorteilhaft bzw. könnte er erforderlich sein,
den außen liegenden Bereich des Bandes 3 durch Kleben zu fixieren.
1. Mehradriger Verseilverband für ein längswasserdichtes Nachrichtenkabel, dadurch gekennzeichnet, daß der Verseilverband von einem längseinlaufenden Band (3) aus einem bei Wasserzutritt
quellendem Material umhüllt ist und zumindest eine der Längskanten (3a) des Bandes
(3) in den zwischen den Adern befindlichen Zwickel des Verseilverbandes eindringt.
2. Mehradriger Verseilverband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) aus einem Vlies besteht.
3. Mehradriger Verseilverband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) aus Zellulose besteht.
4. Mehradriger Verseilverband nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) aus Isolierpapier besteht.
5. Mehradriger Verseilverband nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) eine Wanddicke von 0,05 bis 0,25 mm aufweist.
6. Mehradriger Verseilverband nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verseilverband ein Sternvierer ist und die Adern kunststoffisolierte Adern sind.
7. Verfahren zur Herstellung eines mehradrigen Verseilverbandes für ein längswasserdichtes
Nachrichtenkabel, bei welchem mehrere isolierte Adern von Vorratsspulen abgezogen,
in einen Nippel eingeführt und hinter dem Nippel auf eine Spule auflaufen, welche
um eine quer zu ihrer Drehachse verlaufende Achse kontinuierlich gedreht wird und
dabei eine Verseilung der Adern zwischen dem Nippel und der Spule erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu den Adern ein Band aus einem bei Wasserzutritt quellenden Material in
den Nippel eingeführt wird, welches so geformt wird, daß es die Adern umhüllt und
zumindest eine Längskante des Bandes in den von den Adern gebildeten Zwickel eindringt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Band ein Vlies ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Band aus Zellulose besteht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Band aus Isolierpapier besteht.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das von einer Vorratsspule abgezogene Band in einer Formeinrichtung derart verformt
wird, daß einer der Längskantenbereiche abgekantet wird, der abgekantete Bereich vor
dem Einlauf in den Nippel zwischen zwei Adern angeordnet wird und der übrige Bereich
des Bandes vor oder im Nippel um das Aderbündel herumgelegt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das den Verseilverband umhüllende Band durch Kleben fixiert wird.