[0001] Die Erfindung betrifft eine Spiel- und Sammlerfigur, insbesondere aus dem Fußballsport,
mit wenigstens zwei Extremitäten, von denen wenigstens eine um eine erste Drehachse
bewegbar an der Figur angebracht und mittels einer Beschleunigungsvorrichtung beschleunigbar
ist.
[0002] Derartige Spiel- und Sammlerfiguren sind beispielsweise durch ein Tischfußballspiel
bekannt, bei dem mittels der genannten Spielfigur einen Ball unter Beachtung bestimmter
Spielregeln in ein Tor der gegnerischen Mannschaft zu schießen ist. Diese Spielfigur
weist eine Extremität auf, die um eine Drehachse bewegbar an der Figur angebracht
ist und mittels einer Beschleunigungsvorrichtung nach vorne beschleunigbar ist. Diese
Beschleunigungsvorrichtung ist hier eine Stößelstange, die im Inneren der Figur im
Wesentlichen senkrecht verläuft und an einem Kopfbereich der Figur nach außen ragt.
Durch ein Antippen dieser Stößelstange wird die Extremität nach vorne ausgelenkt.
Ist vor dieser Extremität ein Spielball oder ähnlicher Gegenstand positioniert und
ist die Spielfigur entsprechend ausgerichtet, kann durch Antippen der Stößelstange
ein mehr oder weniger gezielter "Ballschuss" abgegeben werden. Da diese Figuren in
unterschiedlichen Ausführungsformen, unter anderem auch in den speziellen Trikots
bekannter Fußballclubs, produziert werden, dienen sie nicht nur als Spiel- sondern
auch als Sammlerfigur.
[0003] Der Nachteil einer derartigen Spielfigur liegt allerdings darin, dass durch die starre,
lediglich um eine Drehachse schwenkbar gelagerte Extremität, eine differenzierte Ballbeschleunigung
nur sehr schwer möglich ist, da allein durch die Ausrichtung der gesamten Figur bezüglich
des zu beschleunigenden Balles dessen Bewegungsrichtung verändert werden kann. Die
hier möglichen Veränderungen erstrecken sich dabei hauptsächlich auf horizontale Richtungsänderungen.
Eine Differenzierung zwischen einem flachgespielten und einem hohen Ball ist nur äußerst
schwer möglich. Auch ist die erwähnte Beschleunigungsvorrichtung für ein genaues Spiel
äußerst ungeeignet, da es aufgrund der direkten dynamischen Bedienung zwangsläufig
zu einer Bewegung der Spielfigur und somit zu möglichen Ungenauigkeiten in der Ballbeschleunigung
kommt.
[0004] Da bei derartigen Spielfiguren mitunter auch eine möglichst realistische Wiedergabe
von natürlichen Körperbewegungen gewünscht ist, beispielsweise die eines Fußballspielers,
ist darüber hinaus die starre Ausführung der Extremitäten der Spielfigur unbefriedigend.
Um beispielsweise die Komplexität einer Schussbewegung zu simulieren, fehlt es dieser
Spielfigur an entscheidenden Merkmalen.
[0005] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, eine oben genannte Spiel- und Sammlerfigur
derart weiterzuentwickeln, dass eine genauere, vielseitigere und realistischere Bewegung
der Figur möglich ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Spiel- und Sammlerfigur gemäß Schutzanspruch 1 gelöst.
[0007] Insbesondere wird diese Aufgabe also durch eine Spiel- und Sammlerfigur mit wenigstens
zwei Extremitäten gelöst, von denen wenigstens eine um eine erste Achse bewegbar an
der Figur angebracht und mittels einer Beschleunigungsvorrichtung beschleunigbar ist,
wobei die wenigstens eine Extremität wenigstens zwei, um wenigstens eine zweite Drehachse
bewegbar miteinander verbundene Glieder aufweist.
[0008] Der Vorteil einer derart weiterentwickelten Figur liegt darin, dass nun eine sehr
viel komplexere und daher auch realistischere und genauere Ausrichtung der zu bewegenden
Extremitäten ermöglicht ist. Dies hat u.a. Auswirkungen auf den Bewegungsvorgang der
beschleunigten Extremität. Ist die Figur beispielsweise einem Fußballspieler nachempfunden,
so ermöglicht die erfindungsgemäße Ausbildung der beschleunigbaren Extremität, in
diesem Fall also eines Schussbeines des Fußballspielers, durch eine entsprechende
Adaption des Schussbeins, die Ausführung unterschiedlicher Schüsse. Wenn es darum
geht, einen vor der Spielfigur liegenden Ball zu beschleunigen, kann also nun durch
eine Veränderung der Ausrichtung der Extremität die Flugrichtung des Balls verändert
werden. Darüber hinaus ist es durch die erfindungsgemäße Ausführung der jeweiligen
Extremitäten der Spielfigur möglich, diese in ihrer Anatomie besser an das natürliche
Vorbild, im Falle der Fußballfigur also an den Menschen, anzupassen.
[0009] Zur Ausbildung, beispielsweise einer dem Menschen ähnlichen Spiel- und Sammlerfigur,
weist diese neben einer Kopfextremität vier weitere Extremitäten auf. Zwei dieser
Extremitäten sind dabei vorzugsweise als Beinextremitäten und die übrigen zwei Extremitäten
als Armextremitäten ausgebildet. Arm- und Beinextremitäten weisen erfindungsgemäß
jeweils mehrere miteinander verbundene Glieder auf, wodurch in ihrer Gesamtheit eine
Spiel- und Sammlerfigur geschaffen wird, die in ihren Bewegungsmöglichkeiten denen
des menschlichen Körpers sehr ähnlich ist. Es ist hier beispielsweise denkbar, die
Bewegungsmöglichkeiten der einzelnen Glieder untereinander und bezüglich der Figur
selbst entsprechend der Anatomie des menschlichen Körpers auszubilden. Denkbar ist
bei der erfindungsgemäßen Spiel- und Sammlerfigur natürlich nicht nur ein Fußballspieler.
Die erfindungsgemäße Ausführung der zu beschleunigenden und auch der statischen Extremitäten
ermöglicht auch die Ausbildung jeder anderen denkbaren Spiel- und Sammlerfigur realistischer
oder imaginärer Natur.
[0010] Wird wenigstens eine Extremität der Spiel- und Sammlerfigur derart ausgebildet, dass
sie um eine dritte Drehachse bewegbar an der Figur angebracht ist, wobei die dritte
Drehachse senkrecht zur ersten Drehachse und durch einen Endabschnitt dieser Extremität
verläuft, führt dies zu einer zusätzlichen Verbesserung der Bewegungsmöglichkeit der
Spielfigur. Dies trägt sowohl entscheidend zu einer Vergrößerung der möglichen Beschleunigungsbewegungen
als auch zu einer natürlicheren und komplexeren Gesamtbewegungsfähigkeit der Figur
bei. Grundsätzlich gilt, je komplexer die einzelnen Glieder der jeweiligen Extremitäten
bewegbar sind, desto natürlicher und realistischer die Gesamtbewegungsfähigkeit der
Figur. Je genauer und vielseitiger die Ausrichtung der beschleunigbaren Extremität
erfolgen kann, desto genauer kann auch ein Gegenstand durch die Extremität getroffen
und selber beschleunigt werden.
[0011] Die bewegbare Verbindung der Glieder der wenigstens einen Extremität sowie der Extremität
selbst mit der Figur ist dabei vorzugsweise derart ausgebildet, dass die Ausrichtung
der Glieder zueinander und gegenüber der Figur durch eine Kraft einstellbar ist, die
über einer bestimmten Ausrichtkraftschwelle liegt. Das bedeutet, dass beispielsweise
das oben erwähnte Schussbein der Fußballspielerfigur, bestehend aus einzelnen Gliedern,
durch den Bediener der Figur in seiner Form verändert werden kann, die Beschleunigung
des Schussbeines durch die Eingangs genannte Beschleunigungsvorrichtung aber nicht
zu einer Formänderung des selben führt. Bei der Dimensionierung der Ausrichtkraftschwelle
ist sowohl die Beschleunigungskraft zu berücksichtigen, die bei der Beschleunigung
der Extremität auf die einzelnen Glieder und deren Verbindungen wirkt als auch die
Kraft, die durch ein Auftreffen auf einen Gegenstand auftritt, beispielsweise auf
den Spielball. Bei rein statischen Extremitäten ist natürlich nur das Eigengewicht
der Figur sowie daraus resultierende statische Kräfte zu berücksichtigen. Es ist denkbar
die Verbindung der einzelnen Glieder bzw. der Extremitäten mir der Figur durch Verbindungselemente
zu realisieren, die eine Rastung aufweisen. Diese Rastung garantiert die jeweilige
Ausrichtkraftschwelle auch nach häufig durchgeführten Dreh- und Schwenkbewegungen
der einzelnen Glieder und Extremitäten. Je nach Glied und Extremität ist diese Ausrichtkraftschwelle
natürlich unterschiedlich.
[0012] Vorzugsweise wird die Verbindung der einzelnen Glieder mit wenigstens einem Einrastmechanismus
ausgebildet. Dies ermöglicht neben der durch die Verbindung gewährleisteten freien
Beweglichkeit (je nach Verbindungsausführung schwenkbar, tordierbar drehbar etc.)
die Vordefinition bestimmter Glied- und Extremitätstellungen. Durch den integrierten
Einrastmechanismus werden diese bevorzugt eingenommen.
[0013] Die Beschleunigungsvorrichtung weist vorzugsweise eine Vorspanneinrichtung auf, wodurch
die zur Beschleunigung der Extremität nötige Beschleunigungsenergie schon vor dem
Ausrichten der Figur - dem Zielen - in Form einer Vorspannung aufgebracht werden kann.
Vorzugsweise ist dabei die Vorspanneinrichtung derart ausgebildet, dass das Vorspannen
durch das Auslenken der wenigstens einen Extremität um einen Winkel α um die erste
Drehachse erfolgt und das Lösen der Vorspannung eine Beschleunigung dieser Extremität
in im Wesentlichen entgegengesetzter Richtung bewirkt.
[0014] Im Gegensatz zur direkten Beschleunigung der Extremität, beispielsweise wie Eingangs
genannt durch das Betätigen einer Stößelstange, wird bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform
zuerst eine potentielle Bewegungsenergie aufgebracht, dann die Figur ausgerichtet
und schließlich, wenn die Beschleunigung erfolgen soll, die Vorspannung gelöst und
die gespeicherte Bewegungsenergie freigesetzt.
[0015] Um beim Beispiel des Fußballspielers zu bleiben: Dessen Schussbein wird um einen
Winkel α nach hinten um die erste Drehachse ausgelenkt. Dies hat eine Vorspannung
zur Folge, die beim Lösen eine Beschleunigung des Schussbeines in im Wesentlichen
entgegengesetzter Richtung, also nach vorne bewirkt. Trifft die nach vorne beschleunigte
Extremität auf einen Ball oder einen ähnlichen Gegenstand, wird dieser gem. Impulssatz
ebenfalls beschleunigt.
[0016] Vorteilhafterweise weist dabei die Vorspanneinrichtung wenigstens eine Arretierungsvorrichtung
auf, die das Festlegen der Extremität mit einem bestimmten Auslenkwinkel α
R ermöglicht. Somit kann eine Vorspannung aufgebracht und zu einem beliebigen späteren
Zeitpunkt in Form einer Beschleunigungskraft freigesetzt werden. Vorzugsweise weist
dabei die Arretierungsvorrichtung eine Mehrzahl von Raststufen auf, die die Festlegung
unterschiedlicher Auslenkwinkel der Extremität ermöglichen. Dadurch ist je nach gewünschter
Beschleunigungskraft eine mehr oder weniger große Auslenkung und somit Vorspannung
wählbar. Ist dabei die Vorspanneinrichtung derart ausgebildet, dass zwischen dem Auslenkwinkel
α der Extremität und der Vorspannkraft ein linearer Zusammenhang besteht, ist es dem
Anwender der Figur möglich, anhand des Auslenkwinkels im Wesentlichen die resultierende
Beschleunigungskraft zu antizipieren. Das bedeutet: großer Auslenkwinkel - große Beschleunigungskraft,
kleiner Auslenkwinkel - kleine Beschleunigungskraft.
[0017] Zum Lösen der Arretierung der Beschleunigungsvorrichtung weist die Figur dabei einen,
insbesondere von der Außenseite der Figur zugänglichen Auslösemechanismus auf. Vorzugsweise
ist dieser Auslösemechanismus ein Druckknopf oder Hebel, der die Arretierung der Beschleunigungsvorrichtung
löst und so einen Abbau der Vorspannung und eine Beschleunigung der jeweiligen Extremität
bewirkt.
[0018] Vorzugsweise sind die Extremitäten der Figur derart bewegbar ausgebildet, dass die
Figur in einen freien Stand bringbar ist. Dies garantiert die realistische Erscheinungsform
der erfindungsgemäßen Spiel- und Sammlerfigur. Darüber hinaus ermöglicht dieser freie
Stand die Ausführung von Spielzügen, wie sie aus der Realität bekannt sind, beispielsweise
die Verwendung der erfiridungsgemäßen Spielfigur als Mauer bei Freistößen bei einem
Tischfußballspiel. Weist die erfindungsgemäße Spiel- und Sammlerfigur eine lösbare
Halteeinrichtung zur Verbesserung deren Standfestigkeit auf, trägt dies in zunehmenden
Maße zu eben genanntem Vorteil bei. Natürlich gewährleistet der freie Stand der Figur
und die diesen unterstützende Halteeinrichtung auch die adäquate Aufstellung der Figur
in Ihrer Funktion als Sammlerobjekt.
[0019] Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Nachfolgend
wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben, das durch eine Abbildungen
näher erläutert wird.
[0020] Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 2
- eine schematisierte Darstellung der Ausführungsform aus Fig. 1,
- Fig. 3
- die schematisierte Darstellung aus Fig. 2 der ersten Ausführungsform aus Fig. 1 mit
eingezeichneten Drehachsen in einer Vorderansicht, und
- Fig. 4
- die schematische Darstellung aus Fig. 2 des ersten Ausführungsbeispiels aus Fig. 1
mit eingezeichneten Drehachsen in einer Seitenansicht.
[0021] In der nachfolgenden Beschreibung werden für gleiche und gleichwirkende Teile dieselben
Bezugsziffern verwendet.
[0022] Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform der Erfindung in einer schematisierten isometrischen
Darstellung von vorne. Dargestellt ist eine Spiel- und Sammlerfigur, die hier beispielsweise
einem Fußballspieler nachempfunden ist. Die Spiel- und Sammlerfigur weist dabei einen
Hauptkörper 60 auf, an dem im Wesentlichen fünf Extremitäten 10 - 50 bewegbar angebracht
sind. Zwei dieser Extremitäten sind dabei als Bein-Extremitäten 10, 20, zwei weitere
als Arm-Extremitäten 30, 40 ausgebildet. Die fünfte Extremität bildet einen Kopf 50.
Bei dieser Ausführungsform bestehen die einzelnen Extremitäten 10,20,30,40 aus einzelnen
Gliedern (siehe Fig. 2), die um bestimmte Drehachsen zueinander bewegbar sind (siehe
Fig. 2 - 4) . Um diesem modellhaften Körper ein möglichst natürliches Ansehen zu geben
und um eventuell vorhandene Verbindungselemente (siehe Fig. 2) zwischen den einzelnen
Gliedern der Extremitäten 10 - 50 zu verdecken, weist die erfindungsgemäße Spiel-
und Sammlerfigur 1 eine Anzahl von Überzügen 72, 74, 76, 76' auf. In diesem Ausführungsbeispiel
sind diese Überzüge 72, 74, 76, 76' als Bestandteile eines Trikots ausgebildet, dabei
bilden die Überzüge 72 und 74 ein Oberteil und eine Hose des Trikots. Die Überzüge
76 und 76' bilden die dazugehörigen Stutzen. Der Vorteil dieser hier aus Stoff ausgebildeten
Überzüge 72, 74, 76, 76' liegt neben den Modellierungseigenschaften und der Schutzfunktion
für die Verbindungselemente (siehe Fig.2) auch darin, dass auf diesen entsprechende
Werbesymbole platziert werden können. Beispielsweise könnte man sie entsprechend den
Trikots berühmter Fußballvereine ausgebilden, um für diese zu Werben oder aber auch
den Sammlerwert der Spiel- und Sammlerfigur 1 zu erhöhen.
[0023] Um bei der Spielfigur 1 die Standfestigkeit zu verbessern, weist diese erste Ausführungsform
eine Halteeinrichtung 80 auf, die an der linken Extremität 20 der Spielfigur 1 eingreift.
Natürlich ist es auch denkbar die Halteeinrichtung an einer anderen Extremität 10,30,40,50
oder am Hauptkörper 60 zu befestigen. Um die Vielseitigkeit der erfindungsgemäßen
Spielfigur 1 zu vergrößern, ist diese Halteeinrichtung 80 hier mittels Rastnasen (nicht
dargestellt) an der Extremität 20 befestigt und somit einfach und schnell von der
Figur 1 lösbar. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Spielfigur 1 im Wesentlichen
der Anatomie und dem Aussehen eines menschlichen Körpers nachempfunden. Es ist natürlich
auch möglich hier die Anatomie eines Tieres oder einer Fantasiefigur nachzubilden
oder aber auch den Grad der Detailgetreue zu verändern.
[0024] Die Beinextremität 10 ist als beschleunigbare Extremität 10 ausgebildet. Aufgabe
dieser beschleunigbaren Extremität 10 ist es u.a. den Ball 82 mit einer gewünschten
Stärke und Richtung zu beschleunigen. Um insbesondere die Beschleunigungsrichtung
des Balles 82 zu verändern, ist es zum einen möglich die Ausrichtung der Figur 1 selbst
zum Ball 82 zu verändern, zum anderen ist es aber erfindungsgemäß nun auch möglich
die Extremität 10 selbst derart anzupassen, dass eine Richtungssteuerung des beschleunigten
Balles 82 möglich ist.
[0025] Dazu weist die Extremität 10 erfindungsgemäß drei Glieder 12, 14, 16 auf, die mittels
Verbindungselementen 13 und 15 um bestimmte Drehachsen bewegbar miteinander verbunden
sind. Die Extremität 10 als ganzes ist durch ein Verbindungselement 11 bewegbar an
der Spielfigur 1 angebracht. Die bewegbaren Verbindungselemente 11, 13, 15 dieser
Glieder 12, 14, 16 ermöglichen nun die gesamte Extremität 10 derart auszurichten,
dass unterschiedliche Ballbeschleunigungen oder aber auch "Schussausführungen" ermöglicht
werden. Der erfindungsgemäßen Spielfigur 1 ist es beispielsweise möglich, durch entsprechende
Ausrichtung der Glieder 12, 14, 16 der Extremität 10, den Ball 82 sowohl flach als
auch hoch abzuspielen.
[0026] Die Verbindungselemente 11, 13, 15 sind dabei derart ausgebildet, dass eine Ausrichtung
der Glieder 12, 14, 16 sowie der Extremität 10 bezüglich des Hauptkörpers 60 nur durch
eine Kraft erfolgen kann, die oberhalb einer bestimmten Ausrichtkraftschwelle liegt.
Diese Ausrichtkraftschwelle entspricht im Wesentlichen der Kraft, die dazu nötig ist
den Ball 82 zu beschleunigen zuzüglich statischer und dynamischer Beschleunigungskräfte,
die auf die Extremität 10 bzw. die Spielfigur 1 wirken. Üblicherweise wird hier noch
ein Sicherheitszuschlag zugegeben. Würde man diese Ausrichtkraftschwelle zu niedrig
ansetzen, wäre zwar das Ausrichten der einzelnen Glieder 12, 14, 16 und der Extremität
10 zum Hauptkörper 60 sehr viel leichtgängiger, es käme aber beim Beschleunigen des
Balles 82 durch die Extremität 10 zu einer Neuausrichtung der einzelnen Glieder 12,
14, 16 und somit zu einem Energieverlust, da die potentielle Beschleunigungsenergie
aus der Vorspannung nicht vorwiegend in eine Bewegungsenergie des Balles 82 sondern
in Verformungsenergie der Extremität 10 umgewandelt werden würde. Darüber hinaus ist
es natürlich wichtig, dass die Verbindungselemente 11, 13 und 15 auch auf lange Zeit
gesehen die Ausrichtung der einzelnen Glieder 12, 14, 16 und der Extremität 10 garantieren.
Schon allein aus diesem Grund ist eine gewisse Schwergängigkeit dieser Verbindungselemente
11, 13, 15 nötig. Dazu ist es beispielsweise vorteilhaft diese mit Rasten oder anderen
derartigen Arretierungen zu versehen.
[0027] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Spiel- und Sammlerfigur 1 mit einer beschleunigbaren
Beinextremität 10 ausgeführt. Natürlich ist es auch denkbar die Spielfigur 1 stattdessen
oder zusätzlich mit einer beschleunigbaren Beinextremität 20 auszubilden und/oder
wenigstens eine der Armextremitäten 30, 40 beschleunigbar auszuführen. Um der Spielfigur
1 möglichst vielseitige und flexible Bewegungen zu ermöglichen, ist hier nicht nur
die beschleunigbare Beinextremität 10 aus unterschiedlichen mittels Verbindungselementen
13, 15 und 16 miteinander verbundenen Gliedern 12, 14, 16 ausgebildet, auch die anderen
Extremitäten 20, 30, 40, 50 sind auf diese Art und Weise ausgebildet. So weist beispielsweise
die Armextremität 30 Glieder 32, 34 und 36 auf, die durch Verbindungselemente 33 und
35 miteinander verbunden sind. Ein Verbindungselement 31 verbindet die gesamte Armextremität
30 schließlich mit dem Hauptkörper 60 der Spielfigur 1.
[0028] Eine derartige erfindungsgemäße Ausbildung der Spiel- und Sammlerfigur 1 ermöglicht
neben der sehr naturgetreuen Beweglichkeit auch deren freien Stand. Durch eine entsprechende
Ausrichtung der einzelnen Glieder der unterschiedlichen Extremitäten 10 - 50 kann
deren Schwerpunkt nahezu beliebig verändert werden, so dass die Spielfigur im Wesentlichen
unabhängig vom Untergrund eigenständig steht.
[0029] Die Ausbildung der einzelnen Verbindungselemente kann dabei gemäß der aus dem Stand
der Technik bekannten Verbindungselemente erfolgen. Je nach gewünschten Bewegungsrichtungen
der einzelnen Glieder und Extremitäten der Spielfigur 1 kommen folglich Kugelgelenke,
Scharniergelenke, Rotationsgelenke oder aber auch Kombinationen der selben zum Einsatz.
Es ist natürlich auch denkbar anstatt mechanisch ausgebildeter Gelenke hier plastische
oder elastische Materialien zu verwenden.
[0030] In den Fig. 3 und 4 ist die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Spielfigur 1 schematisiert
in einer Vorderansicht und einer Seitenansicht dargestellt. Dargestellt sind mögliche
Drehachsen der Extremität 10 und er einzelnen Glieder 12, 14, 16 sowie ein Auslenkwinkel
α der beschleunigbaren Extremität 10. Zu beachten ist, dass es sich bei den in Folge
und in den Schutzansprüchen erwähnten Drehachsen um lokale Drehachsen handelt. Das
bedeutet, dass sich die jeweiligen Drehachsen auf das dazugehörige Glied bzw. die
dazugehörige Extremität beziehen. So verändert beispielsweise natürlich die Drehachse
3, welche die Ausrichtung der Glieder 12 und 14 zueinander ermöglicht ihre Position
im Raum, wenn die gesamte Extremität 10 um die Drehachsen 2 und 4 verschwenkt wird.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Extremität 10 sowohl um die erste Drehachse
2 als auch um die dritte Drehachse 4 verschwenkbar ausgebildet. Die einzelnen Glieder
12, 14 und 16 der Extremität 10 sind gegeneinander um die Drehachsen 3 bzw. 5 und
6 verschwenkbar. Es ist natürlich auch denkbar, die in Fig. 2 gezeigten Verbindungselemente
11, 13 und 15 derart auszubilden, dass zusätzliche Schwenkbewegungen, beispielsweise
senkrecht zu den Achsen 5 und 6 möglich sind. Eine ähnliche Ausbildung der Drehachsen
findet sich natürlich auch bei den Armextremitäten 30 und 40 (siehe Fig. 2).
[0031] In Fig. 4 ist, neben den Drehachsen 2, 3, 4, 5, 6 der Extremität 10, zur Verschwenkung
der einzelnen Glieder 12, 14, 16 untereinander sowie der Extremität 10 selbst, noch
eine Beschleunigungsvorrichtung 64 mit einer Vorspanneinrichtung (nicht dargestellt)
sowie eine Auslösevorrichtung 62 dargestellt. Die Vorspannvorrichtung der Beschleunigungsvorrichtung
64 wird durch das Verschwenken der Extremität 10 um den Auslenkwinkel α betätigt.
Der Winkel α ist hier als der Winkel α definiert, um den die Extremität 10 aus ihrer
Ruhestellung, die Stellung in der keine Vorspannung wirkt, bis zum Erreichen einer
gewünschten Vorspannkraft ausgelenkt wird. Die Vorspanneinrichtung weist hierzu vorzugsweise
mehrere Arretierungsrasten auf, die die Festlegung der Extremität bei unterschiedlichen
Auslenkwinkeln α
i ermöglichen. Das Lösen der Arretierung mittels der Auslösevorrichtung 62 bewirkt
ein Zurückschwingen der Extremität 10 im wesentlichen in die Ruhestellung und in dessen
Folge eine Beschleunigung des Balles 82 (siehe Fig. 1). Wie schon Eingangs erwähnt,
ist es vorteilhaft wenn zwischen Vorspannkraft und Auslenkwinkel α ein linearer Zusammenhang
besteht, da dann in Abhängigkeit des Auslenkwinkels α die zu erwartende Beschleunigung
der Extremität 10 zu antizipieren.
[0032] In den Fig. 3 und 4 wird deutlich, dass, beispielsweise durch ein unterschiedliches
Ausrichten des Gliedes 16 der Extremität 10 um die Drehachse 5, die Bewegungsrichtung
des Balles 82 (siehe Fig. 1) entscheidend beeinflusst werden kann. Wird beispielsweise
das Glied 16 derart ausgerichtet, dass es bei einer Beschleunigung der Extremität
10 unter den Ball 82 greift, so wird dieser angehoben, es erfolgt ein hoher Schuss.
Wird dagegen das Glied 16 so ausgerichtet, dass es im Wesentlichen im Schwerpunkt
des Balles 82 auftrifft, wird der Ball 82 lediglich horizontal beschleunigt.
[0033] Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel wird schnell klar, dass, durch die Verwendung
der erfindungsgemäßen Vorspanneinrichtung in Verbindung mit der genauen Ausrichtbarkeit
der einzelnen Glieder der verschiedenen Extremitäten 10 - 50, eine sehr genaue Beschleunigung
des Balles in jede gewünschte Richtung erfolgen kann. Es sei erwähnt, dass auf diese
Art und Weise natürlich auch die Ausbildung beispielsweise eines Tennisspielers -
hier ist dann u.a. die Extremität 40 beschleunigbar - möglich ist.
[0034] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass alle oben beschriebenen Teile für sich
alleine gesehen und in jeder Kombination, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellten
Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Abänderungen hiervon sind dem
Fachmann geläufig.
Bezugszeichen
[0035]
- 1
- Spiel- und Sammlerfigur
- 2
- erste Drehachse
- 3
- zweite Drehachse
- 4
- dritte Drehachse
- 5
- vierte Drehachse
- 6
- fünfte Drehachse
- 10
- Extremität (Bein)
- 11
- Verbindungselement
- 12
- Glied
- 13
- Verbindungselement
- 14
- Glied
- 15
- Verbindungselement
- 16
- Glied
- 17
- Endabschnitt
- 20
- Extremität (Bein)
- 30
- Extremität (Arm)
- 31
- Verbindungselement
- 32
- Glied
- 33
- Verbindungselement
- 34
- Glied
- 35
- Verbindungselement
- 36
- Glied
- 40
- Extremität (Arm)
- 50
- Extremität (Kopf)
- 60
- Hauptkörper
- 62
- Auslösevorrichtung
- 64
- Beschleunigungsvorrichtung
- 72
- Überzug Oberteil
- 74
- Überzug Hose
- 76, 76'
- Überzug Stutzen
- 80
- Halteeinrichtung
- 82
- Ball
- α
- Auslenkwinkel
- αR1 - αRi
- arretierter Auslenkwinkel
- R1 - Ri
- Raststufe
1. Spiel- und Sammlerfigur (1), insbesondere aus dem Fußballsport, mit wenigstens zwei
Extremitäten (10; 20), von denen wenigstens eine um eine erste Drehachse (2) bewegbar
an der Figur (1) angebracht und mittels einer Beschleunigungsvorrichtung (64) beschleunigbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens eine Extremität (10) wenigstens zwei, um wenigstens eine zweite Drehachse
(3) bewegbar miteinander verbundene Glieder (12, 14, 16) aufweist.
2. Spiel- und Sammlerfigur nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens eine Extremität (10) um eine dritte Drehachse (4) bewegbar an der Figur
(1) angebracht ist, wobei die dritte Drehachse (5) senkrecht zur ersten Drehachse
(2) und durch einen Endabschnitt (13) dieser Extremität (10) verläuft.
3. Spiel- und Sammlerfigur nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die bewegbare Verbindung der Glieder (12, 14, 16) der wenigstens einen Extremität
(10) sowie der Extremität (10) selbst mit der Figur (1) derart ausgebildet ist, dass
die Ausrichtung der Glieder (12, 14, 16) zueinander und gegenüber der Figur (1) durch
eine Kraft einstellbar ist, die über einer bestimmten Ausrichtkraftschwelle liegt.
4. Spiel- und Sammlerfigur nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Beschleunigungsvorrichtung (64) eine Vorspanneinrichtung aufweist.
5. Spiel- und Sammlerfigur nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorspanneinrichtung derart ausgebildet ist, dass das Vorspannen durch das Auslenken
der wenigstens einen Extremität (10) um einen Winkel α um die erste Drehachse (2)
erfolgt und das Lösen der Vorspannung eine Beschleunigung dieser Extremität (10) in
im wesentlichen entgegengesetzter Richtung bewirkt.
6. Spiel- und Sammlerfigur nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorspanneinrichtung derart ausgebildet ist, dass zwischen dem Auslenkwinkel α
der Extremität (10) und der Vorspannkraft ein linearer Zusammenhang besteht.
7. Spiel- und Sammlerfigur nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorspanneinrichtung wenigstens eine Arretierungsvorrichtung zur Festlegung wenigstens
eines bestimmten Auslenkwinkels αR der Extremität (10) aufweist.
8. Spiel- und Sammlerfigur nach Anspruch 7
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arretierungsvorrichtung ein Mehrzahl von Raststufen (R1,R2,...,Rn) zur Festlegung unterschiedlicher Auslenkwinkel (αR1, αR2,..., αRn) der Extremität (10) aufweist.
9. Spiel- und Sammlerfigur nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Beschleunigungsvorrichtung (64) einen, insbesondere von der Außenseite der Figur
(1) zugänglichen Auslösemechanismus (62) aufweist.
10. Spiel- und Sammlerfigur nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Extremitäten (10, 20) derart bewegbar ausgebildet sind, das die Figur (1) in einen
freien Stand bringbar ist.
11. Spiel- und Sammlerfigur nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine lösbare Halteeinrichtung (80) zur Verbesserung der Standfestigkeit der Figur
(1).