[0001] Die Erfindung betrifft eine Flugzeugantennenanordnung mit einer auf der Hülle des
Rumpfes eines Flugzeugs angebrachten Mikrowellenantenne zum Empfang von Funksignalen.
[0002] Es ist bekannt, zum Empfang von GPS-Signalen eine GPS-Empfangsantenne auf der Rumpfoberseite
eines Flugzeugs anzubringen. Bei einer derartigen Anbringungsweise der GPS-Antenne
können Mehrwegereflexionen entstehen, die den Empfang des GPS-Signals erheblich stören.
Mehrwegeeffekte treten dann auf, wenn sich die Antenne eines GPS-Empfängers in der
Nähe einer größeren reflektierenden Oberfläche befindet. Das Satellitensignal läuft
dann nicht direkt zur Antenne, sondern trifft zunächst auf das naheliegende Objekt,
um dann auf die Antenne reflektiert zu werden, was zu verfälschten Messergebnissen
führt.
[0003] Mehrwegeeffekte können in diesem Zusammenhang durch den Gebrauch von speziellen GPS-Antennen
reduziert werden. Solche Antennen weisen eine zusätzliche Bodenplatte auf, gewöhnlich
eine runde metallische Scheibe von bis zu 50 cm Durchmesser, welche die Empfangseigenschaften
verbessert.
[0004] Um höchste Genauigkeiten beim GPS-Empfang zu erreichen, wird aber der Gebrauch einer
sogenannten Choke-Ring-Antenne bevorzugt. Eine solche Antenne enthält rund um die
eigentliche Antenne, die z.B. als Stab oder vertikaler Dipol ausgebildet sein kann,
vier oder fünf konzentrische Ringe, die das indirekte Signal reduzieren.
[0005] In dem veröffentlichten Konferenzbeitrag von A. Steingaß, A. Lehner, F. Pérez-Fontan,
E. Kubista, M.J. Martin und B. Arbesser-Rastburg: "The High Resolution Aeronautical
Multipath Navigation Channel", ION NTM 2004 Conference, January 26-28, 2004, San Diego,
California USA ist ausgeführt, dass der weitaus größte Anteil der störenden Mehrwegereflexionen
eines Mikrowellen- Satellitennavigationssignals bei einer auf dem Rumpf eines Flugzeugs
angebrachten Antenne direkt vor dieser Antenne auf dem Flugzeugrumpf entsteht. Die
zum Ausschalten von Mehrwegereflexionsstörungen beim GPS-Empfang vielfach verwendeten
Choke-Ring-Antennen, wie z.B. diejenige von Thales Navigation oder Leica, lassen sich
auf einem Flugzeug aber nur sehr schwierig einsetzen.
[0006] Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zu Grunde, zur Anbringung auf der Hülle eines
Flugzeugrumpfes eine Antennenanordnung zu schaffen, die beim Empfang von Mikrowellensignalen
einen Mehrwegeempfang weitgehend vermeidet, wobei aber keine Choke-Ring-Antenne eingesetzt
werden soll.
[0007] Gemäß der Erfindung, die sich auf eine Flugzeugantennenanordnung zum Empfang von
Funksignalen der eingangs genannten Art bezieht, wird diese Aufgabe in vorteilhafter
Weise dadurch gelöst, dass die Hülle des Rumpfes des Flugzeugs in der Umgebung der
Mikrowellenantenne mit einem die betreffenden Mikrowellen absorbierenden Material
bedeckt ist oder alternativ eine solche Oberflächenstruktur aufweist, welche die dort
auftreffenden Mikrowellen nicht zur Mikrowellenantenne hin reflektiert, sondern von
dieser weg reflektiert.
[0008] Eine Flugzeugantennenanordnung zum Empfang von Satellitennavigationssignalen, wie
z.B. GPS-Signalen, zeichnet sich dadurch aus, dass die Hülle des Rumpfes auf ihrer
Oberseite in der Umgebung der Mikrowellenantenne mit einem die betreffenden Mikrowellen
absorbierenden Material bedeckt ist oder alternativ eine solche Oberflächenstruktur
aufweist, welche die dort auftreffenden Mikrowellen nicht zur Mikrowellenantenne hin
reflektiert, sondern von dieser weg reflektiert.
[0009] Das absorbierende Material bzw. die von der Mikrowellenantenne weg reflektierende
Oberflächenstruktur braucht nur innerhalb eines verhältnismäßig kleinen Radius um
die Mikrowellenantenne herum zu erfolgen, vorteilhaft innerhalb eines Kreises mit
einem Durchmesser von etwa ein bis zwei Meter um die Mikrowellenantenne herum.
[0010] Das die betreffenden elektromagnetischen Mikrowellen absorbierende Material, das
um die Mikrowellenantenne herum auf der Rumpfhülle aufgebracht ist, wird zweckmäßig
durch eine Absorptionsfolie oder eine absorbierende Oberflächenbeschichtung, z.B.
eine Farbe oder einen Lack, realisiert.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Flugzeugantennenanordnung nach der Erfindung sind
in den unmittelbar oder mittelbar auf den Patentanspruch 1 rückbezogenen Unteransprüchen
angegeben.
[0012] Beispiele zweier Flugzeugantennenanordnungen zum Empfang von Satellitennavigationssignalen
nach der Erfindung werden nachfolgend anhand zweier Figuren erläutert. Es zeigen:
Fig.1 in einer Ansicht von oben ein erstes Ausführungsbeispiel unter Verwendung von
Mikrowellen absorbierendem Material, und
Fig.2 in einer seitlichen Schnittansicht ein zweites Ausführungsbeispiel unter Verwendung
einer die auftreffenden Mikrowellen von der Mikrowellenantenne weglenkenden Oberflächenstruktur.
[0013] Fig.1 zeigt in einer Ansicht von oben auf die Oberseite eines Abschnittes der Hülle
eines Flugzeugrumpfes 1 eine Mikrowellenantenne 2 zum Empfang von Satellitennavigationssignalen,
wie z.B. GPS-Signalen. Die Mikrowellenantenne 2, die auf den Empfang der Trägerfrequenz
der Satellitennavigationssignale abgestimmt ist, kann z.B. als ein senkrechter Stab
oder ein vertikaler Dipol ausgebildet sein. Die Oberfläche des Flugzeugrumpfes 1 ist
auf seiner Oberseite in der Umgebung der Mikrowellenantenne 2 mit einem die betreffenden
Mikrowellen absorbierenden Material 3 bedeckt. Das absorbierende Material 3 ist nur
innerhalb eines verhältnismäßig geringen Radius um die Mikrowellenantenne 2 herum
vorzusehen, vorzugsweise innerhalb eines Kreises mit einem Durchmesser von etwa ein
bis zwei Meter um die Antenne 2.
[0014] Alternativ zum absorbierenden Material 3 in Fig.1 kann, wie in Fig.2 in einer seitlichen
Schnittansicht dargestellt ist, die Oberfläche des Flugzeugrumpfes 1 in diesem Bereich
eine solche Oberflächenstruktur 4 aufweisen, dass die dort auftreffenden Mikrowellen
nicht zur Mikrowellenantenne 2 hin reflektiert, sondern von dieser weg reflektiert
werden. Anstelle des absorbierenden Materials 3 in Fig.1 sind in diesem Bereich beim
Ausführungsbeispiel gemäß Fig.2 also konzentrisch um die Antenne 2 sägezahnförmige
Deflektorrillen 5 angebracht, welche die dort auftreffenden Satellitennavigationssignal-Mikrowellen
6 von der Antenne 2 weglenken. Die sägezahnförmigen konzentrischen Deflektorrillen
5 der Oberflächenstruktur 4 können vorteilhaft mit Kunststoffmaterial aufgefüllt werden,
damit die Strömungsverhältnisse einer glatten Rumpfhüllenoberfläche erhalten bleiben.
Bezugszeichenliste
[0015]
- 1
- Flugzeugrumpf
- 2
- Mikrowellenantenne
- 3
- Absorbierendes Material
- 4
- Oberflächenstruktur
- 5
- Sägezahnförmige Deflektorrillen
- 6
- Mikrowellen
1. Flugzeugantennenanordnung mit einer auf der Hülle des Rumpfes eines Flugzeugs angebrachten
Mikrowellenantenne zum Empfang von Funksignalen, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülle des Rumpfes (1) des Flugzeugs in der Umgebung der Mikrowellenantenne (2)
mit einem die betreffenden Mikrowellen absorbierenden Material (3) bedeckt ist oder
alternativ eine solche Oberflächenstruktur (4) aufweist, welche die dort auftreffenden
Mikrowellen (6) nicht zur Mikrowellenantenne hin reflektiert, sondern von dieser weg
reflektiert.
2. Flugzeugantennenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Empfang von Satellitennavigationssignalen, wie z.B. GPS-Signalen die Hülle des
Rumpfes (1) auf ihrer Oberseite in der Umgebung der Mikrowellenantenne (2) mit einem
die betreffenden Mikrowellen absorbierenden Material (3) bedeckt ist oder alternativ
eine solche Oberflächenstruktur (4) aufweist, welche die dort auftreffenden Mikrowellen
(6) nicht zur Mikrowellenantenne hin reflektiert, sondern von dieser weg reflektiert.
3. Flugzeugantennenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das absorbierende Material (3) bzw. die wegreflektierende Oberflächenstruktur (4)
innerhalb eines Kreises mit einem Durchmesser von etwa ein bis zwei Meter um die Mikrowellenantenne
(2) herum vorgesehen ist.
4. Flugzeugantennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das absorbierende Material (3) eine Absorptionsfolie ist.
5. Flugzeugantennenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das absorbierende Material (3) eine absorbierende Oberflächenbeschichtung ist.
6. Flugzeugantennenanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die absorbierende Oberflächenbeschichtung ein absorbierender Lack ist.
7. Flugzeugantennenanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die absorbierende Oberflächenbeschichtung eine absorbierender Farbe ist.
8. Flugzeugantennenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass konzentrisch um die Mikrowellenantenne (2) sägezahnförmige Deflektorrillen (5) vorgesehen
sind, welche die dort auftreffenden Satellitennavigationssignal-Mikrowellen (6) von
der Antenne weglenken.
9. Flugzeugantennenanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die sägezahnförmigen konzentrischen Deflektorrillen (5) der Oberflächenstruktur (4)
mit Kunststoffmaterial aufgefüllt sind, so dass dort eine glatte Oberfläche der Hülle
des Rumpfes (1) entsteht