[0001] Die Erfindung betrifft eine Presse oder einen Stanz- oder Umformautomaten mit einem
Gestell, das ein Gestelloberteil, ein Gestellunterteil sowie das Gestelloberteil am
Gestellunterteil abstützende Ständer aufweist, wobei das Gestellunterteil eine Aufspannplatte
umfaßt und das Gestelloberteil eine drehend antreibbare Exzenterwelle aufnimmt, die
über mindestens eine Schubeinrichtung mit einem relativ zur Aufspannplatte hin- und
herbewegbaren Stößel gekoppelt ist, der mittels Führungselemente in vertikaler Richtung
verschiebbar am Gestell gehalten ist.
[0002] Um mittels derartiger Pressen bzw. Stanz- oder Umformautomaten Werkstücke präzise
bearbeiten und einen vorzeitigen Werkzeugverschleiß vermeiden zu können, ist es erforderlich,
daß die Aufspannplatte und die dieser zugewandte Stirnseite des Stößels möglichst
parallel zueinander ausgerichtet sind. Eine derartige Parallelität kann in vielen
Fällen durch die Führungselemente gewährleistet werden, mittels derer der Stößel in
vertikaler Richtung verschiebbar am Gestell gehalten ist. Wird der Stößel während
des Umformvorgangs jedoch mit außermittig angreifenden Umformkräften beaufschlagt,
so kann dies zu einer Kippung des Stößels führen. Insbesondere beim Einsatz von modular
aufgebauten Mehrstufenwerkzeugen wird der Stanz- oder Umformautomat häufig mit relativ
hohen außermittigen Umformkräften belastet. Im Verlauf der Umformoperationen kommt
es zu einer Verschiebung des Kraftschwerpunkts, wobei der Stößel zu Kippschwingung
angeregt werden kann. Dies wiederum beeinträchtigt die Bearbeitungsqualität der Werkstücke.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Presse bzw. einen Stanz- oder Umformautomaten
der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß die Qualität der Werkstückbearbeitung
verbessert und der Werkzeugverschleiß reduziert wird.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Presse bzw. bei einem Stanz- oder Umformautomaten der
gattungsgemäßen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die mindestens eine Schubeinrichtung
in vertikaler Richtung verschiebbar am Gestelloberteil gelagert ist.
[0005] In die Erfindung fließt der Gedanke mit ein, daß die Kippsteifigkeit der Stößelführung
erheblich verbessert werden kann, indem nicht nur der Stößel mit Hilfe von Führungselementen
verschiebbar am Gestell gehalten ist, sondern zusätzlich auch die Schubeinrichtung,
über die der Stößel zu einer Hin- und Herbewegung relativ zur Aufspannplatte angetrieben
wird, verschiebbar am Gestelloberteil gelagert ist. Eine derartige Ausgestaltung hat
den Vorteil, daß die durch den Antrieb des Stößels hervorgerufenen Querkräfte in das
Gestelloberteil eingeleitet werden können, so daß der Stößel antriebsseitig lediglich
mit einer vertikal ausgerichteten Antriebskraft beaufschlagt wird, während Horizontalkräfte
vom Gestelloberteil aufgenommen werden. Außerdem können außermittig am Stößel angreifende
Umformkräfte über die verschiebbare Lagerung der Schubeinrichtung auf das Gestelloberteil
übertragen werden. Die Gefahr einer unbeabsichtigten Verlagerung oder Kippung des
Stößels wird dadurch erheblich reduziert, so daß die zur Erzielung hoch präziser Werkstücke
und langer Werkzeugstandzeiten erforderliche Parallelität zwischen der Stirnseite
des Stößels und der Oberseite der Aufspannplatte verbessert ist. Außerdem werden die
Stößelführungselemente deutlich weniger belastet.
[0006] Zur Führung des Stößels am Gestell können die Führungselemente Führungssäulen umfassen,
die in Führungsbuchsen verschiebbar gelagert sind. Es kann beispielsweise vorgesehen
sein, daß die Führungssäulen am Gestell festgelegt sind und die Führungsbuchsen am
Stößel gehalten sind.
[0007] Besonders günstig ist es, wenn die Führungssäulen am Stößel festgelegt sind und die
Führungsbuchsen am Gestell gehalten sind. Es können hierbei vier mit dem Stößel mitlaufende
Führungssäulen zum Einsatz kommen, die in Wälz- oder Gleitführungen geführt sind.
Die Gleitführungen können hydrodynamisch oder hydrostatisch geschmiert sein. Es können
sowohl Flachführungen als auch Rundführungen zum Einsatz kommen.
[0008] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Führungssäulen jeweils mittels einer ersten
Führungsbuchse, vorzugsweise einer Gleit- oder Wälzführung, oberhalb einer Bandlaufebene
und mittels einer zweiten Führungsbuchse, vorzugsweise einer Gleit- oder Wälzführung,
unterhalb einer Bandlaufebene verschiebbar gelagert sind. Bei Einsatz von vier Führungssäulen
ergibt sich somit eine 8fache Lagerung des Stößels am Gestell, und zusätzlich kommt
erfindungsgemäß eine Führungseinrichtung zur verschiebbaren Lagerung der Schubeinrichtung
am Gestelloberteil zum Einsatz. Die 8-fache Lagerung mittels Wälzführungen hat den
Vorteil, daß die Führungssäulen sowohl oberhalb als auch unterhalb der Bandlaufebene
mit vorgespannten Wälzkörpern spielfrei geführt werden können. Hierbei kann der Abstand
der Wälzführungen einer Führungssäule ein Mehrfaches der maximalen Hubhöhe des Stößels
betragen, und dies wiederum ermöglicht es, die Stößelführung besonders kippsteif auszugestalten.
[0009] Es kann vorgesehen sein, daß die Presse bzw. der Stanz- oder Umformautomat lediglich
eine einzige Schubeinrichtung umfaßt, mit deren Hilfe der Stößel zu einer Hin- und
Herbewegung antreibbar ist.
[0010] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Presse bzw. der Stanz- oder Umformautomat
zwei im Abstand zueinander angeordnete Schubeinrichtungen aufweist, die jeweils verschiebbar
am Gestelloberteil gelagert sind, denn dadurch kann die Kippsteifigkeit zusätzlich
verbessert werden.
[0011] Die Exzenterwelle kann in Bandlaufrichtung oder auch quer zur Bandlaufrichtung ausgerichtet
sein.
[0012] Vorzugsweise weist die Schubeinrichtung ein drehbar an der Exzenterwelle gehaltenes
Pleuel auf sowie eine mit dem Stößel verbundene Schubmechanik, wobei das Pleuel mit
der Schubmechanik gelenkig verbunden ist und die Schubmechanik mittels einer Führungseinrichtung
in vertikaler Richtung verschiebbar am Gestelloberteil gelagert ist. Mittels des Pleuels
und der Schubmechanik kann die exzentrische Drehbewegung der Exzenterwelle in eine
Hin- und Herbewegung des Stößels umgewandelt werden, wobei gleichzeitig aufgrund der
Führung der Schubmechanik am Gestelloberteil gewährleistet ist, das auftretende Horizontalkräfte
vom Gestelloberteil aufgenommen werden.
[0013] Die Schubmechanik kann als Baueinheit ausgebildet sein, die beispielsweise über einen
Bolzen oder ein Kugelgelenk mit dem der Exzenterwelle abgewandten Ende des Pleuels
verbindbar ist. Die Baueinheit kann einteilig oder mehrteilig ausgestaltet sein. So
kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die Schubmechanik eine Schubstange umfaßt,
über die die Bewegung des Pleuls auf den Stößel übertragbar ist, wobei die Schubstange
mittels der Führung in vertikaler Richtung verschiebbar am Gestelloberteil gelagert
ist.
[0014] Bevorzugt weist die Führungseinrichtung eine in vertikaler Richtung unverschieblich
am Gestelloberteil gehaltene Führungsbuchse auf, in der die Schubmechanik verschiebbar
gelagert ist. Die Lagerung kann hierbei mittels einer Gleit- oder Wälzführung erfolgen.
[0015] Als günstig hat es sich erwiesen, wenn die Schubmechanik eine am Stößel gehaltene
Schubstange umfaßt, die mittels der Führungseinrichtung am Gestelloberteil verschiebbar
gelagert ist. Vorzugsweise ist die Schubstange um ihre Längsachse drehbar am Stößel
gehalten.
[0016] Wie bereits erläutert, kann mittels der verschiebbaren Lagerung der Schubeinrichtung
die Qualität der bearbeiteten Werkstücke verbessert werden und Werkzeugstandzeiten
können verlängert werden. Außerdem kann durch die verschiebbare Lagerung der Schubeinrichtung
die Belastung der Stößelführungselemente reduziert werden. Eine weitere Verbesserung
der Bearbeitungsqualität wird bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform dadurch
erzielt, daß die Presse bzw. der Stanz- oder Umformautomat zur Verstellung der effektiven
Länge der Schubeinrichtung eine Verstelleinrichtung aufweist, mit der auch während
des laufenden Betriebes die effektive Länge verstellt werden kann und die am Gestell,
vorzugsweise am Gestelloberteil, angeordnet ist. Es hat sich gezeigt, daß die Qualität
der bearbeiteten Werkstücke und die Werkzeugstandzeiten von der Lage des unteren Totpunktes
des Stößels abhängig sind. Insbesondere während Beschleunigungsphasen sowie aufgrund
von Temperaturänderungen kann sich die Lage des unteren Totpunktes des Stößels verändern,
und um einer derartigen Veränderung während des laufenden Betriebes der Presse bzw.
des Stanz- oder Umformautomaten entgegenzuwirken, kommt die Verstelleinrichtung zum
Einsatz, mit deren Hilfe die effektive Länge der Schubeinrichtung verändert werden
kann. Die Verstelleinrichtung ist hierbei am Gestell angeordnet, d. h. an einem stationären
Bauteil. Dadurch kann die Anzahl bewegter Bauteile minimiert und die Lebensdauer der
Presse bzw. des Stanz- oder Umformautomaten kann verlängert werden. Außerdem kann
seine Zuverlässigkeit erhöht werden.
[0017] Die Verstellung der effektiven Länge der Schubeinrichtung kann auf konstruktiv einfache
Weise dadurch erzielt werden, daß die Schubeinrichtung ein drehbar an der Exzenterwelle
gehaltenes Pleuel aufweist sowie eine erste, an das Pleuel angelenkte Schubstange
und eine zweite, mit dem Stößel verbundene Schubstange, wobei die beiden Schubstangen
mittels der Verstelleinrichtung in vertikaler Richtung relativ zueinander versetzbar
sind. Die Schubeinrichtung kann bei einer derartigen Ausführungsform teleskopartig
ausgestaltet sein, indem eine der beiden Schubstangen in eine Aufnahme der anderen
Schubstange eintaucht und mittels der Verstelleinrichtung relativ zur anderen Schubstange
versetzbar ist.
[0018] Es kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die beiden Schubstangen über ein Gewinde
miteinander verbunden sind, wobei eine Schubstange mittels der Verstelleinrichtung
relativ zur anderen Schubstange um die Gewindeachse drehbar ist.
[0019] Vorzugsweise ist die zweite Schubstange drehfest und längsverschieblich in einer
mittels der Verstelleinrichtung um eine vertikale Drehachse drehbaren Führungsbuchse
gelagert. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die zweite Schubstange mittels
einer Paßfeder drehfest in der Führungsbuchse gehalten ist. Die Führungsbuchse kann
mittels der Verstelleinrichtung um eine vertikale Drehachse verdreht werden. Diese
Drehbewegung wird aufgrund der drehfesten Verbindung auf die zweite Schubstange übertragen,
die mit der ersten Schubstange verschraubt ist und durch die Drehbewegung relativ
zur ersten Schubstange versetzbar ist.
[0020] Die um die vertikale Drehachse drehbare zweite Schubstange hintergreift bei einer
besonders bevorzugten Ausführungsform an ihrem der Führungsbuchse abgewandten freien
Ende eine starr mit dem Stößel verbundene Deckplatte, die eine von der zweiten Schubstange
durchgriffene Durchgangsbohrung aufweist. Am freien Ende der zweiten Schubstange kann
ein Schubübertragungselement festgelegt sein, das drehbar in einer Aufnahme des Stößels
gehalten ist.
[0021] Der Drehantrieb des Führungsbuchse erfolgt vorzugsweise mittels einer am Gestell
drehbar gelagerten Schnecke, die mit Hilfe eines Antriebsmotors drehend antreibbar
ist und mit einer Außenverzahnung der Führungsbuchse kämmt. Die Führungsbuchse bildet
somit ein Schneckenrad, das von der motorisch angetriebenen Schnecke in Drehung versetzbar
ist. Der Antriebsmotor ist bei einer bevorzugten Ausführungsform im Gestelloberteil
angeordnet. Er kann beispielsweise als Elektromotor oder auch als Hydraulik- oder
Pneumatikmotor ausgestaltet sein.
[0022] Von Vorteil ist es, wenn die zweite Schubstange um eine vertikale Drehachse drehbar
am Stößel gehalten ist.
[0023] Bei einer konstruktiv besonders einfachen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Presse
bzw. des Stanz- oder Umformautomaten bildet die erste Schubstange eine Gewindespindel,
die in eine Bohrung der zweiten Schubstange eingeschraubt ist. Die Gewindespindel
kann an ihrem dem Pleuel zugewandten Ende eine Sackbohrung aufweisen, in die das freie
Ende des Pleuels eintaucht, das mittels eines Bolzens oder eines Kugelgelenks um eine
horizontale Schwenkachse verschwenkbar an der Gewindespindel gehalten ist.
[0024] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung eines Stanz- oder Umformautomaten und
- Figur 2:
- eine Schnittansicht längs der Linie 2-2 in Figur 1.
[0025] In der Zeichnung ist schematisch ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 belegter
Stanz- oder Umformautomat dargestellt mit einem rahmenartigen Gestell 12, das ein
Gestellunterteil 14 und ein Gestelloberteil 15 aufweist. Das Gestelloberteil 15 ist
mittels vier an den Eckpunkten eines Rechtecks angeordneter Ständer 16 am Gestellunterteil
14 abgestützt.
[0026] Am Gestelloberteil 15 ist mittels mehrerer Wälz- oder Gleitlager 19 eine Exzenterwelle
18 drehbar gelagert, die von einem an sich bekannten und deshalb in der Zeichnung
nicht dargestellten Antriebsmotor drehend antreibbar ist. Die Exzenterwelle 18 dient
dem Antrieb eines Stößels 20, der über zwei identisch ausgestaltete Schubeinrichtungen
22, 23 mit der Exzenterwelle 18 gekoppelt ist.
[0027] Am Stößel 20 sind jeweils einem Ständer 16 benachbart insgesamt vier Führungssäulen
25 festgelegt, die jeweils mittels einer ersten Wälzführung 27 am Gestelloberteil
15 und mittels einer zweiten Wälzführung 28 am Gestellunterteil 14 in vertikaler Richtung
verschiebbar gelagert sind. Die ersten Wälzführungen 27 sind oberhalb einer Bandlaufebene
30 und die zweiten Wälzführungen 28 sind unterhalb der Bandlaufebene 30 positioniert.
Die Bandlaufebene 30 bildet hierbei die Ebene aus, innerhalb derer zu bearbeitende
Werkstücke beim Betrieb des Stanzautomaten 10 positioniert werden.
[0028] Der Stößel 20 weist eine Stirnseite 32 auf, die einer Aufspannplatte 34 des Gestellunterteils
14 zugewandt ist. An der Stirnseite 32 können Oberwerkzeuge und an der Aufspannplatte
34 zugeordnete Unterwerkzeuge montiert werden zur Bearbeitung der Werkstücke in der
Bandlaufebene 30.
[0029] Die Kopplung des Stößels 20 mit der Exzenterwelle 18 über die Schubeinrichtung 22
und 23 wird insbesondere aus Figur 2 deutlich. Die Schubeinrichtungen 22 und 23 weisen
jeweils ein drehbar an der Exzenterwelle 18 gelagertes Pleuel 36 bzw. 37 auf, das
mit seinem der Exzenterwelle 18 abgewandten Ende an eine Schubmechanik 39 bzw. 40
angelenkt ist, über die die vertikale Bewegung der Pleuel 36 bzw. 37 auf den Stößel
20 übertragbar ist.
[0030] Die Schubmechaniken 39 und 40 sind identisch ausgestaltet. Sie umfassen jeweils eine
erste Schubstange in Form einer Gewindespindel 42, die an ihrem dem jeweiligen Pleuel
36 bzw. 37 zugewandten Ende eine Aufnahme 43 aufweisen, in die das freie Ende des
zugeordneten Pleuels 36 bzw. 37 eintaucht. Die Aufnahme 43 wird von einem parallel
zur Längsachse der Exzenterwelle 18 ausgerichteten Bolzen 44 durchgriffen, an dem
das Pleuel 36 bzw. 37 schwenkbar gehalten ist. Alternativ könnte zur gelenkigen Lagerung
der Pleuel 36, 37 auch jeweils ein Kugelgelenk zum Einsatz kommen.
[0031] Die Gewindespindel 42 wird von einer stufig ausgebildeten Sackbohrung 46 einer zweiten
Schubstange 47 aufgenommen, wobei ein dem Pleuel 36 bzw. 37 zugewandter oberer Bohrungsabschnitt
49 der Sackbohrung 46 den die Aufnahme 43 aufweisenden Bereich der Gewindespindel
42 in Umfangsrichtung umgibt und die Gewindespindel 42 an der Innenwand des oberen
Bohrungsabschnittes 49 flächig anliegt. Der obere Bohrungsabschnitt 49 geht über eine
Stufe 50 in einen unteren Bohrungsabschnitt 51 über. Dieser weist ein Innengewinde
auf, in das die Gewindespindel 42 eingeschraubt ist.
[0032] Mit ihrem dem oberen Bohrungsabschnitt 49 abgewandten unteren Endbereich durchgreift
die Schubstange 47 eine Durchgangsbohrung einer mit dem Stößel 20 verschraubten Deckplatte
53, und das in Richtung auf den Stößel 20 über die Deckplatte 53 überstehende Ende
der Schubstange 47 wird von einer Endkappe 55 übergriffen, die stirnseitig mit der
Schubstange 47 verschraubt ist und drehbar in einer Aufnahme 57 des Stößels 20 gehalten
ist. Die Endkappe 55 wird von der Deckplatte 53 abgedeckt und ist somit zwischen der
Aufnahme 57 und der Deckplatte 53 in vertikaler Richtung unverschieblich, um eine
vertikale Drehachse 59 jedoch frei drehbar am Stößel 20 gehalten.
[0033] Der dem Stößel 20 abgewandte obere Endbereich der Schubstange 47 ist in einer Führungsbuchse
61 in vertikaler Richtung verschiebbar gelagert, wobei mittels in der Zeichnung nicht
dargestellter, dem Fachmann an sich bekannter Paßfedern eine drehfeste Verbindung
zwischen der Führungsbuchse 61 und dem oberen Endbereich der Schubstange 47 sichergestellt
ist.
[0034] Die Führungsbuchse 61 weist entlang ihres Außenumfangs eine Verzahnung 62 auf, die
mit einer Schnecke 64 kämmt, die in einer die Führungsbuchse 61 in Umfangsrichtung
umgebenden und an einem Boden 66 des Gestelloberteils 15 festgelegten Hülse 68 drehbar
gelagert ist. Die Schnecke 64 steht mit einem dem Fachmann bekannten und deshalb in
der Zeichnung zur Erzielung einer besseren Übersicht nicht dargestellten Motor, vorzugsweise
einem Stellmotor, in Drehverbindung.
[0035] Zur Bearbeitung eines Werkstückes kann der Stößel 20 zu einer Hin- und Herbewegung
relativ zur Aufspannplatte 34 angetrieben werden. Hierzu wird die Exzenterwelle 18
in Drehung versetzt. Aufgrund ihrer exzentrischen Lagerung führen die Pleuel 36, 37
eine Hin- und Herbewegung aus, die über den Bolzen 44 und die Gewindespindel 42 auf
die Schubstange 47 übertragen wird, die ihrerseits die Hin- und Herbewegung auf den
Stößel 20 überträgt. Die Schubstange 47 ist hierbei in der Führungsbuchse 61 in vertikaler
Richtung verschiebbar gelagert. Die Führungsbuchse 61 bildet somit eine Führungseinrichtung
für die Schubstange 47 aus und stellt sicher, daß von den Pleueln 36 bzw. 37 auf die
Schubstange 47 ausgeübte Horizontalkräfte über die Führungsbuchse 61 und die Hülse
68 auf das Gestelloberteil 15 übertragen werden, während vertikal ausgerichtete Kräfte
ungehindert auf den Stößel 20 übertragen werden. Wird der Stößel 20 bei der Bearbeitung
eines Werkstückes außermittig mit Umformkräften beaufschlagt, so können daraus resultierende
Horizontalkräfte ebenfalls über die Schubstange 47 und die Führungsbuchse 61 auf das
Gestelloberteil 15 übertragen werden.
[0036] Kommt es durch Temperaturänderungen oder aufgrund einwirkender Massenkräfte zu einer
Veränderung der Lage des unteren Totpunktes des Stößels 20, so kann die effektive
Länge der Schubeinrichtungen 22, 23 während des laufenden Betriebes des Stanzautomaten
10 verändert werden. Hierzu wird der mit der Schnecke 64 gekoppelte Motor aktiviert,
so daß von der Schnecke 64 eine Drehbewegung auf die Führungsbuchse 61 und die drehfest
mit dieser verbundenen Schubstange 47 übertragen werden kann. Dies führt zu einer
Relativbewegung zwischen der Schubstange 47 und der Gewindespindel 42. Diese Relativbewegung
hat aufgrund der Gewindeverbindung der beiden Teile eine Relativbewegung der Schubstange
47 bezogen auf die Gewindespindel 42 zur Folge, wodurch die effektive Länge der Schubeinrichtungen
22, 23 verändert wird.
1. Presse, Stanz- oder Umformautomat mit einem Gestell, das ein Gestelloberteil, ein
Gestellunterteil sowie das Gestelloberteil am Gestellunterteil abstützende Ständer
aufweist, wobei das Gestellunterteil eine Aufspannplatte umfaßt und das Gestelloberteil
eine drehend antreibbare Exzenterwelle aufnimmt, die über mindestens eine Schubeinrichtung
mit einem relativ zur Aufspannplatte hin- und herbewegbaren Stößel gekoppelt ist,
der mittels Führungselemente in vertikaler Richtung verschiebbar am Gestell gehalten
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Schubeinrichtung (22, 23) in vertikaler Richtung verschiebbar
am Gestelloberteil (15) gelagert ist.
2. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente Führungssäulen (25) umfassen, die in Führungslagern (27, 28)
verschiebbar gelagert sind.
3. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungssäulen (25) am Stößel (20) festgelegt sind und daß die Führungslager
(27, 28) am Gestell (12) gehalten sind.
4. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungssäulen (25) jeweils mittels einer ersten Gleit- oder Wälzführung (27)
oberhalb einer Bandlaufebene (30) und mittels einer zweiten Gleit- oder Wälzführung
(28) unterhalb einer Bandiaufebene (30) verschiebbar gelagert sind.
5. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Presse bzw. der Stanz- oder Umformautomat (10) zwei im Abstand zueinander angeordnete
Schubeinrichtungen (22, 23) aufweist.
6. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Schubeinrichtung (22, 23) ein drehbar an der Exzenterwelle (18)
gehaltenes Pleuel (36, 37) aufweist sowie eine mit dem Stößel (20) verbundene Schubmechanik
(39, 40), wobei das Pleuel (36, 37) mit der Schubmechanik (39, 40) gelenkig verbunden
ist und die Schubmechanik (39, 40) mittels einer Führungseinrichtung (61) in vertikaler
Richtung verschiebbar am Gestelloberteil (15) gelagert ist.
7. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungseinrichtung eine in vertikaler Richtung unverschieblich am Gestelloberteil
(15) gehaltene Führungsbuchse (61) aufweist, in der die Schubmechanik (39, 40) verschiebbar
gelagert ist.
8. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubmechanik (39, 40) eine am Stößel (20) gehaltene Schubstange (47) umfaßt,
die mittels der Führungseinrichtung (61) am Gestelloberteil (15) verschiebbar gelagert
ist.
9. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Presse bzw. der Stanz- oder Umformautomat (10) zur Verstellung der effektiven
Länge der Schubeinrichtung (22, 23) während des laufenden Betriebs der Presse bzw.
des Stanz- oder Umformautomaten (10) eine Verstelleinrichtung (61, 64) aufweist, die
am Gestell (12) angeordnet ist.
10. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Schubeinrichtung (22, 23) ein drehbar an der Exzenterwelle (18)
gehaltenes Pleuel (36, 37) aufweist sowie eine an das Pleuel (36, 37) angelenkte erste
Schubstange und eine mit dem Stößel (20) verbundene zweite Schubstange (47), wobei
die beiden Schubstangen (42, 47) mittels der Verstelleinrichtung (61, 64) in vertikaler
Richtung relativ zueinander versetzbar sind.
11. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schubstangen (42, 47) über ein Gewinde miteinander verbunden sind, wobei
eine Schubstange (47) mittels der Verstelleinrichtung (61, 64) relativ zur anderen
Schubstange (42) um die Gewindeachse drehbar ist.
12. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Schubstange (47) drehfest und längsverschieblich in einer mittels der
Verstellvorrichtung (61, 64) um eine vertikale Drehachse (59) drehbaren Führungsbuchse
(61) gelagert ist.
13. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung eine drehend antreibbare, am Gestell (12) drehbar gelagerte
Schnecke (64) aufweist, die mit einer Außenverzahnung (62) der Führungsbuchse (61)
kämmt.
14. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Schubstange (47) um eine vertikale Drehachse (59) drehbar am Stößel (20)
gehalten ist.
15. Presse, Stanz- oder Umformautomat nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schubstange eine Gewindespindel (42) ausbildet, die in eine Bohrung (46)
der zweiten Schubstange (47) eingeschraubt ist.