[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zur Steuerung einer ein Feuchtmittel von einer Feuchtmittelquelle
aufnehmenden ersten Walze und einer zweiten Walze gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 oder 2.
[0002] Durch die US 3 168 037 A ist ein Feuchtwerk bekannt, bei dem entweder eine ein Feuchtmittel
aus einem Feuchtmittelreservoir aufnehmende Tauchwalze oder eine auf der Tauchwalze
abrollende Übertragungswalze durch einen steuerbaren Antrieb derart angetrieben werden,
dass eine Drehgeschwindigkeit dieser beiden Walzen zwar veränderlich, dass die Drehgeschwindigkeit
dieser beiden Walzen aber stets betragsgleich ist.
[0003] Durch die US 3 986 452 A ist ein Feuchtwerk bekannt, bei dem eine ein Feuchtmittel
aus einem Feuchtmittelreservoir aufnehmende Tauchwalze und mindestens eine mit der
Tauchwalze in Rollkontakt stehende weitere Walze jeweils einen voneinander unabhängigen
steuerbaren Antrieb aufweisen, wobei diese weitere Walze mit einer an einen Formzylinder
angestellten Feuchtauftragwalze in Rollkontakt steht, wobei eine changierende Brückenwalze
an die Feuchtauftragwalze angestellt ist.
[0004] Durch die EP 0 893 251 A2 ist ein Feuchtwerk mit einer ein Feuchtmittel aus einem
Feuchtmittelreservoir aufnehmenden Tauchwalze und einer auf der Tauchwalze abrollenden
Schlupfwalze bekannt, wobei beide Walzen bedarfsweise durch separate Antriebseinrichtungen
angetrieben sein können, wobei beide Walzen jedoch stets dieselbe Oberflächengeschwindigkeit
aufweisen.
[0005] Durch die EP 0 462 490 A1 ist ein Filmfeuchtwerk für Rotationsdruckmaschinen bekannt,
wobei in einem vom Feuchtmittelkasten bis zum Formzylinder aus drei oder vier Walzen
bestehenden Walzenzug eine Tauchwalze und eine Dosierwalze durch einen ersten Elektromotor
gemeinsam angetrieben sind, wobei eine der Dosierwalze im Walzenzug nachfolgende Feuchtreibwalze
durch einen Mechanismus zusätzlich axial hin- und herbewegt ist und wobei an eine
an die Feuchtreibwalze und den Formzylinder angestellte Feuchtauftragwalze eine Brückenwalze
angestellt ist.
[0006] Durch die DE 29 32 105 C2 ist ein Feuchtwerk einer Offsetrotationsdruckmaschine bekannt,
wobei das Feuchtwerk von der Feuchtmittelaufnahme bis zum Formzylinder einen aus drei
Walzen bestehenden Walzenzug aufweist und jede der drei Walzen unabhängig voneinander
von einem vorzugsweise stufenlos einstellbaren, regelbareren Elektromotor angetrieben
ist.
[0007] Durch die DE 38 32 527 C2 ist eine Antriebseinrichtung für das Feuchtwerk einer Offsetdruckmaschine
bekannt, wobei eine gleichzeitig an eine Feuchtauftragswalze und an eine Farbauftragswalze
angestellte changierende Brückenwalze vorgesehen ist, wobei die Brückenwalze pneumatisch
angetrieben ist, wobei ihre Drehzahl durch eine Änderung des Pneumatikdruckes gesteuert
wird.
[0008] Durch die DE 299 00 216 U1 ist ein Feuchtwerk für eine Druckmaschine bekannt, wobei
eine ein Feuchtmittel aufnehmende erste Walze und eine mit der ersten Walze in Feuchtmittelübertragungsverbindung
stehende zweite Walze vorgesehen sind, wobei beide Walzen drehangetrieben sind und
wobei beim Betrieb des Feuchtwerks zwischen den beiden Walzen ein durch Steuermittel
einstellbarer Schlupf besteht.
[0009] Durch die WO 03/039873 A1 sind Antriebe eines Druckwerkes bekannt, wobei der rotatorische
Antrieb und der Changierantrieb einer Walze an ihren gegenüberliegenden Enden angeordnet
sind.
[0010] Durch die JP-A-01 232 045 ist ein Feuchtwerk einer Offsetrotationsdruckmaschine bekannt,
wobei das Feuchtwerk von der Feuchtmittelaufnahme bis zum Formzylinder einen aus drei
Walzen bestehenden Walzenzug aufweist und wobei sowohl die Tauchwalze (1. Walze) als
auch die Übertragswalze (2. Walze) unabhängig voneinander von einem regelbareren Motor
angetrieben sind.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren zur Steuerung einer ein Feuchtmittel
von einer Feuchtmittelquelle aufnehmenden ersten Walze und einer zweiten Walze zu
schaffen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 oder 2 gelöst.
[0013] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die
Tauchwalze und eine benachbarte Feuchtübertragwalze völlig unabhängig voneinander
ansteuerbar sind. Der sich zwischen ihnen ausbildende Schlupf aufgrund einer gewollten
Differenz in ihrer Oberflächengeschwindigkeit wird für eine richtige Dosierung eines
auf den Walzen aufzutragenden Feuchtmittels bedarfsgerecht angepasst. Die Anpassung
des Schlupfes erfolgt insbesondere in Abhängigkeit einer Änderung der Oberflächengeschwindigkeit
des Formzylinders.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0015] Es zeigen
- Fig. 1
- ein Feuchtwerk mit vier Walzen im Walzenzug zum Formzylinder;
- Fig. 2
- ein Feuchtwerk mit drei Walzen im Walzenzug zum Formzylinder.
[0016] Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils in einer schematischen Darstellung ein Feuchtwerk
01, vorzugsweise ein Filmfeuchtwerk 01, mit einer ersten Walze 04 und einer zweiten
Walze 06, wobei die erste Walze 04 ein Feuchtmittel 02, z. B. Wasser 02 oder ein Alkohol-Wasser-Gemisch
02 von einer Feuchtmittelquelle 03, z. B. aus einem Feuchtmittelreservoir 03, insbesondere
aus einem Feuchtmittelkasten 03 oder aus einer mit dem Feuchtmittel 02 gefüllten Wanne
03 aufnimmt, wobei die erste Walze 04 das Feuchtmittel 02 zumindest teilweise unmittelbar
auf die zur ersten Walze 04 benachbart angeordnete zweite Walze 06 überträgt. Die
erste Walze 04 ist damit vorzugsweise als eine Tauchwalze 04 oder als eine Duktorwalze
04 ausgebildet. Alternativ kann die Feuchtmittelquelle 03 z. B. als ein Sprühbalken
03 mit mindestens einer das Feuchtmittel 02 auf die erste Walze 04 aufsprühenden Sprühdüse
03 ausgebildet sein, wobei das Feuchtmittel 02 in Form fein verteilter Tröpfchen auf
die erste Walze 04 aufgetragen wird. Weitere Ausgestaltungen sehen vor, das Feuchtwerk
01 als ein Bürstenfeuchtwerk oder als ein Schleuderfeuchtwerk auszubilden, bei denen
das Feuchtmittel 02 gleichfalls kontaktlos auf die erste Walze 04 aufgetragen wird.
Die zweite Walze 06 kann eine Dosierwalze 06, eine Feuchtübertragwalze 06 oder eine
Reibwalze 06 sein, jeweils vorzugsweise mit einer verchromten oder mit einer Keramik
beschichteten Oberfläche. Die erste Walze 04 ist die erste von mehreren Walzen in
einem Walzenzug, über den das Feuchtmittel 02 aus dem Feuchtmittelreservoir 03 zu
demjenigen Formzylinder 09 einer im Offsetdruckverfahren arbeitenden Druckmaschine
transportiert wird, dem das Feuchtwerk 01 zugeordnet ist. Die in den Fig. 1 und 2
unterscheiden sich insbesondere in der Anzahl ihrer im Walzenzug angeordneten Walzen.
[0017] Die Druckmaschine ist z. B. als eine Akzidenzdruckmaschine ausgebildet. Ihr Druckwerk
weist mindestens einen Formzylinder 09 und einen Übertragungszylinder (nicht dargestellt)
auf, wobei diese beiden Zylinder aufeinander abrollen. Unter einer Akzidenzdruckmaschine,
vorzugsweise einer im Offsetdruckverfahren arbeitenden Akzidenzdruckmaschine, soll
eine Druckmaschine mit einem Formzylinder 09 verstanden werden, bei der auf ihrem
Formzylinder 09 in dessen axialer Richtung nur eine einzige Druckform angeordnet ist,
wobei die Druckform in zum Formzylinder 09 axialer Richtung vorzugsweise mehrere Druckbildstellen
aufweist, wobei die Druckbildstellen frei von einem vorgegebenen Format sind, d. h.
insbesondere in zum Formzylinder 09 axialer Richtung innerhalb bestimmter Grenzen
eine beliebige Breite aufweisen können.
[0018] Feuchtwerke 01, die ein Feuchtmittel 02 verwenden, dem z. B. zur Verringerung einer
Umweltbelastung oder zur Reduzierung seiner Kosten vorzugsweise gar kein oder zumindest
nur sehr wenig Alkohol, insbesondere Isopropylalkohol (IPA), von deutlich unter 5
% vom Volumen der dem Feuchtmittel 02 insgesamt zugesetzten Stoffe zugesetzt ist,
erfordern während der Produktion der Druckmaschine, d. h. in ihrem Druckbetrieb, für
ein gutes Druckergebnis eine sehr präzise an die jeweilige Produktionsgeschwindigkeit
angepasste Einstellung der zum Formzylinder 09 zu transportierenden Menge an Feuchtmittel
02. Erschwerend kommt hinzu, dass für die Druckmaschine eine immer höhere Produktionsgeschwindigkeit
zu realisieren ist. Heutige Druckmaschinen erreichen für ihre Druckwerkszylinder eine
Produktionsgeschwindigkeit von durchaus 70.000 bis 80.000 Umdrehungen pro Stunde.
Wenn die Durchmesser der miteinander in Wirkverbindung stehenden Übertragungszylinder
und Formzylinder 09 identisch sind, entspricht die Produktionsgeschwindigkeit der
Druckmaschine der Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09. Das Feuchtwerk
01 mit den nachfolgend beschriebenen Merkmalen stellt auch für eine derart hohe Produktionsgeschwindigkeit
den Transport einer ausreichenden und genau zumessbaren Menge an Feuchtmittel 02 sicher.
[0019] Des Weiteren ist die am Formzylinder 09 für ein gutes Druckergebnis benötigte Menge
des Feuchtmittels 02 vom Emulgierverhalten der verwendeten Farbe und von der zur Herstellung
des Druckerzeugnisses erforderlichen Farbmenge abhängig. Die Farbe und das Feuchtmittel
02 bilden ein Gemenge, wobei je nach der Beschaffenheit der Farbe in der Farbe ein
innerhalb bestimmter Grenzen variabler volumetrischer Mengenanteil des Feuchtmittels
02 vermengbar ist. Die ins Feuchtwerk 01 rückgespaltene Farbe kann das Feuchtmittel
02 z. B. in einem Mengeanteil zwischen 15 % und 25 % aufnehmen. Der Mengenanteil nimmt
bei größer werdender Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 zu. Dem Mengenanteil
des von der Farbe emulgierten Feuchtmittels 02 ist jedoch z. B. auch dadurch ein oberer
Schrankenwert gesetzt, dass die auf einen Bedruckstoff, z. B. einer Papierbahn, aufgedruckte
Farbe während des Durchlaufs des Bedruckstoffes durch ein dem Druckwerk nachgeordnetes
Trocknungsaggregat, z. B. einem Heatset-Trockner, noch sicher trocknen muss. Infolge
der angestrebten hohen Produktionsgeschwindigkeit von 12 m/s oder mehr ist die Verweilzeit
des Bedruckstoffes im Trocknungsaggregat sehr kurz.
[0020] Je mehr farbige Druckbildstellen ein Druckerzeugnis aufweist, desto mehr Farbe wird
am Formzylinder 09 benötigt. Folglich muss in einem solchen Fall zur Einstellung eines
für den Druck erforderlichen Gleichgewichts von Farbe und Feuchtmittel 02 auch eine
größere Menge des Feuchtmittels 02 am Formzylinder 09 bereitgestellt werden, wenn
mit der Druckmaschine ein farbintensiveres Druckerzeugnis produziert wird. Das Feuchtwerk
01 mit den nachfolgend beschriebenen Merkmalen passt die am Formzylinder 09 bereitgestellte
Menge des Feuchtmittels 02 für ein gutes Druckergebnis daher auch in Abhängigkeit
von der Beschaffenheit der Farbe und ihrem mengenmäßigen Bedarf für das herzustellende
Druckerzeugnis an.
[0021] Um in Abhängigkeit von der Produktionsgeschwindigkeit der Druckmaschine und des einzustellenden
Gleichgewichts von Farbe und Feuchtmittel 02 eine bedarfsgerechte Anpassung der am
Formzylinder 09 bereitgestellten Menge des Feuchtmittels 02 zu ermöglichen, weisen
die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 separate, d. h. voneinander unabhängig
steuerbare Antriebseinrichtungen 07; 08 auf. Voneinander unabhängig steuerbare Antriebseinrichtungen
07; 08 für die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 haben den Vorteil, dass eine
von der Antriebseinrichtung 07 erzeugte Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten
Walze 04 und eine von der Antriebseinrichtung 08 erzeugte Oberflächengeschwindigkeit
v06 der zweiten Walze 06 nicht starr einer Änderung eines die Menge des Feuchtmittels
02 beeinflussenden Parameters folgt, sondern dass zur Anpassung der zu transportierenden
Menge des Feuchtmittels 02 auch das Verhältnis der Oberflächengeschwindigkeiten v04;
v06 zueinander variabel und bedarfsgerecht eingestellt werden kann, womit die Dosierung
des durch das Feuchtwerk 01 zu transportierenden Feuchtmittels 02 erheblich beeinflusst
wird. In Abhängigkeit vom aktuell vorliegenden Druckprozess können sich für denselben
Wert für die Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 unterschiedliche
Einstellungen für die Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten Walze 04 und die Oberflächengeschwindigkeit
v06 der zweiten Walze 06 sowie für ihr Verhältnis zueinander ergeben.
[0022] Die von der Antriebseinrichtung 07 erzeugte Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten
Walze 04 und die von der Antriebseinrichtung 08 erzeugte Oberflächengeschwindigkeit
v06 der zweiten Walze 06 sind i. d. R. voneinander verschieden. Vorzugsweise ist die
Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten Walze 04 geringer als die Oberflächengeschwindigkeit
v06 der zweiten Walze 06. Die Oberflächengeschwindigkeiten v04; v06 sind unabhängig
voneinander und variabel einstellbar. In einer bevorzugten Ausführung beträgt die
Oberflächengeschwindigkeit v06 der zweiten Walze 06 z. B. zwischen dem Doppelten bis
Viereinhalbfachen, insbesondere etwa das Dreifache der Oberflächengeschwindigkeit
v04 der ersten Walze 04. Die Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten Walze 04 ist
in ihrer Höhe durch die Anforderung begrenzt, dass die erste Walze 04 auf ihrer Oberfläche
das Feuchtmittel 02 aus dem Feuchtmittelreservoir 03 zuverlässig aufnehmen muss. Erfahrungsgemäß
ist ab einer Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten Walze 04 von mehr als 2 m/s
eine ausreichende Aufnahme von Feuchtmittel 02 nicht mehr sichergestellt, da dann
das Feuchtmittel 02 in erheblichen Maße von der Oberfläche der ersten Walze 04 fortgeschleudert
wird. Daher wird die Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten Walze 04 vorzugsweise
auf geringere Werte als ihre obere Grenzgeschwindigkeit eingestellt, z. B. auf einen
Wert von höchstens 1,5 m/s. Demgegenüber liegt die Oberflächengeschwindigkeit v09
des Formzylinders 09 z. B. zwischen 12 m/s und 15 m/s.
[0023] Wenn die Oberflächengeschwindigkeit v06 der zweiten Walze 06 größer als die Oberflächengeschwindigkeit
v04 der ersten Walze 04 eingestellt ist, was i. d. R. der Fall ist, besteht zwischen
der ersten und der zweiten Walze 04; 06 ein Schlupf, weil die Oberflächengeschwindigkeit
v04 der ersten Walze 04 hinter der Oberflächengeschwindigkeit v06 der zweiten Walze
06 zurückbleibt. Dieser durch das Verhältnis der Oberflächengeschwindigkeiten v04;
v06 der beiden Walzen 04; 06 gebildete Schlupf ist durch die voneinander unabhängigen
Antriebseinrichtungen 07; 08 für die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 variabel
einstellbar.
[0024] In Abhängigkeit einer Veränderung der Oberflächengeschwindigkeit v09 des von einer
weiteren Antriebseinrichtung 18 angetriebenen Formzylinders 09, z. B. beim Hochfahren
der Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 z. B. von einer Einrichtegeschwindigkeit
der Druckmaschine auf ihre Produktionsgeschwindigkeit, ist die vom Walzenzug des Feuchtwerks
01 zu transportierende Menge des Feuchtmittels 02 anzupassen. Die Einrichtegeschwindigkeit
der Druckmaschine liegt z. B. zwischen 1,7 m/s und 3,4 m/s, vorzugsweise zwischen
2 m/s und 2,6 m/s, und beträgt damit zwischen 11 % und höchstens 25 % der Produktionsgeschwindigkeit
der Druckmaschine bzw. der Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09. Die
Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 wird zum Erreichen der Produktionsgeschwindigkeit
ausgehend von der Einrichtegeschwindigkeit also z. B. um das Vierfache bis zum Neunfachen
erhöht. Für diesen großen Geschwindigkeitshub wird ein schnell reagierendes, in der
zu transportierenden Menge des Feuchtmittels 02 bedarfsgerecht anpassbares Feuchtwerk
01 benötigt. Gleichfalls ist auch beim Anfahren der Druckmaschine aus ihrem Stillstand
oder bei einer Reduzierung der Produktionsgeschwindigkeit die transportierende Menge
des Feuchtmittels 02 jeweils anzupassen. Überdies ist der aktuelle Bedarf an Feuchtmittel
02 - wie erwähnt - von der für das herzustellende Druckerzeugnis erforderlichen Farbmenge
abhängig. Auf dieses Anpassungsbedürfnis kann mit einer starren Kopplung, z. B. einer
Getriebekopplung zwischen der ersten Walze 04 und der zweiten Walze 06 in vielen Anwendungsfällen,
insbesondere bei Druckmaschinen mit einem großen Geschwindigkeitshub, nicht immer
in ausreichendem Maße reagiert werden.
[0025] Zur Bewerkstelligung der erforderlichen Anpassung sind die Antriebseinrichtungen
07; 08 der Walzen 04; 06 des Feuchtwerks 01 in ihrer Drehzahl steuerbar, vorzugsweise
stufenlos steuerbar, insbesondere elektronisch steuerbar. Die Steuerung kann ferngesteuert
z. B. von einem der Druckmaschine zugeordneten Leitstand aus erfolgen. Die Antriebseinrichtungen
07; 08 für die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 sind vorzugsweise als elektrische
Motore 07; 08, z. B. als AC- oder DC-Motore 07; 08 oder als frequenzgesteuerte Drehstrommotore
07; 08 ausgebildet. Auch die Antriebseinrichtung 18 des Formzylinders 09 kann als
ein elektrischer Motor 18, z. B. als ein AC- oder DC-Motor 18 oder als ein frequenzgesteuerter
Drehstrommotor 18 ausgebildet sein und gleichfalls wie die Antriebseinrichtungen 07;
08 der Walzen 04; 06 des Feuchtwerks 01 steuerbar sein. Die Antriebseinrichtung 18
des Formzylinders 09 ist insbesondere von den Antriebseinrichtungen 07; 08 der Walzen
04; 06 des Feuchtwerks 01 unabhängig, d. h. es besteht insbesondere kein Formschluss
zwischen den Antriebseinrichtungen 07; 08 der Walzen 04; 06 und der Antriebseinrichtung
18 des Formzylinders 09. Es ist nicht erforderlich, dass die Antriebseinrichtung 18
des Formzylinders 09 ausschließlich nur den Formzylinder 09 antreibt, jedoch überträgt
die Antriebseinrichtung 18 das von ihr erzeugte Drehmoment zumindest auf den Formzylinder
09, gegebenenfalls aber auch auf den mit dem Formzylinder 09 zusammenwirkenden Übertragungszylinder
(nicht dargestellt).
[0026] Die Steuerung der Antriebseinrichtungen 07; 08; 18 kann bei Bedarf durch Hinzufügung
einer einen Istwert erfassenden Rückkopplung und einer ein rückgekoppeltes Signal
auswertenden Auswerteeinrichtung zu einer Regelung erweitert werden, wobei vorzugsweise
der Istwert einer Drehzahl der Walzen 04; 06 oder des Formzylinders 09 z. B. mit einem
ein elektrisches Ausgangssignal bereitstellenden Sensor erfasst wird. Die Steuerung
bzw. Regelung der Antriebseinrichtungen 07; 08; 18 erfolgt vorzugsweise mithilfe einer
Recheneinheit (nicht dargestellt), die z. B. einen Korridor für günstige Einstellwerte
vorgibt.
[0027] Die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 des Feuchtwerks 01 bilden die ersten Walzen
in dem Walzenzug, der das Feuchtmittel 02 zum Formzylinder 09 transportiert, wobei
die Oberflächengeschwindigkeit v04 der ersten Walze 04 und die Oberflächengeschwindigkeit
v06 der zweiten Walze 06 unabhängig voneinander und ohne starre Abhängigkeit von der
Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 einstellbar sind. Die Oberflächengeschwindigkeit
v04 der ersten Walze 04 oder die Oberflächengeschwindigkeit v06 der zweiten Walze
06 sind i. d. R. geringer als die Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders
09.
[0028] Es kann vorgesehen sein, dass in einem ersten Betriebszustand des Feuchtwerks 01
die Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 und die Oberflächengeschwindigkeit
v06 der zweiten Walze 06 in einem ersten Verhältnis zueinander stehen, wohingegen
die Oberflächengeschwindigkeiten v06; v09 in einem zweiten Betriebszustand des Feuchtwerks
01 in einem zweiten Verhältnis zueinander stehen. Während beider Betriebszustände
des Feuchtwerks 01 kann die Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders 09 den
gleichen Wert aufweisen oder voneinander verschiedene Werte annehmen.
[0029] Der Walzenzug zum Formzylinder 09 kann um eine dritte Walze 11 oder auch um eine
vierte Walze 13 erweitert werden, wobei die dritte Walze 11 der zweiten Walze 06 und
die vierte Walze 13 der dritten Walze 11 nachgeordnet ist. Die dritte Walze 11 ist
z. B. durch ein Getriebe 12, z. B. ein Zahnradgetriebe 12 oder einen Riementrieb 12,
mit der zweiten Walze 06 gekoppelt. Alternativ erfolgt der Antrieb der dritten Walze
11 durch Friktion z. B. an der zweiten Walze 06 oder durch Friktion am Formzylinder
09. Die Oberflächengeschwindigkeit der im Walzenzug zum Formzylinder 09 vorgesehenen
Walzen ist jeweils derart eingestellt, dass zwischen der zweiten Walze 06 und der
dritten Walze 11 oder zwischen der dritten Walze 11 und der vierten Walze 13 Schlupf
besteht. Zwischen der ersten Walze 04 und der zweiten Walze 06 kann der Schlupf z.
B. 1:3 betragen, wobei die erste Walze 04 langsamer dreht als die zweite Walze 06.
Der Schlupf zwischen der zweiten Walze 06 und der dritten Walze 11 kann bedeutend
größer gewählt sein, wobei die dritte Walze 11 sehr viel schneller dreht als die zweite
Walze 06.
[0030] Zur besseren Verteilung des Feuchtmittels 02 auf der Oberfläche der im Walzenzug
angeordneten Walzen 06; 11; 13 und zur Verhinderung von Schablonieren kann zumindest
eine dieser Walzen 06; 11; 13, die der ersten Walze 04 im Walzenzug nachfolgen, changierend
ausgeführt sein. Es ist vorteilhaft, den dafür vorgesehenen Changierantrieb 19 vom
rotatorischen Antrieb 07; 08 der Walzen 06; 11; 13 zu entkoppeln und voneinander unabhängig
steuerbar auszugestalten. Insbesondere ist die Frequenz der Changierbewegung frei
wählbar. Der Hub der Changierbewegung beträgt z. B. ±8 mm. Es kann jedoch auch ein
variabel einstellbarer Hub der Changierbewegung z. B. zwischen 0 mm und 16 mm vorgesehen
sein. Der Changierantrieb 19 ist z. B. als ein elektrischer Motor 19, z. B. als ein
Linearmotor 19, ausgebildet. Die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende
Walze 11; 13 wird insbesondere über Friktion vom Formzylinder 09 angetrieben.
[0031] Dem Formzylinder 09 ist ein Farbwerk 16 mit mindestens einer an den Formzylinder
09 anstellbaren Farbauftragswalze 17 zugeordnet, wobei das Farbwerk 16 eine auf der
Oberfläche des Formzylinders 09 montierte Druckform (nicht dargestellt) mittels der
Farbauftragswalze 17 einfärbt. Die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 vorrangig
auftragende Walze 06; 11; 13, d. h. je nach Ausbildung des Walzenzugs die zweite Walze
06, die dritte Walze 11 oder die vierte Walze 13, ist dann vorzugsweise gleichzeitig
an den Formzylinder 09 und an die Farbauftragswalze 17 oder an eine Farbreiberwalze
des mit dem Formzylinder 09 zusammenwirkenden Farbwerks 16 anstellbar. Die Anstellung
der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 06; 11; 13 an die
Farbauftragswalze 17 kann somit unmittelbar oder mittelbar über eine z. B. auch als
Farbreiberwalze 14 ausgebildete Brückenwalze 14 erfolgen. Insbesondere in einem Feuchtwerk
01 mit vier Walzen 04; 06; 11; 13 im Walzenzug kann noch eine weitere, der ersten
Brückenwalze 14 vorgelagerte zweite Brückenwalze 23 vorgesehen sein (in Fig. 1 gestrichelt
dargestellt), wobei die vorgelagerte Brückenwalze 23 zwischen der ersten Brückenwalze
14 und der dritten Walze 11, d. h. der im Walzenzug vor der das Feuchtmittel 02 auf
den Formzylinder 09 auftragenden vierten Walze 13 angeordneten Walze 11, angeordnet
ist. Die erste Brückenwalze 14 ist vorzugsweise derart in einem Gestell (nicht dargestellt)
gelagert und durch mindestens ein Stellmittel, z. B. einen fernbetätigbaren Arbeitszylinder,
insbesondere einen Pneumatikzylinder (nicht dargestellt) bewegbar, dass sie wahlweise,
z. B. vom Leitstand gesteuert, eine der vier nachfolgend beschriebenen Betriebsstellungen
einnehmen kann. In einer Betriebsstellung ist sie an der Farbauftragswalze 17 und
nicht an der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 06; 11;
13 angestellt. In einer anderen Betriebsstellung ist die Brückenwalze 14 an der das
Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 06; 11; 13 und nicht an
der Farbauftragswalze 17 angestellt. In einer weiteren Betriebsstellung ist die Brückenwalze
14 gleichzeitig an der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze
06; 11; 13 und an der Farbauftragswalze 17 angestellt, worin ihre normale Betriebsstellung
besteht, wobei die Brückenwalze 14 bei Bedarf zusätzlich in die anderen übrigen Betriebsstellungen
bewegt werden kann. Des Weiteren kann die Brückenwalze 14 gleichzeitig von der das
Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 06; 11; 13 und von der
Farbauftragswalze 17 abgestellt sein. Die Brückenwalze 14 ist dann angestellt, wenn
sie mit einer das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 06; 11;
13 und/oder mit der Farbauftragswalze 17 in Berührungskontakt oder zumindest für den
Transport der Farbe oder des Feuchtmittels 02 in Wirkverbindung steht, wohingegen
sie abgestellt ist, wenn ihre Oberfläche die Oberfläche einer der genannten Walzen
06; 11; 13; 17 nicht berührt oder die Oberflächen der genannten Walzen 06; 11; 13;
17 für den Transport der Farbe oder des Feuchtmittels 02 zumindest nicht in Wirkverbindung
stehen. Auch die vorgelagerte Brückenwalze 23 kann mehrere Betriebsstellungen aufweisen,
indem sie an der ersten Brückenwalze 14 oder an der dritten Walze 11 entweder angestellt
oder von mindestens einer dieser Walzen 11; 14 abgestellt ist, wobei mindestens ein
Stellmittel (nicht dargestellt), z. B. ein Arbeitszylinder, insbesondere ein Pneumatikzylinder,
vorgesehen ist, wobei das Stellmittel die vorgelagerte Brückenwalze 23 von der einen
zu einer anderen Betriebsstellung bewegt, wobei die Betätigung dieses Stellmittels
vorzugsweise gleichfalls ferngesteuert, insbesondere vom Leitstand, erfolgen kann.
[0032] Beim Berührungskontakt bildet sich zwischen den Walzen 04; 06; 11; 13 auf deren Oberfläche
vorzugsweise in deren axialer Richtung ein abgeplatteter Streifen mit einer Breite
zwischen 3 mm und 8 mm, vorzugsweise zwischen 5 mm und 6 mm, aus. Zwischen der das
Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 06; 11; 13 bzw. der Farbauftragswalze
17 und dem Formzylinder 09 kann der abgeplattete Streifen eine Breite von 8 mm bis
zu 10 mm aufweisen. Der Berührungskontakt zwischen den Walzen 04; 06; 11; 13; 17 bzw.
dem Formzylinder 09 wird z. B. manuell mit einer Stellspindel vorzugsweise durch eine
Wegänderung eingestellt, wobei die eingestellte Breite des Streifens während des Druckprozesses
unverändert bleibt. Wenn die Breite des Streifens während des Druckprozesses veränderbar
sein soll, ist es vorteilhaft, die Einstellung der Walzen 04; 06; 11; 13; 17 mit einem
Walzenschloss auszuführen, das z. B. ferngesteuert, vorzugsweise durch eine Betätigung
vom Leitstand aus, einen Radialhub ausführt. Die Einstellung der Breite des Streifens
erfolgt i. d. R. unabhängig von der Oberflächengeschwindigkeit v09 des Formzylinders
09.
[0033] Die Brückenwalze 14 ist vorzugsweise changierend ausgebildet und wird z. B. von einem
vorzugsweise als steuerbaren Motor 21, z. B. als Linearmotor 21, ausgebildeten Changierantrieb
21 vorzugsweise unabhängig von ihrer Rotationsbewegung angetrieben, wobei für ihre
Rotationsbewegung eine weitere, von den übrigen Antriebseinrichtungen 07; 08; 18 unabhängige
Antriebseinrichtung 22, z. B. ein Motor 22, vorzugsweise ein AC- oder DC-Motor 22
oder ein frequenzgesteuerter Drehstrommotor 22, insbesondere ein elektrischer, fernsteuerbarer
Motor 22, vorgesehen sein kann.
[0034] Wenn die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 über
Friktion angetrieben wird, kann diese Walze 11; 13 im Gestell derart gelagert sein,
dass ihr ein axialer Hub von z. B. 3 mm bis 4 mm möglich ist, wobei dieser Hub dadurch
ausgeführt wird, dass sie von der Changierbewegung der Brückenwalze 14 mitgenommen
wird. Zwischen der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11;
13 und dem Formzylinder 09 besteht vorzugsweise kein oder nur ein minimaler Schlupf
von weniger als 2 %, vorzugsweise von weniger als 1 %. In besonderen Anwendungsfällen
kann aber auch als Alternative zum Friktionsantrieb für die Rotationsbewegung der
das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 11; 13 eine eigene,
von den übrigen Antriebseinrichtungen 07; 08; 18; 22 unabhängige Antriebseinrichtung
(nicht dargestellt), z. B. ein Motor, vorzugsweise ein AC- oder DC-Motor oder ein
frequenzgesteuerter Drehstrommotor vorgesehen sein.
[0035] Zur Umstellung des Feuchtwerks 01 zwischen der "Betriebsart direktes Feuchten" und
der Betriebsart "indirektes Feuchten" kann vorgesehen sein, dass die das Feuchtmittel
02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 an die Brückenwalze 14 anstellbar
oder von ihr abstellbar ist. In der Fig. 2 ist dazu die das Feuchtmittel 02 auf den
Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13, hier die Walze 13, in zwei Betriebsstellungen
dargestellt. In der strichpunktierten Darstellung ist die Walze 13 von der Brückenwalze
14 abgestellt. Um die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze
11; 13 in ihre gewünschte Betriebsstellung zu bewegen, ist mindestens ein vorzugsweise
fernsteuerbares, z. B. vom Leitstand steuerbares Stellmittel (nicht dargestellt),
z. B. ein Arbeitszylinder, vorzugsweise ein Pneumatikzylinder, vorgesehen, der die
das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 bezüglich der
Brückenwalze 14 in eine der beiden Betriebsstellungen bringt oder vom Formzylinder
09 abstellt. Die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11;
13 kann z. B. in einer Exzenterbuchse gelagert sein, in der die das Feuchtmittel 02
auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 mit dem Stellmittel in seine gewünschte
Betriebsstellung bewegt wird. Die Betriebsart "direktes Feuchten" ist gewählt, wenn
die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 am Formzylinder
09 angestellt und von der Brückenwalze 14 abgestellt ist. In dieser Betriebsart trägt
die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 nur das Feuchtmittel
02 auf den Formzylinder 09 auf. Die Betriebsart "indirektes Feuchten" ist gewählt,
wenn die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11; 13 gleichzeitig
am Formzylinder 09 und an der Brückenwalze 14 angestellt ist. Beim "indirekten Feuchten"
transportiert die das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragende Walze 11;
13 auch in nicht unerheblichem Maße vom Farbwerk 16 kommende Farbe zum Formzylinder
09.
[0036] Es kann vorgesehen sein, dass die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 gemeinsam
von der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 11; 13 fortbewegbar
sind. Dazu können die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 in einem gemeinsamen
Support gelagert sein, wobei der Support z. B. einen Drehpunkt aufweist, um den der
Support drehbar ist, wodurch die erste Walze 04 und die zweite Walze 06 von der das
Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 11; 13 gemeinsam abschwenken.
[0037] Die Oberfläche der ersten Walze 04 besteht z. B. aus einem Elastomerwerkstoff, vorzugsweise
aus einem Gummi, insbesondere aus einem Werkstoff mit einer Härte zwischen 20 und
30 Shore A, vorzugsweise etwa 25 Shore A. Die Oberfläche der zweiten Walze 06 besteht
z. B. aus einer Keramik oder aus einem Chrom haltigen Werkstoff, wobei z. B. auf einem
Walzenkern aus einem metallischen Werkstoff eine Beschichtung aus einem Chrom haltigen
Werkstoff aufgetragen ist. Die Oberfläche der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder
09 auftragenden Walze 11; 13 besteht wiederum z. B. aus einem Elastomerwerkstoff,
vorzugsweise aus einem Gummi, insbesondere aus einem Werkstoff mit einer Härte zwischen
25 und 40 Shore A, vorzugsweise etwa 35 Shore A. Die Oberfläche der das Feuchtmittel
02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze 11; 13 ist somit vorzugsweise härter
ausgebildet als die Oberfläche der ersten Walze 04. Die Oberfläche der zweiten Walze
06 ist vorzugsweise sehr viel härter, z. B. um den Faktor zehn härter als die Oberfläche
der ersten Walze 04 oder die Oberfläche der das Feuchtmittel 02 auf den Formzylinder
09 auftragenden Walze 11; 13 ausgebildet. Die Oberfläche der Brückenwalze 14 besteht
z. B. aus einem Kunststoff, vorzugsweise aus Rilsan. Die Oberfläche der vorgelagerten
Brückenwalze 23 kann hingegen aus einem Elastomerwerkstoff, vorzugsweise aus einem
Gummi, bestehen.
[0038] Die Oberflächengeschwindigkeiten von Formzylinder 09 zu der das Feuchtmittel 02 auf
den Formzylinder 09 auftragenden Walze 13 zur dritten Walze 11 zur zweiten Walze 06
zur ersten Walze 04 verhalten sich beispielsweise wie 1 zu (1 bis 0,98) zu (0,4 bis
0,98) zu (0,25 bis 0,4) zu (0,08 bis 0,18), vorzugsweise 1 zu 0,99 zu 0,96 zu 0,33
zu 0,1. Bei Verwendung von nur drei Walzen im Walzenzug zwischen dem Formzylinder
09 und dem Feuchtmittelreservoir 03 entfällt das für die dritte Walze 11 vorstehend
separat genannte Schlupfverhältnis, weil die dritte Walze 11 bereits die das Feuchtmittel
02 auf den Formzylinder 09 auftragenden Walze ist.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 01
- Feuchtwerk, Filmfeuchtwerk
- 02
- Feuchtmittel, Wasser, Alkohol-Wasser-Gemisch
- 03
- Feuchtmittelquelle, Feuchtmittelreservoir, Feuchtmittelkasten, Wanne, Sprühbalken,
Sprühdüse
- 04
- Walze, erste; Tauchwalze, Duktorwalze
- 05
- -
- 06
- Walze, zweite; Dosierwalze, Feuchtübertragungswalze, Reibwalze
- 07
- Antriebseinrichtung, Motor, AC- oder DC-Motor, Drehstrommotor
- 08
- Antriebseinrichtung, Motor, AC- oder DC-Motor, Drehstrommotor
- 09
- Formzylinder
- 10
- -
- 11
- Walze, dritte
- 12
- Getriebe, Zahnradgetriebe, Riementrieb
- 13
- Walze, vierte
- 14
- Brückenwalze; Farbreiberwalze
- 15
- -
- 16
- Farbwerk
- 17
- Farbauftragswalze
- 18
- Antriebseinrichtung; Motor, Drehstrommotor
- 19
- Changierantrieb; Motor; Linearmotor
- 20
- -
- 21
- Changierantrieb; Motor; Linearmotor
- 22
- Antriebseinrichtung; Motor, AC- oder DC-Motor, Drehstrommotor
- 23
- vorgelagerte Brückenwalze
- v04
- Oberflächengeschwindigkeit (04)
- v06
- Oberflächengeschwindigkeit (06)
- v09
- Oberflächengeschwindigkeit (09)
1. Verfahren zur Steuerung einer ein Feuchtmittel (02) von einer Feuchtmittelquelle (03)
aufnehmenden ersten Walze (04) und einer zweiten Walze (06), bei dem die Walzen (04;
06) zu einem das Feuchtmittel (02) zu einem Formzylinder (09) einer Druckmaschine
transportierenden Walzenzug eines Feuchtwerks (01) gehören, bei dem die erste Walze
(04) das Feuchtmittel (02) auf die zweite Walze (06) überträgt, bei dem die erste
Walze (04) von einem Motor (07) und die zweite Walze (06) von einem anderen Motor
(08) angetrieben und beide Walzen (04; 06) unabhängig voneinander auf eine vom jeweiligen
Motor (07; 08) erzeugte Oberflächengeschwindigkeit (v04; v06) eingestellt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04; v06) der ersten und/oder der zweiten Walze (04;
06) und/oder ein Schlupf zwischen der ersten und der zweiten Walze (04; 06) jeweils
in Abhängigkeit von einer Eigenschaft einer vom Formzylinder (09) verdruckten Farbe
eingestellt wird, wobei die Farbe und das Feuchtmittel (02) ein Gemenge bilden, wobei
die Eigenschaft der Farbe im Mengenanteil des in ihr vermengten Feuchtmittels (02)
besteht.
2. Verfahren zur Steuerung einer ein Feuchtmittel (02) von einer Feuchtmittelquelle (03)
aufnehmenden ersten Walze (04) und einer zweiten Walze (06), bei dem die Walzen (04;
06) zu einem das Feuchtmittel (02) zu einem Formzylinder (09) einer Druckmaschine
transportierenden Walzenzug eines Feuchtwerks (01) gehören, bei dem die erste Walze
(04) das Feuchtmittel (02) auf die zweite Walze (06) überträgt, bei dem die erste
Walze (04) von einem Motor (07) und die zweite Walze (06) von einem anderen Motor
(08) angetrieben und beide Walzen (04; 06) unabhängig voneinander auf eine vom jeweiligen
Motor (07; 08) erzeugte Oberflächengeschwindigkeit (v04; v06) eingestellt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04; v06) der ersten und/oder der zweiten Walze (04;
06) und/oder ein Schlupf zwischen der ersten und der zweiten Walze (04; 06) jeweils
in Abhängigkeit von einer zur Herstellung eines Druckerzeugnisses erforderlichen Menge
einer vom Formzylinder (09) verdruckten Farbe eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04; v06) der ersten und/oder der zweiten Walze (04;
06) in Abhängigkeit von der Oberflächengeschwindigkeit (v09) des Formzylinders (09)
eingestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Walzen (04; 06) unabhängig von einer Oberflächengeschwindigkeit (v09)
des Formzylinders (09) gesteuert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Walze (06) changierend betrieben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Motore (07; 08) stufenlos gesteuert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Motore (07; 08) elektronisch gesteuert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Motore (07; 08) von einem Leitstand gesteuert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04) der ersten Walze (04) geringer als die Oberflächengeschwindigkeit
(v06) der zweiten Walze (06) eingestellt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04) der ersten Walze (04) oder die Oberflächengeschwindigkeit
(v06) der zweiten Walze (06) geringer als die Oberflächengeschwindigkeit (v09) des
Formzylinders (09) eingestellt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04) der ersten Walze (04) auf einen Wert von weniger
als 2 m/s eingestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Walzenzug zum Formzylinder (09) eine der zweiten Walze (06) nachgeordnete dritte
Walze (11) vorgesehen wird, die durch ein Getriebe (12) mit der zweiten Walze (06)
gekoppelt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Walzenzug zum Formzylinder (09) eine der zweiten Walze (06) nachgeordnete dritte
Walze (11) vorgesehen wird, die durch Friktion an der zweiten Walze (06) angetrieben
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Walzenzug zum Formzylinder (09) eine der dritten Walze (11) nachgeordnete vierte
Walze (13) vorgesehen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 12, 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der zweiten Walze (06) und der dritten Walze (11) oder zwischen der dritten
Walze (11) und der vierten Walze (13) ein Schlupf eingestellt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die das Feuchtmittel (02) auf den Formzylinder (09) auftragende Walze (06; 11; 13)
gleichzeitig mit dem Formzylinder (09) und mittelbar über eine Brückenwalze (14) oder
unmittelbar mit einer Farbauftragswalze (17) eines mit dem Formzylinder (09) zusammenwirkenden
Farbwerks (16) in Kontakt gebracht wird.
17. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze (04) zur Aufnahme des Feuchtmittels (02) in ein Feuchtmittelreservoir
(03) eingetaucht wird.
18. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Feuchtmittel (02) in Form fein verteilter Tröpfchen auf die erste Walze (04)
aufgetragen wird.
19. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächengeschwindigkeit (v04; v06) der ersten und/oder der zweiten Walze (04;
06) und/oder der Schlupf zwischen der ersten und der zweiten Walze (04; 06) mithilfe
einer Recheneinheit verändert wird.