[0002] Derartige Vorrichtungen sind allgemein bekannt. Die durch einen Bogenanleger von
einem Bogenstapel vereinzelten Bogen werden als geschuppter Bogenstrom auf einem Saugbänder
aufweisenden Bändertisch transportiert, dort von den Saugbändern erfasst und zum Anlegtisch
transportiert. Dabei werden die Saugbänder im Bereich der Bogenübernahme von einem
dem Bogenanleger zugewandten Saugkasten unterdruckbeaufschlagt, während im Bereich
der Bogenübergabe auf den Anlegtisch die Saugbänder durch einen der Maschine zugewandten
Saugkasten mit Unterdruck beaufschlagt werden. Der jeweils vorderste Bogen des Bogenstroms
wird auf dem Anlegtisch mit der Vorderkante gegen Vordermarken geführt und so nach
der Vorderkante ausgerichtet. Nachfolgend wird der Bogen z.B. nach der Seitenkante
ausgerichtet. Beim Ausrichten des jeweils vordersten Bogens darf dieser durch die
Saugbänder nur mit einer solchen Haltekraft geführt werden, dass beim Anlegen des
Bogens an die Vordermarken die Vorderkante nicht beschädigt wird und eine Seitenausrichtung
problemlos möglich ist. Das wird dadurch ermöglicht, dass durch den unterschuppt angeordneten
Folgebogen die Saugbänder vollständig oder nahe vollständig abgedeckt werden, so dass
der auszurichtende Bogen nur mit einer geringen Haltekraft im Übergabebereich geführt
wird. Fehlt ein Folgebogen, wenn z.B. der Bogenstrom unterbrochen wird, wirkt auf
den letzten auszurichtenden Bogen eine solche Haltkraft, dass bei der Verarbeitung
von Papier die Gefahr einer Beschädigung der Bogenvorderkante besteht bzw. eine exakte
Seitenausrichtung nicht möglich ist.
[0003] Um diesen Nachteil zu beseitigen, wird in der EP 0 554 774 B1 vorgeschlagen, die
Zufuhr des letzten Bogens des Bogenstroms zu erfassen. Nachdem der vorletzte Bogen
abgezogen worden ist, wird die Unterdruckzufuhr zum der Maschine zugewandten Saugkasten
unterbrochen und dieser mit einer Überdrückquelle verbunden.
Diese Vorrichtung ist im Dünndruckbereich nicht anwendbar, da eine definierte Führung
des letzten Bogens zu den Vordermarken nicht gegeben ist.
[0007] An einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher erläutert. In der zugehörigen
Zeichnung ist ein Bändertisch 1 mit einem nachgeordneten Anlegtisch 2 schematisch
in Seitenansicht dargestellt. Der Bändertisch 1 weist mindestens ein Saugband 3 auf,
das über eine obere Umlenkwalze 4 und eine untere Umlenkwalze 5 geführt sowie mittels
zweier Walzen 6 gespannt wird. Im Bändertisch 1 ist ein oberer, einem nicht dargestellten
Bogenanleger zugewandter Saugkasten 7 und ein unterer, einer ebenfalls nicht dargestellten
bogenverarbeitenden Maschine zugewandter Saugkasten 8 angeordnet. Zwischen den Saugkästen
7, 8 können weitere Saugkästen angeordnet sein. Der obere Saugkasten 7 ist über einen
Saugstutzen 9 mit einer nicht dargestellten ersten Unterdruckquelle und der untere
Saugkasten 8 über einen Saugstutzen 10 mit einer nicht dargestellten zweiten Unterdruckquelle
verbunden. Am Saugstutzen 10 ist eine den Saugstutzen 10 öffnende oder schließende
Stelleinheit 11 angeordnet. Am unteren Saugkasten 8 ist weiterhin eine Entlüftungsklappe
12 vorgesehen, die mittels einer Stelleinrichtung 13 betätigt werden kann.
Dem Bändertisch 1 ist der Anlegtisch 2 nachgeordnet, von dem ein Tischblech 14 gezeigt
ist. In Ihrer Position am Anlegtisch 2 sind Vordermarken 15 dargestellt. Die Vordermarken
15 können im Arbeitstakt aus der Position am Anlegtisch 2 in eine vom Anlegtisch 2
abgeschwenkte Position verbracht werden. An den Vordermarken 15 anliegend, ist ein
auszurichtender Bogen 17, dem ein Folgebogen 18 als Letztbogen 19 nachgeordnet ist,
dargestellt. Vor der unteren Umlenkwalze 5 ist weiterhin eine Doppelbogenkontrolle
16 vorgesehen, während der oberen Umlenkwalze 4 eine taktweise arbeitende Tupferwalze
23 zugeordnet ist. Der Antrieb des Saugbandes 3 in eine Bogentransportrichtung 25
erfolgt durch eine der oberen Umlenkwalze 5 zugeordnete Antriebseinheit 20. Die Antriebseinheit
20 ist verbunden mit einer Steuereinheit 21, die mit der Stelleinheit 11, der Stelleinrichtung
13 und der Doppelbogenkontrolle 16 verknüpft ist. Mit der Steuereinheit 21 sind auch
die Maschinensteuerung 22 und eine Eingabeeinheit 24 verbunden.
Die vom Bogenanleger vereinzelten Bogen werden unterschuppt dem Bändertisch 1 zugeführt
und vom Saugband 3, unterstützt durch die im Arbeitstakt gegen die obere Umlenkwalze
4 geführte Tupferwalze 23, erfasst. Die auf die Bogen wirkende Haltekraft wird realisiert
durch den im oberen Saugkasten 7 mittels der mit dem Saugstutzen 9 verbundenen Unterdruckquelle
aufgebauten Unterdruck. Die Bogen werden als Bogenstrom von dem Saugband 3, angetrieben
durch die Antriebseinheit 20, in Bogentransportrichtung 25 gefördert, wobei der jeweils
vorderste Bogen des Bogenstromes als auszurichtender Bogen 17 auf den Anlegtisch 2
und mit der Vorderkante gegen die Vordermarken 15 transportiert wird. Dabei wird die
auf den auszurichtenden Bogen 17 wirkende, mit Hilfe des im unteren Saugkastens 8
herrschenden Unterdrucks initiierte Haltekraft durch die Unterlappung des Folgebogens
18 minimiert oder vollständig aufgehoben. Dadurch kann der auszurichtende Bogen 17
problemlos an den Vordermarken 15 angelegt und nachfolgend ebenso ggf. nach der Seitenkante
ausgerichtet werden. Nach dem ausrichten wird der Bogen 17 durch nicht dargestellte
Mittel abgezogen und in die nachgeordnete bogenverarbeitende Maschine transportiert.
Gleichzeitig mit dem Abziehen des auszurichtenden Bogens 17 wird der Folgebogen 18
in Bogentransportrichtung 25 gefördert.
Wird von der Doppelbogenkontrolle 16 in Abhängigkeit von der Position auf dem Bändertisch
1 sowie des Staffelabstandes des unterlappten Bogenstroms statt eines Doppel-oder
Dreifachbogens ein Einfachbogen detektiert, so wird dieser als letzter Bogen des Bogenstromes
erkannt und ein Signal generiert. Dabei ist es vorteilhaft, die Doppelbogenkontrolle
16 so dem Bändertisch 1 zuzuordnen, dass diese die Unterlappung auszurichtender Bogen
17/Folgebogen 18 bzw. eines weiteren Bogens erfasst.
Das von der Doppelbogenkontrolle 16 generierte Signal wird der Steuereinheit 21 zugeführt.
Damit wird der Letztbogen 19 erkannt und in der Steuereinheit 21 die Anzahl der zwischen
den Vordermarken 15 und dem Letztbogen 19 befindlichen Bogen bzw. die Anzahl Arbeitstakte
festgestellt, die realisiert werden müssen, bis der Letztbogen 19 als auszurichtender
Bogen 17 an den Vordermarken 15 anliegt. Wird der in der figürlichen Darstellung als
Folgebogen 18 bezeichnete Bogen als Letztbogen 19 festgestellt, wird während des Abziehens
des auszurichtenden Bogens 17 mittels einer nicht dargestellten Bogenzuführeinrichtung
der Folgebogen 18/Letztbogen 19 gegen die Vordermarken 15 transportiert. Dabei wird,
gesteuert durch die Steuereinheit 21, die Antriebseinheit 20 gestoppt und damit die
Bewegung des Saugbandes 3 unterbrochen, wenn die Vorderkante des als Letztbogen 19
ermittelten Folgebogens 18 an den Vordermarken 15 anlegt. Dabei kann die Antriebseinheit
20 so gestoppt werden, dass der Letztbogen 19 mit einer geringeren Überdrückung an
den Vordermarken 15 anlegt. Gleichzeitig oder unmittelbar vor dem Anlegen bzw. innerhalb
des Arbeitstaktes, in dem der Transport des Letztbogens 19 erfolgt, wird über die
Steuereinheit 21 die Unterdruckzufuhr zum unteren Saugkasten 8 mittels der Stelleinheit
11 unterbrochen und die Entlüftungsklappe 12 durch die Stelleinrichtung 13 geöffnet.
Damit kann der Letztbogen 19 nach der Seitenkante ausgerichtet und nachfolgend abgezogen
werden.
Das Unterbrechen der Unterdruckzufuhr mittels der Stelleinheit 11 zum unteren Saugkasten
8 und das öffnen der Entlüftungsklappe 12 durch die Stelleinrichtung 13 ist beliebig
innerhalb des Arbeitstaktes, in dem der Letztbogen 19 zu den Vordermarken 15 transportiert
wird, über die Eingabeeinheit 24 möglich. Damit kann die Freigabe des Letztbogens
19 in Abhängigkeit vom zur Verarbeitung gelangenden Material oder von der Ausgestaltung
der Bogenanlage angepasst werden. So muss z.B. in einer Bogenanlage, bei der nach
dem Ausrichten bezüglich der Vorderkante eine Seitenkantenausrichtung auf dem Anlegtisch
2 vorgesehen ist, die Belüftung des unteren Saugkastens 8 früher erfolgen als bei
einer Bogenanlage mit einer Seitenkantenausrichtung auf einem nachgeordneten Zylinder.
Im Ausführungsbeispiel wird beschrieben, dass der Letztbogen 19 sowie seine Position
auf dem Bändertisch durch die Doppelbogenkontrolle 16 erfasst wird. Es ist auch möglich,
durch zusätzliche Mittel den Letztbogen 19 zu erfassen. Außerdem können die Letztbogen
19 und damit die auf dem Anlegtisch 1/Bändertisch 2 vor diesem befindlichen Bogen
durch die Maschinensteuerung erfasst werden.