[0001] Die Erfindung betrifft ein mobiles Schutzwandsystem und ein Verfahren zur Montage
desselben und nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung 10 2004 016 481.9
in Anspruch, auf die inhaltlich Bezug genommen wird.
[0002] Mobile Schutzwandsysteme werden heutzutage in verschiedenen Bereichen verwendet.
Beispielsweise werden Schutzwände errichtet, die im Fall einer drohenden Überschwemmung
durch Hochwasser führende Flüsse bewohntes Land vor den Wassermassen schützen sollen.
Ein anderer Anwendungsbereich für mobile Schutzwandsysteme ist der temporäre Schutz
von Objekten, beispielsweise von Botschaften, gegen unbefugten Zutritt oder bei Demonstrationen.
Mobile Schutzwandsysteme werden nur temporär benötigt und müssen mit möglichst geringem
Aufwand auf- und abbaubar ausgebildet sein. Trotzdem müssen die Schutzwandsysteme,
insbesondere bei einem Einsatz als Hochwasserschutz, großen Kräften standhalten.
[0003] Für den Objektschutz sind sogenannte Bauzäune bekannt, deren einzelne Elemente aus
einem Stahlrohrrahmen bestehen, an den ein Stahlgitter geschweißt wird. Die unteren
Enden des Stahlrohrrahmens werden in der Regel in Betonfüße gestellt, die aufgrund
ihres hohen Gewichts den Bauzaun gegen Kippen stabilisieren. Nachteilig an diesen
Bauzäunen ist, dass sie einfach von unbefugten demontiert werden können und somit
ihre Schutzfunktion verfehlen und zudem ihre Kippstabilität, die einzig auf den Betonfüßen
beruht, stark eingeschränkt ist. Für den Hochwasserschutz eignen sich diese Arten
von Schutzwandsystemen überhaupt nicht.
[0004] Für den Hochwasserschutz sind andere mobile Schutzwandsysteme bekannt, die aus senkrecht
stehenden Stützpfeiler bestehen, die in einem Betonfundament über Schraubverbindungen
befestigt werden und zusätzlich durch schräg nach hinten gehende Zusatzstützen gegen
den Wasserdruck gestützt werden. Zwischen zwei Stützpfeiler werden schmale, waagerecht
ausgerichtete Wandelemente eingebracht, die in der Regel einen rechteckigen Querschnitt
aufweisen und sich in Führungen der Stützpfeilern abstützen. Die Wandelemente weisen
in der Regel eine Länge von ein bis drei Meter sowie eine Höhe von 20 bis 30 cm, so
dass für eine Schutzwand von 20 Metern Länge und zwei Metern Höhe bis zu 20 Stützpfeiler
montiert werden müssen und bis zu 140 Wandelemente in die Führungen der Stützpfeiler
eingeschoben werden müssen. Diese Schutzwandsysteme erfordern folglich einen hohen
Montageaufwand.
[0005] Um die einzelnen Bestandteile der beschriebenen Wand handhabbar zu halten, werden
diese aus Aluminium gefertigt. Dies bringt jedoch verschiedene Nachteile mit sich.
Zum einen ist Aluminium in der Produktion teuer und zum anderen müssen die einzelnen
Bestandteile aufgrund der geringeren Festigkeitswerte von Aluminium große Wandstärken
aufweisen. Dies führt zu einem erhöhten Lagerungsaufwand.
[0006] Ein weiterer Nachteil der beschriebenen Hochwasserschutzwand ist, dass durch die
Vielzahl an Einzelelementen, aus denen die Wand besteht, eine ebenso große Anzahl
an Fugen entstehen, die entweder einen bestimmten Teil des Wasser durchlassen oder
aufwendig einzeln abgedichtet werden müssen.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde
eine stabile mobile Schutzwand zu schaffen, die einfach montiert und demontiert werden
kann und zudem die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile vermeidet oder verringert.
[0008] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der nebengeordneten Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beansprucht.
[0009] Die Erfindung geht von dem Grundgedanken aus, die die Schutzwand bildenden Wandelemente
nicht fluchtend zueinander anzuordnen, also in unterschiedlichen vertikalen Ebenen
anzuordnen. Für den Bereich der Längserstreckung der Wand, also für den Bereich, in
dem sich die Wand abseits von gewollten Kurven oder Ecken im allgemeinen Verlauf der
Wand, im wesentlichen gerade erstrecken, sollen die die Wand bildenden Wandelemente
im Winkel zueinander stehen. Zueinander im Winkel stehende Wandelemente führen, wenn
sie miteinander verbunden sind, dazu, dass der Flächendruck, der auf die Wandelemente
wirkt, nicht ausschließlich von einem Reaktionsmoment im Fußbereich aufgenommen werden
muss, sondern zu einem Teil von den benachbarten Wandelementen durch eine Reaktionskraft
abgestützt wird, deren Wirkungslinie innerhalb der Wandebene verläuft.
[0010] Die einzelnen Wandelemente erstrecken sich vorzugsweise über die gesamte Höhe der
Schutzwand.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die horizontal benachbarten Wandelemente
derart angeordnet, daß sie ein Zick-Zack-Muster bilden. Besonders bevorzugt sind dabei
alle Wandelemente gleich ausgebildet, so daß ein regelmäßiges Zick-Zack-Muster gebildet
werden kann, auch wenn andere Anordnung zur Anpassung der Schutzwand an die örtlichen
Gegebenheiten möglich sind, einschließlich unterschiedlicher Höhen der Wandelemente.
[0012] Der zwischen benachbarten Wandelementen eingeschlossene Winkel kann, stets gleich
sein. Soll der Verlauf der Schutzwand jedoch beispielsweise bogenförmig verlaufen,
so kann dies zum einen durch Veränderung des Winkels zwischen den einzelnen Wandelementen
erfolgen. Ein bogenförmiger oder abknickender Verlauf der Schutzwand kann ferner erreicht
werden, indem der zwischen benachbarten Wandelementen eingeschlossene Winkel 90° oder
für einen langgestreckten Bogen 180° angenähert wird. Alternativ wird die Elastizität
der dünnwandigen Wandelemente ausgenutzt, um einen bogenförmigen Verlauf der Schutzwand
zu erreichen und den Winkel zwischen den Wandelementen nicht oder im geringeren Maße
zu verändern. Dadurch können zudem inneren Spannungen in den Wandelementen erzeugt
werden, die den durch den Wasserdruck erzeugten Spannungen entgegen wirken.
[0013] Bevorzugt beträgt der zwischen benachbarten Wandelementen eingeschlossene Winkel
90° bis nahezu 180°, insbesondere 100° bis 120°, bevorzugt 120°. Die Auswahl des Winkels
kann von dem erwarteten Druck, dem die Schutzwand zu widerstehen hat, abhängig gemacht
werden. Je kleiner der eingeschlossene Winkel ist, desto größer ist der Anteil der
durch den Flächendruck erzeugten Kraft, der von den benachbarten Wandelementen abgestützt
wird. Bei durchschnittlichen Belastungen hat sich ein eingeschlossener Winkel von
120° als ein vorteilhafter Kompromiß zwischen Stabilität und effektiver Länge, die
jedes Wandelement an der Gesamterstreckung der Schutzwand einnimmt, erwiesen.
[0014] Gemäß einem weiteren Grundgedanken der Erfindung wird ein besonders rascher Auf-,
bzw. Abbau der Schutzwand bei weiterhin hoher Stabilität erreicht, wenn die die Schutzwand
bildenden Wandelemente an einer Seite ein Befestigungsprofil aufweisen. Das Schutzwandsystem
kann derart ausgebildet sein, daß ein Fundament mit einer mit einem an einer Seite
eines Wandelements vorgesehenen Befestigungsprofil korrespondierenden Profilaufnahme
vorgesehen wird. Zum Aufbau der Schutzwand kann das Befestigungsprofil in die Profilaufnahme
eingeschoben werden. Die Wandelemente müssen nicht, können aber untereinander verbunden
werden.
[0015] Das Befestigungsprofil ist vorzugsweise als Materialstreifen des Wandelements, insbesondere
bei einem einstückigen Wandelement, ausgebildet. Es kann jedoch auch an einem mehrteiligen
Wandelement als Materialstreifen aufgebracht werden. Als Befestigungsprofil kann jedoch
auch jeder andere abgewinkelte Randbereich eines Wandelements dienen.
[0016] Im Einbauzustand ist das Befestigungsprofil vorzugsweise von der "Außenseite" wegweisend
ausgerichtet, also beispielsweise von der Wasserseite einer Hochwasserschutzwand wegweisend
ausgerichtet. Als Außenseite wird die Seite der Schutzwand verstanden, die in Richtung
auf das Medium, vor dem geschützt werden soll, weist. Um besonderen Belastungssituationen
Rechnung zu tragen, kann das Befestigungsprofil im Einbauzustand jedoch auch in Richtung
auf das Medium weisend ausgerichtet sein.
[0017] Das Fundament kann mobil ausgebildet sein, beispielsweise als Betonblock. In einer
bevorzugten Ausführungsform ist das Fundament jedoch fest an einem Ort installiert,
an dem die Schutzwand regelmäßig errichtet werden muß, beispielsweise in einem Hochwasser
gefährdeten Gebiet oder vor zu schützenden Objekten, wie beispielsweise Botschaften.
Die Profilaufnahme des Fundaments erstreckt sich vorzugsweise über die gesamte Breite
des Fundaments, kann jedoch auch seitlich begrenzt sein. In die Nut der Profilaufnahme
kann bei Nichtgebrauch des Fundaments eine wiederverwendbare, herausziehbare Füllung
eingebracht werden. Hierdurch wird einer Verfüllung der Profilaufnahme durch Sand
oder dergleichen entgegengewirkt.
[0018] Dadurch, dass das Fundament der Schutzwand in den Boden eingelassen wird, kann es
besonders gut Reaktionskräfte und -momente aufnehmen. Zudem ist, da das Fundament
auch bei demontierter Schutzwand im Boden verbleibt, eine erneute Montage der Schutzwand
besonders einfach und schnell durchzuführen. Vorzugsweise schließt das fest installierte
Fundament bündig mit der umgebenden Oberfläche ab. So kann das erfindungsgemäße Schutzwandsystem
auch als Teil einer Fahrbahn oder eines Wegs eingesetzt werden, ohne dessen Nutzung
zu beeinträchtigen.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Befestigungsprofil ein, vorzugsweise
um 90°, abgewinkelter Rand des Wandelements. Dabei erstreckt sich der abgewinkelte
Rand vorzugsweise über die gesamte Länge des Wandelements, kann aber auch nur abschnittsweise
ausgebildet sein.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Profilaufnahme in dem Fundament als
waagerechter Einschub ausgebildet. Besonders im Zusammenwirken mit einem Wandelemente
mit einem um 90° abgewinkelten Rand als Befestigungsprofil ergibt sich so eine besonders
gute Aufnahme hoher Belastungen. Die Profilaufnahme kann jedoch auch in einem anderen
Winkel in das Fundament eingebracht werden, etwa dann, wenn durch die Neigung der
Schutzwand der auf die Schutzwand wirkende Druck verringert werden muß.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der dem Befestigungsprofil gegenüberliegende
Rand des Wandelements in die entgegengesetzte Richtung abgewinkelt. So erhöht sich
die Biegesteifigkeit der Wandelemente und somit die Stabilität der gesamten Schutzwand.
Weiterhin kann der obere abgewinkelte Rand, der in Richtung Wasserseite weist, wie
ein Leitblech wirken, das verhindert, dass gegen die Schutzwand laufende Wellen über
die Schutzwand schwappen.
[0022] Sind die Abwinkelungen symmetrisch ausgestaltet, ist es unerheblich, welche der abgewinkelten
Seiten in der Profilaufnahme verankert werden. Dies vereinfacht die Montage der Wandelemente,
da diese weniger häufig gedreht werden müssen. Durch verschiedene Abwinkelungen der
gegenüberliegenden Befestigungselemente kann eine Wandelementart für verschiedene
Einbausituationen verwendet werden. Durch die Wahl, der Einbauseite und damit des
Befestigungselements für die Profilaufnahme, kann zwischen zwei Neigungswinkeln des
Wandprofils gewählt werden.
[0023] Ein Befestigungsprofil in Form eines abgewinkelten Rands bietet neben der einfachen
Herstellbarkeit den Vorteil, dass es, eingesteckt in die korrespondierende Profilaufnahme,
sämtliche isolierten Momente, sowie Kräfte in drei der sechs Bewegungsrichtungen (nach
unten, oben und in Richtung des Flächendrucks) aufnehmen kann. Je nach Ausbildung
der Profilaufnahme können zudem Kräfte in der dem Flächendruck entgegengesetzten Richtung
aufgenommen werden. Mögliche seitliche Bewegungen werden durch die Profilaufnahme
und/oder durch die benachbarten Wandelemente verhindert.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden Dichtleisten vorgesehen,
die in der Profilaufnahme angeordnet werden, vorzugsweise im Grund der Profilaufnahme.
Die Dichtleisten werden vorzugsweise zwischen dem Grund der Profilaufnahme und dem
in die Profilaufnahme eingeschobenen Befestigungsprofil eingeklemmt. Ist das Befestigungsprofil
der Wandelemente in Richtung des Flächendrucks abgewinkelt ist, sorgt der Druck des
von der Schutzwand zurückgehaltenen Wasser für eine verbesserte Dichtwirkung der Dichtleiste.
[0025] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzwandsystems ist vorgesehen,
ein die Profilaufnahme ausbildendes Ankerprofil vorzusehen. Dies weist neben der Profilaufnahme
einen Ausleger aus. Vorzugsweise ist das Ankerprofil aus metallischem Werkstoff, vorzugsweise
Stahl, es kann jedoch auch aus anderen Werkstoffen, beispielsweise Kunststoffen hergestellt
werden. Vorzugsweise ist das Ankerprofil in Beton eingegossen, so daß die positiven
Eigenschaften des Betons bei der Herstellung des Fundaments mit den vorteilhaften
Materialeigenschaften des Stahls hinsichtlich der Fixierung der Wandelemente kombiniert
werden.
[0026] Benachbarte Wandelemente werden in einer bevorzugten Ausführungsform durch Verbindungselemente
verbunden. Eine Verbindung der Wandelemente kann insbesondere aufgrund des Verwendungszwecks
vorteilhaft sein, beispielsweise aus Dichtigkeitsgründen beim Hochwasserschutz. Die
Verbindung kann aber auch unkontrollierte Bewegungen der Wandelemente zueinander verhindern.
Vorzugsweise definieren die Verbindungselemente durch ihre Form den Winkel, den die
Wandelemente zueinander einnehmen werden, bzw. sind in ihrer Form an diesen Winkel
angepasst.
[0027] Besonders bevorzugt können die Verbindungselemente in Form von V-förmigen Profilen
ausgebildet werden, wobei der Innenwinkel des V den Winkel zwischen den Wandelementen
definiert.
[0028] Die Verbindungselemente können sich über die gesamte Höhe der Schutzwand erstrecken.
Die Verbindungselemente können die Wandelemente jedoch auch nur teilweise, beispielsweise
an der Oberkante miteinander verbinden.
[0029] Vorteilhafterweise werden zur Befestigung von zwei Wandelementen zwei im wesentlichen
identische V-förmige Teilelemente verwendet, die ineinander liegend einen Spalt definieren,
in dem die Kanten der Wandelemente verklemmt werden. Möglich sind aber auch einseitige,
beispielsweise winkelförmige oder gerade, Teilelemente, die auf der Außen- oder Innenseite
mit den Wandelementen verschraubt werden oder mit Sicherungsbolzen angebracht werden.
[0030] Das Verklemmen der Wandelemente kann beispielsweise über Schraubverbindungen erfolgen,
die die zwei Teilelemente des Verbindungselements miteinander verbinden.
[0031] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden Dichtleisten, beispielsweise
aus einem Elastomer vorgesehen, die zwischen den Teilelementen und den Wandelementen
verklemmt werden und somit gegen durchsickerndes Wasser abdichten.
[0032] Erfindungsgemäß sind jedoch beliebige Werkstoffkombinationen möglich. Auch kann das
gesamte Fundament einschließlich der Profilaufnahme aus Beton bestehen.
[0033] Das erfindungsgemäße Schutzwandsystem ermöglicht, die Wandelemente in einer vorteilhaften
Ausgestaltung im wesentlichen aus einteiligen Stahlblechbauteilen herzustellen.
[0034] Die erfindungsgemäß erreichte vorteilhafte Verteilung der Kräfte ermöglicht die Verwendung
von dünnwandigen Blechen, so dass Wandelemente verwendet werden können, die sich über
die gesamte Wandhöhe erstrecken und dennoch eine bestimmte Gewichtsgrenze nicht überschreiten.
Hieraus ergibt sich eine einfache und schnelle Montage sowie eine geringe Anzahl an
Fugen, die gegebenenfalls abzudichten sind. Auch ermöglichen die dünnwandigen Bleche
eine einfache und insbesondere platzsparende Lagerung. Weiterhin kann durch die Verwendung
von dünnwandigem Blech das erfindungsgemäße Befestigungsprofil auf besonders einfache
Weise hergestellt werden. Neben Stahl können auch andere Materialien zur Herstellung
der Wandelemente verwendet werden. Insbesondere andere metallische Werkstoffe sowie
Kunststoffe sind hierfür geeignet.
[0035] Zur Montage der erfindungsgemäßen Schutzwand, die aus einer Vielzahl von Wandelementen
besteht, die mindestens an ihrer Unterseite ein Befestigungsprofil aufweisen, in ein
Fundament, in dem eine mit dem Befestigungsprofil korrespondierende Profilaufnahme
vorgesehen ist, werden die Wandelelemente in die Profilaufnahme eingeklinkt und winkelförmige,
bzw. gerade Verbindungselemente an den einander zugewandten Kanten benachbarter Wandelemente
befestigt.
[0036] Die erfindungsgemäße Schutzwand kann insbesondere als Wasserschutzwand, insbesondere
Hochwasserschutzwand oder Spundwand, oder als Windschutz oder als Objektschutz, beispielsweise
zum Schutz von Plätzen und Gebäuden bei Demonstrationen, verwendet werden.
[0037] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0038] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Schutzwandsystem in einer Draufsicht;
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Verbindungssystem für zwei benachbarte Wandelemente;
- Fig. 3
- einen vergrößerten Ausschnitt des Verbindungssystems der Fig. 2 mit einer zusätzlichen
Dichtleiste;
- Fig. 4
- den Querschnitt eines erfindungsgemäßen Fundaments mit Ankerprofil und eingestecktem
Wandelement; und
- Fig. 5
- das simulierte Einstecken eines Befestigungsprofils eines Wandelements in das entsprechende
Ankerprofil
- Fig. 6
- ein einseitig angebrachtes Verbindungselement.
[0039] In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes Schutzwandsystem dargestellt, dass aus einer
Vielzahl von Wandelementen 1 besteht, deren Wandebenen abwechselnd einen Winkel von
120° einschließen.
[0040] Die Wandelemente 1 sind einteilig ausgeführt und erstrecken sich über die gesamte
Höhe der Schutzwand.
[0041] Zwei benachbarte Wandelemente 1 werden über ein Verbindungselement mit Teilelementen
2 miteinander verbunden, die aufgrund ihrer V-förmigen Ausgestaltung den Winkel zwischen
den benachbarten Wandebenen definieren. Die Teilelemente 2 erstrecken sich über die
gesamte Höhe der Schutzwand.
[0042] Wie in Fig. 2 dargestellt, werden je Verbindungsstelle zwei identische Teilelemente
2 über eine Schraubverbindung 3 miteinander verbunden. Dabei wird links und rechts
neben der Schraubverbindung 3 jeweils eine Seite der Wandelemente 1 zwischen den Teilelementen
2 eingeklemmt.
[0043] Falls erforderlich können Dichtungen 4 das Durchsickern von Wasser durch die Profilverbindungen
verhindern (vgl. Fig. 3).
[0044] Zur Verankerung des Schutzwandsystems mit dem Boden sieht die vorliegende Ausgestaltung
vor, den unteren Rand der Wandelemente 1 in einem 90°-Winkel abzuwinkeln und das dadurch
entstehende Befestigungsprofil 5 in eine Profilaufnahme eines Ankerprofils 6 einzustecken
(vgl. Fig. 4).
[0045] Das Ankerprofil 6 ist wiederum in einem Betonfundament 7 eingegossen, das ebenerdig
in den Erdboden eingelassen wurde. Dadurch ist lediglich eine schmale Nut von oben
sichtbar, so dass sich das erfindungsgemäße Fundament auch in Verkehrswege integrieren
läßt, ohne einen großen Einfluss auf deren Benutzbarkeit zu haben.
[0046] Die tief in das Betonfundament 7 reichende Form des Ankerprofils 6 sorgt für eine
großflächige Übertragung der Kräfte und Momente auf den Beton.
[0047] Das Einstecken des Befestigungsprofils 5 der Wandelemente 1 in die Profilaufnahme
erfolgt mittels einer kombinierten rotatorisch-translatorischen Bewegung (vgl. Fig.
5). Um ein Durchsickern von Wasser auch in diesem Bereich wirkungsvoll zu verhindern
ist eine Dichtung 8 vorgesehen, die sich über die gesamte Breite der Wandelemente
1 erstreckt und in dem Grund der Profilaufnahme von dem Befestigungsprofil der Wandelemente
zusammengedrückt wird.
[0048] Der in Fig. 4 dargestellt Pfeil ist wasserseitig von der Schutzwand angeordnet und
stellt die Richtung der Kraft dar, die der Wasserdruck auf die Schutzwand ausübt.
Der Wasserdruck unterstützt somit die Dichtwirkung der Dichtleiste 8, indem er das
Befestigungsprofil 5 in die Dichtleiste 8 presst.
[0049] Fig. 6 zeigt die Möglichkeit eines einseitig angebrachten Verbindungselements. Dies
wird mit Schrauben an dem Wandelementen festgehalten.
1. Demontierbares Schutzwandsystem mit einer Mehrzahl von Wandelementen (1), dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Wandelemente (1) nicht in einer Vertikalebene angeordnet sind.
2. Schutzwandsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente in ihrer horizontalen Reihenfolge in einem Zick-Zack-Muster angeordnet
sind.
3. Schutzwandsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei allen benachbarten Wandelementen der zwischen ihnen eingeschlossene Winkel gleich
ist.
4. Schutzwandsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines kurvigen Verlaufs der zwischen zwei benachbarten Wandelementen
eingeschlossene Winkel kleiner ist, als der zwischen im Verlauf der Schutzwand jeweils
nächste unmittelbar nachfolgenden Wandelementen eingeschlossene Winkel.
5. Schutzwandsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gekennzeichnet durch einen zwischen benachbarten Wandelementen eingeschlossenen Winkel von 90° bis 120°.
6. Demontierbares Schutzwandsystem mit einer Mehrzahl von Wandelementen (1) und einem
Fundament, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (1) mindestens an einer Seite ein Befestigungsprofil (5) aufweisen.
7. Demontierbares Schutzwandsystem mit einer Mehrzahl von Wandelementen (1) und einem
Fundament, gekennzeichnet durch ein Fundament mit einer mit einem an einer Seite eines Wandelements vorgesehenen
Befestigungsprofil (5) korrespondierenden Profilaufnahme.
8. Schutzwandsystem nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsprofil (5) ein abgewinkelter Materialstreifen eines Wandelements
(1) ist.
9. Schutzwandsystem nach einem der Ansprüche 7 bis 8, gekennzeichnet durch eine Profilaufnahme in Form eines waagerechten Einschubs.
10. Schutzwandsystem nach einem der Ansprüche 6 bis 9, gekennzeichnet durch eine Dichtleiste (8) in der Profilaufnahme.
11. Schutzwandsystem nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Fundament ein die Profilaufnahme ausbildendes Ankerprofil aus metallischem Werkstoff
aufweist.
12. Schutzwandsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Verbindungselemente zum Verbinden der Wandelemente (1).
13. Schutzwandsystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente den Winkel zwischen den verbundenen Wandelementen (1) durch
ihre Form definieren.
14. Schutzwandsystem nach einem der Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente die Wandelemente (1) dichtend miteinander verbinden.
15. Schutzwandsystem nach einem der Anspruch 12 bis 14, gekennzeichnet durch Verbindungselemente mit zwei identischen Teilelementen (2), die sich über die gesamte
Höhe der Schutzwand erstrecken und so miteinander verbunden sind, dass sie die einander
zugewandten Kanten benachbarter Wandelemente zwischen sich verklemmen.
16. Schutzwandsystem nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch eine zwischen den Teilelementen (2) verklemmte Dichtleisten.
17. Schutzwandsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Wandelement (1) in Form eines im wesentlichen einteiligen, dünnwandigen Stahlblechbauteils.
18. Schutzwandsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Wandelement (1) in Form eines Wellblechs.
19. Verfahren zum Montieren einer Schutzwand, die aus einer Vielzahl von Wandelementen
(1) besteht, die mindestens an ihrer Unterseite ein Befestigungsprofil (5) aufweisen,
in ein Fundament, in dem eine mit dem Befestigungsprofil korrespondierende Profilaufnahme
vorgesehen ist,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
- Einklinken der Wandelelemente (1) in die Profilaufnahme,
- Befestigen von winkelförmigen Verbindungselementen an den einander zugewandten Kanten
benachbarter Wandelementen (1).
20. Verwendung eines Schutzwandsystems nach einem der Ansprüche 1 bis 18 als Schutzwand
gegen Wasser, Schlamm, Geröll und/oder optische Schutzwand und/oder Objektschutzwand
gegen menschliche Einwirkung.