[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einbringen eines die Feder eines Paneels,
insbesondere eines Bodenpaneels bildenden Streifens in eine an einer Seitenkante des
Paneels zur Aufnahme des Streifens vorgesehene Nut.
[0002] Aus der DE 100 34 409 A1 sind Bauplatten mit einem Kern aus Holzwerkstoff bekannt,
die an mindestens zwei sich gegenüberliegenden Seitenkanten mit über ihre volle Längs-und/oder
Querseite verlaufenden Nuten versehen sind. Die erste Nut und die gegenüberliegende
zweite Nut des Paneels sind spiegelsymmetrisch ausgebildet. Das Verbindungselement
ist mit Widerhaken versehen. Werkseitig wird das Verbindungselement in eine der Nuten
eingesetzt. Es bildet dann die Feder des Paneels aus. Zur Verbindung zweier Paneele
wird die Feder des einen Paneels in die Nut des anderen Paneels eingeschoben. Durch
die Widerhaken an dem Verbindungselement werden die Platten dann zueinander quer in
Verbindungsrichtung verriegelt. Grundsätzlich sind solche Platten als Klick-Paneele
bekannt. Damit können Bodenpaneele leimlos schwimmend miteinander verlegt werden.
[0003] In der deutschen Patentanmeldung 10 2004 005 047.3-25 ist ein Verfahren zum Einsetzen
des Streifens in die Nut der Platte angegeben. Hierbei werden die Platte und der Streifen
mit derselben Geschwindigkeit zueinander parallel entlang einer Transportstrecke in
eine Transportrichtung T transportiert. Der Streifen läuft während des Transportes
seitlich an einer die Transportstrecke in Transportrichtung T stetig verengenden ortsfesten
Einrichtung an. Mittels der Einrichtung wird das Verriegelungselement stetig zunehmend
quer zur Transportrichtung T verlagert, bis es dabei mit seinem im Bezug auf die Transportrichtung
T vorderen Ende beginnend stetig zunehmend in die Nut der Platte eingedrückt wird.
Mit diesem Verfahren ist es möglich, entlang einer Fertigungsstraße mit hoher Taktfrequenz
Streifen, die die Verriegelungselemente bilden können, einzusetzen. Dadurch, dass
die Platte und der Streifen mit derselben Geschwindigkeit transportiert werden, ist
keine Relativverschiebung der beiden Bauteile zueinander möglich, so dass der Streifen
sicher und reproduzierbar in die vorgegebene Position in der Nut in der Platte eingedrückt
wird.
[0004] In der CH 24 980 wird eine Maschine zur Herstellung von Platten aus genuteten Holzklötzchen,
die durch in die Nuten eingebrachte Federn zusammengehalten werden, beschrieben. Um
die Federn während des Eintreibens zu fixieren und so vor Ausbiegung und Bruch zu
schützen, wird eine Führungsbahn für die Führung der Federn während der Eintreibung
in die Nuten offenbart.
[0005] Beim Einsetzen des Streifens in die Nut ist es erforderlich, dass die Paneele exakt
ausgerichtet und geführt werden. Bereits beim Einfräsen der Nut in die Seitenkante
des Paneels muss eine entsprechende Ausrichtung und Führung gewährleistet sein. Es
wäre wünschenswert, dass die Paneele unmittelbar nach dem Einfräsen der Nut im Durchlauf
mit dem Streifen versehen werden könnten, um ein nochmaliges Ausrichten zu vermeiden.
Der Mitnehmer, der gleichzeitig das Paneel und den Streifen erfasst, wäre im Bereich
der Fräswerkzeuge aber im Weg und würde zerstört werden, wenn er mit den Fräswerkzeugen
in Berührung käme. Aus diesem Grund müssen die Paneele nach dem Fräsen auf eine andere
Anlage übergeben und dort erneut ausgerichtet werden.
[0006] Von dieser Problemstellung ausgehend soll eine Vorrichtung angegeben werden, die
es gestattet, auf derselben Anlage, auf der die Nut in die Seitenkante des Paneels
eingefräst wird, auch den Streifen einzusetzen, ohne dass die Paneele hierzu neu ausgerichtet
werden müssen.
[0007] Zur Problemlösung zeichnet sich die gattungsgemäße Vorrichtung aus durch
a) mindestens eine mit einer Mehrzahl zueinander beabstandeter Mitnehmer versehene,
in einer Transportrichtung umlaufend angetriebene Transport-einrichtung;
b) ein seitlich neben der Transporteinrichtung stationär angeordnetes, den einzubringenden
Streifen aufnehmendes Magazin;
c) einen mit jedem Mitnehmer verbundenen seitlich in Richtung des Magazins hinausragenden
Stift, wobei
d) der Stift
d1) um eine quer zur Transportrichtung verlaufenden Achse drehbar und
d2) entlang oder parallel zu der Achse linear verschiebbar
gelagert ist.
[0008] Über den am Mitnehmer seitlich hinausragenden Stift kann der in dem Magazin gelagerte
Streifen mit derselben Geschwindigkeit und ohne Relativverschiebung zur Platte erfasst
werden. An der vorgelagerten Frässtation wird der Stift aber aus dem Wirkungsbereich
des Fräsers herausgedreht und entlang bzw. parallel zur Drehachse linear verschoben.
Er gelangt dann unter und in Bezug auf die Transportrichtung hinter das Paneel.
[0009] Vorzugsweise erfolgen die Drehbewegung und die lineare Bewegung gleichzeitig.
[0010] Hierzu ist der Stift an einer in einer Hülse gelagerten Welle befestigt. Die Welle
weist einen radial vorstehenden Zapfen auf, der in eine in der Hülse vorgesehene Umfangsnut
eingreift, die in einem Winkel zur Drehachse gerichtet ist, und an dem dem Stift gegenüberliegenden
Ende ist die Welle mit einem Führungsglied versehen, das mit einer seitlich neben
der Transporteinrichtung stationär angeordneten Führungsschiene zusammenwirkt.
[0011] Durch diese Ausgestaltung wird die lineare Bewegung des Zapfens (der Welle) durch
das in der Führungsschiene laufende Führungsglied eingeleitet. Durch den in der Umfangsnut
der Hülse laufenden Zapfen wird der Welle gleichzeitig die Drehbewegung aufgezwungen.
[0012] Das Führungsglied ist vorzugsweise eine Kreisscheibe, die kostengünstig hergestellt
werden kann und mit der Welle verschraubt ist.
[0013] Mit Hilfe einer Zeichnung soll ein Ausführungsbeispiel der Erfindung nachfolgend
näher beschrieben werden. Es zeigt:
- Figur 1 -
- die schematische Draufsicht auf eine Fördereinrichtung, mit der das Verfahren ausführlich
ist;
- Figur 2 -
- den Schnitt entlang der Linie II-II nach Figur 1;
- Figur 3 -
- die Ansicht auf die Eindrückeinrichtung gemäß Sichtpfeil III nach Figur 1;
- Figur 4 -
- den Schnitt entlang der Linie IV-IV nach Figur 3;
- Figur 5 -
- eine vergrößerte schematische Draufsicht gemäß Sichtpfeil V nach Figur 1 in Teildarstellung;
- Figur 6 -
- die Ansicht gemäß Sichtpfeil VI nach Figur 5.
[0014] Die Transporteinrichtung besteht aus den drei parallel zueinander angeordneten um
Umlenkrollen 8 umlaufend angetriebenen und aus Kettenplatten gebildeten Bändern 1,
1 a, 1 b. In Transportrichtung T sind auf den Bändern 1, 1 a, 1 b Mitnehmer 2, 2a,
2b regelmäßig beabstandet angeordnet. Die Mitnehmer 2, 2a, 2b stehen über die Bänder
1, 1 a, 1 b in vertikaler Richtung hervor und sind in Querrichtung Q zueinander parallel
ausgerichtet. Die Mitnehmer 2, 2a, 2b greifen an der hinteren Längskante eines Paneels
6 an und nehmen das Paneel 6 so in Transportrichtung T mit. Zur sicheren Führung und
Fixierung werden die Paneele 6 von oben mit einer Kraft belastet. Hierzu kann ein
weiteres Förderband, das ähnlich zu dem Förderband 1 jedoch ohne Mitnehmer 2 ausgebildet
ist, oberhalb der Transporteinrichtung angeordnet sein, das mit seinem unteren Trum
auf der Oberseite der Paneele 6 einwirkt.
[0015] Seitlich zu dem Förderband 1 ist in der Transportstrecke ein aus einer Schiene 3,
die eine sich in Richtung des Bandes 1 öffnende Nut 9 aufweist, bestehendes Magazin
7 angeordnet. Wenn das Paneel 6 an der Schiene 3 vorbeigeführt wird, liegen sich die
in der Seitenkante des Paneels 6 eingefräste Nut 5 und die Nut 9 der Schiene 3 gegenüber.
In die Nut 9 ist der Streifen 4 eingelegt. Der Nutgrund 9a der Nut 9 verläuft in Transportrichtung
T schräg zu, so dass sich der Abstand zwischen dem Nutgrund 9a und der Seitenkante
des Paneels 6 in Bezug auf die Transportrichtung T stetig verringert. Die Mitnehmer
2 des Bandes 1 sind mit seitlich in Richtung der Schiene 3 hervorragenden Stiften
12 versehen, die in die Nut 9 der Schiene 3 eintauchen und dabei den Streifen 4 ergreifen
und mit derselben Geschwindigkeit wie das Paneel 6 in Transportrichtung T transportieren.
Durch den schrägen Nutgrund 9a wird der Streifen 4 in der Nut 9 über die Transportstrecke
schräg gestellt und mit seinem vorderen Ende 4' beginnend in die Nut 5 des Paneels
6 eingeführt und in Transportrichtung T stetig in die Nut 5 eingedrückt, bis er am
Ende vollständig in die Nut 5 eingesetzt ist.
[0016] Das Paneel 6 ist an seinen sich gegenüberliegenden Kanten mit identisch ausgebildeten
Nuten 5, 5' versehen. Die Fertigung der Paneele 6 wird dadurch vereinfacht, wodurch
die Werkzeugkosten reduziert sind. Der Streifen 4 kann als Bandmaterial von der Rolle
zugeführt und vor dem Magazin 7 abgelängt werden und dann in der passenden Länge in
die Nut 9 eingeschoben werden. Hierzu kann eine nicht näher dargestellte Öffnung in
der Oberlippe 3' der Nut 9 vorgesehen sein.
[0017] Der Streifen 4 trägt vorzugsweise Verriegelungselemente, die mit in der Nut 5' ausgebildete
hierzu korrespondierende Hinterschneidungen zusammenwirken. Über die Verriegelungselemente
und Hinterschneidungen können zwei miteinander verbundene Paneele 6 zueinander verriegelt
werden (Klick-Paneel).
[0018] An dem Mitnehmer 2 des Bandes 1 ist eine Hülse 10 befestigt, in die eine Welle 11
eingesteckt ist. An ihrem in Richtung des Magazins 7 weisenden Ende ist die Welle
11 mit einem Stift 12 versehen, der in Transportrichtung T ragt. Die Welle 11 weist
einen in Radialrichtung ragenden Zapfen 10 auf, der in einer in der Hülse 10 im Winkel
zur Drehachse A eingebrachte Umfangsschlitze 13 geführt ist. An dem dem Stift 12 gegenüberliegenden
Ende ist die Welle 11 mit einer aufgeschraubten Scheibe 15 versehen, die in einer
stationär neben dem Band 1 angeordneten Führungsschiene 16 läuft. In der in Figur
5 dargestellten Stellung ist der Stift 12 neben das Paneel 6 geschwenkt und ist bereit,
in die Nut 9 im Magazin 7 einzugreifen und den Streifen zu erfassen.
[0019] Die Führungsschiene 16 verläuft in Transportrichtung T im Bogen. Gelangt die Scheibe
15 in den sich vom Band 1 in Querrichtung Q weiter entfernenden Bereich, wird die
Welle 11 in der Hülse 10 in Querrichtung Q gezogen. Durch den in der Umfangsnut 13
geführten Zapfen 4 wird neben der linearen Bewegung die Welle in eine Drehbewegung
um die Achse A versetzt, wodurch der Stift 12 nach oben schwenkt. Hat der Zapfen 14
seine Endlage in der Umfangsnut 13 erreicht, ist der Stift 12 um 90° nach oben geschwenkt
und ragt seitlich nicht mehr über das Paneel 6 hervor. Die Führungsschiene 16 ist
nur im Bereich des Magazins 7 so dicht an das Band herangeführt, dass der Stift 12
nach unten geschwenkt ist und seitlich über das Paneel hervorsteht. Im Bereich vor
dem Magazin 7 und dahinter ist der Stift 12 hochgeschwenkt und steht nicht über das
Paneel 6 hervor. In dieser Lage kann in das Paneel 6 zuvor die Nut 5 eingefräst werden,
ohne dass der Stift 12 mit den Fräswerkzeugen in Berührung kommen kann. Hinter dem
Magazin 7 wird der Stift 12 aus seiner seitlichen Lage zum Paneel herausgebracht,
um die Unfallgefahr für das Bedienpersonal zu reduzieren.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Band
- 1a
- Band
- 1 b
- Band
- 2
- Mitnehmer
- 2a
- Mitnehmer
- 2b
- Mitnehmer
- 2'
- Vorsprung
- 3
- Schiene
- 4
- Streifen
- 4'
- vorderes Ende
- 5
- Nut
- 5'
- Nut
- 6
- Paneel
- 7
- Magazin
- 8
- Umlenkrad
- 9
- Nut
- 9a
- Nutgrund
- 9b
- Nutöffnung
- 10
- Hülse
- 11
- Welle
- 12
- Stift
- 13
- Umfangsnut
- 14
- Zapfen
- 15
- Führungsglied/Scheibe
- 16
- Führungsschiene
- A
- Drehachse
- Q
- Querrichtung
- T
- Transportrichtung
1. Vorrichtung zum Einbringen eines die Feder eines Paneels (6), insbesondere eines Bodenpaneels
bildenden Streifens (4) in eine an einer Seitenkante des Paneels (6) zur Aufnahme
des Streifens (4) vorgesehenen Nut (5),
gekennzeichnet durch
a) mindestens eine mit einer Mehrzahl zueinander beabstandeter Mitnehmern (2) versehene,
in einer Transportrichtung (T) angetriebene Transporteinrichtung (1),
b) ein seitlich neben der Transporteinrichtung (1) stationär angeordnetes, den einzubringenden
Streifen (4) aufnehmendes Magazin (7),
c) einen mit jedem Mitnehmer (2) verbundenen, seitlich in Richtung des Magazins (7)
hinausragenden Stift (12), wobei
d) der Stift (12)
d1) um eine quer zur Transportrichtung (T) verlaufende Achse (A) schwenkbar und
d2) entlang oder parallel zu der Achse (A) linear verschiebbar
gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkbewegung und die lineare Bewegung gleichzeitig erfolgen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stift (12) an einer in einer Hülse (10) gelagerten Welle (11) befestigt ist,
die Welle (11) einen radial hervorstehenden Zapfen (14) und an dem dem Stift (12)
gegenüberliegenden Ende ein Führungsglied (15) aufweist, das mit einer seitlich neben
der Transporteinrichtung (1) stationär angeordneten Führungsschiene (16) zusammenwirkt,
und dass der Zapfen (14) in eine in der Hülse (10) vorgesehene Umfangsnut (13) eingreift,
die in einem Winkel zur Achse (A) gerichtet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsglied (15) eine Kreisscheibe ist.